Ratschlag für kämpferische Gewerkschaften Berlin-Brandenburg

Treffen Gewerkschaftsratschlag Berlin-Brandenburg

03. November 2026, 19 Uhr, ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg, Am Bhf. Westend 3
14059 Berlin (Ring Westend), Raum Mascha Kaléko im Erdgeschoss

Überall Proteste, nur in Deutschland nicht? Von Albanien bis Frankreich gehen gerade in immer mehr Ländern Massen auf die Straße und Gewerkschaften rufen – wie im Spanischen Staat – zu (General)streiks zu sozialen Fragen wie der Mietenmisere oder gegen Angriffe der Regierung auf.

Mit der aussichtslosen Lage der Jugend, die zudem noch in einen Wehrdienst gedrängt werden soll, den sie mehrheitlich ablehnt, ist es nicht ausgeschlossen, dass es auch bei uns zu spontanen Protesten kommt. Wirklich abgewehrt wurden Angriffe immer dann, wenn sich die organisierten Arbeiter*innen mit ihren Gewerkschaften bewegten und die Arbeit niederlegten.

In Deutschland setzt die Merz-Klingbeil-Regierung gerade auf Salami-Taktik, erst die GKV-Reform, dann im November der Bundes(kürzungs)haushalt, dann die Rentenreform usw. Die Aussage des Kanzlers ist allerdings klar: Die Angriffe müssen kommen und sie werden kommen.

Inmitten dieses teilweise schwer durchschaubaren Vorgehens haben wir im Oktober einen ersten Gewerkschaftsratschlag mit Kolleg*innen von ver.di, GEW, IG BAU, IG Metall und NGG organisiert. Dort haben wir über den Zusammenhang zwischen Angriffen auf Regierungsebene, in den Betrieben und Aufrüstung diskutiert. Wir haben festgestellt, dass auf der einen Seite die Härte der Angriffe unmittelbare Streikaktionen erfordert wie bei der Charité oder in der Metallindustrie.

Auf der anderen Seite ist in vielen Betrieben und Branchen den Kolleg*innen unter Umständen das ganze Ausmaß der Agenda 2030 noch nicht klar. Was sie alle eint, ist die mehrheitliche Ablehnung der Vorhaben.

Bei unserem zweiten Gewerkschaftsratschlag wollen wir vor allem folgende Punkte diskutieren:

  • Welche Ansätze für Kämpfe gibt es in den jeweiligen Gewerkschaften und Betrieben?
  • Wie können wir uns als Gewerkschaftsratschlag in der Region konstituieren, welche inhaltlichen Punkte verabreden wir für unsere Arbeit?
  • Welche Initiativen können wir als Gewerkschaftsratschlag in der nächsten Zeit selbst setzen oder unterstützen?
  • Welche (Tarif)kämpfe stehen an, wie kann man sie verbinden und politisch führen?

Kommt und vernetzt Euch!

Siehe auch Aufruf zum Gewerkschaftsratschlag Berlin-Brandenburg

Titelbild: Collage Peter Vlatten

Es ist wieder soweit: Aufruf zu Bundesweiten Aktionswochen Westsahara 2026 (31.10. bis 14.11.)

Bundesweite Aktionswochen Westsahara: „51 Jahre Besatzung – 51 Jahre Widerstand“ vom 31.10. bis 14.11.2026

WIR RUFEN AUF!

Als Netzwerk von Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen aus verschiedenen politischen Zusammenhängen der Westsahara-Solidarität aus ganz Deutschland rufen wir dieses Jahr erneut zu bundesweiten Aktionswochen auf, um vereint auf die Besatzung der Westsahara und den Widerstand der Sahrauis aufmerksam zu machen.

Während Saharauis in den besetzten Gebieten weiterhin Repression erfahren und viele Menschen unter schwierigen Bedingungen in den Flüchtlingslagern leben, normalisieren internationale Regierungen und Unternehmen zunehmend die Besatzung und profitieren davon. Wir wollen diese weitgehend ignorierte koloniale Realität sichtbar machen und die internationale Solidarität stärken.

SEI DABEI!

Wir laden euch ein, euch im Rahmen der diesjährigen Aktionswochen über den saharauischen Unabhängigkeitskampf zu informieren, euch zu vernetzen und ein Ende der Besatzung zu fordern!

Beteiligt euch an den Aktionswochen! Organisiert eine Filmvorführung, eine Diskussionsveranstaltung oder ein kulturelles Event, verteilt Flyer und Plakate, veranstaltet eine Kundgebung oder entwickelt eure eigene kreative Aktion. Ob groß oder klein – jede Aktion kann dazu beitragen, auf die Situation in der Westsahara aufmerksam zu machen.

MACH MIT!

Kannst du bei dir selbst etwas organisieren, z.B. einen Filmabend? Willst du eine Veranstaltung, die schon geplant ist, unterstützen? Kontaktiere uns!

VERANSTALTUNGEN IN BERLIN

Quelle:Aktionswoche – Webseite

Antikapitalistische Linke zur Lage nach den Wahlen in Berlin, zur Frage der Regierung und zu den „irren“ Angriffen auf die Linke

Zur Lage nach den Wahlen, zur
Frage der Regierung und zu
den irren Angriffen auf die Linke

Online Veranstaltung, 22. Oktober2026, 18 bis 20 Uhr

hier der Link zur Einwahl: https://us02web.zoom.us/j/84010680586?pwd=XfaC91vuUoLuZPS9b6boZsW0wqkLIp.1


Nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin ist das politische Deutschland mächtig in Erregung gekommen. Die Berliner Linke hat eine relative Mehrheit bei der Wahl bekommen und beansprucht mit Elif Eralp das Amt der regierenden Bürgermeisterin in der
Bundeshauptstadt. Jetzt stellen die Hauptstadtmedien und die politisch gegnerischen Parteien mit Schrecken fest: Die Linke Berlin ist nicht der seine eigene Partei so stolz verleugnende Bodo Ramelow in Thüringen und auch nicht die unbegrenzt belastbaren Juniorpartnerinnen beim Regieren in Mecklenburg-Vorpommern und Bremen; nein, Die Linke Berlin ist links. Donnerwetter!

Nun werden alle Register gezogen, um dieses linke Gespenst aus der Politik zu vertreiben. Es werden infame Behauptungen über ein angebliches „Antisemitismus-Problem“ in der Linken verbreitet. Es werden Verbindungen zur „Clan-Kriminalität“ in Berlin← unterstellt. Die Medien vergessen jede journalistische Moral und Sorgfaltspflicht und stellen sich jeden Tag dem Ruf „Die Linke darf nicht regieren“ als Echo zur Seite.

CDU, AfD, GRÜNE und die SPD mobilisieren ihre aktuellen Vorsitzenden und Parteilautsprecher:innen ebenso wie ihre alten Parteigranden zu wüsten Aufrufen, eine Regierung mit der Linken zu verhindern.

Wir als Antikapitalistische Linke in der Linken haben auch eine gesunde Skepsis gegenüber einer Regierungsübernahme in Berlin. Aber nicht weil wir der Meinung sind, Die Linke könne oder dürfe nicht regieren, sondern weil wir – heute noch mehr als vor der Wahl – überzeugt sind, dass mit SPD und GRÜNEN ein linkes Programm nicht durchgesetzt werden kann. Sie sehen weder die groẞen Probleme in Berlin – Mieten, Bezahlbarkeit des städtischen Lebens, Bildung, Abfallwirtschaft, Verkehr, oder auch die kritische Positionierung zum Kriegskurs der Bundesregierung – noch die eindeutigen Aufträge durch mehrheitliche Bürgerentscheidungen, allen voran die Vergesellschaftung der Wohnungskonzerne.


Thies Gleiss kommentiert die aktuelle Situation nach der „Vereinbrung“ satirisch bissig:

Die Zeit der Menschenopfer ist noch nicht vorbeo

Wieder eine neue Seite in der Berliner Politposse. SPD und GRÜNE stornieren die Verhandlungen mit der LINKEN. Der Unterwerfungsgesten ist es noch nicht genug.

In den Augen der kapitalismusverwaltenden und -gestaltenden Parteien muss die LINKE in Berlin grundlegend domestiziert werden, um solche Teufelsprojekte wie die Vergesellschaftung mühsam privatisierter Großunternehmen am Wohnungsmarkt zu verhindern. Dazu sind Erziehungsrituale mit möglichst unpolitischen, rein ideologisch-religiösen Inhalten (in früheren Fällen waren es die „Gewaltfrage“ oder der „Unrechtsstaat DDR“) und formale Demutsgesten gängiges Mittel, aber auch Menschenopfer sind zuweilen wichtig. Seit Abrahams Zeiten soll laut Befehl von oben der eigene Sohn Isaak dem gemeinsamen Ziel der Gottesgläubigkeit geopfert werden. Speziell die Sozialdemokratie, deren Geschichte voller solcher Demutsgesten und Selbstgeißelungen als „vaterlandslose Gesellen“ ist, hat immer noch diese Rituale, obwohl sie schon lange die Metamorphose zu einer rein bürgerlichen, prokapitalistischen Partei abgeschlossen hat.

Für die LINKE ergibt sich daraus nur die gestärkte Verpflichtung: Solidarität mit Vedi Emde!

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