US Automobil Gewerkschaft verurteilt das Vorgehen von ICE und der Trump Administration und solidarisiert sich mit den Menschen in Minnesota

Erklärung des UAW-Präsidenten Shawn Fain zur Tötung von Alex Pretti

Shawn Fain betont in seinem Statement vom 28. Januar, dass die Trump Regierung an den elementaren Rechten der Beschäftigen rüttelt, für ihre Interessen einzutreten und zu kämpfen! Dagegen müssen Gewerkschafter:innen sich zur Wehr setzen.

Die UAW steht in Solidarität mit der Familie und den Angehörigen unseres gefallenen Gewerkschaftskollegen Alex Pretti und allen, die sich in Minneapolis und darüber hinaus für Gerechtigkeit einsetzen. Alex Pretti war Intensivpflegekraft im Minneapolis Veterans Affairs Hospital und Mitglied der AFGE Local 3669. Er war ein Gewerkschaftskollege und tat das, was UAW-Mitglieder ständig tun – er folgte einem Aufruf zur Solidarität und übte seine verfassungsmäßigen Rechte aus. Dafür wurde er auf der Straße getötet. Unsere Gewerkschaft trauert um seinen Verlust und unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seiner Gewerkschaft und seiner Gemeinschaft.

Als stolze Gewerkschafter schätzen wir unsere verfassungsmäßigen Freiheiten. Das Recht auf freie Meinungsäußerung und das Recht auf Protest sind zentral für das, was wir als Amerikaner und als Gewerkschaftsmitglieder sind. Die Tötung friedlicher Demonstranten wie Alex Pretti bedroht unsere Rechte und unsere Verfassung.

In solchen Momenten darf die Arbeiterbewegung nicht schweigen. Die Gewerkschaften in Minnesota handelten letzten Freitag, den 23. Januar, durch die Teilnahme an einem Generalstreik und protestierten quer durch die Straßen. Wenn das Recht zu protestieren oder sich frei zu äußern angegriffen wird, sind auch unsere Rechte als Arbeiter nicht sicher. Unsere Freiheit zu streiken oder auf einer Streikpostenkette zu stehen, um ein besseres Leben zu erreichen, könnte bedroht sein.

Zwei Tage zuvor hatte die UAW Führung ihre Solidarität mit dem Generalstreik und den Menschen in Minnesota erklärt, einschließlich mit „Hunderten von UAW-Mitgliedern, die sich erheben und gegen die Missbräuche und Angriffe der Bundesregierung auf die Arbeiterklasse wehren.“

Die UAW steht für Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und Menschenwürde, unabhängig davon, wo man geboren wurde, welche Sprache man spricht oder welche Hautfarbe man hat. Wir werden keine Regierung tolerieren, die die verfassungsmäßigen und menschlichen Rechte der Arbeiter angreift.

Es ist die Arbeiterklasse, die die Gesellschaft am Laufen hält, und es ist die Arbeiterklasse, die sie notfalls zum Stillstand bringen kann. Am 23. Januar werden die Arbeiter in Minnesota diese Macht demonstrieren, und die UAW steht hinter ihnen.

eigene Übersetzung, Titelfoto UAW

«Die Stimme von Hind Rajab»: Notruf eines Kindes bis in den Tod

«Die Stimme von Hind Rajab» ist ein Spiel- und Dokumentarfilm-Drama, das uns hautnah und authentisch die letzten Stunden der 5-jährigen Palästinenserin Hind Rajab miterleben lässt.

Rajab wurde Anfang 2024 während einer Militäraktion von der israelischen Armee im Gazastreifen getötet. In ihrer Not telefonierte die kleine Palästinenserin mit Mitarbeiter:innen der Hilfsorganisation Palästinensischer Roter Halbmond (PRCS), die versuchten, das Kind zu beruhigen und dessen Rettung zu organisieren. Rajabs letzte Worte, die aufgezeichnet wurden, fanden weltweit mediale Beachtung. Sie wurden zu einem erschütternden Zeugnis des Krieges in Gaza.

Über dreieinhalb Stunden dauerte das Telefongespräch zwischen der fünfjährigen Hind Rajab und der Notrufzentrale des Roten Halbmonds.. Im Norden von Gaza harrt sie nach Beschuss durch die israelische Armee als einzige Überlebende in einem Auto zwischen den Leichen ihrer Familienmitglieder aus.

Durch Recherchen der Washington Post konnten die realen Ereignisse des 29. Januars bereits im April 2024 rekonstruiert werden. In einem Bericht der UN-Untersuchungskommission vom September 2025 wurde der Tod von Hind Rajab als beispielhaft dafür genannt, wie Zivilisten in Gaza vorsätzlich und brutal durch die israelische Armee getötet würden.

Die Originalaufnahmen des Telefonats nutzte die tunesische Regisseurin Kaouther Ben Hania als Grundlage für ihren Film. Die Augsburger Allgemeine schreibt: „Hania verzichtet hier umsichtig auf zusätzliche Emotionalisierungen etwa durch verstärkende Musik. Vielmehr richtet sie den Blick auf die verzweifelte Ohnmacht der Menschen, die helfen wollen, aber in der übermächtigen Logik des Krieges keine Handlungsspielräume mehr haben.“ Das Dilemma: Der Einsatz der Sanitäter muss durch die israelische Armee erst freigegeben werden, obwohl diese Hind Rajab in wenigen Minuten erreichen könnten. Die Freigabe erfolgt nicht. Helfen ohne Freigabe kann der sichere Tod der Helfer sein.

Ganz anders als die Augsburger Allgemeine der Tenor der überwiegend zionistisch beeinflussten Presse wie der Berliner Tagesspiegel, der den Film, der diese barbarische Maschinerie der Isrealischen Armee schnörkelos dokumentiert, unter dem Titel „Ist das Kunst oder Propaganda?“ zu verreißen versucht.

Zeitgleich zur Veröffentlichung des UN-Berichts feierte «Die Stimme von Hind Rajab» Premiere bei den Filmfestspielen von Venedig und gewann dort vergangenen September den Silbernen Löwen und Grossen Preis der Jury. Aktuell ist der Film für den Oscar in der Kategorie bester internationaler Film nominiert.

Friedrich Merz wollte nach Verkündung eines brüchigen Waffenstillstandes die öffentliche Debatte um das Vorgehen von Israel in Gaza für beendet erklären. Es gebe keine Gründe mehr zu protestieren und für Palästina auf die Straße zu gehen.

Der Film ist ein nicht zu unterschätzender Beitrag, die intensiven Versuche zu durchbrechen, über Gaza und die dort immer noch erfolgenden Kriegsverbrechen durch die israelische Armee einen Mantel des Schweigens zu legen und zu „bussinees as usual“ zurückzukehren.

Schaut euch diesen Film an. Er läuft seit einigen Tagen in den deutschen Kinos. In Berlin in fast allen Kiezen. Am Besten ihr geht mit Euren Freund:innen, Kolleg:innen und Nachbar:innen zusammen. Möglichst auch solchen, die immer noch nicht wahrhaben wollen, was da abgeht in Palästina. Der Film kann Augen öffnen.

ARI is back!

Berlin – Feierliche Enthüllung: Willkommen zu Hause zurück, Friedensstatue Ari 

Von SABINE SCHEFFER

Am 17. Oktober 2025 entführten 30 Polizisten in Kampfanzügen die Friedensstatue Ari von ihrem Platz im öffentlichen Raum in der Moabiter Birkenstraße. 

Mit einem schwarzen Sack über dem Kopf, so erzählen es die Frauen vom Korea Verband e. V., die seit vielen Jahren für ihre Ari, die Bronzestatue einer Trostfrau kämpfen.

Ari ist eine kleine, junge Frau mit asiatischen Gesichtszügen, die auf einem Stuhl an einer Berliner Straßenkreuzung sitzt. Ein zweiter leerer Stuhl neben ihr lädt alle Menschen, die vorbeikommen, zum Hinsetzen, Innehalten und Gedenken ein. 

Die Friedensstatue Ari wurde 2020 von der AG Trostfrauen im Korea Verband öffentlich aufgestellt, um das Thema sexualisierte Gewalt in das Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken. 

Die Statue erinnert an über 200.000 Mädchen und Frauen aus 14 Ländern, die vom japanischen Militär während des Asien-Pazifik-Krieges als sogenannte Trostfrauen sexuell versklavt wurden. 

Ähnliche Friedensstatuen sind weltweit aufgestellt. Der japanischen Regierung gefällt das nicht. 

In Berlin traf das grüne Bezirksamt die Entscheidung, die Statue 2025 abräumen zu lassen. Begründet wurde dies vom Amt mit dem Hinweis, dass private Kunstobjekte im öffentlichen Raum lediglich eine zeitlich befristete Genehmigung zur Aufstellung  erhalten können und dann verschwinden müssen. Die Genehmigung läuft nach zwei Jahren ab. Ari hatte fünf Jahre an ihrem öffentlichen Platz gesessen, nahe dem kleinen Trostfrauenmuseum des Korea-Verbandes.

Der Verband vermutet, dass der Druck, den die japanische Regierung regelmäßig ausübt, die Entfernung verursachte. 

Sicher ist, dass Tokio bei der Bundesregierung, dem Berliner Regierenden CDU Bürgermeister Kai Wegner und der grünen Bezirksbürgermeisterin Protest einlegte.

Am 22. Januar 2026 feierte die AG Trostfrauen die Rückkehr von Ari mit einer festlichen Enthüllung. 

Allerdings steht das Denkmal nun nicht mehr auf öffentlichem Grund, sondern auf Privatgelände. Ari sitzt nun in der Nähe des alten Standortes auf dem Gelände des Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U) in Moabit. 

Mit der Veranstaltung “Wir sind alle Ari – Willkommen zu Hause zurück!” betonte der Korea-Verband auch, das alle Unterstützer*innen weiter für den langfristigen Erhalt der Friedensstatue und ihre Rückkehr in den öffentlichen Raum kämpfen. 

siehe auch Fotogalerie von Joachim Gester zum Thema „Ari muss bleiben!“ anlässlich der geplanten Abräumung der Friedensstatue im August 2024

ARI muss bleiben!

https://r-mediabase.eu/ari-muss-bleiben/embed/#?secret=OOdwV1xp7H

Erstveröffentlicht auf r-mediabase
https://r-mediabase.eu/wir-alle-sind-ari-willkommen-zu-hause-zurueck-die-friedensstatue-ari-kehrt-zurueck/

Wir danken für das Publikationsrecht.

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