Wo bleiben die guten Nachrichten?

Hier ist eine:

„530 – das ist die Zahl jener jungen Leute, die sich auf den Fragebogen der Bundeswehr hin freiwillig zum Dienst an der Waffe entschieden haben. Rund 300.000 Briefe hat „die Truppe“ an die 18-Jährigen des Landes geschickt. Im ZDF heißt es, die Fragebogenaktion wirke „ernüchternd“. Die Sendeanstalt könnte bei einem Rücklauf von 0,18 Prozent auch sagen: Krachend ist die deutsche Regierung mit ihrem Vorhaben gescheitert. Das würde allerdings die Harmonie zwischen der Politik und dem Sender stören. Klar ist: Die Jungen haben Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) eine Antwort gegeben, die bis ins Kanzleramt schallt. Sie lautet frei übersetzt: „Nein, wir haben keinen Bock auf Kriegstüchtigkeit!“ Das ist eine gute Nachricht – wenngleich das grundlegende Problem nicht gelöst ist.“ (Marcus Klöckner in einem Kommentar auf den nachdenkseiten) https://www.nachdenkseiten.de/?p=152906

Titelbild: Peter Vlatten

Ökosystem der Kriegstreiber

Wie die Berliner Start-up-Szene in die Kriegswirtschaft integriert wird

Von Chris Hüppmeier

Collage: Jochen Gester

Zalando, Rocket Internet oder Lieferando – Namen aus der Welt der sogenannten „New Economy“. Einst als Start-ups gestartet, sind diese sich gerne als Weltwunder an technologischem Fortschritt inszenierenden Unternehmen der Digital- und Plattformökonomie heute teils börsennotierte und international agierende Größen ihrer Branche. Alle haben ihren Ursprung im Berlin der 2010er Jahre.

Damals machte sich ein rot-roter Senat unter dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) auf, um Berlin zur „Hauptstadt der Start-ups“ auszubauen. Nichts weniger als das „deutsche Silicon Valley“ sollte entstehen. Mit dem Aufbau eines umfassenden Start-up-Ökosystems sollte aus der „Arm, aber sexy“-Hauptstadt der Nullerjahre eine „Global City“ mit vielen neuen Arbeitsplätzen wachsen. War der Slogan „Arm, aber sexy“ für einige ein gelungener Marketinggag, verhöhnte Wowereit damit real breite Teile der Berliner Bevölkerung, die zu Beginn des neuen Jahrtausends bei 20 Prozent Arbeitslosenquote ein unwürdiges Dasein fristeten. Insbesondere traf das die Menschen im Ostteil der Stadt, die nach einem Jahrzehnt des radikalen Ausverkaufs der Hauptstadt der DDR mit wenig Hoffnung in die Zukunft blicken konnten. Sie waren beim Start-up-Hype, bei Wirtschaftswachstum und Wohlstand ohnehin nie mitgemeint. Es folgte ein bis heute fortgesetzter radikaler Ausverkauf der Stadt. Ganze Kieze wurden plattgemacht und als „Betongold“ für das Kapital wieder aufgebaut. Steigende Mieten, Zwangsräumungen und Verdrängung sind die Folgen. Darauf ist der Berliner Senat bis heute besonders stolz: „Europäische Start-up-Hauptstadt“ – ein Gütesiegel für eine gespaltene und marode Stadt. Doch damit nicht genug, jetzt kommt die Kriegswirtschaft.

Neuer „Hype“ und alte Bekannte

Auch die Start-up-Branche stottert. Laut einer Studie von „dealroom.co“ sind die Risikokapital-Investitionen in den vergangenen 24 Monaten um insgesamt 50 Prozent eingebrochen. Davon betroffen sind beinahe alle Tech-Bereiche, die für die Rüstung nicht interessant sind. Der „Hype“ der Pandemiezeit ist nun auch in der Gründerszene Berlins abgeklungen und der neue „Hype“ um Kriegstechnologie noch nicht richtig angekommen. Während die Investitionen in Start-ups im „Defense, Security and Resilience“-Segment explodieren, fließt nur ein Bruchteil des investierten Risikokapitals in Berliner Defense-Tech. Für den Senat in der „Hauptstadt der Start-ups“ hat die strategische Neuausrichtung zum Aufbau eines DefTech-Ökosystems den Charakter „wirtschaftlicher Vernunft“ – zumal sich der Kreis der Kapitalgeber in den vergangenen Monaten sprunghaft erweitert hat. Nachdem die EU-Kommission im vergangenen Jahr die Regeln für Investitionen sogenannter Nachhaltigkeitsfonds (ESG-Regeln) um Rüstungsgüter ergänzte, boomt der Markt. Der Hype um die Rüstungsmilliarden soll jetzt auch in Berlin fruchten.

Berlin – Stadt der Rüstung?

Nur vier Monate nach dem Senatsbeschluss zum Defence-Hub Berlin kam es zur Eröffnung des „TechHub-SVI Ost“ von Senat und Industrie- und Handelskammer (IHK) (siehe UZ vom 8. Mai). Auf der Pressekonferenz zur Eröffnung nannte SPD-Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey ein paar bemerkenswerte Kennzahlen. Es seien bereits „130 Unternehmen aus der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in der Hauptstadtregion ansässig“ und „über 400 Unternehmen, die im Dual-use-Bereich Produkte, Software oder Technologien erarbeiten“. Die hohe Anzahl lässt aufhorchen, zählt Berlin doch, wie der Osten insgesamt, bislang eher zu den unterentwickelten Landstrichen der Rüstungsindustrie. Was sich allerdings gegenwärtig rasant wandelt, wie einige Fälle von Übernahmen ziviler Industriebetriebe durch Rüstungsschmieden darlegen. Der Senat will Berlin mit dem „TechHub SVI Ost“ zum Zentrum dieser Kriegsertüchtigung des Ostens machen.

Eine zentrale Rolle dabei spielt die Entwicklung der Technologien des modernen Krieges. Künstliche Intelligenz (KI), Cyber Security, Drohnen, Sensorik, Photonik, Robotik – all das, was in den vergangenen vier Jahren auf den ukrainischen Schlachtfeldern als „Innovationen“ der Kriegsführung hervorgebracht wurde. Dafür brauche es mehr Start-ups, mehr Forschung und Entwicklung und hierzu die umfassende Einbindung der Berliner Hochschulen und Universitäten. Gerade Letztere sollen die Dual-use-Fähigkeiten ihrer Forschungsvorhaben gleich mitdenken, heißt es im Positionspapier zum TechHub. Ziel ist es, das über fast zwei Jahrzehnte gereifte und komplexe Start-up-Ökosystem dafür zurechtzumachen.

Kamikazedrohnen-Einhorn „Stark Defence“

Ein Gewächs aus diesem über Jahre vom Senat gezüchteten und bevorteilten „Ökosystem“ aus „Entrepreneurs“, internationalem Risiko- und Finanzkapital sowie einer breit aufgestellten Forschungs- und Hochschullandschaft ist der Informatiker Johannes Schaback. Er hat über Jahre an der Start-up-Geschichte Berlins mitgewirkt und selbst als Gründer in der Digital- und Plattformökonomie sein Geld gemacht.

Strategisch klug also, wenn ein Offizier und Absolvent der Bundeswehr­universität in München diesen Berliner Netzwerker der Start-up-Szene für sich rekrutiert, um zum Jahresbeginn 2024 das erste Angriffswaffen produzierende Berliner Start-up zu etablieren: „Stark Defence“. Jener Bundeswehroffizier ist Florian Seibel. Er ist mit dem Münchener Drohnen-Start-up „Quantum Systems“ zur etablierten Größe auf dem Markt herangewachsen. Seine Zielsetzungen kommuniziert er ganz offen. Das Unternehmen solle zum „echten europäischen Champion“ aufsteigen, schildert er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in einem Interview.

Solche Ambitionen verlangen ein gut aufgestelltes Netzwerk: Im April wurde bekannt, dass Seibel eine gewisse Marie Theres Niedermaier, persönliche Referentin im Kanzleramt für Wirtschafts- und Finanzpolitik, zu Stark Defence rekrutierte. Der Verein „Lobbycontrol“ kommt deshalb zu dem Schluss, dass sich das Rüstungs-Start-up „offenbar um ein starkes Kontaktnetzwerk im politischen Berlin“ bemühe. Bereits im Sommer vergangenen Jahres wechselte der Sozialdemokrat Johannes Arlt nach dem Scheitern seiner Wiederwahl in den Bundestag kurzerhand zu „Stark Defence“. Er brachte die passende Expertise und sicherlich brauchbare Kontakte aus einer Legislatur im Verteidigungspolitischen Ausschuss mit.

Diese Bemühungen fruchten. Im Februar dieses Jahres war klar: Stark Defence darf der Bundeswehr Kamikazedrohnen verkaufen und erhält dafür zunächst 270 Millionen Euro, mit der Aussicht auf bis zu einer Milliarde. Mit dem Zuschlag haben Seibel und Co. dem Mitbewerber und Rüstungsriesen Rheinmetall einen deutlichen Schlag versetzt. Die Bundeswehr titelte in ihrer Mitteilung zum Kauf, die Kamikazedrohnen seien die „Gamechanger für die Bundeswehr“. Vorbei die Zeiten also, in denen der Panzerbauer seinen Leopard als „Gamechanger“ für die Ukraine inszenieren konnte. Die „Leos“ erfüllten das Merkmal auch nie. Spätestens dann nicht mehr, als Videos im Internet kursierten, in denen ein 30-Millionen-Euro-Koloss von einer für wenige hundert Euro zusammengebastelten Drohne zerstört wurde.

Soldaten im Smart-Casual-Look

Der Berliner Senat beginnt mit dem Aufbau des „Defence Hubs“ nicht bei Null. Bei genauerer Betrachtung besteht bereits ein sehr aktives Netzwerk aus Politikern, Militärs, Unternehmensberatungen und Risikokapital.

Ein zentraler Multiplikator ist das 2017 eröffnete Cyber Innovation Hub (CIH) der Bundeswehr in Berlin-Charlottenburg. Der Start-up-Szene nachahmend, in einem alten Loft direkt neben der Spree gelegen, ist das CIH als erste „digitale Innovationseinheit“ der Bundeswehr an den Start gegangen. In einer Zeit, in der in den Talkshows das Märchen von der Unterfinanzierung der Bundeswehr gesponnen wurde, entstand hier der Versuch eines frühen Treibers für den deutschen Defence-Tech-Bereich. Selbsterklärte Aufgabe sei es, „eine Schnittstelle zwischen Truppe, Start-ups und Forschung“ herzustellen mit dem Anspruch, „digitale Technologien radikal schnell in die Praxis zu bringen“, heißt es auf der CIH-Website.

Mit Sven Weizenegger hat sich die Bundeswehr einen nicht in ihren Reihen gedrillten Soldaten als Leiter herangezogen. Weizenegger arbeitete für die Telekom und gründete selbst mehrere Start-ups. „Für Start-Ups ist es eine große Chance, mit uns zusammenzuarbeiten“, sagt Weizenegger in einem Bundeswehr-Interview, „zum einen für die Entwicklung des eigenen Produkts, zum anderen aber auch, weil sie einen Beitrag zum Schutz der Demokratie leisten können“.

Das CIH-Programm „Intrapreneurship“ steht in diesem Geiste und will umgekehrt aktive Soldaten zum Einstieg in die Start-up-Szene ermuntern. Ein Paradebeispiel eines solchen Cyber-Soldaten ist Yorck Hesselbarth. Der KI-Spezialist ist am Berliner Start-up Orcrist Technologys beteiligt, das als „deutsches Palantir“ kursiert. Orcrist bewirbt sich um zahlreiche Förderungen aus Rüstungstöpfen des EU-Horizont-Programms und ringt derzeit mit anderen Start-ups um den Auftrag für ein „Palantir“ für die Bundeswehr. Dem gleichnamigen US-Ausspähunternehmen hatte die Bundeswehr zuvor eine Absage erteilt.

Leuchttürme des neuen Militarismus

Das Ökosystem der Start-up-Hauptstadt zeichnet sich durch ein weites und zuweilen undurchsichtiges Netz aus Hubs, Parks, Co-Working Spaces, Initiativen und Programmen aus, an dem Defence-Tech-Akteure bereits problemlos andocken konnten. Ein Beispiel findet sich am ehemaligen Flughafen Tegel. Dort ist in den vergangenen Jahren das Großprojekt „Berlin TXL“ entstanden. Das auf seiner Internetseite als „Leuchtturm für Nachhaltigkeit“ angepriesene Projekt ist als eine Art Start-up-Stadtteil konzipiert. Einen Platz fand hier unter anderem das zivil gestartete Drohnen-Start-up German Drones, das mit seinen Aufklärungsdrohnen mittlerweile im Ukraine-Krieg sein Geld verdient. Aber auch hinter Namen wie Project Q, Promethion, Radiant oder Sapper Intelligence verbergen sich Start-ups, die bereits im Defence-Tech-Bereich agieren. Wenig überraschend also, als der Regierende Bürgermeister bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstelung (ILA) Mitte Juni davon fantasierte, dass auf dem 500 Hektar umfassenden Tegeler Areal künftig ein „DefTech-Campus“ errichtet werden soll.

