Statement: Gegen die imperialistischen Kriegsdrohungen: Solidarität mit Kuba!

Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin schließt sich dem folgenden Statement an und ruft zur Unterstützung der genannten Solidaritätsaktionen auf!

Statement!

Die USA bedrohen das Leben der Menschen auf Kuba. Nach jahrzehntelanger Blockade und dem Versuch des Abschneiden des sozialistischen Landes von allen lebenswichtigen Ressourcen und globaler Handelswege, wird der Würgegriff immer enger. 

Das Ziel: Die vollständige Zerstörung der sozialistischen Ökonomie Kubas und Wiederherstellung der Knechtschaft. 

Die US-amerikanischen Kriegstreiber um Trump, Rubio & Co. versuchen mittels Drohungen und Lügen alles, um die kubanische Insel wieder als Kolonie unterwerfen zu können: Permanente Desinformation, Hetze gegen den ehemaligen Präsidenten Raúl Castro, patroullierende Kriegsschiffe in der Karibik, Truppenverlegungen nach Puerto Rico, die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und der Politikerin Cilia Flores mitsamt eines Regime Changes. So soll Kuba sämtliche Handlungsmöglichkeit genommen und das Land erstickt werden. 

Die seit mehr als einem halben Jahrhundert andauernden US-Sanktionen kosteten und kosten unzähligen Menschen auf Kuba das Leben. Die US-Aggressionen schneiden die Bevölkerung von der Energieversorgung ab, verhindern Ernährungssicherheit, lebenswichtige medizinische Behandlungen und eine wirtschaftliche Entwicklung, zu der das Land eigentlich das Potential hätte. Der Imperialismus geht bekanntlich über Leichen und bedroht alles, was dem Profit, dem Zugriff auf Ressourcen und ihrer geostrategischen Vormachtstellung im Weg liegt. Nach 67 Jahren erfolgreichem Widerstand Kubas gegen die USA, ist die Insel so bedroht wie lange nicht mehr.

Die puerto-ricanische Gouverneurin González Colón hat Ende Mai in einem Interview nahe gelegt, dass ein US -amerikanischer Überfall „in den nächsten Wochen“ erfolgen werde. Die akut drohende Invasion, folgt der sogenannten „Monroe-Doktrin“, die ganz Lateinamerika als „Hinterhof der USA“ betrachtet. Diese würde ein Blutbad und das Ende des selbstbestimmten und friedlichen Weges Kubas bedeuten. 

Dies müssen wir verhindern, wenn wir der imperialistischen Kriegspolitik nicht die Welt und unser Leben überlassen wollen. Wir stellen unsere Solidarität gegen die Menschenverachtung der Herrschenden. Weil eine andere Welt möglich ist!

Zeigt aktiv Solidarität mit dem kubanischen Volk:

Gegen die imperialistischen Kriegsdrohungen: Solidarität mit Kuba!
¡Contra las amenazas imperialistas de guerra: Solidaridad con Cuba!

Einen guten, zusammenfassenden Gastkommentar von Fabian Lehr für die Tageszeitung junge Welt zu den Bedrohungen der USA gegenüber Kuba findet ihr hier.

Artwork/ Beitragsbild: Interbigadas

Die Militarisierung verschlingt uns – Studierende wie Unis, die dem zivilen Gemeinwohl dienen wollen!


Berlin, 30.05.2026. Redebeitrag von Jonas Winkler (Mitglied von Jugend gegen Krieg und Sozialabbau bzw. Studierende gegen Krieg und Sozialabbau an der Universität in Leipzig ) auf der Friedenskonferenz Berlin zur Vorbereitung der Londoner Europäischen Friedenskonferenz.

Die Militarisierung verschlingt uns – Studierende wie Unis und das zivile Gemeinwohl!

Vor 11 Tagen sperrte die Uni-Leitung für 700 Leipziger Studierende den Hörsaal und verbot ihre Vollversammlung. Die Studierenden blieben, diskutierten auf dem Uni-Hof im Freien. Sie verabschiedeten eine Resolution für einen akademischen Boykott Israels und die Einführung einer Zivilklausel. Militärische Forschung und Zusammenarbeit mit militärischen Institutionen soll für die Uni verboten sein!

In Dresden kämpfen ForscherInnen gegen die Annahme eines Militärauftrags zur Drohnenforschung für den israelischen Rüstungskonzerns Elbit Systems. An der TU Dresden gibt es ebenfalls keine Zivilklausel, die die Forschenden schützt vor derlei Aufträgen.

An den bayrischen Unis wurden durch Beschluss der Landesregierung Zivilklauseln verboten. Zivilklauseln sind den Regierenden ein Dorn im Auge, sie müssen weg, denn die Kapazitäten der Hochschulen sollen uneingeschränkt der militärischen Forschung zur Verfügung stehen.

Das gehört zur Militarisierung der Gesellschaft. Doch es gibt noch einen zweiten Weg, die Hochschulen zu zwingen, sich dem Diktat der Kriegsvorbereitung zu beugen: das Geld.

Die Bundes- und Landespolitik der letzten Jahre haben eine chronische Unterfinanzierung verursacht. Forschung ist nahezu nur noch mit sogenannten Drittmitteln, also Geld aus der Privatwirtschaft, möglich. Eine Form der Privatisierung der Forschung. Wer das Geld gibt, bestimmt auch den Inhalt. Hier wiegt sich die Administration der Uni in Hoffnung, vom reich ausgestattete Militär Gelder zu bekommen.

Gleichzeitig stehen wir Studierenden vor einem gigantischen Abbau von Lehr- und Forschungskapazitäten. Module werden nicht mehr angeboten und Arbeitsplätze abgebaut.

Der Abbau der Landesregierung für die Leipziger Uni umfasst Kapazitäten für 16Mill.€. Dabei gab es schon massive Kürzungen in den Jahren davor. In anderen Bundesländern findet ähnliche Zerstörung statt: an der Goethe-Uni in Frankfurt/Main geht es um 10% weniger. Der Hochschulpakt Hessen bedeutet für die hessischen Hochschulen über seine Laufzeit ein Defizit von über 1 Mrd.€, errechnete die GEW. In Berlin ist der Abbau von 20-25.000 Studienplätzen geplant. An der Uni Hamburg wird das Budget um 13% gekürzt.

Ausbildungsgelder werden verknappt – Ausbildung zum Privileg statt zum Recht. Eine auf Krieg ausgerichtete Gesellschaft braucht Soldaten, die töten sollen, und keine wissenden Jugendlichen.

Deshalb auch wird nichts für die Verbesserung der Existenzlage der Studierenden getan.

Statistiken aus 2024 wiesen bereits mehr als jeden dritten Studierenden als armutsgefährdet aus, 77% der Studierenden, die nicht mehr bei ihren Eltern leben, sind arm – die heutigen Zahlen sind noch höher! -, nur 10% insgesamt bekommen überhaupt Bafög. Und das kommt aktuell immer öfter zu spät – z.T. über Monate überhaupt nicht. Die so verursachten schweren existentiellen Krisen bedrohen besonders Kinder aus Arbeiterfamilien. Aufgrund solcher traumatisierenden Erfahrungen brechen nicht selten Studierende das Studium ab oder bemühen sich nicht um die Fortsetzung als Masterstudium. Wir erleben eine massive Dequalifikation.

Neben dem Studium werden wir in prekäre Arbeitsverhältnisse gezwungen. So werden in manchen Städten Lücken bei öffentlichen Dienstleistungen geschlossen wie in Dresden bei Straßenbahnfahrern, nur außerhalb des Tarifsystems.


Die Wohnungsnot ist für alle ein Problem, auch für Studierende, die für die Ausbildungszeit Wohnraum brauchen. Den Studentenwerken werden die Mittel gekürzt. Es gibt nicht genügend Studentenwohnheime. In den Kommunen findet kaum sozialer Wohnungsbau statt. Und durch die Kriegsvorbereitung und die Planung neuer Musterungsplätze und Militäranlagen werden z.B. in Heidelberg und Köln geplante Sozialwohnungen nicht gebaut, sondern der Platz dem Militär übergeben.

Das alles treibt die Mieten in die Höhe, so dass WG-Mieten inzwischen so teuer sind wie vormals Einzelwohnungen. An Hochschulstandorten liegt der Standardpreis aktuell bei durchschnittlich 524€. Ein WG-Zimmer in Leipzig kostet 400€,in Berlin 680€, in München 775€. Die Wohnkostenpauschal beim Bafög liegt bei 380€.

Diese existenzbedrohende soziale Situation für Studierende, die Zerstörung der Ausbildungsstätten und Abbau von Studiermöglichkeiten und die Öffnung der Unis für Militärforschung sind Elemente des sozialen Krieges der Regierung gegen die Bevölkerung. Sie dienen der Kriegsvorbereitung der Regierung durch Militarisierung der Gesellschaft, Kriegswirtschaft und Aufrüstung und Umverteilung öffentlicher Mittel in den Kriegs- und Militärhaushalt.

Es gibt Widerstand. Die Forschenden in Dresden wehren sich gegen den Militärauftrag aus Israel. Die verbotene Vollversammlung der 700 Studierenden in Leipzig verabschiedet einstimmig die Forderung nach einer Zivilklausel. Die 1500 Studierenden in Leipzig im Oktober 2024 fordern elternunabhängiges Grundeinkommen als Existenzsicherung für alle. Die Studierenden unterstützen die Aktionen der SchülerInnen gegen die Wehrpflicht: tausende kommen zu den Demos am Nachmittag im Rahmen des Schulstreiks. „Wir werden nicht in den Krieg ziehen“ – wird zu einer gemeinsamen und internationalen Jugendlosung.


Die Jugend ist gegen den Krieg – mehrheitlich. Die Bevölkerung ist gegen den Krieg – mehrheitlich. Diese kriegstreibende Regierung muss weg ! Die Regierung Merz/Klingbeil gehört abgelöst, weil sie unsere Lebensgrundlagen zerstört. Nichts wird aufgebaut – die Zerstörung greift grenzenlos um sich. Merz steht zynisch, frech und offen für eine Politik der Umverteilung zugunsten des Finanzkapitals – zu dem er selbst gehört – und der Monopole, die endlich Krieg haben wollen, um ihren Profit zu sichern.

Deshalb macht es dieser Regierung auch nichts aus, dass die Deindustrialisierung fortschreitet. Dass Klein- und mittlere Unternehmen im Strudel der Inflationskosten durch Sanktionen und Kriegsfolgen ins Aus getrieben werden. Dass Metallbetriebe ins Rüstungsgeschäft umsteigen und dabei tausende Arbeitsplätze abbauen, um eine Produktion aufzubauen, die sich nur bei Krieg lohnt.

Dagegen brauchen wir eine Front, die gegen diese Politik steht. Eine Einheitsfront, die unter Forderungen, die wir alle tragen, den Ring immer enger ziehen kann gegen die Kriegstreiber und Gewinnler der Zerstörung.

Die Regierung Merz/Klingbeil muss weg. Wir brauchen eine Regierung, die unsere Forderungen aufnimmt und umsetzt. Weil wir leben wollen, weil wir die Verantwortung für uns und diesen Planeten haben. Wer soll dann kommen. Es gibt nur eine Lösung: eine ArbeiterInnen-Regierung. Eine Regierung die mit der Kriegstreiberei und der sozialen Zerstörung bricht!

Dazu müssen wir nicht alle Konflikte begraben – Nein, wir müssen nur die einenden Forderungen finden, die gemeinsames Handeln ermöglicht. Und diese können nur sein: NEIN zum Krieg! NEIN zum Sozialabbau!

Titelbild: Collage Peter Vlatten, Ausschnitt aus Titelseite aus „Jugend gegen Krieg und Sozialabbau“

jugendgegenkriegundsozialabbau@gmail.com

Das ukrainische Militär hat ein echtes Nazi-Problem

Das von Selensky organisierte Staatsbegräbnis für den Nazi-Kriegsverbrecher Andrij Melnyk löste Proteste der polnischen und israelischen Regierung aus. Die mit den Nazis kollaborierende Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) Stepan Banderas ist für grausame Pogrome an der jüdischen Bevölkerung verantwortlich. Melnyks Männer schlossen sich freiwillig der 14. Waffen-Grenadier-Division der SS an, die an den Massakern von Pidkamin, Huta-Pienacka und Palikrowy beteiligt war.

Die bedingungslose Unterstützung und Bewaffnung der Ukraine und die Kriegsvorbereitungen gegen Russland treiben auch in Deutschland die Rechtsentwicklung und Umschreibung der Geschichte. Sowjetische Fahnen werden am Tag der Befreiung verboten. Die Grünen wollen sowjetische Ehrenmale „umgestalten“. Man gedenkt der Befreiung von KZs, ohne die Befreier zu erwähnen. Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas bestritt sogar, dass die Sowjetunion das Naziregime zerschlagen hat. Die Normalisierung von Naziterminologie und Symbolik ist ein düsteres Zeichen, geboren aus Kriegshetze und Russenhass, und muss kompromisslos bekämpft werden. Der Hauptfeind steht im eigenen Land.

Wir veröffentlichen den Beitrag von Marta Havryshko. Marta Havryshko ist eine in den USA lebende Autorin und Forscherin mit den Schwerpunkten ukrainischer Nationalismus, extreme Rechte und der russisch-ukrainische Krieg. Sie promovierte in Geschichte an der Nationalen Iwan-Franko-Universität Lwiw in der Ukraine.

Wir danken Marta Havryshko für die Publikationsrechte.

Das ukrainische Militär hat ein echtes Nazi-Problem

In ihrem Eifer, die russische Propaganda zu dekonstruieren, haben westliche Eliten versucht, die Tatsache zu verbergen, dass sich in den Reihen Kiews Extremisten des Dritten Reichs befinden.

Als Wladimir Putin im Februar 2022 in die Ukraine einmarschierte, behauptete er, eines seiner Ziele sei die „Entnazifizierung“ des Landes. Der Kreml nutzt diese Erzählung noch immer als Eckpfeiler seiner Kriegspropaganda.

Sowohl die Ukraine als auch der Westen wiesen die Behauptung entschieden als zynischen Missbrauch der Holocaust-Geschichte zurück. Politiker, Medien, Akademiker und Bildungseinrichtungen beeilten sich, Putins Argumentation als Betrug zu entlarven.

Doch in ihrem Eifer, die russische Propaganda zu entlarven, schufen westliche Eliten einen eigenen Propagandamythos: Es gäbe keine Nazis in der Ukraine. Oder, falls doch, seien es angeblich isolierte Spinner ohne Einfluss.

Diese Fiktion erforderte die Verharmlosung der Asow- Einheit, die 2014 von der Neonazi-Gruppe „Patriot der Ukraine“ unter der Führung von Andrij Bilezkyj gegründet wurde. Die Asow-Einheit erlangte traurige Berühmtheit für ihre extremistische Ideologie, Nazi-Symbolik und mutmaßliche Kriegsverbrechen im Donbass. 2018 verbot der US-Kongress der Gruppe den Erhalt amerikanischer Waffen, Finanzmittel und Ausbildung.

Nach Russlands großangelegter Invasion verschwand dieses Stigma beinahe über Nacht. Kiew formierte das Asow-Regiment neu und trennte die radikalsten Elemente in einer neuen Formation, der 3. Angriffsbrigade, ab.  Westliche Medien beschönigten und verharmlosten diese. Die Rhetorik der „Entradikalisierung“ und „Entpolitisierung“ wurde zum gängigen Sprachgebrauch. Diese Darstellung zu hinterfragen, wurde zum Tabu und als „russische Propaganda“ gebrandmarkt. Die Folge ist eine Kultur des bewussten Schweigens.

Neonazi-Netzwerke sind tief in Teilen der ukrainischen Militärstruktur verwurzelt. Ihre Präsenz zeigt sich in Einheiten wie dem Asow-Regiment, der Dritten Sturmbrigade, dem Russischen Freiwilligenkorps, der Bratstwo-Armee, dem Deutschen Freiwilligenkorps, der Karpatska-Sitsch und anderen. Dennoch rüsten, finanzieren und trainieren die westlichen Unterstützer der Ukraine diese Einheiten weiterhin ohne nennenswerte Kontrolle.

Noch auffälliger ist die Normalisierung nationalsozialistischer Symbolik selbst. Offizielle ukrainische Militärkanäle und Mainstream-Medien veröffentlichen regelmäßig Bilder von Soldaten mit Hakenkreuzen, Waffen-SS- Abzeichen und Aufnähern, die mit Neonazi-Gruppen wie Combat 18 und der Misanthropic Division in Verbindung stehen . Dies wird nicht länger als Skandal betrachtet, sondern ist zur Normalität geworden.

Am beunruhigendsten ist jedoch, dass einige ukrainische Militäreinheiten Nazi-bezogene Symbole in ihre offiziellen Abzeichen aufgenommen haben.

Die extreme Rechte und die Militärkultur der Ukraine

Viele ukrainische Militäreinheiten, die Nazi-Symbole verwenden, werden von Männern geführt, die vom Asow-Regiment und dem rechtsextremen Milieu in seinem Umfeld geprägt wurden. Ein Beispiel dafür ist Oleksandr Krawzow, der bekannte Kommandeur der Wedmedi- Einheit, die Teil des Asow-Regiments war. Sein Körper ist mit Nazi-Symbolen bedeckt, darunter die Zahl 1488 – eine Anspielung auf den von David Lane geprägten Slogan der weißen Rassisten, die „14 Wörter“, und den verschlüsselten Gruß „Heil Hitler“ (H ist der achte Buchstabe des Alphabets). Auf seiner Brust prangt das SS- Motto: „Meine Ehre ist Treue.“ Er machte dieses Motto zum Motto seiner eigenen Einheit. SS-Blitze wurden Teil ihres offiziellen Abzeichens.

Nach seiner Rückkehr aus russischer Gefangenschaft wurde Kravtsovs Einheit in die ukrainische Militärstruktur eingegliedert – zunächst in die 36. Brigade, dann in die 39. Küstenverteidigungsbrigade. Es änderte sich nichts. Die SS- Symbole und das Motto blieben bestehen.

Viele Kommandeure der 3. Angriffsbrigade stammten ebenfalls aus dem Asow-Regiment und vertreten weiterhin extremistische Ansichten. Wenig überraschend bekennen sie sich offen zu der entsprechenden Symbolik. Eine Untereinheit der 3. Angriffsbrigade übernahm ein modifiziertes Abzeichen (zwei Handgranaten wurden durch drei ersetzt) ​​der Dirlewanger SS-Brigade – einer der berüchtigtsten NS-Einheiten des Zweiten Weltkriegs. Im Jahr 2025 enthüllte die Brigade das Emblem öffentlich bei einer Gedenkstätte in Kiew. Es folgte kein Skandal.

Asow normalisierte auch die Schwarze Sonne – ein Symbol, das in Himmlers SS-Kultzentrale auf Schloss Wewelsburg entstand und heute weltweit von Neonazis und weißen Rassisten verwendet wird, darunter der Terrorist, der 2019 den Anschlag auf die Moschee in Christchurch in Neuseeland verübte, und der Attentäter des jüngsten Anschlags auf das Islamische Zentrum in San Diego.

Nach 2022 verbreitete sich die Ideologie der Schwarzen Sonne rasant in der ukrainischen Militärkultur. Sie tauchte in mit dem Asow-Regiment verbundenen Einheiten wie dem Decepticons- Zug und der Mörsereinheit der 3. Sturmbrigade auf. Bald darauf dehnte sie sich weiter aus – auf Einheiten ohne jegliches offen ideologische Profil – und wurde Teil des Abzeichens des 156. Zvaha- Bataillons und des Bataillons für unbemannte Systeme der 110. Brigade, benannt nach Marko Bezruchko.

Asow übernahm auch ein weiteres, mit den Nazis verbundenes Emblem: den Wolfsangel, der historisch von mehreren Waffen-SS-Divisionen verwendet wurde. Umbenannt in „Idee der Nation “, wurde er zu einem der bekanntesten Symbole der ukrainischen Militärkultur während des Krieges. Das Symbol ist mittlerweile weit über Asow hinaus verbreitet. Das neu aufgestellte Nachtigall- Bataillon – benannt nach dem 1941 vom deutschen Militärgeheimdienst aufgestellten Nachtigall- Bataillon – verwendet dasselbe vom Wolfsangel inspirierte Abzeichen.

Einige Einheiten des ukrainischen Militärs machen aus ihrer Faszination für die Militärkultur des Dritten Reichs kein Geheimnis. So nennt sich beispielsweise das 422. Regiment für unbemannte Systeme „Luftwaffe “ und verwendet nahezu denselben Adler wie Hitlers Luftwaffe. Dessen Kommandeur, Mykola Kolesnyk, trägt das Symbol regelmäßig auf Abzeichen und Kleidung. Die Einheit verkauft sogar Merchandise-Artikel mit dem Nazi-Adler – Kapuzenpullover, Tassen, T-Shirts, Kappen, Schlüsselanhänger –, um Geld für den Krieg zu sammeln.

Nicht nur ästhetische Entscheidungen

Die Verwendung von Nazi-Symbolen im ukrainischen Militär ist nicht nur ein ästhetisches Problem. Es ist ein moralisches, politisches, historisches und rechtliches Problem.

Erstens stellt dies eine Form des Geschichtsrevisionismus und die schleichende Rehabilitation des Nationalsozialismus selbst dar – eine direkte Herausforderung für den westlichen Nachkriegskonsens, der auf der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg beruht. In der rechtsextremen Militärkultur wird NS-Ikonografie oft in romantisierte Erzählungen über den Kampf gegen die Sowjetunion eingebettet. Dies trivialisiert in der Praxis das Opfer der sieben Millionen Ukrainer, die in den Reihen der Roten Armee an der Seite der Westalliierten gegen den Nationalsozialismus kämpften (im Gegensatz zu den 300.000, die in verschiedenen Militärverbänden und Polizeieinheiten auf Seiten Nazideutschlands dienten).

Es entweiht auch das Andenken an die Opfer des Nationalsozialismus in der Ukraine: 1,5 Millionen Juden, die im Holocaust ermordet wurden, sowie Millionen von Slawen, Kriegsgefangenen, Roma, psychisch Kranken, Zwangsarbeitern und unzählige andere, die von der Maschinerie der Rassenvernichtung und Ausbeutung vernichtet wurden.

Zweitens ist das Problem nicht nur historischer Natur. Es ist zutiefst aktuell. Jede SS-Rune, jede Schwarze Sonne oder jedes Wolfsangel-Symbol, das von ukrainischen Soldaten gezeigt wird, beschert dem Kreml einen weiteren propagandistischen Erfolg. Russische Propagandisten müssen keine imaginären Nazis in Kiew erfinden. Sie verweisen einfach auf die Abzeichen, die von einigen der renommiertesten Militäreinheiten der Ukraine offen getragen werden – darunter auch als „Elite “ geltende Verbände wie die 3. Sturmbrigade.

Drittens besteht ein eklatanter rechtlicher Widerspruch. Durch die offene Verwendung von Nazi-Symbolik verstoßen diese Einheiten gegen die ukrainischen Gedenkgesetze von 2015, die die Propaganda des Nazi-Regimes und die öffentliche Verwendung seiner Symbole ausdrücklich verbieten. Das Gesetz beschreibt solche Handlungen als Beleidigung des Andenkens an Millionen von Opfern und sieht Strafen von bis zu fünf Jahren Haft vor.

Doch niemand wird strafrechtlich verfolgt. Warum?

Denn die Regierung Selenskyj – und Präsident Wolodymyr Selenskyj selbst als Oberbefehlshaber – haben einen politischen Pakt mit der extremen Rechten geschlossen. Seit 2022 haben rechtsextreme Aktivisten und Netzwerke massenhaft den Sicherheits- und Verteidigungssektor unterwandert. Angesichts des totalen Krieges und des chronischen Personalmangels wurde dieses Bündnis politisch opportun, vielleicht sogar unvermeidlich. Nun verfestigt es sich.

Der Staat ist für seine Truppenstärke und Kampfkraft auf radikalisierte Militärformationen angewiesen. Die extreme Rechte wiederum erhält Legitimität, Waffen, Einfluss und institutionellen Schutz. Was aus der Notwendigkeit des Krieges entstand, entwickelt sich zu einer gegenseitigen Abhängigkeit.

Die westlichen Partner der Ukraine haben ihren eigenen Pakt geschlossen. Auch sie sind auf ukrainische Soldaten angewiesen, um Russland zu schwächen. Daher tolerieren sie Extremisten in den ukrainischen Streitkräften, solange diese weiterkämpfen. Mehr noch, sie schweigen weitgehend über die damit verbundene Ideologie und Symbolik, denn deren Anerkennung würde bedeuten, eine unbequeme Wahrheit einzugestehen: dass das Neonazi-Problem in der Ukraine nicht einfach eine Erfindung des Kremls ist.

Quelle: https://responsiblestatecraft.org/nazis-in-ukraine-military/

Diese Seite verwendet u. a. Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung