Die Ereignisse bei VW haben fĂŒr die arbeitenden Menschen in Deutschland Signalwirkung. Sie sind ein Anschlag auf die Lebensstandards der unmittelbar Betroffenen des Konzerns. Aber auch ein Drohpotential fĂŒr alle BeschĂ€ftigen im Metallbereich und darĂŒber hinaus auf die gesamte arbeitende Klasse. Zum Auftakt der Tarifrunde vonseiten des Kapitals perfekt getimt. Die Kapitalseite versucht unsere Köpfe zu vernebeln, zu spalten und falsche Spuren zu legen, was die Ursachen des Konflikts betrifft. Umso wichtiger ist, dass wir dem unserere eigenen Analysen und Perspektiven entgegenstellen. Und HandlungsspielrĂ€ume zur Gegenwehr aufzeigen. Hier ein weiterer wichtiger Gastbeitrag zum Linken Diskurs ĂŒber VW. (Peter Vlatten)
Mattis Molde, Infomail 1263, 6. September 2024
VW kĂŒndigt Massenentlassungen und WerksschlieĂungen an. Der Konzernvorstand hĂ€lt drastische Einschnitte fĂŒr notwendig und der Vorstand des Markenbereichs VW hat gedroht, die bis 2029 geltende BeschĂ€ftigungssicherung aufzukĂŒndigen. Das ist ein Schlag gegen die Arbeiter:innenklasse, ihren bestorganisierten und -bezahlten Teil.
Ausserdem zum Diskurs VW aktuell: "Kampfansage des Kapitals"
Eine genaue Zahl steht noch nicht im Raum, aber es geht wohl um mehr als 10.000 Stellen, alles andere wĂ€re auch mit Abfindungen etc. regelbar. WerksschlieĂungen drohen, ganze StĂ€dte und Regionen in den Ruin zu treiben. Die AufkĂŒndigung der BeschĂ€ftigungssicherung stellt die gesamten bisherigen Gepflogenheiten des Umgangs zwischen Unternehmen und Arbeiter:innen in dieser lange als privilegiert geltenden Branche in Frage. All das hat mit der Besonderheit der Autoindustrie zu tun und spezieller noch mit VW.
Autokonzerne
Personalabbau ist ĂŒberall in der Industrie ein Thema, Sparprogramme sind es auch. Es gibt in Deutschland eine Wirtschaftskrise, die besonders die Industrie betrifft und noch spezieller die Autoindustrie. Neu ist, dass ĂŒber Entlassungen und WerksschlieĂungen bei einem der groĂen drei deutschen Endhersteller, VW, BMW, Daimler, geredet wird, die schon lange nicht mehr von Entlassungen betroffen waren. Bei VW in Deutschland gab es noch nie welche. Bei Werken von auslĂ€ndischen Konzernen wie Ford oder Opel ist das anders und erst recht bei den Autozulieferunternehmen. Auch die groĂen deutschen Konzerne letzterer, die zugleich alle globale Bedeutung haben, Bosch, Continental und Mahle, machen seit der Coronakrise verschĂ€rft Werke dicht und schrecken nicht vor Massenentlassungen zurĂŒck. ZF hat diese lange vermieden, aber vor kurzem auch den Abbau von 14.000 ArbeitsplĂ€tzen angekĂŒndigt.
Dass die GroĂen Drei bislang ausgenommen waren, hat drei GrĂŒnde:
- Sie haben als riesige Monopole genug Profite, um Personalabbau mit Abfindungen und Altersteilzeit zu gestalten. Im FrĂŒhjahr wurden die letzten Zahlen des VW-Konzerns bekannt: Wer weniger als fĂŒnf Jahre in der niedrigsten Tarifgruppe tĂ€tig war, kann laut SPIEGEL nach einer internen Tabelle mit einer Abfindung von 17.700 Euro rechnen. Bei einer Betriebszugehörigkeit von mehr als 20 Jahren erhöht sich die Zahlung fĂŒr BeschĂ€ftigte derselben Gruppe auf 117.700 Euro. BeschĂ€ftigte der sogenannten âTarif Plusâ-Gruppe, der höchsten Stufe bei Volkswagen, wĂŒrden zwischen 60.700 und 404.700 Euro erhalten. Das Angebot galt fĂŒr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich zwischen 29. April und 31. Mai fĂŒr das Programm meldeten. Wer sich innerhalb von zwei Wochen mit VW auf einen Aufhebungsvertrag geeinigt hat und mehr als 5 Jahre im Unternehmen arbeitet, erhĂ€lt zudem eine sogenannte TurboprĂ€mie von 50.000 Euro.
