Nein zur Hetzkampagne gegen Linksjugend-Mitglieder

Vorab. Im Zusammenhang mit Palästina und Gaza sollte man schon den klaren dazu passendes Begriff des Völkerrechts verwenden und der heißt „Genozid“. Was den Stalinismusvorwurf betrifft, so trifft dieser zum Teil ebenso wenig zu wie der Vorwurf des Antisemitismus. Es geht schlicht darum, politische Gegner zu diffamieren und auszuschalten. Wer hetzt, intrigiert und Genoss:innen mit internationalistischen Anliegen mit Ausschlussverfahren bedroht, hat in der gesamten linken Bewegung nichts zu suchen. (Peter Vlatten)

Sascha Staničić, 18.Juni SOL

Solidarität und sachliche Debatte statt Ausgrenzung!

Wir veröffentlichen hier eine Stellungnahme von Sascha Staničić, Kandidat zum erweiterten Parteivorstand auf dem Bundesparteitag der Linken an diesem Wochenende und Mitglied der Sol-Bundesleitung zur durch den BR-Bericht ausgelösten Hetzkampagne gegen Mitglieder der Linksjugend:

Um das vorweg zu schicken: Auch ich ärgere mich über viele der vom BR veröffentlichten Äußerungen aus dem Jugendverband. Noch mehr ärgere ich mich aber darüber, dass die prokapitalistischen Medien einen solchen Angriff wenige Tage vor dem Parteitag inszenieren, dabei Zitate aus dem Kontext reißen und so viele Teile der Partei und vor allem ihrer Führungen auf Landesebene darauf anspringen – und jeden Sinn für Proportionen verlieren.

Es fällt auf, dass diejenigen in der Linken, die sich gerade künstlich über Neostalinismus und angeblichen Antisemitismus in der Linksjugend aufregen, sich nicht annähernd so empören über die Zustimmung zu Kriegskrediten, Waffenlieferungen und Unternehmenssteuersenkungen durch Linke-Minister*innen in Bremen und Mecklenburg-Vorpommern oder über Massenmord, Besatzung und Vertreibung in Palästina.

Hier wird eine einseitige und verzerrte Berichterstattung aus prokapitalistischen Medien als Instrument genutzt, um den Ausschluss missliebiger Positionen aus der Partei zu fordern und Einfluss auf den Verlauf des Bundesparteitags zu nehmen, statt eine sachliche Debatte zu führen. Ich versuche es trotzdem mit Argumenten.

Erstens: Israel-Kritik ist kein Antisemitismus. Diese Position hat sich beim letzten Bundesparteitag mehrheitlich durchgesetzt und gilt, egal wie oft manche das Gegenteil behaupten. Das gilt auch für Israel-Kritik, die in einer Art und Weise formuliert wird, die abzulehnen ist, weil sie zu genau solchen Fehlinterpretationen einlädt. Der Jugendverband sollte jedoch an seinen Beschlüssen und nicht an Aussagen Einzelner gemessen werden und der Beschluss der Linksjugend zum Thema mag für manche kontroverse Positionen beinhalten, er enthält aber keine Spur von Antisemitismus.

Zweitens: Stalinismus an der Macht ist und war etwas anderes als Stalinismus als Teil der linken Bewegung in kapitalistischen Staaten. Deshalb heißt es ja auch „Wir brechen mit dem Stalinismus als System“. Ich bin Trotzkist und zwischen dem Stalinismus und meiner politischen Tradition fließt ein Fluss aus Blut – jedoch nur dem Blut von Trotzkistinnen, die Opfer der stalinistischen Herrschaft wurden. Trotzdem haben Trotzkistinnen – bei aller Kritik an der gar nicht revolutionären Politik der Kommunistischen Parteien – immer für eine Einheitsfront mit stalinistischen Kräften im Kampf gegen Reaktion, Kapitalismus und Krieg plädiert, weil sie anerkannten, dass diese Strömungen der Arbeiter*innenbewegung waren – während sie in den stalinistischen Staaten gleichzeitig für den Sturz der Bürokratien und die Errichtung von sozialistischen Arbeiterdemokratien eingetreten sind.

Ich nehme auch besorgt zur Kenntnis, dass unter jungen Menschen der Stalinismus in unterschiedlichen Ausformungen an Anziehungskraft gewinnt. Das ist aber Ausdruck der Suche nach einem Weg, mit radikalen Mitteln gegen den Kapitalismus zu kämpfen. Diese jungen Genoss*innen mögen einen falschen Weg eingeschlagen haben, aber sie haben kein Krankenhaus geschlossen, keine Wohnung privatisiert, keinen Arbeitsplatz vernichtet und keinen Asylbewerber abgeschoben. Ich diskutiere mit ihnen und grenze sie nicht aus und ich biete ihnen einen revolutionären, sozialistischen und demokratischen Weg des Klassenkampfs an.

Drittens: Die Jugend hat nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, Dummheiten zu begehen. Die Älteren haben die Verantwortung, dieses Recht zu verteidigen.

Viertens: Die künstliche Empörung und mantramäßig wiederholten Aufforderungen, die Partei zu verlassen, dienen nach meiner Einschätzung einem anderen Ziel. Kurz vor dem Parteitag soll der Druck auf die konsequent palästinasolidarischen Kräfte in der Partei maximal erhöht werden und verhindert werden, dass der Antrag des Parteivorstands zu dem Thema keine Mehrheit findet. Letztlich ist das laute Geschrei Ausdruck davon, dass diejenigen Kräfte, die sowohl für eine Unterstützung des Staates Israel als auch für Regierungsbeteiligungen mit prokapitalistischen Parteien stehen, spüren, dass die Partei sich an der Basis nach links verschiebt.

Interview von Fabian Lehr zu den Angriffen aus dem antideutsch-zionistischen Lager in der Linkspartei.

Die Parteiführung sollte entspannt mit dieser Debatte umgehen und sich nicht von der Angst vor schlechter Presse treiben lassen. Wenn eine sozialistische Partei in den kapitalistischen Medien gut wegkommt, hat sie etwas falsch gemacht. Statt die Berichterstattung des BR zum Anlass zu nehmen, zu erklären, man würde sich „die Sache anschauen“, sollte die Parteiführung sich schützend vor die jungen Genoss*innen stellen und zwei Dinge sagen: 1. Israel-Kritik ist kein Antisemitismus und 2. Wenn junge Menschen sich Stalin oder der DDR zuwenden trägt dafür der real existierende Kapitalismus mit seinen Kriegen, seiner Klimazerstörung und seiner Klassenausbeutung die Verantwortung. Die Linke bietet diesen jungen Leuten einen anderen Weg an, den Kapitalismus zu bekämpfen. Wäre nur schön, wenn das dann auch konsequent geschehen würde.

Titelbild: SOL

Inter Salon:Über den Iran reden

Wann: 28.6. 10:00-19:00 Uhr
Wo: Rungestraße 20, Berlin (nahe S+U Jannowitzbrücke)

Wenn heute über den Iran gesprochen wird, geht es meist um Atomprogramme, Frauenproteste, Islamismus oder die Drohungen und Angriffe der USA und Israels.

Gleichzeitig wissen die wenigsten etwas über die Revolution 78/79, die iranische Linke und ihre brutale Zerschlagung.
Dabei lässt sich die Situation heute kaum verstehen, ohne einen Blick auf diese Geschichte zu werfen.

Beim ersten inter:Salon wollen wir deshalb Geschichte und Gegenwart zusammenbringen. Gemeinsam schauen wir auf die Ursachen und den Verlauf der Revolution, die Rolle der iranischen Linken und die Entwicklung des Regimes.

Das Programm

Angriff der AfD auf den Take Back The Future Kongress – Bitte um dringende Unterstützung

Unsere Stellungnahme: 

Ebenso wie diejenigen, die diesen Kongress organisieren, rufen wir dazu auf, zusammen zustehen und alle Versuche der Einflussnahme auf diesen Kongress abzuwehren.
Die Wissenschaftsfreiheit muss verteidigt werden.
Die Demokratie muss verteidigt werden.
Kommt an diesem Wochenende zu dem Kongress Take Back The Future. Einige der Veranstaltung werden sicher Euer Interesse finden.

Benedikt Hopmann wird sich an diesem Kongress beteiligen. Zusammen mit Duygu Kaya wird er am Samstag von 09:30 - 11:30 Uhr zu folgendem Thema diskutieren: Streik und Entnazifizierung des Streikrechts: Geschichte, Recht und Beispiele.
Kein Antifaschismus ohne Kampf um die Entnazifizierung des Streikrechts.

Ohne politischen Streik keine Demokratie.
Ohne politischen Streik keine Abrüstung und kein Antimilitarismus.
Ohne politischen Streik kein Antifaschismus.

Stellungnahme Team Widerständig.
Zitat aus dem Vorwort zum Kongress:

Eine Welt voller Krise. Eine Generation, die kämpft.
Eine Welt voller Krisen. Der Faschismus greift nach der Macht. Kriege wüten überall, der Planet brennt, das Leben wird unbezahlbar. Unsere Generation wächst in einer Welt der Dauerkrise des Kapitalismus auf.

Unsere Generation steht auf: Mit Zehntausenden widersetzen wir uns der AfD. Gehen an die Haustüren, um Politik anders zu machen. Protestieren gegen den Genozid und die Vertreibung in Palästina. Wir wehren uns gegen eine Politik der sozialen Kälte und eine Zukunft in der Kaserne.

Quelle:

Rechter Angriff auf „Take Back The Future“-Kongress: Solidarität mit dem SDS!

Während der Heimfahrt, nach der Starken Protestkundgebung in Hannover, gegen Kürzungen in der Eingliederungshilfe, der Weiterbildung, der Kinder- und Jugendhilfe und im Sozialstaat insgesamt. bekamen wir Teilnehmer des Bus Nr. 34 folgenden Hilferuf:

 DRINGENDER SOLIDARITÄTSAUFRUF – SDS JUGENDKONGRESS WIRD ANGEGRIFFEN 🚨

Liebe Kommiliton*innen, liebe Aktive und Verbündete,

wir als SDS organisieren an diesem Wochenende (12.-14.06.) an der Technischen Universität Berlin (TU) den antikapitalistischen Jugendkongress „Take Back The Future“.

🔥 Mit bereits über 1.500 Anmeldungen wird der Kongress einer der größten linken Jugendkongresse der letzten Jahre. Hunderte junge Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet kommen zusammen, um über Antifaschismus, soziale Gerechtigkeit, Klima, Krieg und Frieden sowie linke Organisierung zu diskutieren und sich zu vernetzen.

🚨 Und genau wenige Tage vor Beginn wird dieser Kongress nun massiv von der AfD angegriffen. 🚨

Ein AfD-naher Anwalt hat gegenüber der TU Berlin mit rechtlichen Schritten gedroht und versucht, unter Berufung auf das Gebot politischer Neutralität Druck auf die Universität auszuüben. In der Folge fordert die TU aktuell die Streichung mehrerer Veranstaltung auf dem Kongress.

Nach unserer Einschätzung geht es dabei um weit mehr als einzelne Veranstaltungen.

❗️Hier wird versucht, durch rechten Druck Einfluss darauf zu nehmen, welche politischen Debatten an Hochschulen stattfinden dürfen.
❗️Hier wird versucht, antifaschistische, sozialistische und emanzipatorische Bildungsarbeit aus universitären Räumen zurückzudrängen.
❗️Und wenn das heute bei unserem Kongress gelingt, kann es morgen jede Hochschulgruppe, jede Gewerkschaftsjugend, jede feministische Initiative, jede antirassistische Organisation und jede linke Veranstaltung treffen.

⚠️ Die Lage ist ernst. Die kommenden Stunden und Tage werden entscheidend sein ob die AfD in ihrem Vorhaben erfolgreich ist. ⚠️

Wir führen aktuell Gespräche mit der TU, organisieren politische Unterstützung und arbeiten an einer breiten öffentlichen Kampagne.

Doch wir brauchen jetzt EURE Solidarität.

📢 Verbreitet diese Information und das Reel in euren Strukturen.
📢 Teilt unsere öffentlichen Beiträge und Stellungnahmen.
📢 Macht den Vorgang an Hochschulen, in Gewerkschaften, Jugendverbänden, Initiativen und Organisationen bekannt.
📢 Positioniert euch öffentlich gegen den Versuch, Hochschulen unter rechten Druck zu setzen.

Und vor allem:
🎟️ Holt euch ein Ticket: https://take-back-the-future.com/anmeldung/
📸Teilt das Reel:https://www.instagram.com/reel/DZaP1PGNWYU/
🚆 Kommt dieses Wochenende nach Berlin.
✊ Zeigt gemeinsam mit uns, dass wir uns nicht verdrängen lassen.

Jede weitere Anmeldung, jede geteilte Stellungnahme und jede Person vor Ort hilft dabei, deutlich zu machen: Wir lassen uns nicht einschüchtern.

🔥 JETZT ERST RECHT NACH BERLIN!
🔥 JETZT ERST RECHT JUGENDKONGRESS!
🔥 JETZT ERST RECHT KEINEN MILLIMETER DER AFD ÜBERLASSEN!

✊💜 Solidarische Grüße
SDS – Sozialistisch-Demokratischer Studierendenverband
20:54



Daraufhin haben wir spontan eine Soli – Aktion gestartet und an alle anderen Teilnehmern in den weiteren Berliner Bussen folgendes weiter gegeben:

Liebe Busverantwortliche,

hier kommt eine Solidaritätsbotschaft, die der Bus 34 gerade losgeschickt hat mit der Bitte, es in Euren Bussen genauso zu diskutieren und bei Zustimmung ebenfalls zu senden.

Ivo, für Bus 34

Wir, der Bus 34 aus Berlin von der großen Protestkundgebung in Hannover, mit über 8000 Teilnehmenden sendet soldatische Grüße und sagt zu, dass die Nachricht über sämtliche zur Verfügung stehenden Verteiler weitergeleitet wird mit der konkreten Aufforderung zu Soli-Aktionen im angesprochenen Rahmen.

Für den Bus 34,
Ivo
Ver.di - Sekretär

weitere Info:

Take-back-the future

Antifaschistischer Kongress in Berlin: TU streicht Vorträge gegen die AfD

Hier der Antrag der AfD an das Abgeordneten Haus Berlin

Wie wir uns die Zukunft zurückholen

Dieser Beitrag erschien zuerst am 10.06.2026 in Widerständig

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