Unterstützt die Petition: Nein zum Umbau auf Kriegswirtschaft!

Eine Initiative von Beschäftigten bei Volkswagen


FORUM-Red.: Gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte bei Volkswagen haben in Anlehnung an den Beschluss der Vertrauensleute bei Ford in Köln die folgende Erklärung verfasst. Für diese Erklärung wird auch weiter bei Kolleg:innen in den VW-Werken gesammelt. Unabhängig davon gibt es jetzt eine Petition, die alle unterschreiben können. Wir bitten um rege Unterstützung und Sammlung. Der Link zu dieser Petition befindet sich am Ende dieses Beitrags. (JG)

Titelbild: Screenshot You Tube Video

Wir IGM – Kolleginnen und Kollegen bei VW schauen mit großer Sorge auf die weltweite Aufrüstung und zunehmende Kriege. In Deutschland werden bereits erste Werke zur Umstellung auf Rüstungsproduktion gesucht. Wer uns damit Arbeitsplätze verspricht, versucht auf üble Weise, die Existenzängste der Belegschaften in der Autoindustrie auszunutzen. Aufrüstung sichert nicht den Frieden, sondern bereitet Kriege vor. Wenn die Regierung einen „Notstand“ ausruft, wird das Streikrecht beschnitten, gibt es Arbeitsverpflichtung und Anordnungen zu extremer Arbeitszeitausdehnung.

Im „Kriegsfall“ kommt laut „Arbeitssicherstellungsgesetz“ (ASG) eine Zwangsverpflichtung unter Androhung von Gefängnis für sogenannte Spezialisten aller Berufsgruppen hinzu. In den Schützengräben der Welt sterben Menschen wie du und ich nicht für höhere Werte, sondern für die Interessen großer Kapitaleigner. Die Rüstungsindustrie jubelt über explodierende Gewinne. Die Wiederaktivierung der Wehrpflicht ist in Vorbereitung, um künftig uns und unsere Kinder in Kriege zu schicken.

Aktuell steigen mit dem Krieg im Nahen Osten sofort die Preise für Benzin. Schon wird von höherer Inflation gesprochen. Diese Entwicklung machen wir nicht mit!
Aufrüstung und Kriegswirtschaft sind gegen die Interessen der Kolleginnen und Kollegen und unserer Familien und widersprechen unseren gewerkschaftlichen Zielen. Unterstreichen wir unsere Losung „Kampf um jeden Arbeitsplatz!“ und setzen wir uns aktiv für unser Ziel „Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung“ ein (ÍGM-Satzung unter § 2 ´Aufgaben und Ziele der IG Metall). Und wir rufen den IG-Metall-Vorstand, den Betriebsrat und alle Mitglieder auf: Nein zum Umbau auf Kriegswirtschaft!

Erstunterzeichner*Innen

Cem Ince, IGM Mitglied, Mitglied des Bundestages der Linken * Lars Hirsekorn, IGM Mitglied im BR, Volkswagenwerk Braunschweig * Sven Schramm, IGM Vertrauensmann und BR,VW-Sachsen, Die Gläserne Manufaktur Dresden * Namik Sarikaya, IGM Vertrauensmann,VW Kassel * Tobias Blessmann, IGM Mitglied, Volkswagen Werk Kassel * Dirk Hirsekorn, IGM Mitglied, Arbeiter, VW Braunschweig * Ronny Vornkahl, IGM Mitglied im BR, VW Braunschweig * Mirco Baxmann, IGM Delegierter, VW Wolfsburg * Christoph Meyer, IGM Vertrauensmann,VW Kassel * Majuran Srisegaran, IGM Vertrauensmann, VW Braunschweig * Stephan Krull, Ehemaliges Mitglied im Betriebsrat, VW WOB * Christos Paralis, IGM Mitglied der VKL als Sprecher der Migranten, VW Salzgitter * Mark Seeger, IGM Mitglied im Betriebsrat, VW Braunschweig * Ricardo de Allesandro, IGM Mitglied im Betriebsrat, VW Braunschweig * Hidir Budak, IGM Mitglied, Volkswagen Werk Kassel, Michael Schulz, IGM Mitglied, VW Braunschweig * Martin Kollek, IGM Vertrauensmann, Volkswagen Group Services Braunschweig * Michael Werner, IGM Mitglied, Volkswagen Wolfsburg * Agid Acer, IGM Mitglied im Betriebsrat, VW Braunschweig * Franziska Reuter, IGM Mitglied im Betriebsrat, VW Braunschweig * Timo Reuter, IGM Delegierter und Vertrauensmann, Salzgitter Peine, PowerCo * Christoph Tonagel, IGM Mitglied der VKL, VW Braunschweig * Thorsten Donnermeier, IGM Mitglied der VKL, Volkswagen Werk Kassel * Andreas Gärtner, IGM Mitglied der VKL, Volkswagen Werk Kassel * Ercan Laleli, IGM Mitglied im Betriebsrat, Volkswagenwerk Kassel * Arzu Karabulut, IGM Mitglied der VKL, Volkswagenwerk Braunschweig * Michael Kunik, IGM Mitglied der VKL, Volkswagen Werk Braunschweig * Konstantin Antjushin, IGM-Mitglied,VW Kassel

Ausgefüllte Unterschriftenliste bitte als PDF an: ifabvw@sagtnein.org

++++++++++++++++++++ Allgemeine Petition ++++++++++++++++ hier unterschreiben und weiter posten ++++++++++++++

Aufruf für alle:


Link zur Plattform open petition
https://www.openpetition.de/petition/online/nein-zum-umbau-auf-kriegswirtschaft

Ein Blick von unten

Am Eröffnungstag des DGB-Bundeskongresses haben Kolleginnen und Kollegen aus der Friedensbewegung nochmal die Aufmerksamkeit gesucht und den Delegierten der Tagung verdeutlichen wollen, dass eine deutlichere Abgrenzung zur aktuellen Politik der Kriegsvorbereitung durch die Gewerkschaften notwendig ist. Es gab eine Kundgebung mit kulturellen und- Redebeiträgen von Organisationen und Initiativen, die in der Friedensbewegung engagiert sind. Leider erwies sich der Zugang zu den Delegierten des Kongresses als schwieriger als erhofft. Der erfolgte meist auf anderen Wegen und es kam nur zu wenigen Gesprächen. Das Video von Labournet.tv gibt einen kurzen Eindruck von der Aktion. Und es zeigt, was die Teilnehmer:innen bewegt.

Photos: Jochen Gester

labournet.tv: Protest vor dem DGB Bundeskongress

Vom 10. bis 13. Mai 2026 tagt im Estrel Hotel in Berlin der Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Davor protestierten gestern, am 10. Mai, Arbeiter*innen und Gewerkschafter*innen. Sie fordern eine klare Positionierung der DGB Gewerkschaften gegen Militarisierung und gegen die Konversion auf Rüstungsproduktion, die von Investor*innen gefordert und von manchen Betriebsräten und Teilen der Gewerkschaftsführung bejubelt wird. Dieses Video ist Teil unserer Kollektion Antimilitarismus im Betrieb

https://www.labournet.tv/de/videos/dgb_kongress

Eine neue „Ohne mich“-Bewegung

Der Kampf gegen die neu aufgelegte Wehrpflicht ist ein ganz wichtiger Konflikt, der Auskunft darüber geben wird, ob die Kriegsvorbereitungen weiterhin recht unbehelligt weiter betrieben werden können oder ob es ernsthafte Probleme mit dem „unverzichtbaren Material“ gibt, das eine andere Lebensplanung vorzieht. Deshalb ist es auch so wichtig, dass es Generationsbegegnungen gibt, dass sich Jung und Alt unterstützen und die junge Generation vom Wissen und den Erfahrungen der Elterngeneration profitiert. Wieder einmal haben die Weddinger hier eine Pionierinitiative gestartet.

Kommt am 10. Mai ins Kiezhaus Agnes Reinhold, um mit uns über den Kampf gegen die Militarisierung der Schulen zu diskutieren. Wir wollen verschiedene Akteure der Bewegung gegen die Wehrpflicht zusammenbringen – vor allem Lehrkräfte, Eltern und Sozialarbeitende -, sodass wir über die Erfolge und Herausforderungen in den Austausch kommen können.

10. Mai 16-18 Uhr – Kiezhaus Agnes Reinhold (Wedding)

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