- Sie haben fĂŒr den deutschen Imperialismus nicht nur wirtschaftliche Bedeutung, sondern auch politisch-strategische. Der Automobilbau wurde nach dem 2. Weltkrieg als BeschĂ€ftigungsmotor in Westdeutschland forciert und gilt seither als SĂ€ule der auf Export orientierten Wirtschaft, da die Autoindustrie eine zentrale Rolle fĂŒr die Position Deutschlands auf dem Weltmarkt und in der Kette der fĂŒhrenden imperialistischen Staaten spielt. Profite aus Autos â aber auch aus den Branchen Maschinenbau, Chemie oder RĂŒstung â sichern nicht nur âunsern Wohlstandâ, sondern auch die politische Dominanz in Europa. Hohe ExportĂŒberschĂŒsse bringen Verschuldung. Schuldner:innen sind erpressbar. Wir erinnern an Griechenland.
- In den Autokonzernen ist die Sozialpartner:innenschaft sowohl der BetriebsrĂ€te als auch der IG Metall aufs Höchste entwickelt. Das belegen unter anderem die langfristigen VertrĂ€ge zur BeschĂ€ftigungssicherung, die entweder als Betriebsvereinbarung (Betriebsrat und GeschĂ€ftsfĂŒhrung) oder als TarifvertrĂ€ge (Einbeziehung der IG Metall) abgeschlossen werden. In ihnen werden ZugestĂ€ndnisse seitens der BetriebsrĂ€te wie Zustimmung zu begrenztem âsozialvertrĂ€glichenâ Personalabbau, Ausgliederungen von bestimmten Bereichen, die langfristig in Niedriglohnsektoren ĂŒberfĂŒhrt werden, begrenzter Lohnverzicht gegen eine BeschĂ€ftigungsgarantie, also den Ausschluss betriebsbedingter KĂŒndigungen vereinbart.
Sozialpartner:innenschaft und GeklĂŒngel ohne Ende
VW nahm insofern eine Sonderstellung ein, weil sich anfangs der Bund am Aufbau beteiligte. VW war von den Nazis gegrĂŒndet worden, um sowohl ein Massenauto â den KĂ€fer â herzustellen als auch MilitĂ€rfahrzeuge auf hohem industriellen Niveau zu fertigen. Dazu verwendeten die Nazis die beschlagnahmten Gewerkschaftsvermögen, was dann nach dem Krieg den Gewerkschaften und BetriebsrĂ€ten zusĂ€tzliche Rechte verschaffte. So darf kein Werk im Inland ohne Zustimmung der Arbeitânehmerâvertreter:innen im Aufsichtsrat geschlossen werden. (Inland heiĂt ĂŒbrigens bei VW nach wie vor Westdeutschland; die ostdeutschen Werke unterliegen auch nicht dem Haustarifvertrag des VW-Konzerns).
Eine besondere Stellung von VW gegenĂŒber den anderen Autokonzernen besteht auch in der StaatsnĂ€he: 1960 wurde VW zwar privatisiert und in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, aber das Land Niedersachsen hĂ€lt immerhin noch 20 % Anteile. Diese besondere Stellung bezieht sich auf die Marke VW. Neben dieser gibt es im VW-Konzern, der VW-AG, noch weitere Markenbereiche wie Audi, Skoda, Porsche oder die Nutzfahrzeuge.
Diese Sozialpartner:innenschaft zeigt sich auch darin, dass seit Monaten die Betriebsratsspitze ĂŒber immer neue Sparprogramme verhandelt und diese GesprĂ€che hinter dem RĂŒcken der Belegschaft erst angesichts der AufkĂŒndigung der BeschĂ€ftigungssicherung bis 2029 eingestellt hat.
Ein anderer Aspekt der besonders engen Kollaboration der BetriebsrĂ€te und der IG Metall im VW-Konzern sind die unglaublich hohen GehĂ€lter, die die SpitzenbetriebsrĂ€te erhalten. SpektakulĂ€re Spitze dĂŒrfte sein, dass der frĂŒhere VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Osterloh von VW â durch Boni â bis zu 750.000 Euro in einem Jahr erhalten hat (Die Zeit, Mai 2017). Er erweist sich als wĂŒrdiger Nachfolger von Klaus Volkert, der nicht nur Ă€hnlich viel Geld kassierte, sondern auch UrlaubsflĂŒge und eine Edelprostituierte vom VW-Vorstand bezahlt bekam. Der damalige Personalvorstand, also derjenige, der diese Zahlungen gewĂ€hrte, war Herr Hartz â ein- und derselbe, nach welchem die Sozialabbaugesetze der Agenda 2010 benannt sind.
Der Clash
Das VW-Management hatte diesen Schritt vorbereitet. So titelte der NDR am 27.11.2023: âVolkswagen stimmt Belegschaft auf Stellenabbau einâ. Im April 2024 wurden die Abfindungsangebote erhöht, wie wir oben beschrieben haben. Im Juni 2024 gab es Meldungen, dass der âfreiwilligeâ Abbau nicht reichen wĂŒrde.
Warum war dieser Angriff in den Augen des Managements nötig? Die BegrĂŒndungen der Manager:innen fĂŒr das verschĂ€rfte âSparprogrammâ lautet, dass so das Kapital fĂŒr die Entwicklung neuer Autos beschafft werden soll. Die Zahlen weisen aber auf etwas anderes hin: Der Gesamtkonzern, also die VW-AG, ist keineswegs pleite. Im Jahr 2023 wurde ein operativer Gewinn von 22,5 Milliarden Euro erzielt, die Marke VW trug dazu 3,5 Milliarden bei. Was Wirtschaftsfachleute, die Gewerkschaft, der Betriebsrat und die Bosse nicht in Frage stellen, sind die 16 Milliarden, die 2023 an die AktionĂ€r:innen ausgeschĂŒttet worden sind.
Belegschaft und die BetriebsrĂ€te erhöht, um immer neue ZugestĂ€ndnisse zu erreichen? Fest steht, dass jetzt ein Bruchpunkt erreicht worden ist. Die Kapitalseite will mehr, als der Betriebsrat hergeben kann, ohne sein Gesicht zu verlieren. Die Belegschaft kann sich nicht mehr darauf ausruhen, dass Betriebsrat, IG Metall und Unternehmen das âBeste fĂŒr alleâ vereinbaren, was schon lange immer mehr zulasten der Belegschaften der Zuliefer:innen, der WerksvertrĂ€gler:innen, der Leiharbeiter.innen und der auslĂ€ndischen Belegschaften ging.
Zur Belegschaftsversammlung in Wolfsburg erschienen 25.000, 10.000 mussten vor der Halle warten. Mit Sicherheit ist das weit mehr als die ĂŒbliche Beteiligung an Betriebsversammlungen. Plakate, Fahnen und Pfeifen waren nicht zu ĂŒberhören und -sehen. Ganz offensichtlich haben viele BeschĂ€ftigte verstanden, was dieser Angriff bedeutet. FĂŒr die Werke in Braunschweig, Hannover, Kassel und Sachsen, dort also Zwickau, Chemnitz und Dresden, sind eher noch stĂ€rkere Reaktionen zu erwarten.
Was jetzt?
Was auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg klar wurde: Der Betriebsrat und die IG Metall haben keine andere Strategie fĂŒr die Situation als die Fortsetzung ihrer Partner:innenschaft mit den Bossen.
Auf der Pressekonferenz am 4.9. nach dem Briefing durch das Konzernmanagement, die bezeichnenderweise mitten im AutolĂ€rm auf dem WerksgelĂ€nde stattfand, Ă€uĂerten sich die VW-Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo und der IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger. Beide beeilten sich, ihre GesprĂ€chsbereitschaft zu betonen und möglichst schnell mit dem Unternehmensvorstand in Verhandlungen einzutreten. Sie befĂŒrchten, dass die angedrohte KĂŒndigung der TarifvertrĂ€ge ihnen den Spielraum fĂŒr Verhandlungen einengen wĂŒrde, da sie ja RĂŒcksicht auf die âFriedenspflichtâ nehmen mĂŒssten. BĂŒrokrat:innenlogik!
