ChristmasSoli-Konzert II-TakiMaki for EMERGENCY

Eine besondere Veranstaltung von I-Taki Maki, ein Solidaritätskonzert, um Geld für Emergency zu sammeln. Jede Eintrittskarte stellt eine Spende dar!

Eine beeindruckende künstlerisch musikalische Darbietung in der Vorweihnachtszeit verbunden mit der Möglichkeit gegen die Folgen von Krieg und unterdrückender Gewalt zu spenden!

Samstag 14.12.2024, 20:30 – 23:00 Uhr

Artenschutz Theater, BerlinLüneburger Str. S-Bahnbogen 370, 10557 Berlin

Das in Berlin ansässige Duo I-Taki Maki besteht aus Mimmi am Gesang und Schlagzeug und strAw am Gesang und Gitarre. Typisch für die Band sind ihr minimalistisches Arrangement, die warmen Stimmen und der emotionale Sound. Das 2012 gegründete Alternativ-Indie-Duo bietet eine eindrucksvolle Verschmelzung aus Alternative-Rock, Slow-Core, Post-Punk, und Blues-Einflüssen. Das sechste Album des Duos „Friedhof“ – am 14.12.2023 erschienen – zwingt uns dazu, über das nachzudenken, was wir nicht zu sehen vorgeben. Eine Reise durch Ruinen und Verzweiflung, angetrieben von Hoffnung.

Ticket reservieren, Zahlung nur in Bar vor Ort

EMERGENCY wurde als gemeinnütziger Verein in Italien im Jahr 1994 gegründet, um Kriegs- und Minenopfern Hilfe in Form von medizinischer Behandlung und Rehabilitation zu leisten.

Piraten und Zwangsarbeiter

Die Edelweißpiraten, die sich dem NS widersetzten, gehören zur liberalen Erinnerungskultur Kölns. Überdeckt wird damit aber eine andere Geschichte

Von Felix Klopotek

Bild: Wandgemälde in Köln-Ehrenfeld- Wikimedia

Die Gegend um den Kölner Bahnhof Ehrenfeld ist eine der beliebtesten Ausgeh- und Partymeilen der Stadt. Ein halbes Dutzend Clubs sind fußläufig zu erreichen, Bars, Imbisse und Foodtrucks säumen die Straßen. Im gegenüber vom Bahnhof liegenden »Kebapland« hat Moderator und Comedian Jan Böhmermann zu Mittag gegessen, was dem Laden einen bis heute anhaltenden Hype beschert. In Ehrenfeld fühlen sich die Kölner dem Berliner Nachtleben besonders nah, obwohl hier, recht besehen, nichts nach Großstadt aussieht.

Vor achtzig Jahren fand direkt am Bahnhof ein Nazi-Verbrechen statt. Öffentlich erhängte hier die Gestapo frühere Mitglieder der Kölner Edelweißpiraten, die sich in einer Ehrenfelder Bande organisiert und sich Schießereien mit der Gestapo geliefert hatten. Es dauerte Jahrzehnte, bis dieses Ereignis Teil der Kölner und darüber hinaus der deutschen Erinnerungskultur wurde. Edelweißpiraten und insbesondere die Ehrenfelder Gruppe galten als Kriminelle, nicht als widerständige, rebellische, antinazistische Jugendliche.

Erst vor zwanzig Jahren hat sich das Blatt gewendet: Nicht nur ist die Straße vor dem Bahnhof nach einem der ermordeten Jugendlichen benannt – nach Bartholomäus »Barthel« Schink –, vor allem ist es ein riesiges, buntes Wandbild, Motive aus dem Leben und Strophen aus Liedern der Edelweißpiraten zitierend, das fester Bestandteil der liberalen kölschen Folklore und obligatorisches Ziel von Stadtteil-Führungen ist. Aber die Geschichte ist unvollständig und das weit verbreitete Geschichtsbewusstsein verkürzt. Provokant gesagt: Man nimmt in Köln und weit darüber hinaus das Erbe der Edelweißpiraten gerne an, um sich mit einer anderen Geschichte nicht auseinanderzusetzen.

Das Erbe der Edelweißpiraten

Tatsächlich gab es eine rebellische – wenn auch kleine – Jugendkultur im Nationalsozialismus, die sich nicht unterkriegen ließ, die sich als immun gegen den Terror der Indoktrinierung durch die Hitler-Jugend erwies und später, insbesondere in der Endphase des Krieges, sogar zu offensiven Widerstandsaktionen überging. Die Kölner Edelweißpiraten inspirierten Historiker, sich in anderen Städten umzusehen: Edelweißpiraten gab es auch in Duisburg und Wuppertal, in Düsseldorf waren es Kittelbachpiraten, im Ruhrgebiet hießen sie Navajos und in Leipzig waren die Meuten unterwegs. Es waren Kinder und Jugendliche aus der Arbeiterklasse, viele kamen aus einstigen kommunistischen Familien, auch ein Bezug zur bündischen Wanderjugend der 1920er Jahre lässt sich nachweisen. Die Gruppen entstanden spontan und unabhängig voneinander, die Jugendlichen organisierten sich selbst ohne Kader- oder Rädelsführerstruktur. Eine Verbindung zu kommunistischen Zellen im Untergrund gab es erst 1943/44.

Das ist eine faszinierende Geschichte, ohne Zweifel, und noch heute empört es, dass die Überlebenden so lange um ihre Anerkennung als Antifaschisten und Widerstandskämpfer ringen mussten, so lange gegen das Stigma ankämpfen mussten, Kleinkriminelle und verwahrloste Obdachlose gewesen zu sein. Vom Tisch ist die Sache freilich nicht. Im Bundestag ließ die AfD bereits anfragen, ob in den KZs nicht auch gewöhnliche Kriminelle inhaftiert waren – das seien ja wohl keine Opfer des NS. Diese Sichtweise wurde von allen anderen Fraktionen entschieden zurückgewiesen. Aber man darf getrost davon ausgehen, dass eine weiter erstarkende AfD, die auch kulturpolitisch größeren Einfluss gewinnen wird, immer wieder diese Frage stellen wird. Übrigens: In den 1980er und 90er Jahren waren es in Nordrhein-Westfalen Landesregierungen unter SPD-Führung, die den Edelweißpiraten die Anerkennung versagten und am Narrativ festhielten, diese seien eigentlich unpolitisch und kriminell gewesen.

Aber welcher Teil Geschichte wird nicht erzählt? Dirk Lukaßen, der den Museumsdienst des Kölner NS-Dokumentationszentrums leitet und die vielen Führungen und Workshops zu den Edelweißpiraten koordiniert, zeigt es an einem Beispiel. In Publikationen, sagt er, seien bis heute Fotos vom 10. November zu entdecken, deren Bildunterschrift auf die Edelweißpiraten verweisen. Dabei erkenne man doch sofort, dass darauf nicht nur Jugendliche zu sehen seien.

Wofür wurde man gehängt?

Die Mordaktion richtete sich nicht gegen die 1944 bereits weitgehend zerschlagenen Edelweißpiraten, sondern explizit gegen die »Ehrenfelder Gruppe« um den entflohenen KZ-Häftling Heinz Steinbrück, der in den Trümmern Kölns Deserteure, Zwangsarbeiter, untergetauchte Juden um sich versammelte – und eben auch versprengte Edelweißpiraten. Es war zunächst eine Überlebensgemeinschaft, die sich nach und nach in einen regelrechten Partisanenkampf mit der Gestapo hineinsteigerte. Um es klar zu sagen: Niemand ist gehängt worden, weil er Edelweißpirat war. Erst als sich die Jugendlichen mit Zwangsarbeitern und Deserteuren zusammentaten, als sie Kontakt zu kommunistischen Zellen aufnahmen und schließlich SA- und Gestapo-Schergen erschossen, traf auch sie der volle Terror des Nazi-Apparates.

Erst als sich die Jugendlichen mit Zwangsarbeitern und Deserteuren zusammentaten, traf auch sie der volle Terror des Nazi-Apparates.

Gerade die Situation der Zwangsarbeiter, erst recht in der Endphase des Krieges, ist in der Öffentlichkeit viel zu wenig bekannt, meint Lukaßen. Nach den verheerenden Bombardements entvölkerte sich Köln rasant, 1944 standen weniger als 200 000 Kölnern 100 000 Zwangsarbeiter gegenüber. Die Angst vor ihrer Rache nach all den ihnen zugefügten Qualen war groß. Die Gestapo rechnete mit Aufständen. Zwangsarbeitern drohte bei Abweichung deshalb nicht, wie den Edelweißpiraten, der Jugendknast, sondern die Todesstrafe. Von ihrem Widerstand, ihrem Hass auf die Nazis und die Deutschen, ihren Ausbruchsversuchen und dem Überlebenskampf weiß man in der Öffentlichkeit immer noch zu wenig. Für die Gestapo und die SS, die nach dem Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 de facto die zivile Verwaltung übernahm, verlief die Front auch im Inneren, also quer durch Köln. Zwangsarbeiter, obdachlose Jugendliche, geflohene Lager-Häftlinge, Deserteure und ein kommunistischer Untergrund, der in der Paranoia der Nazis wohl als größer imaginiert wurde, als er tatsächlich war, sorgten bei der Gestapo für eine »Wir oder die«-Stimmung. Als ihr Katalysator wirkt der beschleunigte Zerfall aller sozialen und zivilen Strukturen. Die Leute aus der Ehrenfelder Gruppe schossen auf die Gestapo-Offiziere nicht aus strategischen Erwägungen, sondern weil sie nichts mehr zu verlieren hatten.

Das volle Ausmaß des Terrors

Die Führungen, die das NS-Dokumentationszentrum heute veranstaltet, wollen das Bewusstsein für diese Lage schärfen, für den extremen Terror, den das Regime gerade in seiner Endphase entfachte und der bis zum Zusammenbruch der Kriegsfront vor allem die Zwangsarbeiter traf. Sicher, immer noch ist der Kölner Volksgarten ein zentraler Ort dieser Führungen: In dessen Rosengarten trafen sich bis zur großen Razzia im Dezember 1942 die Edelweißpiraten. Etwa 200 Jugendliche haben sich hier Abend für Abend versammelt, so zwischen 15 und 18 Jahre alt, darunter viele Mädchen. Sie waren auf sich gestellt: die Väter im Krieg oder schon gefallen, ausgebombt und obdachlos. Sie waren auf sich gestellt – und wollten das auch bleiben. Anstatt auf Hilfeleistungen der von den Nazis organisierten Sozialwerke zu warten, entschieden sich viele von ihnen für Einbrüche und Diebstähle. Mit HJ-Mitgliedern lieferten sie sich regelmäßig Scharmützel. Auch wenn Politik im klassischen Sinn nicht im Vordergrund stand, ging es ihnen darum, sich Freiräume zu erkämpfen, ohne Nazi-Propaganda und ohne Drill. Sie wollten, ganz einfach, nicht mitmachen. Trotzdem meldeten sich Edelweißpiraten später freiwillig zur Wehrmacht. Das ist die – heute – bekannte Seite der Geschichte.

Aber danach geht die Führung des Dokumentationszentrums weiter zur ehemaligen Gestapo-Zentrale, dem »El-De Haus« (nach den Initialen des Bauherrn: Leopold Dahmen). Dort geht es zu den Zellen im Keller, eng, stickig, schon für zwei Leute ist so eine Zelle zu klein. Im letzten Kriegsjahr pferchte die Gestapo zwanzig Leute und mehr in diese Löcher: Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene, politische – meist kommunistische – Häftlinge. Ab November 1944 begann eine grauenhafte Hinrichtungsroutine, zwei Gefangene pro Tag, einfach um die Zellen leer zu bekommen. Die Gestapo-Leute haben über die Hinrichtungen selbstherrlich entschieden, den Galgen im Innenhof improvisierten sie.

Man muss vorsichtig sein mit allgemeinen Deutungen, allein schon weil das Chaos in den letzten Kriegsmonaten zu groß war. Was man festhalten kann: Die mörderische Volksgemeinschaft blieb bis zuletzt intakt. Die Gestapo war in Köln überraschend dünn besetzt, nur wenige Dutzend Beamte. Sie waren auf Denunziationen aus der Bevölkerung angewiesen, deren Strom nicht versiegte. Angesichts ihrer zerstörten Städte, der näher rückenden Front und der zunehmenden Masse der Zwangsarbeiter reagierten die Volksgemeinschaft und ihre Exekutoren panisch. Der Terror, den sie dabei ausübten, war maßlos.

Erstveröffentlicht im nd v. 7/8.12 2024
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1187347.edelweisspiraten-piraten-und-zwangsarbeiter.html?sstr=Piraten|und|Zwangsarbeiter

Wir danken für das Publikationsrecht.

Breite Empörung über den Ausschluss von Ramsis Kilani aus der Partei Die Linke

Manche hatten es erwartet, einige befürchtet, andere wollten es bis zum letzten Augenblick nicht wahrhaben. Ramsis Kilani wurde aus der Partei Die Linke ausgeschlossen. Obwohl die Schiedskommission (um kein juristisches Eigentor zu schießen) einräumen musste, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe des „Antisemitismus“ unhaltbar sind. Was Ramsis Kilani fordert ist nichts anderes als die generelle Einhaltung von Menschenrecht und Völkerrecht. Das gilt für ihn eben nicht nur für Israel:innen und Jüd:innen, sondern in gleicher Weise auch für Palästinenser:innen und Muslim:innen. Und er nennt – vollkommen in Übereinstimmung mit den meisten internationalen Rechtsinstitutionen und Menschenrechtsorganisationen – das Vorgehen des israelischen Staates in Gaza Völkermord und im Westjordanland ein unrechtmäßiges Besatzungsregime. Wer Israels Regime rechtfertigt oder dazu auch nur stillschweigt und hierbei Unterschiede zwischen den Rechten von Israel:innen und Palästinser:innen konstruiert, ist diesbezüglich nichts anderes als ein Rassist, unterstützt neokoloniale Vorherrschaft und räumt linke Grundsatzpositionen.

Kilani hat immer wieder betont: für ihn gelten Menschenrechte, zu denen nicht zuletzt auch die sozialen Rechte gehören, universell. Ganz anders eine Gruppe innerparteilicher Widersacher, die mutmaßlich als sogenannte „Antideutsche“ vom Zionismus beeinflusst, die Politik Israels zu rechtfertigen bzw. zumindest zu beschönigen oder zu relativieren und grundsätzliche Kritik daran ganz im Sinne der Staatsräson zu diffamieren versucht. Katina Schubert von der Schiedskommission postet zwar, dass Palästinasolidarität beim Ausschluss keine Rolle gespielt habe, Fakt ist aber, dass Kilani genau deshalb ins Fadenkreuz von Hetze und Verleumdungen geraten ist.

Kilani klagte von Anfang an die Bundesregierung wegen ihrer bedingungslosen Unterstützung der israelischen Politik der Beihilfe und Mittäterschaft an. Diffamierung und Repression gegen die Kritiker der deutschen Staatsräson deckte Kilani schonungslos auf. Angesichts der unzähligen dokumentierten und öffentlich verfolgbaren von Israel begangener Gräuel nehmen nun auch immer mehr Stimmen in der Gesellschaft bis zur links liberalen Mitte die Positionen von Kilani ein. So Amnesty International Deutschland [1]https://www.instagram.com/p/DDPkshlK3gH/?igsh=bGI3aHNjd3U2M29p in seiner jüngsten Stellungnahme oder Jung & Naiv [2]https://youtu.be/WZHXl5R5yzo?si=p-2VC4_gdslfPwUu).

Die Schiedskommission, die Kilani aus der Partei warf, entzieht sich mutmaßlich weitgehend dieser inhaltlichen Diskussion und begründet – vorerst nur mündlich – den Rauswurf damit, daß er durch die auf ihn gerichteten Hetzkampagnen dem Ansehen und der Zusammenarbeit der Partei mit anderen schade.

Mera 25 zu dieser abstrusen Begründung :

Die Logik der Schiedskommission: Ramsi ist kein Antisemit. Aber die mediale Hetzkampagne gegen ihn schadet der Partei. Diese Logik kann auf jede Linke Position angewendet werden und ist eine komplette Kapitulation!

Richtig. Keine Linke Position ist vor bürgerlichen Hetzkampagnen gefeit. Wer dies vermeiden will, muss seine gesamte linke Agenda räumen.

Schon im Vorfeld des Verfahrens warnten wir vor Illusionen. [3] https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/ein-angriff-auf-die-gesamte-parteilinke/

Der bestimmende Teil im Parteikader schwimmt nach wie vor im Kielwasser von „Zeitenwende“ und „Staatsräson“. Dass sich der rechte Parteiflügel soweit aus der Deckung wagt, zeigt – insbesondere in Berlin – die realen Machtverhältnisse

Kilani war und bleibt unbequem für eine Partei, deren Fraktion sich geschlossen der Stimme enthielt, als vor kurzem im deutschen Bundestag eine Resolution verabschiedet wurde, die jeden Kritiker von Israel mit der Möglichkeit des Vorwurfs des Antisemitismus und mit staatlichen Repressionen bedroht.

Der Parteiausschluß geht nun einen Schritt weiter. Die Partei erstarrt nicht nur im Stillschweigen mit kritischen Randnotizen zum Unrecht, sondern bietet sich selbst zum Vollstrecker an. In der illusionsbeladenen Hoffnung, dafür den bürgerlichen Ritterschlag zu erhalten und am Katzentisch der Macht naschen zu dürfen.

Ramsis selbst betont. Diese Schiedskommission spricht nicht für die gesamte Partei. Es gibt ganz viele Genoss:innen, die sich voll und ganz gegen jede Form von sozialem Unrecht, gegen Krieg und Unterdrückung abrackern.

Nichts destotrotz. Der Fall wird die Spreu vom Weizen trennen. Es gibt kaum ein Wenn und Aber, sich wieder wegzuducken und seine Stimme nicht zu erheben. Und ein schweigender Parteivorstand sagt mehr als tausend Worte .

Rede von Ramsis Kilani nach seinem Parteiausschluss

Stellungnahme zum Ausschluss aus der Partei Die Linke

von Ramsis Kilani

Heute hat mich die Landesschiedskommission der Linken

Heute hat mich die Landesschiedskommission der Linken Berlin auf Antrag von Katina Schubert und Martin Schirdewan mit sofortiger Wirkung aus der Partei ausgeschlossen.
Dazu nehme ich wie folgt Stellung:
Obwohl in der Anhörung die Anklagepunkte widerlegt wurden, wurden dieselben substanzlosen Unterstellungen als Begründung für den Ausschluss wieder mit herangezogen und die Entkräftigungen ignoriert.
Ein zentrales Argument für den Ausschluss war, dass es eine mediale Kampagne gäbe, infolge derer Institutionen die Zusammenarbeit mit der Linken wegen meiner Aktivitäten in der Palästina-Solidarität infrage gestellt hätten.
Auch wenn mir in der mündlichen Urteilsbegründung bescheinigt wurde, dass mir kein Antisemitismus vorzuwerfen sei und dass ich der Linken keinen vorsätzlichen Schaden zugefügt hätte, wurde ich mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen.

Dass der Urteilsspruch damit hinter die jüngste Entscheidung des Internationalen Strafgerichtshof zurückfällt, ist ein Armutszeugnis für eine linke,
internationalistische Partei. Er schadet uns allen im Kampf für universelle Menschenrechte.
Ich danke allen, die sich in den letzten Wochen innerhalb wie auẞerhalb der Linken mit mir solidarisiert haben und sich der Gefahr von medialer Diffamierung ausgesetzt haben. Mit ihrer Anwesenheit auf der Kundgebung vor dem Schiedsverfahren, haben mir viele gezeigt, dass ich nicht allein bin. Dafür vielen Dank.
Ich werde auch weiterhin alles tun, mit den Genoss*innen innerhalb und auẞerhalb der Linken die Solidaritätsbewegung mit Palästina aufzubauen. Die Waffenlieferungen für Israels Völkermord in Gaza müssen beendet werden. Menschenrechte sind unteilbar- das ist mehr als ein,schöner Traum‘. Lasst uns gemeinsam dafür einstehen.

In der mündlichen Begründung wurde zeigte sich die politische Motivation der Schiedskommission. Mein Argument, alle Menschen sollten gleiche demokratische Rechte haben, egal ob sie jüdisch, muslimisch oder atheistisch seien, wurde als ,,schöner Traum“ abgetan.
Die Landesschiedskommission ist damit der Logik der bedingungslosen Unterstützung des Staates Israels gemäẞ der deutschen Staatsräson gefolgt und hat diese über das Existenzrecht und die Gleichberechtigung palästinensischer Menschen gestellt.
Die aktuelle Entwicklung des Massenmordes an der palästinensischen Zivilbevölkerung, die inzwischen auch von Amnesty International als Genozid bestätigt wird, spielte bei der Beurteilung des Kontextes meiner Aussagen keine Rolle.
Mein Ausschluss ist sachlich und politisch nicht zu rechtfertigen.

Stellvertretend für viele weitere Kommentare. Bittere eindringliche Worte von Zoë Claire Miller:

Ihr werdet mit dieser Linie so gut wie alle nicht-biodeutschen Wählerinnen verlieren, sowie alle deutschen Linken, deren Blick auf die Welt etwas internationalistischer ist. Die sich der Meinung der globalen Mehrheit anschlieẞen, was Völkerrecht, Ethik, Rückgrat angeht.
Martin, Katina, Jana, Fabian, Delia, denkt bitte bloss nicht, Ihr tut/bewirkt dies Juden und Jüdinnen zuliebe (siehe Anhang) – Ihr knickt stattdessen vor einem besonders deutschen Format der Hetzkampagne ein, die heute noch vorrangig auf Palästinenser.innen, Araber:innen, Muslim:innen, linken Juden und Jüdinnen fokussiert – aber gerade durch solche Erfolge wie der, die Ihr sie heute gönnt, sich noch massiv auf andere, insbesondere Linke ausweiten wird.
Ihr habt den Schuss nicht gehört, wie Schade, für Euch, für Deutschland, aber vor allem für diejenigen, die jetzt am dringendsten Solidarität benötigen und verdienen.

Quellen, Bilder und Video: IG Account von Ramsis Kilani. Es wird zur Weiterverbeitung aufgefordert.

Titelbild, Collage Peter Vlatten

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