Irgendwann reicht’s halt auch – Ein offener Brief an die taz anlässlich einer „Anfrage“ des Nicholas Potter

Der Diskurs der TAZ in der Frage Palästinasolidarität gerät zu einem Schlingerkurs. „Taz-Journalisten deckten Verbindungen von Elnet zu Netanjahu und der Siedlerbewegung auf während ein Taz-Redakteur Elnet-Preisträger ist“. Preisträger ist das Redaktionsmitglied Nicholas Potter. Der Redakteur erweist sich dieser „fragwĂĽrdigen zionistischen“ Auszeichnung mehr als wĂĽrdig und wird zum journalistischen Frontmann bei Leugnung und Schönreden eines Genozids. Potter verteidigt nicht nur eine Völkermordpolitik und Rechtsextremisten, sondern beteiligt sich auch offensiv an der Verfolgung von Andersdenkenden und Palästinasolidarischen Menschen und dem Versuch, deren Infrastruktur zu diffamieren und zu zerschlagen.

Der folgende offene Brief von Andrej Vogelhut in gegenwind.news stellt hierzu die richtigen Fragen. Dient das vorgetragene Selbstverständnis der TAZ nur noch dem Schein? Wir erwarten, daß die Redaktion Konsequenzen zieht.

Irgendwann reicht’s halt auch – Ein offener Brief an die taz anlässlich einer „Anfrage“ des Nicholas Potter

Von Andrej Vogelhut in gegenwind.news

„Ich weiĂź nicht, ob wir da antworten sollen, weil ich wirklich eingeschĂĽchtert bin, da man ja weiĂź, dass dieser Typ sich zur Aufgabe gemacht hat, das Leben von Leuten kaputt zu machen“, schreibt eine Genossin in den Redaktionschat. Was war der Nachricht vorangegangen? Ein Neonazi-Drohbrief? Nein. Aber beinahe. Eine Anfrage der taz.

Wie kann es sein, dass eine Mail der super-freundlichen GrĂĽnen-Zeitung taz so eine Reaktion auslöst, wird man sich fragen. Aber die EinschĂĽchterung ist real. Die taz beschäftigt einen Mann, der es seit langer Zeit auf Linke abgesehen hat, sofern diese sich solidarisch zu den Palästinenser:innen positionieren. Besagter Mann hat zudem ein recht zweifelhaftes Verhältnis zu journalistischer Sorgfalt und ĂĽberdies ein enges Verhältnis zu einem Regime, das bekannt dafĂĽr ist, nicht gerade zimperlich mit seinen Gegnern zu verfahren – zu Israel. Vor Kurzem wurde dieser Mann fĂĽr seine â€žjournalistischen“ Leistungen ausgezeichnet von einem Netzwerk namens Elnet, einer Schnittstelle zwischen israelischer Waffenlobby, faschistischen Regierungs- und Siedlerkreisen Israels, deutscher Politik und US-amerikanischen Rechten. 

Im Fadenkreuz der taz

Was fragt also dieser â€žKollege“ namens Nicholas Potter? Um den Kontext zu erklären, muss man etwas weiter ausholen. Wir haben als Gegenwind Anfang November in Berlin eine Konferenz veranstaltet, deren Ziel es war, Journalist:innen aus Palästina, Kurdistan und Europa ĂĽber staatliche Repression und Risiken ihres Journalismus sprechen zu lassen. Als einer von zahlreichen Panel-Teilnehmern sprach dort auch Huseyin Dogru, der unter EU-Sanktionen gesetzt wurde, weil er angeblich fĂĽr Russland arbeiten soll. Er bestreitet das und auch wir sehen keinerlei stichfeste Beweise fĂĽr diese Anschuldigung. Dogru ist nach Eigenbekunden Kommunist und hat keine Sympathien fĂĽr Russlands Regierung. 

