CFM – Verhandlungen festgefahren, Streik wiederaufgenommen – Große Demo am Montag!

Streik und große Protestdemo

Am Montag, den 2 Juni, Treffpunkt für die gemeinsame Demonstration: 09:00 Uhr
Robert-Koch-Platz am Campus Mitte der Charite

Die Streik-Demo geht zum Regierenden Bürgermeister Kai Wegner, der bei einer Veranstaltung im Hotel Adlon am Brandenburger Tor spricht. Wegner könnte der Charité sagen, dass sie sich in der Verhandlung weiter bewegen muss. Er und sein Senat können die Prioritäten setzen und für die Bereitstellung der erforderlichen finanziellen Mittel für unsere Gesundheit und die Beschäftigten im Gesundheitssystem sorgen.

Die Demonstration endet am Elfenbeinturm vom Charité-Vorstand.“ Dort zeigt ihr: dass ihr bereit seid, weiter für den TVöD zu streiken.“

Letzte Woche berichteten wir

Manche sagen jetzt schon, es ist der längste und konsequenteste Streik in Berlin seit langem. Und nur durch ihn kommt die Gegenseite nach 20 Jahren endlich in Bewegung. Bis zu 700€ im Monat weniger verdienen die Beschäftigten der Charité-eigenen Tochterfirma Charité Facility Management als diejenigen, die direkt bei der Charité angestellt sind. Wir berichteten. An ihrer Situation könnte sich jetzt tatsächlich etwas ändern, wenn die Kolleg:innen nur weiter durchhalten.

Erneut sollen die Beschäftigten als Bedingung für Verhandlungen am Freitrag und als „Zeichen guten Willens“ ihren Streik unterbrechen. Wieder einmal! Wie wäre es, wenn die Verantwortlichen im Senat und der Geschäftsführung selber einmal „als Zeichen Guten Willens“ die seit 20 Jahren längst überfällige Angleichung der Bezahlung nach TöVD anbieten würden? Und zwar ohne Vorbedingungen.

Die Kolleg:innen wären gut beraten, wenn sie an ihrem Kampf festhalten, bis konkrete ausreichende Zusagen auf dem Tisch liegen. Es geht jetzt um die Wurst. Wer jetzt aufgibt, der läuft Gefahr, dass die Wurst wieder höher gehängt wird. Aber es wird von allen Seiten auf sie eingeredet.

Der Streik wurde nach intensiver kontroverser Debatte am vorletzten Freitag ausgesetzt. Um der Geschäftsführung für „ungstörte Verhandlungen“ entgegenzukommen.

Es kam, wie wir befürchtet hatten. Es hat nichts gebracht. Die Hoffnungen auf einen wirklichen Durchbruch wurden erneut enttäuscht. Ein Stufenplan für eine TöVD Angleichung, bei der Inhalte und Strukturen des TöVD verbogen werden, ist eine Mogelpackung.

Die Streikunterbrechung hat der Gegenseite eine Atempause verschafft. Die CFM Beschäftigten müssen nun neu ausholen. Seit letztem Freitag sind sie aber „alle wieder draußen“,

ver.di veröffentliche folgende Presserklärung dazu:

Verhandlungen zwischen CFM und ver.di stocken: erneut Streik ab Freitag 30.05.

Die Verhandlungen zwischen ver.di und der CFM um einen Stufenplan zu den Entgelten des Tarifvertrags im Öffentlichen Dienst sind ins Stocken geraten. Die Gewerkschaft ruft deshalb die Beschäftigten der CFM ab Freitag 30.05. erneut in den Streik.

Die Beschäftigten hatten den Streik ab Samstag 24.05. ausgesetzt, um endlich in konstruktive Verhandlungen zu kommen. Doch eine Einigung ist noch nicht in Sicht.

Nach drei Tagen intensiver Verhandlungen liegt den Beschäftigten immer noch kein konkretes Angebot vor. Die CFM fordert massive weitere Zugeständnisse bei der Eingruppierung, bevor sie überhaupt ihre Vorstellung eines Stufenplans konkretisieren können. Daneben weigert sie sich, das zum TVöD zugehörige Eingruppierungssystem zu vereinbaren. So funktionieren konstruktive Verhandlungen nicht.Wir fordern CFM und Charité auf, diese Verzögerungstaktik zu beenden und endlich die Karten auf den Tisch zu legen, wie sie den Stufenplan, zu dem wir uns verabredet haben, umsetzen möchten. Wir bleiben verhandlungsbereit, aber wir sind nicht bereit, die Katze im Sack zu kaufen.“ kommentiert Gisela Neunhöffer, Verhandlungsführerin.
Am Freitag wird es eine zentrale Streikversammlung geben, wo die Streikenden über das weitere Vorgehen beraten.

Die Kolleg:innen befinden sich seit Freitag, den 30. Mai, wieder im Streik. Es ist ihr Wille, sich nicht mehr abspeisen zu lassen! Aber ihr Durchhaltevermögen wird durch die Verzögerungstaktiken und das Hin und Her von Streik und Aussetzen auf eine harte Probe gestellt. Am Dienstag, den 3.Juni soll es wieder neue Verhandlungen geben.

Sascha Kraft, Betriebsrat und Mitglied der Tarifkommission berichtet hier in einem Podcast über die Situation der Kolleg:innen und die aktuelle Entwicklung:
Wo sind wir in der unendlichem Geschichte der CFM? | Sascha von der CFM

Unterstützt durch Solidaritätsbotschaften und Spenden [1] aus einem Appell von Sasha Stanicic, SOL

Die Kolleg*innen führen einen beispielhaften Kampf unter sehr harten Bedingungen gegen die Ungerechtigkeit, dass sie mehrere hundert Euro weniger für die gleiche Arbeit verdienen. Auch während der Pandemie wurden sie mit geringen Sonderzahlungen abgespeist, genauso in der Inflationszeit. Die strukturell niedrigen Löhne führen dazu, dass viele sich nur mit Nebentätigkeiten über Wasser halten können. Eine Beschäftigte erzählte auf der RLS-Konferenz, dass sie nur jedes fünfte Wochenende mit ihren Kindern verbringen kann, weil sie auf die Wochenendzuschläge angewiesen ist. Zudem gibt es in diesem Bereich nicht nur niedrige Löhne, sondern auch einen gravierenden Personalmangel.

Jede Solidaritätsbekundung ist von hohem Wert. Stellt damit Öffentlichkeit her. Die Anliegen der Kolleg:innen gehen uns alle an. Verfasst eine Solidaritätsbotschaft und sendet sie an info@netzwerk-verdi.de! Sie wird umgehend an Sascha Kraft und ver.di Berlin weitergeleitet. Außerdem können sie von Mitgliedern des verdi Netzwerks vor Ort verlesen werden.

Wie Sascha Kraft im Podcast sagt, arbeiten und streiken hier Kolleg:innen vonn 80 verschiedenen Nationalitäten. Der Zusammenhalt wurde durch den Streik massiv gestärkt. Sie brauchen die Unterstützung aus der Gewerkschaftsbewegung, um weiter durchzuhalten. Mickrige Löhne, die kaum zum Leben reichen, bedeuten auch geringe Streikgelder. Jeder Euro mehr, den ihr spender, stärkt das Durchhaltevermögen der Streikenden!

Als Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin´erklären wir uns solidarisch

Titelbild: Collage Peter Vlatten

References

References
↑1 aus einem Appell von Sasha Stanicic, SOL

STOPPT DEN VÖLKERMORD, DAS AUSHUNGERN UND DIE VERTREIBUNG DER PALÄSTINENSER! – Protestkundgebung Berlin!

Es wird Zeit, dass sich die verschiedenen Initiativen zum Protest gegen den Völkermord in Gaza auch in Deutschland zusammenschließen. In den meisten europäischen Ländern- Frankreich, Norwegen, Großbritanien, Spanien, Italien ect. – haben federführend die Gewerkschaften 100 tauendfachen Protest mitorganisiert. Die DGB Gewerkschaftsführer in Deutschland scheinen dagegen angesichts des „bestdokumentierten Völkermords in der Geschichte der Menschheit“ sprachlos geworden zu sein.

80 Prozent der Deutschen lehnen das Vorgehen Israels in Gaza ab. Es wird Zeit, daß die verschiedenen Initiativen dieser übergroßen Mehrheit der Deutschen eine gemeinsame unüberhörbare Stimme geben und dieses Potenzial mobilisieren. Es muss öffentlicher Druck aufgebaut werden – sichtbar auf den Strassen -, damit sich bei den Regierenden in Deutschland endlich etwas bewegt, nicht mit Worten, sondern mit Taten und jegliche Form von Mittäterschaft und Unterstützung von Israels Krieg eingestellt wird. Die Menschen in Gaza können nicht warten.

In diesem Sinn wünschen wir uns am 14.Juni eine große Protestkundgebung mit eindeutigen Botschaften.

Aufruf zur Protestkundgebung

Treffpunkt Linke Gewerkschafter:innen Berlin: ab 13:45  Uhr,   an der Skulptur der Rufer, Straße des 17.Juni ( etwa 100 Meter hinter Platz des 18. März) 
14. Juni – Berlin, Platz des 18. März – Beginn: 14 Uhr


STOPPT DEN VÖLKERMORD, DAS AUSHUNGERN
UND DIE VERTREIBUNG DER PALÄSTINENSER!
DAS RECHT AUF LEBEN IST UNTEILBAR!

GAZA IST EIN :KILLING FIELD‘“
(UN-Generalsekretär António Guterres)

Wir fordern:
  • Keine Waffenlieferungen nach Israel.
  • Stopp jeglicher militärischer Zusammenarbeit.
  • Keine „Staatsräson“, die die brutale und völkerrechtswidrige Kriegs-, Entrechtungs-,
    Enteignungs-, Besatzungs- und Vernichtungspolitik Israels rechtfertigt – nicht nur in
    Gaza.
  • Keine Kriminalisierung von Palästina-Solidarität und Friedensbewegung.
    Wir rufen alle auf, nicht mehr zuzusehen, wie ein Volk ausgelöscht wird.

Veranstalter: Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder!“, Friedenskoordination Berlin, Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost, Eye4Palestine, Palästinensisches Nationalkomitee

Neben den fünf Veranstaltern werden als Redner u.a. zu Wort kommen:
Aus Gaza der Direktor des Krankenhauses al-Awda, Dr. Mohammed Salha. Er übernahm die Leitung als kommissarischer Direktor, nachdem sein Vorgänger.
Dr. Ahmed Muhanna, im Dezember 2023 von der israelischen Armee in Gefangenschaft genommen wurde. Für Amnesty International spricht Sophie Asmus.
Bischof Atallah Hanna ist der griechisch-orthodoxe Erzbischof von Sebastia in Jerusalem.
Die UN-Sonderberichterstatterin für die Menschenrechtslage in den palästinensischen Gebieten, Dr. Francesca Albanese, wird ebenfalls zu hören sein, ebenso wie der Nahostexperte Dr. Michael Lüders.
Von der Palästinensischen Gemeinde spricht Amal Hamad.

Siehe auch aktuell zu GAZA und zum Veteranentag

Titelbild: pixabay

Gaza – Das Momentum dreht sich – auch Israelis solidarisieren sich europaweit mit Palästina!

Das Momentum dreht sich immer weiter.

Die Bilder über GAZA erdrücken ihre Lügen. Ob sie nun Nethanyahu, Trump, Merz oder auch verblassender Weise Habeck oder Scholz heissen. Wer erinnert sich schon noch daran, dass Kanzler Scholz bei der Verteidigung der „bedingungslosen“ Staatsräson Nethanyahu sein absolutes Vertrauen aussprach und bekundete, daß dieser Mann nichts Schlechtes im Schilde führen könne. Merz verkündete noch kürzlich vollmundig, diesen international gesuchten Kriegsverbrecher Nethanyahu mit allen Ehren in Deutschland empfangen zu wollen. Aber keiner kann all die Grausamkeiten und Zerstörungen, die die Menschen tagtäglich in diesem israelischen Vernichtungskrieg sehen und erfahren noch glaubwürdig mit einer „Verteidigung“ und Abwehr von „Hamas Terrorismus“ rechtfertigen.

Europaweit gab es vorletzte Woche Massenproteste: 500 000 in London, über 100 000 in den Haag, über 80 000 in Brüssel, 10 tausende in Paris. Europäische Schwergewichte wie Spanien, Frankreich, Italien und Großbritanien hatten längst vor dem Hintergrund dieses öffentlichen und internationalen Drucks ihre Stimme erhoben und -wenn auch schleppend und möglicherweise als Feigenblatt nur – Maßnahmen gegen Israel eingeleitet. Da agierten die deutschen Regierungsvertreter noch wie Vasallen von Völkermördern und traten in internationalen Gremien heftig auf die Bremse. Deutschland stand zuletzt mit seiner Staatsräson zu Israel selbst in Europa isoliert da. Und im Inland lehnen inzwischen mehr als 80 Prozent der Bevölkerung Israels Vernichtungsfeldzug ab.

Zum 17.Mai riefen Israelis europaweit zur Solidarität mit Palästina auf!

Jetzt sind es sogar israelische Bürger:innen, die Forderungen aufstellen, die deutsche Politiker mit Händen und Füßen bisher abzuwehren und auf internationalem Parkett zu unterlaufen versuchen:

Aussetzung des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel! Stoppt die Bewaffnung Israels! Als israelische Bürger in Europa beobachten wir mit gebrochenem Herzen und unendlicher Wut, wie die israelische Armee dem Gazastreifen und seiner Bevölkerung beispiellose Zerstörung zufügt, wie die israelische Gesellschaft in Faschismus und weitverbreitete Entmenschlichung abdriftet und wie unsere Regierung einen Völkermord begeht, der auf die Vernichtung der palästinensischen Gemeinschaft abzielt.

Wir fordern die europäischen Regierungen, Institutionen und die Zivilgesellschaft auf, im Einklang mit den Werten zu handeln, die sie angeblich vertreten: Menschenrechte, Völkerrecht und den Schutz des zivilen Lebens. Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen das Assoziierungsabkommen mit Israel gemäß Artikel 2 dieses Abkommens aussetzen, der Menschenrechte und demokratische Werte verankert.

Die europäischen Länder müssen alle Waffenexporte nach Israel stoppen – diese Waffen werden für Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingesetzt. Worte der Besorgnis reichen nicht mehr aus. Wenn Völkerrecht so offen verletzt wird, wenn ganze Gemeinschaften vertrieben und ausgehungert werden, wenn die Tötung von Zivilisten unter dem Deckmantel der Selbstverteidigung gerechtfertigt wird, müssen wir mit prinzipiellem Handeln reagieren.

Business as usual mit Israel macht Europa zu Komplizen der Kriminalität.

In Paris / Berlin / Mailand / Brüssel / Straßburg / Valencia / Amsterdam / Kopenhagen / London / Madrid / Barcelona / Frankfurt / Lissabon gingen sie auf die Straßen und protestierten als israelische Bürger, „um die Möglichkeit einer Zukunft zu verteidigen, die auf Gleichheit und Würde für alle basiert.“

Kundgebung Berlin, Israel:innen solidarisieren sich mit Palästina, 17. Mai 2025 Berlin, Peter Vlatten

Mehrere hundert Menschen hatten sich – initiert von Israelis for Peace – vor dem Auswärtigen Amt in Berlin versammelt. Sie skandierten in kurzen Reden und Parolen ihre Hauptforderungen und brachten ihre unendliche Wut und Empörung über den Völkermord in Gaza und die Komplizenschaft insbesondere der Ampel und der neuen Merz-Regierung zum Ausdruck. Sie erwarten von den Europäischen Regierungen, vor allem aber von Deutschland, endlich sofortiges konsequentes Handeln und Druck gegen Israel. Jeder Tag Völkermordkatastrophe ist ein Tag der Barbarei zuviel!

Ihre Parolen erinnern an die Parolen auf den propalästinensischen Demonstrationen in Berlin. „Kein zweites Nakba!“ „Stop Genocide! „Stop arming Genocide!“ „Stop funding Genocide!“ „Not in our name, not in our taxes!“ „There is no military solution!“ „Israel broke the deal !“ „From the river to the sea, all people should be free!“ „Deutschland finanziert, Israel bombardiert!“ „Israel choosing violence, Germany must break its silence!“ Es wurde gefordert, Israel zu boykottieren und zu sanktionieren, nicht allein mit Waffen! Und immer wieder „Free Palestine!“ „Free Palestine!“

Bemerkenswert. Für viele dieser Parolen, die an diesem Abend des 17.Mai skandiert oder hochgehalten wurden, sind schon mehrfach Palästinenser:innen, Demonstranten und auch jüdische Mitstreiter:innen von der Berliner Polizei attackiert, verhaftet oder sogar zusammengeschlagen worden. Menschen wurden und werden dafür öffentlich als „Antisemiten“ gebrandmarkt, kriminalisiert und in existentielle Schwierigkeiten gebracht. Das Versammlungsrecht bezüglich Palästinasolidarität wurde und wird von den Berliner Behörden drastisch eingeschränkt. Ein Beispiel: auf der 1.Mai Demonstration des DGB dieses Jahr wurde eine Jüdin verhaftet, weil sie ein Plakat mit der Aufschrift „Another Jew for Free Palestine!“ hochhielt. Das Plakat wurde beschlagnahmt.

Weiter bemerkenswert: fast freundliche Polizeibeamte. Keiner hatte wohl etwas gegen die sonst so sehr monierten israelkritischen Äusserungen einzuwenden. Von gepanzerten und behelmten schwer bewaffneten Einsatzkräften, wie sie bei palästinasolidarischen Aktionen in Berlin üblich sind, war weit und breit nichts zu sehen, ganz zu schweigen, dass sie knüppelschwingend in die Menge der Protestierenden eingedrungen wären. Einerseits erfreulich, anderseits – wie ein Mitdemonstrant anmerkte – wohl auch Ausdruck eines strukutrellen behördlichen Rassismus, der sich unter dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner überall breit gemacht hat. Deutsche Polizeiknüppel gegen israelische Bürger:innen, solche Bilder will man wohl vermeiden. Bei Palästinenser:innen spielt das keine Rolle.

Deutsche Spitzenpolitiker merken, es wird Zeit die Rethorik anzupassen.

Friedrich Merz rudert von seiner bisher forschen bedingungslosen Verteidigung der isrealischen Politik zurück und mimt den Ahnungslosen . Er könne die ganze Zielsetzung des israelischen Vorgehens nicht mehr erkennen, das Ausmaß der „in Mitleidenschaft gezogenen Zivilbevölkerung“ lasse sich nicht mehr mit dem „Hamasterrorismus“ begründen!

Hat denn dieser Bundeskanzler noch nie etwas von den breit diskutierten Vertreibungs- und Auslöschungsplänen führender israelischer Politiker und Regierungsmitglieder gehört? Ist ihm der Trumpplan für GAZA vollkommen unbekannt? Sind ihm die Aussagen des internationalen Gerichtshof gänzlich entgangen? Deklamatorisch wird von Israel jetzt die Sicherstellung humanitärer Hilfslieferungen gefordert. Es gibt auch Andeutungen – im Konjunktiv -, man könne mit dem Aussetzen von Waffenlieferungen drohen, was aber vom deutschen Innenminister sofort wieder dementiert wurde. Immerhin: Mehrere prominente Abgeordnete der SPD haben sich jetzt konkret für ein Waffenembargo gegen Israel ausgesprochen!

Geben wir uns nicht mit halbgaren heuchlerischen Statements zufrieden.

Der Stern karikiert das Auftreten deutscher Politiker, „die auf Auslandsreisen nach Israel wichtigerweise die verblassenden Erinnerungen des Hamas-Terrors am 7. Oktober aufzuhellen versuchen, sich mit Geiselangehörigen treffen, die Orte des Schreckens besuchen – und sich routiniert in ein Gesprächskorsett zwängen. Am Ende bleibt dann eben nur noch Luft für ein paar dünne Sätze zur Lage in Gaza.“

In der Rede des Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak (die Linke) hiess es: „Sie wussten es früh, dass deutsche Waffen dort erbarmungslos mitmorden, sie wussten es und liessen es zu, daß es weiter geschieht. Nein sie haben nicht ihr Gewissen entdeckt. Sondern eine weltweite Bewegung hat sie dazu gezwungen, jede Demonstration, jede Kundgebung, jede Besetzung und jede Anklage, die diese gewollte und geplante Katastrophe anprangerte, hat dazu einen Beitrag geleistet.“

20 Monate lang wurden die Entmenschlichung von Palästinser:innen und ein systematischer Völkermord gedeckt, unterstützt und befeuert.

Lippenbekenntnisse ohne konkrete Maßnahmen gegen Israel und den Völkermord sind keine Kehrtwende. Da verhungert und verblutet kein einziges Kind weniger. Die ganze politische Elite kann sich ihre Erklärungen abschminken, solange sie zum Beispiel dem Regierenden Bürgermeister von Berlin bei seiner Unterdrückung jeglicher Soldarität für die Menschen in Gaza nicht in die Parade fährt.

Wir müssen weiterkämpfen und unsere Stimme erheben! Am 14. Juni findet am Brandenburger Tor eine Großkundgebung statt: „STOPPT DEN VÖLKERMORD, DAS AUSHUNGERN UND DIE VERTREIBUNG DER PALÄSTINENSER!“ Nehmen wir uns andere europäische Hauptstädte zum Vorbild. Verwandeln wir Empörung in Protest!

Fotos, Video Peter Vlatten

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