Berliner Mercedes-Arbeiter sagen: Für eine starke IG Metall bei Tesla

Kolleg:innen des einen Autokonzerns Mercedes treten den Kolleg:innen eines anderen Autokonzerns Tesla zur Seite und ermutigen sie gemeinsam gewerkschaftlich für die gleichen Forderungen zu kämpfen. Ein beispielhafter Vorgang. Die Angriffe von Musk auf Gewerkschaften und die Rechte der Beschäftigten gehen uns alle an!

Von Zukunftsversprechungen der Bosse, ob sie nun Musk oder Källenius heissen, können sich die Arbeiter:innen nichts kaufen. Sie dienen bestenfalls dazu, die Beschäftigten zu Höchstleistungen anzutreiben. Sie sind nichts mehr wert, wenn Strategien nicht aufgehen oder anderswo mehr Profit winkt.

Die Kolleg:innen von Mercedes Marienfelde können ein Lied davon singen. Die Hoffnung im Ohr erleben sie Belegschaftsabbau auf Raten. Bei Tesla sieht es nicht anders aus. „Wir fahren die Produktion hoch, nicht runter“, sagte Tesla Werksleiter Thierig in Abgrenzung zur Auto-Konkurrenz.

Tatsächlich ist die Produktion laut Handelsblatt in Grünheide 2025 dramatisch eingebrochen, 30 Prozent weniger als 2024. Schon damals lag die Auslastung in Grünheide bei mickrigen 56,3 Prozent, 2025 sank sie dann auf 39,7 Prozent. Dieses Jahr setzt sich dieser rekordverdächtige Wert an Unterauslastung fort. Das alles ohne Tarifvertrag mit der IG METALL. Aber Musk und seine hiesigen Statthalter malen die Tesla Welt – gewerkschaftslos- heute und morgen in rosaroten Farben. Nur für den Fall, daß die Belegschaft sich gewerkschaftlich organisiert, soll die Zukunft tiefschwarz aussehen. Die IG Metall soll Teufelswerk und für alle Fehlentwicklungen verantwortlich sein.

In Wirklichkeit wurden bereits über 1600 Kolleg:innen klammheimlich abgebaut. Die Realität heißt: weniger Autos, weniger Jobs! Das Spiel ist durchschaubar. Die Belegschaft soll wehrlos sein, wenn das Management die Hosen runter lassen muss. Gewünscht ist eine Belegschaft gespalten ohne Kampfbereitschaft, ohne Gewerkschaft, ohne Tarifvertrag, ohne einen starken Betriebsrat, der ihre Interessen wirklich vertritt.

Aktive Gewerkschafter:innen von Mercedes verteilten am 2. März, kurz vor den Betriebsratswahlen, vor den Toren von Tesla Grünheide ein Flugblatt.[1]wir wurden vorab informiert und um Veröffentlichung gebeten Sie teilen ihre Erfahrungen mit. Nicht von den Versprechungen des Managements einseifen lassen. Von Drohungen nicht einschüchtern lassen. Gewerkschaftlich organisieren, damit die Belegschaft wehrhaft ist. Angesichts der Angriffe im gesamten Automobilsektor, der nicht zuletzt unter den geopolitischen Verwerfungen angestiftet von rechten Hardlinern a la Musk leidet, müssen die Autoarbeiter:innen sich konzernubergreifend zusammenschließen!

An alle Arbeiter der Tesla Giga Factory in Grünheide:

Wir, Arbeiter im Mercedes-Benz-Werk in Berlin-Marienfelde, unterstützen euren Kampf aus vollem Herzen! Ihr könnt Geschichte schreiben. Macht euer Werk zur weltweit ersten Tesla-Fabrik mit Tarifbindung! Dazu müsst ihr gewerkschaftliche Macht in eurem Betrieb aufbauen.

  • Tretet in unsere IG Metall ein!
  • Wählt Liste 1!

Elon Musk, der reichste Mann der Welt, und seine deutschen Laufburschen in eurer Werkleitung sind fanatisch gewerkschaftsfeindlich. Sie wollen willige Arbeitsknechte, die alles mit sich machen lassen. Ihr könnt diesem Größenwahn Einhalt gebieten. Sie brauchen euch. Auch Elektroautos bauen sich nicht von allein.

Wir produzieren nur 35km voneinander entfernt hochwertige Autos bzw. PKW-Komponenten. Also sollten wir auch die gleichen Arbeitsbedingungen haben!

  • die gleichen Löhne
  • die gleiche 35h-Arbeitswoche
  • das gleiche Urlaubs- und Weihnachtsgeld
  • die gleichen Schichtzulagen

Als einzelner Arbeiter bist du deinem Boss gegenüber machtlos. Mit einer Gewerkschaft kann so etwas durchgesetzt werden. Es muss Schluss sein mit den menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in eurem Werk:

  • Arbeitsplätze und Taktzeiten, die nicht krank machen!
  • Zusätzliche Pausen an den Bändern!
  • Krankmeldungen ohne Schikane und Hausbesuche
  • Schluss mit der Nasenpolitik bei Eingruppierungen!
  • Übernahme der Leiharbeiter!
  • Freie gewerkschaftliche Betätigung im Betrieb!
  • Schluss mit dem Ausspionieren der Belegschaft!
  • Achtung eurer Würde! Keine Respektlosigkeiten durch Vorgesetzte!

Unser Management ist kein Stück besser. Källenius beschwerte sich über Arbeiter in Deutschland: „Es darf nicht so einfach sein, sich krankzumelden.“ (SZ, 12.12.2024) In den US-Südstaaten – seit Jahrzehnten gewerkschaftsfeindlich – haben sich die deutschen Autobauer eine goldene Nase verdient. Jason Wade von der UAW (US-Autoarbeiter-Gewerkschaft) berichtete kürzlich: „Als die Beschäftigten begannen, sich zu organisieren, reagierte Mercedes mit einer aggressiven Anti-Gewerkschafts-Kampagne – mit Angst, Druck und Einschüchterung.“ (FAZ, 9.2.2026) In den deutschen Autowerken können sie sich nicht uneingeschränkt so aufführen wie auf einer Plantage. Dafür gibt es am Ende nur den einen Grund: ihre Angst vor 2 Millionen in der IG Metall organisierten Arbeitern.

Aber auch wir in Marienfelde stehen vor riesigen Problemen. Wie in allen deutschen Autowerken, sind wir mit einem Management konfrontiert, das rücksichtslos Industriearbeitsplätze vernichtet. Von ehemals 3.600 sollen wir auf unter 1.500 reduziert werden. Unsere Gruppe, Autoarbeiter für eine kämpfende IG Metall, hat sich zusammengetan, um genau dagegen vorzugehen. Unsere Kollegen beobachten den Kampf der IG Metall bei Tesla sehr aufmerksam. Denn auch wir brauchen wieder eine Gewerkschaft, die eine Kampforganisation ist. Lasst uns in Verbindung treten! Eine Allianz von Tesla-, Mercedes- und BMW-Arbeitern im Berliner Raum könnte eine Kraft sein, die gewerkschaftliche Macht in der Hauptstadt durchsetzt!

Hier der Link zum Originalflyer

Titelbild: Collage Peter Vlatten

Die Gruppe „Autoarbeiter für eine kämpfende IG Metall“ schreibt über sich

Wir sind eine Gruppe von kämpferischen Kollegen aus unterschiedlichen Werksbereichen. In unseren Reihen findet ihr Arbeiter und Arbeiterinnen unterschiedlicher ethnischer Herkunft. Zu uns zählen sowohl einfache IG-Metall-Miglieder als auch Vertrauensleute und Betriebsräte

References

References
1 wir wurden vorab informiert und um Veröffentlichung gebeten

Hands off Iran

Spontankundgebung 28.2 14 Uhr, Neptunbrunnen/Alexanderplatz

Bomben auf Afghanistan, Libyen, Irak, Libanon, Syrien, Katar, Jemen, Palästina und jetzt Iran:
Nie haben US-amerikanische und israelische Bomben den Völkern im Nahen Osten je Freiheit und Selbstbestimmung
gebracht! Aber unendliches Leid, Zerstörung, Unterwerfung und weitere Diktatur!