Ebenfalls auf der ILA gab Wegner eine weitere pikante Neuigkeit bekannt: Als Teil des Technologieparks Adlershof im Osten Berlins wird ein neues Innovationszentrum für „Luft- und Raumfahrt und Verteidigung“ entstehen. Dafür hat sich der CDU-Mann die Expertise eines seit Jahren an Krieg und Völkermord gewachsenen Players der Branche ins Berliner Boot geholt: Der Mitentwickler am bekannten Arrow-3-Raketensystem Israel Aerospace Industries (IAI) unterzeichnete zusammen mit der Senatskanzlei eine entsprechende Absichtserklärung. IAI wird federführend am Aufbau des Zentrums in Adlershof mitwirken. Mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Rhode & Schwarz und Jenoptic sind bereits namhafte Größen aus der ersten Rüstungsliga in Adlershof ansässig – in direkter Nähe zum angrenzenden Campus für Naturwissenschaften der Humboldt-Universität.

Ein weiterer bedeutender, aber unscheinbarer Ort liegt im südlichen Berlin. Auf dem Areal eines alten Gaskraftwerks existiert bereits seit 2013 der „Innovations-Hub“ Marienpark. Seit Kurzem macht der Park eine strategische Metamorphose durch. Wo früher ein Brauerei-Start-up Berliner Bier braute, steht jetzt der „Resilience Technology Campus“. Es vereint die Bereiche Künstliche Intelligenz, 3D-Druck-Technologien, „Cyber Security“ und DeepTech und kooperiert mit führenden europäischen Netzwerken der Branche. Um sich für die Szene in Position zu bringen, lädt es im Juli zum „European Defence Tech Hackathon“ ein. Ein europaweites Stelldichein von Militär, Defence-Tech-Startups und Hackern der Szene.

Begleitet wird der Resilience-Campus von der sogenannten „Expert Group: AI in Defence & Security“ des im Campus integrierten europaweiten Netzwerks „KI-Park“. Ein Prototyp eines „Experten“ für Tech-Militarismus ist Lars Ruth. Als Bankkaufmann bei der Deutschen Bank gestartet, hat er es bei der Bundeswehr-Marine zum Fregattenkapitän gebracht und verfolgte den lupenreinen Karriereweg eines Bundeswehr-Aufsteigers. Er hat einen Abschluss an der United States Naval Academy – einer traditionsreichen Militärakademie für Cyber-Warfare, Psychologie und Geheimdienste. Mit Zwischenstationen bei der NATO half Ruth dann zwischenzeitlich im Aufbaustab Cyber- und Informationsraum beim digitalen Umbau der Bundeswehr mit. Nach seiner Dienstzeit wechselte Ruth ins Unternehmensberatungsgeschäft und leitet seit 2021 die Abteilung „Defense, Security & Justice“ beim weltweiten Branchenprimus Deloitte. Ruths Biografie zeigt exemplarisch eindrucksvoll, welche Akteure im Rahmen des transatlantischen Militarismus für den angekündigten Umbau der „Hauptstadt der Start-ups“ zur Defence-Tech-Metropole stehen.

Für Berlin gilt: Die Voraussetzungen dafür sind längst geschaffen, wie der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bei der Eröffnung des „Tech Hub SVI Ost“ in die Pressemikros prahlte. Die in diesem Artikel erwähnten Strukturen und Netzwerke zeigen das, bilden aber nur einen Ausschnitt dieser Entwicklung ab. Hinter der fremd wirkenden Welt der Start-ups, Ökosysteme und des Risikokapitals verbergen sich bedeutende Triebkräfte für den Umbau zur Kriegswirtschaft. Gerade deshalb sollten sie im Bewusstsein der Kriegsgegner sein.

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Erstveröffentlicht in der uz v. 26.6. 2026
https://www.unsere-zeit.de/oekosystem-der-kriegstreiber-4815854/

Wir danken für das Publikationsrecht.

Programm Aktionstage „Wedding ohne Waffen“

Waffenproduktion in unserem Kiez?! Aus „Pierburg“ wird „Rheinmetall Waffen Munition“

Ab Mitte 2026 soll im Wedding Munition hergestellt werden. Der größte Rüstungsproduzent Deutschlands, Rheinmetall, stellt die Produktion seines Autozulieferers „Pierburg“ am Humboldthain (Scheringstraße 2) in Berlin auf Rüstung um. Bald sollen dort Komponenten für 155-mm-Artillerie-Munition vom Band laufen – 45 kg schwere, tödliche Geschosse. In unserem Kiez, in unserer direkten Nachbarschaft wird dann, zum ersten Mal seit 1945, wieder Munition produziert, die überall auf der Welt Krieg und Zerstörung bringt.

Hier Protestaufruf und mehr Infos

Das „Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion“ plant vom 10. bis 12 Juli Aktions- und Protesttage mit einer bundesweiten Groẞdemonstration gegen Militarisierung, Rüstungsproduktion und gegen die damit zwangsweise verbundenen breiten Angriffen auf das soziale Leben der arbeitenden Menschen und breiten Bevölkerung.

Im folgenden das umfangreiche Programm

das insbesondere auch die Folgen der Militarisierung für die arbeitende Bevölkerung durchleuchtet.

Merkt Euch die Termine vor und nehmt teil. Sprecht Eure Kolleg:innen, Freunde und Verwandten an, mitzukommen.

Freitag 10.Juli

09:00–09:30 Zirkuszelt

Pressekonferenz

10:00–11:30 Zirkuszelt

Podium: Wir sterben nicht für eure Kriege – Gemeinsam gegen Wehrpflicht!

Deutschland will kriegstüchtig werden, um in Europa im großen Stil wieder Krieg führen zu können und braucht sowohl mehr Waffen als auch Kanonenfutter. Dafür wurde jetzt wieder die Wehrpflicht eingeführt. Was da los ist und was wir gegen diese tödliche Entwicklung tun können, besprechen wir unter anderem mit Simon David Dreßler, Vertreter*innen des Schulstreikkomitees, von Verdi sowie der GEW.

12:00–14:00 Aktion

Kundgebung vor dem Jobcenter: Kein Mensch, kein Cent der Bundeswehr!

Treffpunkt: U-Bahnhof Leopoldplatz.

Sozialkürzungen, Lohnraub und eine Militarisierung der Arbeitsverhältnisse sind zentraler Bestandteil der neuen Kriegswirtschaft. Der Staat des Kapitals reagiert auf seine Wirtschaftskrise mit einem Frontalangriff auf die abhängig Beschäftigten, Arbeitslosen- und Bürgergeldempfänger*innen. Im November 2024 wurde eine Grundsatzvereinbarung zwischen Kriegsminister Pistorius und der „Bundesagentur für Arbeit“-Chefin Nahles getroffen: „Gemeinsam für eine starke Bundeswehr. Die Zeitenwende personell gestalten“. Der verlogenen „nationalen Gemeinschaft“ der Kriegsprofiteure, die nur Profit für sich und Diskriminierung, Lohnraub und rassistische Hetze für uns übrig haben, setzen wir die internationale Solidarität und den gemeinsamen Kampf der Lohnabhängigen entgegen.

12:00–14:00 Aktion

Die-In-Flashmob: Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft

Treffpunkt: Zirkuszelt im Humboldthain.

Gegen die Militarisierung der Gesellschaft. Für gute und kostenlose Gesundheit, Bildung und Wohnungen für alle!

12:00–14:00 Aktion

Workshop: Graffiti gegen Krieg

Treffpunkt: Zirkuszelt im Humboldthain

14:00–16:00 Aktion

Kundgebung vor Rheinmetall: Ihre Kriege nicht auf unserem Rücken

Treffpunkt: Rheinmetall, Scheringstraße 2, 13355 Berlin.

Vor dem Werktor von Rheinmetall. Wir verteilen Flyer an die Kolleg*innen und das Theater Rote Panke tritt vor Ort auf!

14:00–16:00 Aktion

Flashmob: Kiezkultur statt Kriegskultur

Treffpunkt: Zirkuszelt im Humboldthain

Wir ziehen gemeinsam durch die Straßen Weddings, machen an belebten Orten mit einer kleinen Performance auf die Militarisierung unseres Kiezes aufmerksam und laden dabei Nachbar*innen zu unserem Camp ein.

16:30–17:00 Zirkuszelt

Das Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion stellt sich vor

Wer sind wir, was haben wir schon gemacht die letzten 2 Jahre und was haben wir noch vor.

17:00–18:30 Zirkuszelt

Podium: Von Ulm bis nach Piräus. Von Genua bis Bristol bis Hamburg bis nach Rotterdam – internationaler Widerstand gegen den Genozid

Krieg beginnt hier. Zahlreiche Rüstungsunternehmen haben ihren Sitz in Deutschland. Die Mittäterschaft Deutschlands am Genozid in Gaza und an den Verbrechen überall in der Welt beginnt vor unserer Haustür, vor unseren Augen. Jede noch so kleine Lieferung, die gestoppt oder verzögert wird, welche die globale Rüstungs-Lieferkette durchbricht, jede Waffenfabrik, die aufhört zu produzieren, weil wir uns widersetzen, rettet konkret Leben. Wir diskutieren auf dem Panel mit Aktivist*innen aus Rotterdam und Hamburg über Erfahrungen von Aktionen direkter Waffenlieferungsblockaden.

19:00–20:30 Zirkuszelt

Podium: Kriegsrelevant: Arbeiten im Zeichen der Militarisierung

Der Krieg wird vorbereitet, doch wo in unserem Arbeitsalltag zeigt sich das? Wir wollen über Veränderungen in den kriegswichtigen Sektoren sprechen – und den Widerstand dagegen. Dafür sind Arbeiter*innen aus Gesundheit, Logistik, Produktion und Technologie/IT eingeladen.

21:00–21:30 Zirkuszelt

Theater X: Hoppla wir sterben! Rheinmetall – eine deutsche Geschichte

Obwohl es so viele Möglichkeiten gab in der Geschichte, das Blatt ein für alle Mal zu wenden – weg von Krieg, weg von der Aufrüstung, weg von Militarisierung – der Funke ist nie übergesprungen – der Tod ist halt doch ein Meister aus Deutschland. Wir tauchen ein in das Rüstungs-Auf-und-Ab der letzten 150 Jahre und erzählen diesmal die Geschichte eines der unangenehmsten Unternehmen: Rheinmetall, einer der größten Waffenexporteure der Welt.

Samstag — 11. Juli

10:00–12:30 Workshopzelt

Demo-Vorbereitung

Wir basteln gemeinsam kreative Schilder für die Demo!

11:00–12:30 Zirkuszelt

Vortrag: Aufrüsten für unsere Sicherheit? mit Fabian Lehr

Mit der sogenannten Zeitenwende wurde ab 2022 eine gigantische Hochrüstung und Militarisierung Deutschlands in Gang gesetzt. „Wir müssen bis 2029 kriegstüchtig sein“, meint Verteidigungsminister Boris Pistorius. Ein Grund sei die Bedrohung durch Russland. Doch gegen wen und was müssen wir uns wirklich verteidigen? Wir wollen mit Fabian Lehr die Ideologie der Herrschenden hinterfragen, die tatsächlichen Gründe für die Kriegsvorbereitung analysieren und besprechen, was wir gegen die Kriegsvorbereitungen tun können.

12:30–13:30 Zirkuszelt

Musik: Berliner Politchor Morgenrot

Der Berliner Politchor Morgenrot ist eine Stimme für emanzipatorische Lieder aus aller Welt – einige sind über 100 Jahre alt, andere erst in den letzten Jahren entstanden. Der Chor singt gegen Ungerechtigkeiten und lässt seine Stimmen für eine friedliche, solidarische Welt erklingen.

14:00–17:00 Aktion

Großdemonstration: Gemeinsam Kriege stoppen

Auftakt 14 Uhr am S+U Gesundbrunnen

Abschluss 17 Uhr am Leopoldplatz mit Konzert

30–21:00 Zirkuszelt

Podium: Perspektiven des antipatriarchalen Widerstands gegen die globale Kriegslogik

Um wirksamen Widerstand gegen Militarisierung und Kriegspolitik aufzubauen und Perspektiven für einen gerechten Frieden zu entwickeln, müssen wir die politischen Zusammenhänge verstehen. Wie hängen die aktuellen Kriege miteinander zusammen? Warum sprechen manche von einem „dritten Weltkrieg“? Welche Rolle spielt Deutschland in den Konflikten der Region? Wie sind Krieg, Imperialismus und Patriarchat miteinander verwoben? Und welche Bedeutung haben Frauen und feministische Bewegungen für Frieden, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Transformation?

21:00 Zirkuszelt

Konzert

Sonntag — 12. Juli

1:00–13:00 Zirkuszelt

Abschlussplenum und Vernetzungstreffen: Wie kämpfen wir weiter? Auf jeden Fall gemeinsam!

14:00 Zirkuszelt

Abbau

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