2 Jahre Interbüro – Ausstellungs- und Veranstaltungswochen im Wedding

Das Interbüro Wedding ist dieses Jahr am 24. März 2 Jahre alt geworden. Es lädt zur “mehrwöchigen Geburtstagsfeier” vom 31. Mai bis 14.Juni ein.

“Wir präsentieren aus diesem Anlass mit Hände weg vom Wedding, Interbrigadas e.V., und dem Künstler Tintenwolf eine Ausstellung in
Gedenken an die Revolutionärin Tamara Bunke, sowie eine internationalistische Veranstaltungsreihe unter dem Motto:
Internationalismus bedeutet Solidarität und Hoffnung! Internacionalismo significa solidaridad y esperanza!

Die Veranstaltungswochen beginnen mit einer Eröffnungsveranstaltung am Freitag, dem 31. Mai im Kiezhaus und enden am 14. Juni ebenda mit einer Podiumsdiskussion zur Aktualität internationalistischer Arbeit. Mehr Informationen zur Person Tamara Bunke & das vollständige Programm findet ihr unter folgendem Link:

Was für ein Tag – Muttertag

Bei uns zuhause haben wir den Muttertag lange Zeit bewusst ausgeblendet. Zu sehr hatten wir den Missbrauch dieses Tages durch die Nazis in Erinnerung. Deren Reduzierung der Frau auf ein “Heimchen am Herd”, auf die “umsorgende Dienstmagd” für den Ehemann oder auf die “Geburtenmaschine” für den “völkischen” Nachwuchs.

Was viele nicht wissen. Seine Ursprünge hatte der Muttertag in der Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts. [1]https://www.hannoversche.de/wissenswert/muttertag#:~:text=Gepr%C3%A4gt%20wurde%20der%20Muttertag%20in,sich%20zu%20aktuellen%20Fragen%20austauschen [2]“Der Muttertag in seiner heutigen Form wurde in der englischen und US-amerikanischen Frauenbewegung geprägt. Die US-Amerikanerin Ann Maria Reeves Jarvis versuchte 1865 eine Mütterbewegung … Continue reading [3]es gibt aber auch den Muttertag in anderen Kulturen, der mit dem rechten und kommerzialisierten Schnarrn im globalen Westen wenig zu tun hat Die ersten ausgerufenen Feierlichkeiten in kleinerem Rahmen standen deshalb klar im Zeichen der Politik. Es ging um Solidarität, Frauenrechte, Bildung und vor allem war es auch ein Teil der Friedensbewegung. Warum lenken wir den Blick nicht darauf? Nicht Mütter sind schlecht, sondern das Nazibild über sie.

Mütter, wenn sie zur arbeitenden Bevölkerung gehören, haben in der Regel eine besondere Belastung, Verantwortung und emotionale Bindung. Ihre gezeichneten Gesichter in GAZA heute vereinen Kummer und Mut. Mütter sind unsere Kolleg:innen. Wenn Mütter gegen Unrecht, Krieg und Diktatoren auf die Straße gehen, dann hat das immer großes moralisches Gewicht.

Seinerzeit – beim Kampf um die 5 Tage Woche – lautete die durchschlagende Parole der IG Metall “Samstags gehört Papi mir”. Zeitgemäß sollte es heute heißen : “Einen freien Tag mehr gehören Mami und Papi mir”.

In diesem Sinne sollten wir den Muttertag – wie so vieles andere auch – nicht den Nazis überlassen. Ich wünsche uns allen einen freudigen und kämpferischen Muttertag! Müttern gebürt Respekt – als Teil einer progressiven Frauenbewegung – nicht nur einen Tag, sondern 365 Tage im Jahr!

References

References
1 https://www.hannoversche.de/wissenswert/muttertag#:~:text=Gepr%C3%A4gt%20wurde%20der%20Muttertag%20in,sich%20zu%20aktuellen%20Fragen%20austauschen
2 “Der Muttertag in seiner heutigen Form wurde in der englischen und US-amerikanischen Frauenbewegung geprägt. Die US-Amerikanerin Ann Maria Reeves Jarvis versuchte 1865 eine Mütterbewegung namens Mothers Friendships Day zu gründen. An von ihr organisierten Mothers Day Meetings konnten Mütter sich zu aktuellen Fragen austauschen. 1870 wurde von Julia Ward Howe eine Mütter-Friedenstag-Initiative unter dem Schlagwort peace and motherhood gestartet. Sie hatte das Ziel, dass die Söhne nicht mehr in Kriegen geopfert werden sollen.” https://de.wikipedia.org/wiki/Muttertag
3 es gibt aber auch den Muttertag in anderen Kulturen, der mit dem rechten und kommerzialisierten Schnarrn im globalen Westen wenig zu tun hat

12.05.2024: Israel*innen und Palästinenser*innen gedenken gemeinsam der Opfer

Es gibt nicht wenige Israel:innen und Palästinser:innen, die die Vision eines gemeinsamen Eintretens für ein gemeinsames friedliches Miteinander in einem gemeinsamen Land “from the river to the sea” verfolgen. Ob man eine friedliche selbstbestimmte Zukunft in zwei unabhängigen, sich gegenseitig auf Augenhöhe respektierenden Staaten sieht oder in einem gemeinsamen Land, ist Entscheidung der Betroffenen selbst. In jedem Fall gibt es nur eine Zukunft, wenn sich Israel:innen und Palästinser:innen, Jüd:innen und Muslim:innen zusammentun. Um die gegenwärtigen Kriegstreiber, Machthaber und Unterdrücker auf allen Seiten los zu werden. Um sich von jeglicher geostrategischer Instrumentalisierung – sei es vom Westen oder von Regionalmächten wie dem Iran – zu lösen. Um die Spirale von Hass, Spaltung und gegenseitiger Gewalt zu beenden. Und es beginnt nicht zuletzt damit, dass alle gemeinsam um ALLE Opfer trauern.

Als Jüd:innen diese Vision “Vom Fluss bis zum Meer sind alle Menschen gleich!” auf einer Demonstration letzten November skandierten, wurden sie von der Berliner Polizei wegen Antisemitiscber Parolen verhaftet.

Am 7.Mai sollte um die aktuellen Opfer von Rafah öffentlich getrauert werden. Der Ort wurde von der Berliner Polzei so kurzfristig verlegt, dass diese gemeinsame Trauer in der geplanten Form und Größe nicht mehr stattfinden konnte.

Am 12. Mai 2024 um 19:30 findet nun per online weltweit ein gemeinsames Gedenken an die Opfer von Israe:linnen und Palästinenser:innen statt.

Hier der Aufruf von “Combatants for Peace“ und des „Parents Circle – Familienforum“:

Werden Sie Teil der weltweiten gemeinsamen Gedenkzeremonie!

Die „Combatants for Peace“ und das „Parents Circle – Familienforum“ laden zur 19. gemeinsamen israelisch-palästinensischen Gedenkfeier ein. Die diesjährige Zeremonie wird am 12. Mai 2024 um 19:30 Uhr deutscher Zeit stattfinden. Aus Sicherheitsgründen findet die Zeremonie in diesem Jahr virtuell statt. Die Veranstalter rufen dazu auf, Vorführungen in privaten Wohnzimmern und öffentlichen Räumen in Palästina, Israel und auf der ganzen Welt zu organisieren. In Köln lädt das forumZFD ins Bürgerzentrum Ehrenfeld ein.

Was ist die gemeinsame israelisch-palästinensische Gedenkzeremonie?

Yom Hazikaron, der israelische Gedenktag, ist ein feierlicher Tag, an dem die Israelis derer gedenken, die sie in den Jahren des Krieges und der Gewalt verloren haben. Traditionell wird dabei die palästinensische Perspektive ausgeblendet. Die Gedenkfeiern in Israel ehren nur die eigenen Opfer. Doch dies führt beide Seiten nur noch tiefer in die Spaltung und Verzweiflung.

Die gemeinsame Gedenkfeier, die von den Combatants for Peace und dem Parents Circle – Familienforum veranstaltet wird, verändert dieses Narrativ, indem sie Palästinenser*innen in die israelische Gedenkfeier einbezieht. In der Einladung heißt es: „Indem wir Seite an Seite trauern, versuchen wir, Verzweiflung in Hoffnung zu verwandeln und Brücken des Mitgefühls und der Menschlichkeit zu bauen.“

Die gemeinsame Gedenkfeier ist die größte israelisch-palästinensische Friedensveranstaltung in der Geschichte.

Letztes Jahr nahmen 15.000 Menschen vor Ort daran teil, 300.000 Menschen verfolgten die live übertragene Veranstaltung und über eine Million Menschen sahen sich die Aufzeichnung anschließend an. 

Durch die Anerkennung des Schmerzes derer, die auf der anderen Seite leben, bietet die gemeinsame israelisch-palästinensische Gedenkzeremonie uns allen die Möglichkeit, einen neuen Weg einzuschlagen – den Weg des Respekts, der Empathie, der Freiheit – und letztlich des Friedens. In dieser Zeit unermesslichen Leids und Schmerzes bietet die bevorstehende Gedenkfeier einen Hoffnungsschimmer auf eine bessere Zukunft.

Live-Übertragung von zuhause anschauen oder eigene Veranstaltung anmelden

Mitunterstützer Forum Ziviler Friedensdienst e.V.

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