Iran und Nahost: Ein Manifest Oppositioneller aus dem Land

Es gibt sie, die Opposition innerhalb des Iran, die sagt: weder Mullahs noch Shah noch USA noch Israel noch Krieg. Für soziale Rechte. Für Frauenrechte. Für Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit. Die wirkliche unabhängige Opposition im Iran besteht aus einem vielfältigen Spektrum von Gewerkschafter:innen, Intellektuellen, Frauenrechtler:innen, Gewerbetreibenden bis hin zu Geistlichen, die den religiösen Fundamentalismus der Mullahs vollständig ablehnen. Sie mögen den Tod führender Mullahs begrüßen, aber angesichts der US- und israelischen Bombenteppiche ist Ihnen nicht zum Lachen zumute. Diese Opposition und ihre oft mit breiteren Teilen der Bevölkerung vernetzten Aktionen werden von der westlichen Presse weitgehend ignoriert. Sie passt ganz und gar nicht in das Konzept der Unterwerfung unter westliche Dominanz. Diese Opposition hat weder Lobby noch kann sie mit den immensen für den Shah gesponserten Geldsummen mithalten. Wir publizieren hier beispielhaft eine Erklärung, die über die gemeinnützige Presseagentur Pressenza ihren Weg in die globale Öffentlichkeit gefunden hat. (Peter Vlatten)

Pressenza IPA, 2. März 2026

Wir veröffentlichen diesen wichtigen Appell von 353 iranischen Aktivisten und Akademikern – die im Iran leben –, die ein Manifest mit dem einfachen und unmissverständlichen Titel „Nein zum Krieg“ veröffentlicht haben.

Es ist unerlässlich, der kriegstreiberischen iranischen Diaspora und ihren westlichen Unterstützern die wahren Forderungen der Iraner aufzuzeigen. Es stimmt nicht, dass die im Iran lebenden Iraner – also jene, die Trumps erste Ziele wären – Krieg wollen. All jene innerhalb und außerhalb der akademischen Welt, die Trump für seinen Wunsch, die Iraner zu „befreien“, gedankt haben, sollten wissen, dass er niemanden vertritt. Man kann nicht, bequem von seinem Platz im Westen aus, das Leben von Millionen unschuldiger Menschen aufs Spiel setzen.
Dieses Manifest verurteilt sowohl politische Repression und das Massaker an Demonstranten als auch ausländische Invasionen, da beides dem nationalen Interesse zuwiderläuft.

„Nein zum Krieg gegen den Iran“

Krieg ist das größte Übel, das die Politik hervorbringen kann. Er tötet, zerstört und stürzt Familien in tiefe Trauer. Er vernichtet Infrastruktur, erzeugt Armut, opfert Unschuldige und schürt neue Gewalt. Er schwächt unsere Fähigkeit, Krisen zu bewältigen, und verdunkelt jede Aussicht auf Entwicklung, Demokratie und Gerechtigkeit für den Iran.

Netanjahu und die Falken in Washington zielen mit kriegstreiberischer Rhetorik, Sanktionen und Drohungen ganz bewusst darauf ab, unser Land zu destabilisieren und zu schwächen. Die Tragödien vom Januar 2026 – wie jedes andere Leid – können in keiner Weise Krieg rechtfertigen, noch das Zufügen weiteren Leids über unsere Landsleute oder die Zerstörung Irans in irgendeiner Form.

Wir, Iranerinnen und Iraner unterschiedlicher politischer Überzeugungen, lehnen jede Aggression gegen unser Land entschieden ab. Wir sind überzeugt, dass die Lösung – so schwer sie auch zu erreichen sein mag – in Iran selbst liegt: im konstruktiven Wandel, in der Erneuerung der Gesellschaft, im Wandel von unten nach oben. Das ist der Weg in die Zukunft. Nicht der Krieg.

Deshalb rufen wir zu einer starken und einhelligen Stimme gegen jegliche kriegstreiberische Logik auf. Angesichts jeder Aggression stehen wir zu unserem Land. Und wir laden alle unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger – insbesondere jene mit Stimme, Einfluss und Glaubwürdigkeit – ein, sich diesem Widerstand mit noch größerer Entschlossenheit anzuschließen.

Unterzeichnet von 353 Politikern, Intellektuellen und Aktivisten der Zivilgesellschaft aus dem Iran, die ein breites Spektrum politischer Ansichten repräsentieren.

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen bei Pressenza IPA, 2. März 2026, Wir danken für das Publikationsrecht.

Titelbild: Gasdotto-Explosion im Iran, Quelle: Scenarieconomici.it

Betriebsratswahlen in der Metallindustrie – ausländische Kollegen wählt nicht Eure Schlächter!

Rechte Listen und „gelbe“ managementfreundliche Wahllisten versuchen bei den diesjährigen Betriebsratswahlen nicht zuletzt unter ausländischen Kolleg:innen zu punkten. Dabei setzen sie auch geschickt an Unmut bei den Kolleg:innen an, wenn Betriebsräte der IG METALL zu sehr auf Zusammenarbeit mit den Kapitalvertretern gesetzt haben und sich für faule Kompromisse über den Tisch ziehen lassen.

Die Vertreter dieser Listen versuchen zu vertuschen, welches politische Programm mit Ausländerhetze und Spaltungpotenzial sie in Wirklichkeit vertreten. Haben sie erst einmal im Betrieb entsprechende Macht und Stimmenmehrheit erhalten, so werden sie zu nackten Erfüllungsgehilfen der Kapitalinteressen, wie das Beispiel in der Gigafabrik Grünheide von Tesla zeigt.

Es gibt ein deutsches Sprichwort: „Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber“

Allein durch einheitliche und geschlossene Gewerkschaftliche Organisation und Kampfkraft können die Belegschaften ihre Interessen durchsetzen! Deutsche und alle Kolleg:innen gemeinsam im Betrieb und Gesellschaft!

Hier ein Video Gruß der IG Metall Mercedes Stuttgart Untertürkheim. Es kann gern als Anregung für unsere IG Metall Kolleg:innen in Berlin dienen oder von Ihnen eingesetzt werden kann.

IG Metall Mercedeswerk Stuttgart Untertürkheim

PS: Wir entschuldigen den schwäbischen Slang in der türkischen Sprache

Wir danken den Kolleg:innen aus Stuttgart für die Übermittlung des Videos

Titelbild:screenshot video

Lesetipp: Berliner Mercedes-Arbeiter sagen: Für eine starke IG Metall bei Tesla

Frauenkampftag – Aufruf der Allianz internationalistischer Feministinnen

Der Aufruf der Allianz Internationalistischer Feministinnen zum Frauenkampftag wendet sich gegen jegliche Instrumentalisierung des Kampfes für die Befreiung der Frau und betont dessen Unzertrennlicheit vom Kampf gegen Kapitalismus, Imperialismus und Neokolonialismus. Die aktuelle Entwicklung im Nahen Osten bedarf einer konsequenten Antwort.

Revolutionäre Demonstration – Im Zorn erheben, im Kampf erbauen

8. März, 15 Uhr, Berlin Kottbusser Tor

Aufruf der Allianz Internationalistischer Feministinnen

Am 8. März besinnen wir uns auf seine revolutionären Wurzeln: kein Tag leerer Gesten, sondern ein Tag militanter internationalistischer Solidarität und Revolte. In einer Welt kolonialer Invasionen, imperialistischer Kriege, staatlicher Brutalität und der erdrückenden Maschinerie von Grenzen und Gefängnissen erheben wir uns. Wir erheben uns, um all jene zu ehren, die Widerstand leisten, die zurückschlagen und angesichts des systemischen Todes Leben aufbauen.

Wir richten unseren Zorn auf die untrennbaren Verbindungen zwischen Land, Selbstbestimmung und kollektiver Befreiung. Wir wissen, dass Land- von Palästina über das Mapuche-Land, von Rojava bis Burkina Faso, Niger oder Mali- die Grundlage von Leben, Autonomie und Kampf ist. Das Recht, es mit allen notwendigen Mitteln zu verteidigen, gehört den Unterdrückten.

Wir weisen die Vereinnahmung unser Bewegungen durch Staaten, NGOs und die leeren Slogans von ,the people“ oder,,women“ ab. Diese werden benutzt, um die Politik der Kapitulation, die alles verzehrende Gier und unerbitterliche Expansion des USA-/NATO-Imperialismus, das Sanktionsregime der EU und der USA, militärische Interventionen, Ressourcenplünderung und Völkermord zu rechtfertigen. Der einzige Weg zur Gerechtigkeit ist revolutionäre Selbstbestimmung: Macht von #unten aufzubauen, ohne Erlaubnis korrupter Mächte. Das bedeutet, das Leben gegen Extraktivismus, Ausbeutung und Tod zu organisieren.

Wir ehren jede Form des populären Widerstands – vom militanten Widerstand auf besetztem Gebiet über die Standhaftigkeit Gazas bis hin zu den Überlebenskämpfen an den Grenzen, in den Minen, in den Fabriken und auf den Straẞen. Sie halten die Flamme der Hoffnung am Leben, die unverzichtbar ist, um das System zu zerschlagen. Um alle ihre Gefängnisse und Masseninhaftierungskomplexe, Abschiebelager, Siedlerkolonien und Imperien niederzubrennen – all jene Strukturen, die entworfen wurden, um Migration, Widerstand und den bloẞen Willen nach Freiheit zu kriminalisieren.

Wir folgen dem Beispiel unser Geschwister aus dem Globalen Süden und weigern uns, den Kampf gegen das Patriarchat vom Kampf gegen Imperialismus, Kapitalismus, Kolonialismus und jegliche staatliche Gewalt zu trennen. Ihr Kampf ist unser Kompass. Schlieẞt euch uns auf der Straẞe an für die diesjährige revolutionäre 8. März Demonstration. Lasst uns laut und deutlich sein: Wir sind nicht hier, um zu verhandeln, sondern um zu eskalieren. Nicht um zu reformieren, sondern um zu stürzen.

Wir ehren jede Form des Widerstands – vom militanten Widerstand in besetzten Gebieten über die Standhaftigkeit in Gaza bis hin zum Überlebenskampf an den Grenzen, in den Minen, in den Fabriken und auf den Straßen. Sie halten die Flamme der Hoffnung am Leben, die unerlässlich ist, um das System zu sprengen. Wir fordern, all ihre Gefängnisse, Massenhaftanstalten, Abschiebelager, Siedlerkolonien und Imperien niederzubrennen – all jene Strukturen, die Migration, Widerstand und den Willen zur Freiheit kriminalisieren.

Wir folgen dem Beispiel unserer Geschwister aus dem Globalen Süden und weigern uns, den Kampf gegen das Patriarchat vom Kampf gegen Imperialismus, Kapitalismus, Kolonialismus und jegliche staatliche Gewalt zu trennen. Ihr Kampf ist unser Kompass. Schließt euch uns bei der diesjährigen revolutionären Demonstration am 8. März an. Lasst uns laut und deutlich sagen: Wir sind nicht hier, um zu verhandeln, sondern um zu eskalieren. Nicht um zu reformieren, sondern um zu stürzen.

Wir erheben uns im Zorn. Wir erbauen im Kampf. Bis zur vollständigen Befreiung!
Siehe auch "Zentrale Demonstration zum internationalen Frauenkampftag – feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich"  Block 4

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