Fast zu 100 % identisch

-AusdemQuerkopf-Archiv-

Menschen unterscheiden sich genetisch kaum voneinander

Titelbild: freepic

In Zeiten, wo die Gesellschaft auseinander driftet, feiert manche Un(Denk)art Wiedererweckung. Vorneweg die Tendenz, Menschen nach bestimmten oberflächlichen Merkmalen und Unterschieden zu klassifizieren. Auf einmal ist wieder wichtig, woher eine/r kommt, welche Hautfarbe er/sie hat und welcher Ethnie, Kultur und Religion er/sie angehört.

Rechte Denkmuster führen diese vordergründigen, sichtbaren Unterschiede gern auf tiefer liegende genetische Veranlagungen zurück. Sie erheben sie zu wesentlichen Merkmalen und machen sie dadurch größer, als sie sind.

In Wahrheit, auf welche uns die Evolutionsbiologie stößt, fällt die genetisch bedingte Abweichung zwischen einzelnen Menschen lächerlich geringfügig aus, wie aus der ZDF-Wissenschafts-Sendung ‘Leschs Kosmos’ (24.5.16) zu erfahren ist. Sie beträgt ganze 0,1 %. Davon entfällt wiederum nur ein Bruchteil auf optische Merkmale.

So sehr sich Menschen äußerlich unterscheiden, sie sind genetisch nahezu identisch: Über Kontinente hinweg deckt sich das menschliche Erbgut zu 99,9 %. Die Unterschiede im Aussehen haben wenig mit der tatsächlichen genetischen Differenz zu tun. Aufschluss hierüber gibt ein Vergleich mit den nächsten tierischen Verwandten des Menschen, den Schimpansen.

Diese ähneln einander äußerlich viel stärker als Menschen, z.B. hinsichtlich Haar und Augenfarbe. Dafür sind die Abweichungen im Erbgut von Tier zu Tier weitaus größer. Das Genom von Schimpansen besitzt doppelt so viele Varianten wie dasjenige von Menschen.

Grund: Schimpansen bevölkern die Erde seit rund einer Million Jahren. Während dieser langen Zeit waren sie nie vom Aussterben bedroht und konnten eine große genetische Vielfalt entwickeln. Von Biologen werden sie sogar in vier verschiedene Unterarten eingeteilt.

Homo sapiens bewohnt die Erde erst seit rund 200.000 Jahren. Seine Vorfahren schafften es, mit knapper Not zu überleben. Bereits in Afrika starben viele infolge von Klimaveränderungen. Da nur eine kleine Gruppe von Auswanderern überlebte, verminderte sich die genetische Vielfalt. Anders als die Schimpansen stammen alle heute lebenden Menschen von wenigen Vorfahren ab. Forscher untersuchten das Y-Chromosom bei Männern und fanden heraus: Alle Männer hatten und haben einen gemeinsamen Vorfahren.

Einzig die Nachfahren dieses Ur-Adams überlebten durch Zufall und verbreiteten sich über die Welt.

Durch diesen gemeinsamen Ursprung gleicht sich unser Erbgut zu annährend 100 %. So gesehen sind wir alle 7 Milliarden Brüder und Schwestern.

Menschen anhand äußerlicher Merkmale zu klassifizieren, ist Unsinn. Das Erbgut bietet dafür keine Grundlage. Wenn es ein wesentliches Un- terscheidungskriterium gibt, ist es unsere Individualität: Wir sind alle Einzelwesen und einzigartig. Darüber hinaus trennt uns von der natürlichen Veranlagung her praktisch nichts.

Unterschiede, die uns in Gruppen sortieren, wie die Zugehörigkeit zu einer Ethnie, Kultur oder Religion sind künstliche Trennwände, die wir zwischen uns schieben. Unter anderem auch, um von einem wesentlichen, ebenfalls von uns selbst zu verantwortenden Gegensatz abzulenken: Dem in den Geldbeuteln.

Der absurdeste der künstlich gemachten Unterschiede ist die Einteilung in Rassen. Sie fußt einzig auf reiner, menschenverachtender Ideologie, um nicht zu sagen, Idiotie. Weder die Zugehörigkeit zu einer Nation noch zu einer ‘Rasse’lässt sich aus den Genen erschließen.

Ein weit überschätztes Unterscheidungsmerkmal ist z.B. die Hautfarbe. Sie hat mit unterschiedlicher Sonneneinstrahlung, Pigmentierung der Haut und Vitamin-D-Produktion zu tun. Von ihr auf tiefer liegende natürliche Veranlagungen oder gar Charaktereigenschaften zu schließen, ist absurd.

Eine andere Neigung scheint dagegen laut ‘Leschs Kosmos’ fest in unserem Erbgut verankert: Jene, Gruppen zu bilden, den Zusammenhalt unter den eigenen Leuten zu fördern und andere auszugrenzen. Schon Kinder legen solche Verhaltensweisen an den Tag. Evolutionsbiologen vermuten, diese schematische Haltung gegenüber Fremden sei in prähistorischer Zeit einst ein Vorteil im Überlebenskampf gewesen.

Unsere Vorfahren kooperierten in kleinen Gruppen bei der Jagd. So waren ihre Chancen besser, Beute zu machen. Die Beute teilten sie wiederum mit anderen Gruppenmitgliedern, die Früchte und Wurzeln sammelten. Kooperation und Arbeitsteilung verbesserten die Überlebenschancen der gesamten Gruppe. Mit dem Ackerbau wurden sie noch wichtiger. Gegenseitige Unterstützung brachte Vorteile wie unterschiedliche Gegenleistungen. Mit fremden Clans stand man dagegen im Konkurrenzkampf, hauptsächlich wegen der knappen Nahrung. Fremde als potenzielle Gefahr zu betrachten verbesserte damals die Überlebenschancen, selbst wenn es ein Fehlurteil war.

Auch heute noch haben Menschen das Bedürfnis zu Gruppen zu gehören. Es geht jedoch nicht mehr uns Überleben, sondern um soziale Anerkennung in der Gruppe. Diese stärkt das Selbstwertgefühl. Der eigene Kreis wird als positiv und sympathisch erlebt, während der Konkurrenz eher negative Eigenschaften zugeschrieben werden.

Jedes Mitglied der anderen Gruppe wird mittels dieser Vorurteile charakterisiert. Die Entscheidung, ob jemand zur eigenen Gruppe gehört oder nicht, fällt blitzschnell. Aus einer Fülle von Sinneseindrücken sammelt das Gehirn Informationen, die es in Kategorien sortiert. Wenige Attribute genügen, um die passende Kategorie zu finden.

Die Denkschubladen helfen, das Leben zu bewältigen. Werden sie jedoch dauerhaft mit negativen Einschätzungen verknüpft, geraten sie zum Problem. Beispielsweise könnten durch die Berichterstattung manche Menschen die Kategorie ‘Muslime’mit den negativen Attributen ‘fundamentalistisch’und ‘radikal’verknüpfen. Allerdings können derartige Vorurteile auch abtrainiert werden.

Der übertriebenen Pauschalisierung ist immer die Differenzierung entgegen zu halten, dem oberflächlichen, leichtfertigen Urteilen das kritische Hinterfragen, der geschichtsblinden Betrachtung die Orientierung an historischen Fakten. Aus letzteren geht hervor: Migrationsbewegungen, Ein- und Auswanderung, hat es immer gegeben. Sonst säßen wir heute nicht hier.

Eben so den Austausch von Gütern und Nahrungsmitteln: Kartoffeln wurden hierzulande vor einigen Jahrhunderten aus Amerika eingeführt, Weizen kam vor Jahrtausenden aus dem ‘fruchtbaren Halbmond’, einer Region im Nahen Osten zwischen Mittelmeer und Persischen Golf. Von dort stammen auch die Vorfahren unserer heutigen Rinder.

Schon allein deshalb ist es unsinnig ‘Grenzen dicht!’ zu fordern. Bis heute leben die Gesellschaften von Güteraustausch und Wanderungsbewegungen. Die höchsten Grenzzäune verlaufen ohnehin nicht zwischen Staaten und Völkern, sondern innerhalb der Gesellschaft.

Zaunkönig

(Erstabdruck Querkopf August 2016)
Wir danken für das Publikationsrecht.

Gaza nicht vergessen ! 64.000 verwaiste Kinder. Ein Projekt zum Handeln

Gaza nicht vergessen. Es ist der Alptraum. Es ist der Gipfel kapitalistischer rassistischer Barbarei. Hier ein Projekt, das nicht nur konkret hilft, sondern auch Anlass ist, über die Situation zu berichten. Das muss tausendmal mehr geschehen. Und keine Akzeptanz den Strukturen deutscher Zusammenarbeit und Unterstützung mit dem Machtapparat, der solche Verbrechen verantwortet. (Peter Vlatten)

03.08.26 – Italy – La Scuola per la pace Torino e Piemonte – Redazione Italia, Pressenza

In Gaza, bei beinahe völligem Schweigen der Mainstream-Medien, haben die Angriffe zugenommen, und die Lage ist schlimmer denn je…

Die rechtsextreme Fraktion um Smotrich, Katz und die Siedler beabsichtigt, Gaza zu besetzen und es so schnell wie möglich durch Vertreibung (oder Auslöschung) der Palästinenser neu zu kolonisieren.

Die Nachrichten, die wir täglich von Gaza-Einwohnern über das Komitee „Hilfe für Palästina“ erhalten, berichten, dass die Bombardierungen und Schießereien ununterbrochen andauern.

Nie zuvor haben wir so viele Todesmeldungen erhalten wie in den letzten Tagen.

Aus dem kleinen „Observatorium“ der 40 vom Komitee unterstützten Familien kommen Bilder von getöteten Kindern und von Kindern, die zu Waisen geworden sind – einige völlig allein. Viele verlieren Freunde und Nachbarn. Einige schreiben, dass sie sich nur durch Zufall am Leben fühlen; andere gehen nicht ans Telefon. Die Lebensbedingungen sind unerträglich, bei Temperaturen von bis zu 42 °C, akutem Wassermangel und der Präsenz von Insekten, Ratten und Krankheiten.

In Gaza macht sich das Gerücht breit, dass die Israelis in ihren Medien angekündigt haben, 2.000 „Ziele“ für Angriffe identifiziert zu haben. Die Menschen haben Angst, versuchen aber (noch) zu funktionieren.

Mosbah verteilt weiterhin Wasser während der Bombardierungen, während Yousef sich um die Schule „Zukunft in den Händen der Kleinen“ kümmert; obwohl der Unterricht ausgesetzt wurde, finden weiterhin Sommeraktivitäten statt. Sie bitten darum, dass ihre Geschichten erzählt und ihre Fotos und Nachrichten geteilt werden – um das Schweigen zu brechen und Gerechtigkeit einzufordern (drei Fotos sind beigefügt) – und dass ihre Projekte unterstützt werden.

In dieser Zeit sind die Stimmen auf den öffentlichen Plätzen leiser geworden, doch unser Gewissen bleibt wach und aufmerksam und fordert uns weiterhin heraus im Hinblick auf das, was wir tun können.

Den Vorschlag von Mosbah Al-Halabi aufgreifend, hat sich die Scuola per la pace (Schule für den Frieden) verpflichtet, das Projekt „Waisenkinder-Camp“ in Nord-Gaza zu unterstützen, das wie folgt vorgestellt wird:

Der Gazastreifen durchlebt eine beispiellose humanitäre Krise aufgrund des anhaltenden Völkermords, der weitflächige Zerstörungen von Infrastruktur und Wohnhäusern sowie die massenhafte Vertreibung von Familien verursacht hat; diese Familien leben in unhaltbaren Bedingungen – in Zelten, ausgesetzt entweder eisiger Kälte oder sengender Hitze, und mit entsetzlichen sanitären Verhältnissen. 56 % der gewaltsamen Todesfälle waren Kinder, Frauen und ältere Menschen (Daten veröffentlicht in der Zeitschrift *The Lancet*, Februar 2026). Kinder gehören zu den am härtesten Getroffenen: Tausende haben einen oder beide Elternteile verloren.

Von dem palästinensischen Ministerium für soziale Entwicklung im April 2026 gemeldete Daten weisen auf über 64.000 Waisen im Gazastreifen hin, wobei mehr als 55.000 beide Elternteile oder den Hauptverdiener der Familie verloren haben. In der palästinensischen Kultur ist es bei Ein-Verdiener-Haushalten fast ausnahmslos der Vater, der den finanziellen Unterhalt sicherstellt.

Medizinisches Personal hat das Akronym WCNSF („Wounded Child, No Surviving Family“ – verwundetes Kind, keine überlebende Familie) geprägt, um Kinder zu beschreiben, die ihre gesamte Familie verloren haben und oft bei denselben Bombardierungen verletzt wurden, bei denen ihre Angehörigen ums Leben kamen; Amputationen – von einer einzelnen Gliedmaße bis hin zu allen vieren – sind unter diesen Kindern äußerst häufig.

Es gibt auch Tausende unbegleitete Kinder, die durch die ständigen Vertreibungen von ihren Eltern getrennt wurden. Sie werden in Krankenhäusern bis zur Identifizierung oft als „unbekannt“ oder „unbegleitete Kinder“ registriert. Viele dieser Minderjährigen wurden verletzt und unter den Trümmern eingeklemmt aufgefunden.

Waisen ohne familiäres Netzwerk sind am stärksten von systemischem Hunger, mangelnder Versorgung und mangelndem Schutz vor verschiedenen Bedrohungen (einschließlich sexuellem Missbrauch) bedroht.

Das Ministerium selbst betont, dass Waisen in Palästina – ob im Westjordanland oder im Gazastreifen – über den Verlust eines oder beider Elternteile hinaus zusätzliche Härten erleiden: Armutsrisiko, Schulabbruch, eingeschränkter Zugang zu Dienstleistungen und schwerwiegende psychische Folgen aufgrund ihres Verlusts und wiederholter Traumata.

Das soziale Gefüge und die für den Kinderschutz zuständigen Institutionen wurden weitgehend zerstört, sodass Kinder oft auf erweiterte Familienangehörige, Nachbarn oder Fremde angewiesen sind, um zu überleben. Verwaiste Kinder werden häufig von Verwandten – wie Großeltern – aufgenommen, die jedoch selbst Mühe haben, genug Nahrung und Trinkwasser zu beschaffen, was die ohnehin knappen Ressourcen stark belastet.

Viele Waisenkinder werden in überfüllten Aufnahmezentren zusammengebracht, die oft unter akutem Mangel an Nahrung, Trinkwasser, medizinischer Versorgung und ausreichenden Zelten leiden. Viele Waisen – insbesondere Jungen – sind auf der Straße zu sehen, wo sie nach Essen suchen oder versuchen, Gegenstände zu finden, um sie zu verkaufen oder zu tauschen, und so lebensnotwendige Güter zu beschaffen. Gegenwärtig ist die im Gazastreifen verfügbare humanitäre Hilfe äußerst begrenzt, da sie von Israel an den Übergängen blockiert wird.

Die geografische Verteilung der Waisen im Gazastreifen ist ungleichmäßig, wobei einige Gebiete stärker betroffen sind als andere.

Gouvernement Gaza (Gaza-Stadt): Dieses Gebiet hat die höchste Konzentration an Waisen und beherbergt etwa 32,7 % aller Kinder, die ihre Eltern verloren haben.

Nord-Gaza: Dieses Gebiet folgt mit einem hohen Waisenanteil (etwa 22,5 %), da es Schauplatz heftiger Kämpfe war, bevor es evakuiert wurde.

Khan Younis: Das südliche Gouvernement beherbergt etwa 18,3 % der Waisen.

Spenden:
Satispayhttps://web.satispay.com/download/qrcode/S6Y-SVN–19FF359D-701C-4FB9-A522-F50008F5E53E?locale=it
Banküberweisung – IBAN IT76A0883301003000000013283; Empfänger: Un aiuto per la Palestina; Verwendungszweck: Campo orfani Gaza.

Projektinfo siehe weiter unten!

Zentral-Gaza und Rafah: Diese Gebiete weisen im Vergleich zum Norden niedrigere – wenn auch immer noch kritische – Prozentsätze von 13,2 % bzw. 8,2 % auf.

Eine Analyse der Situation, die das Fehlen eines strukturierten Netzwerks zum Schutz der Waisenkinder in Gaza aufzeigt, hat folgende Problemstellungen ergeben:

Systemischer Hunger – Waisen, denen ein familiäres Netzwerk zur Nahrungsversorgung fehlt, sind täglich schwerer Ernährungsunsicherheit ausgesetzt und am stärksten von systemischem Hunger bedroht.

Überforderte kommunale Unterstützungssysteme – Trotz der Bemühungen lokaler und internationaler Organisationen ist die humanitäre Reaktion stark eingeschränkt, und Tausende Kinder erhalten unzureichende oder gar keine Hilfe. Darüber hinaus erschweren der Mangel an sicheren Räumen und der Mangel an Nahrung, Wasser und Medikamenten den Aufbau strukturierter Schutznetzwerke.

Überforderte familiäre Netzwerke – In der palästinensischen Kultur sind Verwandte die primäre Unterstützungsquelle. Traditionell würde die Großfamilie Waisen aufnehmen; die derzeitige extreme Armut und der Verlust mehrerer Mitglieder desselben Haushalts machen es den überlebenden Verwandten jedoch oft unmöglich, sich um zusätzliche Kinder zu kümmern.

Schwere psychische Traumata – Praktisch alle Kinder in Gaza benötigen Unterstützung für ihre psychische Gesundheit. Viele leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS), selektivem Mutismus und schweren Angstzuständen, nachdem sie den Tod ihrer Eltern miterlebt haben. Die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit sind immens; Schätzungen zufolge benötigt nahezu jedes Kind in Gaza psychologische Hilfe und psychosoziale Unterstützung. Symptome extremer Belastung sind weit verbreitet, darunter aggressives Verhalten, Angst, Bedrängnis, Bettnässen, Schlaflosigkeit, Todeswunsch, Rückzug, autistische Verhaltensweisen und Entwicklungsstörungen.

Mangel an medizinischer Versorgung – 80 % der Gesundheitseinrichtungen sind beschädigt. Viele verletzte Waisen, darunter solche, die amputiert wurden, haben keinen Zugang zu Rehabilitation oder angemessener Behandlung.

Fehlender rechtlicher Schutz – Das Chaos der Vertreibung verhindert oft die formelle Identifizierung von Kindern, was ihre Unterbringung in Pflegefamilien oder Adoptionsprogrammen erschwert.

INTERVENTIONSPROJEKT

Angesichts der bisher beschriebenen Situation – insbesondere des Notfallkontexts in Gaza und der Dringlichkeit der Umstände – zielt das vorgeschlagene Projekt darauf ab, ein bestehendes Schutzzentrum für Waisenkinder in Nord-Gaza zu unterstützen, welches mit einem akuten Mangel an den für seinen Betrieb notwendigen Ressourcen konfrontiert ist.

Verwendete Analysewerkzeuge – Die Situationsanalyse wurde in Zusammenarbeit mit dem lokalen Partner durchgeführt und bei Bedarf mit Daten aus Dokumenten und Websites lokaler und internationaler Organisationen ergänzt.

Primärer Interventionsbereich – Direkte Begünstigte und Bedarfsanalyse: Waisenkinder in Nord-Gaza.

Das Waisencamp in Nord-Gaza, das dieses Projekt unterstützen soll, beherbergt etwa 217 Waisen im Alter von 0 bis 18 Jahren. Angesichts der oben dargelegten Herausforderungen zielt das Projekt darauf ab, konkrete Unterstützung (Nahrung, Wasser, Zelte, Medikamente sowie Bildungs- und Freizeitmaterialien) zu.leisten.

INTERVENTIONSBEREICHE

Unterkunft: Die meisten Zelte oder Unterkünfte müssen repariert werden; einige sind einsturzgefährdet, und die Stromversorgung ist unregelmäßig.

Nahrung und Wasser: Der tägliche Zugang zu nahrhaften Mahlzeiten und ausreichend Trinkwasser ist nicht gewährleistet.

Psychosoziale, psychologische und bildungstechnische Unterstützung: Die Kinder leiden unter Traumata, die durch den Verlust ihrer Eltern und die harschen Lebensbedingungen verursacht wurden, ohne Zugang zu psychologischen Unterstützungsdiensten oder Freizeitaktivitäten.

Bildung: Die Kinder sind nicht in  formellen Schulen eingeschrieben, und Bildungsmaterialien sowie -programme sind weitgehend nicht vorhanden.

Gesundheit: Regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen finden nicht statt, und medizinische Versorgungsgüter sind begrenzt.

Das Projekt ist für einen Zeitraum von sechs Monaten geplant, mit der Option einer Verlängerung.

Spezifische Ziele:

– Bereitstellung regelmäßiger, nahrhafter Mahlzeiten für Waisenkinder.
– Sicherstellung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser innerhalb des Camps.
– Anbieten psychosozialer Aktivitäten zur Traumaverarbeitung.
– Bereitstellung grundlegender medizinischer Versorgung und Behandlung kranker Kinder.
– Einrichtung eines temporären Bildungszeltes zur Unterstützung von Lern- und Bildungsaktivitäten.

Projektaktivitäten

– Ernährungsunterstützung – Bereitstellung regelmäßiger Mahlzeiten für die im Camp lebenden Kinder.
– Versorgung mit sauberem Wasser – Bereitstellung von sicherem Trinkwasser für den täglichen Bedarf.
– Psychosoziale Unterstützung – Gruppensitzungen, Freizeitaktivitäten und Programme zur emotionalen Unterstützung.
– Gesundheitsunterstützung – Regelmäßige Untersuchungen durch qualifiziertes medizinisches Personal, Bereitstellung von Basis-Medikamenten und Behandlung kranker Kinder sowie – wo möglich – Überweisung schwerer Fälle an spezialisierte Einrichtungen.
– Bildungszelt – Einrichtung eines Lernzeltes mit grundlegenden Bildungsmaterialien und Organisation von Bildungsaktivitäten.

Erwartete Ergebnisse

– Verbesserter Ernährungszustand für 217 Waisenkinder.
– Teilweiser Abbau von psychischem Stress durch strukturierte psychosoziale Aktivitäten.
– Verlässlicher Zugang zu sauberem Trinkwasser im Camp.
– Bereitstellung von Gesundheitsuntersuchungen und notwendiger medizinischer Unterstützung für kranke Kinder.
– Zugang zu grundlegender Bildung und Lernmöglichkeiten durch einen temporären Bildungsraum.

Durchführung und Überwachung

Das Projekt wird in Nord-Gaza vom humanitären Feldteam unter der Unterstützung von Mosbah Al-Halabi durchgeführt – einem ehrenamtlichen Mitarbeiter des Komitees „Un aiuto per la Palestina“ (Hilfe für Palästina) und einem Mitarbeiter der Al-Amal-Vereinigung in Gaza.

Die Aktivitäten werden regelmäßig überwacht und durch Berichte, Fotos und Feldaktualisierungen dokumentiert, um Transparenz und Rechenschaftspflicht gegenüber dem vorschlagenden Komitee sowie anderen teilnehmenden Einrichtungen oder Projektsponsoren zu gewährleisten.

Budget, in Absprache mit den an der Projektumsetzung beteiligten Gaza-Einwohnern veranschlagt

AUSGABENKATEGORIE GESCHÄTZTER BETRAG (EURO)

Nahrung und Mahlzeiten  9.000
Versorgung mit sauberem Wasser  3.000
Psychosoziale Unterstützungsaktivitäten  3.500
Medizinische Versorgung und Medikamente  3.500
Bildungszelt und -materialien  2.500
Betriebs- und Verwaltungskosten  1.500
Gesamt  23.000|

Das Komitee und das Gazabezogene Team werden weiterhin nach weiteren Partnerschaften und Finanzierungsmöglichkeiten suchen, sowohl um das Projekt zu starten als auch um die Unterstützung für die Waisenkinder im Camp aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die notwendigen Dienstleistungen auszuweiten.

Schlussfolgerung

Dieses Projekt stellt eine dringende humanitäre Reaktion dar, um Kinder zu unterstützen, die während des Krieges in Gaza ihre Familien verloren haben. Dank der großzügigen Unterstützung der spendenden Organisation wird das Projekt dazu beitragen, den in äußerst schwierigen Umständen lebenden Waisenkindern Würde, Hoffnung und Stabilität zurückzugeben.

Projektinformationen

Projektname: Unterstützung für Waisenkinder in Nord-Gaza

Spender: Un aiuto per la Palestina (Hilfe für Palästina)

Durchführendes Team: Humanitäres Team Mosbah Al-Halabi

Standort: Nord-Gaza / Camp für Waisenkinder (unter 18 Jahren)

Dauer: 6 Monate

Anzahl der Begünstigten: 217 Waisenkinder

Gesamtbudget: 23.000 Euro

Spenden:

Satispayhttps://web.satispay.com/download/qrcode/S6Y-SVN–19FF359D-701C-4FB9-A522-F50008F5E53E?locale=it

Banküberweisung – IBAN IT76A0883301003000000013283; Empfänger: Un aiuto per la Palestina; Verwendungszweck: Campo orfani Gaza.

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Fred Schumacher vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt.

Wir danken für das Publkationsrecht

Titelbild:La Scuola ‚Il futuro nelle mani dei piccoli‘

Wir schützen uns. Wir stehen zusammen.

Hier ein Statement aus der betroffenen Community des Anschlags auf Teilnehmer:innen des CSD. Gut 8 tausend kamen am Sonntag am Brandenburger Tor zusammen, um der Opfer widerständig zu gedenken. Von den großen Medien weitgehend totgeschwiegen!

Tausende Menschen kamen am Sonntag auf dem Pariser Platz zusammen, um der Betroffenen des queerfeindlichen Anschlags auf den Berliner CSD zu gedenken.

Diese Anteilnahme, dieser Zusammenhalt fühlt sich nicht nur echt an – all das ist echt und gibt uns Halt. Im Gegensatz zu den Trauerbekundungen von Politiker*innen, die aktuell queeren Beratungsstellen, queeren Jugendclubs und anderen queeren Einrichtungen die finanziellen Existenzgrundlagen entziehen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit gegen Diversity, gendersensible Sprache und queere Sichtbarkeit hetzen.

Dass der Attentäter sich selbst legitimiert sah, Menschen zu ermorden, die nicht in sein Weltbild passen, ist das Resultat einer religiös-fundamentalistischen Radikalisierung. Doch die Onlineinhalte, die er konsumierte, und das Umfeld, das zu dieser Radikalisierung beigetragen hat, existieren nicht im luftleeren Raum. Es gibt eine queerfeindliche Dauerbeschallung in den sozialen Medien und in der öffentlichen Debatte, an der sich auch Politiker*innen in
Regierungsverantwortung wie Friedrich Merz, Karin Prien oder Julia Klöckner maẞgeblich beteiligen.

Die AfD, die nun auf denselben Social-Media-Plattformen Mitgefühl und Trauer heuchelt, die sie sonst regelmäẞig mit queerfeindlichen Inhalten flutet, handelt ebenso verlogen.

Nicht nur die eigene menschenfeindliche Ideologie des Täters hat ihn motiviert, sondern auch das queerfeindliche Grundrauschen, das selbst von offiziellen Vertreter*innen dieses Staates mitgetragen wird. Durch diesen queerfeindlichen Konsens, der sich durch verschiedene politische und religiöse Lager zieht, sehen sich Queerfeinde eher als legitimierte Vollstrecker eines vermeintlichen Mehrheitswillens.

ABER:
„Wir sorgen füreinander, und das einfach das Wunderschönste. Wir sind füreinander da, und das kann uns kein Staat nehmen, das kann uns kein Terror nehmen.“
(Theresa Zanon, @theresazanon.music)

Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der Verletzten und der Ermordeten.

Ein groẞes Danke an #ddurdykesberlin für die Organisation der Veranstaltung – und danke an alle, die aufgerufen haben

Fotocredits:
@danielasepehri, @dielinkeberlin @#ddurdykesberlin, @pilar.caballero.a @zora_berlin_sued, @zora_berlin_nord

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