Palästina-Solidarität nicht nachlassen! Freedom Flotilla Coalition plant „nächste Welle“!

Die Waffenruhe birgt die Gefahr, eine gefährliche Illusion zu erzeugen, dass das Leben in Gaza zur Normalität zurückkehrt. Zwar haben die israelischen Behörden und Streitkräfte das Ausmaß ihrer Angriffe reduziert und begrenzte humanitäre Hilfe nach Gaza zugelassen, doch die Welt darf sich nicht täuschen lassen. „Israels Völkermord ist noch nicht vorbei“!

Israel hat den Palästinensern im Gazastreifen durch seinen Völkermord, darunter zwei Jahre unerbittlicher Bombardierungen und systematischer Aushungerung, verheerendes Leid zugefügt. Bislang gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass Israel ernsthafte Maßnahmen ergreift, um die tödlichen Folgen seiner Verbrechen rückgängig zu machen, und keine Beweise dafür, dass sich seine Absicht geändert hat. Im Gegenteil, die israelischen Behörden setzen ihre rücksichtslose Politik fort, indem sie den Zugang zu lebenswichtiger humanitärer Hilfe und grundlegenden Dienstleistungen einschränken und bewusst Bedingungen schaffen, die darauf abzielen, die Palästinenser im Gazastreifen physisch zu vernichten.

Agnès Callamard, Generalsekretärin von Amnesty International vor einem Monat zur brüchigen Waffenruhe in GAZA [1]https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/genozid-in-gazaleiser-und-grausamer-seit-der-waffenruhe-bericht-von-amnesty-international/

Schweigen zu Gaza und Übergang zu „business as usual“ wie es die offizielle Politik gern hätte, ist tödlich. Die Palästinenser:innen brauchen den Blick der Weltöfflichkeit auf das, was in Palästina wirklich geschieht. Internationale Solidarität ist notwendiger denn je.
Vor diesem Hintergrund plant die Freedom Flotilla Coalition ( FFC) gemeinsam mit weiteren globalen Initiativen, ihre Missionen und Aktionen zur Durchbrechung und Beendigung der illegalen Blockade des Gazastreifens durch Israel 2026 fortzusetzen und auszuweiten!

Die Freedom Flotilla Coalition, 2010 gegründet, hat mittlerweile 18 internationale Kampagnen durchgeführt, Dutzende von Booten ausgesandt, um Israels illegale Seeblockade zu durchbrechen. Die Bewegung hat angesichts des Völkermords 2025 gewaltig an Kraft und Bekanntheitsgrad gewonnen. Verstärkt durch die Global Sumud Flotilla und Thousand Madleens to Gaza wurde sie zur Speerspitze einer globalen Basisbewegung zur Beendigung der illegalen Belagerung des Gazastreifens.

Die Initiative schreibt:

Wir betonen, dass die Beendigung des Völkermords durch Israel, die Aufhebung seiner illegalen Belagerung und die Abschaffung des jahrzehntelangen Systems der Apartheid und Besatzung koordinierte internationale Maẞnahmen der Zivilgesellschaft in einem bisher beispiellosen Ausmaẞ erfordern.

Gaza braucht uns jetzt mehr denn je. Die Beendigung der Belagerung durch Israel ist nicht nur eine politische Notwendigkeit, sondern auch eine tiefgreifende moralische Pflicht. Wir werden weiterhin handeln, uns organisieren und aus Solidarität segeln, bis die Palästinenser* innen in Gaza in Freiheit, Würde und Gerechtigkeit leben können.
Spendet jetzt für die nächste Welle!

Thousand Madleens to Gaza kündigt eine neue Flottille von historischem Ausmaß für 2026 an:

(…) Wir werden Israels Kolonialregime keine Ruhe gönnen. Wir haben unseren Genoss*innen in Palästina versprochen: Wir werden Flottillen entsenden, bis Israels illegale Belagerung des Gazastreifens beendet ist, der Völkermord – der nun schon im dritten Jahr andauert – ein Ende findet und das palästinensische Volk endlich in Freiheit und Selbstbestimmung leben kann. Angesichts der unerbittlichen Bombardierungen, des gezielten Aushungerns der Bevölkerung, der Attentate, des Landraubs und des Völkermords am palästinensischen Volk durch Israel bleibt uns keine andere Wahl, als den Kampf fortzusetzen. Die Lage ist heute erdrückend: 58 % des Gazastreifens wurden von Israel annektiert, und 60 % des Westjordanlandes stehen unter vollständiger israelischer Besatzung – beides ist völkerrechtswidrig.

Trotz des sogenannten „Waffenstillstands“ vom 10. Oktober 2025 geht Israels Völkermord unvermindert weiter. Israel hat innerhalb von sieben Wochen mehr als 500 Verstöße gegen das Abkommen begangen und dabei über 350 Palästinenser getötet. Nur 24 % der humanitären Hilfstransporte, die laut Abkommen täglich in den Gazastreifen einfahren sollen, werden zugelassen. Aushungern wird weiterhin als Kriegswaffe eingesetzt. Ein legales Verfahren zur Hinrichtung palästinensischer Geiseln wird institutionalisiert. Zivilisten werden getötet, weil sie eine imaginäre Linie – markiert durch gelbe Blöcke – auf ihrem eigenen Land überschreiten. Diese Linie beraubt Gaza 98,5 % seiner landwirtschaftlichen Nutzfläche. Doch Israels Projekt endet nicht an den Grenzen Palästinas. Israel zieht Grenzen neu und greift Palästina an. Menschen, die Menschenrechte verteidigen, Freiheit und Menschenwürde für alle fordern und Seite an Seite mit denen stehen, die sich der Besatzung widersetzen – Libanon, Syrien, Jemen und Iran –, werden ebenfalls angegriffen. Wir bekräftigen, dass sich die Lage seit dem „Waffenstillstand“ nicht verändert hat, der Völkermord weitergeht und die Zivilgesellschaft der Welt daher ihre Solidarität mit dem palästinensischen Volk verstärken muss.

Angesichts des Gräuels in Israel müssen wir handeln. Die vor wenigen Monaten gestarteten Flottillen – die Globale Sumua-Flottille, „Tausend Madleens“ und die Freedom Flotilla Coalition – haben gezeigt: Wenn sich die Menschen der Welt vereinen, können sie sich aus ihrer Ohnmacht befreien. Gemeinsam sind wir in der Lage, dem Zionismus entgegenzutreten, den israelischen Staat herauszufordern und das Machtgleichgewicht zugunsten freier Menschen zu verschieben. Wir bereiten uns darauf vor, stärker und zahlreicher denn je zurückzukehren, denn Flottillen bleiben ein Mittel verantwortungsvollen internationalen Handelns als Reaktion auf den andauernden Völkermord und ergänzen lokale Aktionen gegen die Rüstungsindustrie sowie gegen Unternehmen und Staaten, die Israels Völkermord finanzieren.

Innerhalb von fünf Monaten brachte „Tausend Madleens“ Tausende von Menschen zusammen, die sich zuvor nicht kannten. Weltweit entstanden 18 nationale Delegationen, die mehr als 300.000 € sammelten! Dieses Geld ermöglichte es uns gemeinsam mit der Freedom Flotilla Coalition, unsere erste Flottille mit 150 Personen aus rund 30 Nationen vorzubereiten, die im September 2025 nach Gaza aufbrach. Wir stellen eine neue, dekoloniale Flotte von historischem Ausmaß zusammen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, so schnell wie möglich 3 Millionen Euro zu sammeln und immer mehr Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen einzubinden. Die Zivilgesellschaft hat uns enorm unterstützt, und Dutzende von Pflegekräften, Seeleuten, Technikern, Juristen, Köchen, Künstlern, Ärzten, Journalisten und Studierenden haben sich uns angeschlossen. Lasst uns unsere Reihen und unsere Basis weiter ausbauen. Zahlreiche politische Organisationen aus der Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und autonomen Gruppen werden uns begleiten. Menschen aus aller Welt, die kämpfen, werden nach Gaza aufbrechen.

