Hier ein Statement aus der betroffenen Community des Anschlags auf Teilnehmer:innen des CSD. Gut 8 tausend kamen am Sonntag am Brandenburger Tor zusammen, um der Opfer widerständig zu gedenken. Von den großen Medien weitgehend totgeschwiegen!
Tausende Menschen kamen am Sonntag auf dem Pariser Platz zusammen, um der Betroffenen des queerfeindlichen Anschlags auf den Berliner CSD zu gedenken.
Diese Anteilnahme, dieser Zusammenhalt fühlt sich nicht nur echt an – all das ist echt und gibt uns Halt. Im Gegensatz zu den Trauerbekundungen von Politiker*innen, die aktuell queeren Beratungsstellen, queeren Jugendclubs und anderen queeren Einrichtungen die finanziellen Existenzgrundlagen entziehen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit gegen Diversity, gendersensible Sprache und queere Sichtbarkeit hetzen.
Dass der Attentäter sich selbst legitimiert sah, Menschen zu ermorden, die nicht in sein Weltbild passen, ist das Resultat einer religiös-fundamentalistischen Radikalisierung. Doch die Onlineinhalte, die er konsumierte, und das Umfeld, das zu dieser Radikalisierung beigetragen hat, existieren nicht im luftleeren Raum. Es gibt eine queerfeindliche Dauerbeschallung in den sozialen Medien und in der öffentlichen Debatte, an der sich auch Politiker*innen in Regierungsverantwortung wie Friedrich Merz, Karin Prien oder Julia Klöckner maẞgeblich beteiligen.
Die AfD, die nun auf denselben Social-Media-Plattformen Mitgefühl und Trauer heuchelt, die sie sonst regelmäẞig mit queerfeindlichen Inhalten flutet, handelt ebenso verlogen.
Nicht nur die eigene menschenfeindliche Ideologie des Täters hat ihn motiviert, sondern auch das queerfeindliche Grundrauschen, das selbst von offiziellen Vertreter*innen dieses Staates mitgetragen wird. Durch diesen queerfeindlichen Konsens, der sich durch verschiedene politische und religiöse Lager zieht, sehen sich Queerfeinde eher als legitimierte Vollstrecker eines vermeintlichen Mehrheitswillens.
ABER: „Wir sorgen füreinander, und das einfach das Wunderschönste. Wir sind füreinander da, und das kann uns kein Staat nehmen, das kann uns kein Terror nehmen.“ (Theresa Zanon, @theresazanon.music)
Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der Verletzten und der Ermordeten.
Ein groẞes Danke an #ddurdykesberlin für die Organisation der Veranstaltung – und danke an alle, die aufgerufen haben
Die Friedensbewegung gewinnt an Breite. Auch für viele Omas gegen Rechts gilt die Lehre aus dem 2.Weltkrieg: „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ Dieser Kampf gehört zusammen.
Schon seit 4 Jahren befindet sich eine Friedens AG der Omas gegen Rechts [1]unter dem Namen „Omas gegen Rechts“ agieren mehrere politische Gruppierungen in Berlin, deren politische Ausrichtung so unterschiedlich ist wie bei der „Antifa“. Die Friedens … Continue reading in Berlin auf dem Antikriegspfad. Regelmäßig treffen sie sich jeden zweiten Dienstag im Monat an der Weltzeituhr des Alexanderplatzes, machen durch das Abspielen von Friedensliedern auf ihre Anliegen aufmerksam und klären unermüdlich auf über Militarisierung hierzulande und Kriege in aller Welt und deren verheerende Auswirkungen.
Zwischendurch organisierten sie Protestaktionen, zum Beispiel vor der US Botschaft, als auch die USA im Ukrainekrieg geächtete Streubomben einsetzten. Oder sie nehmen an Demonstrationen teil, wie zuletzt gegen die Rüstungsprodutkion im Berliner Kiez Wedding.
Seit kurzem gehen sie nun ein zweites Mal jeden Monat auf die Strasse. An wechselnden Plätzen in Berlin klären sie mit Sandwiches und Flyern Passanten über die wachsende Kriegsgefahr auf.
Hier der Text des Flyers, der dabei aktuell von den „Omas“ verteilt wird !
FRIEDENSFÄHIG STATT KRIEGSTÜCHTIG Keine Vorbereitung auf einen weiteren Krieg! Deshalb stehen wir hier.
Von Deutschland sind zwei schreckliche Kriege ausgegangen, die ungeheures Leid gebracht haben. Wir sind mit den Folgen dieser deutschen Geschichte aufgewachsen. Wir wollen nicht, dass une Gesellschaft, unsere Kinder und Enkel, wieder in Tod und Zerstörung getrieben werden.
GERADE UNSER LAND sollte jetzt alle Kraft in friedliche Lösungen der inneren und weltweiten Konflikte und Kriege stecken, in Verhandlungen, Diplomatie, Abrüstungsinitiativen, nicht in weiterer militärischer Aufrüstung.
Stattdessen erleben wir: mit der Behauptung, die Militarisierung sei nötig zur Verteidigung unserer Demokratie, werden unsere mühsam erkämpften demokratischen und sozialen Errungenschaften immer mehr abgebaut: Krankenversorgung, Bildung, soziale Grundversorgung, öffentlicher Verkehr werden weiter kaputtgespart, um immer mehr Milliarden in die Rüstung und die Militariserung der Infrastruktur zu stecken. Statt dringend nötiger Maßnamen gegen die Klimakatastrophe zu ergreifen passiert das Gegenteil: der ungeheure Ausbau der Rüstungindustrie, Manöver und Kriege sind extreme Klimakiller!
Mit der Behauptung ,,unsere Werte“ verteidigen zu müssen, werden genau diese – Friedfertigkeit, demokratischer Meinungsaustausch, soziale Gerechtigkeit, Respekt für die Natur – immer mehr eingeschränkt.
Wir selbst zerstören unsere Gesellschaft, nicht äuẞere Feinde.
Wie sollen unsere Kinder in der Schule Kometenz in Konfliktlösungen ohne Gewalt lernen, wenn Kriegstüchtigkeit als Ziel propagiert wird und die Bundeswehr in den Schulen Werbung für das Militär machen kann, ohne dass kompetente Vertreter von Gegenpositionen dazugeladen werden?
Im Berliner Schulgesetz steht als ,Auftrag der Schule‘ : die Schule soll Persönlichkeiten heranbilden, deren „Haltung“ bestimmt ist von der Anerkennung der Notwendigkeit … einer friedlichen Verständigung der Völker.“
Unsere dringende Bitte: setzt euch/setzen Sie sich mit uns für den Erhalt und Asbau einer friedfertigen und sozial gerechten Gesellschaft ein.
FRIEDEN IST NICHT ALLES, ABER OHNE FRIEDEN IST ALLES NICHTS (Willi Brandt)
Dann wieder (Erich Fried) Was keiner geglaubt haben wird was keiner gewusst haben konnte was keiner geahnt haben durfte das wird dann wieder das gewesen sein was keiner gewolle haben wollte.
Das Thema „Krieg und Frieden“ lässt sich inzwischen in den meisten NGOs wie auch Gewerkschaften nicht mehr totschweigen. Uberall entstehen Initiativen gegen Kriegstreiberei, Militarisierung und Rechtsruck. Nicht zuletzt kommt es darauf an, diese vielen Strömungen und Aktionen zu einer breiten kampfstarken Friedensbewegung zusammenzufassen, die in der Lage ist, immer neue Menschen zu gewinnen und etwas zu verändern.
unter dem Namen „Omas gegen Rechts“ agieren mehrere politische Gruppierungen in Berlin, deren politische Ausrichtung so unterschiedlich ist wie bei der „Antifa“. Die Friedens AG gehört zur absolut größten dieser Gruppierungen
medico: Sie sind seit 2013 mehrfach in Gaza gewesen, aber auch nach dem Beginn des Krieges im Oktober 2023. Wie würden sie den Unterschied beschreiben?
Tanya Haj-Hassan: Es war schon früher nicht einfach. Aber Gaza war ein Ort, wo Menschen ihr Leben gelebt haben. Meine Medizinstudenten dort gehörten zu den engagiertesten, die ich je unterrichtet habe. Man konnte die Begeisterung fürs Fach förmlich spüren. Ich wusste, wie Gaza aus sieht: Khan Younis, Gaza-Stadt, Rafah. Bei meinen Besuchen in den vergangenen Monaten war es apokalyptisch. Ich habe nie zuvor einen Ort gesehen, der dem Erdboden gleich gemacht wurde. Ich habe in Irak gearbeitet, auch im Sudan. Was dort geschieht, ist furcht bar. Aber die komplette Einebnung Gazas – eines der am dichtesten besiedelten Gebiete der Welt –, das lässt sich mental kaum greifen. Es ist nur noch flaches Land. Sobald man dort ist, hört man das permanente Summen der Drohnen, aber auch die Geräusche von Kampfjets und Explosionen. Gaza hatte früher einen der blauesten Himmel, die ich gesehen habe. Jetzt liegt ständig ein grauer Schleier darüber. Asthmatiker sind in Gaza dauerhaft im Krankenhaus. Ich bin oft gegen 4 Uhr morgens aufgewacht, weil die Wände sprichwörtlich gewackelt haben. In der Notaufnahme wurden Betten entfernt und Patient:innen auf dem Boden behandelt. Man sieht verletzte Frauen, Jugendliche, sehr kleine Kinder – all das ist Alltag. Ich war in Phasen dort, wo wir mehrere Kleinkinder gleichzeitig auf einem einzigen Krankenbett reanimiert haben. Das sind Bilder, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
Hatten Sie persönlich keine Angst, unter solchen Bedingungen zu arbeiten?
Irgendwann hört man auf, über das eigene Risiko nachzudenken. Es erschüttert das Verständnis, warum man überhaupt auf der Welt ist. Bei meinem letzten Aufenthalt 2024 war ich in der Notaufnahme im ersten Stock, als eine israelische Drohne den zweiten Stock bombardierte. Feuer brach aus – zwei Patienten wurden getötet, mehrere verletzt. Ich bin auf die andere Straßenseite gerannt, um Equipment zu holen. Wenn man so etwas er lebt hat, kann man nicht mehr wegsehen. Man versucht, fast obsessiv, alles zu tun, um es zu stoppen.
Israel hat in Gaza immer wieder gezielt medizinische Einrichtungen bombardiert. Wie ist die medizinische Lage heute?
Der Großteil der Krankenhäuser ist teilweise oder ganz zerstört. Es gibt nur noch wenige Kliniken und ein paar Feldkrankenhäuser. Vor Oktober 2023 gab es zum Beispiel sechs pädiatrische Intensivstationen. Fünf davon wurden zerstört: das Kamal-Adwan-Kranken haus, das Nasr-Kinderkrankenhaus, das TC Pediatric Sub-Specialty Hospital, das Al-Durra-Kinderkrankenhaus und das Europäische Krankenhaus in Gaza. Übrig ist nur die Station im Nasr-Krankenhaus, die Ende 2022 eröffnet wurde. Es gibt praktisch keine Orte mehr, an denen schwerkranke Kinder versorgt werden könnten. Dabei ist der Bedarf massiv gestiegen. Palästinensische Gesundheitskräfte haben versucht zu improvisieren. In den letzten Monaten wurden kleine Ersatz-Intensivstationen eingerichtet. Sie arbeiten unter extremen Bedingungen, auch weil essenzielles medizinisches Equipment nicht hineingelassen wird.
Woran fehlt es konkret?
Am Grundlegendsten. Medizinische Ausrüstung darf nicht eingeführt werden. Bei meinem jüngsten Besuch haben wir beantragt, einfache medizinische Gegenstände mitzuführen – sie hatten keinerlei Dual-Use-Nutzen. Sie dienten ausschließlich der Patientenversorgung. Wir haben nie eine Antwort erhalten. In unserem Konvoi wurden von 29 Personen drei die Einreise verweigert, weil sie Gegenstände dabei hatten, die als verboten eingestuft wurden – darunter Medikamente oder ein zweites Handy. Selbst Stethoskope wurden zeitweise eingeschränkt.
Was bedeutet das für Menschen vor Ort?
Reguläre Versorgung ist unmöglich geworden. Die meisten meiner Kolleg:innen leben in Zelten. Sie können nicht mal die Trümmer ihrer Häuser räumen, um Leichen ihrer Angehörigen zu bergen. Sie leben ohne sanitäre Versorgung und sind weiterhin Luftangriffen ausgesetzt. Die Folgen sind deutlich: Krankheiten und steigende Fehlbildungen bei Neugeborenen. Patient:innen, die im Ausland behandelt werden müssten, wird die Ausreise verweigert. Ich habe mehrere Säuglinge mit angeborenen Herzfehlern behandelt – Erkrankungen, die leicht behandelbar wären. Sie standen monatelang auf Evakuierungslisten. Keines von ihnen durfte ausreisen. Alle sind gestorben. Auch Krebspatient:innen werden in Gaza nicht mehr behandelt, das einzige Krebszentrum wurde zerstört. Ich habe eine 38-jährige Mutter mit metastasierendem Brustkrebs getroffen, die seit November 2025 darauf wartet, ausreisen zu dürfen. Viele befinden sich in ähnlichen Situationen. Die Verhinderung medizinischer Versorgung führt nicht nur zu mehr Toten. Sie führt zu langsamen, oft sehr schmerzhaften Todesverläufen, die leicht vermeidbar wären.
Wie verarbeiten Sie das alles persönlich?
Ich bin kein wütender Mensch, aber in den letzten Jahren habe ich sehr viel Wut verspürt. Es ist, als würde man zusehen, wie eine Bombe in Zeitlupe vor einem explodiert. Man weiß genau, was diese Kinder zum Überleben bräuchten. Dass ihnen die Versorgung bewusst vor enthalten wird. Aus – ich sage das ganz deutlich – genozidalen Gründen. Welche andere Rechtfertigung könnte es dafür geben, einem Säugling die Ausreise zur Behandlung zu verwehren? Oder dafür, pädiatrische Ausrüstung zu verbieten? Oder dafür, die gesamte Infrastruktur für Krebsbehandlungen zu zerstören?
Deutschland gehört zu Israels engsten Unterstützern. Was versuchen Sie deutschen Entscheidungsträger:innen hier zu vermitteln?
Niemand soll sagen können, sie hätten von nichts gewusst. Die von uns, die in Gaza waren, kommen mit Fotos und Berichten zurück: Wir legen Zeugnis ab. Was ihr damit anstellt, ist eine andere Frage.
Sie haben sich immer wieder öffentlich zur Situation in Gaza geäußert, im November 2024 auch vor den Vereinten Nationen in New York. Gab es Versuche, Sie zum Schweigen zu bringen?
Ja, mehrfach. Es wurde auch immer wieder behauptet, ich sei Palästinenserin – als würde das meine Berichte entwerten. Diese Argumentation spricht Bände über das Ausmaß der Entmenschlichung. Zeitweise wurde ich sogar von meinem Arbeitgeber suspendiert, nach dem ein Arzt, den ich selbst nie getroffen hatte, auf Grundlage eines Interviews eine Beschwerde gegen mich eingelegt hatte. Palästinensische Stimmen sind natürlich viel gefährdeter. Ein palästinensischer Kollege von mir wurde vom israelischen Militär festgenommen und gefoltert.
Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit Ihren palästinensischen Kolleg:innen in Gaza?
Es gibt eine gewisse Abstumpfung. Man kann es sich nicht leisten, in der Ecke zu stehen und zu weinen. Was mich beeindruckt, ist die Entschlossenheit. Sie erscheinen zur Arbeit, versuchen weiter, Leben zu retten. Ich habe mit einem Arzt gearbeitet, der lange versucht hat, eine pädiatrische Intensivstation neu zu eröffnen. Schließlich ist es ihm gelungen. Vier Wochen später wurde sie wieder bombardiert. Und er hat wieder von vorn angefangen. Die Menschen können es sich nicht leisten, irgendetwas an sich zu binden – Häuser, Gegenstände, Menschen –, weil alles zu jedem Zeitpunkt verloren gehen könnte. Ein Kollege sagte: „Wir haben nicht den Luxus, zu trauern.“
Was bedeutet das für die psychische Verfas sung einer Gesellschaft?
Es hat einen regelrechten Zusammenbruch gegeben: Systeme, die für Ordnung sorgen, sind kollabiert. Das passiert, wenn das Grundgefüge einer Gesellschaft zerstört wird. Das Trauma ist allgegenwärtig. Kinder, die längst über das Bettnässen hinaus sein sollten, fallen zurück. Das sind kleine, aufschlussreiche Zeichen chronischer Traumatisierung. Es ist auch nicht „posttraumatisch“ – es gibt ja kein „danach“ in Gaza. Ich glaube nicht, dass unsere medizinischen Kategorien ausreichen, um dieses Trauma richtig zu erfassen.
Gibt es Geschichten, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben sind?
So viele. Ich könnte Ihnen von Sham erzählen, die den Großteil ihrer Familie verloren hat und immer wieder weinend aufwachte und nach ihrer Mutter schrie. Ihre Mutter wurde getötet und sie selbst hatte mehrere Darmdurchbrüche. Oder von Mohammed, dem die Ausreise zur Behandlung verweigert wurde. Er ist 13 Jahre alt und konnte erst mehrere Monate später nach Jordanien ausreisen, obwohl der Antrag Monate zuvor gestellt worden war. In dieser Zeit ist er von 35 auf 18 Kilogramm ab gemagert. Monate später liegt er immer noch auf der Intensivstation. Oder von Musab Saman, einem jungen Arzt – einer der besten seines Jahrgangs –, der in israelischer Haft sitzt und wie so viele andere derselben Folter ausgesetzt ist, ohne je irgendeine Straftat begangen zu haben. Jede einzelne dieser Geschichten müsste eine Person ein Leben lang begleiten. Aber man verdrängt sie, weil auf die eine sofort die nächste folgt. Das Ausmaß der Verbrechen ist schwer zu erfassen.
Das Interview führte Hanno Hauenstein.
Dr. Tanya Haj-Hassan ist pädiatrische Intensivmedizinerin und eine der wichtigsten Stimmen zur humanitären Lage in Gaza. Zwischen Notfalleinsätzen vor Ort und Berichten vor internationalen Gremien reist die US-Amerikanerin um die Welt, um auf das Schicksal ihrer Patient:innen aufmerksam zu machen. (Foto: privat)
In Gaza sind die Lebensgrundlagen von mehr als zwei Millionen Menschen verwüstet. Wohn- und Krankenhäuser, Schulen, Universitäten, Moscheen, landwirtschaftliche Flächen: Nichts und niemand ist verschont geblieben. So wurden auch 1.700 Gesundheitsarbeiter:innen getötet, viele während des Versuchs, anderen das Leben zu retten.
Anfang Mai richtete ein von der Initiative medsolidar mit medico organisiertes Symposium zu „Humanitärer Medizin“ in Berlin den Fokus auf Gaza. 200 Gäste, überwiegend aus dem medizinischen Bereich, diskutierten darüber, welche Auswirkungen die systematische Zerstörung der Gesundheitsinfrastruktur auf die Versorgung der Zivilbevölkerung und die medizinische Arbeit vor Ort hat. Was ist zu tun, lokal und global? Und welche ethische Verantwortung hat die deutsche Ärzt:innenschaft, wenn Kolleg:innen in Gaza getötet und entführt werden?
Unterdessen setzen die medico-Partneror ganisationen in Gaza, weiterhin unter widrigsten Bedingungen, ihre Arbeit fort. Sie leisten medizinische und psychosoziale Nothilfe, reparieren Brunnen, organisieren Unterkünfte, kümmern sich um provisorischen Schulunterricht und betreiben eine Suppenküche.