Here’s to You

Überlegungen zu einem bewegenden Protestsong von Joan Baez aus den 1970er Jahren.

Von MOSHE ZUCKERMANN

Titelmotiv: Paul Klee: Angelus Novus (1920). Bild: public domain

“Here’s to You” ist ein 1971 veröffentlichter Song, gesungen von Joan Baez, der legendären Figur im US-amerikanischen Politaktivismus der 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts. Komponiert hat ihn der 2020 verstorbene italienische Komponist und Dirigent Ennio Morricone, der – in vielen Genres bewandert – auch die Musik für antifaschistische und sozialistisch gesinnte Filme schrieb.

Gewidmet war der Song, der auch einen Teil des Soundtracks für den Film “Sacco e Vanzetti” bildete, Ferdinando “Nicola” Sacco und Bartolomeo Vanzetti. Beide, Angehörige der US-amerikanischen anachistischen Arbeiterbewegung, wurden 1921 in einem zutiefst umstrittenen Prozess des doppelten Raubmordes angeklagt, für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Eine massive internationale Protestbewegung versuchte, das Urteil mit dem Argument auszusetzen, es handle sich um einen ideologisch motivierten Justizmord. Vergeblich – am 23. August 1927 wurden die beiden hingerichtet. 50 Jahre später erhielten sie durch den Gouverneur von Massachusetts, Michael Dukakis, die postume Rehabilitation.

Der von Joan Baez verfasste Text des Songs lautet: “Here’s to you, Nicola and Bart / Rest forever here in our hearts / The last and final moment is yours / That agony is your triumph.” Nicht von ungefähr schrieb jemand in den sozialen Medien beim Hören der historischen Aufnahme von Joan Baez: “Wie kann ein Song von nur vier Zeilen so bedeutungsvoll sein?” Die Verwunderung wächst noch, wenn man bedenkt, dass die herzzerreißend schöne Vertonung dieser Zeilen durch Morricone ganz schlicht gehalten ist und achtmal hintereinander wiederholt wird, freilich mit gesteigertem Tonvolumen und Emphase. Man muss schon sehr an sich halten, um sich dem tiefen emotionalen Effekt dieses Songs zu entwinden, erst recht, wenn man seinen historischen Hintergrund kennt und sich der Gesinnung und dem Kampf der beiden Heroen verpflichtet weiß.

„Joan Baez – Here’s to you, Nicola and Bart“ direkt öffnen

Diese Einstellung teilen freilich nicht alle. Man vergleiche nur die deutschsprachige Wikipedia-Eintragung zum Song mit der englischsprachigen. In letzterer ist man merklich darauf bedacht, die kriminelle Schuld der beiden hingerichteten Anarchisten zu betonen und als erwiesen darzustellen. Ungeachtet der Einsicht, dass der juristische Verstand letztlich jeden zu kriminalisieren vermag, wenn er es darauf anlegt – wer könnte sich schon rühmen, völlig unbescholten zu sein? –, erhebt sich stets die Frage, welches Interesse einem solchen “Gerechtigkeits”-Begehren zugrunde liege.

Was an Sacco und Vanzetti durch die amerikanische Justiz ausgemerzt werden sollte, waren weniger die für schuldig befundenen Träger der (vermeintlich) kriminellen Handlung, als vielmehr ihre politische und soziale Gesinnung. In einer gestählten kapitalistischen Gesellschaftsordnung bildet die rigide Einforderung von Law and Order die formal legitime, gleichwohl manipulativ ideologisierte Maßnahme zur Verfolgung jener, die sich als strukturelle Opfer der Ordnung gegen ebendiese zu empören trachten. Die Staatsmacht ist stets darum bemüht, antiautoritäre “Störenfriede” und idealistische Politaktivisten auszuhebeln. Wenn diese die gesellschaftliche Ordnung nicht wirklich bedrohen, kann man sie mit legalem Demonstrationsrecht und dergleichen gewähren lassen. Zuweilen sind sie auch verführ- und integrierbar. Oft ist die Macht aber bestrebt, ein Exempel zu statuieren; dann bemächtigt sie sich der als “Anarchisten” bzw. “Terroristen” pauschal Apostrophierten, macht ihnen den Prozess und treibt sie gelegentlich in den Suizid oder exekutiert sie einfach. Den Freiheitskämpfern dieser Welt stehen selten die Massen bei. Was sie hoffen dürfen, ist, dass sie für immer in den Herzen jener ruhen werden, für die sie gekämpft haben, dass der letzte und endgültige Augenblick der ihre sein und die Todesqual ihr Triumph bleiben werde.