Sie wiesen auf die machtvolle Kundgebung der Betriebsangehörigen hin, die ihre Kampfbereitschaft bekundet haben. Die beiden Sprecher:innen wichen aber Ă€ngstlich jeder nĂ€heren AusfĂŒhrung ĂŒber eine Mobilisierung der Belegschaften aus.
Auch der anwesende Bundesarbeitsminister Heil erklĂ€rte, dass nun die âStunde der Betriebs-und Sozialpartnerschaftâ geschlagen habe und den Kontroversen die SchĂ€rfe nehmen mĂŒsse, denn es gehe um mehr als nur VW: âDeutschland muss Autoland bleiben.â
IG-Metall-FĂŒhrung, Betriebsratsspitze, SPD, sie alle wollen also den alten Weg fortsetzen, den die Konzernspitze aufgekĂŒndigt hat. Sie wollen sein Scheitern nicht wahrhaben. Sie betteln im Grunde darum, zu Verhandlungen zurĂŒckzukehren, die ja immer nur zu weiteren Opfern, Arbeitsplatzverlusten, Auslagerungen etc. gefĂŒhrt haben.
Dass der Klassenverrat schon vorprogrammiert ist, zeigt die Reaktion der IG-Metall-Spitze. Erste Vorsitzende Christiane Benner lieĂ am Rande einer tarifpolitischen Konferenz in Hannover durchblicken, welche Verhandlungslösung sich die GewerkschaftsbĂŒrokratie vorstellt. Eine Vier-Tage-Woche wie schon bei der VW-Krise 1994 könne die Option sein. Mit der ArbeitszeitverkĂŒrzung sollten die Standorte gerettet werden. Verschwiegen wurde dabei, dass dies um den teuren Preis von drastischen finanziellen EinbuĂen fĂŒr die Werksangehörigen erkauft worden war und diese als Vorleistung der Arbeiter:innen auch heute vorausgesetzt werden wĂŒrden.
Wie kÀmpfen?
Alle, die den richtigen Schluss aus dem Angriff des Konzerns ziehen und kĂ€mpfen wollen, mĂŒssen auch aus dem Verhalten von Betriebsratsspitze und IGM-FĂŒhrung die richtigen SchlĂŒsse ziehen:
Sie werden alle Aktionen immer nur dazu nutzen, um die Bosse wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. âVerhandlungsbegleitende Aktionenâ nennen sie das. Dann rennen wir wieder in die Sackgasse, in die sie uns heute schon gefĂŒhrt haben.
Das heiĂt erstens, dass die Belegschaft die Kontrolle ĂŒber den Kampf bekommen muss. Es braucht Aktionskomitees, die von ihr direkt gewĂ€hlt werden. NatĂŒrlich können und sollen das auch Betriebsratsmitglieder und Vertrauensleute sein, aber die sollen nach ihrer FĂ€higkeit gewĂ€hlt werden, Aktionen bis hin zum Streik zu organisieren. Die BeschĂ€ftigten, vor allem die IG-Metall-Mitglieder mĂŒssen auch lernen, selbst Verantwortung zu ĂŒbernehmen: Nicht einfach die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen bei Wahlen abhaken, sondern diese auch kontrollieren und gegebenenfalls abwĂ€hlen! Sonst werden wir erleben, dass nach paar Aktionen, die mit kraftvollen Drohungen enden, plötzlich nichts mehr passiert, weil die Herren und Damen Verhandler:innen was ausgedealt haben. Zweitens mĂŒssen alle Verhandlungen öffentlich sein und ĂŒber VorschlĂ€ge mĂŒssen alle BeschĂ€ftigten abstimmen können.
FĂŒr was kĂ€mpfen?
Es ist klar, dass das Dogma durchbrochen werden muss, dass die AktionĂ€r:innen eine fette Dividende brauchen und die Belegschaften dazu noch die Profite fĂŒr Entwicklung und Erneuerung der Produktion erwirtschaften sollen oder mit Arbeitsplatzverlust oder mehr Arbeitsdruck bezahlen.
Also: Kein Opfer fĂŒr die AktionĂ€r:innen! Das verbindet sich gut mit der Forderung nach ArbeitszeitverkĂŒrzung als Ausgleich fĂŒr den AuftragsrĂŒckgang. NatĂŒrlich bei vollem Monatslohn, genau das können die gigantischen Gewinne finanzieren, statt in die Taschen derer zu wandern, die gar nicht fĂŒr das Geld arbeiten.
Das löst aber noch nicht das Problem, was in den Werken denn zukĂŒnftig produziert werden soll. Die BR-Vorsitzende Cavallo beschuldigt das Management, die Fehler verursacht zu haben, die zu dieser Situation gefĂŒhrt haben. AuĂenstehende erklĂ€ren entweder, dass VW den Zug zur E-MobilitĂ€t verschlafen habe, oder raten zur RĂŒckkehr zum Verbrenner. Diese Diskussion lĂ€sst zweierlei auĂer Acht:
- VW will weiter Autos bauen, aber weniger. ĂberkapazitĂ€ten werden in Deutschland, nicht bei den internationalen Töchtern gestrichen. Jetzt zu fordern, diese im Ausland oder in den ostdeutschen Werken zu sreichen, wĂ€re ein fataler Fehler, der schon oft in diesen Konzernen begangen wurde. Die Belegschaft von Ford Saarlouis hat sich z. B. auf einen Konkurrenzkampf mit Ford Valencia eingelassen, in dem beide sich gegenseitig unterboten haben, statt gemeinsam die Kraft fĂŒr eine Zukunft einzusetzen. Das Management hat sich gefreut. Saarlouis wird Stand heute dichtgemacht.
- Ob Verbrenner oder E-Antrieb, die in Deutschland gebauten Autos sind generell alle gröĂer und schwerer als nötig. Sie sind Hindernisse auf dem Weg zur Verkehrswende. Diese allerdings wird auch nicht dadurch kommen, dass jetzt ein VW-Werk schlieĂt, wĂ€hrend man z. B. neuen Wald in Brandenburg abholzt, um Teslas zu bauen, die ebensolche Klimakiller sind.
Der Kampf bei VW kann aber die Chance eröffnen, die BeschĂ€ftigung zu sichern durch den Bau von Fahrzeugen und Transportsystemen, die klimaschonend und zukunftstauglich sind: Schienenfahrzeuge im Nah- und Fernverkehr, kleine leichte Stadtfahrzeuge oder intelligente Lösungen fĂŒr den Stadtrandbereich.
DafĂŒr sollten in einem ersten Schritt alle Werke, die VW nicht mehr will, entschĂ€digungslos enteignet werden und zusammen mit denen anderer Konzerne (z. B. Ford Saarlouis, Werke von ZF, Bosch, Continental, Mahle, GKN âŠ) die Entwicklung und Produktion solcher Systeme beginnen, bezahlt vom Staat, kontrolliert von den BeschĂ€ftigten und Fachleuten aus der Klimabewegung.
Ausserdem zum Diskurs VW aktuell: "Kampfansage des Kapitals"
Die IG Metall muss also die SolidaritĂ€t aller Automobilarbeiter:innen gegen diesen Angriff organisieren. DarĂŒber hinaus ist eine Konferenz aller bedrohten Belegschaften nötig, um fĂŒr eine Transformation/Konversion unter Arbeiter:innenkontrolle zu kĂ€mpfen. Die IG Metall muss die SolidaritĂ€t aller Autoarbeiter:innen organisieren â aber das wird nur dann im notwendigen AusmaĂ geschehen, wenn Vertrauensleute und aktive Kolleg:innen dies in den Gewerkschaftsgliederungen und auf Betriebsversammlungen einfordern und selbst Kontakte zu anderen Belegschaften organisieren.
Der Beitrag ist ursprĂŒnglich erschienen am 6.September. Zum Originalartikel hier….
Wir danken fĂŒr die Publikationrechte.
Titelbild : eigene Fotocollage