Die LINKE in der Zange zwischen Lockerung der Schuldenbremse und Kriegskurs

Der Parteivorstand der LINKEN hat am 1.MĂ€rz 2025 einen Beschluss mit dem Titel „Ukraine unterstĂŒtzen – China einbinden – Schuldenbremse abschaffen – UNO statt Trump“ gefasst. Dieser Beschluss sorgt fĂŒr kritische Diskussionen und Anmerkungen. Er verstĂ€rkt aus marxistischer Sicht BefĂŒrchtungen zum kĂŒnftigen Kurs der Partei. Hier dreieinhalb DebattenbeitrĂ€ge dazu.

Erstens. Öffentliche Stellungnahme von Thies Gleiss, selbst Mitglied des Parteivorstandes und Sprecher der Antikapitalistischen Linken, in der er seine Ablehnung des Antrags – glasklar und grundsĂ€tzlich- begrĂŒndet:

Warum ich den Antrag „Ukraine unterstĂŒtzen – China einbinden – Schuldenbremse abschaffen – UNO statt Trump“ nicht unterstĂŒtzt habe.

(1) Der am 01. MĂ€rz 2025 beschlossene und oben genannte Antrag an den Parteivorstand begeht den großen politischen Fehler, in der Opposition Regierung spielen zu wollen. Das sollte eine Partei eine Woche nach einem ĂŒberzeugenden Wahlerfolg nicht machen,  der den klaren Auftrag erteilt hat, eine schlagkrĂ€ftige und politisch eindeutige Opposition im Parlament und auf der Straße zu sein. In Sachen AufrĂŒstung, KriegsertĂŒchtigung, militarisierte Außenpolitik und auch bei den haushalts- und finanzpolitischen Verrenkungen der Regierung muss eine solche Opposition ein klares Nein (ohne jedes Ja, wie es schon in der Bibel heißt) zu allen VorschlĂ€gen aussprechen. Keine Partei im Bundestag vertritt auch nur annĂ€hernd eine Position, die mit der der LINKEN kompatibel ist.

(2) Der Antrag sieht – im Gegensatz zur Beschlusslage der letzten Parteitage der LINKEN – eine verdrehte Aufstellung der Akteure: Russland als alleiniger Buhmann und Aggressor; die EU als Ausgangspunkt und Garantin einer demokratischen Alternative; die Trump-Regierung als plötzlicher Absonderling von dieser EU-Linie. Daran ist alles falsch und es ergibt sich daraus auch kein Ansatzpunkt einer realistischen linken Oppositionshaltung. Im Kern einer richtigen Analyse der KrĂ€fteverhĂ€ltnisse muss stehen, dass der Ukrainekrieg immer mehr zu einem Stellvertreterkrieg der großen internationalen MĂ€chte wird. Was wird denn anderes aus dem neuen Format der „Friedensverhandlungen“ zwischen den USA und Russland  deutlich als diese Schlussfolgerung? In diesem Stellvertreterkrieg gehen die beteiligten globalen Player regelmĂ€ĂŸig neue und wechselnde Allianzen ein. Das war in einer vergleichbaren Situation vor dem 1. Weltkrieg so, das war auch im Balkankrieg rund um das Dayton-Abkommen so, das war im Lybien- und Irakkrieg so. Es ist ein Gerangel um eine Neuaufteilung der Welt in Markt- und Einflusszonen, bei dem eine linke Partei auf keiner Seite steht, sondern die internationalistische SolidaritĂ€t verteidigt.

(3) Der Antrag fokussiert auch in einer Weise auf „China“, wo wirklich ernsthaft nachgefragt werden sollte: Who is it and what does ist – dieses „China“.

(4) Der Antrag unterwirft sich auch einer Partnerschaft mit „der EU“, die ja nicht minder harte Akteurin in diesem Stellvertreterkrieg ist. Jedes ZugestĂ€ndnis, dieser EU, ihren Mitgliedsstaaten oder auch nur Deutschland das Recht auf einen Ausbau der Armee – und sei es nur zu „Verteidigung“  â€“ einzurĂ€umen, kann schnell tödlich enden. Eine linke Partei muss der allgemeinen Kriegsvorbereitung stattdessen massiv entgegenstellen. Die Armeen mĂŒssen radikal abgerĂŒstet werden, die Waffen mĂŒssen schweigen, die Kriegsminister mĂŒssen abgelöst werden.

Zweitens. Ausschnitte aus einem Debattenbeitrag von Sebastian Friedrich und Ingar Solty im Freitag, der mehr auf die UmstĂ€nde und HintergrĂŒnde des Beschlusses eingeht!

Die Linke hat die Schuldenbremse immer abgelehnt, weil sie soziale und ökologische Investitionen ermöglichen wollte. Jetzt muss sie sich mit einem Sondervermögen beschĂ€ftigen, das ausschließlich der HochrĂŒstung dient.

Die strategischen wie inhaltlichen Probleme zeigen sich aktuell besonders in der Frage von Krieg und Frieden. Viele, die die Partei gewĂ€hlt oder ihr beigetreten sind, stehen Waffenlieferungen in die Ukraine offen gegenĂŒber – zu einem Zeitpunkt, in dem die ukrainische Regierung den Krieg nur noch durch massivste Zwangsrekrutierungen aufrechterhalten kann und die USA bereits nach einem Weg suchen, den Konflikt einzufrieren. Die Linke steht in dieser Situation unter enormem Druck.

WĂ€hrend des Wahlkampfs betonten Spitzenpolitiker noch, sie wĂŒrden keiner weiteren AufrĂŒstung zustimmen. Doch nun hat der Parteivorstand sich anders positioniert: Statt in dieser historischen Situation die eigene Macht zu nutzen, um eine Politik zu verhindern, die einen verlorenen Krieg auf dem RĂŒcken der ukrainischen Bevölkerung fortsetzt, neues WettrĂŒsten befeuert und dabei Sozialstaat und Demokratie gefĂ€hrdet, zeigte man sich in einem Positionspapier bereit, fĂŒr die Abschaffung der Schuldenbremse zu stimmen. Damit aber ermĂ€chtigt man die HochrĂŒstungs- und Kriegspolitik – wĂ€hrend man die Regierung in reinster Symbolpolitik darum bittet, das auf Kredit bereitgestellte Geld doch bitte nur fĂŒr zivile Zwecke einzusetzen.

Drittens. Unsere eigenen Anmerkungen zu „linken Hoffnungen“ ĂŒber das avisierte Infrastrukturprogramm!

Wer bei diesem Programm fĂŒr Infrastruktur mehr an „Soziales“ denkt, hat das Ganze noch nicht verstanden. Wer genauer hinschaut kann erkennen, daß auch der Ausbau der Infrastruktur in weiten Teilen dazu dienen soll, Deutschland kriegstĂŒchtig zu machen. Es sollen nĂ€mlich vorrangig solche BrĂŒcken und Straßen instand gesetzt werden, damit dort die Panzer nach Osten rollen können. Im Gesundheitswesen sollen Strukturen fĂŒr den Kriegsfall geschaffen bzw. erweitert werden, die eher noch die zivile Gesundheitsversorgung weiter belasten. Besondere Schwerpunkte bilden der Ausbau von Bunkeranlagen, Heimat- und Katastrophenschutz
 Und so weiter…..und so weiter. Pustekuchen wer sich da echt Nennenswertes fĂŒr den Wohnungsbau, fĂŒr mehr FrauenhĂ€user oder die Renovierung kaputter Schulen erhofft.

Auf der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz wurde die Richtung klar vorgegeben: Deutschland muss aufgrund seiner geografischen Mittellage mit höchster PrioritĂ€t als militĂ€risches Aufmarsch- und Durchmarschgebiet fit gemacht werden. [1]Handelsblatt 28.1.2025: „Deutschland muss der Rolle als Durchmarschgebiet gerecht werden“

Ein beliebtes WeichspĂŒlargument: Infrastrukuturen wie Straßen und Schienen usw. dienten ja auch der Zivilgesellschaft. Da lĂ€sst sich nur antworten: Wegen der Panzer wohl mehr Straßen als Schienen – Kampf um mehr öffentlichen Verkehr war denn da mal. Und es wird wohl kaum halb Deutschland in Zukunft gen Osten in Urlaub fahren wollen.

FĂŒr Militarisierung soll die Schuldenbremse permanent und nach oben hin unbegrenzt gelockert werden. Das Budget fĂŒr Infrastrukutur ist einmalig, begrenzt und ĂŒber bis zu 10 Jahre verteilt. In Summe eine bisher historisch einmalige Neuverschuldung in Höhe von mehr als 2 Billionen Euro.

Ein „linkes Strukturprogramm“ muss die sozialen Verpflichtungen konkret festschreiben: zum Beispiel „mehr Lehrer“ statt mehr Offiziere an den Schulen! Und warum ĂŒberhaupt Schulden, die jeden von uns mit 12000 Euro belasten und mit Zins und Zinseszins von uns zurĂŒckgezahlt werden mĂŒssen? Soziale und ökologische Investitionen sind auch ohne Schulden möglich, wenn man sich das Geld von dort holt, wo es in exorbitanter Höhe angehĂ€uft wird. Das wĂ€re links !! Und wĂŒrde den Parteivorstand der LINKEN von seiner selbst angelegten Zange befreien. Sollen doch diejenigen zahlen, die uns stĂ€ndig abzocken. Dann braucht es auch nicht der Lockerung einer Schuldenbremse. Seit Jahren schon ist zum Beispiel die WiedereinfĂŒhrung der Vermögenssteuer ĂŒberfĂ€llig. So etwas mĂŒsste jetzt offensiv gefordert und fĂŒr den Klassenkampf von unten zur Durchsetzung mobilisiert werden.

Die durch diese Mammutverschuldung losgetretene Inflation trifft dann wieder .. uns alle

Ganz zu schweigen davon, daß dieser AufrĂŒstungskurs die Kriegseskalation auf die Spize treibt, bei der am Ende ganz Deutschland erneut mit seiner ganzen Infrastruktur in Schutt und Asche versinken kann.

Aber immerhin, vor allem die Besitzer des militÀrisch-industriellen Komplexes haben sich schwindelig verdient.

Siehe auch: besonders Frauen zahlen fĂŒr den Kriegskurs 
Viertens. A. Hanbicht empfiehlt der LINKEN ganz pragmatisch, sich ein Besipiel an Izquierda Unida (Spanische Vereinigte Linke) zu nehmen!

IU lehnt die NATO als Lösung fĂŒr die Ukraine ab und setzt sich fĂŒr einen Waffenstillstand unter der FĂŒhrung der UNO ein.

In ihrer traditionellen montĂ€glichen Pressekonferenz zur politischen Lage beklagte (die Sprecherin der Partei) GarcĂ­a Sempere, dass das gestrige Treffen europĂ€ischer Staats- und Regierungschefs in London – an dem auch der spanische MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez teilnahm – eine „historische Gelegenheit“ verpasst habe, eine „eigenstĂ€ndige Außenpolitik gegenĂŒber den Vereinigten Staaten zu entwickeln“.

„Wir hatten, vielleicht sind wir manchmal naiv, konkrete FriedensvorschlĂ€ge erwartet und gehofft, dass diese kriegerische Rhetorik endlich endet, die nichts anderes bewirkt hat, als einen Konflikt zu verlĂ€ngern, der schon mehr als drei Jahre andauert. Der Krieg wurde nicht durch mehr Waffenlieferungen gelöst, sondern im Gegenteil – er hat mehr Zerstörung, VerwĂŒstung und Leid ĂŒber das ukrainische Volk gebracht“, erklĂ€rte sie.

Sie fĂŒgte hinzu, dass es in dieser Zeit zudem „unerlĂ€sslich“ sei, die „Verpflichtungen der Helsinki-Akte und der Charta von Paris der Konferenz ĂŒber Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa wiederherzustellen, um einen neuen Rahmen fĂŒr gemeinsamen Frieden und Sicherheit zu schaffen“.

In Bezug auf die „andauernde zionistische Offensive gegen das palĂ€stinensische Volk“ durch die extremistische Regierung Israels prangerte die IU-Sprecherin an, dass trotz der angeblichen Waffenruhe „die Ermordung von PalĂ€stinensern nicht aufhört“ und dass Premierminister Benjamin Netanjahu an diesem Wochenende „die Aussetzung der humanitĂ€ren Hilfe“ fĂŒr die bereits jetzt unter katastrophalen Bedingungen lebende palĂ€stinensische Bevölkerung im Gazastreifen angekĂŒndigt habe.

ErgÀnzend der link zu einem Beitrag der SOL zum Thema 

Titelbild: Collage Peter Vlatten

References

References
1 Handelsblatt 28.1.2025: „Deutschland muss der Rolle als Durchmarschgebiet gerecht werden“

Frauen in Konfliktgebieten – Webinar

Ein absolut spannendes und empfehlenswertes Event. Betroffene Frauen aus vielen LĂ€ndern – insbesondere aus dem globalen SĂŒden- kommen in Kurzberichten authentisch zu Wort!

Mittwoch, 19. MĂ€rz 2025, 12:00 Uhr, Webinar, Zur Teilnahme anmelden
Lassen Sie uns am 19. MĂ€rz zusammenkommen, um zuzuhören, zu lernen und Maßnahmen zur UnterstĂŒtzung der Frauen in Konfliktgebieten auf der ganzen Welt zu ergreifen.
unsere  Empfehlung zum Frauenkampftag dazu: "„Nieder mit dem Imperialistischen Feminismus“ – antirassistisch und internationalistisch" 

Am 19. MĂ€rz um 12 Uhr ET findet eine wichtige Veranstaltung statt, um den Stimmen von Frauen Gehör zu verschaffen, die von Konflikten in verschiedenen Teilen der Welt betroffen sind. Das Webinar „Frauen in Konfliktzonen“, gesponsert von World BEYOND War, Southern Anti-Racism Network, International Peace Bureau, Convention for Pan-Africanism and Progress (CPP) und CODEPINK, soll die tiefgreifenden Auswirkungen des Krieges auf Frauen und Kinder beleuchten und Maßnahmen zur AbschwĂ€chung dieser Auswirkungen diskutieren.

Sponsoren

An dem Webinar nehmen Redner aus einer Vielzahl von LĂ€ndern teil, darunter Weißrussland, Kamerun, die Demokratische Republik Kongo, Gaza, Libanon, Mosambik, Nigeria, SĂŒdkorea, Sudan und Syrien. Jeder Redner hat fĂŒnf Minuten Zeit, um seine Erfahrungen und Erkenntnisse zu den besonderen Herausforderungen zu teilen, denen Frauen und Kinder in ihren jeweiligen Regionen aufgrund anhaltender Konflikte gegenĂŒberstehen. Diese Plattform dient nicht nur dazu, Geschichten zu teilen, sondern auch als Aufruf zu globaler SolidaritĂ€t und UnterstĂŒtzung bei der Beendigung der Gewalt und der Förderung des Friedens.

Rednerinnen und ihre BeitrÀge
Frauen aus verschiedenen Konfliktgebieten berichten aus erster Hand ĂŒber die KĂ€mpfe und die Widerstandskraft der Menschen, die mitten im Krieg leben. Ihre Aussagen werden die physischen, emotionalen und sozialen Belastungen hervorheben, die bewaffnete Konflikte fĂŒr Frauen und Kinder bedeuten, die wĂ€hrend solcher Krisen oft zu den am stĂ€rksten gefĂ€hrdeten Bevölkerungsgruppen gehören. Die Rednerinnen werden auch ĂŒber Initiativen und BemĂŒhungen sprechen, die in ihren Gemeinden unternommen werden, um Sicherheit, Heilung und langfristigen Frieden zu fördern.

Anerkennung afrikanischer Herkunft: UN-Dekade
Dieses Webinar findet wĂ€hrend der zweiten UN-Dekade fĂŒr Menschen afrikanischer Herkunft (2025–2034) statt, die sich auf „Anerkennung, Gerechtigkeit, Entwicklung“ konzentriert. Die ÜberreprĂ€sentation afrikanischer LĂ€nder in der Liste der Konfliktzonen unterstreicht die dringende Notwendigkeit gezielter BemĂŒhungen und Interventionen zur BekĂ€mpfung der systemischen Probleme, die Gewalt und InstabilitĂ€t in diesen Regionen aufrechterhalten. Das Webinar zielt darauf ab, auf diese Probleme aufmerksam zu machen und UnterstĂŒtzung fĂŒr afrikanische Frauen und Kinder zu mobilisieren, die die Hauptlast von Kriegen und Konflikten tragen.

AKtuell  zu den deutschen Kriegskrediten: "Verschuldungsorgie fĂŒr „KriegstĂŒchtigkeit“ kann mit grĂŒn reaktionĂ€rem SahnehĂ€ubchen durchgewunken werden"

Lautsprecher

WEISSRUSSLAND: Olga Karatch

KAMERUN: Cyrille Rolande Bechon

DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO (DRK): Raissa Kasongo und Yvette Mushigo

GAZA/PALÄSTINA: Hanan Awwad

LIBANON: Hala Kilani Hala und Shirine Jurdi

MOSAMBIK: Namatama Sakabilo

NIGERIA: Zullaihat Muhammad Ohiare

SÜDKOREA: Cho Young-mi

SUDAN: Reem AbbasSYRIEN: Oula Ahma

UnterstĂŒtzende Organisationen

Die Organisatoren des Webinars „Frauen in Konfliktzonen“ laden Organisationen ein, diese wichtige Veranstaltung zu unterstĂŒtzen und zu fördern. UnterstĂŒtzende Organisationen werden gebeten, bis zum 15. MĂ€rz Fragen an die Redner einzureichen, um die Möglichkeit zu haben, direkt mit den Frauen in Kontakt zu treten, die ihre Geschichten erzĂ€hlen werden. Diese gemeinsame Anstrengung soll ein tieferes VerstĂ€ndnis der globalen Auswirkungen von Konflikten auf Frauen und Kinder fördern und konkrete Schritte identifizieren, die unternommen werden können, um Gemeinschaften in Konfliktzonen zu unterstĂŒtzen.

UnterstĂŒtzen Sie uns hier 

 Organisationen: 

Das Webinar „Frauen in Konfliktzonen“ bietet eine wichtige Gelegenheit, direkt von den Betroffenen des Krieges zu hören und ihre Stimme auf internationaler BĂŒhne zu Gehör zu bringen. Durch die UnterstĂŒtzung und Teilnahme an dieser Veranstaltung können Organisationen und Einzelpersonen gleichermaßen zu einer breiteren Bewegung beitragen, die darauf abzielt, Gewalt zu beenden, Frieden zu fördern und sicherzustellen, dass die Rechte und das Wohlergehen von Frauen und Kindern in Konfliktzonen gewahrt werden.

Zur Teilnahme anmelden

CDU/SPD planen soziale Gemeinheiten an Frauen – fĂŒr mehr Geld fĂŒr AufrĂŒstung – Heraus zum Frauenkampftag (3)

„Klar ist, dass Deutschland und die EU erheblich mehr in die AufrĂŒstung investieren mĂŒssen, was zwangslĂ€ufig Einsparungen an anderer Stelle erfordert.“ [1]https://www.wa.de/wirtschaft/deutschland-steht-vor-harten-sparmassnahmen-kuerzungen-bei-elterngeld-und-rente-im-fokus-93604166.html

CDU und SPD diskutieren dabei insbesondere soziale Gemeinheiten an Frauen. Wirtschaftsexperten liefern die Vorlagen dazu. So favorisiert der Chef des IFO Instituts die vollkommene Abschaffung des Elterngeldes, das zur Abfederung von Einkommensverlusten nach der Geburt ausgezahlt wird. Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer sieht die Problematik:„Wir wollen diese Frauen nicht fĂŒr den Arbeitsmarkt verlieren, wollen aber gleichzeitig auch nicht, dass diese Frauen sich gegen Kinder entscheiden.“ Als Kompromiss dĂŒrfte das Elterngeld halbiert werden. Denn irgendwoher muss “ das Geld fĂŒr die Bundeswehr ja herkommen.“

Die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen favorisiert die Streichung der MĂŒtterrente und  Rente mit 63 . Die MĂŒtterrente erhalten Frauen zum Ausgleich von Kindererziehungszeiten, die vor 1992 Kinder geboren haben. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW) wĂ€ren von einer Streichung etwa neun Millionen Frauen betroffen, die im Durchschnitt 107 Euro weniger Rente erhalten wĂŒrden,

Update 9.3.25:  Die Sondierung der KoalitionĂ€re ist vorerst bei der MĂŒtterrente nicht den Wirtschaftsexperten gefolgt und hat stattdessen die MĂŒtterrente fĂŒr Kinder vor 1992 sogar leicht verbessert. Wo die KoalitionĂ€re das Geld herholen wollen bleibt indessen mehr als vage. 

Aber das ist sicher nicht das Ende des Kahlschlags. Erst waren es 200 Milliarden neue Sonderschulden, dann 300, dann 500 dann 700 und seit Sonntag ist von 900 Milliarden Euro Sonderschulden die Rede. Jeweils die eine HĂ€lfte fĂŒr das MilitĂ€r direkt, die andere HĂ€lfte fĂŒr ein sogenanntes Infrastrukturprogramm ĂŒber die Jahre verteilt.

AKtuell  zu den deutschen Kriegskrediten: "Verschuldungsorgie fĂŒr „KriegstĂŒchtigkeit“ kann mit grĂŒn reaktionĂ€rem SahnehĂ€ubchen durchgewunken werden"

Wer bei diesem Infrastrukturprogramm mehr an „Soziales“ denkt, hat das Ganze noch nicht verstanden. Wer genauer hinschaut kann erkennen, daß auch das Infrastrukturprogramm in weiten Teilen dazu dienen soll, Deutschland kriegstĂŒchtig zu machen. Es sollen nĂ€mlich vorrangig solche BrĂŒcken und Straßen instand gesetzt werden, damit dort die Panzer nach Osten rollen können. Im Gesundheitswesen sollen Strukturen fĂŒr den Kriegsfall geschaffen bzw. erweitert werden, die eher noch die zivile Gesundheitsversorgung weiter belasten. Besondere Schwerpunkte bilden der Ausbau von Bunkeranlagen, Heimat- und Katastrophenschutz
 Und so weiter
..und so weiter. Pustekuchen wer sich da echt Nennenswertes fĂŒr den Wohnungsbau, fĂŒr mehr FrauenhĂ€user oder die Renovierung kaputter Schulen erhofft.

Auf der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz wurde die Richtung vorgegeben: Deutschland muss aufgrund seiner geografischen Mittellage mit höchster PrioritĂ€t als militĂ€risches Aufmarsch- und Durchmarschgebiet fit gemacht werden. [2]Handelsblatt 28.1.2025: „Deutschland muss der Rolle als Durchmarschgebiet gerecht werden“

Ein beliebtes WeichspĂŒlargument: Infrastrukuturen wie Straßen und Schienen usw. dienten ja auch der Zivilgesellschaft. Da lĂ€sst sich nur antworten: Wegen der Panzer wohl mehr Straßen als Schienen – Kampf um mehr öffentlichen Verkehr war denn da mal. Und es wird kaum halb Deutschland in Zukunft gen Osten in Urlaub fahren wollen.

FĂŒr Militarisierung soll die Schuldenbremse permanent und nach oben hin unbegrenzt gelockert werden. Das Budget fĂŒr Infrastrukutur ist einmalig, begrenzt und ĂŒber bis zu 10 Jahre verteilt. In Summe eine bisher historisch einmalige Neuverschuldung in Höhe von mehr als 2 Billionen Euro.

Die durch diese Mammutverschuldung losgetretene Inflation trifft dann uns alle, aber ĂŒberproportional wieder Frauen. Seien es Alleinerziehende MĂŒtter oder Rentnerinnen, die heute schon in Altersarmut leben.

Ganz zu schweigen davon, daß dieser AufrĂŒstungskurs die Kriegseskalation auf die Spize treibt, bei der am Ende wieder ganz Deutschland mit dieser ganzen Infrastruktur in Schutt und Asche versinken kann. Und Krieg, das ist das Schlimmste, was gerade Frauen passieren kann. Aber immerhin, vor allem die Besitzer des militĂ€risch-industriellen Komplexes haben sich ja schwindelig verdient.

Am 8.MÀrz können wir zeigen, was wir von diesen PlÀnen halten! Auf zum Protest!

Down with Imperialist Feminism“ Berlin Unter den Linden 21, 14 Uhr

feministisch, solidarisch, gewerkschaftlichBerlin, Oranienplatz 12:30 Uhr

Titelbild, Collage und Fotos Peter Vlatten

References

References
1 https://www.wa.de/wirtschaft/deutschland-steht-vor-harten-sparmassnahmen-kuerzungen-bei-elterngeld-und-rente-im-fokus-93604166.html
2 Handelsblatt 28.1.2025: „Deutschland muss der Rolle als Durchmarschgebiet gerecht werden“

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