Trump und Netanjahu haben die „Pforten der Hölle“ geöffnet – linker Diskurs Nahost

Die Spannungen und Konkurrenz zwischen den Großmächten USA, China, aber auch Russland und EU verschärfen sich immens. Der US Imperialismus verteidigt seine Vorherrschaft wie ein Raubtier. Die Kriege in Nahost weiten sich aus. Der Kreis der Beteiligten und Betroffenen wird täglich größer. Die Ereignisse überstürzen sich. Sämtliche Widersprüche in der Nahost Region zwischen Ländern, Ethnien, Religionen geraten in Bewegung, spitzen sich zu und drohen ausser Kontrolle zu geraten. Neben den direkten Kriegsopfern und Zerstörungen drohen ein nuklearer Gau, eine Wasserkatastrophe, eine Umweltkatatsrophe durch brennendes Öl, ein geoökonomischer Flächenbrand. Kapitalismus, Imperialismus und faschistische Gewalt zeigen sich zunehmend von ihrer barbarischsten Seite. Israel im Schutzschatten der USA schlägt um sich gegen Iran, Libanon, Syrien, Westjordanland, Jemen und GAZA.

Diese Entwicklung wirft Fragen auf. Wie sind die Kräfteverhältnisse einzuschätzen? Was sind die möglichen regionalen, was die geopolitischen Auswirkungen? Wo und wer sind die Kräfte des antiimperialistischen Widerstands? Wie organisieren wir Solidarität? Kann nur eine sozialistische Befreiung die Alternative zu Imperialismus und Krieg sein? Es ist wichtig, hierzu als Linke offen den Diskurs zu führen. Der folgende Beitrag ist wichtiger Teil davon . (Peter Vlatten)

Für eine sozialistische Alternative zu Imperialismus und kapitalistischem Krieg!

SOL, 15.März 2026

Die erneute Entfesselung der Kriegshunde gegen den Iran durch die Schurkenregime von Trump und Netanjahu hat für die Massen im gesamten Nahen Osten die „Pforten der Hölle“ geöffnet. Der genozidale Krieg gegen das palästinensische Volk in Gaza und die verstärkte Unterdrückung und faktische Annexion des Westjordanlands haben sich nun mit dem Krieg gegen den Iran noch verschärft. Dies verwickelt die Golfstaaten und den gesamten Nahen Osten in den Konflikt.

Von Tony Saunois, Sekretär des Committee For a Workers´ International (CWI)

Die Massenproteste, die zum Jahreswechsel im Iran gegen das brutale, theokratische iranische Regime ausgebrochen waren, wurden von der Diktatur brutal niedergeschlagen. Mit heldenhaftem Mut brachen erneut Proteste an den Universitäten aus. Danach startete Trump, nachdem er eine Armada zusammengestellt hatte, zusammen mit der israelischen Armee einen Luftangriff, nachdem er wie im letzten Jahr „Friedensgespräche“ mit dem iranischen Regime hinausgezögert hatte. Die ganze Zeit über bereiteten sie eine Militäroffensive vor. Und was war ihr Motiv dafür?

Sie kümmern sich wenig um demokratische Rechte und noch weniger um das Leiden des iranischen Volkes. Hinter dieser Militäraktion steht das klare Ziel, einen Regimewechsel im Iran durchzusetzen und ein gefügiges iranisches Regime zu bilden. Mit der Ausweitung des Krieges hat das israelische Regime seine Angriffe wieder aufgenommen und seine Truppen erneut in den Libanon entsandt.

Das eigentliche Motiv der Regierungen Trump und Netanjahu ist die Neugestaltung des Nahen Ostens. Netanjahu verfolgt seit langem das erklärte Ziel, „Eretz Yisrael“ (ein Groß-Israel) zu errichten, die palästinensische Bevölkerung zu vertreiben und einen Regimewechsel im Iran herbeizuführen. Zusammen mit dem Ziel, mit gefügigen Regimes in Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten zusammenzuarbeiten, soll damit eine sichere Region für die imperialistischen Interessen der USA geschaffen werden. Auf diese Weise würde die wachsende Herausforderung Chinas für den US-Imperialismus geschwächt werden.

Trump und Netanjahu schienen der Illusion zu unterliegen, sie könnten wiederholen, was sie in Venezuela getan hatten, als Maduro entführt wurde. Das heißt, die Galionsfigur zu entfernen und mit einem gefügigen Regime zusammenzuarbeiten – im Falle Venezuelas sind dies Teile des bolivarischen Regimes –, das bereit ist, sich Trump und den imperialistischen Forderungen der USA zu unterwerfen.

Der Iran ist jedoch nicht Venezuela. Die Ermordung des iranischen Obersten Führers Ali Khamenei und anderer wichtiger Führer des Regimes hat bislang nicht zu dessen Zusammenbruch oder zum Seitenwechsel von Teilen des Regimes geführt, wie es in Venezuela der Fall war. Die Ermordung Khameneis hat ihn in den Augen der Anhänger des Regimes im Iran und eines großen Teils der muslimischen Welt zu einem Märtyrer gemacht – einem zentralen Element in der schiitischen Religion.

