Krieg tötet nicht nur die Menschen, sondern zerstört auch die Umwelt und unsere Lebensgrundlagen!

Die Fakten und Aussichten sind ernüchternd und alarmierend.

Wer den Krieg nicht bekämpft, kann die Umwelt nicht retten! Wer behauptet, er könne das Klima retten, ohne dem Militarismus entgegenzutreten, der leugnet die Fakten. Wer behauptet, durch Unterstützung von Aufrüstung und Krieg könne das "fossile Zeitalter" beendet werden, der leugnet nicht nur die Fakten, sondern verdreht sie in ihr nacktes Gegenteil.  "Auf einem besetzten Land wie Palästina gibt  es keine Klimagerechtigkeit." (Greta Thunberg)! [1]https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/auf-besetztem-land-gibt-es-keine-klimagerechtigkeit-warum-greta-thunberg-recht-hat/
Im Jahr 2023 lagen die Militärausgaben weltweit bei insgesamt 2,4 Billionen US-Dollar. Das ist ein Anstieg von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr!


Die USA gaben mit 916 Mrd ca. 40 Prozent aus. Mehr als China, Russland und die weiteren 7 Länder mit den größten Militärausgaben zusammen.
Die USA betreiben weltweit über 800 ausländische militärische Stützpunkte. Russland 20, China 1.

China plant 2 bis 3 weitere Militärbasen, die die USA mit aller Macht zu verhindern suchen. [2]https://www.agenzianova.com/de/news/China-plant-den-Aufbau-eines-Netzwerks-von-f%C3%BCnf-Milit%C3%A4rst%C3%BCtzpunkten-im-Ausland/


Bei der Klimakonferenz Kyoto 1997 haben die USA durchgesetzt, dass der militärische Komplex bei der CO2 Bilanzierung vollkommen unberücksichtigt bleibt.

Hochmoderne Waffen macht der Krieg zu Schrott. Der Krieg ist ein CO2 fressendes Perpetuum mobile für die Waffenindustrie.


Die Forschung ist somit auf Schätzungen – jeweils auf den Betrieb des Militärapparats, die Rüstungsindustrie und die realen Kriegsereignisse bezogen – angewiesen. Diese schwanken zwischen 5 und 10 Prozent der weltweiten CO2 Bilanz. Die weltweite Rüstungsspirale und zunehmenden militärischen Konflikte dürften diese Prozentwerte sprunghaft nach oben verschieben. Die Steigerungen der Emissionen allein für den Militärbetrieb von Nato und Deutschland im vergangenen Jahr gegenüber 2022 sind brisant. Nato 15%, Deutschland 55%! [3]https://taz.de/Emissionen-des-Militaers/!5962472/ [4]https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/2-ziel-der-nato-bedeutet-26-billionen-dollar-weniger-zur-bekaempfung-der-klimakrise/[5]https://www.welt.de/politik/ausland/article247912078/Internationales-Autorenteam-Nato-Aufruestung-gefaehrdet-die-weltweiten-Klimaziele-sagen-Forscher.html[6]https://www.derstandard.de/story/2000139703791/wie-sehr-krieg-und-ruestung-dem-klima-schaden[7]https://www.nd-aktuell.de/artikel/1183842.aufruestung-und-klima-klima-unter-feuer.html

Was macht den Militärbetrieb so teuer und extrem CO2 belastend? Ein paar Beispiele:
  • Ein Panzer benötigt das 100 fache an Kraftstoff von einem PKW
  • Ein Eurofighter kostet pro Flugstunde so viel wie die durchschnittliche Lebenshaltung pro Jahr
  • 10 Tornado-Flugstunden emittieren soviel CO2 wie ein Auto in seiner gesamten Laufzeit

Der Unterhalt von weit über 800 Militärbasen durch die USA im Ausland, der riesigen Flugzeugträgerflotte, die wachsende Anzahl Manöver etc. sind extrem aufwändig und umweltbelastend!

Rentnerin Jutta, Busfahrer Klaus und Metallarbeiter Mario müssen Jahr für Jahr steigende CO2 Abgaben berappen. Für ihren ganz normalen Lebensunterhalt. Nur der militärisch-industrielle Komplex ist davon ausgenommen. Ohne Erfassungspflicht auch keine Zahlungspflicht. Die Rüstungdsindustrie nimmt eine einmalig exklusive profitable Sonderstellung ein. Und Krieg wird zum kapitalistischen Wachstumsgarant!

Neben Militärbetrieb, Rüstungsindustrie und den eskalierenden Kriegen gibt es eine Reihe zusätzlicher Faktoren im Rahmen der Militarisierung, die die Klimabilanz konterkarieren:

  • die CO2 Bilanz für das „kriegstüchtig machen ziviler Infrastrukturen“ (Bunker, Zivilschutz…..)
  • die CO2 Bilanz von nicht allein militärisch verwendbaren Zulieferteilen und -materialien für die Rüstungsindustrie
  • die CO2 Belastung für den Wiederaufbau durch Kriege zerstörte Infrastrukturen und Landschaften. Das geschätzte Wiederaufbauvolumen für die gesamte Ukraine (einschliesslich Donbass und Luhansk) soll zum aktuellen Zeitpunkt ca. 900 Mrd. Euro betragen.
  • die CO2 Bilanz für internationale Kollateralschäden wie Störungen der Versorgungssicherheit ist gewaltig. Der Aufbau der neuen LNG Infrastruktur in Deutschland erzeugt große Mengen an CO2 Emissionen. LNG selbst ist um ca. 30- 50% klimaschädlicher als Pipelinegas. Die Emissionen für aktuell notwendige Umleitungen von Flug- und Warenverkehr wegen Flugverbotszonen und Gefährdung von Schiffsrouten steigen um ca. 30%.

Die weltweite Bereitstellung der »militärischen Sicherheit« verbraucht riesige Mengen an monetären, intellektuellen und natürlichen Ressourcen, die dringend zum Klimaschutz wie zur Schaffung sozialer Gerechtigkeit und damit zum Aufbau der Internationalen ökologischen wie sozialen Sicherheit benötigt werden.

Umweltzerstörung als Waffe und unmittelbare Folge militärischer Aktionen:
  • das Militär kann ungehindert Klima-Experimente durchführen. Wetterbeeinflussung, Experimente in der Ionosphäre, Ozonbomben ..
  • Israel vernichtet die Olivenbaumhaine in der Grenzregion Libanon mit Phosphorgas, zerstört zur Vertreibung der Palästinenser die gewachsene Kulturlandschaft und den Wasserhaushalt im Westjordanland. [8] https://www.amnesty.ch/de/ueber-amnesty/publikationen/magazin-amnesty/2022-2/besetztes-wasser [9]https://www.aljazeera.com/program/people-power/2023/7/27/weaponising-water-in-palestine In der Ukraine werden von beiden Kriegsparteien Staudämme geflutet, Waldbrände entfacht [10]https://www.greenpeace.de/frieden/umweltschaeden-ukraine Die USA haben fast die Hälfte Vietnams mit einem chemischen Gift entlaubt und dabei den Wald zerstört.
  • potentielle Folgen des militärischen Handelns sind : Nuklearer Winter, nukleare Verseuchung ….. Im Ukrainekrieg werden immer wieder Atomkraftwerke vom Kriegsgeschehen bedroht.
Es ist nicht unrealistisch anzunehmen, dass die CO2 Bilanz all dieser indirekten Aufwendungen und Folgen des Militarisierungskurses mindestens noch mal so hoch ist wie die geschätzte Summe von direktem Militärbetrieb, Rüstung und Kriegen selbst. Experten erwarten: Die aktuellen Kriege in der Ukraine und Nahost, die zunehmende weltweite Konfrontationspolitik werden diese CO2 Bilanzen noch deutlicher in die Höhe treiben. Unterstützung dieses konfrontativen Politik- und Kriegskurses und die Rettung des Klimas schließen einander aus!
 Die Kriege treiben die Klimakrise, die Klimakrise treibt die Kriege!
Wer nicht die Klimakrise bekämpft, duldet unendliches Leid, das das Leid vieler Kriege übersteigt. Aber dieses Leid schürt die Konflikte und die Klimakrise wid damit zu einem Hauptbrandbeschleuniger von Kriegen!

In Deutschland können wir beobachten, wie die Politik eines „Grünen Kapitalismus“, vornehmlich vorangetrieben durch die führenden grünen Minister der Ampel und durch den Kanzler persönlich, sowohl soziale Ungerechtigkeiten verschärft als auch den Kampf gegen den Klimawandel in sein Gegenteil verkehrt und in ein profitgenerierendes und Imperialistisches Projekt verwandelt. Beispielhaft hierfür steht die rigorose Durchsetzung einer neuen fossilen LNG Infrastruktur. (siehe unseren Bericht „Rügen wehrt sich gegen LNG Terminals„)

Die deutsche Klimabewegung sowie Fridays for Future hat sich in zwei Flügel gespalten. Der eine Fügel, für den repräsentativ Luisa Neubauer steht, will lediglich den Weg des „grünen Kapitalismus“ der Ampel reformieren und echauffiert sich als Verstärker des von der Ampel vorangetriebenen internationalen hegemonialen Konfrontations- und Militarisierungskurses. [11]zum ersten Jahrestag des Ukrainekriegs forderte Luisa Neubauer auf einer gemeinsamen Kundgebung in Berlin mit dem CDU Kriegshasardeur Roderich Kiesewetter zu verstärkten militärischen Anstrengungen … Continue reading

Der andere Flügel (repäsentiert durch Greta Thunberg) bezieht zunehmend klar Stellung: die Schaffung sozialer Gerechtigkeit, die Absage an alle imperialen Kriege und Kriegsvorbereitungen sowie die Befreiung von jeglicher hegemonialer Unterdrückung sind unabdingbar für einen erfolgreichen Kampf gegen den Klimawandel.


Kommt zur Bundesweiten Demo am 3. Oktober "Nein zur Hochrüstung und Krieg" 

Titelfoto:Collage SCREEN GRAB OF THE MOMENT THE ISRAELI ARMY DETONATED AL-ISRAA UNIVERSITY (PHOTO: SCREENSHOT/SOCIAL MEDIA), Bild 1 und 3 Collage (PHOTO: SCREENSHOT/SOCIAL MEDIA, Video Al Jazeera), Bild 4 Foto Peter Vlatten


Ukraine – Umfrage in Deutschland: Die Mehrheit ist für Verhandlungen!

28. August 2024 Von: Redaktion „GlobalBridge“

Bild: INSA-Umfrage von Emma und BSW

(Red.) Für einmal eine überraschende – und erfreuliche – Nachricht: Nicht alle Deutschen sind mit der antirussischen und kriegshetzerischen Politik ihrer Regierung einverstanden. Im Gegenteil: Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung hat in einer repräsentativen INSA-Umfrage ihre Meinung bestätigt, dass im Ukraine-Krieg verhandelt werden sollte und dass Waffenlieferungen nicht die Lösung sind. Die Umfrage wurde von Alice Schwarzer von «Emma» und vom «Bündnis Sahra Wagenknecht» BSW in Auftrag gegeben. (cm)

Zitat aus der Umfrage: Diese Zahlen sind neu. Warum? Weil bisher die Fragen dazu so detailliert nicht gestellt wurden. Tatsächlich ist eine überwältigende Mehrheit der deutschen Bevölkerung in Sachen Ukrainekrieg gegenteiliger Meinung als die Bundesregierung. Die repräsentative Umfrage wurde von dem Meinungsforschungsinstitut INSA („Sonntagsfrage“) ausgeführt. Auf die Frage „Sind Sie grundsätzlich für oder gegen Friedensverhandlungen mit Russland?“ antworteten 68 %: Ich bin dafür (Die Hälfte von ihnen ist „absolut“ für Friedensverhandlungen, die andere Hälfte „eher dafür“). In Ostdeutschland sind 76 % für Friedensverhandlungen, in Westdeutschland 66 %. Am stärksten für Verhandlungen sind die WählerInnen des BSW (87 %) und der AfD (82 %) – am wenigsten für Friedensverhandlungen sind die WählerInnen der Grünen (59 %) und der Linken (58 %). „Und wie würden Sie es bewerten, wenn die westlichen Länder Russland anbieten würden, im Gegenzug zu einem Waffenstillstand und der Aufnahme von Friedensgesprächen auf weitere Waffenlieferungen zu verzichten?“, lautet die Frage an alle, die grundsätzlich für Verhandlungen mit Russland sind (1.358 Befragte). Von ihnen fänden 65 % das „gut“ bis „sehr gut“. In Ostdeutschland plädierten sogar 79 % für einen Waffenstillstand, in Westdeutschland 62 %. Die Mehrheit der WählerInnen aller Parteien fände einen Waffenstillstand gut, auch die der SPD (58 %) und CDU/CSU (60 %). Nur die Grünen-WählerInnen sind nicht mehrheitlich dafür (42 %). Und – Überraschung – 74 % der FDP-WählerInnen sind für einen Stopp der Waffenlieferungen bei Verhandlungen. Schon gehört, Marie- Agnes Strack-Zimmermann?