Vanzetti und Sacco vor Gericht 1923. Bild: Boston Public Library/gemeinfrei

Der Gedanke, dass vergangene Generationen späteren Generationen einen “Auftrag” erteilen, findet sich am deutlichsten in der zweiten These von Walter Benjamins Schrift “Über den Begriff der Geschichte”. Benjamin formuliert dort die Idee einer Verpflichtung der Gegenwart gegenüber den Vergangenen fast explizit. Die zentrale Passage lautet: “Es gibt eine geheime Verabredung zwischen den gewesenen Geschlechtern und unserem. Dann sind wir auf der Erde erwartet worden. Dann ist uns wie jeder Generation, die vor uns war, eine schwache messianische Kraft mitgegeben, an welche die Vergangenheit Anspruch hat.”

Um es genauer zu sagen: Vergangene Generationen “erteilen” den späteren keinen Auftrag im Sinne eines bewussten Mandats, sondern erheben einen Anspruch an sie. Die Gegenwart steht in einer Art Schuld- oder Verantwortungsverhältnis zu den Besiegten, Unterdrückten und Unerlösten der Vergangenheit. Die Lebenden sollen vergangene Niederlagen und verdrängte Möglichkeiten nicht vergessen, sondern im Handeln der Gegenwart “einlösen” oder retten. Benjamin meinte dabei nicht einfache Traditionspflege oder Ahnenverehrung. Der “Auftrag” ist politisch und geschichtsphilosophisch: Die Gegenwart soll die unterdrückte Vergangenheit gegen die Siegergeschichte zur Geltung bringen – in den besagten Geschichtsthesen Benjamins später oft als Rettung der Besiegten gegen den Fortschrittsmythos formuliert.

Bei Ernst Bloch findet sich oft das Zitat “Unsere Enkel fechten’s besser aus”, das aus dem Lied “Wir sind des Geyers schwarzer Haufen” entnommen ist, einem politischen Lied über den deutschen Bauernkrieg und den Bauernführer Florian Geyer. In der letzten Strophe heißt es sinngemäß: “Geschlagen gehen wir nach Haus, / unsere Enkel fechten’s besser aus.” Das Lied entstand allerdings nicht im 16. Jahrhundert, sondern wurde erst in den 1920er Jahren im Umfeld der Bündischen Jugend gedichtet, den Bauernkrieg rückblickend romantisierend. Das muss hervorgehoben werden, denn die Zeile wird (mithin von Bloch selbst) oft fälschlich direkt den Bauern von 1525 oder Thomas Müntzer zugeschrieben. Es gibt dafür aber keine gesicherte zeitgenössische Quelle aus dem Bauernkrieg.

Die Formulierung wurde später vielfach aufgegriffen – etwa als Buchtitel oder Motto zur Erinnerung an den deutschen Bauernkrieg. Bei Ernst Bloch taucht die Formel in Zusammenhang mit seinem allgemeinen Interesse am Bauernkrieg, besonders aber an Thomas Müntzer auf. Ihm gilt der Satz als eine Art Vermächtnis der geschlagenen Bauern, so etwa in seinem Buch “Thomas Müntzer als Theologe der Revolution” (1921, später überarbeitet). Dort erscheint die Idee des “unerledigten” Bauernkrieges als Hoffnung über die Niederlage hinaus, und in diesem Sinne schreibt er Müntzer diese Losung zu, wie sich der Sekundärliteratur ausdrücklich entnehmen lässt. Historisch gesichert ist das aber nicht. Die nachweisbare Verbreitung der exakten Formulierung findet sich, wie gesagt, erst viel später, insbesondere im Lied “Wir sind des Geyers schwarzer Haufen” aus dem 20. Jahrhundert.

Das Problem der historischen Zuordnung relativiert sich indes, wenn man die oben erwähnte zweite These Benjamins in den Zusammenhang mit der berühmtesten These aus Benjamins Schrift stellt – der neunten These über den “Engel der Geschichte”. Der Zusammenhang ist enger, als es auf den ersten Blick erscheint. In der zweiten These entwickelt Benjamin, wie gesagt, die Idee eines Anspruchs der Vergangenheit an die Gegenwart: Frühere Generationen der Besiegten und Unterdrückten haben eine unerfüllte Hoffnung, auf die spätere Generationen antworten sollen. Geschichte ist deshalb nicht neutraler Fortschritt, sondern eine Verpflichtung.

In der neunten These zeigt Benjamin dann, warum diese Verpflichtung nötig ist. Er beschreibt (angeregt von Paul Klees Bild Angelus Novus) einen Engel, der rückwärts in die Zukunft getrieben wird: Der Engel sieht die Vergangenheit nicht als Kette von Ereignissen, sondern als “eine einzige Katastrophe”, die “unablässig Trümmer auf Trümmer häuft”. Der Sturm, der in seine Flügel bläst und ihn in die Zukunft treibt, sei das, was wir “Fortschritt” nennen. Die moderne Geschichtserzählung feiert den Fortschritt, vergisst dabei aber die Opfer und die Zerstörungen, den dieser Progress mitverursacht hat.

Historisches Denken soll, Benjamin zufolge, die Perspektive der Sieger unterbrechen und die “verschütteten” Hoffnungen der Unterdrückten retten. Daher sein berühmtes Postulat, der Historiker bzw. politisch Handelnde soll Geschichte “gegen den Strich bürsten”: Geschichte nicht aus Sicht der Sieger erzählen, sondern aus der Sicht jener, die verloren haben. Er kritisiert dabei den linearen Fortschrittsglauben und fordert eine materialistische Geschichtsbetrachtung. In der sechsten These seiner Schrift heißt es entsprechend: “Das wahre Bild der Vergangenheit huscht vorbei. Nur als Bild, das auf Nimmerwiedersehen im Augenblick seiner Erkennbarkeit eben aufblitzt, ist die Vergangenheit festzuhalten. […] Denn es ist ein unwiederbringliches Bild der Vergangenheit, das mit jeder Gegenwart zu verschwinden droht, die sich nicht als in ihm gemeint erkannte.”

Im Anschluss daran führt er den oft zitierten Kernsatz aus: “Die Gefahr droht sowohl dem Bestand der Tradition wie ihren Empfängern. Für beide ist sie ein und dieselbe: sich zum Werkzeug der herrschenden Klasse herzugeben.” Die Geschichte der Unterdrückten droht also in Vergessenheit zu geraten. Die herrschende Klasse benutzt die Geschichtsschreibung als Instrument, weshalb sich der materialistisch gesinnte Historiker den im geschichtlichen Moment “aufblitzenden” Erinnerungen stellen muß. In der siebten These gewinnt dieses Postulat an Dringlichkeit: “Es gibt kein Dokument der Kultur, das nicht zugleich ein Dokument der Barbarei ist. Und wie es nicht von sich aus frei ist von Barbarei, so ist es auch der Prozeß der Überlieferung nicht, in dem es von dem einen an den anderen übergegangen ist. Der historische Materialist distanziert sich daher von ihr, so weit es irgend geht. Er betrachtet es als seine Aufgabe, die Geschichte gegen den Strich zu bürsten.”

Die Erkenntnis, dass Kulturgeschichte untrennbar mit barbarisher Gewalt und Ausbeutung verbunden ist, mündet für Benjamin in die rigorose Forderung, die Geschichte nicht als unproblematische Erfolgsgeschichte der Zivilisation zu lesen, sondern sie “gegen den Strich zu bürsten”, mithin die hegemoniale Geschichtssicht der Herrschenden kraft der Perspektive der historischen Opfer immer wieder kritisch zu hinterfragen.

In den vier Zeilen des Songs von Joan Baez hat sich die Essenz dieses widerständigen Postulats berührend sedimentiert.

