Bewegung als Strategie

Frankreichs politische Klasse findet keine Regierungsmehrheit – die linke France Insoumise setzt auf eigenständige soziale Kämpfe

Von Volkmar Wölk

Bild: La france insoumise

Der Stellungskrieg: Albtraum jedes Feldherrn. Die feindlichen Lager liegen sich in ihren Schützengräben gegenüber; es geht weder vorwärts noch rückwärts. Nur die Verluste wachsen beständig, Abnutzungserscheinungen werden unübersehbar. Verzweifelt sucht man nach einem Ausweg aus der festgefahrenen Lage.

Dies war die Lage von Sébastien Lecornu. 27 Tage war der Politiker von Macrons Partei Renaissance französischer Ministerpräsident, stellte dann einen Teil seiner Regierung vor – und trat am darauffolgenden Tag wieder zurück. Wie seine beiden Amtsvorgänger hatte Lecornu keine Mehrheit im Parlament. Aber ihm drohte noch zusätzlich ein Teil seiner Truppen zu desertieren. Heftige Kritik kam vom konservativen Innenminister Retailleau, der seine Partei übervorteilt sah.

Nun hat Macron angekündigt, innerhalb der nächsten zwei Tage einen neuen Premierminister zu ernennen, der die lauter werdenden Forderungen nach einer Abdankung des Präsidenten zum Verstummen bringen soll. 73 Prozent der Bevölkerung befürworten inzwischen, quer durch alle politischen Lager, ein Ende des »Macronartismus«.

Gibt es in Frankreich eine Möglichkeit, ohne Neuwahlen eine handlungsfähige Regierung zu bilden? Im Parlament stehen sich drei annähernd gleichstarke Blöcke gegenüber. Es wäre also notwendig, aus mindestens einem der Blöcke Teile herauszubrechen.

Faktisch haben sich die Sozialisten bereits vor einiger Zeit aus dem Linksblock verabschiedet. Sie sind wieder auf dem neoliberalen Kurs von Ex-Präsident François Hollande und versuchen, mit Raphaël Glucksmann einen Präsidentschaftskandidaten für die Zeit nach Macron in Stellung zu bringen. Umgehend haben sie sich bereit erklärt, eine Regierung zu bilden. Es scheint sogar möglich, dass die Kommunisten und die Grünen sie dabei stützen.

Der von France Insoumise gewählte Weg führt über die außerparlamentarische Mobilisierung.

Dass das Unterfangen trotzdem schwierig werden dürfte, zeigt eine aktuelle Nachwahl zur Nationalversammlung. Für den zweiten Wahlgang qualifizierten sich Kandidaten der Sozialisten und des RN von Marine Le Pen. Auf die Frage, was er den Wählern seiner Partei empfehle, antwortete der Konservative Bruno Retailleau kurz und entschieden: »Keine Stimme der Linken!« Ebenso stemmt er sich gegen inhaltliche Zugeständnisse.

Präsident Macron seinerseits scheint entschlossen, bis zum Ende seiner Amtszeit zu bleiben. Er weiß, dass auch Neuwahlen keine Kräfteverschiebung zu seinen Gunsten bewirken würden.

Der Noveau Front Populaire (Neue Volksfront), dessen Bildung bei der letzten Wahl den erwarteten Erfolg der extremen Rechten verhinderte, ist zerfallen. Die Versuche, La France Insoumise (LFI) um Mathilde Panot, Manuel Bompard und Jean-Luc Mélenchon zu isolieren, haben Wirkung gezeigt. Allerdings zeigen aktuelle Meinungsumfragen, dass Mélenchon bei einer Präsidentschaftswahl in der Alterskohorte bis 35 Jahren sowie bei den untersten Einkommensschichten weit in Führung liegen würde und gute Chancen hätte, in die Stichwahl zu kommen.

Der vom LFI gewählte Weg aus dem Schützengraben führt nicht über die Kräfteverhältnisse im Parlament, sondern über die außerparlamentarische Mobilisierung. Sowohl der landesweite Aktionstag »Bloquons tout!« (Blockieren wir alles) am 10. September als auch die folgenden Streiktage aller Gewerkschaftsverbände haben deutlich gemacht, dass das linke Mobilisierungspotential sehr hoch ist. Gelingt es, so das Kalkül des LFI, die Proteste zu verstetigen und den neuen, basisdemokratischen Akteur »Bloquons tout« als eigenständige Bewegung zu etablieren, könnte der Druck so erhöht werden, dass ein Regieren gegen Parlament und außerparlamentarische Bewegung nicht mehr möglich ist.

LFI sieht »Bloquos tout« in der Tradition von Occupy oder der Gelbwesten (»Gilets jaunes«) und begrüßt »eine selbstorganisierte Basisbewegung«, deren Unabhängigkeit LFI nach eigenem Bekunden nicht antasten will. Zugleich hofft LFI, dass sich der Erfolg dieser Bewegung an den Urnen niederschlagen wird.

Dies scheint aktuell leichter möglich als bei den Gilets Jaunes, da die neue Bewegung deutlich linksradikal ausgerichtet ist, den Kampf verschiedener Bewegungen vom Feminismus über den Antirassismus bis zur Ökologie miteinander verbindet und bereits jetzt beginnt, eigenständige lokale Strukturen aufzubauen.

Das Konzept erinnert an die Folgezeit der Revolte von 1968, als trotzkistische Aktivisten und Theoretiker wie Alain Krivine oder Daniel Bensaïd jede Bewegung als potenziell revolutionär ansahen. Allerdings reichen die Wurzeln des Konzepts geschichtlich weiter zurück – nämlich bis zum revolutionären Syndikalismus von Anfang des 20. Jahrhunderts. Der »Mouvementisme«, die »Bewegung als Strategie«, ist also nicht neu.

Neu ist allerdings, dass eine der linken Großorganisationen ihn als Strategie aufgreift. Die Parteistruktur selbst hat dies bisher verhindert. Denn natürlich hat eine Bewegung, erst recht eine »Bewegung der Bewegungen«, Eigeninteressen, die sich der Steuerung durch eine Partei entziehen. Die Zusammenarbeit setzt also gegenseitiges Vertrauen voraus, das wiederum erst in der gemeinsamen Aktion entstehen kann.

Die Zeit dafür ist nach Ansicht des LFI vorhanden. Vor Präsidentschaftsneuwahlen werde sich ohnehin nichts entscheidend ändern. Und danach? Danach sieht man weiter. Mit einem zusätzlichen außerparlamentarischen Akteur an der Seite. Das sind die Regeln des »Mouvementisme«.

Erstveröffentlicht im nd v. 9.10. 2025

https://www.nd-aktuell.de/artikel/1194598.frankreich-bewegung-als-strategie.html?sstr=Bewegung|als|Strategie

Wir danken für das Publikationsrecht.

„Nie wieder kriegstüchtig! Stehen wir auf für Frieden“ – Gewerkschafter:innen zeigen Gesicht !

In der Presseerklärung des Vorbereitungskreises „Nie wieder kriegstüchtig! Stehen wir auf für Frieden“ zu den Demonstrationen in Berlin und Stuttgart am 3.Oktober 2025 heisst es:

Friedensbewegung setzt deutliches Zeichen gegen die zunehmende Kriegsgefahr und Militarisierung der Gesellschaft. Vereint gegen Völkermord, soziale Verrohung und Sozialabbau und für das Ende von Kriegen und Hass.

20.000 Menschen in Berlin und 15.000 in Stuttgart haben heute ihr Bekenntnis für Frieden und Diplomatie, gegen Krieg und Hochrüstung auf die Straße getragen. Der Vorbereitungskreis „Nie wieder kriegstüchtig! Stehen wir auf für Frieden“ vereinte erfolgreich eine gewachsene soziale und politische Opposition gegen die Hochrüstungspläne und die Verschuldungspolitik der Bundesregierung. Eine Widerstandsbewegung, die sich gegen den sozialen Kahlschlag wehrt, der mit der hochgefährlichen Aufrüstung der Bundesregierung einhergeht, weil das Geld für marode Schulen, den Öffentlichen Nahverkehr, das Gesundheitswesen, die Kultur sowie Klimaschutz und globale Entwicklung gebraucht wird.

Die Rednerinnen und Redner stellten sich entschieden gegen die Aufrüstungspläne der Bundesregierung, verurteilten die Mitschuld Deutschlands am israelischen Völkermord in Gaza, sprachen sich gegen die Wehrpflicht aus, lehnten die erwartete Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland ab und forderten Diplomatie statt Waffenlieferungen. (…) „

Unser Eindruck als Gewerkschaftliche Linke war: viele der Teilnehmenden sind durch den Völkermord in Gaza ziemlich desillusioniert. Der Westen baut seine militärische Überlegenheit und Kriegsmacht gewaltig aus, mit der Behauptung, sich „verteidigen“ zu müssen. Der Völkermord in Palästina zeigt, dass diese Kriegsmacht nicht dem Schutz von Menschen- und Völkerrecht dient, im Gegenteil sie wird zur Unterstützung einer kriegsverbrecherischen imperialen Politik eingesetzt. Es geht um die Durchsetzung geopolitischer Interessen des Kapitals, auch mit den barbarichsten Mitteln. Krieg und Rüstung wachsen zu einer gigantischen Profitmaschinerie heran. Es entsteht ein militärisch-industrieller Komplex, der sich wie eine unersättliche Krake in alle Lebensbereiche unserer Gesellschaft frisst. Zulasten sozialer Belange, auf Kosten von Bildung und Kultur, zulasten von Umwelt und Gesundheit. Es geht nicht um unsere Freiheit. Es geht nicht um unsere Sicherheit und schon gar nicht um den Erhalt unserer Lebensgrundlagen.

Schon am 27.9. auf der Demonstration „Alle zusammen für Gaza“ machten Mitglieder aus Berlin mit einem eigenen gewerkschaftlichen Block deutlich sichtbar, dass sich deutsche Gewerkschafter:innen mit den Menschen in Gaza solidarisieren und endlich Konsequenzen fordern! Und viele haben verstanden, dass dieser Protest sich verstetigen und ständig wachsen muss.

Impressionen, Block der Gewerkschafter:innen Berlin & Hamburg „Nie wieder kriegstüchtig“, Berlin 3.Oktober 2025

Am 3. Oktober auf der zentralen Friedensdemonstration in Berlin haben sich erneut hunderte von Gewerkschafter:innen – GEW, IG BAU , ver.di, IG Metall – von Berlin und Hamburg gegen den aktuellen deutschen Kriegs- und Großmachtkurs zusammengeschlossen. Neben den Forderungen gegen die Militarisierung der ganzen deutschen Gesellschaft brachten sie auch wieder ihre Solidarität mit den Menschen in Gaza zum Ausdruck.

Ohne Frieden ist alles nichts. Der Kriegskurs untergräbt Stück für Stück unsere gewerkschaftlichen und gesellschaftlichen Errungenschaften. Und Solidarität, auch internationale Solidarität ist die DNA, mit der wir alle unsere Errungenschaften erkämpft haben. Solidarität, das ist gelebtes Menschenrecht. Nur damit lässt sich etwas verändern.

Die Botschaften insbesondere unserer jungen Kolleg:innen waren deutlich: „Wir wollen Ausbildungsplätze statt Kriegseinsätze.“ „Wir sind hier und sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“. Und alle zusammen: „Hoch mit den Löhnen, runter mit der Rüstung“, „100 Milliarden mehr für Bildung und Gesundheit“ und ohne Illusionen: „Siemens, Rheinstahl, Deutsche Bank – der Hauptfeind steht im eigenen Land“. Immer wieder „Hoch die internationale Solidarität.“

Auf der parallel stattfindenden Friedenskundgebung in Stuttgart sprach ver.di Landesbezirksleiterin Maike Schollenberger. Man wolle „ein unübersehbares deutliches Zeichen setzen für Frieden und gegen Hochrüstung und Kriege“.

Die Zeiten sind nicht zum Ausruhen. Aber es ist ein gutes Gefühl, wenn wir zusammenkommen und wachsen!

Vor allem aber auch: schließen wir uns zusammen mit den Kolleg:innen in den Betrieben, Schulen, Büros……

Kommt am 11. Oktober zu United for Gaza!

Kommt am 12. Oktober zum Berliner Antimilitarismusprotest GELD FÜR DEN KIEZ – STATT WAFFEN FÜR DEN KRIEG

Das Lieferando Workers Collective (LWC) fordert: „Keine Entlassungen. Fairer Sozialplan. Legale Arbeit“

Das Lieferando Workers Collective wehrt sich gegen geplante Entlassungen und die Ausweitung illegaler Schein-Subunternhmenspraktiken, die dazu führen sollen, direkte und unbefristete Beschäftigunsgverhältnisse auch bei Lieferando zu beenden. Diese Verhältnisse waren in den konkurrierenden Unternehmen in der Zwischenzeit neuer Standard geworden. Normalität wird die nackte menschenfeindliche Ausbeutung. Wir wissen: was mit Erfolg an einer sozialen Gruppe Einzug hält, wird dabei nicht stehen bleiben. Es droht auch denen, die sich das noch gar nicht vorstellen. Soliidarität ist Selbstschutz! Das LWC fordert auch von der Bundesregierung endlich die EU-Plattformrichtlinie umzusetzen, die den dort Beschäftigten einen gewissen Schutz gewähren könnte. Über Teilnahme an ihrer Protestkundgebung und über Solidaritätserklärungen werden sich die Kolleg:innen freuen.(Jochen Gester)

Pressemitteilung des LWC Berlin, Donnerstag, 18.09.2025

ZEITPLAN: Samstag, 27.09.2025

•    13:00 Uhr – Protest vor der Lieferando-Zentrale, Schlesische Str. 34, 10997 Berlin
•    15:00 Uhr – Streik-Versammlung & Pressetermin, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin (in der Nähe des Ostbahnhofs)
•    17:00 Uhr – Pressetermin, Franz-Mehring-Platz 1

Lieferando-Kurier*innen in Berlin und Potsdam machen sich bereit für einen Streik. Am Samstag, den 27. September 2025, wollen Mitglieder und Unterstützer des Lieferando Workers Collective (LWC) vor der Firmenzentrale in Kreuzberg gegen Massenentlassungen und die Ausweitung illegaler SCHEIN-Subunternehmerpraktiken protestieren. Nach der Demo gibt’s eine Streikversammlung.

> Gurpreet vom LWC: „Unbefristet und direkt angestellte Kurier*innen werden entlassen und durch Schein-Subunternehmer ersetzt, die illegal arbeiten.”

Lieferando hat angekündigt, bis Ende 2025 mindestens 2.000 Stellen in Deutschland abzubauen. Allein in Berlin ist die Zahl der Kurier*innen seit Januar von 2.000 auf 1.500 gesunken. Potsdam soll im Oktober geschlossen werden, wodurch weitere 60 Kurier*innen ihren Job verlieren.

In der Zwischenzeit übernehmen Subunternehmer wie die „Fleetlery” GmbH (eine Briefkastenfirma in Hamburg) und nicht registrierte SCHEIN-Subunternehmen die Lieferungen. Kurier*innen berichten, dass sie bis zu 500 Euro für den Zugang zu einem Konto zahlen müssen, 20 % ihres Lohns an Zwischenhändler abgeben müssen und ohne Vertrag in bar bezahlt werden.

> „Das ist keine Innovation – das ist Ausbeutung. Plattformen wie Wolt und UberEats nutzen diese illegalen Methoden seit Jahren in Berlin. Dass die Behörden diesen mafiösen SCHEIN-Subunternehmer-Sumpf wachsen lassen, ist ein Skandal”, sagt Aisha von der LWC.

Die EU hat im März 2024 die Plattformarbeitsrichtlinie verabschiedet, die die Haftung der Plattformen für ihre „Vermittler“ und den Schutz der Arbeiter*innen festlegt, aber Deutschland hat sie noch nicht umgesetzt.

> „Ohne Durchsetzung bleibt das europäische Recht nur ein Stück Papier. Die Untätigkeit der Politik ebnet den Weg für Unternehmenskriminalität“, warnt das LWC.

Das Lieferando Workers Collective (LWC) fordert: **Keine Entlassungen. Fairer Sozialplan. Legale Arbeit.**


HINTERGRUND

Fleetlery und Co. / FAKE-Untervergabe

Lieferando, Teil des niederländischen Unternehmens Just Eat Takeaway (JET) mit Sitz in Amsterdam, das bald zu „Prosus“ gehören wird, das wiederum Teil der südafrikanischen „Naspers“-Gruppe ist, ist in über 20 europäischen Ländern aktiv und dominiert den deutschen Liefermarkt. In Österreich hat Lieferando Anfang dieses Jahres innerhalb von nur zwei Monaten alle Vertrags-Kurier*oinnen entlassen, um sie dann als „Freie Dienstnehmer” wieder einzustellen.[1] In Deutschland werden bis Ende 2025 mindestens 2.000 direkte Arbeitsplätze abgebaut, wobei die Auslagerung in Berlin, Potsdam, Hamburg, Wiesbaden, Lübeck und Bochum bereits läuft.[2]

Das deutsche Recht macht Plattformen derzeit nicht für die Handlungen von Subunternehmern verantwortlich, was Schlupflöcher schafft, die Ausbeutung fördern. Die im März 2024 verabschiedete EU-Richtlinie über Plattformarbeit sollte diese Probleme angehen, aber Deutschland hat sie noch nicht umgesetzt.[3] Dieses Regelungsvakuum hat es Wolt und UberEats bereits ermöglicht, illegale Praktiken in Berlin zu normalisieren. Jetzt geht Lieferando den gleichen Weg – es erweitert die Ausbeutung und das kriminogene Milieu, anstatt legale Arbeitsplätze zu schaffen.[4]

Die Subunternehmer reichen von offiziell registrierten Unternehmen wie der Fleetlery GmbH in Hamburg bis hin zu komplett nicht registrierten, offensichtlich SCHEIN-Subunternehmern, die über WhatsApp arbeiten.

Lieferando arbeitet hauptsächlich mit dem Logistik-Subunternehmer „Fleetlery“ zusammen, der schon lange für Wolt und Uber Eats liefert. Dem LWC ist kein*e Kurier*in bekannt, die einen Arbeitsvertrag mit Fleetlery hat.[5] Stattdessen werden Fleetlery-Kurier*inen über SCHEIN-Subunternehmer – sogenannte „Flottenmanager” oder „Flottenpartner” – eingestellt, die meist nicht mehr als zwei Jahren existieren.[5][6] Kurier*innen berichten, dass sie gezwungen werden, bis zu 500 € für den Zugang zu einem Konto zu zahlen, 20 % ihres Lohns an Vermittler abgeben müssen und ohne Verträge in bar bezahlt werden.[5][6]

Außerdem zwingen die SCHEIN-Subunternehmer die Kurier*innen, ihre Steuern und Krankenversicherung zu zahlen, damit sie das nicht selbst machen müssen. Die Kurier*innen werden in Parks oder aus Autos, die durch die Straßen fahren, bar bezahlt.[5][6] Sie kriegen keinen Mindeststundenlohn, sondern werden pro Auftrag bezahlt. Sie haben keinen gesetzlichen Urlaubsanspruch und kriegen keine bezahlte Krankschreibung. Oft kennen die Kurier*innen die Namen ihrer Flottenmanager nicht und haben keine Adresse von ihnen. Die Flottenmanager kommunizieren hauptsächlich über WhatsApp. Alle paar Monate verschwindet ein weiterer „Flottenmanager” und lässt Hunderte von Kurier*innen ohne Bezahlung für ihre Arbeit der letzten Monate zurück. Ein Millionengeschäft. [7][8]

Fleetlery oder seine SCHEIN-Subunternehmer registrieren anscheinend keine Kurier*innen bei den zuständigen Berufsgenossenschaften. Es ist nicht bekannt, ob Fleetlery und Co. Steuern, Sozial- oder Rentenversicherungsbeiträge zahlen.

> Die LWC sagt: Eine Telefonnummer auf WhatsApp ist kein Unternehmen. Es ist ein SCHEIN-Unternehmen, das nur existiert, um Kurier*innen zu betrügen! Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Bärbel Bas (SPD), hat Recht, wenn sie das als „Schwarzarbeit” bezeichnet![9] Wir wollen LEGALE Arbeit. Wir wollen für ECHTE Unternehmen arbeiten. Wir wollen Steuern und Sozialabgaben zahlen! Lieferando zwingt uns – über Fleetlery – dazu, illegal zu arbeiten!
>
> Weniger als legal ist ILLEGAL! Stoppt SCHEIN-Subunternehmen!**


KONTAKT

### Lieferando Workers Collective (LWC) Berlin
* Website: http://links.couriersunite.de/@lwc
* Instagram: https://www.instagram.com/lwc_berlin
* Twitter: https://x.com/LWC_Berlin
* Telefon: 00493058584263
* Handy: 004917634567260
* Handy: 004915751363880


### Betriebsrat „Berlin HUB”
* E-Mail: lieferat-berlin@mailbox.org


### Bechert Rechtsanwält*innen
* Website: https://www.arbeitsrecht-berlin.de
* E-Mail: kanzlei@arbeitsrecht-berlin.de


### Lieferando
* Leiter Unternehmenskommunikation: Oliver Klug
* presse@lieferando.de


### Fleetlery
* Geschäftsleitung: Micheal Kingreen / Timo Kerzel
* info@fleetlery.com


QUELLEN

[1] Der Standard: „Lieferando kündigt alle Rider und stellt gesamte Logistik auf freie Dienstverträge um“: https://www.derstandard.at/story/3000000261760/lieferando-kuendigt-alle-rider-und-stellt-gesamte-logistik-auf-freie-dienstvertraege-um

[2] ARD Tagesschau: „Lieferando baut rund 2.000 Fahrerstellen ab“: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/lieferando-stellenabbau-100.html

[3] EU-Plattform Regulierung: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=OJ:L_202402831

[4] Aktion gegen Arbeitsunrecht: „Wolt: Lohnraub in kriminogenem Subunternehmer-Dickicht“: https://arbeitsunrecht.de/wolt-lohnraub-in-kriminogenem-subunternehmer-dickicht/

[5] ARD Kontraste: „Lieferdienste – moderne Ausbeutung?““: https://www.ardmediathek.de/video/kontraste/lieferdienste-moderne-ausbeutung/rbb/Y3JpZDovL3JiYl8wMWY5YTVjZC1iNjdkLTRiOTUtODNiYS03M2VhMjhlZjc1ZWVfcHVibGljYXRpb24

[6] ZDF WISO: „Job beim Lieferdienst – wie Fahrer ausgebeutet werden”: https://www.youtube.com/watch?v=aD9q_h-onDw

[7] nd: „Lieferdienst Wolt kommt erneut vor Gericht davon”: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1192039.lohnzahlungen-lieferdienst-wolt-entkommt-erneut-vor-gericht.html

[8] taz: „Prozess gegen Lieferdienst Wolt – Immer diese Einzelfälle”
„Der Lieferdienst Wolt wurde in Berlin verklagt, weil ein „Flottenpartner” einer Fahrerin keinen Lohn gezahlt hat”: https://taz.de/Prozess-gegen-Lieferdienst-Wolt/!6095299/

[9] Bundesministerin für Arbeit und Soziales: Bärbel Bas (SPD): https://www.instagram.com/reel/DOq-sgfkwey/

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