Die Krise gehört Euch, die Zukunft gehört uns – Teile der IG Metall Jugend Südwest gehen in die Offensive!

Belegschaften wachen auf. Erst Ford Köln, dann ruft einer der stärksten IG Metall Vertrauenskörper (Mercedes Benz Stuttgart Untertürkheim) zum Widerstand auf. Gegen sozialen und politischen Kahlschlag und Militarisierungskurs. In den Werken Bremen und Düsseldorf kommt es zu selbstständigen Arbeitsniederlegungen. Die Gewerkschaftsspitzen rufen bundesweit zu Protestkundgebungen auf. Belegschaften der Automobilbranche solidarisieren sich standort- und konzernübergreifend, wie zum Beispiel Tesla Kolleg:innen mit VW. Über alle Branchen hinweg vernetzen sich gewerkschaftliche Aktivist:innen. Gewerkschaftsratschläge sprießen bundesweit und vielerorts aus dem Boden. „Klare Worte statt Appelle – weitere Proteste bei Mercedes Benz Stuttgart Untertürkheim„, hiess es wiederum aus dem Mercedes Werk Untertürkheim.

Jetzt ziehen große Teile der Arbeiterjugend von Südwest in einer Erklärung nach. Mehr noch als die „Alten“ sind die „Jungen“ von einer kaputten kapitalistischen Zukunft und einer uns alle überwältigenden Militarsierungswelle betroffen. Für dieses „Elend“ wollen sie schon gar nicht in Kriegen ihr Leben lassen. Und auch bei der Jugend reift der Gedanke heran: „Aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun!“

Wir verbreiten die Erklärung ausdrücklich wie gewünscht, damit sich auch hier aus dem Norden weitere Teile der IG Metall Jugend anschliessen.

Die Vertrauensleute von Mercedes-Benz Untertürkheim haben vorgelegt.


Als IG Metall-Ortsjugendausschüsse Stuttgart, Esslingen, Freiburg-Lörrach, Ludwigsburg-Waiblingen, Reutlingen-Tübingen und als JAV Mercedes-Benz Untertürkheim ziehen wir nach.

Fast jeden Tag hören wir:

Jobs werden gestrichen, Auszubildende und Studierende nicht übernommen, ganze Werke schlieẞen. Überall soll gespart werden – vor allem auf unsere Kosten. Und nicht nur im Betrieb werden wir angegriffen.

Auch die Politik gibt den Forderungen der Kapitalisten immer weiter nach:
  • Den 8-Stunden-Tag? Will die Regierung
    beerdigen.
  • Job weg? Dann sollen wir halt irgendeinen
    schlecht bezahlten, miesen Job
    annehmen.
  • Gesundheit? Wird teurer. Gute
    Versorgung gibt’s nur noch für Menschen
    mit Geld.
  • Rente? Wird offenbar überbewertet. Wir
    sollen arbeiten, bis wir umfallen.
  • Übernahme? In Zukunft ist eine
    Befristung auf 4 Jahre und sogar noch
    länger möglich.
Während bei uns gekürzt wird und wir unsere Jobs verlieren, ist plötzlich genug Geld da: für Aufrüstung und Krieg.

Auẞerdem wird die Wehrpflicht wieder eingeführt, da wir dieses Elend im Zweifel sogar mit unserem eigenen Leben verteidigen sollen. Aber statt ,,fürs Vaterland zu sterben“, wollen wir:

  • ·Sichere Jobs und eine unbefristete Übernahme nach Ausbildung & Studium.
  • Eine gute Bezahlung in Ausbildung & Studium.
  • Den Erhalt von Ausbildungsplätzen.
  • Investitionen in Soziales und Gesundheit statt Militär.
  • Frieden für alle.
Doch eins ist klar: Das bekommen wir nicht geschenkt.

Denn: die Kapitalisten – und wir? Wir spielen nicht im selben Team.
Die machen Profit. Wir machen die Arbeit. Die werden reicher. Wir sollen verzichten.

Rumjammern bringt nichts. Betteln auch nicht. Und darauf hoffen, dass irgendwer das schon regelt, erst recht nicht. Wenn sich etwas ändern soll, dann nur, wenn wir es selbst in die Hand nehmen und kämpfen.

Deshalb sagen wir: Protest, Widerstand, Streik!

Im Folgenden schlieẞen wir uns den Worten der Vertrauensleute aus Untertürkheim an:

  • Bessere Politik braucht unseren gewerkschaftlichen und politischen Kampf! Deshalb warten wir nicht, bis uns jemand bittet zu protestieren. Wir fangen damit an!
  • Wir diskutieren wieder stärker politisch mit unseren Kolleg:innen vor Ort im Betrieb. Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein?
  • ·Wir nutzen jede Gelegenheit, um die Bosse und ihre Regierung zu kritisieren. Zukünftig gibt es keine Jugendversammlung, keine JAV-Sitzung, keine OJA-Sitzung ohne politische Diskussion
  • Auch wenn wir am Anfang wenige oder allein sind: Wenn wir die Stimme erheben und Haltung zeigen, werden wir mehr.
  • Sobald die Stimmung in der Belegschaft reif ist, organisieren wir Protest – im Betrieb und in der Stadt.
  • Wir engagieren uns in unserer Gewerkschaft und fordern Demonstrationen gegen die Gier der Bosse, gegen die Regierung und für eine bessere Zukunft – bis hin zum Streik. Und wenn die Gewerkschaftsspitzen zögern, dann machen wir es selbst.

Titelbild: IG Metall-Ortsjugendausschüsse Stuttgart, Esslingen, Freiburg-Lörrach, Ludwigsburg-Waiblingen, Reutlingen-Tübingen und als JAV Mercedes-Benz Untertürkheim



Wir schützen uns. Wir stehen zusammen.

Hier ein Statement aus der betroffenen Community des Anschlags auf Teilnehmer:innen des CSD. Gut 8 tausend kamen am Sonntag am Brandenburger Tor zusammen, um der Opfer widerständig zu gedenken. Von den großen Medien weitgehend totgeschwiegen!

Tausende Menschen kamen am Sonntag auf dem Pariser Platz zusammen, um der Betroffenen des queerfeindlichen Anschlags auf den Berliner CSD zu gedenken.

Diese Anteilnahme, dieser Zusammenhalt fühlt sich nicht nur echt an – all das ist echt und gibt uns Halt. Im Gegensatz zu den Trauerbekundungen von Politiker*innen, die aktuell queeren Beratungsstellen, queeren Jugendclubs und anderen queeren Einrichtungen die finanziellen Existenzgrundlagen entziehen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit gegen Diversity, gendersensible Sprache und queere Sichtbarkeit hetzen.

Dass der Attentäter sich selbst legitimiert sah, Menschen zu ermorden, die nicht in sein Weltbild passen, ist das Resultat einer religiös-fundamentalistischen Radikalisierung. Doch die Onlineinhalte, die er konsumierte, und das Umfeld, das zu dieser Radikalisierung beigetragen hat, existieren nicht im luftleeren Raum. Es gibt eine queerfeindliche Dauerbeschallung in den sozialen Medien und in der öffentlichen Debatte, an der sich auch Politiker*innen in
Regierungsverantwortung wie Friedrich Merz, Karin Prien oder Julia Klöckner maẞgeblich beteiligen.

Die AfD, die nun auf denselben Social-Media-Plattformen Mitgefühl und Trauer heuchelt, die sie sonst regelmäẞig mit queerfeindlichen Inhalten flutet, handelt ebenso verlogen.

Nicht nur die eigene menschenfeindliche Ideologie des Täters hat ihn motiviert, sondern auch das queerfeindliche Grundrauschen, das selbst von offiziellen Vertreter*innen dieses Staates mitgetragen wird. Durch diesen queerfeindlichen Konsens, der sich durch verschiedene politische und religiöse Lager zieht, sehen sich Queerfeinde eher als legitimierte Vollstrecker eines vermeintlichen Mehrheitswillens.

ABER:
„Wir sorgen füreinander, und das einfach das Wunderschönste. Wir sind füreinander da, und das kann uns kein Staat nehmen, das kann uns kein Terror nehmen.“
(Theresa Zanon, @theresazanon.music)

Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der Verletzten und der Ermordeten.

Ein groẞes Danke an #ddurdykesberlin für die Organisation der Veranstaltung – und danke an alle, die aufgerufen haben

Fotocredits:
@danielasepehri, @dielinkeberlin @#ddurdykesberlin, @pilar.caballero.a @zora_berlin_sued, @zora_berlin_nord

Mitglieder von Omas gegen Rechts fordern: „Friedensfähig statt kriegstüchtig“

Die Friedensbewegung gewinnt an Breite. Auch für viele Omas gegen Rechts gilt die Lehre aus dem 2.Weltkrieg: „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ Dieser Kampf gehört zusammen.

Schon seit 4 Jahren befindet sich eine Friedens AG der Omas gegen Rechts [1]unter dem Namen „Omas gegen Rechts“ agieren mehrere politische Gruppierungen in Berlin, deren politische Ausrichtung so unterschiedlich ist wie bei der „Antifa“. Die Friedens … Continue reading in Berlin auf dem Antikriegspfad. Regelmäßig treffen sie sich jeden zweiten Dienstag im Monat an der Weltzeituhr des Alexanderplatzes, machen durch das Abspielen von Friedensliedern auf ihre Anliegen aufmerksam und klären unermüdlich auf über Militarisierung hierzulande und Kriege in aller Welt und deren verheerende Auswirkungen.

Zwischendurch organisierten sie Protestaktionen, zum Beispiel vor der US Botschaft, als auch die USA im Ukrainekrieg geächtete Streubomben einsetzten. Oder sie nehmen an Demonstrationen teil, wie zuletzt gegen die Rüstungsprodutkion im Berliner Kiez Wedding.

Seit kurzem gehen sie nun ein zweites Mal jeden Monat auf die Strasse. An wechselnden Plätzen in Berlin klären sie mit Sandwiches und Flyern Passanten über die wachsende Kriegsgefahr auf.

Hier der Text des Flyers, der dabei aktuell von den „Omas“ verteilt wird !

FRIEDENSFÄHIG STATT KRIEGSTÜCHTIG
Keine Vorbereitung auf einen weiteren Krieg! Deshalb stehen wir hier.

Von Deutschland sind zwei schreckliche Kriege ausgegangen, die ungeheures Leid gebracht haben. Wir sind mit den Folgen dieser deutschen Geschichte aufgewachsen. Wir wollen nicht, dass une Gesellschaft, unsere Kinder und Enkel, wieder in Tod und Zerstörung getrieben werden.


GERADE UNSER LAND sollte jetzt alle Kraft in friedliche Lösungen der inneren und weltweiten Konflikte und Kriege stecken, in Verhandlungen, Diplomatie, Abrüstungsinitiativen, nicht in weiterer militärischer Aufrüstung.

Stattdessen erleben wir:
mit der Behauptung, die Militarisierung sei nötig zur Verteidigung unserer Demokratie, werden unsere mühsam erkämpften demokratischen und sozialen Errungenschaften immer mehr abgebaut: Krankenversorgung, Bildung, soziale Grundversorgung, öffentlicher Verkehr werden weiter kaputtgespart, um immer mehr Milliarden in die Rüstung und die Militariserung der Infrastruktur zu stecken. Statt dringend nötiger Maßnamen gegen die Klimakatastrophe zu ergreifen passiert das Gegenteil: der ungeheure Ausbau der Rüstungindustrie, Manöver und Kriege sind extreme Klimakiller!

Mit der Behauptung ,,unsere Werte“ verteidigen zu müssen, werden genau diese – Friedfertigkeit, demokratischer Meinungsaustausch, soziale Gerechtigkeit, Respekt für die Natur – immer mehr eingeschränkt.

Wir selbst zerstören unsere Gesellschaft, nicht äuẞere Feinde.

Wie sollen unsere Kinder in der Schule Kometenz in Konfliktlösungen ohne Gewalt lernen, wenn Kriegstüchtigkeit als Ziel propagiert wird und die Bundeswehr in den Schulen Werbung für das Militär machen kann, ohne dass kompetente Vertreter von Gegenpositionen dazugeladen werden?


Im Berliner Schulgesetz steht als ,Auftrag der Schule‘ : die Schule soll Persönlichkeiten heranbilden, deren „Haltung“ bestimmt ist von der Anerkennung der Notwendigkeit … einer friedlichen Verständigung der Völker.“

Unsere dringende Bitte: setzt euch/setzen Sie sich mit uns für den Erhalt und Asbau einer friedfertigen und sozial gerechten Gesellschaft ein.

FRIEDEN IST NICHT ALLES, ABER OHNE FRIEDEN IST ALLES NICHTS (Willi Brandt)

Dann wieder (Erich Fried)
Was keiner geglaubt haben wird
was keiner gewusst haben konnte
was keiner geahnt haben durfte
das wird dann wieder
das gewesen sein
was keiner gewolle haben wollte.

Das Thema „Krieg und Frieden“ lässt sich inzwischen in den meisten NGOs wie auch Gewerkschaften nicht mehr totschweigen. Uberall entstehen Initiativen gegen Kriegstreiberei, Militarisierung und Rechtsruck. Nicht zuletzt kommt es darauf an, diese vielen Strömungen und Aktionen zu einer breiten kampfstarken Friedensbewegung zusammenzufassen, die in der Lage ist, immer neue Menschen zu gewinnen und etwas zu verändern.

Titelbild: Lotte Roitzsch

References

References
↑1 unter dem Namen „Omas gegen Rechts“ agieren mehrere politische Gruppierungen in Berlin, deren politische Ausrichtung so unterschiedlich ist wie bei der „Antifa“. Die Friedens AG gehört zur absolut größten dieser Gruppierungen

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