Innerhalb von fünf Monaten brachte „Tausend Madleens“ Tausende von Menschen zusammen, die sich zuvor nicht kannten. Weltweit entstanden 18 nationale Delegationen, die mehr als 300.000 € sammelten! Dieses Geld ermöglichte es uns gemeinsam mit der Freedom Flotilla Coalition, unsere erste Flottille mit 150 Personen aus rund 30 Nationen vorzubereiten, die im September 2025 nach Gaza aufbrach. Wir stellen eine neue, dekoloniale Flotte von historischem Ausmaß zusammen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, so schnell wie möglich 3 Millionen Euro zu sammeln und immer mehr Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen einzubinden. Die Zivilgesellschaft hat uns enorm unterstützt, und Dutzende von Pflegekräften, Seeleuten, Technikern, Juristen, Köchen, Künstlern, Ärzten, Journalisten und Studierenden haben sich uns angeschlossen. Lasst uns unsere Reihen und unsere Basis weiter ausbauen. Zahlreiche politische Organisationen aus der Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und autonomen Gruppen werden uns begleiten. Menschen aus aller Welt, die kämpfen, werden nach Gaza aufbrechen.

Weit mehr als eine Flottille, die humanitäre Hilfe bringt – lasst uns das scheinbar Unmögliche erreichen: Lasst uns die neue internationale Bewegung der Völker aufbauen, die Menschenrechte verteidigt, Freiheit und Menschenwürde für alle fordert und Seite an Seite mit denen steht, die sich der Besatzung widersetzen.

Entschlossen, nicht aufzugeben, stechen wir in See für ein freies Palästina.

Jeder kann was tun. Diese Ankündigung verbreiten. Aufrufe unterzeichnen. Spenden! Oder an örtlichen Aktionen beteiligen: gegen Waffenlieferungen, gegen militärische Vernetzung und sonstige Zusammenarbeit mit Israel zur Unterstützung einer Völkdermordpolitik! Du kannst zum Beispiel mitmachen am Berliner Bündnis gegen Aufrüstung und Krieg!

Hier kannst Du FFC direkt  unterstützen und spenden

Activestills – Dokumentation von Leben, Tod und Widerstand in Palästina

Photography exhibition Activestills

13.Dezember/25 bis 14. Februar/26 Öffnungszeiten: Freitags16 – 20 Uhr, Samstags und Sonntags 14 – 20 Uhr

Villa Heike, Freienwalder Str. 17, 13055, Berlin

Eine Ausstellung und ein Begleitprogramm, die Dir Realität, Wahrheit, Empathie und Solidarität vermitteln. Unsere größtmögliche Empfehlung: komm vorbei!

Seit fast zwei Jahrzehnten dokumentiert das Kollektiv Activestills israelische Kolonialgewalt und palästinensischen Widerstand.

Die Ausstellung präsentiert eine visuelle Erzählung, die 20 Jahre umspannt – von den anhaltenden Angriffen auf Gaza über den gegenwärtigen Völkermord und die andauernde ethnische Säuberung in ganz Palästina bis hin zu alltäglichen Momenten der Widerstandsfähigkeit, der Würde und des politischen Kampfes.

Die Ausstellung, die zuletzt im Finnischen Fotomuseum gezeigt wurde, vereint eindrucksvolle Bilder, die dominante Mediennarrative in Frage stellen und palästinensische Erfahrungen, Erinnerungen und Handlungsfähigkeit in den Mittelpunkt stellen. Sie würdigt zudem die wachsende Zahl palästinensischer Journalisten, Fotografen und Medienschaffender, die seit Oktober 2023 getötet wurden, weil sie die Wahrheit vor Ort dokumentierten.

Begleitprogramm:

  • Samstag, 13. Dezember, 19:00 Uhr – Eröffnungspanel: Antikoloniale Kämpfe, Fotografie & visuelle Erzählungen. Moderation: Himmat Zoubi.
  • Sonntag, 14. Dez., 19:00 Uhr – Präsentation des Fotobuchs: Die Auslöschung Palästinas (2025) mit dem Autor und Activestills-Mitglied Ahmad Al-Bazz
  • Freitag, 16. Jan., 19:00 Uhr – Podiumsdiskussion: Dokumentation als Störung – Archivierung und dekoloniale Wissensproduktion
  • Freitag, 30. Jan., 19:00 Uhr – Filmvorführung: Lyd (2023) von Rami Younis und Sarah Ema Friedland
  • Samstag, 14. Feb., 18:30 Uhr – Finissage-Podiumsdiskussion: „Fürsorge vor Liebe“ – Gemeinschaftenübergreifende Perspektiven auf Solidarität und Widerstand

Weitere Informationen und Updates

Wenn der Faschismus kommt

Zwei historische Romane, die in den 1930er Jahren in Hamburg spielen und sehr aktuell wirken

VON CLAUDIA WANGERIN

Wie war es, als der deutsche Faschismus immer mächtiger wurde? Anja Kampmann und Heinz Jürgen Schneider bearbeiten diese Frage unabhängig voneinander in zwei historischen Romanen, die beide im Hamburg der 1930er Jahre spielen. Die beiden kennen sich nicht und erzählen ihre Geschichten in Schreibstilen, die kaum unterschiedlicher sein können. Aber sie könnten sich bei den Recherchen für ihre Romane fast in einem Archiv begegnet sein. Denn intensiv recherchiert haben beide über die faschistische Zeitenwende in Hamburg.

Heinz Jürgen Schneiders Roman »Rote Marine« ist schon im vergangenen Jahr erschienen und wurde wenig zur Kenntnis genommen. Der langjährige Menschenrechtsanwalt hat erst gegen Ende seiner juristischen Tätigkeit literarisch zu schreiben begonnen. Mehr Aufsehen hatte er als Rechtsanwalt erregt, als er 2011 eine Strafanzeige gegen Recep Tayyip Erdoğan, damals noch türkischer Premierminister, wegen Kriegsverbrechen stellte.

Anja Kampmanns Roman »Die Wut ist ein heller Stern« wurde gerade mit dem Hans-Fallada-Preis ausgezeichnet. Die Geschichte der Varieté-Artistin Hedda, die ihre Grundlagen im kommunistischen Arbeitersport gelernt hat und zwischen Glamour und Klassenbewusstsein hin- und hergerissen ist, fasziniert sowohl durch den lyrischen Erzählstil als auch durch die außergewöhnliche Perspektive der Hauptfigur.

Die schwarzen Kaimane, über denen sie auf einer Bühne des »Alkazar«, eines Theaters auf der Reeperbahn, schwebt, sind echt und müssen gefüttert werden – notfalls auch mal mit Ratten. »Der Keiler«, eine immer wieder bedrohlich auftauchende Figur, ist eine Metapher für die Gefahr, vor der Hedda weder ihre alten Freunde aus dem »Rotsport« noch ihren Geliebten schützen kann. Zum Glück aber ihren jüngeren Bruder, den die Nazis wegen seiner Behinderung für lebensunwert halten.

Hedda ist eine zähe und gleichzeitig sensible junge Frau, für die angepasste männliche Karrieristen allesamt »Friedrich« heißen. Die Frauen, deren Lebensziel es ist, an der Seite solcher Männer zu glänzen, nennt sie die »Ritas«. Als die Nazis in der Hansestadt die Macht übernehmen, passt sie sich zum Schein an. Wenn sie innerlich kocht oder vor Angst fast zusammenbricht, spricht sie auch mit innerer Erzählstimme von sich als »die Rita«. Als würde sie einen kontrollierenden Blick auf ihre erzwungene schauspielerische Leistung werfen.

Heddas wachsende Wut wird für sie zum Lebenselixier, während ihre Welt in Zeitlupe zusammenbricht, die Nazis das »Alkazar« übernehmen und ihr älterer Bruder Jaan als Harpunenschmied auf einem Walfänger anheuert – nicht weil er unbedingt für das Reich »die Fettlücke« schließen will, sondern um Geld für die Flucht seiner Geschwister zu verdienen. Denn gut bezahlt sind Heddas Auftritte im »Alkazar« von Anfang an nicht – obwohl sie nebenbei für Geld Sex mit einem reichen Ex-Kolonialverbrecher hat, kann sie sich nicht einmal die Miete für einen echten Rückzugsraum leisten. Die zarte junge Frau, mit der sie ein Zimmer teilt, muss sich sogar hauptberuflich prostituieren und erlebt dabei rohe Gewalt.

Jaan kann das Gemetzel an den Walen kaum mit ansehen, erkennt in ihnen fühlende Wesen und scheint darin auch einen Vorgeschmack auf das Blutbad des Zweiten Weltkriegs zu sehen. An dieser Stelle wechseln die Perspektiven zwischen Bruder und Schwester so schnell, dass Hedda fast telepathische Fähigkeiten zu entwickeln scheint. Naturzerstörung, Faschismus und Krieg: Alles fließt hier in einem albtraumhaften Blutmeer zusammen.

Dagegen bleibt Schneider in seiner Erzählweise in »Rote Marine« sparsam wie Hemingway. Wer beide Romane lesen möchte, sollte mit »Rote Marine« anfangen. Das wäre chronologisch korrekt, da dieser Roman bereits 1931 beginnt. Der Titel geht auf den Namen einer Teilorganisation des Roten Frontkämpferbundes der KPD zurück, deren Aktivisten und Funktionäre sich militant gegen das faschistische Bündnis von Mob und Elite wehrten.

Ohne das Menschliche zu vernachlässigen, bietet Schneider tiefe Einblicke in die Strukturen dieses frühen kommunistischen Widerstands, der beim offiziellen staatstragenden Gedenken gern unterschlagen oder aber mittels der »Hufeisentheorie« diffamiert wird. Schneider selbst spricht bei Lesungen von vier Hauptfiguren, die er paritätisch gewählt habe – allerdings hätten insgesamt fünf Personen das Zeug zur Hauptfigur. Drei Männer und zwei Frauen spielen eine wichtige Rolle.

Beide Frauen, Alma und Anni, sind mit Anfang 20 etwa im Alter von Anja Kampmanns Hedda. Sie tragen auf eigene Art die emanzipatorische Aufbruchstimmung der 1920er Jahre in sich, die ab 1933 brutal eliminiert wurde. Sie übernehmen konspirative Aufgaben für die KPD. Alma als anfangs noch privilegierte Kunststudentin, die damit nicht nur ihre bürgerliche Existenz aufs Spiel setzt, Anni als junge Parteiarbeiterin, die fast überdiszipliniert wirken würde, wüsste man nicht um den historischen Ernst der Lage.

Schneiders männliche Hauptfiguren sind älter, bereits Mitte 30, von der Erfahrung des Ersten Weltkriegs geprägt und nicht zuletzt deshalb Kommunisten geworden. Wesentlicher Teil ihrer Motivation ist ein »Nie wieder«, das anfangs noch keinen Faschismus an der Macht kennt, wohl aber das massenhafte Verheizen junger Männer als Kanonenfutter für die Interessen der herrschenden Klasse. Auch deshalb ist »Rote Marine« im Grunde ein hochaktueller Roman. Eine darin dokumentierte Hitler-Rede, die sonst selten zitiert wird, dürfte ebenfalls für Déjà-vus sorgen.

Heinz Jürgen Schneider: Rote Marine. Tredition,‎ 498 S., geb., 25 €.
Anja Kampmann: Die Wut ist ein heller Stern. Hanser, 496 S., geb., 28 €.

Erstveröffentlicht im nd v. 9.12. 2025
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1196070.literarischer-antifaschismus-wenn-der-faschismus-kommt.html?sstr=Wenn|der|Faschismus

Wir danken für das Publikationsrecht.

Diese Seite verwendet u. a. Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung