»Es geht nicht um Auschwitz, sondern um die NATO«

Vorbemerkung Kurt Weiss: Die deutsche Regierung machte den angeblichen „Kampf gegen Antisemitismus“ zum Instrument der Außenpolitik – nicht zum Schutz von Juden in Europa – sondern für Kriegshetze!
Adenauer drückte die deutschen Interessen beim Treffen mit Ben Gurion 1960 unmissverständlich so aus: Israel sei eine „Festung des Westens“ und „ich kann Ihnen schon jetzt sagen, wir werden Ihnen helfen, wir werden Sie nicht allein lassen“. Deutschland schickt Waffen und Israel erteilt die Absolution für eine Entnazifizierung, die es nie gab – eine Hand wäscht die andere! Bis heute.
Noch deutlicher erklärt U.S. Präsident Biden, dass es nicht um Juden, sondern um imperialistische geostrategische Interessen geht:
„Gäbe es kein Israel, müssten die Vereinigten Staaten von Amerika ein Israel erfinden, um ihre Interessen in der Region zu schützen. … Israel ist die größte Stärke, die Amerika im Nahen Osten hat. Ich sage immer zu meinen Freunden, wenn sie diese Dinge sagen, dass sie sich unsere Lage in der Welt vorstellen sollen, wenn es kein Israel gäbe. Wie viele Schlachtschiffe wären dann dort? Wie viele Truppen wären stationiert? … Ich bin ein Zionist. Man muss kein Jude sein, um Zionist zu sein.“

Es gibt etliche Zitate, die die Rolle Israels für den Westen unverhohlen zum Ausdruck bringen


Der Mittlere Osten ist strategisch enorm bedeutend: es ist die ölreichste Region der Welt und der Suezkanal ist eine strategische Handelsroute zwischen Europa und Asien, besonders China. Zionisten wie Biden benutzen Antisemitismus, um Juden zum Schweigen zu bringen, die den zionistischen Nationalismus nicht teilen. Wir sehen jeden Tag das obszöne Spektakel wie glühende Antisemiten wie Orban und Front National Israel unterstützen. Die deutsche Ampelregierung eint mit der faschistoiden AfD die Israel-Unterstützung und die Abschiebepolitik gegen Menschen mit dunklerer Hautfarbe. Gleichzeitig werden Juden, Palästinenser und Menschenrechtler als Antisemiten verleumdet und es wird mit Polizeigewalt gegen sie vorgegangen, weil sie gegen den israelischen Krieg in Gaza protestieren. [1]Quelle Biden Zitate: https://youtu.be/86Nrv5izaTs?feature=share

Palästina Solidarität aktuell in Berlin - Termine 


Im folgenden veröffentlichen wir den Vortrag von Dror Dayan, den er auf dem Palästina-Kongress halten wollte, der aber durch die Berliner Polizei verhindert wurde. Der Beitrag wurde erstmalig in der Jungen Welt vom 8.5.2024 veröffentlicht.

Dror Dayan ist ein israelischer Filmemacher und Dozent für Medienherstellung. Geboren in Westjerusalem studierte er an der Filmhochschule „Konrad Wolf“ in Babelsberg. Er lebt in Berlin und Liverpool und ist aktiv in der Palästina-Solidaritätsbewegung.

Es geht nicht um Auschwitz, sondern um die NATO!

