U.S. Hafenarbeiter verurteilen Iran-Krieg

Die International Longshore and Warehouse Union (ILWU) ist eine Gewerkschaft, die hauptsächlich Hafenarbeiter an der Westküste der Vereinigten Staaten, auf Hawaii und in British Columbia, Kanada, vertritt. Die ILWU wurde 1937 nach dem West Coast Waterfront Strike von 1934 gegründet, einem dreimonatigen Streik, der in einem viertägigen Generalstreik in San Francisco, Kalifornien und der Bay Area gipfelte.

Das klare Statement der ILWU unterscheidet sich positiv vom dröhnenden Schweigen der regierungstreuen deutschen Gewerkschaftsbürokratie. Man kann keine Rechte der Arbeiter verteidigen, wenn man die Kriegspolitik der eigenen Regierung unterstützt. Stoppt alle Waffenlieferungen nach Israel. Bundeswehr raus aus dem Mittleren Osten.

Erklärung der ILWU: Kein Krieg mit dem Iran

Der Internationale Vorstand der International Longshore and Warehouse Union verurteilt aufs Schärfste den jüngsten Beginn eines zerstörerischen und rücksichtslosen Krieges der US-Regierung im Iran. Dieser Krieg, der erst am 28. Februar dieses Jahres begann, hat bereits Tausende von Menschenleben gefordert und globale Lieferketten und Energiemärkte massiv beeinträchtigt, wodurch die Welt unsicherer geworden ist. In unserer langen und stolzen Geschichte haben wir uns stets entschieden für den Frieden eingesetzt und uns gegen die Verwicklung in sinnlose Kriege am anderen Ende der Welt ausgesprochen. Auch dieser Krieg bildet da keine Ausnahme.

Während gewählte Politiker Kriege beginnen, zahlt am Ende immer die Arbeiterklasse den Preis. Von Tausenden unschuldigen Zivilisten, darunter Hunderten von Kindern, die bei Luftangriffen im Nahen Osten getötet wurden, bis hin zur wachsenden Zahl gefallener US-Soldaten – dieser Krieg hat bereits viel zu viele Leben zerstört. Wem nützt das? Dem amerikanischen Volk wurde nie ein stichhaltiger Grund genannt, warum dieser Krieg unsere Sicherheit erhöhen sollte. Jeder einzelne der Milliarden Dollar, die für diesen Krieg ausgegeben wurden, fehlt für Schulen, bezahlbaren Wohnraum oder Gesundheitsversorgung.

Die Einleitung eines Krieges ohne Zustimmung des Kongresses ist ein Affront gegen die demokratischen Prinzipien unseres Landes. Diese Angriffe sind ohne Kriegserklärung des Kongresses illegal – und ein Kennzeichen des Imperialismus. Wir fordern den Kongress auf, seiner Pflicht nachzukommen – der Pflicht, für die ihn das amerikanische Volk gewählt hat: eine Resolution zur Wiederherstellung der Kriegsbefugnisse zu verabschieden, um das Machtgleichgewicht zugunsten des Kongresses wiederherzustellen und den sofortigen Abzug der US-Truppen aus diesem illegalen Krieg zu fordern. Ob Kuba, Iran oder Grönland – wir können einen destabilisierenden Krieg, der nichts zur Sicherheit unseres Landes beiträgt, nicht länger finanzieren. Beenden Sie den Krieg gegen den Iran.

Quelle: https://www.ilwu.org/ilwu-statement-of-policy-no-war-with-iran/

Von Istanbul bis Buenos Aires: Am 1. Mai weltweite Demonstrationen gegen Krieg, Krise und Kapitalismus

Redaktion PERSPEKTIVE ONLINE

Am Arbeiter:innenkampftag, dem 1. Mai, zogen auch international Millionen durch die Straßen. In hunderten Städten weltweit kam es zu Demonstrationen mit verschiedenen Schwerpunkten – gegen Krieg und Imperialismus, den Abbau von Arbeiter:innenrechten, schlechte Arbeitsbedingungen oder neoliberale Politik. Teilweise sahen sich die Protestierenden harten Repressionen ausgesetzt.

Titelbild flickr. „ufcw770, CC BY 4.0

Am 1. Mai, dem internationalen Kampftag der Arbeiter:innen, gab es nicht nur in zahlreichen Städten Deutschlands Demonstrationen gegen Krieg, Aufrüstung und Sozialabbau auf dem Rücken der Bevölkerung, sondern ebenfalls in hunderten Städten weltweit. Auch in der Türkei und Kurdistan sind Zehntausende auf die Straße gegangen. Im Mittelpunkt der Proteste standen u.a. deutliche Kritik an Kriegspolitik, wirtschaftlicher Krise und mangelnder Demokratie. Besonders große Demonstrationen fanden in Wan (türkisch: Van) und Istanbul statt.

In Wan folgten Tausende dem Aufruf der Gewerkschaften und anderer Organisationen. Unter dem Motto „Brot, Arbeit, Freiheit“ zog schon am Vorabend des 1. Mai ein Demonstrationszug durch die Stadt. In den Reden wurden vor allem die wirtschaftliche Notlage, Arbeitslosigkeit und Ausbeutung thematisiert. Gleichzeitig wurde die politische Situation kritisiert, darunter die Absetzung der gewählten Stadtverwaltung und deren Auswechslung durch staatliche Zwangsverwalter.

https://perspektive-online.net/2026/05/repressionswelle-gegen-revolutionaerinnen-in-der-tuerkei-kurz-vor-dem-1-mai/embed/#?secret=Wa9SuBieT3#?secret=oEMN2xJHvL

In Istanbul kam es bei der jährlichen Demonstration zum 1. Mai zu brutalen Szenen, als Demonstrierende versuchten, den von der Polizei abgesperrten Taksim-Platz im Stadtzentrum zu erreichen. Dabei übte die Polizei massive Gewalt aus und ging mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die Teilnehmenden der Demonstration vor. Im Verlauf des Tages wurden in der türkischen Metropole über 500 Protestierende festgenommen und zahlreiche bei Polizeieinsätzen verletzt. In den Stadtvierteln Kadıköy und Kartal dagegen durften 1.Mai-Feiern stattfinden, bei denen sich Menschen zahlreich zusammenfanden. Auch in vielen weiteren Städten wie Dersim, Batman, Urfa, Antep, Izmir und Ankara fanden Demonstrationen statt.

Gegen neoliberale Politik und bessere Arbeiter:innenrechte: 1. Mai in Argentinien und Peru

Ebenfalls in vielen Städten Lateinamerikas gingen Tausende auf die Straßen und wurden dabei von Gewerkschaften, NGO und linken Gruppen unterstützt. Dabei standen Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen sowie höheren Löhnen im Mittelpunkt. In einigen Ländern wie Argentinien oder Peru richteten sich die Proteste spezifisch gegen die neoliberale Politik der Regierungen.

In Buenos Aires versammelten sich tausende Protestierende, um sich lautstark gegen die geplante Arbeitsmarktreformen des ultrarechten Präsidenten Javier Milei zu stellen. Die Reform sieht unter anderem eine Einschränkung des Kündigungsschutzes sowie Beschneidungen des Streikrechts vor.

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Streik gegen Kriegs- und rassistische Einwanderungspolitik in den USA

In den USA haben sich am 1. Mai tausende Menschen an landesweiten Protesten und einem sogenannten „wirtschaftlichen Boykott“ beteiligt: Unter dem Motto „No school, no work, no shopping“ fanden rund 3.500 Aktionen statt – darunter Streiks, Demonstrationen und Blockaden in zahlreichen Städten.

Im Zentrum der Proteste standen Kritik an wirtschaftlicher Ungleichheit, Kapitalismus, Kriegspolitik und den Einwanderungsbehörden wie ICE. Besonders sichtbar waren Aktionen der Jugendbewegung Sunrise Movement, deren Aktivist:innen unter anderem die New Yorker Börse blockierten und in mehreren Städten Proteste organisierten, bei denen es auch zu Festnahmen kam. Weitere Aktionen richteten sich gegen Amazon, das Department of Homeland Security sowie gegen den Einfluss großer Tech- und Konzernchefs.

Auch Beschäftigte aus dem Bildungs- und Gesundheitswesen beteiligten sich mit Streiks und Demonstrationen. In mehreren Bundesstaaten kam es zu Schulschließungen und massiven Walkouts von Schüler:innen und Lehrkräften. Gewerkschaften und linke Organisationen betonten dabei, dass Arbeitskraft und Konsum als politische Machtmittel eingesetzt werden müssten, um wirtschaftliche und soziale Veränderungen zu erzwingen.

https://perspektive-online.net/2026/03/massenhafter-protest-gegen-ice/embed/#?secret=2s5Ss4CNCe#?secret=D86EaBlHSI

Die Proteste wurden von einem breiten Bündnis aus Gewerkschaften, Klimagruppen, migrantischen Organisationen und linken Bewegungen getragen. Ziel sei es laut Organisator:innen, langfristig die Voraussetzungen für einen Generalstreik in den USA zu schaffen.

Polizeigewalt in Manila und Tausende für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen indischer Arbeiter:innen

In der philippinischen Hauptstadt Manila kam es ebenfalls zu brutalen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Teilnehmer:innen der „May-Day“-Proteste. Hier wurde neben besseren Arbeits- und Lebensbedingungen besonders für eine Ende des Kriegs der USA gegen den Iran demonstriert, da die philippinische Bevölkerung stark von den durch den Krieg ausgelösten hohen Ölpreisen betroffen ist. Dabei kam es in der Nähe der US-Botschaft zu größeren Auseinandersetzungen.

Bei den Demonstrationen am 1. Mai in Indien standen besonders die Lebensbedingungen der Tages- und Vertragsarbeiter:innen im Vordergrund: Diese sehen sich in vielen Fällen extrem unsicheren Arbeitsverhältnissen und schlechten Löhnen ausgesetzt. In der nordindischen Millionenstadt Srinagar war unter den Protestierenden eine große Anzahl an Frauen, die lautstark mehr Rechte und Sicherheiten für Arbeiterinnen forderten.

Generalstreik gegen Krisenmanagement auf dem Rücken griechischer Arbeiter:innen und Räumung von Prosfygika

In Griechenland wurde zum 1.Mai von vielen Gewerkschaften ein landesweiter Generalsstreik ausgerufen, der für 24 Stunden einen Großteil des Verkehrs lahmlegte.. In Athen riefen Gewerkschaftsgruppen wie ADEDY oder PAM zu Protesten auf, die sich gegen ein Krisenmanagement auf dem Rücken der Arbeiter:innen stellte. Neben der Forderung nach faireren Löhnen und besseren Tarifverträgen stellten sich die Teilnehmer:innen besonders gegen die Mietpolitik und die steigende Gentrifizierung in der griechischen Hauptstadt.

Im Mittelpunkt standen dabei u.a. die Auseinandersetzungen um das besetzte Viertels Prosfygikas, das bald geräumt werden soll. Prosfygika ist ein selbstverwaltetes Wohnviertel im Zentrum Athens mit rund 400 Bewohner:innen aus vielen Ländern. Die acht Wohnblöcke wurden in den 1930er Jahren für Geflüchtete aus Kleinasien gebaut und haben sich seit den 2000er Jahren durch Zuzug von Migrant:innen, Aktivist:innen und politischen Gruppen zu einem kollektiv organisierten Projekt entwickelt. Die Gemeinschaft reagiert mit Selbstorganisation, Solidaritätskampagnen und Widerstandsaktionen wie Hungerstreiks auf die Räumungsdrohung und versteht sich als Teil internationaler sozialer Kämpfe.

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Die Gemeinschaft organisiert sich über wöchentliche Vollversammlungen und zahlreiche autonome Strukturen, die zentrale Bereiche des Alltags abdecken – darunter Versorgung, Bildung, Gesundheit und Kinderbetreuung. Ziel ist ein selbstbestimmtes, solidarisches Zusammenleben jenseits staatlicher und kapitalistischer Logiken.

Internationale Solidarität in Brüssel und Kritik an Abschaffung des 1. Mai als Feiertag in Paris

In Brüssel sind am 1. Mai tausende Menschen feministischer, ökologischer, kurdischer und internationaler Organisationen zu einer internationalen Demonstration durch die Innenstadt gezogen. Besonders auffällig war die starke kurdische Beteiligung, die dem Protest mit Fahnen, Slogans und politischen Parolen wie „Jin, Jiyan, Azadî“ ein deutliches Profil gab.

Die Demonstration verband soziale Forderungen mit klarer Kapitalismus- und Kriegskritik. In Reden und Erklärungen wurde das aktuelle globale System als Ursache von Ausbeutung, Ungleichheit und Krisen beschrieben. Ein Schwerpunkt lag auf der Situation in Kurdistan und Westasien.

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Auch in der französischen Hauptstadt Paris war der Protest abermals lautstark und kämpferisch. Ebenfalls unter dem Motto „Brot, Frieden und Freiheit“ hatten Gewerkschaften landesweit zu Demonstrationen aufgerufen, wobei sich tausende für die Rechte der Arbeiter:innen in Paris versammelten. Besonders im Fokus stand dabei zusätzlich die aktuelle Debatte in Frankreich, den 1.Mai als einzigen verpflichtenden und bezahlten Feiertag abzuschaffen. Gegen diese Reform stellten sich Gewerkschaften unter dem Motto „Don’t touch Mayday!“.

Erstveröffentlicht auf Perspektive online am 2.5. 2026
Von Istanbul bis Buenos Aires …

Wir danken für das Publikationsrecht.

Impressionen 1 Mai 2026 – kämpferische Signale auf der DGB Demo Berlin!

Im Vorfeld hatte es von der Basis heftige Kritik an Losung und Aufruf des DGB gehagelt.

Das offizielle DGB-Motto zum „Tag der Arbeit“, lautete: ,,Erst unsere Jobs, dann eure Profite“.

Das Netzwerk für eine kämpferische Verdi hat „Eure Profite“ frech durchgestrichen. Sicherung von Profiten kann doch wohl niemals unser Geschäft sein, wenn wir es mit der Sicherung der Lebensinteressen der Werktätigen wirklich ernst nehmen. Die Kolleg:innen forderten:

Holen wir uns unseren 1. Mai zurück.

Wir sagen:

  • Milliarden aus Rüstung und Profiten der Banken und Konzerne für Gesundheit, Soziales, Bildung und höhere Löhne.
  • Schluss mit dem Co-Management der Gewerkschaften,
  • Schluss mit dem Burgfrieden.

Lasst uns unsere Gewerkschaft zum Kampforgan machen!

Kämpferisch auch die IG Metall Jugend:

weltweit für Solidarität, Gerechtigkeit und die Rechte von Beschäftigten. Weltweit nehmen wir uns an diesem Tag die Straẞe und demonstrieren. Wer den 1. Mai verbieten will, kriegt es mit uns zu tun.

Vertreter:innen der Gewerkschaftsjugend machten immer wieder deutlich: Wehrpflicht, Nein Danke.

Die GEW Berlin erklärte klipp und klar:

Wir halten dieses System am Laufen und sollen gleichzeitig angekündigte Kürzungen tragen. Das ist keine Notwendigkeit, das sind politische Entscheidungen. Nicht unsere Forderungen sind zu viel, sondern die wachsende Ungleichheit.

Es war ein strahlend schöner Sonnentag. Ein Demonstrant meinte: “ So sieht unsere Zukunft aus, wenn wir alle zusammenstehn auf der Welt und kämpfen.“

Um 11 Uhr war Aufstellung am Strausberger Platz. Dieses Jahr waren es deutlich mehr als die vergangenen Jahre. Laut Polizei waren es 7000, laut Veranstalter 12 000 Teilnehmrer:innen. Wir wissen aber, daß die Berliner Polizei nicht zählen kann. Bei „besorgten Bürgern“ sieht sie sogar doppelt.

Der eigentliche Block der DGB Gewerkschaften war deutlich geprägt von den vielen Betriebsgruppen. Angefangen von den im unerbittlichen Kampf um Gleichstellung stehenden Vivantes Kolleg:innen bis zu Autowerkern von Mercedes Berlin Marienfelde, die endlich die Mobilisierung für Streiks gegen „das Jobmassaker“ in der Autoindustrie forderten oder ihren Tesla Kolleg:innen, die „Hoch die Internationale Solidarität“ skandierten. Die Abschaffungsversuche des 1. Mai als arbeitsfreier Tag und die Aushöhlung von Errungenschaften wie den 8 Stundentag und die Entgeldfortzahlungen im Krankheitsfall haben viele Kolleg:innen richtig wütend gemacht. Tesla in Gründheide spielt die Speerspitze für das Kapital im Umgang mit kranken Beschäftigten. Die Tesla Kolleg:inen brauchen in ihrem Kampf dagegen unbedingt die Solidarität von uns allen. Es ist auch unser Kampf. Tech-worker forderten endlich „gewerkschaftliche Organisierung“ in ihren Betrieben. Die „Krankenhausreform“ wurde rundweg abgelehnt.

Der „klassenkämpferische Block“ machte dieses Jahr den größten Teil des Demonstrationszuges aus. Er fasste noch deutlicher und kreativ zusammen, was die Gewerkschaftlichen Aktivisten aus den Betrieben zunehmend bewegt. Ohne den Kriegskurs ins Visier zu nehmen und ohne internationale Solidarität kommt der gewerkschaftliche Kampf nicht mehr aus der Defensive heraus.

Wer heute den Völkermord in Gaza ausblendet, eröffnet das Scheunentor für kapitalistische Barbarei überall. Schwarz-braune Typen wie Nethanyahu, Trump und Elon Musk gefährden die ganze Welt.

Lasst die Arbeit ruhen. Keine Stunde für den Krieg, 7 Stunden an 5 Tagen per Gesetz bei vollem Lohn. Das bringt uns Frieden.

Auf die Straße gegen imperialistische Barbarei. Alle zusammen, Rheinmetall entwaffnen.

Lohnabhängige und Gewerkschaften in die Offensive! Zusammen gegen Lohnabbau, Militarisierung und Aufrüstung!

Die aktive Gewerkschaftsbasis scheint von dem Totschweigen des Militarisierungskurses nichts mehr zu halten. Das Märchen „Es ist kein Geld da“ nimmt keiner mehr ernst. Das hat inzwischen wohl auch die Berliner DGB Führung gemerkt. So wurde auf der Kundgebung in der zentralen Rede des IG BAU Vorsitzenden Robert Feiger erstmals seit langem das Thema aufgegriffen. Es sind die Völker, die arbeitenden Menschen in den direkt betroffenen Ländern dieser Welt, die unter den aktuellen geopolitischen Verwerfungen, unter Konfrontation und Krieg mit Leben, Gesundheit und sozialer Existenz bezahlen. Und zu den Menschenn in unserem Land führte er aus:

Für viele bedeuten diese Kriege Inflation und Instabilität. Für viele junge Menschen in diesem Land bringen diese Kriege nie gekannte Ängste, für viele ältere Menschen in diesem Land kehren Albträume zurück. Aber für die Reichsten klingeln die Kassen. Schlappe 90 Milliarden Dollar haben die 20 reichsten Menschen am Iran-Krieg an den Börsen verdient. Dieses Geld stinkt zum Himmel, Kollegen und Kolleginnen. Wir wollen keine Politik, die Krieg befeuert, keine Politik, die auf Aufrüstung setzt.

Feiger betonte ausserdem, was uns alle angeht und wofür gekämpft werden muss:

  • Finger weg vom Arbeitszeitgesetz! Der Acht-Stunden-Tag ist eine Errungenschaft – keine veraltete Regel.
  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – egal woher jemand kommt!
  • Rente mit 67 oder noch später? Wer 40 Jahre körperlich hart gearbeitet hat, weiß: nicht realistisch.
  • Wohnen ist kein Luxus, sondern ein Grundrecht.
  • Gesundheit ist keine Ware. Was wir brauchen, ist eine solidarische Finanzierung, in die alle einzahlen – auch hohe Einkommen und große Vermögen.

Am Abend fand dann in Berlin Neukölln/Kreuzberg die Revolutionäre 1.Mai Demo statt. Mehrere10 Tausend (selbst die Polizei schätzte einschließlich der Kundgebung im Görlitzer Park 60 000) gingen auf die Straße. Auch hier deutlich mehr als letztes Jahr. Besonderer Markenkern: internationale Solidarität gegen imperialistische Staatsräson. Gaza darf nicht in Vergessenheit geraten. Laut Polizei blieb es diesmal „weitgehend friedlich“. Kommentar einer Teilnehmerin dazu: „Es war so voll, dass die Polizei kaum mehr Platz und ein Durchkommen fand, so daß ihr Unheil stiften fast unmöglich war.“ Fast!

Fotos: Georg Heidel, Jochen Gester, Ingo Müller, Peter Vlatten

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