Genozid in Gaza und Vertreibung der Palästinenser*innen aus dem Westjordanland – webinar Antikapitalistische Linke

Webinar mit Dr. Karin A. Gerster

Leiterin des Büros Ramallah der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Die im Oktober 2025 vereinbarte Waffenruhe für Gaza hat ihren Namen nicht verdient. Es kommt weiterhin fast täglich zu israelischen Angriffen und es gelangen weniger als die Hälfte der vereinbarten Hilfsgüter nach Gaza. Die Menschen leben nach wie vor unter katastrophalen Bedingungen. Das israelische Militär verschiebt die sogenannte gelbe Linie immer weiter in jenes Gebiet, in dem die Palästinenser*innen auf allerkleinstem Raum zusammengepfercht leben.

Israel setzt nicht nur den Genozid in Gaza fort, sondern zerstört Häuser und vertreibt Palästinenser*innen im Westjordanland. Die seit Januar 2025 andauernde israelische Operation „Eiserne Mauer” im Westjordanland richtet sich insbesondere gegen palästinensische Flüchtlingslager, die von der UNRWA betrieben werden und umfasst Militärangriffe, Gewalt durch Siedler und Hauszerstörungen. Laut UN-Berichten töteten israelische Streitkräfte zwischen Oktober 2023 und November 2025 über 1.000 Palästinenser im Westjordanland (darunter 223 Kinder) und vertrieben etwa 40.000 Menschen – die Hälfte davon allein aus dem Flüchtlingslager Jenin.

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Monatliche Großdemonstration zur Solidarität mit den Palästinenser:innen

Samstag, 7. Februar, 14 Uhr Berlin Wedding, S+U Gesundbrunnen

Das Sterben in Gaza und die massive Unterdrückung in der Westbank gehen weiter. Die Täter hätten es gern, dass über ihre Verbrechen ein Mantel des Schweigens ausgebreitet wird. Machen wir einen Strich durch dieses Kalkül.

Die Palästina Demo findet zu unserem Bedauern parallel zur Großdemo „Free Iran – weder Schah noch Mullahs“ statt, die mit politischer Signalwirkung auf den Jahrestag des Sturzes der Schahdiktatur gelegt wurde. Auch die Palästinser:innen erinnern an diesem Samstag an die Ereignisse bei Rafah vor 2 Jahren.

Nichts desto trotz: wir werden nicht müde, dazu aufzurufen sich besser abzustimmnen, identitäre Grenzen zu überwinden und möglichst gemeinsam zu kämpfen. Völker vereinigt Euch gegen weltweiten Faschismus, Imperialismus und Krieg. Das würden wir gern auch auf Berlins Straßen sehen. Hier der Aufruf der Veranstalter:innen:

Ehrung palästinensischer Märtyrerinnen-

Rafah wird nicht vergessen werden Wirversammeln uns heute in Berlin, um die palästinensischen Märtyrerinnen zu ehren- jene, die von einem zionistischen kolonialen System ermordet wurden, das auf ethnischer Säuberung, Besatzung, Apartheid und Genozid aufgebaut ist. Fast genau zwei Jahre zuvor, im Februar 2024, führten die Besatzungskräfte des zionistischen Regimes zwei aufeinanderfolgende Massaker an der Zivilbevölkerung in Rafah durch. Wir stehen heute hier, um ihres Mordes zu gedenken. Sie wurden, genau wie Tausende andere, in der gezielten Kampagne des zionistischen Regimes zur Auslöschung des palästinensischen Volkes getötet- des indigenen Volkes des besetzten Landes.

Am 9. Februar 2024 führte die Luftwaffe der zionistischen Entität eine koordinierte Serie von Luftangriffen auf die Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen durch. Diese Angriffe wurden gleichzeitig an mehreren Orten in einer Stadt ausgeführt, die zu einer Todesfalle geworden war, nachdem Palästinenserinnen, die vor der Zerstörung des nördlichen Gazastreifens geflohen waren, gewaltsam dorthin vertrieben worden waren. Mehr als 25 Palästinenserinnen wurden bei diesen Angriffen ermordet, ganze Familien wurden in ihren Häusern ausgelöscht

Sechs Mitglieder der Familie Ghnam wurden in einem Haus getötet. Zwölf Mitglieder der Familie al-Zurabi wurden in einem anderen ermordet. Sieben Mitglieder der Familie al-Jarmi wurden gemeinsam getötet.

Dies waren Luftangriffe, die von Kampfjets gegen zivile Wohnhäuser ausgeführt wurden. Dies war eine Massentötung- ein Massaker- belegt durch das Ausmaẞ der zivilen Opfer und die Auslöschung ganzer Familien.

Nur drei Tage später, am 12. Februar 2024, eskalierte das Massaker. Innerhalb von etwa dreiẞig Minuten startete die zionistische Entität erneut mehrere Luftangriffe über ganz Rafah hinweg und zielte auf Wohngebäude, Moscheen, Straẞen und dicht besiedelte Viertel. Mehr als 100 Palästinenser*innen wurden während des Angriffs ermordet, 3 palästinensische Leben wurden pro Minute genommen.

Die Mehrheit der Ermordeten waren Frauen und Kinder. Die meisten Opfer waren Binnenvertriebene, Menschen, die frühere Bombardierungen kaum überlebt hatten, nur um getötet zu werden, während sie Zuflucht suchten. Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht. Moscheen wurden zerstört. Straẞen wurden zu Massengräbern. Sie wurden getötet wegen dessen, wer sie waren – das indigene Volk des besetzten Landes – und weil sie sich weigerten zu kapitulieren, ihre Würde, ihr Land, ihre Zukunft aufzugeben. Ihre Namen müssen erinnert werden, genau wie die Namen aller palästinensischen Märtyrerinnen

Es ist ein Genozid. Und bis heute hat das Töten nicht aufgehört.

Trotz Behauptungen eines Waffenstillstands hat der Genozid niemals geendet. Es sind nun über 120 Tage seit dem sogenannten Waffenstillstand vergangen, und die zionistische Entität hat ihn mehr als 1.300 Mal verletzt. Seit Oktober 2025 wurden mehr als 500 Palästinenserinnen in Gaza ermordet. Humanitäre Hilfe wird eingeschränkt. Wiederaufbau wird blockiert. Hunger wird durchgesetzt. Gaza bleibt unter Belagerung. Die Bedingungen für Leben werden systematisch zerstört.

Palästinenserinnen sterben und leiden weiterhin in provisorischen Unterkünften, die durch Regen und starke Winde zerstört werden. Die zionistische Entität hat Gaza in einen unbewohnbaren Ort verwandelt; die Blockade von Hilfe, Medizin und Wiederaufbaumaẞnahmen bedeutet für viele einen langsamen Tod. Wir weigern uns, die leeren Worte eines sogennanten „,Waffenstillstands“ zu akzeptieren, während Menschen weiterhin getötet werden – durch Bomben und durch gezielte Vernachlässigung. Ein Waffenstillstand ohne Freiheit ist eine Lüge. Ein Waffenstillstand unter Belagerung ist eine Waffe. Ein Waffenstillstand, deres dem Genozid erlaubt weiterzugehen, ist kein Waffenstillstand.

Und lasst uns nicht vergessen, dass Deutschland an diesem Genozid mitschuldig ist. Als politischer Unterstützer und Waffenlieferant der zionistischen Entität ermöglicht Deutschland Genozid im Ausland, während es palästinensische Existenz und Solidarität im eigenen Land kriminalisiert. Doch Palästinenserinnen weigern sich zu verschwinden. Trotz Massaker, Belagerung, Inhaftierung und Exil setzt das palästinensische Volk seinen Widerstand fort. Die Märtyrerinnen von Rafah sind nicht umsonst gefallen. Der Genozid geht weiter, aber auch unser Kampf geht weiter.

Wir sind heute auf der Straẞe, um die Märtyrer*innen zu ehren. Genozid, Besatzung und koloniale Auslöschung für die palästinensische Befreiung.
Wir erinnern heute auch an die Red Ribbon Campaign, einen globalen Aufruf, die Freiheit palästinensischer politischer Gefangener zu fordern und das System von Inhaftierung, Folter und Verschwindenlassen offenzulegen, das eingesetzt wird, um palästinensischen Widerstand zu unterdrücken. Das rote Band wird als Symbol der Solidarität mit Gefangenen getragen, der Weigerung der Kriminalisierung und des Bekenntnisses zum kollektiven Kampf- tragt es, teilt es und macht palästinensische Gefangene unmöglich auszulöschen.

Wir fordern:

  • Ein sofortiges und dauerhaftes Ende des Genozids in Gaza
  • Ein Ende aller Waffenstillstandsverletzungen und fortlaufenden Tötungen
  • ·Die Aufhebung der Belagerung und vollen humanitären Zugang
  • Die Zerschlagung des Apartheid-Systems und der militärischen Besatzung
  • ·Rechenschaftspflicht für alle Täterinnen kolonialer Gewalt ·
  • Ein Ende deutscher Waffenexporte und politischer Komplizenschaft
  • Das bedingungslose Rückkehrrecht für alle Palästinenserinnen

,Free Palestine“ ist kein Slogan. Es ist Loyalität gegenüber den Märtyrer*innen. Es ist die Verantwortung gegenüber den Lebenden. Es ist ein Bekenntnis zur Befreiung.
Wir werden nicht vergessen. Wir werden keinen Genozid unter einem anderen Namen akzeptieren. Wir werden nicht aufhören Widerstand zu leisten, bis Palästina frei ist.

Nachbarschaftscafé gegen Krieg im Wedding

Waffen made in Wedding ?! Ab Sommer 2026 wird im Wedding das erste Mal seit 1945 wieder schwere Munition für Kriegszwecke hergestellt. Der größte Rüstungskonzern Deutschlands- Rheinmetall – stellt dann die Produktion seines Autozulieferers „Pierburg“ am Humboldthain (Scheringstraße 2) auf Rüstung um. Bislang gingen dort noch Autoteile vom Werkband, nun sollen es Munitionsteile für Panzergeschosse sein. Das is Teil einer aktuellen negativen Entwicklung. Für uns bedeutet das, dass unsere Nachbarschaft im Kriegsfall zur Zielscheibe wird.

Kommt ins Nachbarschafts Café gegen Krieg


Aus Tod, Zerstörung und Krieg machen Rüstungskonzerne riesen Profite

Die hier produzierten Munitionsteile werden dann weltweit exportiert und zum Töten eingesetzt. Rheinmetall bereichert sich an diesen Kriegen! Der Konzernumsatz lag im letzten Jahr bei 9,75 Milliarden Euro. Der Aktienkurs hat sich in den letzten Jahren verzehnfacht. Durch den Beschluss der Bundesregierung, die Schuldenbremse für Rüstungsausgaben aufzuheben, steigert Rheinmetall seine Profite immer weiter. Profite für wenige – Notstand für alle.

In den weltweiten Kriegen sterben aber nicht die Konzerneigentümer, Investoren und Politiker, sondern in erster Linie unsere Kinder, Familie, Freunde, Nachbarn und Arbeitskollegen, die zum Krieg eingezogen werden und weitere viele zivile Opfer. Es wird dennoch so getan, als wären die Kriegsvorbereitungen für „unsere“ Sicherheit, dabei geht es oft darum, Rohstoffe (z.B. Öl) oder Macht zu gewinnen. Außerdem: was bedeutet hier „unsere“ Sicherheit? Viel zu hohe Mieten, steigende Preise, schlechte Aussichten auf dem Arbeitsmarkt usw. sind unsere Unsicherheiten mit denen wir bereits seit Jahren zu kämpfen haben. Warum hilft uns die Regierung nicht bei diesen Problemen?

Frieden durch Kriegstüchtigkeit

Statt Kriege auf diplomatischem Weg zu lösen und soziale Friedensprojekte zu unterstützen, setzt die Bundesrepublik alles auf Aufrüstung und Krieg. Bald soll die Hälfte des deutschen Staatshaushalts in das Militär fließen.

Wir sterben nicht für ihre Kriege

Während die deutsche Regierung aufrüstet, sind viele in der Bevölkerung dagegen. Vor allem junge Menschen, die aktiv von einer Wiedereinführung der Wehrpflicht betroffen sind, wollen weder töten lernen, noch getötet werden. Wir sterben nicht für ihre Kriege!

Wir fordern: Umverteilung von Rüstung und Militär zum guten Leben für Alle!

Unser Kiez braucht bezahlbare Mieten und Lebensmittel, gute Sozial – und Gesundheitsvorsorge und echte Möglichkeiten zur Beteiligung. Lass uns gemeinsam für ein gutes Leben mit Würde und ohen Krieg kämpfen! Komm vorbei in unserem Nachbarschaftscafe und lass uns darüber reden! Unsere Termine hier im Wedding sind:


Text: Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion / Stadtteilkomitee Wedding

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