Kongress der norwegischen Gewerkschaften fordert vollständigen Boykott Israels!

Der Gewerkschaftskongress von LO – LandsOrganisasjonen i Norge – fordert einen vollständigen Boykott Israels! LO ist der größte norwegische Gewerkschaftsbund. Er vereint 26 Einzelgewerkschaften mit hohem Organisationsgrad und über 930.000 Mitglieder.

Unter anderem spricht sich LO für einen kompletten wirtschaftlichen Boykott Israels aus. 240 Delegierte stimmten dafür, 69 dagegen. [1]https://youtu.be/itDZmj5wksY?si=DlOyCL8VOeIh8Ng6

LO verlangt, dass sich der staatliche norwegische Pensionsfonds, norwegische Unternehmen und Finanzinstitute ab sofort aus Firmen zurückziehen, die die israelische Besatzungs- und Kriegspolitik gegen Palästina unterstützen oder dazu wirtschaftlich beitragen.

Ausserdem fordert LO, dass in Norwegen ein rechtliches Verbot solcher Handelsbeziehungen und Investitionen eingeführt wird. Die norwegische Regierung soll sich dafür einsetzen, dass Israel die Besatzung palästinensischer Gebiete und die Blockade Gazas beendet.

Foto: UNISON (vergleichbar der deutschen Verdi) Mitarbeiter:innen in Portsmouth, Grossbritanien

Falls die Besatzung bis September 2025 nicht beendet ist, wird LO darauf hinarbeiten, dass Norwegen eine internationale wirtschaftliche Boykottinitiative startet.

LO hatte sich bereits einige Jahre zuvor wegen der anhaltenden Besatzungspolitik für einen „ökonomischen, kulturellen und akademischen Boykott Israels“ ausgesprochen [2]https://taz.de/Israel-Boykott-in-Norwegen/!5406341/

Mit LO positionert sich ein weiterer nationaler Gewerkschaftsverband eindeutig gegen die Völkermord- und Besatzungspolitik Israels, erklärt sich mit Palästina solidarisch und erwartet spürbare Konsequenzen seitens der eigenen Regierung.

Vor einigen Wochen berichteten wir bereits unter dem Titel: „Trades Union Congress (TUC) untertstützt Palästina Aktionstag in ganz Grossbritanien !“

Es wird einsam um die DGB Funktionäre. Neben den internationalen Gewerkschaftsverbänden - siehe u.a. " Wir stehen für Frieden und Gerechtigkeit  - Erklärung von industriAll",  "International Transport Workers’ Federation (ITF) schließt sich UN nach Forderung für einen sofortigen Waffenstillstand an!", [3]Europäische Gewerkschaften fordern die Aussetzung des Assoziierungsabkommens der EU mit Israel [4] US Gewerkschaften: Keine Fortsetzung der Unterstützung dieser Tragödie  [5]Die Gewerkschaften in den USA brechen ihr Schweigen zu Palästina - nehmen mit dem TUC nun auch alle großen nationalen Gewerkschaftsverbände weltweit eine klare internationalistische Haltung gegen die kriegsverbrecherische Politiik Israels ein und verurteilen den Genozid in GAZA.

Einzelne Gewerkschaften verschiedener Länder gehen weit über die Forderungen nach Waffenstillstand und Aufhebung der Blockade von Gaza hinaus, greifen eigenhändig zu Boykottmassnahmen oder fordern wie die französische CGT oder jetzt der norwegische Verband LO, was in Deutschland die Staatsräson auf den Plan rufen würde, massiv Sanktionen gegen Israel.

Insbesondere die Transportarbeiter:innen weltweit und in Europa von Griechenland über Italien bis Spanien und Irland behinderten immer wieder wirksam die Logistik nach Israel. Wir berichteten von einzelnen dieser Aktionen: Schwedische Hafenarbeitergewerkschaft beschließt Blockade von Kriegsmaterial oder US Hafenarbeiter boykottieren Militärgüter nach Israel !

Die internationale Gewerkschaftsbewegung wurde zum gewichtigen Teil der internationalistischen Friedensbewegung und Palästinasolidarität.

Als einzige Ausnahme von Gewicht hüllt sich der deutsche DGB – trotz vieler friedenspolitischer Initiativen seitens der aktiven Gewerkschaftsbasis – in Schweigen. Die unrühmliche deutsche Geschichte mit dem Holcaust sollte aber gerade Deutsche Gewerkschafter:innen verpflichten, jedem Genozid weltweit entgegenzutreten und Völker- und Menschenrecht in ganz besonderer Weise zu verteidigen.

Titelbild: Collage Peter Vlatten

Keine Waffenproduktion im Wedding

Über 1500 Menschen demonstrierten gegen Aufrüstung in der Hauptstadt

Von Peter Nowak

Bild: Peter Vlatten

Der Rüstungskonzern Rheinmetall gehört zu den Kriegsgewinnern. Mit der militärischen Zeitenwende hat sich der Wert der Konzernaktien vervielfacht. Nun stellt Rheinmetall an mehreren Standorten in Deutschland die Produktion um: Wo bisher zivile Güter produziert wurden, sollen künftig Rüstungsgüter hergestellt werden. So auch im Berliner Ortsteil Wedding bei der Tochterfirma Pierburg.

Doch dagegen regt sich Widerstand. Am Samstag haben circa 1500 Antimilitarist*innen unter dem Motto »Kein Rheinmetall im Wedding« dafür demonstriert, dass Geld für Soziales statt für Rüstung ausgeben wird. Organisiert wurde die Protestaktion von der Weddinger Basisgruppe der Partei Die Linke sowie von zahlreichen kommunistischen und sozialistischen Gruppen, wie der Stadtteilorganisation »Hände weg vom Wedding« und den linken Kleinstparteien DKP und Mera25.

Kein Schild und kein Firmenlogo weist darauf hin, dass das weitläufige Werksgelände zwischen den S-Bahnstationen Gesundbrunnen und Humboldthain zum Rheinmetall-Konzern gehört. Doch in der letzten Zeit sind dort Kameras errichtet worden. Seit bekannt wurde, dass in der Scheringstraße Rüstungsgüter produziert werden sollen, haben die Proteste zugenommen. Schon am 30. April sind rund 850 Menschen anlässlich der antikapitalistischen Vorabendemonstration von »Hände weg vom Wedding« vor das Werksgelände gezogen.

Zahlreiche Initiativen der Palästina-Solidarität waren mit Fahnen und Sprechchören bei der Demonstration am Samstag nicht zu überhören und zu übersehen, was nicht allen Demonstrationsteilnehmer*innen gefallen hat. »Ich hätte mir gewünscht, dass nach außen deutlicher wird, dass es sich um eine antimilitaristische Demonstration handelt«, sagte die Erika, die mit protestierte. Im Aufruf zur Demonstration heißt es: »Auch das israelische Militär setzt Panzerkanonen und Munition von Rheinmetall im Gaza-Genozid ein, bei dem seit dem 7. Oktober 2023 mehr als 62 000 Palästinenser*innen getötet und 1,9 Millionen vertrieben wurden.«

In vielen Redebeiträgen gibt es prägnante Kritik an den Erscheinungen der militaristischen Zeitenwende im Alltag. Ein Aufruf an die Beschäftigten des Werks blieb aber ohne Resonanz. Am Samstagnachmittag waren keine Arbeiter*innen auf dem Firmengelände zu sehen. Vertreter*innen des Sozialistischen Deutschen Studierendenbund (SDS) teilten mit, dass auch an den Hochschulen die Zivilklauseln mißachtet werden und die Forschung an Rüstungsprojekten zunimmt.

Ein weiteres Beispiel für den Alltagsmilitarismus gab eine Demonstrationsteilnehmerin: »Ich habe heute in Berlin-Mitte eine Straßenbahn gesehen, die ganz in Tarnfarben bemalt war. Dort wurde für die Bundeswehr geworben«.

Auch eine Gruppe von Gewerkschafter*innen gegen Militarismus waren mit einen Transparent vertreten. Zu ihnen gehörte Jochen Gester, der sich seit vielen Jahren in der Berliner IG-Metall für Internationalismus und gegen Kriegspolitik einsetzt. Die hohe Teilnehmer*innenzahl und die Präsenz vieler junger Menschen auf der Demonstration sieht Gester als ermutigendes Zeichen, dass Antimilitarismus auch junge Menschen bewegt und keine Generationenfrage ist.

In den nächsten Wochen wird es in der Hauptstadt weitere Gelegenheiten geben, das deutlich zu machen. So wurde in einem Redebeitrag zu Protesten gegen den Veteranentag am 15. Juni aufgerufen. Das Bündnis »Rheinmetall Entwaffnen« warb auf einem Transparent für ihr bundesweites antimilitaristisches Protestcamp, dass in diesem Jahr vom 25. bis zum 28. August in Köln stattfindet. Neben Diskussionsveranstaltungen soll es dort auch wie in den bisherigen Camps in Unterlüss, Kassel und Kiel auch um antimilitaristische Praxis gehen.

Erstpubliziert im nd v. 11.5.2025
ttps://www.nd-aktuell.de/artikel/1191131.militarisierung-berlin-keine-waffenproduktion-im-wedding.html

Wir danken für das Publikationsrecht

Ausgeblendete Opfer des Faschismus

Während der Ausstellung „80 Jahre Kriegsende“ auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor hatte sich auch ein chinesischer Schriftsteller und Analyst mit einem Plakat positioniert, auf dem er auf die Opfer aufmerksam machte, die auch das chinesische Volk im Kampf gegen den Faschismus erbracht hat. Gerade in einer Zeit, in der China als System- und möglicher Kriegsgegner westlicher Politik herangewachsen ist, scheint es uns wichtig, auch auf diese Verbrechen aufmerksam zu machen. Nazideutschland war mit dem faschistischen kaiserlichen Japan im 2. Weltkrieg verbündet. Hier ist die Erklärung die Herr Wang Quingmin verteilt hat. (Jochen Gester)

Bild: Jochen Gester

„80 Jahre seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs – Vergessen wir nie die antifaschistischen Schlachtfelder in Asien! Vergessen wir nie den Widerstandskampf des chinesischen Volkes gegen die japanische Aggression!

1931–1945: Der japanische Imperialismus fiel in die koreanische Halbinsel ein, besetzte die Mandschurei und griff Nord- und Südchina an! Das chinesische Volk und Militär kapitulierten nie und leisteten erbitterten Widerstand gegen die faschistische Aggression Japans!

Die japanischen Invasoren verübten das Massaker von Nanjing, führten Menschenversuche durch die Einheit 731 durch, setzten chemische und biologische Waffen ein und begingen Massengräuel im Rahmen der „Drei-Alle-Politik“ (alle töten, alles verbrennen, alles plündern)! Unzählige chinesische Frauen und Kinder wurden brutal ermordet! Sexuelle Gewalt durch japanische Soldaten war weit verbreitet!

Die chinesische Nationalrevolutionäre Armee, die Kuomintang, die Kommunistische Partei, alle politischen Kräfte und Armeen Chinas haben sich im Widerstand gegen das faschistische Japan vereint, heldenhaft, unnachgiebig und trotzig!

Während des Krieges bekam China Unterstützung von vielen Nationen – den Vereinigten Staaten, der Sowjetunion, Großbritannien, Australien, den Niederlanden, Frankreich, der Tschechoslowakei, den Philippinen, Indien und anderen! Die antifaschistische Allianz kämpfte gemeinsam gegen die faschistischen Achsenmächte unter der Führung Japans und Nazi-Deutschlands!

Das chinesische Volk erlitt unermessliches Leid, über 20 Millionen Menschen verloren ihr Leben, unzählige weitere wurden vertrieben oder starben in der Flucht. Aber am Ende siegte das Recht, und eine neue Ära der Zivilisation, des Friedens, der Menschlichkeit und des Wohlstands begann!

Aufgrund geopolitischer Veränderungen, des Kalten Krieges und des Regimewechsels in China sind die enormen Beiträge der Nation zum antifaschistischen Krieg in Vergessenheit geraten und das tiefe Leid des chinesischen Volkes unter der japanischen Aggression wird übersehen!

Nach dem Krieg war China von Armut und Unruhen geprägt, die Menschen hatten zu kämpfen, während Japan wirtschaftlich florierte und seine Bürger ein langes, komfortables Leben führten. Das ist ungerecht! Japans Kriegsverbrechen wurden nie vollständig aufgeklärt! Kriegsverbrecher entkamen der Justiz!

Japan hat noch keine aufrichtige und dauerhafte Entschuldigung oder Entschädigung für seine Invasion Chinas angeboten. Militaristische und faschistische Elemente bestehen in Japan bis heute fort. Die ungelösten Fragen der Zwangsrekrutierung von Arbeitern aus China, Korea und anderen asiatischen Ländern sowie die Ausbeutung von „Trostfrauen“ (Sexsklavinnen) sind bis heute ungeklärt!

Die Geschichte vergessen heißt, sie zu verraten! 80 Jahre sind vergangen! – Das chinesische Volk wird nicht vergessen! Die Welt darf die Ostfront des antifaschistischen Krieges nicht vergessen! Vergesst niemals die Opfer des Angriffskrieges!

Für Gerechtigkeit und Frieden – niemals vergessen!“

Hier ist der Text im englischen Original:

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