85 Jahre Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion – Nein zum Krieg!

22. Juni 2026, 18:00 – 20:30, Deutscher Bundestag


Am 22. Juni 1941 begann mit dem Überfall des faschistischen Deutschlands auf die Sowjetunion ein beispielloser Vernichtungs- und Eroberungskrieg. Nach dem „Generalplan Ost“ sollten 50 Millionen Menschen als „Untermenschen“ vernichtet, vertrieben oder versklavt werden. Die wirtschaftliche Ausplünderung der eroberten Gebiete bis zum Aushungern der Bevölkerung war von Beginn an Teil der Kriegsführung der Wehrmacht im Osten. Infolge von Krieg und deutscher Besatzung wurden 27 Millionen Sowjetbürger getötet. Von den mehr als fünf Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen kamen ca. 3,3 Millionen ums Leben. Die Wehrmacht hinterließ verbrannte Erde; zerstört wurden 1.710 Städte, 70.000 Dörfer, 32.000 Fabriken, 2.766 Kirchen und Klöster, 4.000 Bibliotheken und 427 Museen.

Nach G.W.F. Hegel ist Erinnerung ein Insichgehen, das Allgemeine zu einem Innerlichen machen. Wir wollen erinnern an diesen barbarischen Krieg, der von Berlin ausging und vier Jahre später Tod und Elend zu seinem Ausgangspunkt zurückbrachte. Aus diesem Anlass lädt die Fraktion der Linken zu einer Gedenkveranstaltung in den deutschen Bundestag ein

ABLAUF

17:30 Uhr: Einlass (über den Eingang Adele-Schreiber-Krieger-Straße 1)

18:00 Uhr: Programm

  • Begrüßung und Moderation, Sören Pellmann (Fraktionsvorsitzender)
  • Friedenslieder des Ernst-Busch-Chors aus Berlin
  • Grußwort von Dr. Leonid Berezin (Vorsitzender der Vereinigung „Lebendige Erinnerung“, Überlebender der Blockade von Leningrad)
  • Grußwort von Peter Franke (Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher West-Ost-Gesellschaften e.V.)
  • „Nein zum Krieg!“, Dr. Dietmar Bartsch (MdB)
  • „Auf meine russischen Kameraden schieße ich nicht“, Jani Gutmann (Tochter eines Widerstandskämpfers gegen das Naziregime)
  • Lesung aus dem Kriegstagebuch und den Briefen 1942-1945 von Konrad Wolf, Dr. Gesine Lötzsch (ehem. MdB)
  • Friedenslieder des Ernst-Busch-Chors aus Berlin

19:30 Uhr Empfang im Foyer

20:30 Uhr Ende der Veranstaltung

Eine Teilnahme ist nur mit Anmeldung per Mail an soeren.pellmann@bundestag.de möglich. Eine Bestätigung erfolgt in der Reihenfolge des Eingangs entsprechend den vorhandenen Plätzen. Bei Teilnehmenden ohne Hausausweis des Deutschen Bundestages wird Name, Vorname und Geburtsdatum benötigt. Beim Einlass ist der Personalausweis oder Reisepass vorzulegen.

Anwesende MdB:

Dietmar Bartsch und Sören Pellmann

Quelle: Fraktion DIE LINKE im Bundestag
https://www.dielinkebt.de/service/termine/detail/85-jahre-ueberfall-deutschlands-auf-die-sowjetunion-nein-zum-krieg/

FORUM-Red.: Zur Aktualität der Veranstaltumg empfehlen wir den Artikel von Leo Ensel, in dessen Einleitung der Autor schreibt:

„Je länger der russische Krieg gegen die Ukraine – bei westlicher Totalverweigerung in Sachen Diplomatie – andauert; je dramatischer die Gefahr wächst, dass dieser Krieg sich noch auf Mitteleuropa ausweiten und im Worst Case zu einem Flächenbrand, einem (am Ende nuklearen) dritten Weltkrieg eskalieren könnte, desto schriller überschlagen sich hierzulande Medien und Politik in Ton und Wortwahl.

85 Jahre nach dem Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion nimmt die Orwell‘sche Sprachverdrehung hierzulande mittlerweile atemberaubende Züge an. Nach dem „Vernichtungskrieg“, den der „zweite Hitler“ im Kreml seit über vier Jahren angeblich gegen die Ukraine führt, wird nun auch noch größenwahnsinnig eine „bedingungslose Kapitulation Russlands“, eine „Stunde Null“ mit anschließendem Kriegsverbrecherprozess eingefordert. Höchste Zeit, die Maßstäbe wieder richtigzustellen: Ein veritabler Vernichtungskrieg war Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion, der von Anfang an als solcher geplant war. Fast 27 Millionen Sowjetbürger fielen ihm zum Opfer.

Es begann mit dem „Vernichtungskrieg“ Russlands gegen die Ukraine, mit dem bereits sechs Tage (!) nach Kriegsbeginn als Avantgardist eigner Art Norbert Röttgen glänzte. (Friedrich Merz und der damalige Kanzler Olaf Scholz zogen spätestens Ende März bzw. Anfang Mai 2022 nach.) „Hitler-Vergleiche“ werden – siehe Milošević und Saddam Hussein – hier eh gerne aus dem Zylinder gezaubert: Der russische Präsident verfügt da zwar über kein Alleinstellungsmerkmal, stellt jedoch die aktuelle Reinkarnation dar. Einer Marie-Agnes Strack-Zimmermann allerdings blieb es vorbehalten, im März 2025 unwidersprochen zu verkünden, der „Mörder und Killer“ im Kreml habe (wörtlich) „Hunderte von Millionen Menschen unter die Erde gebracht“. Eine vorläufige Klimax scheint nun mit Roderich Kiesewetters größenwahnsinniger Forderung nach einer „bedingungslosen Kapitulation Russlands“, einer „Stunde Null“, inclusive eines (subkutan eingeforderten) neuen „Nürnberger Prozesses“ erreicht.“

Der ganze Beitrag ist veröffentlicht auf den nachdenkseiten:
https://www.nachdenkseiten.de/?p=152331

Gaza Komitee Cinema Janin.. Jenin – Dokumentarfilm

Janin…Jenin
Dokumentarfilm von Mohammed Bakri (2024) 60min, OmEngUT

29.06.20 26 18:30, Regenbogenfabrik Lausitzer Str. 21a

Im Jahr 2002 drehte der palästinensische Schauspieler und Regisseur Mohammed Bakri einen Dokumentarfilm über die brutale israelische Invasion im Flüchtlingslager Jenin im Westjordanland. Die israelische Justiz versuchte diesen Film unsichtbar zu machen, was ihr nicht gelang. Nun scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Im Jahr 2023 startete die israelische Armee erneut zerstörerische Angriffe auf Jenin und wieder war Mohammed Bakri vor Ort, um mit seinem Filmteam ein eindringliches Zeugnis der Folgen dieser Verwüstung zu schaffen. Ein Zeugnis von Gewalt und Zerstörung aber auch ein Portrait der Bewohner Jenins – zerbrechlich, doch nicht zerbrochen. Uns begegnen unermessliches Leid, aber auch der Lebenswille und die Würde von Menschen, die fortgesetzter Gewalt ausgesetzt sind. Der groẞe Schauspieler und Regisseur starb 2025 im Alter von 72 Jahren.

Wir sind auf der Straẞe, wir organisieren Vorträge. Jetzt öffnet das Gaza Komitee einen Kinosaal für Werke aus und über Palästina. Geschichte lebendig machen, Geschichte fühlbar werden lassen – was kann das besser als der Film, ob dokumentarisch oder als Spielfilm?
Unsere Premiere hatten wir als Teil der Palestine Cinema Days im November 2025. Anlässlich des Frauentages zeigten wir ,Naila and the Uprising“, der uns in die Zeit der Zweiten Intifada führte. Im Mai ,Put your Soul on your Hand and walk‘, einen Film aus Gaza, schrecklich aktuell. Vergangenheit und Gegenwart vereint unser nächster Kinoabend: ,Janin…Jenin‘ verbindet die Angriffe auf das Flüchtlingslager Jenin im Jahre 2002 mit der aktuellen Situation.

Nein zur Hetzkampagne gegen Linksjugend-Mitglieder

Vorab. Im Zusammenhang mit Palästina und Gaza sollte man schon den klaren dazu passendes Begriff des Völkerrechts verwenden und der heißt „Genozid“. Was den Stalinismusvorwurf betrifft, so trifft dieser zum Teil ebenso wenig zu wie der Vorwurf des Antisemitismus. Es geht schlicht darum, politische Gegner zu diffamieren und auszuschalten. Wer hetzt, intrigiert und Genoss:innen mit internationalistischen Anliegen mit Ausschlussverfahren bedroht, hat in der gesamten linken Bewegung nichts zu suchen. (Peter Vlatten)

Sascha Staničić, 18.Juni SOL

Solidarität und sachliche Debatte statt Ausgrenzung!

Wir veröffentlichen hier eine Stellungnahme von Sascha Staničić, Kandidat zum erweiterten Parteivorstand auf dem Bundesparteitag der Linken an diesem Wochenende und Mitglied der Sol-Bundesleitung zur durch den BR-Bericht ausgelösten Hetzkampagne gegen Mitglieder der Linksjugend:

Um das vorweg zu schicken: Auch ich ärgere mich über viele der vom BR veröffentlichten Äußerungen aus dem Jugendverband. Noch mehr ärgere ich mich aber darüber, dass die prokapitalistischen Medien einen solchen Angriff wenige Tage vor dem Parteitag inszenieren, dabei Zitate aus dem Kontext reißen und so viele Teile der Partei und vor allem ihrer Führungen auf Landesebene darauf anspringen – und jeden Sinn für Proportionen verlieren.

Es fällt auf, dass diejenigen in der Linken, die sich gerade künstlich über Neostalinismus und angeblichen Antisemitismus in der Linksjugend aufregen, sich nicht annähernd so empören über die Zustimmung zu Kriegskrediten, Waffenlieferungen und Unternehmenssteuersenkungen durch Linke-Minister*innen in Bremen und Mecklenburg-Vorpommern oder über Massenmord, Besatzung und Vertreibung in Palästina.

Hier wird eine einseitige und verzerrte Berichterstattung aus prokapitalistischen Medien als Instrument genutzt, um den Ausschluss missliebiger Positionen aus der Partei zu fordern und Einfluss auf den Verlauf des Bundesparteitags zu nehmen, statt eine sachliche Debatte zu führen. Ich versuche es trotzdem mit Argumenten.

Erstens: Israel-Kritik ist kein Antisemitismus. Diese Position hat sich beim letzten Bundesparteitag mehrheitlich durchgesetzt und gilt, egal wie oft manche das Gegenteil behaupten. Das gilt auch für Israel-Kritik, die in einer Art und Weise formuliert wird, die abzulehnen ist, weil sie zu genau solchen Fehlinterpretationen einlädt. Der Jugendverband sollte jedoch an seinen Beschlüssen und nicht an Aussagen Einzelner gemessen werden und der Beschluss der Linksjugend zum Thema mag für manche kontroverse Positionen beinhalten, er enthält aber keine Spur von Antisemitismus.

Zweitens: Stalinismus an der Macht ist und war etwas anderes als Stalinismus als Teil der linken Bewegung in kapitalistischen Staaten. Deshalb heißt es ja auch „Wir brechen mit dem Stalinismus als System“. Ich bin Trotzkist und zwischen dem Stalinismus und meiner politischen Tradition fließt ein Fluss aus Blut – jedoch nur dem Blut von Trotzkistinnen, die Opfer der stalinistischen Herrschaft wurden. Trotzdem haben Trotzkistinnen – bei aller Kritik an der gar nicht revolutionären Politik der Kommunistischen Parteien – immer für eine Einheitsfront mit stalinistischen Kräften im Kampf gegen Reaktion, Kapitalismus und Krieg plädiert, weil sie anerkannten, dass diese Strömungen der Arbeiter*innenbewegung waren – während sie in den stalinistischen Staaten gleichzeitig für den Sturz der Bürokratien und die Errichtung von sozialistischen Arbeiterdemokratien eingetreten sind.

Ich nehme auch besorgt zur Kenntnis, dass unter jungen Menschen der Stalinismus in unterschiedlichen Ausformungen an Anziehungskraft gewinnt. Das ist aber Ausdruck der Suche nach einem Weg, mit radikalen Mitteln gegen den Kapitalismus zu kämpfen. Diese jungen Genoss*innen mögen einen falschen Weg eingeschlagen haben, aber sie haben kein Krankenhaus geschlossen, keine Wohnung privatisiert, keinen Arbeitsplatz vernichtet und keinen Asylbewerber abgeschoben. Ich diskutiere mit ihnen und grenze sie nicht aus und ich biete ihnen einen revolutionären, sozialistischen und demokratischen Weg des Klassenkampfs an.

Drittens: Die Jugend hat nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, Dummheiten zu begehen. Die Älteren haben die Verantwortung, dieses Recht zu verteidigen.

Viertens: Die künstliche Empörung und mantramäßig wiederholten Aufforderungen, die Partei zu verlassen, dienen nach meiner Einschätzung einem anderen Ziel. Kurz vor dem Parteitag soll der Druck auf die konsequent palästinasolidarischen Kräfte in der Partei maximal erhöht werden und verhindert werden, dass der Antrag des Parteivorstands zu dem Thema keine Mehrheit findet. Letztlich ist das laute Geschrei Ausdruck davon, dass diejenigen Kräfte, die sowohl für eine Unterstützung des Staates Israel als auch für Regierungsbeteiligungen mit prokapitalistischen Parteien stehen, spüren, dass die Partei sich an der Basis nach links verschiebt.

Interview von Fabian Lehr zu den Angriffen aus dem antideutsch-zionistischen Lager in der Linkspartei.

Die Parteiführung sollte entspannt mit dieser Debatte umgehen und sich nicht von der Angst vor schlechter Presse treiben lassen. Wenn eine sozialistische Partei in den kapitalistischen Medien gut wegkommt, hat sie etwas falsch gemacht. Statt die Berichterstattung des BR zum Anlass zu nehmen, zu erklären, man würde sich „die Sache anschauen“, sollte die Parteiführung sich schützend vor die jungen Genoss*innen stellen und zwei Dinge sagen: 1. Israel-Kritik ist kein Antisemitismus und 2. Wenn junge Menschen sich Stalin oder der DDR zuwenden trägt dafür der real existierende Kapitalismus mit seinen Kriegen, seiner Klimazerstörung und seiner Klassenausbeutung die Verantwortung. Die Linke bietet diesen jungen Leuten einen anderen Weg an, den Kapitalismus zu bekämpfen. Wäre nur schön, wenn das dann auch konsequent geschehen würde.

Titelbild: SOL

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