„No other Land“ – unser Filmtipp

Kurt Weiss von unserer Redaktion gibt uns allen folgenden heissen Filmtipp:

„Heute haben wir die sehr bewegende Dokumentation „No Other Land“ im Kino gesehen. Am 14.11. war Kinostart des Films. Ich kann jedem nur empfehlen sich diesen Film eines israelisch/Palästinensischen Kollektivs anzusehen.

Filmtrailer

Der Kinostart erfolgte freilich nicht ohne die typisch deutschberlinische Kombination aus bösartiger Verleumdung und Feigheit: zunächst hatte das Land Berlin auf seiner Website berlin.de dem Film „antisemitische Tendenzen“ vorgeworfen. Nachdem der israelische Regisseur ankündigte vor Gericht zu ziehen, wurde der herbeigelogene Vorwurf auf berlin.de gelöscht. Ein böser IT-Dienstleister soll die Denunziation auf die Website gesetzt haben — natürlich ohne Kenntnis der politisch Verantwortlichen. Wahrscheinlich ist „die Maus ausgerutscht“. Man kennt das von der AfD. Egal, der Imageschaden für den bei der Israellobby verhassten Film ist gemacht, irgendwas bleibt schon hängen. 

Daher bitte: lasst uns alle für diese ausgezeichnete Dokumentation werben. Filme die unverhüllt die Wahrheit zeigen sieht man nicht alle Tage!“

Auch die Direktorin der Berlinale fühlte sich veranlasst, ein klärendes Pressestatement abzugeben:

No Other Land gewann im Februar 2024 den Berlinale Dokumentarfilmpreis sowie den Panorama Publikumspreis. Das israelisch-palästinensische Regie-Kollektiv Basel Adra, Hamdan Ballal, Yuval Abraham und Rachel Szor hat einen offenen, prägnanten und kraftvollen Film geschaffen, der verdientermaßen weltweit Anerkennung findet und zahlreiche Preise und Nominierungen erhält.

In den letzten Tagen gab es erneute Diskussionen über No Other Land und die Berlinale. Ich möchte klarstellen, dass ich den Film oder die Aussagen der Co-Regisseure, des Palästinensers Basel Adra und des Israelis Yuval Abraham, bei der Preisverleihung der Berlinale nicht für antisemitisch halte. Ich bin außerdem der Meinung, dass Diskurse, die diesen Film oder seine Filmemacher als antisemitisch darstellen, eine Gefahr für alle Beteiligten sowohl innerhalb als auch außerhalb Deutschlands schaffen. Es ist wichtig, dass wir zusammenstehen und sie unterstützen.

Wir wünschen den Filmemachern und ihrem Verleih ein erfolgreiches Premierenwochenende für diesen Film.“

Tricia Tuttle, Direktorin, Berlinale“

dann noch unser besonderer Event Tipp "unframe Festival" 

Titelbild: Collage Peter Vlatten

3 Tage sozialistisch kulturelles „unframe Festival“

Das unframe Festival ist ein dreitägiges sozialistisch-kulturelles Festival im Oyoun in Berlin mit verschiedenen Themen auf Englisch und Deutsch.

Ich kann dieses Festival nur jedem richtig ans Herz legen.

Nach der ersten Trumpwahl hatte ich geschrieben. „Die Welt ist aus den Fugen geraten. Die Welt schreitet voran in Richtung Konfrontation und kapitalistische Barbarei. Und der Neoliberalismus wie der Neokolonialismus bereiten den Boden dazu.“

Wie soll man die Situation da heute beschreiben? Etwa so? „Der israelische Vernichtungskrieg in Gaza führt uns inzwischen tagtäglich vor Augen, was diese auf die Spitze getriebene kapitalistische Barbarei tatsächlich bedeutet. Was uns allen blüht, wenn wir dem nicht rigoros Einhalt gebieten! Aber wie?“

Der von Trump nominierte Verteidigungsminister erklärt uns gerade:
„Zionismus und Amerikanismus sind die FRONTLINIEN der westlichen Zivilisation und Freiheit in unserer heutigen Welt.“

Nicht wenige fühlen sich von der Entwicklung geradezu überrollt. Da tut es Not. Da tut es gut. Sich auszutauschen. Erklärungen zu finden. Perspektiven auszuloten. Programm und Redner sind hochkarätig und vielfältig. Auch kulturell kannst Du Kraft tanken, Solidarität verspüren, leben, schmecken.

ein solches unframe Festival sollte zur Nachahmung in anderen Städte empfohlen werden 

Den Ort, das Oyoun mit seinen Betreibern will die Politik endgültig plattmachen. Der sozialistisch demokratische sowie antiimperialistische, antifaschistische und konsequent antirassistische Diskurs soll unterbunden werden. Ein Grund mehr, sich den Termin vom 22. bis zum 24. November vorzumerken, hinzugehen und sich zu solidarisieren.

Die Veranstalter schreiben in ihrer Einladung:

Wir laden ein, etwas über politische Ideen zu lernen und sich darüber auszutauschen. Erleben Sie mit uns ein Wochenende voller Vorträge, Podiumsdiskussionen, Workshops, Livemusik, Filmvorführungen, Essen, Basar und mehr

Hier kann man das vollständige Programm finden!

Wir freuen uns, eine Reihe inspirierender Redner vorstellen zu dürfen, die ihre Perspektiven, ihr Fachwissen und ihre Visionen in die Veranstaltung einbringen. Wir laden ein, sich zu beteiligen und nachzudenken.

Wir freuen uns, ein vielfältiges Angebot an Vorträgen und Podiumsdiskussionen präsentieren zu können, die die Neugier wecken, zum Dialog anregen und das Verständnis vertiefen sollen.

Das Festival ist eine Nonprofit Veranstaltung

Schicke deinen selbst berechneten Ticketpreis an unser Paypal-Konto: 
tickets@unframefestival.com mit folgenden Angaben: Vorname, Nachname, E-Mail. Du erhältst dann eine Bestätigung per E-Mail. Falls du nur für 1 oder 2 Tage kommen möchtest, kannst du den Ticketpreis nach deiner eigenen Einschätzung anpassen.

✉️ Kontakt

Hier geht es direkt zur Seite der Veranstalter

Haben Sie Fragen, Kommentare oder benötigen Sie Hilfe? Kontaktieren Sie uns per E-Mail unter hi@unframefestival.com – wir sind für Sie da ✌️

“Out of Harm’s Way”? Zwangsumsiedlung und Hungersnot im Gazastreifen – Veranstaltung

Die Schikanen innerhalb Gazas, die Verfolgung und Vertreibung der Menschen dort sowie die systematische Blockade Gazas können ebenso schlimm sein wie Bomben. Sie zerstören und berauben die Menschen aller Lebensgrundlagen. Eine Veranstaltung, die aufrüttelt und aufklärt. Unsere Empfehlung.

Out of Harm’s Way”? Zwangsumsiedlung und Hungersnot im Gazastreifen.
Diskussion mit Tania Hary, Qassem Massri und Guy Shalev.
06.November 2024 19 Uhr | Berlin Oyoun Lucy-Lameck-Str. 32 | 12049 Berlin

Eine Veranstaltung von medico international

Die Lage in Gaza ist durch das Vorgehen der israelischen Streitkräfte zu einer humanitären Katastrophe ungekannten Ausmaßes geworden. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hat im laufenden Verfahren Südafrika v. Israel bereits dreimal rechtsverbindlich u. a. eine dringende Verbesserung der humanitären Lage angeordnet. Der ebenfalls in Den Haag anhängige Antrag auf Haftbefehle gegen Mitglieder der israelischen Regierung enthält ganz zentral den Vorwurf des Aushungerns der Zivilbevölkerung.

Gegen die Vorenthaltung von humanitärer Hilfe haben u. a. die medico-Partnerorganisationen Physicians for Human Rights – Israel (PHRI), Adalah und HaMoked nach Kriegsbeginn gemeinsam mit Gisha und der Association for Civil Rights in Israel eine Petition beim Obersten Gerichtshof in Jerusalem eingereicht – ohne Erfolg.

Für den Norden Gazas hat die israelische Armee allem Anschein nach die Vertreibung der dortigen Bevölkerung ins Werk gesetzt, begleitet von einer Kampagne des Aushungerns und von Angriffen auf Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser.

Über die Situation sprechen

  • Tania Hary, Direktorin der israelischen Organisation Gisha, die sich seit Jahren für das Recht auf Bewegungsfreiheit der palästinensischen Bevölkerung mit einem besonderen Fokus auf den abgeriegelten einsetzt;
  • Qassem Massri, aus Gaza, in Berlin Oberarzt in der Kinderintensivabteilung eines Klinikums, zuletzt im April 2024 vor Ort in Krankenhäusern im Einsatz, um zu helfen;
  • Guy Shalev, Direktor der langjährigen medico-Partnerorganisation Physicians for Human Rights – Israel, die u. a. für den humanitären Zugang nach Gaza und ein Ende der Abriegelung kämpft, versucht gegen Folter in israelischen Gefängnissen vorzugehen usw.

Es moderiert Riad Othman, Nahostreferent, medico international

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Titelfoto Peter Vlatten

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