IG Metall: Auto-Job-Massaker stoppen! Streik in allen deutschen Autowerken vorbereiten!

Es ist klar. Ohne Kampf nur lauwarmer Mampf. Bestenfalls gibt es Kompromisse, die wie ein Fallschirm sind. Der bremst ab, aber wir landen in jedem Fall unten im Jammertal. Wir können den Kolleg:innen von Mercedes Berlin Marienfelde nur voll zustimmen. Eine konsequente gewerkschaftliche Führung müsste angesichts des Job Kahlschlags zum Kampf und Streik mobilisieren. Möglichst bundesweit. Angesichts der Angriffe im gesamten Automobilsektor, der nicht zuletzt unter den geopolitischen Verwerfungen leidet – angestiftet von rechten Hardlinern a la Musk – , müssen die Autoarbeiter:innen sich konzernübergreifend zusammenschließen!

Es sollte aber auch klar sein: dazu bedarf es noch vieler Initiativen von den Kolleg:innen an vielen Standorten. 400 Unterschriften mit Schwerpunkt aus der Produktion aus dem vergleichsweise kleinen Automobilwerk Mercedes Marienfelde sind beachtlich. Aber es ist auch dort noch keine Mehrheit. Und die will organisiert sein, wenn es zu erfolgreichen Streiks kommen soll. „Es rettet uns kein Kaiser noch Tribun, aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun“. Auch Gewerkschaftsfunktionäre sind keine „Erlöser“, der Druck muss letztlich von unten kommen und getragen werden. Dazu gehört auch, dass sich möglichst viele Kolleg:innen in die 1.Mai Demonstration einreihen und ihre Kampfbereitschaft zeigen. Am Besten wäre, wenn das von Automobilwerkern aus ganz Berlin gemeinsam geschieht. (Peter Vlatten)

Die Gruppe „Autoarbeiter für eine kämpfende IG Metall, Mercedes-Benz Werk Berlin-Marienfelde“, verteilte dazu 21. April 2026 den folgenden Aufruf:

Kollegen, kommt zu unserem Block/Banner bei der 1.-Mai-Demo!Strausberger Platz, 10:30 Uhr

Unsere Kollegen-Gruppe hat sich letztes Jahr zusammengetan, weil wir den massiven Stellenabbau in unserem Werk und der ganzen Autoindustrie nicht länger hinnehmen wollen. Das hat sich auch nach „Zielbild 2.0“ und Betriebsratswahl nicht geändert – im Gegenteil. Wir Metaller fordern von unserer Gewerkschaft Kampfmaßnahmen ein, die wirksam sind. Unsere entsprechende Petition an den IGM-Vorstand haben 400 Kollegen im Werk unterschrieben, hauptsächlich aus der Produktion.

Wir werden nicht locker lassen! Denn die Unternehmer setzen ihre Angriffe unablässig fort. Nach der Vernichtung von rund 50.000 Jobs letztes Jahr sind in der deutschen Autoindustrie jetzt so wenig beschäftigt wie seit 2011 nicht mehr. Leiharbeiter und Werkvertragler nicht mal berücksichtigt; sie werden statistisch nicht erfasst. Ein Ende ist nicht in Sicht – die Deindustrialisierung schreitet voran.

Es ist schwierig, sich dagegen in einem einzelnen, kleinen Werk zu wehren. Die andere Seite erscheint manchmal übermächtig. Ob Daimler, VW oder Bosch – sie sind in ihren Arbeitgeberverbänden organisiert und schlagen alle in die gleiche Kerbe: Wir Arbeiter sollen zahlen und Verzicht akzeptieren. Also müssen wir dasselbe tun: über Standorte und Konzerngrenzen hinweg die Wut in allen Autowerken bündeln. Als einzelner Arbeiter bist du machtlos. Druck können wir nur dann aufbauen, wenn wir zusammen ihren Kriegserklärungen entgegentreten. Aus diesem Grund bauen wir Verbindungen in andere Werke und Konzerne auf.

Der 1. Mai ist eine gute Gelegenheit, erneut mit den Kollegen von Tesla zusammenzustehen. Wir hatten während des BR-Wahlkampfes bereits am Werkstor in Grünheide zusammengearbeitet. Wir hatten dort zur Wahl von Liste 1 IG Metall Tesla Workers aufgerufen. Wenn Elon Musk mit seinem fanatisch gewerkschaftsfeindlichen Kurs durchkommt, wäre das ein sehr schlechtes Signal für alle Autoarbeiter in Deutschland. Denn auch die deutschen Autobosse würden sich ermutigt fühlen, uns Arbeitsbedingungen wie bei Tesla aufzuzwingen. Die Erpressungsmasche „Verzicht, sonst Verlagerung“ kennen wir ja zur Genüge. Aber die letzten Jahrzehnte haben uns gezeigt: Verzicht rettet keine Arbeitsplätze. Das jüngste Beispiel ist die Schließung des Werkes in Aguascalientes, Mexiko. Obwohl dort über Jahre bereits auf Niedriglohn-Niveau geackert wurde, wird die Produktion des GLB jetzt ins ungarische Kecskemét verlagert.

Umgekehrt würde es allen Autoarbeitern im Land den Rücken stärken, wenn die IG Metall es schafft, bei Tesla eine Tarifbindung zu erkämpfen. Das wäre auch für uns in Marienfelde gut. Es wäre ein Zeichen, dass unsere Gewerkschaft kämpfen kann. Und eine kämpfende Gewerkschaft ist angesichts des Stellenabbaus bitter nötig.

Original des verteilten Aufrufs

Die Gruppe „Autoarbeiter für eine kämpfende IG Metall“ schreibt über sich

Wir sind eine Gruppe von kämpferischen Kollegen aus unterschiedlichen Werksbereichen. In unseren Reihen findet ihr Arbeiter und Arbeiterinnen unterschiedlicher ethnischer Herkunft. Zu uns zählen sowohl einfache IG-Metall-Miglieder als auch Vertrauensleute und Betriebsräte

Gegen die Zwei-Klassen-Belegschaft bei Vivantes – Auftakt zum Erzwingungstreik

Erneut streiken die Beschäftigten der Vivantes-Tochterunternehmen. Diesmal ist es nicht „nur“ ein Warnstreik. Es ist der Auftakt zum Erzwingungsstreik. Mit überwältigender Mehrheit haben sich die Beschäftigten dafür ausgesprochen. Man muss „aufs Ganze zu gehen“. Das haben schon die Auseinandersetzungen bei CFM gezeigt. Das ist die einzige Sprache, die Geschäftsführung und Politik verstehen.

Es geht darum, dass die Tochterfirmen der Landeseigenen Krankenhäuser Charité und Vivantes wieder in die Krankenhäuser integriert werden, um damit die Spaltung der Belegschaft zu beenden. Das wurde seit Jahren von der Berliner Politik versprochen. Seit Jahren werden die Betroffenen hingehalten.

„Jeder Tag Streik ist ein Armutszeugnis für die politisch Verantwortlichen in dieser Stadt. Wir erwarten von der Vivantes Geschäftsführung, dass sie ihre Blockadehaltung endlich beendet. Vom Berliner Senat erwarten wir, dass er in seiner Funktion als Eigentümer seinen Beitrag leistet für eine Lösung des Tarifkonflikts“ erklärt die ver.di Verhandlungsführerin Jana Seppelt.

Die Erfahrung zeigt: Das Wort der regierenden Parteien im Senat, insbesondere des regierenden Bürgermeisters Kai Wegner ist keinen Cent wert. Am Ende ist immer angeblich kein Geld da. Das gilt erst recht heute, wenn immer mehr Steuergelder in die Finanzierung von Militarisierung, geopolitischen Abenteuern und Schuldendienst umgelenkt werden. Bei CFM waren 48 Streiktage notwendig, um einen Erfolg durchzukämpfen. Wieviele müssen es bei Vivantes sein?

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Gleiche Arbeitsbedingungen für alle Kolleg:innen. Gleiche Rente für gleiche Lebensarbeitsleistung. Das ist bitter notwendig. Denn die Arbeit geht in die Knochen, die Einkommen liegen an der unterstersten Kante. Das geht an den Lebensnerv, gerade jetzt, wenn die Inflation wieder sprunghaft anzieht und überall Leistungen der Daseinsvorsorge zusammengestrichen werden. Auf die sind Menschen mit geringen Einkommen besonders angewiesen. Und ihre Langzeitperspektive, wenn sich nichts ändert? Sie heisst Altersarmut,

Als Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin haben wir schon bei den letzten Warnstreiks darauf hingewiesen: ohne sich auf einen ausdauernden Kampf wie bei CFM einzustellen, wird es nicht gehen. An Politik und Krankenhausbetreiber ist zu signalisieren, dass ihre Manöver den Kampf nur verlängern und die Solidarität ausweiten werden.

Hier kannst Du spenden, um die Streikenden finanziell zu unterstützen und ihr Durchhaltevermögen zu stärken! Die Kolleg:innen verdienen am unteren Limit, jeder Euro stärkt ihre Kampfkraft.
Jede Solidaritätsbekundung gibt Mut!

Unser kleines Redaktionteam hat 100 Euro zusammengelegt. Überweisung folgt.

weitere Termine nach dem Auftakt gestern in Neukölln/Kreuzberg

  • 16. April,11:00 Uhr Kundgebung vor der CDU Landeszentrale (Steifensandstraße 8, 14057 Berlin)
  • 17. April: Streikposten vor den Vivantes Krankenhäusern
  • 20. April, 9:00 Uhr online- Pressekonferenz zum Stand der Verhandlungen und den aktuellen politischen Entwicklungen (Anmeldung bitte unter presse.bb@verdi.de )

Titelbild: Ingo Müller

Globale Gewerkschaften fordern einen dauerhaften und nachhaltigen Waffenstillstand im Nahen Osten

Wir dokumentieren der Aufruf der internationalen Gewerkschaften IndustriALL gegen die andauernden Angriffe von US und Israel im Mittleren Osten. Wir hoffen, dass diesen Worten auch Taten folgen. Stoppt alle Waffenlieferungen!

13. April 2026 – Die IndustriALL Global Union schließt sich anderen internationalen Gewerkschaftsverbänden an und fordert einen dauerhaften und nachhaltigen Waffenstillstand im Nahen Osten. Die Region sieht sich mit einer zunehmenden humanitären Katastrophe, wirtschaftlichen Verwerfungen und steigenden Opferzahlen unter Arbeitnehmern und Zivilisten konfrontiert. Die gemeinsame Erklärung, unterzeichnet von elf internationalen Gewerkschaftsorganisationen, die über 200 Millionen Arbeitnehmer weltweit vertreten, fordert ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen, den Schutz von Wanderarbeitern und Seeleuten sowie ein Bekenntnis zur Diplomatie als einzig gangbarem Weg zu dauerhaftem Frieden.

Die unterzeichnenden globalen Gewerkschaften (CGU) fordern einen dauerhaften und nachhaltigen Waffenstillstand im gesamten Nahen Osten und ein sofortiges Ende des unerbittlichen Kreislaufs von Krieg und Militarismus, der weiterhin verheerende Folgen für Zivilisten, Arbeiter und ganze Gemeinschaften hat.

Wir bedauern, dass die jüngsten Verhandlungen in Islamabad während der zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika, Israel und dem Iran ohne ein tragfähiges Friedensabkommen endeten. Diese Waffenruhe muss dauerhaft sein, zu einer vollständigen Deeskalation führen und den Libanon ausdrücklich einbeziehen. Dort haben die anhaltenden israelischen Militärangriffe gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah bereits eine katastrophale humanitäre Krise ausgelöst, die auch das Leben und die Existenzgrundlage der libanesischen Bevölkerung beeinträchtigt. Der Libanon trägt weiterhin die hohen menschlichen und sozialen Kosten des Konflikts. Die Zivilbevölkerung ist anhaltenden Angriffen, Vertreibung und der Zerstörung kritischer Infrastruktur, darunter Schulen und Krankenhäuser, ausgesetzt. Der Libanon darf nicht als zweitrangiges Kriegsgebiet behandelt werden; jeder ernsthafte Weg zum Frieden muss ein Ende der Angriffe beinhalten, die das Land und seine Bürger verwüsten.

Die Schließung der Straße von Hormus hat in der gesamten Region schwere humanitäre und wirtschaftliche Schocks ausgelöst. Öl-, Gas- und Düngemittelexporte und -lieferketten wurden unterbrochen, die ohnehin angespannte Ernährungssicherheit verschärft, da der Konflikt auf Nachbarländer übergreift und die ohnehin fragilen Volkswirtschaften in eine weitere Finanzkrise stürzt. Dies hat gravierende Folgen für die Lebensgrundlagen der Menschen und ihren Zugang zu Grundbedürfnissen. Tausende von Arbeitsplätzen sind gefährdet, Arbeitnehmer sind plötzlichen Einkommensverlusten ausgesetzt und ohne jeglichen Schutz.

Leider ist eines der prägenden Merkmale dieses Krieges die gezielte Bekämpfung von Energie-, Öl-, Gas- und petrochemischen Anlagen in einer Region, deren Wirtschaft stark von diesen Industrien abhängt. Arbeiter in diesen Sektoren werden bei der Ausübung ihrer Tätigkeit getötet oder verletzt, während die Rohstoffe selbst von beiden Seiten des Konflikts als Druckmittel eingesetzt werden.

Während die Weltöffentlichkeit die steigenden Ölpreise im Blick hat, wurden zivile Seeleute getötet und verletzt, und Schiffe sind weiterhin von Angriffen bedroht. Mehr als 20.000 Seeleute sitzen in der Straße von Hormus fest und leben in ständiger Angst und Ungewissheit – unschuldige Zivilisten, die sich an vorderster Front befinden und täglich ihr Leben riskieren.

