Waffenproduktion in unserem Kiez?! Aus „Pierburg“ wird „Rheinmetall Waffen Munition“
Ab Mitte 2026 soll im Wedding Munition hergestellt werden. Der größte Rüstungsproduzent Deutschlands, Rheinmetall, stellt die Produktion seines Autozulieferers „Pierburg“ am Humboldthain (Scheringstraße 2) in Berlin auf Rüstung um. Bald sollen dort Komponenten für 155-mm-Artillerie-Munition vom Band laufen – 45 kg schwere, tödliche Geschosse. In unserem Kiez, in unserer direkten Nachbarschaft wird dann, zum ersten Mal seit 1945, wieder Munition produziert, die überall auf der Welt Krieg und Zerstörung bringt.
Hier Protestaufruf und mehr Infos
Das „Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion“ plant vom 10. bis 12 Juli Aktions- und Protesttage mit einer bundesweiten Groẞdemonstration gegen Militarisierung, Rüstungsproduktion und gegen die damit zwangsweise verbundenen breiten Angriffen auf das soziale Leben der arbeitenden Menschen und breiten Bevölkerung.
Im folgenden das umfangreiche Programm
das insbesondere auch die Folgen der Militarisierung für die arbeitende Bevölkerung durchleuchtet.
Merkt Euch die Termine vor und nehmt teil. Sprecht Eure Kolleg:innen, Freunde und Verwandten an, mitzukommen.
Freitag 10.Juli
09:00–09:30 Zirkuszelt
Pressekonferenz
10:00–11:30 Zirkuszelt
Podium: Wir sterben nicht für eure Kriege – Gemeinsam gegen Wehrpflicht!
Deutschland will kriegstüchtig werden, um in Europa im großen Stil wieder Krieg führen zu können und braucht sowohl mehr Waffen als auch Kanonenfutter. Dafür wurde jetzt wieder die Wehrpflicht eingeführt. Was da los ist und was wir gegen diese tödliche Entwicklung tun können, besprechen wir unter anderem mit Simon David Dreßler, Vertreter*innen des Schulstreikkomitees, IG Bau Jugend sowie der GEW.
12:00–14:00 Aktion
Kundgebung vor dem Jobcenter: Kein Mensch, kein Cent der Bundeswehr!
Treffpunkt: U-Bahnhof Leopoldplatz.
Sozialkürzungen, Lohnraub und eine Militarisierung der Arbeitsverhältnisse sind zentraler Bestandteil der neuen Kriegswirtschaft. Der Staat des Kapitals reagiert auf seine Wirtschaftskrise mit einem Frontalangriff auf die abhängig Beschäftigten, Arbeitslosen- und Bürgergeldempfänger*innen. Im November 2024 wurde eine Grundsatzvereinbarung zwischen Kriegsminister Pistorius und der „Bundesagentur für Arbeit“-Chefin Nahles getroffen: „Gemeinsam für eine starke Bundeswehr. Die Zeitenwende personell gestalten“. Der verlogenen „nationalen Gemeinschaft“ der Kriegsprofiteure, die nur Profit für sich und Diskriminierung, Lohnraub und rassistische Hetze für uns übrig haben, setzen wir die internationale Solidarität und den gemeinsamen Kampf der Lohnabhängigen entgegen.
12:00–14:00 Aktion
Die-In-Flashmob: Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft
Treffpunkt: Zirkuszelt im Humboldthain.
Gegen die Militarisierung der Gesellschaft. Für gute und kostenlose Gesundheit, Bildung und Wohnungen für alle!
12:00–14:00 Aktion
Workshop: Graffiti gegen Krieg
Treffpunkt: Zirkuszelt im Humboldthain
14:00–16:00 Aktion
Kundgebung vor Rheinmetall: Ihre Kriege nicht auf unserem Rücken
Treffpunkt: Rheinmetall, Scheringstraße 2, 13355 Berlin.
Vor dem Werktor von Rheinmetall. Wir verteilen Flyer an die Kolleg*innen und das Theater Rote Panke tritt vor Ort auf!
14:00–16:00 Aktion
Flashmob: Kiezkultur statt Kriegskultur
Treffpunkt: Zirkuszelt im Humboldthain
Wir ziehen gemeinsam durch die Straßen Weddings, machen an belebten Orten mit einer kleinen Performance auf die Militarisierung unseres Kiezes aufmerksam und laden dabei Nachbar*innen zu unserem Camp ein.
16:30–17:00 Zirkuszelt
Das Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion stellt sich vor
Wer sind wir, was haben wir schon gemacht die letzten 2 Jahre und was haben wir noch vor.
17:00–18:30 Zirkuszelt
Podium: Von Ulm bis nach Piräus. Von Genua bis Bristol bis Hamburg bis nach Rotterdam – internationaler Widerstand gegen den Genozid
Krieg beginnt hier. Zahlreiche Rüstungsunternehmen haben ihren Sitz in Deutschland. Die Mittäterschaft Deutschlands am Genozid in Gaza und an den Verbrechen überall in der Welt beginnt vor unserer Haustür, vor unseren Augen. Jede noch so kleine Lieferung, die gestoppt oder verzögert wird, welche die globale Rüstungs-Lieferkette durchbricht, jede Waffenfabrik, die aufhört zu produzieren, weil wir uns widersetzen, rettet konkret Leben. Wir diskutieren auf dem Panel mit Aktivist*innen aus Rotterdam und Hamburg über Erfahrungen von Aktionen direkter Waffenlieferungsblockaden.
19:00–20:30 Zirkuszelt
Podium: Kriegsrelevant: Arbeiten im Zeichen der Militarisierung
Der Krieg wird vorbereitet, doch wo in unserem Arbeitsalltag zeigt sich das? Wir wollen über Veränderungen in den kriegswichtigen Sektoren sprechen – und den Widerstand dagegen. Dafür sind Arbeiter*innen aus Gesundheit, Logistik, Produktion und Technologie/IT eingeladen.
21:00–21:30 Zirkuszelt
Theater X: Hoppla wir sterben! Rheinmetall – eine deutsche Geschichte
Obwohl es so viele Möglichkeiten gab in der Geschichte, das Blatt ein für alle Mal zu wenden – weg von Krieg, weg von der Aufrüstung, weg von Militarisierung – der Funke ist nie übergesprungen – der Tod ist halt doch ein Meister aus Deutschland. Wir tauchen ein in das Rüstungs-Auf-und-Ab der letzten 150 Jahre und erzählen diesmal die Geschichte eines der unangenehmsten Unternehmen: Rheinmetall, einer der größten Waffenexporteure der Welt.
Samstag — 11. Juli
10:00–12:30 Workshopzelt
Demo-Vorbereitung
Wir basteln gemeinsam kreative Schilder für die Demo!
11:00–12:30 Zirkuszelt
Vortrag: Aufrüsten für unsere Sicherheit? mit Fabian Lehr
Mit der sogenannten Zeitenwende wurde ab 2022 eine gigantische Hochrüstung und Militarisierung Deutschlands in Gang gesetzt. „Wir müssen bis 2029 kriegstüchtig sein“, meint Verteidigungsminister Boris Pistorius. Ein Grund sei die Bedrohung durch Russland. Doch gegen wen und was müssen wir uns wirklich verteidigen? Wir wollen mit Fabian Lehr die Ideologie der Herrschenden hinterfragen, die tatsächlichen Gründe für die Kriegsvorbereitung analysieren und besprechen, was wir gegen die Kriegsvorbereitungen tun können.
12:30–13:30 Zirkuszelt
Musik: Berliner Politchor Morgenrot
Der Berliner Politchor Morgenrot ist eine Stimme für emanzipatorische Lieder aus aller Welt – einige sind über 100 Jahre alt, andere erst in den letzten Jahren entstanden. Der Chor singt gegen Ungerechtigkeiten und lässt seine Stimmen für eine friedliche, solidarische Welt erklingen.
14:00–17:00 Aktion
Großdemonstration: Gemeinsam Kriege stoppen
Auftakt 14 Uhr am S+U Gesundbrunnen
Abschluss 17 Uhr am Leopoldplatz mit Konzert
30–21:00 Zirkuszelt
Podium: Perspektiven des antipatriarchalen Widerstands gegen die globale Kriegslogik
Um wirksamen Widerstand gegen Militarisierung und Kriegspolitik aufzubauen und Perspektiven für einen gerechten Frieden zu entwickeln, müssen wir die politischen Zusammenhänge verstehen. Wie hängen die aktuellen Kriege miteinander zusammen? Warum sprechen manche von einem „dritten Weltkrieg“? Welche Rolle spielt Deutschland in den Konflikten der Region? Wie sind Krieg, Imperialismus und Patriarchat miteinander verwoben? Und welche Bedeutung haben Frauen und feministische Bewegungen für Frieden, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Transformation?
21:00 Zirkuszelt
Konzert
Sonntag — 12. Juli
1:00–13:00 Zirkuszelt
Abschlussplenum und Vernetzungstreffen: Wie kämpfen wir weiter? Auf jeden Fall gemeinsam!
14:00 Zirkuszelt