Pflegenotstand betrifft uns alle! Unterstützt den Streik der Pflegekräfte an der Charité!

Mit der Frühschicht am 2 September traten hunderte in der Verdi organisierte Pflegekräfte in den Streik. Drei Tage Warnstreik sind geplant. Vorerst.

Was ist passiert?

2021 hat die Berliner Krankenhausbewegung – d.h. Kolleg:innen an der Charité und bei Vivantes in Berlin Tarifverträge Entlastung erkämpft.
Diese Tarifverträge legen Besetzungsstärken fest. Im Kern wird geregelt, dass Pflegekräfte, die von einer hausintern definierten Unterbesetzung betroffen sind, mit zusätzlicher Freizeit, Sachleistungen oder Geld entschädigt werden. Die Folge ist eine bessere Personal-Patienten-Relation. Die Charité musste seit Inkrafttreten der Tarifverträge ca. 1000 neue Pflegekräfte einstellen. Zur Entlastung der Beschäftigten. Zum Wohle einer besseren Patientenversorgung.

Nichts ist so beständig im Kapitalismus wie die Unbeständigkeit von Verbesserungen für Beschäftigte und Bevölkerung!

Die Großklinik gerät in die roten Zahlen. Hintergründe: Der Sparkurs des Berliner CDU/SPD Senats trifft den Gesundheitsbereich besonders hart. Die mit der Bundesgesundheitsreform verschärften Vorgaben werden zudem das Defizit in der Krankenversorgung vergrößern. Tribute einer „Zeitenwende“, in der alles Geld für einen Großmacht- und Militarisierungskurs zusammengekratzt wird. Der Vorstand des Hochschulkrankenhauses kündigte den Entlastungstarifvertrag deshalb zum Jahresende.

Ohne Tarifvertrag Entlastung wird es in Zukunft wieder weniger Personal und damit weniger Zeit für Patient*innen und gute Gesundheitsversorgung geben. Kein kranker Mensch möchte von einer Pflegekraft im Burnout-Modus versorgt werden.

Die Berliner Krankenhausbewegung erklärt:

„In der ersten Verhandlung hat die Charité eine massive Verschlechterung des Tarifvertrages vorgeschlagen. Die Kolleginnen an der Charité setzen sich zur Wehr und zeigen, dass sie sich das nicht gefallen lassen. Die Politik und auch die Charité wollen die Zeit zurück drehen – zurück in die Zeiten des Pflegenotstandes, der Überarbeitung, der Patientinnengefährdung. Das werden wir nicht zulassen!! Deshalb stehen wir solidarisch mit den Streikenden an der Charite! Und dafür brauchen wir die Unterstützung aller!

Streikrecht eingeschränkt

Das Arbeitsgericht Berlin ist im Verfahren zum Streik an der Charité weitgehend den Anträgen des Charité-Vorstands gefolgt. !? Damit gelten für den Streik Notdienstvorgaben, die in einigen Bereichen sogar über der Besetzung im Normalbetrieb liegen.

Das grundgesetzlich geschützte Streikrecht der Beschäftigten wird massiv eingeschränkt.

Absurd. Die Einschränkung wird mit der Sicherstellung der Patientenversorgung begründet. Dabei streiken die Beschäftigten gerade für eine nachhaltige bessere Patientenversorgung und gegen eine Kahlschlagspolitik, die diese umfassend gefährdet.

Verdi erklärte zu den Auswirkungen der bisherigen Notdienstverordungen:

An der Charité wurde in den letzten 15 Jahren mehrfach unter Anwendung von Notdienstvereinbarungen gestreikt, wie sie ver.di auch in der aktuellen Auseinandersetzung angeboten hat. ver.di war dem Charité-Vorstand sogar in mehreren wichtigen Punkten weit entgegengekommen. Die Charité hat bis heute keinen Fall dargelegt, in dem es unter diesen Notdienstvereinbarungen zu einer Patient*innengefährdung gekommen ist

Der Streik wird heute am Donnerstag fortgesetzt. Die Streikenden beraten dann, wie sie mit der neuen Situation umgehen.

Die weitere Einschränkung des Streikrechts, der wirksamsten Waffe der Arbeitenden ist ein Skandal und muss von allen Gewerkschaften zurückgewiesen werden.

Der Streik geht uns alle an. Die Streikenden brauchen unsere Unterstützung
Die Delegiertenversammlung der IG Metall nächste Woche sollte sich mit den Beschäftigten der landeseigenen Betriebe solidarisch erklären und gegen die dortigen Einschränkungen des Streikrechts energisch protestieren! 

Wie kannst du den Streik unterstützen?