In der Region leben über 30 Millionen Wanderarbeiter, von denen viele besonders stark betroffen sind. Sie halten wichtige Wirtschaftszweige am Laufen und sind gleichzeitig erhöhten Risiken für ihre Sicherheit, Arbeitsplatzverlust, ausbleibende Lohnzahlungen und Schwierigkeiten bei der Evakuierung ausgesetzt. Ihre Sicherheit, ihre Rechte und der Zugang zu ihrem Lohn müssen unverzüglich gewährleistet werden.

Arbeitnehmer, Zivilisten und öffentliche Einrichtungen dürfen niemals Ziel militärischer Operationen werden. Die Tötung und Verletzung von Arbeitnehmern in allen Sektoren, darunter im Bildungs-, Gesundheits-, Journalismus- und Medienbereich, im Transportwesen und anderen systemrelevanten Bereichen, sowie die Zerstörung geschützter Orte wie Schulen und Krankenhäuser stellen schwerwiegende Verstöße gegen das Völkerrecht und einen Angriff auf die Menschenwürde dar. Solche Taten sind unerträglich und müssen unmissverständlich verurteilt werden.

Die globale Gewerkschaftsbewegung lehnt die Logik von Krieg und Militarisierung ab. Militärische Gewalt schafft keine Sicherheit – sie verfestigt Gewalt, schürt Instabilität, verschärft Ungerechtigkeit und untergräbt die Grundlagen von Frieden, Demokratie, Menschenrechten und multilateraler Zusammenarbeit. Diplomatie, nicht Bomben; Dialog, nicht Zerstörung, bleiben der einzig legitime Weg zu dauerhaftem Frieden.

Als Gewerkschaften, die über 200 Millionen Arbeitnehmer in verschiedenen Branchen und Kontinenten vertreten, fordern wir die internationale Gemeinschaft auf:

  • Krieg ablehnen, Völkerrecht achten und den Einsatz militärischer Gewalt durch alle Parteien verurteilen;
  • Die gegenwärtige Waffenruhe soll in ein dauerhaftes und nachhaltiges Ende der Feindseligkeiten umgewandelt werden, einschließlich einer vollständigen Deeskalation;
  • Schutz der Zivilbevölkerung und Sicherung wesentlicher Dienstleistungen und Infrastrukturen, Gewährleistung des Zugangs zu Gesundheitsversorgung, Bildung, Transport, Arbeitsplätzen, Wasser und Nahrungsmitteln unter voller Übereinstimmung mit dem Völkerrecht;
  • Den Schutz von Wanderarbeitern, Seeleuten, Flüchtlingen und allen Arbeitnehmern in prekären Situationen gewährleisten, einschließlich einer gegebenenfalls notwendigen sicheren Evakuierung sowie des Zugangs zu Löhnen, Gesundheitsversorgung, Unterkunft und Kommunikation;
  • Die Wahrung der Menschen- und Arbeitsrechte, die Gewährleistung der Rechenschaftspflicht bei Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte sowie der Schutz der Vereinigungsfreiheit, der Gewerkschaftstätigkeit und des demokratischen zivilgesellschaftlichen Raums in Konflikt- und Krisenzeiten.

Wir bekräftigen unser unerschütterliches Engagement für eine Welt, in der Konflikte durch Diplomatie statt durch Gewalt gelöst werden, in der der Multilateralismus gestärkt wird und in der alle Menschen das Recht haben, in Sicherheit, Würde, Demokratie und Frieden zu leben und zu arbeiten. Krieg ist eine politische Entscheidung. Frieden ist jedoch die einzige Antwort.

Unterzeichner:

David Edwards, Generalsekretär, Education International

Atle Høie, Generalsekretär, IndustriALL Global Union

Luc Triangle, Generalsekretär des Internationalen Gewerkschaftsbundes

Christy Hoffman, Generalsekretärin der UNI Global Union

Steve Cotton, Generalsekretär der Internationalen Transportarbeiterföderation

Ambet Yuson, Generalsekretär, Internationaler Verband der Bau- und Holzarbeiter

Adriana Paz Ramírez, Generalsekretärin des Internationalen Verbandes der Hausangestellten

Daniel Bertossa, Generalsekretär, Public Services International

Kristjan Bragason, Generalsekretär der Internationalen Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-, Restaurant-, Catering-, Tabak- und verwandten Arbeiterverbände

Veronica Nilsson, Generalsekretärin des Gewerkschaftsbeirats der OECD

Anthony Bellanger, Generalsekretär der Internationalen Journalistenföderation

Quelle: https://www.industriall-union.org/global-unions-ceasefire-middle-east

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