Aufruf K70+: Wir verweigern uns der Militarisierung!

Köln Dezember 2025

In Köln haben politisch wachsame und friedensbewegte Menschen über 70 einen Aufruf verfasst, der eine ideale Ergänzung zur laufenden Kampagne der jungen Generation gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht ist. Sie kämpfen gegen eine Zukunft, die nicht die ihre ist und erhalten so von uns Älteren sichtbare Unterstützung. Es ist höchste Zeit für eine „Große Verweigerung“. Über die massenhafte Verbreitung und Unterzeichnung dieses Aufrufs würden wir uns sehr freuen. (Jochen Gester)

Bild: Jochen Gester

Gegen Militarisierung und Kriegsdienst

Wir sind Kriegs- und Nachkriegskinder des Zweiten Weltkrieges. Wir sind 70 Jahre und älter und viele von uns sind noch durch
Trümmerlandschaften gelaufen. Sie waren Ergebnis eines Krieges, den Deutschland mit dem Schlachtruf „Angriff ist die beste
Verteidigung!“ begann und 1941 auch nach Russland trug. Am Ende kostete er über 60 Millionen Menschen das Leben.
Ist das vergessen?

Wir sind entsetzt über die Leichtfertigkeit, mit der heute eine beispiellose Aufrüstung betrieben und über einen europäischen
oder sogar Welt-Krieg phantasiert wird, für den die Gesellschaft „kriegstüchtig“ gemacht werden soll. Wir halten dagegen
fest: der Krieg ist nicht „die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“. Das mag für diejenigen gelten, die im (vermeintlich)
sicheren Bunker Befehle erteilen. Für die anderen, für die, die getötet werden, Zuhause oder auf dem Schlachtfeld, ist der
Krieg die Fortsetzung der Unmenschlichkeit mit brutalstmöglichen Mitteln.

Schon jetzt haben die Kriege um die Ukraine und um Gaza Hunderttausende massakriert und ganze Regionen dem Erdboden
gleichgemacht. Unter dem verlogenen Schlachtruf der „(Selbst-)Verteidigung!“ werden Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen
die Menschlichkeit und unsägliches Leid nicht beendet, sondern durch immer neue Waffengänge weiter und weiter getrieben.
Dabei geht es den Kriegsherren um Macht, Ressourcen und Profite, nicht um Demokratie, Freiheit oder gar ein gutes Leben
für alle.

Wir stellen fest:
Wer angesichts der stattfindenden und der drohenden Kriege behauptet, Frieden und Friedensdiplomatie seien unmöglich,
begeht ein Verbrechen. Wer behauptet, Aufrüstung sei alternativlos, ist dumm oder lügt.

Schon jetzt, im Vorkrieg, wird viel zu vieles dem Aufrüstungskurs geopfert:

Ehrlichkeit, soziales Miteinander, Rechte von Frauen und queeren Menschen, Solidarität mit den Schwächeren, Gleichberechtigung
von Zugewanderten, Kunst und Kultur und am Ende Umwelt und Natur.

Im Krieg wird alles geopfert:
Hunderttausende Menschen, Städte und Dörfer. Was bleibt ist verbrannte Erde.

Wir verweigern uns der Militarisierung
Gegen Aufrüstung und jeden Krieg
Abrüsten – noch ist Zeit
Wir wollen nicht, dass unsere Kinder und Enkelkinder
in einen nächsten Krieg geschickt werden.


Wer den Aufruf unterstützen möchte, sende bitte eine Email mit Namen und Alter an
Albrecht.Kieser@rjb-koeln.de

Abschied von Rolf Becker

31. März 1935 in Leipzig; † 12. Dezember 2025 in Hamburg

Ich lernte Rolf Becker während der Künstler-Konferenz “Manifest für Gegenkultur” am 08.06.2019 kennen. An dieser Konferenz nahmen teil u.a.

Esther Bejarano

Konstantin Wecker

Moshe Zuckermann

Esther Bejarano verkündete ein Appell an die Konferenzteilnehmer sowie an die KünstlerInnen in aller Welt.

Rolf Becker war nicht nur ein Schauspieler, sondern auch Gewerkschafter, der sich für den Kampf der Gewerkschafter in Betrieben, Kundgebungen
und Arbeitskämpfe engagierte. Für ihn war der Kampf um Frieden einer seiner wichtigsten Aufgaben. Er erinnerte an das Grauen des Krieges.
Rolf erinnerte während einer Veranstaltung am 25.02.2023 an die „Blockade Leningrads 1941-44“.

Rolf Becker liest den Vortrag von Arn Strohmeyer: Warum hat gerade Südafrika Israel vor dem Internationalen Gerichtshof wegen Völkermord verklagt?

Am 11. Mai 2025 fand die Veranstaltung „Deutschland finanziert, Israel bombardiert!“ im Haus der Demokratie statt. Leider musste aus gesundheitlichen Gründe Arn Strohmeyer absagen und Rolf Becker sprang ein und hat das Manuskript von Arn Strohmeyer per Zoom vorgelesen.

00:22 Die Gleichsetzung, also die Israel-Kritik die sofort interpretiert wird als anti-jüdische Stellungnahme 01:36 Warum hat gerade Südafrika Israel vor dem Internationalen Gerichtshof wegen Völkermord verklagt. 02:12 Die Antwort auf diese Frage ergibt sich fast automatisch aus einem Blick auf die Vergangenheit beider Staaten. Denn der Apartheidstaat Südafrika und der Apartheidstaat Israel waren auf das engste politisch miteinander verbunden. Man kann sagen: Sie waren engste Freunde. Was wohl an der Ähnlichkeit ihrer politischen Systeme lag, auch wenn sie sicher nicht völlig identisch waren. Wichtig ist, hinzuzufügen, dass beide Staaten kein großes Aufsehen von ihrer engen Beziehung gemacht haben. Da lief fast alles im Geheimen. Denn beide Staaten hatten in der Welt massive Image-Probleme, und da scheute man das Tageslicht 03:48 Dass das israelische Außenministerium die Taktlosigkeit besaß, einen aktenkundigen Nazi-Kollaborateur zu einer Gedenkstätte für die Opfer des Nazismus zu führen und ihm dann auch noch einen Vortrag über die Nazis anhören zu lassen…Vorster in der Holocaust-Gedenkstätte! Was für eine Selbstdarstellung Israels! Vielleicht zeigte das Land hier sein wahres Gesicht! 06:33 Das Unrecht, das den Palästinenser angetan wird, liegt so klar auf der Hand, dass man, um es nicht zur Kenntnis nehmen zu müssen, das Thema als solches tabuisieren muss

Weitere Infos: s. hier:


Veranstaltung mit Rolf Becker „Blockade Leningrads 1941-44“, 25.02.2023

Rolf Becker bei der Veranstaltung „Blockade Leningrads 1941-44, Prosa, Gedichte und Filme aus der Zeit der Belagerung” im Refugio am 25.02.2023.

Was ich ganz selten bei Veranstaltungen/Vorträge erlebe, war, dass während der ganzen Zeit eine absolute Stille herschte, so dass man ein Nadel fallen hätte hören konnte.

Rolf Becker beendete seine Ausführungen mit einem Zitat von Christa Wolf:

„Wann Krieg beginnt, das kann man wissen, aber wann beginnt der Vorkrieg. Falls es da Regeln gibt, müsste man sie weitersagen. In Ton, in Stein eingraben, überliefern. Was stünde da? Da stünde, unter anderen Sätzen:

Lasst euch nicht von den Eigenen täuschen.“

Foto: Ingo Müller


Redebeitrag auf der Künstler-Konferenz „Manifest für Gegenkultur“ am 08.06.2019

Am 8.Juni 2019 im „Heimathafen“ Neukölln, Berlin, hat das Magazin für Gegenkultur „Melodie & Rhythmus“ zur Künstlerkonferenz eingeladen. Auf den Podien waren Künstler und Kulturschaffende aus den unterschiedlichsten Themengebieten vertreten. Mehr als 400 Gäste nahmen an der Konferenz teil. Die Konferenz wurde anschließend durch eine Kultur-Gala mit Musik und Theater beendet.

Video: Ingo Müller, 08.06.2019 mit Genehmigung der Künstler-Konferenz.


Kundgebung „Wombats Berlin : „Übernahme statt Aufgabe!“ 12.06.2019

Grußbotschaft Rolf Becker:

Video: Ingo Müller


Beitragsbild

Dieses Bild entstand während der Künstler-Konferenz: „Vom Manifest bis zur Freiheit des Kulturschaffenden“

Am 8. Juni 2019 im „Heimathafen“ Neukölln, Berlin, hat das Magazin für Gegenkultur „Melodie & Rhythmus“ zur Künstlerkonferenz eingeladen. Auf den Podien waren Künstler und Kulturschaffende aus den unterschiedlichsten Themengebieten vertreten. Mehr als 400 Gäste nahmen an der Konferenz teil. Die Konferenz wurde anschließend durch eine Kultur-Gala mit Musik und Theater beendet.

Von Links nach Rechts:

Konstantin Wecker
Moshe Zuckermann
Esther Bejarano
Rolf Becker

Foto- und Videorechte: Ingo Müller


Zum Gedenken an Rolf Becker – PM Ver.di 14.12.2025

Auszug aus der Pressemitteilung:

"Wir sind tief traurig, dass unser Kollege und Freund Rolf Becker am 12. Dezember 2025 im Alter von 90 Jahren in Hamburg verstorben ist.

Rolf Becker war nicht nur einer der bedeutendsten deutschen Schauspieler seiner Generation – er war auch ein überzeugter Gewerkschafter und ein Mensch, der sein künstlerisches Schaffen untrennbar mit seinem politischen Engagement verband. Seit 1958 war er Gewerkschaftsmitglied, seit 1990 in der IG Medien, zuletzt aktiv als Sprecher der Synchronsprecher*innen in ver.di in Hamburg. Sein Einsatz für unsere Arbeit war beispiellos."

PM14.12.2025

Ohne die Gruppe Arbeiterpolitik und Pep Bergmann hätte es einen Rolf Becker mit dieser politischen Deutlichkeit und Wirksamkeit nicht gegeben

Mit freundlicher Genehmigung, von Arbeiterpolitik dürfen wir ihre Broschüre über Rolf Becker veröffentlichen. Besten Dann an: Manfred.
Diese Broschüre erschien zuerst bei: Arbeiterpolitik-Rolf Becker

Activestills – Dokumentation von Leben, Tod und Widerstand in Palästina

Photography exhibition Activestills

13.Dezember/25 bis 14. Februar/26 Öffnungszeiten: Freitags16 – 20 Uhr, Samstags und Sonntags 14 – 20 Uhr

Villa Heike, Freienwalder Str. 17, 13055, Berlin

Eine Ausstellung und ein Begleitprogramm, die Dir Realität, Wahrheit, Empathie und Solidarität vermitteln. Unsere größtmögliche Empfehlung: komm vorbei!

Seit fast zwei Jahrzehnten dokumentiert das Kollektiv Activestills israelische Kolonialgewalt und palästinensischen Widerstand.

Die Ausstellung präsentiert eine visuelle Erzählung, die 20 Jahre umspannt – von den anhaltenden Angriffen auf Gaza über den gegenwärtigen Völkermord und die andauernde ethnische Säuberung in ganz Palästina bis hin zu alltäglichen Momenten der Widerstandsfähigkeit, der Würde und des politischen Kampfes.

Die Ausstellung, die zuletzt im Finnischen Fotomuseum gezeigt wurde, vereint eindrucksvolle Bilder, die dominante Mediennarrative in Frage stellen und palästinensische Erfahrungen, Erinnerungen und Handlungsfähigkeit in den Mittelpunkt stellen. Sie würdigt zudem die wachsende Zahl palästinensischer Journalisten, Fotografen und Medienschaffender, die seit Oktober 2023 getötet wurden, weil sie die Wahrheit vor Ort dokumentierten.

Begleitprogramm:

  • Samstag, 13. Dezember, 19:00 Uhr – Eröffnungspanel: Antikoloniale Kämpfe, Fotografie & visuelle Erzählungen. Moderation: Himmat Zoubi.
  • Sonntag, 14. Dez., 19:00 Uhr – Präsentation des Fotobuchs: Die Auslöschung Palästinas (2025) mit dem Autor und Activestills-Mitglied Ahmad Al-Bazz
  • Freitag, 16. Jan., 19:00 Uhr – Podiumsdiskussion: Dokumentation als Störung – Archivierung und dekoloniale Wissensproduktion
  • Freitag, 30. Jan., 19:00 Uhr – Filmvorführung: Lyd (2023) von Rami Younis und Sarah Ema Friedland
  • Samstag, 14. Feb., 18:30 Uhr – Finissage-Podiumsdiskussion: „Fürsorge vor Liebe“ – Gemeinschaftenübergreifende Perspektiven auf Solidarität und Widerstand

Weitere Informationen und Updates

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