  • Teile diesen Beitrag und weitere Infos
  • Komm zu Streikkundgebungen und Demos. Das stärkt dem Pflegepersonal den Rücken!
  • Fordere Politiker und Politikerinnen in Deinem Wahlkreis auf, die Forderungen der Streikenden zu unterstützen und sich für deren Streikrecht einzusetzen.
  • Komm zu Treffen des Unterstützer*innen-Kreises, nächstes Treffen am 7.9. um 18 Uhr im Franz Mehring Platz 1
Termine
  • 3.9. um 10 Uhr groẞe gemeinsame Demo vom Charite Campus Mitte
  • 4.9. um 10 Uhr Streikkundgebung an jedem Standort

Standorte: Virchow Klinikum Mittelallee 10, Charite Mitte Luisenstraẞe 65, Klinikum Benjamin Franklin Eingang West in Steglitz

Titelbild: Berliner Krankenhausbewegung




9,19 km Friedensfahrt für die Umsetzung des interkoreanischen 9.19-Militärabkommens

Die Grenze zwischen Nord- und Südkorea ist einer der Brennpunkte weltweiter imperialer Vorherrschaftspolitik insbesondere des Kampfes der USA um weltweite Hegemonie .

Am 19. September 2018 vereinbarten Nord- und Südkorea mit dem historischen 9.19-Militärabkommen, die Kriegsgefahr auf der Koreanischen Halbinsel zu verringern und dauerhaften Frieden zu schaffen. Acht Jahre später sind die Gespräche jedoch zum Stillstand gekommen, und die militärischen Spannungen nehmen wieder zu.

In Berlin, einem Symbol für Teilung und Wiedervereinigung, findet deshalb die 5. Friedens-Radtour für Korea statt. Gemeinsam mit Berliner Bürgerinnen und Bürgern radeln Koreanerinnen und Koreaner eine symbolische Strecke von 9,19 km – als Zeichen der Erinnerung an das Abkommen und als Hoffnung auf die Wiederaufnahme des Dialogs.

Wir laden Sie herzlich ein, gemeinsam ein Zeichen für Frieden und Versöhnung zu setzen.

Anschließend geht es weiter zum Tiergarten, wo wir bei Kimbap Zeit für einen Austausch und das gesellige Beisammensein der Teilnehmenden haben.
Fahrrad: Bitte bringen Sie Ihr eigenes Fahrrad mit oder nutzen Sie ein Leihfahrrad.

#Kontakt: info@puacnec.org (Peaceful Unification Advisory Council – Northern Europe Chapter)

Wann: Samstag, 12. September 2026, 16:00 – 18:00
Treffpunkt: ZK/U, Siemensstraße 27, 10551 Berlin


Route: ZK/U (Friedensstatue „Trostfrauen“) ➔ Botschaft der Republik Korea ➔ Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea ➔ Brandenburger Tor (Insg. 9.19km)*
*Die Route kann sich je nach den Umständen noch ändern.

Nicht zum Nulltarif

Finanzbedarfe einer umfassenden Verkehrswende und Ansätze der Gegenfinanzierung

4. September 2026, 18:00 – 19:30 Uhr, Haus der IG Metall, Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin

Titelbild: Screenshot BVG-Info

Viele Konzepte für eine gerechte Mobilitätswende scheitern nicht nur am mangelnden politischen Willen und unterbesetzten Planungs- und Verwaltungskapazitäten, sondern vor allem an der Finanzierung. Eine gerechte Mobilitätswende ist nicht zum Nulltarif zu haben.

Der Ausbau des Nah- und Schienenverkehrs, gute Arbeitsbedingungen, bezahlbare Fahrpreise (bis hin zum Nulltarif im ÖPNV) sowie neue Produktionskapazitäten brauchen erhebliche Investitionen und finanzielle Mittel. Wer eine gerechte Mobilitätswende will, muss daher viel stärker auch die Frage der Umverteilung oder besser gesagt, des „Rückverteilens“ stellen.

Doch, wie hoch ist eigentlich der Finanzierungsbedarf? Und wie könnten diese Mittel aufgebracht werden – und durch wen? Die hier vorliegende Studie klärt Finanzbedarfe einer umfassenden Verkehrswende und entwirft Ansätze einer möglichen Gegenfinanzierung.

Es gilt Machtressourcen praktisch zu bündeln, von Gewerkschaften wie Ver.di, EVG und die IG Metall, ebenso wie Umweltbewegungen wie BUND oder Fridays for Future, den Paritätischen Gesamtverband, linke Parteien und Bewegungen etc. Trotz bestehender Differenzen, kann die Finanzierungsfrage viel Gemeinsamkeit stiften. Wir diskutieren, inwiefern die vorliegende Studie dafür gute Argumente liefert, für eine gemeinsame sozial-ökologische (Klassen-)Praxis.

Vorstellung der gleichnamigen Studie von Hendrik Sander und Carl Waßmuth, im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung, vorgestellt von Hendrik Sander.

Mit Kommentaren von Andreas Schackert (Bundesfachgruppenleiter Busse verdi) und Benjamin Hoff (Leiter IG Metall Grundsatzabteilung), Moderation: Nina Schlosser (Rosa-Luxemburg-Stiftung)

Quelle: rosa-Luxemburg-Stiftung
Veranstaltungswebsite

Diese Seite verwendet u. a. Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung