Streiken gegen den Krieg – Lesekreis

Es vergeht fast keine Tarifrunde mehr, in der nicht massive Angriffe auf das Streikrecht gefahren werden. Zuletzt wurden von den Kapitalvertretern während der Warnstreiks im Tsrifkampf der öffenlichen Beschäftigten der Länder Regelungen gefordert, die selbst das gewerkschaftliche Streikrecht vollkommen aushebeln. Ein politischres Streikrecht soll den Millionen Arbeitenden erst echt verwehrt werden. Hierzu eine Veranstaltung mit Lesekreis

Streiken gegen den Krieg – Lesekreis

24. Februar | 19 Uhr |

Ort: Berliner MieterGemeinschaft | Sonnenallee 101 | 12045 Berlin

Am 24. Februar organisieren wir einen Lesekreis zum Thema Streiken gegen den Krieg.

Wir besprechen dazu gemeinsam den Text „Die Massenstreiks für Frieden und Demokratie im Ersten Weltkrieg“ von Ottokar Luban. Wir laden alle interessierten Kolleginnen herzlich dazu ein. 

Im August 1914, zu Beginn des Ersten Weltkriegs, hatte die SPD den Kriegskrediten zugestimmt und den Krieg befürwortet. Die freien Gewerkschaften verfolgten eine Burgfriedenspolitik, das heißt, sie verzichteten während des Krieges auf Streiks. Auch große Teile der Arbeiterklasse wurden von der patriotischen Stimmung mitgerissen. Nur ein kleiner Teil innerhalb der SPD und der Gewerkschaften stellte sich gegen den Krieg. Nach zwei Jahren Krieg mit einer Million toten deutschen Soldaten und einer durch die Kriegsanstrengungen verursachten Hungersnot, kehrte sich die Stimmung in der Arbeiterklasse um. Ein erster größerer Streik gegen den Krieg fand am 28. Juni 1916 in Berlin statt: 55.000 Arbeiter:innen der Rüstungsindustrie legten einen Tag lang die Arbeit nieder – aus Protest gegen den Prozess gegen Karl Liebknecht, der wegen einer antimilitaristischen Rede verhaftet worden war.  Der Streik wurde nicht von den offiziellen Gewerkschaften, sondern von den oppositionellen Betriebsvertrauensleuten des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes organisiert. Sie sind in der Novemberrevolution als „Revolutionäre Obleute” bekannt geworden. Im Jahr 1917 gab es mit dem „Brotstreik” einen weiteren Massenstreik, bei dem jedoch nur ein Teil der Streikenden weitergehende politische Forderungen nach Frieden vertrat. Am 28. Januar 1918 fand wiederum ein von den Betriebsobleuten organisierter Massenstreik für Frieden ohne Annexionen in Berlin statt, an dem sich 400.000 Menschen beteiligten.  Bei unserem Lesekreis wollen wir gemeinsam diskutieren, was die Auslöser dieser politischen Streiks war und welche Rolle die Gewerkschaften, die politischen Parteien und die oppositionellen Betriebsvertrauensleute in den Streikbewegungen spielten. Dazu haben wir Benedikt Hopmann und Klaus Dallmer eingeladen, die mit ihrem historischen Wissen zur Arbeiterinnenbewegung dazu beitragen können die Hintergründe der Massenstreiks während des Ersten Weltkrieges zu analysieren.


Lest euch gerne zur Vorbereitung auf den Lesekreis den Text durch: „Die Massenstreiks für Frieden und Demokratie im Ersten Weltkrieg

24. Februar | 19 Uhr | Berliner MieterGemeinschaft | Sonnenallee 101 | 12045 Berlin

Internationale Koalition plant Hilfskonvoi nach Kuba

Die internationale Erpressung und Bedrohung Kubas durch die USA hat sich nach dem Canceln der Energieversorgung über Venezuela nochmals gehörig zugesptzt. Nichts desto trotz gibt es weltweit viele Initiativen, die politische und praktische Solidarität mit Kuba zeigen. Hier sind zwei Beispiele:

IG Metall Berlin-Brandenburg zeigt sich solidarisch mit Kuba, fordert das Ende der US-Blockade und unterstützt Projekte zur unabhängigen Energieerzeugung

Die IG Metall positioniert sich damit gegen die Sanktionen und für die Unterstützung der kubanischen Bevölkerung, während die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) die Menschenrechtslage dort kritisiert. 

Hier sind die wichtigsten Punkte zur Haltung der IG Metall Berlin-Brandenburg gegenüber Kuba:

  • Solidaritätsaktionen: Im April 2024 führte die IG Metall Berlin-Brandenburg eine Solidaritätsaktion mit Vertretern der kubanischen Botschaft durch.
  • Projekte: Die IG Metall Berlin-Brandenburg plant, durch Spenden (z.B. Photovoltaik-Module) Kuba bei der vom Dollar unabhängigen Energieerzeugung zu helfen.
  • Resolution: Der Gewerkschaftstag der IG Metall hat sich offiziell gegen die US-Wirtschaftsblockade von Kuba ausgesprochen.
  • Fokus: Die IGM betont die negativen Auswirkungen der Blockade auf die kubanische Wirtschaft und Bevölkerung! Dem muss politisch wie praktisch entgegengetreten werden!

Die IG Metall Berlin – Brandenburg ist schon länger mit Kuba solidarisch. Die aktuelle Sitution erfordert, diese Anstrengungen zu verstärken. Zum Beispiel durch Unterstützung der folgenden Aktion. Es wäre ein wichtiger Schritt zur weiteren praktischen Hilfe und ein notwendiges politisches Signal!

Hilfskonvoi nach Kuba

Ein internationales Bündnis aus sozialen Bewegungen, Gewerkschaften und Hilfsorganisationen koordiniert die Fahrt. Geplant sind Lieferungen von Lebensmitteln und Medikamenten. Auslöser ist die US-Energieblockade, die Ölimporte nach Kuba stoppt

Greta Thunberg erklärte, sie unterstütze die Hilfsflotte für Kuba, weil die Menschen dort „jede Hilfe“ gebrauchen könnten und weil „imperiale“ Politiker wie US-Präsident Donald Trump und der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu nur mit internationaler Solidarität zurückgedrängt werden könnten.

Von Marcel Kunzmann, 14.2.2026, Amerika21

Die Flotilla „Nuestra América“ soll durch die Karibik nach Kuba fahren und Versorgungsgüter liefern, wie die Organisatoren gegenüber der spanischen Zeitung elDiario mitteilten. Vorbild ist die Globale Sumud-Flotilla, die im vergangenen Jahr versuchte, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen.

„Wir bereiten uns darauf vor, nach Kuba zu segeln, um die Blockade zu durchbrechen, Lebensmittel und Medikamente zu bringen“, sagte David Adler vom Kollektiv Progressive International. Die jüngsten Sanktionsverschärfungen hätten Kraftstoffimporte unterbrochen, Flugzeuge am Boden festgehalten und das Land zu landesweiten Sparmaßnahmen gezwungen.

Zu den Unterstützern gehören der britische Parlamentsabgeordnete Jeremy Corbyn, die demokratische US-Kongressabgeordnete Rashida Tlaib und die ehemalige Bürgermeisterin von Barcelona, Ada Colau. „Die Trump-Administration erstickt das kubanische Volk“, erklärte Tlaib.

Parallel zur geplanten Flotilla treffen bereits staatliche Hilfslieferungen ein. Mexiko hat 800 Tonnen Hilfsgüter nach Kuba geliefert, …

Lies hier den vollständigen Beitrag auf Amerika 21

Klicke hier: Unterstütze die Aktion

Titelbild: Koalition für den Hilfskonvoi

Warum nicht noch eine halbe Billion Dollar für Krieg?

Es muss nicht erst zum Krieg kommen, allein die Kriegswirtschaft führt unweigerlich zur Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Sozial wie ökologisch. Schritt für Schritt. Die Krake ist ist unersättllch und will immer mehr! Da gibt es dann irgendwann nichts mehr zu „verteidigen“! Aktuell liegt das Einigungsergebnis über die Gehälter und Löhne im öffentlichen Dienst der Länder zur Zustimmung durch die Beschäftigen auf dem Tisch. Wer genau hinschaut erkennt, dass die Kriegswirtschaft alle Erhöhungen und mehr wegfrisst [1]https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/tv-l-verhandlungsergebnismeilen-unterhalb-der-forderungen-nicht-austreten-sondern-ablehnen-weiterkaempfen-und-gewinnen/ (Peter Vlatten)

Warum nicht noch eine halbe Billion Dollar für Krieg?

16.2.2026, Pressenza, World Beyond War

Normalerweise sollte man nicht die Krankheit verschlimmern, wenn jemand alle ihre Symptome aufweist, sondern versuchen, sie zu heilen. Der Zugang zur Gesundheitsversorgung in den Vereinigten Staaten ist aus den Fugen geraten, klar, aber denken Sie erst mal über die Krankheit der Militärausgaben nach.

Was sind einige der Symptome, unter denen wir in letzter Zeit gelitten haben? Kriege, Bombenangriffe, Kriegsdrohungen, Entführungen ausländischer Präsidenten, Bewaffnung entfernter Völkermorde, Versuche, verschiedene Länder zu übernehmen oder zu kontrollieren, Hass, Ressentiments, Terrorismus, verwundete Veteranen, militarisierte Polizei, militarisierte Kultur, militarisierte Grenzen, militarisierte Besetzungen von US-Städten durch maskierte Schläger, die dir ins Gesicht schießen könnten, Aushöhlung der Rechtsstaatlichkeit, Verfall der Moral, Umweltzerstörung, Massenobdachlosigkeit und Flüchtlingskrisen, Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, Verarmung, Verlust bürgerlicher Freiheiten, Verschärfung von Fanatismus und Fremdenfeindlichkeit, unüberwindbare Hindernisse für dringend benötigte internationale Zusammenarbeit und das größte Risiko einer nuklearen Apokalypse, das wir je hatten.

Was wir dadurch verloren haben, dass wir nicht einmal einen Bruchteil des Billionen-Dollar-Militärbudgets für nützliche Dinge ausgegeben haben, hat mehr Tote und Verletzte verursacht als der Militarismus selbst. Ausgaben für Kriege bedeuten, dass keine Ausgaben für Umwelt, Bildung, Gesundheitswesen, Wohnungsbau, Verkehr und Infrastruktur getätigt werden – und das bedeutet Tod und Leid in großem Ausmaß.

Die US-Regierung gibt mit Abstand weltweit am meisten Geld für ihr Militär aus. Sogar die ICE, ihre paramilitärische Einheit im Inneren, kostet mehr als das Militär der meisten Länder. Eine weitere halbe Billion zum jährlichen Militärbudget von einer Billion Dollar hinzuzufügen, ist kompletter Wahnsinn. Bereits jetzt gibt die US-Regierung pro Kopf mehr für ihre Kriegsmaschinerie aus als jedes andere Land außer Israel, dessen Kriegsmaschinerie natürlich stark von der US-Regierung subventioniert wird. Dieser neueste wahnsinnige Vorschlag aus Washington wird jedoch sowohl die Militärausgaben als auch die Pro-Kopf-Militärausgaben der USA weit über eine Skala hinausschießen lassen, auf der der Rest der Welt jemals überhaupt nur auftauchen könnte – und das trotz der Tatsache, dass die Militärausgaben der USA dazu genutzt werden, andere Regierungen aller Art unter Druck zu setzen, ihre Militärausgaben ebenfalls zu erhöhen. Die Produkte der Profiteure dieses Systems sind oft auf beiden Seiten eines Krieges zu finden.

Tatsächlich ist die absurde neue Mode, Militärausgaben als Prozentsatz einer Volkswirtschaft zu messen, ein Versuch, die Kriegsausgaben der USA als vernünftig erscheinen zu lassen – vernünftig allerdings nur für jemanden, der blindlings die Vorstellung akzeptiert hat, dass die Maximierung der Militärausgaben ohne Grenzen eher eine öffentliche Dienstleistung, ein philanthropisches Unterfangen statt einer Krankheit ist.

Wenn es keine Krankheit ist, die zukünftigen Generationen in die Armut zu treiben, sie einer Umweltkatastrophe auszusetzen und sie dazu auszubilden, Konflikte zu schüren und eskalierende Gewalt als Lösung für Konflikte anzusehen, was dann?

Das Versäumnis jedes einzelnen Mitglieds des US-Kongresses, jeden möglichen Schritt zu gehen, um die Ausgabe jedes weiteren Cents für eine sogenannte „Heimatschutzarmee”, die gegen die Vereinigten Staaten selbst gerichtet ist, ebenso für das Militär, das gegen die anderen 96 % der Menschheit gerichtet ist, zu verhindern, ist das unmoralischste Versäumnis, das man derzeit begehen kann.

Der Originalartikel kann hier besucht werden. Der Beitrag erschien am 17.2.2026 in Pressenza . Wir danken für das Publikationsrecht.

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Fred Schumacher vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt.

Leseempfehlung: Die Kriegswirtschaft frisst das Einigungsergebnis mehr als komplett auf. "TV-L Einigung: Meilen unterhalb der Forderungen – nicht Austreten, sondern Ablehnen, Weiterkämpfen und Gewinnen!"

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