Für einen selbstbestimmten Wiederaufbau der Ukraine – Veranstaltung

Veranstaltung
Für einen selbstbestimmten Wiederaufbau der Ukraine. Soziale Rechte sichern, Entschuldung durchsetzen !

Samstag, 8. Juni 2024, 13 bis 18.30 Uhr, IG Metall Haus, Alte Jakobstr. 149

Dialog mit Gewerkschafter*innen und Aktivist*innen aus der Ukraine

Das Land ist weltweit der drittgrößte Schuldner des IWF, die zusätzlichen Kosten für den Wiederaufbau nach dem Krieg werden derzeit auf 750 Mrd. Dollar geschätzt. Diese Schulden und die Auflagen der EU bedrohen den Lebensstandard und die sozialen Rechte der Beschäftigten im privaten wie im öffentlichen Sektor, obwohl sie die Hauptlast des Krieges tragen. Ihre Sichtweise spielt auf der Ukraine Recovery Konferenz, die von der Bundesregierung und der EU-Kommission am 11. und 12. Juni 2024 in Berlin ausgerichtet wird, keine Rolle.

Der Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall Berlin und die Initiative »Solidarität mit ukrainischen Gewerkschaften – Humanitäre Hilfe« organisieren daher eine Veranstaltung, bei der gewerkschaftlich aktive Kolleg:innen und Aktivist:innen von sozialen Bewegungen aus der Ukraine zu Wort kommen. Es haben zugesagt Kolleg:innen von ArcelorMittal, Kryvyj Rih, eines der größten Stahlwerke der Ukraine, der Krankenhausinitiative #BeLikeNina und der Studierendengewerkschaft Direct Action.

Themen, die auch in Workshops bearbeitet werden, sind:

  • Abbau der sozialen Rechte, insbesondere Arbeitsrechte, in der Ukraine
  • Entschuldung als Voraussetzung für einen selbstbestimmten Wiederaufbau
  • Schließung von Hochschulen und Zerstörung von Bildungsstätten
  • Organisierung von Interessenvertretung im Gesundheitswesen
  • Neue gewerkschaftliche Ansätze in der Ukraine und in Deutschland
Weitere Infos und Anmeldungen: info@gewerkschaftliche-ukraine-solidaritaet.de
aktueller Flyer mit Programm
Anmerkungen Forum Gewerkschaftliche Linke zum Thema

Kümmern um die sozialen Belange und gewerkschaftliche Arbeit im Schatten hegemonial kapitalistischen Kriegsgeschehens kann zur Quadratur des Kreises werden.

Laut IndustriAll und Europäischen Gewerkschaftsbund gehörte die Ukraine schon vor dem russichen Angriff zu den europäischen Ländern mit den geringsten Löhnen, den schlimmsten Arbeitsbedingungen und restrektiven Gesetzen, die den Handlungsspielraum für Gewerkschaften und Beschäftigte auf ein Minimum einschränkten. Unter Kriegsrecht machte die Selensky Regierung dann ihre vorbereiteten Pläne zur Zerschlagung „unabhängiger“ Gewerkschaften und ihrer Enteignung weitgehend wahr. Die “Gewerkschaften sollen zu bloßen Organen der »Bürgerkontrolle« degradiert werden, die die Einhaltung des Gesetzes überwachen.” [1]Ukraine: Regierung droht Gewerkschaften mit kompletter Entmachtung | ÖGB (oegb.at) [2]Ukrainischer Geheimdienst beschlagnahmt 80 Gewerkschaftseinrichtungen – massive Einschränkung von Arbeiter:innenrechten geplant » Perspektive (perspektive-online.net) [3] Gewerkschaften in der ukraine wikipedia Unliebsame, nicht gehörige und nicht zur Kooperation bereite Gewerkschafter:innen wie auch linke Oppositionelle werden zum Schweigen [4] Notizen von einem Treffen mit der Revolutionären Arbeiterfront (RFU), Ukraine gebracht. Ihnen gehört unsere besondere Solidarität.

Ohne Frieden ist alles nichts!“ Dieser langjährige Grundsatz gewerkschaftlicher Friedensarbeit wird auch im Ukainekrieg zur bitteren Gewissheit. Jeder Kriegstag mehr bedeutet mehr Ukrainier:innen als Kanonenfutter in einem Stellvertreterkrieg zwischen westlichen und russischen Interessen. Jeder Kriegstag mehr vergrößert das Heer von Vertriebenen und deren schamlose Ausbeutung. Jeden Kriegstag mehr wechseln Land und Produktionsanlagen in die Hände westlichen Kapitals. Jeden Kriegstag mehr wächst der ukrainische Schuldenberg. Große Teile des letzten US „Hilfspaketes“ erhielt die Ukraine nur auf Kredit. Selbst die von russischen Oligarchen konfiszierten Gelder soll die Ukraine nur als Schuldverschreibung erhalten. Jeder Kriegstag mehr um der vermeintlichen „Freiheit willen“ führt die Ukrainer:innen – unter der gegenwärtigen imperialen kapitalistischen Dominanz- einen Schritt weiter in die totale soziale, ökonomische und damit auch poilitische Abhängigkeit und Unterdrückung.

Keine Waffenlieferungen! Asyl für alle Kriegsdienstverweigerer!

Grossdemo in Berlin setzt Zeichen für ein freies Palästina für Alle!

Westjordanland, GAZA, Nakba – Menschenrecht bleibt unteilbar! Ein freies Palästina für alle! Das war neben der Verurteilung der israelischen Besatzungs-und Vertreibungspolitik und dem Völkermord in Gaza die Kernbotschaft einer grossen Demonstration zum Abschluss der diesjährigen Nakbagedenkwoche in Berlin.

Nicht Weggucken. Nicht vergessen. Auch wenn hierzulande versucht wird, solche Proteste zu diffamieren und zu unterdrücken.

Angemeldet hatten die Veranstalter 2000 Teilnehmer. Schließlich waren es gut 12 000 (laut Polizei 6200) meist junge Leute, die sich nicht abschrecken ließen und trotz „Staatsräson“ an der Demonstration beteiligten.

Die versammelten Menschen auf dem Oranienplatz in Berlin wirkten wie ein Spiegelbild der von ihnen vertretenen Vision. Ein Spiegelbild von Völkerverständigung. Ein Spiegelbild von einer befreiten Gesellschaft, in der Menschen – „from the river to the sea“ – unterschiedlicher Völker und Herkunft , unterschiedlicher religiöser, sexueller oder weltanschaulicher Orientierung friedlich und selbstbestimmt zusammenleben. Aber Einigkeit in der widerständigen Ablehnung jeglicher hegemonialer, kolonialer und imperialer Unterdrückung und Instrumentalisierung! Viele der Gesichter zeugten von Selbstbewusstsein gegenuber der westlichen Doppelmoral. „Die westlichen Werte kannst Du nach GAZA in die Tonne treten“, meinte ein Demonstrant. Die Brandmauer gibt es international schon lange nicht mehr. Viele, die sich bei uns als „Brandmauer“ inszenieren, treten global als Brandstifter auf.

Unübersehbar neben Muslim:innen und Palästinser:innen die vielen Israel:innen und Jüd:innen, die sich öffentlich gegen die israelische und westliche Politik bekannten, aber eben auch Christ:nnen, die sich bewusst als solche zu erkennen gaben. Ein buntes Völkergemisch aus allen gesellschaftlichen Schichten. Arbeitende und Studierende. Femmist:innnen und Gays. Und prägend eine neu aufkeimende antiimperialistische und antikapitlalistische Jugendbewegung, die sich wohl auch von einer Staatsrepression nicht mehr mundtot machen lassen will. Die Zahl der Protestcamps wächst weltweit täglich an.

Immer und immer wieder wurde skandiert:“Hoch die internationale Solidarität!“, „Stoppt den Genozid“ , „Free Palestine“ und „Deutschland finanziert, Israel bombardiert“.

Was Du gar nicht sehen konntest: die Symbole der großen Organisationen der Zivilgesellschaft wie Kirchen, Umweltverbände oder Gewerkschaften oder der herrschenden demokratischen Parteien, die sonst soviel von „demokratischer Vielfalt“ reden. Ausgehend von einer in die deutsche Elitekultur eingebundenen Führung gucken oder ducken die Fuktionäre lieber weg oder lassen sich sogar zum Handlanger einer „Staatsräson“ machen, die angesichts der täglich bekannt werdenden Fakten an Absurdität kaum zu überbieten ist.

Was Du dagegen erleben konntest an diesem Samstag auf dem Oranienplatz: echte selbstbestimmte Vielfalt von unten. Die meisten Teilnehmer sind aus ganz eigenem Entschluss zum Protest gekommen. Lediglich Flaggen linker Organisationen waren in überschaubarer Menge zu sehen.

Zweidrittel der Menschen in Deutschland lehnen schon lange das Vorgehen Israels in GAZA ab. Die „Staatsräson“ bekommt immer deutlichere Risse, trotz aller Repressalien, aller Ausgrenzungs- und Diffamierungsversuche. Gerade im Wissenschafts- und Kulturbereich melden sich immer mehr Stimmen gegen die deutsche „Cancelculture“ und Verfolgung missliebiger Meinungen zu Wort. Letzte Woche hat auch Ver.di erstmals gegen die repressive Praxis an den Berliner Hochschulen Stellung bezogen.

Das Agieren der Berliner Behörden und Polizei ist inzwischen vielleicht nicht mehr so plump wie in den Anfangsmonaten des aktuellen Nahostkonfliktes. Aber viele empfanden es auch diesmal wieder als die bekannte Mischung aus Provinzposse und provokativem Machtgehabe preußisch – deutscher Tradition. Kurt Weiss berichtet: „Zu den Auflagen gehörte unter anderen das Verbot Regenschirme aufzuspannen oder Transparente so hoch zu halten, dass man die Gesichter nicht mehr filmen kann. Die Polizei hat ständig provozierend kleine Trupps in die Demonstration geschickt. Mehrfach wurde die Demo von der Polizei für längere Zeit gestoppt, was bei den Jugendlichen verständlich Ärger auslöste, der sich mit einzelnen Böllern Luft machte. In der Leipziger Straße hat die Polizei den Lautsprecherwagen beschlagnahmt, weil „verbotene Losungen“ gerufen worden sein sollen. Demonstrationsrecht und Meinungsfreiheit wurden buchstäblich mit Füßen getreten. „

Blockierte Demo und kritische Situation, Foto Kurt Weiss

In der Berichterstattung der Presse am Folgetag findest Du meistens nur noch die Darstellung der Polizei und der Genozid im Zuammenhang mit Gaza wird als reine „Verschwörungstheorie“ abgetan. Trotz des für die ganze Weltöffentlichkeit sichtbaren nicht nachlassenden Massenmords an der Zivilbevolkerung in Gaza. Trotz entsprechender Stellungnahmen der Institutionen der internationalen Völkergemeinschaft und Maßgaben des internationalen Gerichtshofs. Wieder einmal zeigt sich, die Wahrheit müssen wir schon selbst verbreiten!

Wenn die Veranwortlichen in der Berliner Politik gedacht haben, sie kriegen die Wahrheit zu Palästina vom Tisch und die Bewegung klein, dann haben sie sich bis jetzt zumindest gründlich geirrt.

Herr Kapitalist

Gedicht und Bildcollage Peter Jüriens

Herr Kapitalist

Deine hunderten prächtigen Herden
sind schon lange ins Trockene gebracht – Das eine Lamm der Armen auf Erden
friert in Regen und Winternacht.

Und doch bist Du nicht zufrieden
und doch bist Du noch nicht satt
Deine Fresssucht ist entschieden
größer, als es je Hunger hat.

Und doch musst Du noch mehr raffen
Und die Armen noch weiter ausbluten
Sie woll’n Leben, doch Du verkaufst Waffen
Du gehörst halt nicht zu den Guten.

Und Deine hunderten Herden
weiden auf des Lammes Gebeinen
so, daß Kinder zertrampelt werden
und die Mütter nur endlos weinen,

Und die Väter nur endlos hassen
Und das wird dann immer schlimmer
Und Du kannst das Rauben nicht lassen
Und Du wirst das nicht einsehen, nimmer!

Darum muss man es Dir nehmen
Und man muss Dich dann gut bewachen
Sonst würdest Du ganz ohne Schämen
Bis zum Untergang weitermachen

Deine hunderten riesigen Herden
die gebühren den Armen der Welt.
Das ist, wie es ist, Herr Kapitalist –
Und wird niemals vergeben werden.

PMJJ2024

Wir danken Peter für die Publikationsrechte

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