„Ein Schrei vor dem Tod“ – Aufruf der Arbeiter:nnen von Gaza an die Gewerkschaften der ganzen Welt!


Die Erklärung der Arbeite:innen von Gaza, veröffentlicht am 4.August 2025 vom Allgemeinen Gewerkschaftsbund Palästinas, richtet sich an die Arbeiter:innen und Gewerkschaften der ganzen Welt! Statt Lippenbekenntnissen und symbolischer Aktionen werden wir zum Handeln aufgerufen: „Lasst uns unsere Wut in Taten und unsere Solidarität in konkrete Haltung umwandeln.“ Nur wenn wir uns alle zum aktiven Boykott gegen den Krieg und gegen jegliche Zusammenarbeit mit den Kriegsverbrechern zusammenschließen, können wir die Kraft entwickeln, die Barbarei in Gaza und Palästina zu stoppen!

Hier der Aufruf im Wortlaut:


„Der israelische Krieg hat 80 % der Häuser in Gaza zerstört, alle Fabriken, Werkstätten und Lebensgrundlagen, und der größte Teil der landwirtschaftlichen Flächen wurde dem Erdboden gleichgemacht.


Wir wenden uns heute erneut an Euch, nicht nur als Opfer, sondern als Arbeiter:innen in Palästina, als untrennbarer Teil der Volks- und Arbeiterklassen dieser Welt, die für Gerechtigkeit, Befreiung und Würde kämpfen. Und wir rufen Euch auf:

  • Das Schweigen und die Komplizenschaft zu brechen, Eure Stimme in Euren Gewerkschaften und Verbänden zu erheben und die Politik der Aushungerung, Belagerung und Massaker in Gaza anzuprangern.
  • Ihre hre Regierungen dazu drängen, Waffenabkommen und militärische Zusammenarbeit mit der Besatzungsmacht zu beenden und Sanktionen gegen das zionistische Kolonialregime und das Apartheidregime zu verhängen.
  • Boykottiert Unternehmen, die die Besatzung unterstützen, und zieht Gewerkschaftsinvestitionen aus allen Unternehmen, Institutionen oder Einrichtungen zurück, die an der Finanzierung oder den Profiten des Krieges beteiligt sind.
  • Organisiert Tage des Zorns und der weltweiten Solidarität in Fabriken und Werkstätten, in Häfen und Flughäfen, auf Straßen und öffentlichen Plätzen, um Palästina und sein tapferes Volk zu unterstützen.


Wir richten einen besonderen Appell an die Gewerkschaften der Seeleute und Hafenarbeiter und fordern sie auf, sich zu weigern, „israelische” Schiffe oder solche, die zionistische Häfen anlaufen, zu be- oder entladen und jede Form der maritimen oder kommerziellen Zusammenarbeit mit den Werkzeugen des Krieges und der Belagerung einzustellen. Eure starken Hände und Euer waches Bewusstsein sind in der Lage, den Mechanismus der Vernichtung zu stoppen und die Todesmissionen nach Palästina zu beenden. Zeigt der ganzen Menschheit die Kraft der kämpfenden Arbeiterklasse, wenn sie sich vereint zur Verteidigung der Gerechtigkeit und der menschlichen Werte erhebt.

Wir begrüßen mit Stolz und Dankbarkeit unsere Genossen, die Hafenarbeiter in Griechenland, für ihre moralische und mutige Haltung und ihre führende Rolle beim Boykott der „israelischen” Schiffe und bei der Ablehnung der Mittäterschaft an Kriegsverbrechen. Wir begrüßen auch die Gewerkschaften in Norwegen, Spanien, Frankreich, Kanada und anderswo für ihre Vorreiterrolle bei der konkreten Solidarität mit unserem Volk durch den Boykott der Besatzungsinstitutionen.

Wir rufen alle Gewerkschaften weltweit dazu auf, ihre Verbindungen zur sogenannten „Histadrut“ abzubrechen, der zionistischen Organisation, die behauptet, der Arbeiterklasse anzugehören, während sie sich an der Belagerung der palästinensischen Arbeiter beteiligt, den Völkermord in Gaza rechtfertigt und ein integraler Bestandteil des israelischen Besatzungsapparats ist.


Genossinnen und Genossen, was heute in Gaza geschieht, ist ein Verbrechen der Massenvernichtung vor den Augen der ganzen Welt: Sein Ziel ist es, uns zu vertreiben und aus unserem Land zu vertreiben. […]

Es wird begangen, um uns zu unterwerfen, indem unsere Lebensgrundlagen und unsere Menschenwürde zerstört werden. Doch verfügen die Arbeiterklassen und ihre freien Gewerkschaften auf der ganzen Welt über ein Erbe an Geschichte, Kraft und Mut, das ausreicht, um diese verbrecherische Politik zu besiegen, wenn sie sich zusammenschließen und ihre Stimme gegen Kolonialismus, gegen Zionismus und die Brutalität des Kapitalismus erheben.

Wir versprechen: Wir werden die Universitäten, Schulen, Einrichtungen und Fabriken von Gaza wieder aufbauen, wie wir es nach jedem amerikanischen und zionistischen Vernichtungskrieg immer getan haben. Und wir werden unser unerschütterliches Engagement fortsetzen, egal wie groß die Schwierigkeiten und Herausforderungen auch sein mögen.

Lasst uns unsere Wut in Taten und unsere Solidarität in konkrete Haltung umwandeln. Lasst uns die Politik der Aushungerung brechen und die Fahne des Arbeiterkampfes für Gerechtigkeit hissen – für ein freies Palästina, vom Fluss bis zum Meer.“

Quelle: Interbüro Berlin

Titelbild: Collage Peter Vlatten

Helios-Therapeut:innen durchbrechen Lohnmauer

Verdi gibt in einer Presseerklärung vom 6.8. bekannt: die Helios-Therapeut:innen haben nach „hartem Kampf“ einen Durchbruch geschafft. Sie werden bis Anfang 2027 die volle Lohnangleichung zur Helios Kernbelegschaft erreichen.

Wieder einmal – nach CFM – zeigt sich: je intensiver der Streik, desto größer die Erfolge. Die Spaltung in zwei Klassen Belegschaften kann überwunden werden. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit kann durchgesetzt werden. Merken wir uns das für die zukünftigen Tarifrunden! Nicht langanhaltende Verhandlungsnächte bringen den entscheidenden Erfolg. Die Kapitalseite muss die Verluste zu spüren bekommen, wenn wir ihr unsere Arbeitskraft vorenthalten und sie muss davon überzeugt werden, dass wir dabei einen längeren Atem haben, bis zählbare Zugeständnisse für uns auf dem Tisch liegen.

Die Einigung konnte nach 76 Tagen Streik, davon 43 am Stück – erzielt werden. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Dazu heißt es in der Presseerklärung von Verdi:

Rückwirkend zum 1. Juli soll ein Tarifvertrag gelten, in dem für das laufende Jahr eine Entgelterhöhung von 15 % vereinbart wird. (….)

Darüber hinaus wird im September eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 Euro für Vollzeitbeschäftigte (Teilzeitbeschäftigte anteilig) ausgezahlt.

Ab dem 1. Januar 2026 erhalten die ca. 50 Therapeut:innen 95 % des Tabellenentgelts des Helios-Konzerntarifvertrags, ab dem 1. Januar 2027 dann 100 % der Helios-Entgelte zum dann gültigen Zeitpunkt. In der Spitze ergeben sich damit Entgeltsteigerungen für die Beschäftigten von bis zu 1.660 Euro über 1,5 Jahre.

Verbesserungen gibt es auch bei der Jahressonderzahlung (über mehrere Jahre ansteigend auf 90 % eines Monatsgehalts), der Arbeitszeit (diese wird zum 1. Januar 2026 von 40 auf 38,5 Stunden gesenkt) sowie durch die Einführung von Zuschlägen für Mehrarbeit und Wochenendarbeit.

Titelbild: Collage Peter Vlatten

Neukölln steht zusammen für Palästina – Soli-Kiez-Event

Die Linke Neukölln lädt gemeinsam mit palästinasolidarischen Initiativen und Gruppen zum Soli-Kiez-Event ein.

Achtung: Neuer Ort: bUm Paul-Lincke-Ufer 21, 10999 Berlin

Offener  Brief an den LV die Linke Berlin 

Kommt vorbei! Bringt Freundinnen, Familie, Kolleginnen & Nachbar*innen mit. Lasst uns gemeinsam aktiv werden. Für sichtbare Solidarität im Kiez und darüber hinaus.
Wir wollen mit Euch einen Raum
schaffen für Begegnung, Austausch und Bestärkung:

  • Gegen Vereinzelung, Ohnmacht und Schweigen.
  • Gegen Rassismus, Verdrängung, Repression.
  • Gegen Waffenlieferung, Aushungern, Genozid!

Für gemeinsamen Widerstand, Bündnisse und spürbare Solidarität! Ob in Neukölln oder anderswo: Wir stehen zusammen für die Menschen in Palästina.

Update. Es gibt eine breite Hetzkampagne gegen dieses Event aus der rechten Zionismus freundlichen Berliner Presse und einen Disput mit dem LV der Berliner Linken. Ein Grund mehr teilzunehmen! 

Achtung: es gibt aktuell Irritationen über den Ort. Wir werden ggfs. über Änderungen informieren!
Ein Facebook Kommentar, 4.8.2025 

Netanjahu und seine ultrarechte Bande nutzen die hässlichen Geiselvideos als Vorwand für den nächsten Akt. Am morgigen Dienstag wollen er und sein Kriegskabinett offenbar beschließen, Gaza komplett zu besetzen. Das Massaker wird also nochmals intensiviert.

(der Beschluss wurde gefasst, d. h es geht in Richtung "Endlösung", in der Praxis mit voller Unterstützung der USA und Deutschlands - die Redaktion)

Die Geiseln sind ihm dabei genau so egal wie die palästinensische Zivilbevölkerung. Ihr Tod rückt näher. Zur Erinnerung: Ganze sieben Geiseln wurden bisher durch Militäraktionen der israelischen Armee befreit. Rund 150 kamen durch Verhandlungen frei. Aber ernsthaft verhandeln will Netanjahu bekanntlich nicht.

Noch zwei Zahlen, die ich bisher nur in der französischen Presse lesen konnte. Zunächst: Heute wurden in Gaza bis zum frühen Abend 74 Palästinenser getötet, davon standen 36 hungernd an den berüchtigten Verteilstellen für "humanitäre Hilfen". Es war also ein ganz "normaler" Tag in Gaza.

Und: Nach Angaben des Hilfswerks Unicef wurden in Gaza in den vergangenen 22 Monaten rund 18.000 palästinensische Kinder vom israelischen Militär getötet. Um es etwas plastischer auszudrücken: Jeden Tag wurde eine komplette Schulklasse massakriert! (Quelle: Le Monde)

Joachim Zinsen

netzwerk.palisoli.linke

Stellungnahmen zur Polizeigewalt auf der Internationalist Queer Pride

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