Aufruf für die Demonstrationen am 3. Oktober 2026 in Berlin

Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg!

Für Frieden, demokratische Rechte und soziale Sicherheit!


Die Gefahr eines direkten Krieges mit Russland, sogar eines Atomkrieges, wird immer größer. Deutschland wird kriegstüchtig gemacht. Die Regierung will, dass Deutschland erneut zur Führungsmacht wird. Deshalb soll die Wehrpflicht wieder eingeführt werden. Gesundheitswesen und Infrastruktur werden auf Krieg getrimmt, Meinungsfreiheit und demokratische Rechte eingeschränkt. Die Bundeswehr wird zur größten Armee Europas hochgerüstet. Weitreichende Erstschlagwaffen werden entwickelt. Sie sind gegen Russland gerichtet und machen Deutschland im Kriegsfall zum bevorzugten Angriffsziel.

Demo mit einer Spende unterstützen

Die Ausgaben für Hochrüstung und Militär wurden in Deutschland in den letzten fünf Jahren verdoppelt und sollen bis 2030 nochmals verdoppelt werden, um das NATO-5%-Ziel bis 2035 zu erreichen. Wir müssen das bezahlen, mit höheren Steuern, Sozialabbau und schlechteren öffentlichen Leistungen. Schon jetzt fehlen Milliarden bei Krankenhäusern, Pflege, Schulen, Hochschulen und Kitas, Jugend und Kultur, Umweltschutz und Verkehr. Wir sollen länger arbeiten und die Renten noch niedriger werden. Sanktionen führen zu Preissteigerungen und Arbeitsplatzverlusten.

Demo als Gruppe politisch unterstützen

Begründet wird diese Hochrüstung mit einer Bedrohung durch Russland. Doch selbst die US-Geheimdienste gehen davon aus, dass Russland weder die Absicht noch die Fähigkeiten hat, NATO-Staaten anzugreifen. Schon heute sind die europäischen NATO-Staaten Russland militärisch weit überlegen – auch ohne die USA.

Während die Bundesregierung Völkerrechtsverstöße Russlands anprangert, unterstützt sie die USA und Israel bei ihren völkerrechtswidrigen Kriegen gegen den Iran, Libanon und andere Länder: durch politische Schützenhilfe, Waffenlieferungen und die Genehmigung, US-Militärbasen in Deutschland zu nutzen. Sie tut nichts gegen die völkerrechtswidrige Besatzungspolitik Israels in Palästina und den von UN-Experten und Menschenrechtsorganisationen so benannten Völkermord im Gaza-Streifen. Durch ihr Schweigen und Nichtstun akzeptiert sie die Fortführung der seit über 65 Jahren andauernden Blockade gegen Kuba sowie die Androhung einer militärischen Intervention. Diese Doppelstandards untergraben das Völkerrecht.

Statt sich um Friedenslösungen zu bemühen, eskalieren und verlängern Deutschland, die EU und die NATO mit ihrer Militärhilfe, auch für Angriffe tief in Russland, den Krieg in der Ukraine und das Leiden der Menschen. Deutschland wird zunehmend zur Kriegspartei. Es wird riskiert, dass sich der Krieg auf ganz Europa ausweitet.

Unterstützt und geschützt werden müssen diejenigen, die sich dem Krieg verweigern und vor ihm fliehen. Bekämpft werden müssen die Ursachen von Krieg und Flucht. Kriege und Hochrüstung zerstören Lebensgrundlagen und sind mit wirksamem Umwelt- und Klimaschutz unvereinbar.

Wir sagen NEIN zu allen Kriegen. Wir lehnen die Militarisierung unserer Gesellschaft und die Einschränkung demokratischer Rechte ab. Wir stellen uns gegen die Unterordnung von Gesundheitswesen, Bildung und Wissenschaft unter die Kriegstüchtigkeit.

Wir fordern:

  • Schluss mit Hochrüstung, Kriegswirtschaft und Sozialabbau!
  • Keine Erstschlagwaffen!
  • Nein zur Wehrpflicht und anderen Zwangsdiensten!
  • Stopp aller Wirtschaftssanktionen und Waffenlieferungen!
  • Schließung aller US-Militärstützpunkte in Deutschland und Abzug der US-Atomwaffen!
  • Zurück zum Völkerrecht – für alle!

Wir brauchen Abrüstung, neue Abkommen zur internationalen Rüstungskontrolle, den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag und eine gemeinsame Friedensordnung in Europa unter Einschluss Russlands. Wir wollen Frieden und diplomatische Lösungen entsprechend dem Völkerrecht!

Dafür gehen wir am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart auf die Straße.

Wir grenzen uns ab gegen Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung und Hetze. Auf unserer Demo ist kein Platz für Parolen oder Fahnen, die dies zum Ausdruck bringen.

Diskussion/Vortrag : Flexibel, prekär, unsichtbar: Arbeiten in der Plattformökonomie

Studierende zwischen Migration und Prekarität

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Eva-Mamlok-Bibliothek
Straße der Pariser Kommune 8A
10243 Berlin

Informationen zur Zugänglichkeit und Barrierefreiheit

30.09.2026, 19:00 – 20:30 Uhr

Internationale Studierende gelten als hochqualifizierte Zuwanderer von morgen. Doch viele müssen bereits während des Studiums unter prekären Bedingungen arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Die Studie von Dr. Amrita Datta untersucht die Arbeits- und Lebensrealitäten indischer Studierender in Deutschland. Sie zeigt, wie Studium, Migration und Plattformarbeit zusammenwirken und welche Rolle Aufenthaltsstatus, Visa-Regelungen und ökonomischer Druck dabei spielen. Die vermeintliche Flexibilität der Plattformökonomie bedeutet für viele migrantische Beschäftigte unsichere Einkommen und fehlende soziale Absicherung.

Im Anschluss an die Studienpräsentation diskutieren wir: Wer trägt das Risiko der Plattformökonomie? Welche Verantwortung haben Plattformunternehmen und Staat? Wie lassen sich Arbeitsrechte und soziale Absicherung verbessern? Und welche politischen Veränderungen braucht es, damit internationale Studierende nicht zwischen Studium, Aufenthaltsrecht und ökonomischem Überleben aufgerieben werden?

Mit:

  • Dr. Amrita Datta, Wissenschaftlerin an der Universität Bielefeld und Autorin der Studie
  • Katina Schubert (MdA), migrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin
  • Mo, Betriebsratsmitglied bei Lieferando und Mitglied des Lieferando Workers Collective (LWC) Berlin
  • Studentische Plattformarbeiterin aus Indien
  • Moderation: Ceren Türkmen, Institut für Solidarische Moderne

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt und wird simultan Deutsch-Englisch übersetzt. Eintritt frei.

Quelle: Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
Flexibel, prekaer, unsichtbar

Solidarität mit Palästina

Die britische Gewerkschaftsbewegung geht voran

„Der TUC hat eine langjährige Politik zur Unterstützung von Gerechtigkeit und Freiheit für die Palästinenser. Wir arbeiten eng mit der Gewerkschaftsbewegung in Palästina zusammen, während wir in Solidarität mit allen palästinensischen Arbeitern in ihrem Kampf gegen Apartheid, Völkermord in Gaza und ethnischen Säuberungen im Westjordanland stehen.“ (TUC-Beschluss)

In einer Publikation des DGB betont der DGB-Vorstand seine unverbrüchliche Verbundenheit mit der israelischen Gewerkschaft Histradut: „Die Partnerschaft zwischen Histadrut, dem israelischen Gewerkschaftsbund, und dem DGB ist ein herausragendes Beispiel für gelebte internationale Solidarität und historische Verantwortung. Seit nunmehr 50 Jahren besteht diese enge Zusammenarbeit, die wir 2025 in Berlin gefeiert haben. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten haben wir das Partnerschaftsabkommen erneuert und ein klares Bekenntnis gegen Antisemitismus und Rassismus abgegeben.“ (https://www.dgb.de/politik/bildung-und-gesellschaft/internationale-und-europaeische-gewerkschaftspolitik/)

Der Vorstand des DGB folgt hier der offiziellen Politik, die eine solche unverbrüchliche Zusammenarbeit auch mit der Regierung Israels pflegt. Dass die Histradut eine ethnisch selektierende Organisation ist, und sich für arabische Arbeiter:innen nicht zuständig fühlt, stößt genauso wenig auf, wie der Umstand, dass der Partner in der „herausragenden internationalen Solidarität“ an der Seite einer rechtsextrem dominierten Regierung die völkerrechtswidrige Besatzung samt genozidaler Kriegsführung unterstützt.

Aktuell berichteten Hannoveraner Kollegen, dass sich Aktive und Funktionäre der niedersächsichen ver.di-Jugend nicht entblödeten, inmitten des israelischen Massenmords in Gaza zusammen mit Anhängern des Schah-Regimes auf dem Bahnhofsvorplatz in Hannover eine Gegendemonstration gegen eine Mahnwache der örtlichen Palästina-Solidarität zu veranstalten. Für den Versuch, diese niederzubrüllen, erhielten sie Tags darauf publizistischen Beifall samt Foto von der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ des Madsack-Verlages. Doch diese Interpretation für „historische Verantwortung“ ist in der europäischen Gewerkschaftsbewegung alles andere als selbstverständlich.

In Großbritannien sieht die Lage ganz anders aus. Dort hat gerade der Trade Union Council (TUC) auf seiner Jahreskonferenz die Unterstützung der BDS-Kampagne beschlossen, die in der BRD vom bürgerlichen Maistream gern als „antisemitisch“ verunglimpft wird.

Der am 13. September, verabschiedete TUC-Antrag sieht vor, die Rechte der Palästinenser zu unterstützen und Unternehmen zu boykottieren, die sich an israelischen Verstößen gegen Menschenrechte und das Völkerrecht mitschuldig machen. Der vollständige Antrag lautet wie folgt:

Die derzeitige rechtsgerichtete israelische Regierung, die ihren größten Militäreinsatz im Westjordanland seit zwei Jahrzehnten gestartet hat, kündigt neue illegale Siedlungen an, vertreibt Palästinenser aus Ostjerusalem und Masafer Yatta, reißt Häuser und Schulen ab und versäumt es, bewaffnete Siedler daran zu hindern, in Dörfern zu wüten, Palästinenser zu töten und anzugreifen sowie Häuser und landwirtschaftliche Flächen zu zerstören.

Das israelische Militär hat in diesem Jahr mehr als 180 Palästinenser getötet.

Der Kongress stellt ferner fest:

Der Gesetzentwurf der Regierung über die wirtschaftliche Tätigkeit öffentlicher Stellen (Auslandsangelegenheiten) würde ethisches Investieren und die Beschaffung durch öffentliche Stellen untergraben, indem er die Berücksichtigung von Menschen- und Arbeitnehmerrechten, des Völkerrechts und von Umweltbelangen im Zusammenhang mit dem Verhalten eines ausländischen Staates einschränkt. Er würde zudem die Meinungsfreiheit, die lokale Demokratie, die Dezentralisierung und die Rechte der Mitglieder von Rentensystemen beeinträchtigen.

Der Gesetzentwurf würde die israelische Regierung sowie Unternehmen, die sich an der Besatzung mitschuldig machen, vor Rechenschaftspflicht schützen, indem er diejenigen zum Schweigen bringt, die versuchen, Veränderungen herbeizuführen.

Der Kongress ist der Ansicht:

Jeder Versuch, die palästinensische Forderung nach Boykott, Desinvestition und Sanktionen zu delegitimieren und zu suggerieren, dass den Palästinensern das Recht verwehrt werden sollte, Menschen mit Gewissen um Unterstützung zu bitten, muss zurückgewiesen werden.

Die Möglichkeit öffentlicher Stellen, einschließlich öffentlicher Rentenfonds, sich aus Unternehmen zurückzuziehen, die für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind, sollte verteidigt werden.

Ein solches Gesetz hätte den Boykott von Waren und Unternehmen verhindern können, die sich an der Apartheid in Südafrika mitschuldig gemacht haben.

Der Kongress beschließt:

Die Unterstützung der palästinensischen Rechte zu bekräftigen, einschließlich unserer Verpflichtung, „die Waren von Unternehmen zu boykottieren, die von illegalen Siedlungen, der Besatzung und dem Bau der Mauer profitieren“.

Die Koalition „Right to Boycott“ zu unterstützen.
Gemeinsam mit den Mitgliedsorganisationen gegen den Gesetzentwurf zu kämpfen.

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