Moshe Zuckermann

Moshe Zuckermann wuchs als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in Tel Aviv auf. Seine Eltern emigrierten 1960 nach Frankfurt am Main. Nach seiner Rückkehr nach Israel im Jahr 1970 studierte er an der Universität Tel Aviv, wo er am Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas lehrte und das Institut für deutsche Geschichte leitete. 2018 wurde er emeritiert. Sein Buch In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Florian Rötzer geschrieben hat, erscheint demnächst.
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Erstveröffentlicht im Overton Magazin v. 4.7. 2026
Here is to you

Wir danken für das Publikationsrecht.

Angriff der AfD auf den Take Back The Future Kongress – Bitte um dringende Unterstützung

Unsere Stellungnahme: 

Ebenso wie diejenigen, die diesen Kongress organisieren, rufen wir dazu auf, zusammen zustehen und alle Versuche der Einflussnahme auf diesen Kongress abzuwehren.
Die Wissenschaftsfreiheit muss verteidigt werden.
Die Demokratie muss verteidigt werden.
Kommt an diesem Wochenende zu dem Kongress Take Back The Future. Einige der Veranstaltung werden sicher Euer Interesse finden.

Benedikt Hopmann wird sich an diesem Kongress beteiligen. Zusammen mit Duygu Kaya wird er am Samstag von 09:30 - 11:30 Uhr zu folgendem Thema diskutieren: Streik und Entnazifizierung des Streikrechts: Geschichte, Recht und Beispiele.
Kein Antifaschismus ohne Kampf um die Entnazifizierung des Streikrechts.

Ohne politischen Streik keine Demokratie.
Ohne politischen Streik keine Abrüstung und kein Antimilitarismus.
Ohne politischen Streik kein Antifaschismus.

Stellungnahme Team Widerständig.
Zitat aus dem Vorwort zum Kongress:

Eine Welt voller Krise. Eine Generation, die kämpft.
Eine Welt voller Krisen. Der Faschismus greift nach der Macht. Kriege wüten überall, der Planet brennt, das Leben wird unbezahlbar. Unsere Generation wächst in einer Welt der Dauerkrise des Kapitalismus auf.

Unsere Generation steht auf: Mit Zehntausenden widersetzen wir uns der AfD. Gehen an die Haustüren, um Politik anders zu machen. Protestieren gegen den Genozid und die Vertreibung in Palästina. Wir wehren uns gegen eine Politik der sozialen Kälte und eine Zukunft in der Kaserne.

Quelle:

Rechter Angriff auf „Take Back The Future“-Kongress: Solidarität mit dem SDS!

Während der Heimfahrt, nach der Starken Protestkundgebung in Hannover, gegen Kürzungen in der Eingliederungshilfe, der Weiterbildung, der Kinder- und Jugendhilfe und im Sozialstaat insgesamt. bekamen wir Teilnehmer des Bus Nr. 34 folgenden Hilferuf:

 DRINGENDER SOLIDARITÄTSAUFRUF – SDS JUGENDKONGRESS WIRD ANGEGRIFFEN 🚨

Liebe Kommiliton*innen, liebe Aktive und Verbündete,

wir als SDS organisieren an diesem Wochenende (12.-14.06.) an der Technischen Universität Berlin (TU) den antikapitalistischen Jugendkongress „Take Back The Future“.

🔥 Mit bereits über 1.500 Anmeldungen wird der Kongress einer der größten linken Jugendkongresse der letzten Jahre. Hunderte junge Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet kommen zusammen, um über Antifaschismus, soziale Gerechtigkeit, Klima, Krieg und Frieden sowie linke Organisierung zu diskutieren und sich zu vernetzen.

🚨 Und genau wenige Tage vor Beginn wird dieser Kongress nun massiv von der AfD angegriffen. 🚨

Ein AfD-naher Anwalt hat gegenüber der TU Berlin mit rechtlichen Schritten gedroht und versucht, unter Berufung auf das Gebot politischer Neutralität Druck auf die Universität auszuüben. In der Folge fordert die TU aktuell die Streichung mehrerer Veranstaltung auf dem Kongress.

Nach unserer Einschätzung geht es dabei um weit mehr als einzelne Veranstaltungen.

❗️Hier wird versucht, durch rechten Druck Einfluss darauf zu nehmen, welche politischen Debatten an Hochschulen stattfinden dürfen.
❗️Hier wird versucht, antifaschistische, sozialistische und emanzipatorische Bildungsarbeit aus universitären Räumen zurückzudrängen.
❗️Und wenn das heute bei unserem Kongress gelingt, kann es morgen jede Hochschulgruppe, jede Gewerkschaftsjugend, jede feministische Initiative, jede antirassistische Organisation und jede linke Veranstaltung treffen.

⚠️ Die Lage ist ernst. Die kommenden Stunden und Tage werden entscheidend sein ob die AfD in ihrem Vorhaben erfolgreich ist. ⚠️

Wir führen aktuell Gespräche mit der TU, organisieren politische Unterstützung und arbeiten an einer breiten öffentlichen Kampagne.

Doch wir brauchen jetzt EURE Solidarität.

📢 Verbreitet diese Information und das Reel in euren Strukturen.
📢 Teilt unsere öffentlichen Beiträge und Stellungnahmen.
📢 Macht den Vorgang an Hochschulen, in Gewerkschaften, Jugendverbänden, Initiativen und Organisationen bekannt.
📢 Positioniert euch öffentlich gegen den Versuch, Hochschulen unter rechten Druck zu setzen.

Und vor allem:
🎟️ Holt euch ein Ticket: https://take-back-the-future.com/anmeldung/
📸Teilt das Reel:https://www.instagram.com/reel/DZaP1PGNWYU/
🚆 Kommt dieses Wochenende nach Berlin.
✊ Zeigt gemeinsam mit uns, dass wir uns nicht verdrängen lassen.

Jede weitere Anmeldung, jede geteilte Stellungnahme und jede Person vor Ort hilft dabei, deutlich zu machen: Wir lassen uns nicht einschüchtern.

🔥 JETZT ERST RECHT NACH BERLIN!
🔥 JETZT ERST RECHT JUGENDKONGRESS!
🔥 JETZT ERST RECHT KEINEN MILLIMETER DER AFD ÜBERLASSEN!

✊💜 Solidarische Grüße
SDS – Sozialistisch-Demokratischer Studierendenverband
20:54



Daraufhin haben wir spontan eine Soli – Aktion gestartet und an alle anderen Teilnehmern in den weiteren Berliner Bussen folgendes weiter gegeben:

Liebe Busverantwortliche,

hier kommt eine Solidaritätsbotschaft, die der Bus 34 gerade losgeschickt hat mit der Bitte, es in Euren Bussen genauso zu diskutieren und bei Zustimmung ebenfalls zu senden.

Ivo, für Bus 34

Wir, der Bus 34 aus Berlin von der großen Protestkundgebung in Hannover, mit über 8000 Teilnehmenden sendet soldatische Grüße und sagt zu, dass die Nachricht über sämtliche zur Verfügung stehenden Verteiler weitergeleitet wird mit der konkreten Aufforderung zu Soli-Aktionen im angesprochenen Rahmen.

Für den Bus 34,
Ivo
Ver.di - Sekretär

weitere Info:

Take-back-the future

Antifaschistischer Kongress in Berlin: TU streicht Vorträge gegen die AfD

Hier der Antrag der AfD an das Abgeordneten Haus Berlin

Wie wir uns die Zukunft zurückholen

Dieser Beitrag erschien zuerst am 10.06.2026 in Widerständig

Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald

Inhaltsverzeichnis

Auch nicht den vielen Gedenksteinen, auf denen steht:

Die Gedenkstätte Buchenwald hieß in der DDR „Nationale Mahn- und Gedenkstätte“ .

Die Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald schworen nach ihrer Selbstbefreiung 1945:
„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“ Dies ist eine Mahnung an uns.

Die „Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln“ und der „Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit“ wurde nach dem Krieg von allen Antifaschisten und Antifaschistinnen auch in den sogenannten Vier „D“ zusammengefasst:

Der Aufbau einer solchen antifaschistischen Gesellschaft ist damals in der Bundesrepublik gescheitert. Aber er ist nicht erledigt. Die Erfüllung der Ziele des Schwurs von Buchenwald bleibt unsere Aufgabe.

Die Gedenkstätte müsste ständig dazu mahnen. Das geschieht nicht.

Das Konzentrationslager Buchenwald

(KZ Buchwald) war eines der größten Konzentrationslager auf deutschen Boden. Dieses KZ wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 auf dem Ettersberg bei Weimar betrieben.

Insgesamt waren in diesem Zeitraum etwa 266.000 Menschen aus allen Ländern Europas inhaftiert.

Die Zahl der Todesopfer wird auf 56.000 geschätzt. Darunter:

15.000 Inhaftierte der UdSSR
7.000 Polnische Inhaftierte
6.000 inhaftierte aus Ungarn
3.000 Franzosen

Seit dem 8. April 1945 hatten viele Häftlinge durch Boykott und Sabotage ihre von den Nationalsozialisten so genannte Evakuierung verhindert.
Am 11. April 1945 befreiten sich die Häftlinge des KZ Buchenwald selbst. Sie übernahmen die Leitung des Lagers und nahmen 125 Bewacher fest, öffneten die Tore und hissten die weiße Fahne [1] das hissen der Weißen Fahne ist ein internationales Zeichen der Kapitulation (oder ein Sich-Ergeben) .

Die 3. US-Armee übernahmen danach das Lager und schilderten der Öffentlichkeit die Gräueltaten der SS.[2]Die SS (Abkürzung für Schutzstaffel) war eine 1925 gegründete, paramilitärische Organisation der NSDAP, die sich unter Heinrich Himmler zum zentralen Terror- und Unterdrückungsinstrument im … Continue reading

Im Alter von 89 Jahren erinnert sich Clarence Brockman an Buchenwald – Video

At the age of 89, Clarence Brockman of McDonald, Pennsylvania reflects on being among the first American soldiers to walk through the gates of the Buchenwald concentration camp in Weimar, Germany, several days after the Nazis abandoned the camp and many of its prisoners. Mr. Brockman would also return to Buchenwald in commemoration of the 65th anniversary of the camp’s liberation. From the WQED archives, this feature story was originally broadcast as part of OnQ Magazine on June 10, 2010. Producer: Iris Samson, Narrator: Michael Bartley.

Im Alter von 89 Jahren erinnert sich Clarence Brockman aus McDonald, Pennsylvania, daran, wie er als einer der ersten amerikanischen Soldaten die Tore des Konzentrationslagers Buchenwald in Weimar durchschritt, wenige Tage nachdem die Nazis das Lager und viele seiner Gefangenen zurückgelassen hatten. Herr Brockman kehrte später auch zum 65. Jahrestag der Befreiung des Lagers nach Buchenwald zurück. Dieser Beitrag aus dem Archiv von WQED wurde ursprünglich am 10. Juni 2010 im Rahmen des OnQ Magazine ausgestrahlt. Produzentin: Iris Samson, Sprecher: Michael Bartley.

Eröffnung der Mahn-und Gedenkstätte 1958

1958 wurde auf dem Geländes des ehemaligen KZ die „Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald“ eröffnet. Sie diente der Mahnung und des Gedenkens.
Vor dem Glockenturm befindet sich die Bronzeplastik „Figurengruppe“. Sie wurde von Fritz Cremer geschaffen.

Foto: Katja und Thomas G.
Grabstelle des Fritz Cremer: Berlin- Pankow Friedhof III, Foto: Ingo Müller

References

References
1 das hissen der Weißen Fahne ist ein internationales Zeichen der Kapitulation (oder ein Sich-Ergeben)
2 Die SS (Abkürzung für Schutzstaffel) war eine 1925 gegründete, paramilitärische Organisation der NSDAP, die sich unter Heinrich Himmler zum zentralen Terror- und Unterdrückungsinstrument im NS-Staat entwickelte. Sie war für den Holocaust, den Betrieb der Konzentrationslager und rassistische Vernichtungspolitik verantwortlich

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