UMFRAGE MEHRHEIT FÜR VERHANDLUNGEN!

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA im August 2024 hat sensationelle Resultate in Sachen Krieg und Frieden ergeben:
68 % sind für Friedensverhandlungen
65 % sind für Waffenstillstand
48 % sind gegen eine Taurus-Lieferung
46 % beklagen mangelnde Diplomatie
45 % fürchten Krieg in Deutschland

UKRAINE-KRIEG

Gegen die Lieferung des Waffensystems Taurus durch Deutschland an die Ukraine sind 48 % aller Befragten (davon 28 % „absolut dagegen“ und20 % „eher dagegen“). Nur 38 % sind dafür. Interessant sind hier die Altersunterschiede: Je älter die Befragten, desto häufiger sind sie für die Lieferung des Taurus (50 % von ü70). Die unter 30-Jährigen sind zu 55 % dagegen (und nur zu 29 % dafür). Auch Ost/West unterscheidet sich wieder. 60 % der Ostdeutschen sind gegen die Taurus-Lieferung und 45 % der Westdeutschen. Nur 28 % der Ostdeutschen sind dafür, aber 41 % der Westdeutschen (12 bzw. 15 % haben keine Meinung). Auch hier sind die Grünen-WählerInnen überragend für die Taurus-Lieferung (74 %), gefolgt von der FDP (62 %) und der SPD (51 %) – also die Anhänger aller drei Regierungsparteien. In den meisten Punkten ist der Geschlechter-Unterschied gering, übersteigt nicht 6 %. Bei der Frage nach der Lieferung des Taurus klaffen die Meinungen von Frauen und Männern erstmals stärker auseinander: 51 % der Frauen (aber nur 44 % der Männer) sind gegen die Lieferung des Taurus-Systems, das tief nach Russland reichen würde und sowohl den Kreml wie auch die russischen Atomabwehr-Stützpunkte vernichten könnte. 47 % der Männer sind für die Tauruslieferung, aber nur 30 % der Frauen.

Auch bei der Frage nach der Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland, die ebenfalls tief nach Russland hinein reichen würden, unterscheiden die Antworten der Geschlechter sich eklatant. 51 % der Männer sind dafür, aber nur 39 % der Frauen. Allerdings haben 17 % der Befragten bei dieser Frage keine Antwort gegeben. Da ist der Aufklärungsbedarf also noch hoch.

Auf die Frage „Fürchten Sie eine Ausweitung des Ukrainekrieges auf Deutschland?“ antworteten je 45 % der Befragten mit Ja und 45 % mit Nein. Hier ist die Bevölkerung also gespalten. Interessant ist auch an dem Punkt der Unterschied der Geschlechter: 51 % der Frauen befürchten eine Ausweitung des Krieges auf Deutschland, aber nur 39 % der Männer (13 bzw. 7 % haben keine Meinung).

Ost/West unterscheidet sich ebenso bei der Frage. Im Osten fürchten 55 % die Ausweitung des Ukrainekrieges auf Deutschland, im Westen 43 %. Bei den WählerInnen von SPD und Grünen haben je 39 % diese Sorge, bei den WählerInnen des BSW 60 %.

Die Frage „Hat die deutsche Bundesregierung Ihrer Meinung nach im Russland-Ukraine-Krieg diplomatisch genug unternommen, um eine Kriegsgefahr für Deutschland abzuwenden?“, beantwortet eine überwältigende Mehrheit von 46 % mit „Nein“ (Ja 28 %). Noch kritischer sehen das die Ostdeutschen. Sie antworteten zu 56 % mit Nein (43 % der Westdeutschen). Besonders interessant sind hier die Angaben nach Parteien-Präferenz. Nur etwa die Hälfte der befragten SPD-, Grünen- und FDP-WählerInnen findet, dass die Ampel diplomatisch ausreichend aktiv war, um den Krieg zu verhindern bzw. zu beenden. Und nur einer von vier CDU/CSU-WählerInnen findet, dass der SPD-Kanzler und die grüne Außenministerin diplomatisch genug waren. Bei den AfD-WählerInnen sieht das gar nur jeder achte so. Der relativ hohe Prozentsatz von einem Viertel „Weiß nicht“ zeigt, dass es zu dieser Frage keine ausreichende Transparenz gibt.

Und nun zur Gretchenfrage im Verhältnis von Bevölkerung und Regierung: „Ist es für Sie wahlentscheidend bei einer Bundestagswahl, ob eine Partei Friedensverhandlungen im Russland-Ukraine- Krieg fordert?“ Ja! sagen 43 %. Nein! sagen ebenfalls 43 %. Da ist sie wieder, die Spaltung der Bevölkerung in Sachen Krieg in zwei Hälften.

Das Problem: Die Regierung vertritt bisher nur die eine Hälfte, bzw. eine Minderheit, die Pro-Kriegs-Fraktion. Die nächsten Bundestagswahlen sind am 28. September 2025. Werden die Regierungs- wie die Oppositions-Parteien ihre extrem einseitige Parteinahme bis dahin überdenken?

Noch stärker ist die Kluft bei Ost/West. 52 % der Ostdeutschen machen ihre Wahlentscheidung von der Haltung der Parteien zum Krieg abhängig (Westdeutsche: 41 %). Die nächsten Landtagswahlen in Ostdeutschland sind im September 2024.

INSA führte die repräsentative Umfrage im Auftrag von Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht durch. Zeitraum: 2. bis 5. August 2024. Basis: 2.002 Personen ab 18 Jahren.

Ende Zitat der Umfrage.

Die Frage bleibt offen, warum denn betreibt die deutsche Regierung eine Politik, die mit der Volksmeinung nicht im Einklang ist? Ist der Spruch von Außenministerin Annalena Baerbock «egal, was meine deutschen Wähler denken» einfach akzeptiert?

Zum Original der Umfrage.

Erstveröffentlicht auf GlobalBridge
https://globalbridge.ch/umfrage-in-deutschland-die-mehrheit-ist-fuer-verhandlungen/

Wir danken für das Publikationsrecht.

Null Bock mehr auf Krieg

Aus der Ukraine sind neue Töne zu hören

Von Angela Klein

Bild: You Tube Video-Screenshot, eigene Bearbeitetung

Das Online-PortalDefend Democracy berichtete am 19.Juli von zunehmenden, auch gewaltsamen Protesten gegen die Rekrutierung neuer Soldaten. Nachstehend eine Zusammenfassung.

Im Mai dieses Jahres hat das ukrainische Parlament ein Gesetz verabschiedet, das die Mobilisierung von Soldaten verstärken soll. Wir erinnern uns: Dies folgte auf die Feststellung nach dem Scheitern der ukrainischen Gegenoffensive im Sommer 2023, dass der ukrainischen Armee nicht nur die Waffen, sondern auch die Soldaten ausgehen. Gleichzeitig gab es Unmut darüber, dass ukrainische Männer, die sich das leisten können, sich vielfach ins Ausland abgesetzt haben, um dem Kriegsdienst zu entgehen.

Mit dem Gesetz wollte Selenskiy dem einen Riegel vorschieben. Alle Männer im Alter zwischen 18 und 60 Jahren sind seitdem verpflichtet, immer einen Militärausweis bei sich zu tragen. Sie können jederzeit vorgeladen werden; eine Frist für die Demobilisierung gibt es nicht. Das Rekrutierungsalter war schon vorher von 27 auf 25 Jahre gesenkt worden.

Rekruten fangen

Die Maßnahmen, neue Soldaten zu bekommen, werden härter: Männer werden auf der Straße aufgegriffen, in Lieferwagen gestopft, geschlagen und außergerichtlich festgehalten, bis sie sich der Einberufung unterwerfen – ein Zeichen dafür, dass die Kriegsbegeisterung aus den Anfangstagen abnimmt und der Widerstand gegen Kriegsdienst zunimmt.

Dies äußert sich nun offenbar auch in handfesten Widerstandsaktionen. Das Online-Portal berichtet von mehrfachen Brandschlägen gegen Autos von Mitarbeitern von Rekrutierungszentren, sogar von einem versuchten Brandanschlag auf ein Rekrutierungszentrum sowie von Sabotageanschlägen auf Eisenbahn- und Stromnetze und anderer Infrastruktur. Odessa soll ein Zentrum solcher Aktionen sein, Vorfälle wurden aber auch aus Vinnitsa, Rovno, Dnipro und Kharkiv, ja sogar aus der Stadt Busk in der Region um Lwiw im Westen der Ukraine gemeldet. Täglich würden Männer im kampffähigen Alter aus der Ukraine versuchen, über die Grenze ins benachbarte Ungarn, Polen, Rumänien oder Moldawien zu entkommen. Verschärft wird die Lage durch die nach wie vor grassierende Korruption, die dazu führt, dass Männer sich freikaufen können.

Die Meldungen werden von Statistiken unterstützt. Ukrainische Medien hätten im Juli d.J. unter Berufung auf offizielle Regierungsangaben berichtet, dass die Einberufungsämter seit Februar 2022 417.000 Wehrdienstverweigerer gemeldet haben, davon 316.100 allein im Zeitraum zwischen 2023 und 2024. Ein Hotspot der Verweigerung soll dabei die Westukraine gewesen sein.

Stimmungsbarometer

Es scheint auch keine Schande mehr zu sein, sich der Wehrpflicht zu entziehen. Eine Umfrage des Rasumkow-Zentrums, ein angesehener Think Tank für öffentliche Politik in der Ukraine, habe ergeben, dass 46 Prozent der Ukrainer es nicht als „beschämend“ empfinden, sich der Mobilisierung zu entziehen, 29 Prozent fänden es beschämend, 24,8 Prozent fänden die Frage schwer zu beantworten.

Derselben Umfrage zufolge waren 44 Prozent der Befragten der Meinung, es sei Zeit für Friedensgespräche mit Russland; 35 Prozent waren dagegen und 21 Prozent unentschieden.

Das ist immer noch keine absolute Mehrheit, aber schon deutlich mehr als im vergangenen Jahr – die Januarausgabe 2024 der SoZ zitierte noch einen Artikel aus <I>Le Monde Diplomatique<I>, der berichtete, 24 Prozent würden den Kampf trotz anhaltender Besatzung einstellen.

Auch aus persönlichen Gesprächen in diesem Sommer gewann die Autorin des vorliegenden Artikels den Eindruck, dass die Hoffnungen sich verstärkt auf eine Ende der Kampfhandlungen richten. Die Aussicht, dass sich der Krieg „noch lange hinziehen“ soll, wie in den westlichen Hauptstädten verkündet wird, gerät mehr und mehr zu einem Alptraum.

Das war absehbar. Auf Dauer ist keine kapitalistische Klassengesellschaft in der Lage, Millionen von Menschen zu motivieren, für die Interessen von Oligarchen und einem aufstrebenden Mittelstand zu kämpfen, der an die Fleischtöpfe will, während sie selber nur den Blutzoll zu entrichten haben, Arbeitsplatz und Lohn verlieren und das Land ihnen absehbar keine Zukunftsaussichten bietet. Das Portal zitiert einen ehemaligen ukrainischen Soldaten mit den Worten, die meisten Rekruten seien demoralisiert und fragten sich, warum sie für ein Land kämpfen sollten, „das ihnen in ihrem ganzen Leben nichts als ein Maschinengewehr gegeben hat“.

Diese Tendenz verdient es, massiv befördert zu werden, vor allem dadurch, dass wir soziale Kämpfe gegen die Regierung Selenskyi unterstützen.

Quelle:http://www.defenddemocracy.press/odessa-leads-violent-resistance-to-mobilization-as-poll-shows-ukrainians-sympathy-for-draft-dodgers/

Veröffentlicht in der SoZ (Sozialistische Zeitung) September 2024
https://www.sozonline.de/

Wir danken für das Publikationsrecht.

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