Nun verhält es sich aber so, dass die EU-Sanktionierung nach folgendem Konstrukt verläuft: Dogru hat ja nie irgendeine Lobeshymne auf Putin verfasst. Aber Texte in Solidarität mit Palästina. Und die werden herangezogen, um zu argumentieren, dass genau dieses pro-palästinensische Engagement letztlich Russland nĂĽtze. Wilde Theorie will man meinen. Und sie ist ja den EU-BĂĽrokraten nicht alleine eingefallen. Die der Sanktionierung vorangehende und sie weiter begleitende Hetze gegen Dogru durch eben jenen Nicholas Potter und einige andere Kollegen, war mehr als nur Begleitmusik. Der Effekt: Dogru, frisch gebackener Vater von Zwillingen, hat keinen freien Zugriff auf seine Konten mehr. Er darf nicht arbeiten, hat alles verloren, was er sich mit seinem Medienportal Red Media aufgebaut hat. Und mehr noch: WĂĽrde irgendeiner seiner Freunde ihm Geld zustecken, damit er seine Familie ernähren kann, wĂĽrde diese Person sich der â€žSanktionsumgehung“ schuldig machen. 

Potter weiĂź das. Und es ist sein Hebel. Er schrieb uns am vergangenen Donnerstag mit nur einer einzigen Frage, zur mittlerweile mehr als einen Monat zurĂĽckliegenden Konferenz, an. Der Inhalt der Konferenz, unsere Positionen, warum wir Huseyin Dogru eingeladen haben â€“ keine dieser Fragen kommt vor. Er will nur eines wissen: â€žAls Redner trat HĂĽseyin Dogru auf, der GrĂĽnder des russlandnahen Portals Red Media. Erhielt Herr Dogru fĂĽr seine Teilnahme ein Honorar, eine Aufwandsentschädigung oder hat er sonstige Kosten zurĂĽckerstattet bekommen, etwa Reisekosten oder Verpflegung?“ 

Hier geht es nicht um Journalismus. Es geht um die Durchsetzung von staatlicher Repression gegen Linke, die Potter nicht in den Kram passen, weil sie keinen Genozid schönreden. Das Ganze passiert ganz offiziell mit taz-Redaktionsadresse und explizit als taz-Redakteur.

Ist das noch Journalismus oder kann das weg?

Es war nicht der erste Kontakt mit Potter in Sachen Konferenz. Im Vorfeld der Konferenz schrieb er zwar nicht uns als Veranstalter, aber sehr wohl den Veranstaltungsort an. Er gab an, fĂĽr sein â€žBuch-Projekt“ zu recherchieren, eine â€“ wie man der Seite des Verlags entnehmen kann â€“ „investigative“ Recherche ĂĽber die â€žneue autoritäre Linke“. Was klingt wie eine Privatversion des Verfassungsschutzberichts, erfĂĽllt auch denselben Zweck. Es geht um Repression, die ausgelöst werden soll. Die Mail, die Potter an die Betreiber des Konferenzorts schrieb, sprach auch genau diese Sprache: Als â€žFragen“ formulierte Aufforderungen, die Veranstaltung zu canceln. Das funktionierte zwar nicht, die Konferenz fand statt. 

Es muss ihn aber gewurmt haben und jetzt geht das Nachstellen mit dem offiziellen Sanktus der taz weiter. Und man kann sich vorstellen, welche Wirkung das bei einer kleinen Redaktion hat, die im Zweifelsfall nicht ĂĽber die Mittel verfĂĽgt, sich gegen die staatliche Verfolgung zu wehren, die diese Art von â€žJournalismus“ auslösen kann. Vorsicht. Selbstzensur. Resignation. Der Beitrag der taz zum sogenannten Medienpluralismus. 

Nun, wie dem auch sei. Wir werden zum Schluss dieses Briefes die Frage des taz-Redakteurs Potter beantworten: Nein. Huseyin Dogru hat von uns keinerlei Sachleistungen oder Geld bekommen. Im Unterschied zu allen anderen Referent:innen musste er seine Brötchen selber zahlen. Herr Potter kann sich also beruhigt wieder schlafen legen. Putins Kriegskasse wurde nicht durch den Gegenwert eines veganen Bananenbrots vom KĂĽfa-Kollektiv aufgepeppt. 

Da wir das nun besprochen haben, können wir aber vielleicht auch mal zurĂĽck fragen, liebe taz: 

– Entspricht das dargestellte Vorgehen den journalistischen Kriterien, fĂĽr die IhrBlatt steht? 

– Ist es problemlos vereinbar mit einer Redakteursstelle in Ihrem ehrenwerten â€žlinken“ Haus, wenn man von einer Organisation ausgezeichnet wird, deren Nähe zu Rechtsextremen, mutmaĂźlichen Kriegsverbrechern und der Waffenindustrie sogar Thema im eigenen Blatt war? Und wenn man so eine â€žAuszeichnung“ auch noch dankend annimmt?

– Und haben Sie â€“ vielleicht auch angesichts des generell recht angespannten Verhältnisses zwischen Herrn Potter und Quellen/Fakten â€“ nicht vielleicht auch den Eindruck, dass ihre Zeitung hier zum Vehikel einer Agenda gemacht wird? Oder machen Sie sich dieses Vorgehen zu eigen?

Welche Melone willst du halten?

Du zebes bi destekĂ® nayĂŞn girtin, zwei Wassermelonen kann man nicht mit einer Hand halten, heiĂźt ein kurdisches Sprichwort. Man kann nicht einerseits Linke erreichen wollen und schreiben lassen, die gegen einen offenkundigen Genozid sind. Und andererseits solche gewähren lassen, die einen Massenmord nicht nur verharmlosen, sondern ihre „journalistische“ Tätigkeit nutzen, um maximalen Schaden anzurichten. 

Die rechten Zionisten wie Potter – sitzt er schon in Ulfs Porsche? – durchlaufen ohnehin die klassische taz-Springer-Pipeline und sind dann weg. Was euch, „liebe“ taz bleibt, sind eine Menge Leute wie wir, die bestens vernetzt sind und euch für kein Gespräch „unter 3“, kein Interview, keine Zusammenarbeit zur Verfügung stehen. Was euch bleibt, ist eine Redaktion, in der sich die Ressorts spinnefeind sind. Und im Zweifelsfall bleibt an eurem Blatt der modrige Geruch jenes Deutschlands, dass sich im Angesicht der Ermordung von Zehntausenden Zivilist:innen auf die Seite der Elnet-Preisträger schlug. Müsst ihr selber wissen.

Andrej Vogelhut

Andrej Vogelhut arbeitet im Garten-Landschaftsbau in Berlin und ist Mitglied in der Initiative kämpfender Arbeiter:innen (IKA).

Der offene Brief von Andrej Vogelhut ist ursprĂĽnglich in gegenwind.news erschienen. Wir danken fĂĽr das Publikationsrecht.

Gefangenschaft endet nicht an Gefängnismauern

Die Methoden und Mechanismen zur UnterdrĂĽckung, die Zeki Gökhan in seinem Beitrag in Bezug auf die Erfahrungen mit der TĂĽrkei beschreibt, wurden und werden vom Zionismus, seinen Vorhutorganisationen und UnterstĂĽtzern im Zusammenhang mit dem Völkermord in Gaza in perfektester Weise angewendet und hierzulande mithilfe einer deutschen Staatsräson zur „bedingungslosen UnterstĂĽtzung Israels“ ( Habeck, Scholz) umgesetzt. Die eigentlichen Gefängnismauern breiten sich aus zu einem unsichtbaren Gefängnis. Die subtilen UnterdrĂĽckungsmechanismen im Vor- und Umfeld dieser Mauern können dabei wirkungsvoller sein als die Mauern selbst. Man denke an die Bedrohungen, Diffamierungen und EinschĂĽchterungsversuche von Mitgliedern des internationalen Strafgrichtshofes durch den israelischen Geheimdienst.

Wer in Deutschland in den letzten beiden Jahren Israel wegen dessen Völkermord- und Besatzungspolitik grundsätzlich kritisierte oder für das völkerrechtlich verbriefte Widerstandsrecht der Palästinenser:innen eintrat, musste mit den vielfältigsten Repressalien rechnen. Palästinasolidarische Menschen werden bedroht von gesellschaftlicher Ächtung, von Rufmord, durch Verbot von öffentlichen Auftritten, durch Polizeigewalt und Verhaftungen bis zum Verlust von Aufenthaltsrecht und Vernichtung ihrer beruflichen Existenz. Durch ein solches Bedrohungszenario soll der Protest gegen Menschen- und Völkerrechtsverletzungen zermürbt, vor allem aber auch seine Ausbreitung verhindert werden. (Peter Vlatten)

Zeki Gökhan, 24.Dezember 2025

Ăśber Angst, Zustimmung und unsichtbare Ketten

Die heute in der Türkei bekannt gegebene Zahl von über 433.000 Inhaftierten und Untersuchungshäftlingen ist weit mehr als eine bloße strafrechtliche Statistik. Gefängnisse betreffen nicht nur jene, die hinter Mauern eingesperrt sind, sondern entfalten eine umfassende gesellschaftliche Wirkung. Jede inhaftierte Person lässt Familien, Freundeskreise, Nachbarschaften und Arbeitskollektive zurück. Auf diese Weise hören Zahlen auf, abstrakt zu sein – sie verwandeln sich in eine psychologische Gefangenschaft von Millionen Menschen.

Dieses Phänomen lässt sich nicht allein durch den physischen Freiheitsentzug erklären. Entscheidend ist vielmehr die Normalisierung, Verinnerlichung und letztlich die Akzeptanz von Unfreiheit als scheinbar unausweichliches Schicksal.

Von offener Gewalt zu unsichtbarer Kontrolle

Moderne Herrschaft funktioniert nicht ausschließlich über Schlagstöcke, Handschellen oder Gefängniszellen. Sie bedient sich subtilerer, leiserer, aber weit nachhaltigerer Mittel. Neben offener Repression entsteht ein Mechanismus, der Denken formt, Handeln vorstrukturiert und den Menschen einflüstert, was möglich und was unmöglich ist.

Gefängnisse sind dabei nur die sichtbare Spitze dieses Systems. Die eigentliche Zielgruppe sind nicht die Inhaftierten selbst, sondern jene draußen:
„Wenn du sprichst, kann dir das passieren.“
„Wenn du dich falsch positionierst, wird dein Leben zerstört.“
„Wenn du schweigst, bist du sicher.“
Diese Botschaften werden weniger durch Urteile vermittelt als durch ihre Einschreibung ins kollektive Gedächtnis.

Die Durchdringung des Alltags mit Angst

Dieses Herrschaftsmodell verwandelt Angst von einem Ausnahmezustand in einen alltäglichen Begleiter. Repression wird nicht mehr nur von außen erwartet – sie wird innerlich mitgetragen.

Eine Lehrerin schweigt im Unterricht. Ein Arbeiter denkt nicht mehr an gewerkschaftliche Organisierung.
Eine Studentin überlegt zweimal, bevor sie etwas teilt. Familien mahnen ihre Kinder: „Mach keinen Ärger, wir wollen keine Probleme.“

So wird physische Haft zu mentaler Selbstzensur. Die Gefängnismauern dehnen sich symbolisch auf die gesamte Gesellschaft aus.

Die Herstellung von Zustimmung: Akzeptierte Notwendigkeit

Die größte Stärke dieses Systems liegt darin, Unterdrückung als legitim und unvermeidbar erscheinen zu lassen. Der Gesellschaft werden ständig bestimmte Narrative vermittelt: „Der Staat muss stark sein.“ „Ordnung erfordert Opfer.“ „Ohne diese Maßnahmen wäre alles noch schlimmer.“

Menschen beginnen, die erlittene Ungerechtigkeit nicht mehr infrage zu stellen, sondern rational zu rechtfertigen. Angst verwandelt sich in Zustimmung. Repression wird als normaler Bestandteil der Ordnung akzeptiert.

An diesem Punkt beschränkt sich Macht nicht mehr auf Zwang – sie produziert Bedeutung. Sie definiert, welches Wort „gefährlich“, welche Forderung „extrem“ und welcher Widerspruch „illoyal“ ist. Die Gesellschaft übernimmt diese Kategorien und reproduziert sie selbst.

Symbolische Ketten und unsichtbare Grenzen

Die wirksamste Form der Gefangenschaft ist jene, deren Ketten unsichtbar sind. Der Mensch glaubt frei zu sein, bewegt sich jedoch innerhalb vorab gezogener Grenzen. Er weiĂź, welche Themen angesprochen werden dĂĽrfen und welche besser unausgesprochen bleiben.

Dieses Wissen ist kein geschriebenes Gesetz, sondern ein soziales Reflexmuster. Niemand muss „verboten“ sagen – alle wissen, wo die Linie verläuft. Darin liegt der tiefste Erfolg der Herrschaft: Zwang in Kontrolle zu verwandeln, Kontrolle in Gewohnheit und Gewohnheit in ein Gefühl von Schicksal.

Gefängnisse sind Mittel, nicht Zweck

Deshalb erklären hohe Inhaftierungszahlen allein nichts. Entscheidend ist, welche Botschaft sie an die Gesellschaft senden. Gefängnisse werden von Orten der Bestrafung zu Instrumenten der Abschreckung und Disziplinierung:
„Wer die Grenze überschreitet, zahlt einen hohen Preis.“ Diese Botschaft richtet sich nicht an die Inhaftierten, sondern an die Freien – und zeigt ihre Wirkung in Schweigen, Rückzug und Anpassung.

Schlussbemerkung: Wahrheit gegen Angst

Doch die Geschichte zeigt ebenso deutlich: Kein System, das auf Angst beruht, ist von Dauer. Angst erzeugt Gehorsam, aber keine Überzeugung. Sie schafft Schweigen, aber keine Legitimität. Und jede unterdrückte Wahrheit kehrt irgendwann mit größerer Wucht zurück.

Wahre Freiheit beginnt nicht nur mit geöffneten Zellentüren, sondern mit einer Gesellschaft, in der Menschen ohne Angst sprechen, Rechte einfordern und Würde über Gehorsam stellen.

Gefangenschaft endet erst dann wirklich, wenn sie nicht nur aus den Zellen, sondern auch aus den Köpfen verschwindet.

Text und Bild Zeki Gökhan

Schöne Bescherungen

Wenn man sich an diesen Feiertagen so umguckt!

Meinen Sohn kriegt ihr nicht!

Es wird immer offensichtlicher, dass man sich der Zwangsmusterung samt Eierkontrollgriff nicht entziehen kann, denn – so wird jetzt vermeldet – „wer der Musterung fernbleibt, kann von der Polizei ins Musterungszentrum gebracht werden“ und muss bis zu 1.000 € Strafe blechen.

Aber der Wehrdienst soll ja nach Lesart der Regierung vorerst freiwillig bleiben. MĂĽtter erklären vorsorglich: „Meinen Sohn kriegt ihr nicht!“

Tabubruch: auch Leistungen im Gesundheitssystem sollen abgebaut werden

Kanzleramtschef Thorsten Frei wagt sich an einen Tabubruch. Er hält Einschnitte im Gesundheitssystem fĂĽr unausweichlich und fordert, „dass manche Leistungen entfallen mĂĽssen, um das Gesundheitssystem gĂĽnstiger zu machen.“

Ein Tabu bleibt dagegen, dass exorbitante Preise und Extraprofite auf ein Normalmaß gesenkt werden müssen. Dann wären die Kosten für Gesundheit auf einen Schlag niedriger.

Strafanzeige gegen Nobelstiftung wegen Verleihung des Nobelpreises fĂĽr Frieden an eine Kriegstreiberin!

Der WikiLeaks-GrĂĽnder Julian Assange hat am Dienstag vor Weihnachten in Schweden eine Strafanzeige gegen die Nobelstiftung und rund 30 mit ihr verbundene Personen eingereicht.

Der Friedensnobelpreis dĂĽrfe nicht „von einem Instrument des Friedens in ein Instrument des Krieges verwandelt werden.“

Assange fordert, die Auszahlung des mit dem Preis verbundenen Preisgeldes in Höhe von elf Millionen schwedischen Kronen (rund 1,18 Millionen US-Dollar) an die Preisträgerin Machado umgehend einzufrieren.

Machado habe wiederholt zu militärischer Intervention gegen Venezuela aufgerufen und US-amerikanische Angriffe öffentlich unterstützt. Die Preisverleihung sei zudem in eine Phase massiver militärischer Eskalation in der Karibik gefallen, die von Militäranalysten als größte US-Truppenverlegung und Bedrohung in der Region seit Jahrzehnten beschrieben werde.

Durch die Auszahlung der Preisgelder werde diese Eskalation legitimiert und finanziell begĂĽnstigt.

Erneuter Boykott von RĂĽstungsgĂĽtern nach Israel

Französische Hafenarbeiter verweigerten letzte Woche die Ankunft israelischer Militärgüter per Lkw in ihrem Hafen.

Als die Fracht im Hafen von Le Havre eintreffen sollte, teilten Hafenarbeiter der Firma Aubert & Duval mit, dass der Lkw mit der Militärfracht – Lieferung von 18 Tonnen Kanonenrohren fĂĽr Elbit Systems in Israel – in ihren Hafen nicht eingelassen werde.

Auch Amnesty International hat ein Auge auf die Lieferung von Gütern geworfen, die als Tatwerkzeuge im Völkermord eingesetzt werden können.

Aktuell ruft Amnesty die deutsche Reederei Gerdes dazu auf, ihr Frachtschiff „Holger G“ zu stoppen. Das Schiff bringt gerade Rüstungsgüter nach Israel.

Hut ab vor den Hafenarbeitern und allen UnterstĂĽtzern, die es weltweit schaffen, Sand ins Getriebe der RĂĽstungslieferungen zu bringen.

Derweil agiert der wahre und verkannte Nobelpreisträger fĂĽr „Frieden“ in voller „Friedens„mission

Während Trump, der „größte Friedenspräsident aller Zeiten“ , die „größte Militäransammlung aller Zeiten“ vor den KĂĽsten Venezuelas zusammenzieht, einen Sonderbotschafter zur Annektion Grönlands auf den Weg schickt und ein extra Waffenpaket im Wert von 11 Milliarden Dollar an Taiwan verschenkt, sendet er zur heiligsten Christenzeit seine Bomber nach Nigeria, die ihre „LiebesgrĂĽĂźe“ zum Schutz des Christentums und seiner fundamentalen Werte auf das afrikanische Land niederprasseln lassen.

In Bezug auf die Ukraine wollen sich aber die Europäer von Trump nicht den „friedenspolitischen“ ersten Rang wegnehmen lassen. Sollte die ukrainische Friedensarmee laut Trump Plan noch 600 000 aktive Soldaten umfassen, so bestehen Merz und seine Freunde auf „mindestens 800 000 urkainische Soldaten in Friedenszeiten.“ Zum Zahlenvergleich: um Deutschland „kriegstĂĽchtig“ zu machen, plant die Bundesregierung fĂĽr die Bundeswehr bis 2030 eine Sollstärke von ca. 260 000 aktiven Soldaten ein.

Manfred Weber, CSU und Chef der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, spricht sich pĂĽnktlich zu Weihnachten offen dafĂĽr aus, deutsche Soldaten aktiv an der Absicherung einer Friedenslösung in der Ukraine zu beteiligen: „Ich wĂĽnsche mir Soldaten mit der europäischen Flagge auf der Uniform, die gemeinsam mit unseren ukrainischen Freunden den Frieden sichern.“

Fazit: alles drängelt sich geradezu um Frieden!

Keine Manipulationen zugunsten Israels beim Eurovision Song Contest 2026

Der österreichische Sender ORF hat aufgrund des öffentlichen Drucks angekündigt, Buhrufe während Israels Auftritt beim Eurovision Song Contest 2026 nicht mehr zu zensieren und damit die bisherige Praxis aufzugeben, negative Publikumsreaktionen durch künstlichen Applaus zu überdecken.

Ausserdem sollen nun neben israelischen auch palästinensische Flaggen in der Arena erlaubt sein. Es sei nicht mehr geplant, Erwähnungen des Gazastreifens zu zensieren.

Die Erklärung wirft ein grelles Licht auf die manipulative Praxis, mit der das Publikum bisher über die Auftritte Israels getäuscht wurde.

Fünf Länder – Spanien, Irland, die Niederlande, Slowenien und Island – nehmen angesichts des Völkermords eine konsequente Haltung ein und boykottieren den Wettbewerb aufgrund der Teilnahme Israels vollständig. Dadurch sinkt die Gesamtzahl der Beiträge auf den niedrigsten Stand seit 2003.

WeihnachtsgruĂź

Dicke BrĂĽste, das Dirndl in blau,
so träumt sich Neonazi seine Frau!

Ein Kind, auch in blau, dazu der deutsche Schäferhund,
so wird sein schlichtes Weltbild rund.

Frohe Weihnachten!

(Das dazugehörige Weihnachtsfoto aus der AfD-Werbung poste ich selbstverständlich NICHT.)

Peter Jacobi

Belgien tritt Südafrikas Völkermordklage gegen Israel bei

Der Internationale Gerichtshof (IGH) gab am Dienstag bekannt, dass Belgien sich offiziell der von Südafrika gegen Israel eingereichten Klage angeschlossen hat. Die Klage betrifft den Vorwurf des Völkermords im Gazastreifen. Die internationale Unterstützung für die Klage wächst.

Deutschland isoliert sich weiter und steht selbst als Mittäter auf der Anklagebank.

Halt Dein Maul ĂĽber „Nächstenliebe“, wenn Du zu Unrecht schweigst

Ich wĂĽnsche allen Menschen, die Weihnachten feiern, schöne und gesegnete Weihnachten. In vielen Regionen der Welt leiden heute Christinnen und Christen unter Armut, leben unter widrigen Lebensumständen, in vielen Ländern Lateinamerikas oder in Russland, unter Verfolgung und in Lebensgefahr wie in Nigeria, unter Militärbesatzung und Apartheid wie in Palästina, unter staatlicher Verfolgung wie christliche Konvertit:innen in meiner Heimat Iran. Wenn wir heute die Geburt von Jesus Christus feiern, dann feiern wir auch die Gebote des Christentum. „Wenn du in Zeiten der Ungerechtigkeit neutral bist, hast du dich auf die Seite des UnterdrĂĽckers gestellt.“ sagte der sĂĽdafrikanische Erzbischof und politische Aktivist gegen die sĂĽdafrikanische Apartheid Desmond Tutu, der auch die palästinensische Anti-Apartheid Bewegung BDS unterstĂĽtzte. Denn Nächstenliebe bedeutet auch, sich fĂĽr die Befreiung von unterdrĂĽckten Menschen einzusetzen und nicht zu schweigen.

Rana Issazadeh

Silvesterfeuerwerk

Der Verband der pyrotechnischen Industrie blickt positiv auf das anstehende Silvestergeschäft. „Es dĂĽrfte mehr ausgeliefert sein als im vergangenen Jahr – das ist bemerkenswert, schlieĂźlich war es im vergangenen Jahr schon sehr viel“, sagte VerbandsgeschäftsfĂĽhrer Klaus Gotzen.

Na dann. Lässt sich doch wenigstens in Bezug auf die Knallerei zum Jahreswechsel sagen: „Deutschlands Wirtschaft brummt“ und „the show goes on“ und lässt bei nicht wenigen vergessen, was sonst so passiert in der Welt.

Bilder vom beeindruckenden Kulturnachlass auf den Straßen Berlins nach der Sylvesternacht schicke man an Kanzler Merz. Wer dabei Signale erkennt, dass es 2026 wieder aufwärts geht, sollte zum Arzt gehen.

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Peter Leibinger, hatte kurz vor Weihnachten beklagt, die deutsche Wirtschaft sei „im freien Fall“.

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