Die beiden Sensenmänner hoffen, dass sie durch Raketen und Bomben, die auf den Iran niedergehen, einen Regimewechsel erreichen können. Einige befürworten Reza Pahlavi, den Sohn des ehemaligen Schahs, als Oberhaupt eines neuen Regimes. Doch viele Menschen im Iran hegen tiefe Feindseligkeit gegenüber dem ehemaligen Regime des Schahs, der 1979 gestürzt wurde.

Trump rief die iranische Bevölkerung zum Aufstand auf, während er Raketen auf Städte im ganzen Land abfeuerte. Trump wollte, dass das iranische Volk als Kanonenfutter dient – um später einfach beiseite geschoben zu werden. Während eines regionalen Krieges ist eine solche Entwicklung derzeit höchst unwahrscheinlich. Kein Regime in der Geschichte wurde jemals einfach durch Luftangriffe gestürzt. Sollte das Regime durch Luftangriffe nicht gestürzt werden können, hat Trump nun den Einsatz von Bodentruppen nicht ausgeschlossen. Eine solche Entwicklung würde die Krise nur verschärfen und in den USA explosive Folgen haben.

Die USA haben die katastrophalen Erfahrungen im Irak und in Libyen vergessen, als der westliche Imperialismus intervenierte, um die bestehenden Regime zu stürzen, und haben nach dem Sturz des Regimes keine Alternative oder keinen Plan. Sowohl der Irak als auch Libyen wurden in sektiererische und ethnische Konflikte gestürzt und wurden zu „failed states”. Sollte das iranische Regime schließlich implodieren, was möglich ist, könnte es zu einer ähnlichen Katastrophe kommen, die noch mehr Blutvergießen mit sich bringen würde. Die Unruhen und Konflikte würden sich in noch größerem Maße auf den gesamten Nahen Osten auswirken.

Dieser Angriff würde als Angriff auf die muslimische Welt angesehen werden und trotz des reaktionären Charakters des iranischen Regimes eine antiimperialistische Stimmung in weiten Teilen des „globalen Südens“ schüren.  Dies kann auch zu einer hohen Wahrscheinlichkeit eines Wiederauflebens reaktionärer muslimischer fundamentalistischer Organisationen und internationaler Rache-Terroranschläge führen, was die ethnischen und religiösen Spaltungen in einigen Ländern vertiefen würde.

Eine vielschichtige Krise

Die anhaltenden Bombardierungen durch den US-Imperialismus und das israelische Regime sowie die Gegenangriffe des iranischen Staates auf US-Streitkräfte in den Golfstaaten und anderen Ländern haben den globalen Kapitalismus in eine vielschichtige globale Krise gestürzt. Sie droht eine große internationale Wirtschaftskrise auszulösen und die Preise für Öl und Gas in die Höhe zu treiben. Zeitweise stieg der Preis für Flüssigerdgas (LNG) um über 50 Prozent nachdem die Energieproduktionsanlagen in Katar in Ras Laffan und Mesaieed geschlossen worden waren.

Nun wurde die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr gesperrt. Zuvor wurden drei Öltanker angegriffen. Dies könnte katastrophale Folgen für den globalen Kapitalismus haben, da 20 Prozent der weltweiten Rohöltransporte durch diese Meerenge erfolgen. Sollte der Krieg länger andauern, wird dies globale Auswirkungen haben. Für Asien könnte dies verheerende Folgen haben, da 82 bis 84 Prozent der Öllieferungen, die durch die Meerenge transportiert werden, für asiatische Märkte, insbesondere China und Indien, bestimmt sind. Dies könnte Indien und andere Länder leicht in eine Rezession treiben, die sich auf Europa und andere Regionen auswirken würde. Mehrere EU-Länder haben sich in letzter Zeit in Handelsabkommen eher Asien zugewandt, da sie unter Trump mehr Autonomie gegenüber den USA anstreben.

Vor diesem Hintergrund versucht China Berichten zufolge derzeit, Druck auf das iranische Regime auszuüben, damit es die Straße von Hormus wieder öffnet, und fordert außerdem die USA, Israel und den Iran auf, die Angriffe einzustellen. China bezieht 13 Prozent seiner Rohölimporte aus dem Iran. Insgesamt werden 33 Prozent der chinesischen Öl- und 25 Prozent der Gasimporte über die Straße von Hormus transportiert. Der Verlust dieser Lieferungen könnte China zu engeren Beziehungen mit Putin drängen, insbesondere um die Ölversorgung sicherzustellen. Bereits jetzt stammen 20 Prozent der chinesischen Rohölimporte aus Russland. Ausgehend von diesem Konflikt kann China seine Position auf internationaler Ebene stärken, insbesondere in einigen Regionen des globalen Südens

Der militärische Angriff von Trump und Netanjahu hat zu weiteren Spaltungen und Konflikten zwischen den herrschenden Klassen geführt. Er hat auch zu einer polarisierten Spaltung innerhalb der Länder geführt. In den USA wird er die Polarisierung und Spaltung der Gesellschaft erheblich verstärken. Große Teile der herrschenden Klasse stehen nun in Konflikt mit Trumps Schurkenregime. Nachdem Trump im Präsidentschaftswahlkampf ein Ende der US-Auslandsinterventionen versprochen hatte, ist nun eine Revolte eines Teils seiner MAGA-Anhänger*innenschaft im Gange. Meinungsumfragen zeigen, dass nur 27 Prozent der US-Amerikaner*innen den Angriff auf den Iran unterstützen. Nach der Massenbewegung in Minneapolis gegen den brutalen Einsatz von Tausenden von ICE-Beamt*innen (eine paramilitärische staatliche Organisation, die faschistische Unterdrückungsmethoden anwandte und Trump zum Rückzug zwang) hat die politische und soziale Krise in den USA einen Wendepunkt erreicht.

Die multipolaren Konflikte in der Welt verschärfen und intensivieren sich infolge des Beginns des Krieges gegen den Iran. In Europa ist die EU uneinig darüber, welche Position sie einnehmen soll. Der britische Premierminister Starmer lehnte es zunächst ab, den US-Streitkräften die Nutzung britischer Militärstützpunkte zu gestatten. Dann änderte er seine Meinung und stimmte zu. Das reichte jedoch nicht aus, um Starmer vor einer Ohrfeige von Trump zu bewahren, der ihn als „Enttäuschung“ bezeichnete und sagte, er habe es nicht mit einem „Churchill“ zu tun.

Der deutsche Bundeskanzler Merz erklärte, das Völkerrecht sei nun „irrelevant“. Andere, wie der spanische Ministerpräsident Sanchez, lehnen den Krieg ab und haben den USA die Nutzung spanischer Militärstützpunkte verweigert. Als Reaktion darauf hat Trump erklärt, dass nun der gesamte Handel mit Spanien blockiert werde.

Die Tatsache, dass Macron, Starmer und Merz am 28. Februar ohne die übrigen EU-Staaten eine eigene Erklärung abgegeben haben, in der sie keine Position zum Angriff der USA und Israels bezogen, zeigt die sich auftuenden Spaltungen. Als Ausdruck der rivalisierenden nationalen Interessen erklärte der deutsche Kanzler Merz kurz vor seiner Reise zu einem Treffen mit Trump in Washington, dass „internationale Regeln relativ wenig Wirkung haben – umso mehr, wenn Verstöße kaum Konsequenzen haben”. Obwohl eine Umfrage in Deutschland ergab, dass nur 29 Prozent der Deutschen den Angriff der USA und Israels unterstützten, fügte Merz hinzu: „Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, unseren Partnern und Verbündeten Vorträge zu halten.“

Die wachsende Kluft zwischen den USA und Europa und die zunehmende Militarisierung zeigen sich darin, dass Frankreich anderen europäischen Ländern anbietet, sich unter seinen nuklearen Schutzschirm zu begeben. Es gibt Berichte über Verhandlungen über die Stationierung französischer „nuklearer Mittel” in den Niederlanden, Deutschland und Polen. Sollte dies geschehen, würde dies den Konflikt mit Putin in Russland erheblich verschärfen.

Die Rolle Chinas

Ein entscheidendes Element in den imperialistischen globalen Beziehungen ist derzeit die Gegenwehr der USA gegen den wachsenden Einfluss Chinas. Der Iran ist ein entscheidender Faktor in der geopolitischen Strategie Chinas. Über den Transport von Öl und Gas durch die Straße von Hormus hinaus ist der Iran Teil einer von drei „Landbrücken” nach Europa. Dies ist Teil der „Belt and Road Initiative”, zu der auch eine direkte Eisenbahnverbindung zwischen Teheran und Xi’an gehört, die im Mai 2025 eröffnet wurde. Die Behauptung der USA, sie hätten die iranischen Marineoperationen zerstört und damit die Möglichkeit des Iran, die Seewege zu kontrollieren, unterbunden, wird Auswirkungen auf China haben.

China und Russland haben aus ihren eigenen Gründen Trumps Vorgehen scharf kritisiert. Es gab eine erhebliche Vertiefung der Handelsbeziehungen, der Lieferketten und der wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen China und Asien, Lateinamerika, Afrika und Teilen Europas. Es entfaltet sich ein Kampf um die Vorherrschaft über die Lieferkettenrouten. Dies war ein wesentlicher Bestandteil von Trumps Behauptung, Grönland zu übernehmen und damit die Schifffahrtswege zu kontrollieren.

Das Entstehen einer gestärkten Handelsallianz innerhalb der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) spiegelt die sich international abzeichnende Veränderung des Kräfteverhältnisses wider. Dies stellt zunehmend eine Herausforderung für die imperialistische Vorherrschaft der USA dar. Innerhalb dieses Blocks gibt es viele Spaltungen und interne Widersprüche sowie einen Mangel an einer kohärenten Position zu vielen Themen. Dennoch stellt er einen Teil der sich entwickelnden Herausforderung für den US-Imperialismus dar. Trump möchte durch die Verhängung von Zöllen und anderen Maßnahmen die BRICS-Staaten und andere Blöcke, die entstehen könnten, zerschlagen. Zölle und andere Strafmaßnahmen werden jedoch nicht ausreichen, um die sich vollziehende Veränderung des globalen Kräfteverhältnisses aufzuhalten.

Der Krieg im Iran rückt diese historischen Veränderungen in den Fokus und ist Teil davon. Derzeit finden große Kriege statt – im Nahen Osten, in Europa/der Ukraine und andere große Konflikte, wie zwischen Pakistan und Afghanistan in Asien und im Sudan in Afrika. Putins Krieg in der Ukraine wird noch länger andauern.

Unter jungen Menschen und anderen herrscht verständlicherweise die Angst, dass die Welt gefährlich gewalttätig wird und vielleicht sogar am Rande eines Dritten Weltkriegs steht. Doch eine moderne Kriegsführung mit einem umfassenden militärischen Konflikt zwischen den großen imperialistischen Mächten würde heute wahrscheinlich zu einem nuklearen Armageddon führen. Dies würde die Arbeiter*innenklasse und die Armen sowie den Kapitalismus selbst auslöschen.

Dieser Albtraum ist heute noch nicht Realität. Damit dies geschieht, müsste die Arbeiter*innenklasse zerschlagen werden und in zumindest einigen der wichtigsten imperialistischen Länder bonapartistische Militärdiktaturen an die Macht kommen. Dies ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht der Fall.

Wie wir jedoch gesehen haben, werden Schurkenregime und Konflikte zwischen den kapitalistischen Mächten in der neuen Ära imperialistischer und nationaler Konflikte, in der wir uns derzeit befinden, zu größeren Konflikten und Kriegen führen. Die militärischen Manöver, die das chinesische Regime nach Trumps Angriff auf den Iran im März durchgeführt hat, waren als Warnung gedacht. Sollte China zu dem Schluss kommen, dass es in die Enge getrieben wird, könnte es einige Interventionen zum Schutz seiner strategischen Interessen vornehmen.

Eine sozialistische Alternative zu imperialistischen und kapitalistischen Kriegen

Die Schrecken, die sich weltweit abspielen, sind unlösbar, solange Kapitalismus und Imperialismus existieren. Die Lösung liegt in den Händen der Arbeiter*innenklasse, indem sie den Kapitalismus als Gesellschaftssystem beendet. Die Massen im Nahen Osten und international können kein Vertrauen in den Imperialismus oder eines der reaktionären kapitalistischen, feudalen Regime in der Region haben. Aus den Erfahrungen des Jahres 2011, als Diktaturen im Nahen Osten und in Nordafrika von den Massen gestürzt, aber dann letztlich durch neue Diktaturen ersetzt wurden, müssen Lehren gezogen werden. Die Arbeiter*innenklasse muss durch ihre Organisationen, die wiederbelebt und gegebenenfalls neu aufgebaut werden müssen, den Kampf gegen alle kapitalistischen und imperialistischen Kriege und kapitalistischen Politiker*innen aufnehmen.

Wir fordern:

  • Es sind Massenproteste gegen kapitalistische und imperialistische Kriege und Interventionen notwendig. Gewerkschaften und Arbeiter*innenorganisationen sollten zu Protesten aufrufen, um Solidarität mit den Massen im Nahen Osten zu zeigen und sich gegen den Krieg zu stellen.
  • Die Gewerkschaften müssen Streiks und andere Aktionen vorbereiten.
  • Die Bombardierungen müssen aufhören und das Blutvergießen in der Region beenden. Beendet den Krieg! Kein Krieg für Öl!
  • Alle imperialistischen Kräfte raus aus dem Nahen Osten. Für den Aufbau einer unabhängigen Massenbewegung der Arbeiter*innen und Armen im Iran und den Kampf für eine Regierung der Arbeiter*innen und Armen, die die demokratischen Rechte verteidigt und mit dem Kapitalismus bricht. Nieder mit der Todesregierung Netanjahus. Kein Vertrauen in den Imperialismus und die reaktionären Regime in der Region.
  • Baut einen gemeinsamen Kampf auf, um eine freiwillige demokratische sozialistische Konföderation des Nahen Ostens zu errichten, die die demokratischen und nationalen Rechte aller Völker des Nahen Ostens verteidigt. Für die Einheit der arbeitenden Menschen im Nahen Osten und international im Kampf gegen unsere gemeinsamen Feinde – Kapitalismus und Imperialismus. Für den Sozialismus als Gegenpol zur kapitalistischen und imperialistischen Barbarei.
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Titelbild: via Wikimedia commons

Internationaler Frauentag 2026 Berlin – eine kleine Nachlese

Gestern jährte sich der Weltfrauentag zum 115. Mal. Initiatorin war die Sozialistin, Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin, die sich für die Rechte der Frauen stark gemacht hat, unter anderem für das allgemeine Frauenwahlrecht. Von seinem Ursprung her war der Kampf um die Befreiung der Frau also schon verbunden mit dem antikapitalistischen Kampf um soziale und demokratische Rechte und gegen jegliche Form von Unterdrückung.

An der zentralen Demonstration in Berlin nahmen über 30 000 Frauen, LGBTQ Menschen und solidarische Männer teil. Viel mehr als die Jahre vorher.

Im Fokus standen nicht zuletzt gewerkschaftliche Forderungen nach Lohngleichheit, nach besseren Arbeitsbedingungen zum Beispiel in sozialen Berufen, das Recht auf selbstbestimmte Schwangerschaftsabbrüche oder die Bekämpfung von Kürzungspolitik. Aber auch für internationale Solidarität und gegen imperialiale Unterdrückung. Für Rechte von FLINTA*-Personen, oft unter dem Motto „Kein Feminismus ohne Internationalismus.“

Eine „Revolutionäre 8. März Demo“ startete später mit mehreren tausend Teilnehmer:innen um 15.00 Uhr am Kottbusser Tor . Die zentrale Botschaft dort: keine Instrumentalisierung des Kampfes für die Befreiung der Frau durch ihre Gegner. Betont wurde die Unzertrennlicheit vom Kampf gegen Kapitalismus, Imperialismus und Neokolonialismus. Gegen die aktuelle Entwicklung und Imperialistischen Kriege im Nahen Osten wurden ebenso konsequente Antworten wie gegen das Patriarchat gefordert.

Viele, viele Tausend Menschen waren gemeinsam unterwegs in der Verurteilung dieses heimtückischen Angriffes des US-Imperialismus auf den Iran, in Solidarität mit den Palästinenserinnen und Palästinensern.

Und überall: „Gegen den sexistischen Rollback“. Gegen die rechten Angriffe auf queere Menschen!

Die Berliner Polizei soll den Zug in der Sonnenallee dann wieder wie schon letztes Jahr ohne auslösenden Grund in der für sie „bekannten rassistischen Prägung und Frauenfeindlichkeit attackiert haben“. Wir werden den Vorwürfen nachgehen. Die Angriffe uniformierter Kräfte auf die Demonstration fanden wohl eine entschlossene disziplinierte Gegenwehr.

Hier ein kleines Bildportfolio mit Schnappschüssen von Lotte Roitzsch

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Für einen antikapitalistischen, revolutionären und internationalistischen Feminismus – Wo steht die Bewegung?

Für einen antikapitalistischen, revolutionären und internationalistischen Feminismus – Wo steht die Bewegung?

Anlässlich des Kampffrauentags. Ein Grundsatzartikel. „Dritter Kongress der Internationalen Sozialistischen Liga, Dezember 2025, Infomail 1304, 18. Februar 2026„. Wo steht die Bewegung? Wie hat sie sich entwickelt? In welchem Kontext findet der diesjährige Frauenkampftag statt? Eine umfassende faktenreiche marxistische Analyse. Keine leichte Kost. Unsere Empfehlung, den Beitrag trotz seiner Länge abschnittweise, aber zuende zu lesen. (Peter Vlatten)

Internationaler Kontext und die vierte feministische Welle

Die vierte feministische Welle, die auf die globalen Aufstände von 2012–2013 zurückgeht, entstand aus der Krise des Neoliberalismus und als Reaktion auf frauenfeindliche Politik. Sie war nicht nur eine Form des „digitalen“ oder „Hashtag“-Feminismus, sondern verband Online-Sichtbarkeit mit massiven Straßenprotesten und Versammlungen und wurde so zum spezifisch feministischen Ausdruck breiterer Volksaufstände. Von Lateinamerika über Europa bis zum Nahen Osten gingen Frauen und LGBTIAQ+-Personen auf die Straße, um Forderungen wie ein Ende geschlechtsspezifischer Gewalt, das Recht auf Abtreibung, gleiche Bezahlung und Freiheit der Geschlechtsausdrucksform zu stellen. Der Internationale Frauenstreik, die „#Ni Una Menos“-Bewegung und unzählige Mobilisierungen am 8. März in über 80 Ländern brachten Millionen Menschen zum Handeln und schufen neue, oft horizontale und versammlungsbasierte Organisationsformen, die verschiedene feministische Strömungen und soziale Sektoren zusammenbrachten.

Diese vierte Welle erreichte zwischen 2015 und 2020 ihren Höhepunkt und inspirierte eine radikalisierte Jugend, die offen für antikapitalistische und revolutionäre Ideen war. Heute steht die Bewegung jedoch vor einem Rückgang – nicht nur wegen der Pandemie oder der nur teilweisen Erfolge, sondern auch wegen des weltweiten Aufstiegs autoritärer und rechtsextremer Regime. Reaktionäre Kräfte haben die Rücknahme feministischer und LGBTIAQ+-Errungenschaften zu einem zentralen Punkt ihrer politischen Agenda gemacht. In diesem Sinne ist die Gegenreaktion gegen die vierte Welle nicht nur zyklisch, sondern auch strukturell und Teil der autoritären Neugestaltung des globalen Kapitalismus. Die Verteidigung der Errungenschaften der vierten Welle kann daher nicht von dem umfassenderen Kampf gegen Autoritarismus, Rechtsextremismus und die neoliberale Ordnung selbst getrennt werden. Ein antikapitalistischer, revolutionärer und internationalistischer Feminismus muss dieser Offensive mit derselben Kreativität, Radikalität und Internationalität begegnen, die die Entstehung der vierten Welle geprägt haben.

Reaktionäre Offensive der extremen Rechten gegen Geschlechterrechte

Die extreme Rechte geht mit einer globalen Offensive gegen die Rechte von Frauen und LGBTIAQ+ vor, als Teil einer breiteren antisozialen und antidemokratischen Agenda. Rechtsextreme Regierungen auf allen Kontinenten untergraben aktiv hart erkämpfte Rechte.

Ein Überblick über die Situation von Frauen und dissidenten Gruppen weltweit:

• Nordamerika: Unter Politiker:innen wie Donald Trump zielen die Maßnahmen darauf ab, das Geschlecht biologisch zu definieren, HIV-Präventionsprogramme abzubauen und ein traditionelles Familienmodell zu fördern, das die Unterordnung der Frauen verstärkt. In den USA gibt es keine Gesetze gegen Femizid, wodurch das Land bei der Dokumentation und Strafverfolgung von geschlechtsspezifischen Morden hinter vielen anderen Ländern zurückbleibt. Obwohl bis zur Hälfte der ermordeten Frauen Opfer ihrer Intimpartner sind, macht das Fehlen einer gesetzlichen Definition die Statistiken unzuverlässig und führt zu einer Untererfassung der Fälle. Im März 2025 haben die USA es wieder abgelehnt, die CEDAW (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women; Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau) zu unterstützen, und sind damit das einzige G7-Land, das nicht dem Vertrag beigetreten ist – was zu den anhaltenden Angriffen auf reproduktive und LGBTIAQ+-Rechte passt. Im Mittelpunkt dieser Agenda steht die christliche Rechte, die im weißen evangelikalen Protestantismus verwurzelt ist. Obwohl sie ursprünglich in den 1970er Jahren gegründet wurde, um rassistisch getrennte christliche Privatschulen zu verteidigen, hat sich die Bewegung der Abtreibung als ihrem gemeinsamen Anliegen zugewandt. Heute spielt sie eine entscheidende Rolle bei der Gesetzgebung gegen Gender und LGBTIAQ+ und war maßgeblich an der Aufhebung von Roe versus Wade beteiligt, wobei sie ihre Positionen auf biblische Autorität stützte. In diesem Zusammenhang entwarf die konservative Heritage Foundation das berüchtigte „Projekt 2025“, das vier Hauptziele festlegt: die Wiederherstellung der „amerikanischen Familie“, den Abbau des Staates, die Verteidigung der nationalen Grenzen und die Sicherung des „göttlichen Rechts“ der/s Einzelnen. Mit anderen Worten: eine offensive Agenda, die auf einer reaktionären, gegenrechten Ideologie basiert.

Südamerika: In Brasilien hat Bolsonaro eine gegenrechte Agenda etabliert, die zutiefst frauenfeindlich ist und LGBTIAQ+ ablehnt. Er hat unter anderem Änderungen im Bildungssystem eingeführt und Hindernisse für die Umsetzung des Abtreibungsgesetzes (das unter vier Umständen legal ist) geschaffen. In Argentinien hat Milei seit Beginn seiner Regierung demokratische und geschlechtsspezifische Rechte angegriffen und zuvor errungene politische Maßnahmen, wenn auch mit Einschränkungen, rückgängig gemacht. Seit seiner Rede auf dem Davos-Forum Anfang 2025 haben sich die Angriffe verschärft, die sich gegen die LGBTIAQ+-Gemeinschaft richten und mit der Aufhebung des Gesetzes zur freiwilligen Schwangerschaftsunterbrechung (Ley de Interrupción Voluntaria del Embarazo; IVE), der rechtlichen Einstufung von Femizid und sogar der Leugnung der Existenz von Geschlechterungleichheit drohen. In El Salvador führt Bukele eine Offensive gegen das, was die extreme Rechte als „Genderideologie“ bezeichnet, ähnlich wie in den vorherigen Beispielen, und greift hart erkämpfte Rechte an. Trotzdem haben große antifaschistische und antirassistische Mobilisierungen auf dem ganzen Kontinent die Pläne der südamerikanischen extremen Rechten gebremst.

• Europa: Rechtsextreme Politiker:innen wie Giorgia Meloni in Italien und Marine Le Pen in Frankreich versuchen, ihr öffentliches Image „zu feminisieren“, halten aber an ihrer fremdenfeindlichen, rassistischen und migrationsfeindlichen Rhetorik fest, vor allem gegenüber muslimischen und afrikanischen Bevölkerungsgruppen. Es gibt keine echte Verteidigung der Frauenrechte.

• Afrika: Im Jahr 2024 hatte Afrika die weltweit höchste Rate an Tötungsdelikten durch Intimpartner – mehr als doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt. In der vom Königreich Marokko besetzten Westsahara ist die Unterdrückung westsaharischer Aktivistinnen besonders brutal. In Südafrika wird alle drei Stunden eine Frau getötet. Im November 2023 veröffentlichte der Human Sciences Research Council (HSRC; Forschungsrat der Humanwissenschaften) die erste nationale Studie des Landes zu geschlechtsspezifischer Gewalt, die ergab, dass solche Gewalt in „tief verwurzelten sozialen Normen und Strukturen begründet ist, die die männliche Dominanz aufrechterhalten und Geschlechterhierarchien verstärken … was zu der Unterordnung von Frauen, systemischen Ungleichheiten und Gewalt gegen Frauen führt“. Der kenianische Politiker Peter Kaluma führt derzeit eine Kampagne für das Parlament an, um ein Gesetz zum Schutz der Familie zu verabschieden, das gleichgeschlechtliche Beziehungen, queere Aktivitäten und damit verbundene Befürwortungskampagnen verbieten würde. Der ugandische Präsident Yoweri Museveni hat eines der strengsten Anti-Homosexuellen-Gesetze der Welt erlassen. Ugander:innen müssen jetzt mit lebenslanger Haft für gleichgeschlechtliche Beziehungen und in Fällen von „schwerer Homosexualität“ sogar mit der Todesstrafe rechnen. Es ist wichtig zu erwähnen, dass europäische Gruppierungen und die extreme Rechte in den USA ihr Interesse an Afrika wiederbelebt haben und zahlreiche Konferenzen auf dem gesamten Kontinent veranstalten, um die von Trumps Wiederwahl vorangetriebene Agenda 2025 zu fördern. Kinderheirat wird weiterhin durch archaische Normen auf dem gesamten Kontinent verteidigt, wo die Gesetze von Kamerun, Nigeria, Senegal, Südsudan, Sudan und Tansania sie immer noch erlauben.

Naher Osten: Die Agenda der zionistischen rechtsextremen Bewegung ist die Schaffung eines autoritären, nationalistischen jüdischen Staates, der auf jüdischem Recht basiert. Die Auswirkungen dieser Gesetze auf palästinensische Frauen, die in Israel leben (20 %), sind noch schädlicher. Auch anderswo im Nahen Osten sehen wir die gleiche Art von rechtsextremen Angriffen auf Frauen und LGBTIAQ+-Personen in sogenannten „religiös-fundamentalistischen“ Regierungen und Regimen, in denen hyperpatriarchalische Handlungen offen zur Schau gestellt werden. Gesetzesreformen im Irak, die Kinderehen ab dem Alter von 9 Jahren erlauben und islamischen Gerichten mehr Autorität in Familienangelegenheiten geben, sind klare Beispiele für diese Offensive. Im Jahr 2021 hat der Iran Abtreibung, Verhütung und freiwillige Sterilisation unter Strafe gestellt. Im Jahr 2024 wurde ein Gesetz verabschiedet, das das Tragen des Hidschāb vorschreibt und bei Nichtbefolgung Geldstrafen und lange Haftstrafen sowie Einschränkungen bei den Beschäftigungs- und Bildungsmöglichkeiten für Frauen und Mädchen vorsieht. (Das Gesetz wurde nach öffentlichen Protesten ausgesetzt, aber nicht aufgehoben.)

• Asien: Laut Weltbank lebt mehr als die Hälfte der weiblichen Weltbevölkerung im asiatisch-pazifischen Raum. In Ländern wie Indonesien und Malaysia ist sexuelle Gewalt weit verbreitet, Kinderheirat ist nach wie vor üblich und die Gesetze diskriminieren Frauen, indem sie Ehemännern weitreichende Befugnisse einräumen. Viele indonesische Frauen wandern aufgrund mangelnder Chancen aus und sind selbst an Zielorten wie Hongkong Ausbeutung und Gewalt ausgesetzt. In Ländern wie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Afghanistan ist Homosexualität strafbar und kann mit Gefängnis oder sogar dem Tod bestraft werden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo eine konservative Auslegung der Scharia gilt, sind sexuelle Beziehungen außerhalb der heterosexuellen Ehe ebenfalls strafbar und können zu Gefängnisstrafen, Geldstrafen, chemischer Kastration, Abschiebung und Hinrichtung führen.

Ein zentrales Element dieser Offensive ist das Bestreben, das traditionelle (westliche) Familienbild als einzig legitimes Sozialmodell wiederherzustellen. Damit versucht die extreme Rechte, die Reproduktionsarbeit wieder in den privaten Bereich zu verlagern, die Unterordnung der Frauen zu normalisieren und die kollektive, soziale Verantwortung für die Pflege zu untergraben.

Dieses ideologische Manöver fließt auch in den breiteren „Kulturkrieg“ oder Kampf gegen den sogenannten Wokeismus ein, der zu einem verbindenden Banner für autoritäre, nationalistische und konservative Kräfte in verschiedenen Regionen geworden ist. Diese Offensive ist nicht einfach eine Gegenreaktion auf feministische Fortschritte, sondern Teil einer strukturellen Neugestaltung des globalen Kapitalismus.

Sie nutzt taktische Anpassungen, um ihre Unterstützung zu verbreitern, und ihre wachsende Anziehungskraft unter jungen Männern, die sich oft um frauenfeindliche und fremdenfeindliche Ideologien mobilisieren, erfordert aktive Wachsamkeit und koordinierten internationalen Widerstand.

Aktuelle Leseempfehlung:Iran und Nahost: Jubel, Schweigen, aber auch Trauer und Wut über US und Israels Angriffe – ein Spiegel über „in weiße Tücher gehüllte Kindheit“

Feminisierung der Armut und geschlechtsspezifische Gewalt

Laut UN Women (2023) ist die Gleichstellung der Geschlechter noch Jahrhunderte von ihrer Verwirklichung entfernt. Frauen sind weiterhin mit ungleichen Löhnen konfrontiert und tragen die Hauptlast der reproduktiven Arbeit, der Pflege und Kindererziehung. Geschlechtsspezifische Gewalt ist immer noch alarmierend hoch und wird durch wirtschaftliche, klimatische und bewaffnete Krisen noch verschärft, von denen Frauen und Mädchen unverhältnismäßig stark betroffen sind, wie in Gaza, der Ukraine, im Sudan und in Äthiopien zu sehen ist.

Diese Realitäten unterstreichen den engen Zusammenhang zwischen geschlechtsspezifischer Unterdrückung, Kapitalismus, Patriarchat und globalen Krisen. Der Kampf für Rechte kann nicht losgelöst vom breiteren Kampf gegen wirtschaftliche Ausbeutung, Klima„gerechtigkeit“ und Krieg gesehen werden.

Institutioneller Feminismus, falscher Progressivismus und staatliche Kooptierung

In den letzten Jahren hat der institutionelle Feminismus unter sogenannten „progressiven“ Regierungen an Bedeutung gewonnen, die feministische Rhetorik übernehmen, ohne echte strukturelle Veränderungen umzusetzen. Diese Institutionalisierung lenkt die Bewegung in Wahl- oder symbolische Rahmenbedingungen, die den Kapitalismus nicht in Frage stellen – und trennt so den feministischen vom antikapitalistischen Kampf. Zwar wurden in diesen Zeiten einige Erfolge erzielt, doch sind diese fragil und begrenzt, was die Notwendigkeit eines fortgesetzten Kampfes gegen den Kapitalismus bekräftigt.

Fälle wie Chile zeigen, wie solche Strategien radikale Mobilisierung verwässern und auf lokale Aktionen reduzieren, die Kompromisse mit dem Staat eingehen. Diese Formen des „falschen Progressivismus“ tragen kaum zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen aus der Arbeiter:innenklasse bei und verschärfen oft die Feminisierung der Armut, Abtreibungsbeschränkungen und Rechtsverletzungen. Reformen sind oft oberflächlich, untergeordnet der kapitalistischen Logik und Sparmaßnahmen.

In Argentinien gab es während der Kirchner-Ära einige Fortschritte, darunter die Legalisierung der Abtreibung. Das Vertrauen in diese Regierungen führte zu Mobilisierung und dem Gefühl, dass alle Ziele erreicht worden seien. Die Unfähigkeit, den uneingeschränkten Zugang zu Abtreibungen umzusetzen, und der Aufstieg von Milei zeigten jedoch, dass unter dem Kapitalismus kein Sieg von Dauer ist.

Die Notwendigkeit einer revolutionären Lösung

Ohne Klassenkampf ist kein Sieg möglich. Die Einheit innerhalb der Arbeiter:innenklasse ist unerlässlich, um gemeinsam mit allen anderen sich überschneidenden Kämpfen und Forderungen voranzukommen. Daher muss die Arbeiter:innenklasse das revolutionär-feministische Programm als ihr eigenes übernehmen und es in ihre umfassendere Strategie zur Emanzipation der gesamten Menschheit integrieren. Nur dann können wir eine wirklich revolutionäre, feministische und vielfältige Kraft aufbauen. Angesichts des Rechtsrucks reformistischer Feminismen und des Versagens pseudoprogressiver Regierungen müssen Frauen und die LGBTIAQ+-Community außerdem gemeinsam mit ihren Genoss:innen aus der Arbeiter:innenklasse eine revolutionäre Alternative aufbauen.

Der revolutionäre Feminismus betont die Bedeutung von Massenmobilisierung und breiter Organisation, da der Kapitalismus die Ungleichheit der Geschlechter als Mittel zur Gewinnmaximierung und Aufrechterhaltung der sozialen Kontrolle aufrechterhält. Deshalb werden feministische Kämpfe, die den Kapitalismus nicht in Frage stellen, immer nur teilweise und vorübergehend sein.

Die ganze Abhandlung könnt Ihr hier lesen

Titelbild: Dritter Kongress der Internationalen Sozialistischen Liga

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