45 000 Schüler:innen demonstrieren: „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Nie wieder Wehrpflicht!“

Hannes Kramer, Sprecher des bundesweiten Bündnisses gegen Wehrpflicht erklärte

Heute haben Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland erneut deutlich gemacht: Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft. Damit ziehen wir die Schlussfolgerung aus dem Zweiten Weltkrieg. ›Nie wieder Krieg!‹ heißt heute ›Nie wieder Wehrpflicht!“

Am 08. Mai 1945 wurde der zweite Weltkrieg beendet. Der Krieg hatte 2000 Tage lang täglich Zerrstörung, Leid und Tod mit sich gebracht. Er kostete über 60 Millionen Menschen weltweit das Leben. „Etwas, das niemand von uns erneut erleben möchte. Doch heute wird in Deutschland wieder aufgerüstet, fast jeder zweite Euro des Bundeshaushalts wird für Panzer, Bomben und Infrastruktur, die das Land auf den Krieg vorbereitet, ausgegeben“, heißt es im Aufruf des Bündnisses gegen Wehrpflicht.

Bundesweit demonstrierten diesen Freitag am 3. Schulstreiktag gegen Wehrpflicht laut Veranstalter über 45 000 Schüler:innen. In Berlin waren es etwa 9.000, die sich am Brandenburger Tor zu einer widerständigen Auftaktkundgebung versammelten. Die Demonstration zog von dort den Tiergarten entlang zur Klingenhöfer Straẞe zur Bundesparteizentrale der CDU.

diesmal nicht beschlagnahmt

Die sonst für ihre willkürlichen Übergriffe berühmte Berliner Polizei hielt sich diesmal etwas zurück. Beim letzten Schülerstreik hatte die Berliner Polizei einen 18-jährigen Schüler verhaftet und sein Plakat mit der Aufschrift „MERZ LECK EIER“ beschlagnahmt. Jetzt schallte es aus tausenden von Schüler:innenkehlen „Merz leck Eier.“ Von polizeilichen Maßnahmen dagegen wurde diesmal nichts bekannt. Solidarität kann Wunder wirken!

Aber trotzdem gab es auch Meldungen wie diese: „Autoritäre Scheiẞe beim Schulstreik: Schüler bekommt auf Zubringer Personalien aufgenommen, ein:e Genoss:in von uns wird direkt aus der Bahn von Bullen in Empfang genommen. Merz der Hund will Jugendliche an die Front schicken, Bürgergeld abschaffen, kürzt in Krankenhäusern, Schulen, Jugendclubs – und is so feige dabei, dass man ihn nich öffentlich kritisieren darf!“

Obwohl es wegen der Wehrpflicht auch unter den Jugendlichen der gewerblichen Ausbildung kräftig rumort, von den Gewerkschaften erklärte sich offiziell lediglich die GEW solidarisch:

WIR SAGEN NEIN ZUR WEHRPFLICHT Als Pädagog*innen stehen wir für Hoffnung, Zukunft und Leben. Junge Menschen brauchen Zukunftsperspektiven, keine Militarisierung ihres Alltags. Frieden ist die Voraussetzung für gute Bildung. (Gökhan Akgün Vorsitzender der GEW BERLIN)

NIE WIEDER FASCHISMUS, MILITARISMUS UND KRIEG!
Wir feiern heute die Befreiung vom Faschismus und erinnern uns daran, wohin Faschismus, Militarismus und Krieg führen können: zu Flucht, Leid, Zerstörung und Tod. Gerade deshalb stehen heute bundesweit junge Menschen auf der Straẞe.

Alles ganz harmlos? So will man uns Glauben machen! Nur für die Verteidigung der „Freiheit“? Wessen Freiheit? Alles freiwillig? Warum dann Bußgelder, wer nicht bei der Erfassung kooperiert? Das Recht auf Wehrdienstverweigerung bleibt bestehen. Das sagen diejenigen, die alle jungen Männer in die Ukraine in den sicheren Tod zurückschicken wollen. Und sterben für was und für wen?

Der CDU-Frontmann Roderich Kiesewetter sagte es deutlich im Oktober 2023 gegenüber dem ZDF: „Wir sind bereit, Israels Sicherheit mit unserem Leben zu verteidigen.“ Der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag, Alexander Gauland sagte bereits im April 2018, wir (Deutschland) müssten „an der Seite Israels kämpfen und sterben“. Und derselbe Kiessewetter sagte gemeinsam mit der Grünen Luisa Neubaur zum ersten Jahrestag des Ukrainekrieges auf einer Kundgebung in Berlin, dass „wir“ uns an dem Opfermut der Ukrainer:innen in Deutschland ein Beispiel nehmen müssen. Sterben für ein Land, das einen Stellvertreterkrieg führt? Sterben für ein Land wie Israel, das Völkermord begeht und täglich gegen Menschenrechte verstößt? Sterben für geopolitische Interessen, für militärische Zusammenarbeit, für Märkte, Rohstoffe und Profite, für Produtkionsstätten mit Billiglöhnern. Der ehemalige IGM Vorsitzende Peters dazu: „Mit eines anderen Arsch ist gut durchs Feuer fahren.“

Einen Tag vor den Protesten meldete der Deutschlandfunk, dass die Kriegsmaschinerie unbeirrt vorwärtsrollt:

 „…vier Monate nach Inkrafttreten der Wehrdienstreform stehen die Standorte für die 24 Musterungszentren fest. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums bereitet sich die Bundeswehr damit auf eine mögliche flächendeckende Musterung vor.“ Laut Redaktionsnetzwerk Deutschland haben knapp drei Viertel der 18-Jährigen auf die verschickten Fragebögen reagiert. 28 Prozent hätten das Schreiben ignoriert, obwohl die Beantwortung verpflichtend ist. Ihnen drohen laut einem Bericht des „Spiegel“ jetzt Bußgelder von 250 Euro.

So richtig will man den Protest und diese Zahlen nicht an die Öffentlichkeit bringen. Kriegstüchtigkeit, ohne dass die Jugend mitmachen will, ist ein Problem. Dieses Problem soll nicht nur durch Peitsche, sondern auch durch Zuckerbrot gelöst werden.

Wir waren mit 10.000 Schüler*innen auf der Straẞe um gegen Aufrüstung, Imperialismus und den Genozid in Palästina zu protestieren. Damit die Schulstreikbewegung auch in der Zukunft erfolgreich bleibt und wächst statt zu stagnieren, ist es notwendig dass wir uns als Schüler:innen in Schulgruppen organisieren. Kein Cent, Kein Mensch der Bundeswehr. (Revogermany)

Der 8. Mai und die deutsche Geschichte lehren uns „Nie wieder Faschismus -Nie wieder Krieg“
Lasst euch nicht von den Kriegstreibern verwirren die das „Nie wieder Krieg“ ignorieren aber dafür „Nie wieder Faschismus“ auf die Panzer drucken mit denen sie die Welt in Brand setzen. (Redmediakollektiv)

Vormerken: Krieg beginnt hier – Protest gegen Rheinmetall-Aktionärsversammlung vor der Berliner Waffenfabrik

Fotos: Peter Vlatten

Aktionstage – Gegen den Start der Waffenproduktion bei Rheinmetall in Berlin – Bitte Vormerken!

Das Berliner Bündniss gegen Waffenproduktion ruft auf:

Im Frühsommer soll bei Rheinmetall in Berlin-Wedding die Waffenproduktion starten. Damit würde zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Rüstung in Berlin produziert werden.

Das werden wir nicht hinnehmen und rufen alle auf, sich dem Protest anzuschlieẞen und selbst aktiv zu werden. Ob Gaza, Kurdistan, Jemen: Die Waffen von Rheinmetall bringen für Millionen von Menschen weltweit Leid, Elend und Tod.

Eine Waffenfabrik mitten in der Stadt macht die dort wohnenden und arbeitenden Menschen zur Zielscheibe militärischer Angriffe.

Wir werden uns dieser tödlichen Produktion hier und überall in den Weg stellen. Vielfältige Aktionen und eine bundesweite Demonstration werden deutlich machen:

Geld für den Kiez, statt Waffen für den Krieg!

Schluss mit der Militarisierung und Kriegsvorbereitung!

Bitte Vormerken: 10. und 11. Juli 2026

Zwei ganze Tage ein vielfältiges Programm mit bundesweiter Demonstration gegen Kriegskurs, Wehrpflicht und den Wiederaufbau eines militärisch-industriellen Komplexes in Deutschland!

zum Berliner Bündniss gegen Waffenproduktion gehören inzwischen auch etliche Gewerkschafter:inen von Verdi, GEW, IG Metall und IG Bau… Gerade auch in der IG Metall muss die Diskussion geführt werden, dass geopolitische Verwerfungen mit Kriegskurs, Rüstungsindustrie und Militarisierung der ganzen Gesellschaft neben den kapitalistischen Verhältnissen Ursache der sich zuspitzenden Probleme bei unseren Kolleg:innen und nicht ihre Lösung sind.

hier Link zur Website des Berliner Bündnisses gegen Waffenproduktion

Wer das Bündnis noch nicht kennt, kommt am Besten mal Samstags im Nachbarschaftscafe vorbei:

Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion
Offenes Nachbarschaftscafe:
jeden 1. Samstag im Monat
16 – 18:00 Uhr im Interbüro
Genter Straße 60, 13353

Hier der link. tree zum Social Media Auftritt des Bündnisses

Offenes Treffen Stadtteilkomitee Wedding
jeden zweiten Donnerstag im Monat
(29.01., 12.02., 26.02., 12.03…)
19:00 – 21:00 Uhr in der Roten Ella
Buttmannstraße 1a, 13357

Kann ich mich ganz persönlich als freie und kritische Journalistin im Fall von Repressionen durch die BRD/EU auf die Unterstützung von Ver.di/DJU verlassen?

Brief von Dr. Renate Dillmann (Journalistin/Dozentin) an Ver.di/DJU

Vorbemerkung der Forums-Red.: Wir können uns diesem öffentlich gemachten Brief von Renate Dillmann nur anschließen. Er dokumentiert einen weiteren Fall, in dem die DJU sich auf sehr fragwürdige Weise positioniert. Wir selber haben erleben müssen, dass der geschäftsführende Landesvorsitzende der DJU Mitglieder der IG Metall und auch unserer Redaktion wegen Teilnahme an einer palästina-solidarischen Demonstration in den Sozialen Medien als „Antisemiten“ zu denunzieren versuchte. Das geht gar nicht. Auch kann die Unterstützung der „deutschen Staatsräson“ kein gewerkschaftliches Anliegen sein. Wir sind gespannt auf die Antwort, falls es sie geben wird. (JG)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Danica Bensmail,

Der Berliner Kollege Hüseyin Dogru, Journalist und Mitglied bei Ver.di und DJU, wurde vom Rat der EU sanktioniert und wird damit aller Möglichkeiten beraubt, ein bürgerliches Leben zu führen. Seine Familie, seine Frau und drei Kinder, darunter zwei neugeborene Zwillinge, sind ebenfalls betroffen, wurden also wortwörtlich in „Sippenhaftung“ genommen. Jegliche Unterstützung sanktionierter Personen ist inzwischen gesetzlich verboten – es drohen Geld-und Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren.

Hüseyin Dogru wird vorgeworfen, mit seinen Publikationen zu „Desinformation“ beigetragen zu haben, die der Russischen Föderation nützt (RUSDA – Russia Destabilising Activities).
Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Giese, stellte in der Bundespressekonferenz vom 17.12.2026 zum ähnlich gelagerten Fall von Jacques Baud fest, dass die Sanktionierung
exemplarisch gemeint ist: „Menschen, die solche Dinge tun, können sanktioniert werden, wenn die rechtlichen Grundlagen dafür gegeben sind und wenn es eine entsprechende
Entscheidung des Rates der Europäischen Union gibt. Das ist am Montag geschehen, es wird weiterhin geschehen, es ist in der Vergangenheit geschehen, und jeder, der in diesem Bereich tätig ist, muss damit rechnen, dass es auch ihm passieren könnte.“ (https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/regierungspressekonferenz-2748626)
Die Aufnahme in die EU-Sanktionsliste erfolgt außerhalb rechtsstaatlicher Verfahren, gegen die Betroffene juristisch vorgehen könnten. Das verstößt gegen mehrere Grundrechte
(Rechtsgutachten Colneric/Miron) und beinhaltet eine Umkehr der Beweislast: Für die Aufnahme in die Sanktionsliste muss der Rat der EU nichts nachweisen – es reichen
ungemein dürftige Behauptungen, meist ein paar Zeilen, siehe: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=OJ:L_202500965

Zusammengefasst:
1. Deutsche / europäische Journalisten werden wegen ihrer Tätigkeit vom Rat der EU auf eine Sanktionsliste gesetzt, die ursprünglich zur Sanktionierung auswärtiger Geschäftsleute gedacht war, die Geschäftsverbindungen mit Russland aufrecht erhalten.
2. Deutsche / europäische Journalisten werden damit in ihrer Tätigkeit be- und gehindert; ihr Leben wird zerstört und das ihrer Familie ebenfalls.
3. Solidarität wird mit Geld- und Freiheitsstrafen geahndet.
4. Die Sanktionierung findet außerhalb der nationalen rechtsstaatlichen Verfahren statt.
5. Den der Sanktion Unterworfenen steht der nationale Rechtsweg nicht zur Verfügung.
6. Das Vorgehen des EU-Rats soll nach Aussage der Bundesregierung ausdrücklich exemplarischen, d.h. einschüchternden Charakter haben.

Damit haben EU und Bundesregierung den Journalismus in seiner bisherigen, d.h. grundgesetzlich garantierten Form beendet.
Es handelt sich bei der Sanktionierung wegen des von der Bundesregierung explizit deutlich gemachten exemplarischen Charakters um eine Maßnahme, die schon jetzt jeden Journalisten und jede Journalistin betrifft.

Kritische, abweichende oder missliebige Äußerungen können jederzeit gedeutet werden als „Desinformation“ oder „Versuch von Informationsmanipulation“, die „Stabilität und Sicherheit in der Union und in einem oder mehreren ihrer Mitgliedstaaten untergraben“. Die hanebüchene Logik, mit der im Fall Dogru argumentiert wird, erzeugt (in voller Absicht) ein Gefühl völliger Unberechenbarkeit, das vor allem diejenigen unter Druck setzt, die eine kritische Distanz zu den regierungsamtlich erwünschten Deutungen pflegen.
Darunter leidet übrigens – auch wenn das weniger meine Sorge ist – ebenfalls die Glaubwürdigkeit bzw. Selbstdarstellung des Main-Stream-Journalismus, der bisher bei seiner staatstragenden Berichterstattung darauf verweisen konnte, dass die tagtäglichen Presseerzeugnisse und Kommentare auf die freie, uneingeschränkte Urteilsbildung von Journalisten ohne Einschüchterungsversuche der Regierung zurück geht.

Insgesamt halte ich eine Stellungnahme von Ver.di und DJU, die das Vorgehen des EU-Rates und der Bundesregierung in aller Schärfe zurückweist, für dringend geboten.
Davon ist allerdings bisher nichts zu sehen – keine Darstellung des Falls, keine Stellungnahme auf der Website der DJU.
Im Interview für „Menschen machen Medien“ (31.3.2026) spricht Gisela Wehrl mit dem SZ-Journalisten Ronen Steinke über das Thema „bedrohte Meinungsfreiheit“ anlässlich der zunehmenden Fälle bei „Politikerbeleidigungen“. Die bereits laufenden und zu erwartenden Fälle der EU-Sanktionen kommen im Interview nicht vor.
Matthias Monroy meldet im nd: „Doğru ist Mitglied bei den beiden großen deutschen Gewerkschaften – unterstützen wollen sie ihn aber nicht. Ein Bundessprecher der Journalistinnen- und Journalisten-Union (DJU) nannte dafür trotz mehrfacher Bitte des »nd« keine Begründung. Das damalige Ende von Redfish hatte der für Berlin zuständige Landesvorsitzende Jörg Reichel sogar mit »gute Nachrichten für den Journalismus« kommentiert. Seitdem erhielt Doğru von der DJU keinen Presseausweis mehr.“ (30.3.2026)

In einem Fall, bei dem Journalisten, die Mitglieder sind, angegriffen werden, muss eine Journalisten-Gewerkschaft zwingend das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit verteidigen – auch wenn sie selbst politisch anderer Auffassung sein mag. Ansonsten macht sie sich selbst zum Richter über den Inhalt einer möglicherweise regierungskritischen oder öffentlich unliebsamen „Meinung“, die sanktioniert wird.

Ohne diese Zurückweisung macht sie sich auch zum Helfer dafür, Meinungs- und Pressefreiheit, die in den sogenannten „autoritären Staaten“ eingefordert werden, im eigenen Land / der EU ad acta zu legen, weil es die hiesigen Obrigkeiten in Zeiten der „Kriegstüchtigkeit“ für nötig erachtet.

Als freiberufliche Journalistin verfasse ich u.a. auch Artikel zum Ukraine- und Gaza-Krieg, die sich kritisch vom Regierungs-Narrativ absetzen.

Meine konkreten Fragen: Kann ich mich ganz persönlich als freie und kritische Journalistin im Fall von Repressionen durch die BRD/EU auf die Unterstützung von Ver.di/DJU verlassen?

Ist Ihr bisheriges Schweigen als Billigung zu verstehen oder ist noch eine kritische Stellungnahme in der o.g. Sache zu erwarten?
Mit der Bitte um eine klare Antwort,

Renate Dillmann
Journalistin/Dozentin

Entnommen aus: Jour Fixe der Gewerkschaftslinken Hamburg
https://gewerkschaftslinke.hamburg/2026/05/05/brief-von-dr-renate-dillmann-journalistin-dozentin-an-ver-di-dju/

Wir danken der Autorin und den Kolleg:innen für das Publikationsrecht.

Diese Seite verwendet u. a. Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung