Die Delegiertenversammlung der IG Metall Berlin verabschiedete am 7.9.2026 eine von der örtlichen IG -Metalljugend eingereichte Resolution „Gegen Wehrpflicht und Militarisierung!“
Wir wünschen uns, dass erstens diese Positionierung und Erklärung breit bekannt wird. Wir wünschen uns, dass zweitens die Inhalte dieser Erklärung tatsächlich fester Bestandteil der praktischen Arbeit der örtlichen IG Metall werden und der Kampf um soziale Forderungen mit einer antimilitaristischen Arbeit verbunden wird. Wir wünschen uns, dass drittens die Zusammenarbeit mit allen relevanten Kräften in Berlin gegen Militarisierung und Kriegskurs gesucht wird. Wir wünschen uns, dass viertens gerade auch die IG Metall Jugend über den 3. Oktober hinaus sich an den antimilitaristischen Aktionen gegen Wehrpflicht beteiligt und mit dem Bündniss gegen Waffenproduktion in Berlin – dem größten Zusammenschluss junger Menschen gegen Militarisierung in unserer Stadt – zusammenarbeitet. Die Hände bleiben ausgestreckt.
„Nein zur Wehrpflicht und Militarisierung“
IG Metall Delegiertenversammlung , Berlin 7.9.2026
Als IG Metall Berlin fühlen wir uns einem friedenspolitischen Erbe verpflichtet und setzen uns für „Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung“ (Satzung der IG Metall) ein.
Daher stehen wir dem im Kontext aktueller Kriege vielfach geforderten Aufwuchs der Bundeswehr, einer neuen Rüstungsspirale und besonders einer Wiedereinführung der Wehrpflicht ablehnend gegenüber.
Ausdrücklich lehnen wir eine Rückkehr der Wehrpflicht bzw. einer ,,Bedarfswehrpflicht“ ab, da:
- Junge Menschen als die Betroffenen einer möglichen Wiederkehr der Wehrpflicht – bei der Entstehung des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes nicht beteiligt wurden und werden
- junge Menschen über die komplexen Ursachen globaler Machtkonflikte nicht richtig aufgeklärt werden
- viele Jugendliche mit geringem Einkommen durch hohe Entgelte in den Dienst gelockt werden und am Ende der Dienstzeit ohne mehr Berufsausbildung und Erwerbschancen dastehen würden
- das Geld, was für Werbeversuche der Bundeswehr an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen locker gemacht wird, besser als längst überfällige Investitionen in mehr und bessere Ausbildung flieẞen sollte
- dass die Stabilisierung des Rentensvstems. die Verbesserung der Kranken-und Pflegeversicherung und die Entlastung von Kommunen den ohnehin hohen Rüstungsausgaben (Platz vier auf der Weltliste) untergeordnet werden
Unserer Meinung nach müssen in Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltige und friedensfördernde Zielsetzungen stets Priorität haben. Davon würden dann nicht Militarisierungs-Erzählungen und übergroẞe Konzerne, sondern die soziale Sicherheit der Allgemeinheit profitieren.
Als Gewerkschaft stehen wir solidarisch an der Seite aller Kolleginnen und Kollegen, die von den Folgen der Militarisierung betroffen sind. Insbesondere Beschäftigte in Betrieben, die im Zuge von Aufrüstungspolitik umgebaut, erweitert oder von Rüstungsaufträgen abhängig gemacht werden, dürfen nicht gegen friedenspolitische Ziele ausgespielt werden. Unsere Kritik an Aufrüstung und Militarisierung richtet sich nicht gegen die Beschäftigten.
Wir treten für den Erhalt guter Arbeitsplätze, für Beschäftigungssicherung und sozial abgesicherte Perspektiven ein. Notwendig sind öffentliche Investitionen in zivile Produktion, Infrastruktur, Bildung, Gesundheit, Klimaschutz und industrielle Transformation statt einer Ausweitung der Rüstungsproduktion. Als IG Metall halten wir zusammen: Wir solidarisieren uns mit allen Kolleginnen und Kollegen und lehnen jede Politik ab, die Beschäftigte vor die falsche Wahl zwischen Frieden und Arbeitsplatz stellt.
Nein zu Wehrpflicht und Militarisierung!
Bereits vor einem Jahr hat die Delegiertenversammlung der Geschäftsstelle Berlin beschlossen:
Wir sagen STOPP
- bei der Stationierung von Hyperschallangriffswaffen in unserem Land,
- bei den Bestrebungen für eine deutsche nukleare Teilhabe,
·mit der Beteiligung beim Drehen an der Schraube zunehmender Eskalation von militärischen Konflikten in der Welt. - Gegen Wehrpflicht und Militarisierung!
Wir setzen uns dafür ein,
- dass in den weltweiten Konflikten die Diplomatie gestärkt und der Frieden dadurch gesichert wird,
- ·dass der Sozialstaat gefestigt und
- dass die Möglichkeiten der politischen Einflussnahme für alle verbessert werden.
Deshalb rufen wir auf zur Teilnahme an der Demonstration ,,Nein zur Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg!“ am Samstag, den 3.Oktober 2026 um 13 Uhr vor dem Roten Rathaus.
Titelbild: Peter Vlatten