Der lokale israelische Fernsehsender 
N12 berichtet, dass man auf eine „erste Kriegsstufe“ vorbereitet ist. Sie soll vier Tage andauern und „mächtige Angriffe“ umfassen. Ein israelischer Beamter wird mit den Worten zitiert, Teheran werde „danach nicht mehr aussehen wie zuvor“. Da muss man fragen: wie Gaza?

Es werden mutmaßlich wieder die iranischen Atomanlagen bombardiert. Die IEAE warnte schon letzten Juni, dass dies zur nuklearen Verseuchung nicht nur des Iran, sondern auch grosser Teile des gesamten Nahen Ostens führen könnte. Das Leben von mehreren Millionen Menschen sei gefährdet

Es ist ein völkerechtswidriger Angriffskrieg.

Verbrecher greifen Verbrecher an. Irans Bevölkerung zahlt den Preis.

Weder Mullahs noch Wiederkehr des faschistischen Shahregimes, noch Unterwerfung unter Israel and USA sind erträglich für die Iraner:innen.

„Wenn Kriege Freiheit bringen würden, wäre der Nahe Osten der freieste
Ort der Welt.“ Arash Sadeghi, iranischer
Menschenrechtler

Trump begründet den Angriff mit den Sicherheitsinteressen der USA. Das ist eine groteske Verdrehung der Fakten. Nicht der Iran hat eine beispiellose Kriegsarmada begleitet von martialischen Kriegsdrohungen vor den Küsten der USA zusammengezogen und die USA mit Dutzenden Militärbasen umstellt.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez verurteilt die Militäraktion der USA und Israels gegen den Iran. Der einseitige Angriff stelle eine Eskalation dar und trage zu einer unsichereren und feindseligeren internationalen Ordnung bei, sagt Sanchez.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte dagegen das Vorgehen Teherans. „Die Bundesregierung ruft Iran nachdrücklich dazu auf, sofort die militärischen Schläge gegen Israel und unsere anderen Partner in der Region einzustellen“, erklärte Merz. Man muss angesichts dieses Statements schon fragen: leidet der deutsche Kanzler unter Wahrnehmungstörungen? Man erkennt, die Propandawelle rollt.

Wer sich um die Iraner:innen sorgt, muss gegen diesen Krieg sein. Wer sich um die Menschen in Nahost sorgt, muss gegen diesen Krieg sein. Wer sich um die Menschheit sorgt, muss gegen diesen Krieg sein.

Der erste Schritt ist, Nein zu sagen und das auch zeigen!

Akustische Eindrücke der Kundgebung

Von der heutigen Kundgebung einige Impressionen und Redeausschnitte.

Inhaltsverzeichnis


Weiterführende Links:

Dieser Beitrag gehört zum Beitrag:
Warnstreiks bei Vivantes – kämpfen wie bei CFM!
Chronologie 10 Jahre Kampf um TVöD für alle an der Spree
ÖPNV-Streik: „Entlastung jetzt!“

Wie immer fing die Kundgebung mit einer Parole an: Audio

„… Heute ist StreikTag“


Dieser Streik ist der stärkste Streik – Audio


Kurzbericht über den Streik der REHA – Audio


Klage gegen den Streik und andere Gemeinheiten- Audio

In diesen Abschnitt geht es darum, aufzuzeigen wie die Geschäftsführung versucht das Streikrecht wegzunehmen, die Vorarbeiter schüchtern die Streikenden ein.


Selbstverständlich gab es auch Gastredner und eine Grußbotschaft seitens der BVG. – Audio



Jugend wird rebellisch: Klasse gegen Klasse – Audio


Resolution gegen Verhinderung des Streikrechts – Audio


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