Materielle Interessen hinter der Staatsräson bedingungsloser Israel-Solidarität

Von Dror Dayan

Es freut mich sehr, mit euch heute reden zu können, auch wenn das leider nur per Video möglich ist und nicht persönlich, wie geplant. Mein Name ist Dror Dayan, ich bin Filmemacher und Akademiker. Und ich bin auch in der Palästina-Solidaritätsbewegung aktiv, sowohl in Berlin als auch in Großbritannien. Ich wurde darum gebeten, heute darüber zu sprechen, warum Deutschland so eine bedingungslose Unterstützung für den Zionismus betreibt. Dieses Thema ist immer wichtig, aber nach dem, was bei dem Kongress passiert ist, haben wir jetzt eine konkrete und klare ­Demonstration dafür, wie und in welchem Maß Deutschland den Genozid in Gaza und den Zionismus unterstützt, auch hier im Lande. Es ist wichtig, darüber zu sprechen, warum es so ist.
Eine wichtige Sache möchte ich schon vorwegnehmen: Wir hören oft die Parole »Free Palestine from German Guilt.« Sie ist gut gemeint, aber meiner Meinung nach fehlgeleitet. Ich versuche zu zeigen, warum das eine ideologische Falle ist, und versuche, sie zu durchdringen.
Wir wissen: Zionismus ist Staatsräson. Das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel schon 2008 vor der Knesset gesagt. Diese Rede gilt manchmal als die Geburtsstunde der jetzigen Diskussion. In dieser Rede ist nichts Neues, aber sie verkörpert viel. Zum 15. Jahrestag dieser Rede sollen wir sie wieder genauer anschauen.
Wir überspringen das peinliche Vorwort auf Hebräisch. Denn in guter deutscher Tradition lernt jeder Deutsche, der nicht Nazi sein will, ein paar Worte auf Hebräisch, oft Schalom und Schoah, und möchte damit prahlen. Das hat auch Merkel vor der Knesset gemacht.
Bevor wir zur Frage der Staatsräson kommen, heißt es in der Rede: »Für mich steht außer Frage: Israel und Deutschland, Israel und Europa sind solche Partner – verbunden durch gemeinsame Werte, verbunden durch gemeinsame Herausforderungen und verbunden durch gemeinsame Interessen. Denn Stabilität, wirtschaftliche Prosperität, Sicherheit und Frieden in Europa wie in dieser Region sind in unserem beiderseitigen Interesse.« Wenn westliche Politiker von Sicherheit und Frieden reden, dann entsichere ich meine Browning, wie die Deutschen sagen. Aber hören wir weiter zu – was sah Merkel als die gemeinsamen Werte und Interessen des deutschen Imperialismus und des zionistischen Kolonialprojekts an? Denn das ist angesichts der jetzigen Situation um so relevanter:
»Wenn der Iran in den Besitz der Atombombe käme, dann hätte das verheerende Folgen – zuerst und vor allem für die Sicherheit und Existenz Israels, dann für die gesamte Region und schließlich, weit darüber hinaus, für alle in Europa und der Welt, für alle, denen die Werte Freiheit, Demokratie und Menschenwürde etwas bedeuten. Das muss verhindert werden.« Nicht Schoah, eigentlich auch nicht Palästina – es geht um Iran und die Sicherheit in der Region. Ein weiterer wichtiger Punkt, den Merkel deutlich machte, ist, dass diese gemeinsamen Werte und Interessen völlig unabhängig von den Werten und Interessen der Bevölkerung und Gesellschaft sind:

»Wie gehen wir damit um, wenn in Umfragen eine deutliche Mehrheit der Befragten in Europa sagt, die größere Bedrohung für die Welt gehe von Israel aus und nicht etwa vom Iran? Schrecken wir Politiker in Europa dann aus Furcht vor dieser öffentlichen Meinung davor zurück, den Iran mit weiteren und schärferen Sanktionen zum Stopp seines Nuklearprogramms zu bewegen? Nein, wie unbequem es auch sein mag, genau das dürfen wir nicht.«
Und deswegen heißt es ja auch Staatsräson – weil eine Staatsräson fest und unabhängig vom Willen der Bevölkerung ist. Es ist egal, was wir als Staatsbürger Deutschlands wollen, die Staatsräson hat immer Priorität. Und jetzt zum Highlight:
»Jede Bundesregierung und jeder Bundeskanzler vor mir waren der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit Israels verpflichtet. Diese historische Verantwortung Deutschlands ist Teil der Staatsräson meines Landes. Das heißt, die Sicherheit Israels ist für mich als deutsche Bundeskanzlerin niemals verhandelbar.« Das kennen wir meistens wahrscheinlich schon, aber es ist vielleicht auch wichtig zu merken, wie der Absatz endet: »Die Bundesregierung wird sich dabei, wenn der Iran nicht einlenkt, weiter entschieden für Sanktionen einsetzen.« Es geht also bei dieser Staatsräson oder mindestens bei dieser Rede nicht um irgendeine abstrakte »Sicherheit«, sondern um konkrete imperialistische Maßnahmen.
Was lernen wir aus dieser Fallstudie? Wir müssen immer diese »Werte« und vor allem »Interessen« untersuchen. Merkel sagt deutlich, die Gefahren für das zionistische Projekt sind auch Gefahren für Europa und »die Welt« – damit meint sie die NATO-Staaten und nicht etwa Kuba oder Venezuela. Es ist kein Geheimnis und keine Verschwörungstheorie, dass Israel, auch wenn es manchmal aus der Reihe tanzt und eigene Ziele verfolgt, immer noch ein Bollwerk des Imperialismus im Nahen Osten ist. Das sollte die Basis für jegliche Analyse des Zionismus sein. Das bedeutet, dass wir solche Fragen, die wir uns an diesem Wochenende stellen – oder stellen wollten, bevor Deutschland es uns mit Gewalt verboten hat –, ständig im Zusammenhang mit der geopolitischen Situation in der Region sehen müssen. Und die vergangenen sechs Monate haben uns auch deutlich gezeigt, dass es eigentlich nur Akteure aus der Region sind, die sowohl den Willen als auch die Möglichkeit haben, den Preis des Genozids für den Zionismus teuer zu machen. Das sehen wir im Jemen, im Iran oder am Widerstand im Südlibanon.
Also müssen wir uns fragen, welche Rolle die Beziehungen zwischen der BRD und dem zionistischen Projekt in der Region spielen. Und weil Imperialismus eben Imperialismus ist, geben uns die wirtschaftlich-militärischen Aspekte dieser Beziehungen, und vor allem die Rüstungsexporte, einen Hinweis dafür.
Ich möchte nicht zu detailliert über Rüstungsexporte sprechen, da wir einige sehr gute Genossen haben, die sich damit viel besser auskennen und die darüber berichten können. Die meisten hier wissen wahrscheinlich, dass Deutschland der zweitgrößte Lieferant von Waffen an das zionistische Projekt ist, und dass die Rüstungsexporte sich seit Beginn des Genozids in Gaza fast verzehnfacht haben – also auch sehr relevant für den jetzigen Genozid und Deutschlands Komplizenschaft dabei sind. Aber wie bei allem, worüber wir hier sprechen, fing auch hier die Weltgeschichte nicht am 7. Oktober an, sondern vor Jahrzehnten. Und da will ich über zwei wichtige Aspekte der militärischen Zusammenarbeit und der Exporte sprechen, die stark miteinander verbunden sind. Ich möchte diese kurz unter die Lupe nehmen, da sie ein sehr gutes Beispiel sind für das, was Merkel »gemeinsame Interessen« nennt: Das sind der Verkauf von U-Booten und, noch wichtiger, das israelische Nuklearprogramm.

Im Januar 2022 hat Israel drei »Dakar«-U-Boote von Thyssen-Krupp im Wert von drei Milliarden Euro bestellt, zusätzlich zu drei »Dolphin«-U-Booten, die die BRD in den 90ern an Israel geliefert und zum großen Teil selbst finanziert hat. 2006 kamen noch zwei U-Boote dazu, im Wert von 1,3 Milliarden Euro. Schon allein das ist ein ziemlich großes Geschäft, das uns zeigt, dass es hier mindestens genauso viel um Geld geht wie um die Uniform, die noch im Schrank von Opa hängt. Aber dann müssen wir uns auch die Frage stellen, wozu eine Armee, deren Hauptaktivitäten in der Bombardierung von Kindern aus der Luft oder dem Schikanieren von Arbeitern an Checkpoints besteht, mehrere atomwaffenfähige U-Boote benötigt.
Nuklear-U-Boote sind der dritte und vielleicht wichtigste Teil einer sogenannten »Nuclear Triad« – die Möglichkeit, Atomwaffen vom Boden, aus der Luft und aus dem Meer abzufeuern. Sie bieten die Möglichkeit, sich im Meer zu verstecken, beispielsweise im Persischen Golf, und von dort aus Raketen abzufeuern. Deswegen sind sie auch so wichtig für den sogenannten »Second Strike«, einen nuklearen Schlag nach einem erfolgreichen nuklearen oder anderen großen Angriff auf das eigene Territorium. Die deutschen U-Boote erlauben dem zionistischen Projekt also, fast überall in der Region mit Atomwaffen anzugreifen, was es natürlich schwieriger für ein Land wie Iran macht, beispielsweise auf zionistische Terrorangriffe wie neulich auf das Konsulat in Damaskus zu reagieren.
Aber atomwaffenfähige U-Boote brauchen auch Atomwaffen, und Deutschland hat sehr viel zur Herstellung dieser Waffen beigetragen. Die Zeitung Die Welt, sicher keine Freundin der Verdammten dieser Erde, hat 2015 eine Recherche darüber veröffentlicht, wie Deutschland das Atomprogramm Israels mitfinanzierte. Laut dem Bericht finanzierte Westdeutschland schon 1961 die Anlage in Dimona in der Wüste Naqab, getarnt als Beitrag »zur Entwicklung des Negev« – das ist der zionistische Name der Naqab –, beschlossen durch Ben-Gurion und Adenauer und geführt heimlich und ohne Beteiligung von Bundestag und Kabinett unter dem Decknamen »Aktion Geschäftsfreund«. Das alles erlaubt Deutschland, einen atomschlagsfähigen Verbündeten in der Region zu haben, ohne selbst die Verantwortung für den roten Knopf tragen zu müssen. Deutsche U-Boote mit deutschen Waffen, dieses Mal aber ohne deutsche Schuld. Also viel mehr als ein historisches schlechtes Gewissen wegen Opa sehen wir hier geo­politische Interessen – die praktischerweise wieder gemeinsame Interessen sind, wie Merkel sagt.
Heute aber fließen ja die Waffen nicht nur in eine Richtung, da wir jetzt bekanntlich eine »Zeitenwende« erleben und dafür ausgerüstet sein müssen. Der NATO-Stellvertreterkrieg in der Ukraine pusht den EU-Imperialismus auf Hochtouren. So fließen jetzt drei Milliarden Euro wieder in die andere Richtung, weil die BRD von Israel »Arrow 3« Abwehrraketen kauft, in einem weiteren Ausdruck gemeinsamer Werte und Interessen. Diese Raketen kamen auch bei den letzten Vergeltungsaktionen Irans zum Einsatz. Dazu erklärte der israelische Kriegsminister Joaw Gallant während des Deals in Berlin: »Heute sind wir mehr denn je von gemeinsamen Bedrohungen betroffen. Der iranische Fingerabdruck ist überall zu sehen.« Laut Bericht der Times of Israel bezieht er sich hier »auf iranische Stellvertreter an Israels Grenzen als auch auf den Verkauf iranischer Drohnen an Russland, mit denen das Schlachtfeld in der Ukraine beschossen wird«. Gemeinsame Feinde, gemeinsame Interessen, gemeinsame Werte. Gallant fügte auch hinzu, dass diese Waffensysteme nur an Staaten verkauft werden, die Israels Interessen vertreten. Boris Pistorius sagte dazu: »Wir würden ›Arrow 3‹ gerne in den umfassenden Verteidigungsschild der NATO einbinden, damit unsere Nachbarn davon profitieren können.« Damit meint er andere NATO-Staaten. Wenn Gallant sich nach so einem Deal an »Gleis 17« fotografieren lässt, geht es um die NATO und nicht um Auschwitz.

Ich hoffe, all das macht es deutlicher, worum es bei der Unterstützung des zionistischen Projekts seitens der BRD geht. Dann wird auch die Repression gegen die Palästina-Solidarität klarer. Es ist wichtiger, über diese Aspekte zu reden als über deren ideologische Tarnung wie »historische Verantwortung« oder andere Lügen. Die Ideologie ist nur eine Waffe der Herrschenden, um die materielle Realität zu verteidigen und aufrechtzuerhalten oder zu verschleiern. Aber es ist natürlich auch wichtig, über diese Waffe zu sprechen, da viele von uns dieser Repression ausgesetzt sind. Und es ist wichtig, anzumerken, dass auch dies nicht am 7. Oktober begonnen hat. Verbote von Nakba-Demos hatten wir schon in den Jahren davor. Heute werden Leute wegen »From the River to the Sea – Palestine will be Free« festgenommen – eine Parole, die unbedingt zu verteidigen ist, da sie nichts außer gleiche Rechte für alle Menschen im Lande fordert. Aber vor zehn Jahren war es die Parole »Kindermörder Israel«. Vielleicht haben wir heute mehr mit institutioneller Repression zu tun, mit der Kündigung von Journalisten, mit Ausladungen, dem Streichen von Geldern. Aber es war nie besonders einfach, hier palästinasolidarisch zu sein. Und natürlich sind Institutionen der Kultur und Medien die Hauptträger der Staatsideologie, vor allem wenn sie vom Staat finanziert werden.

Wir danken dem AutorDror Dayan für die Publikationsrechte.

References

References
1 Quelle Biden Zitate: https://youtu.be/86Nrv5izaTs?feature=share

Herr Kapitalist

Gedicht und Bildcollage Peter Jüriens

Herr Kapitalist

Deine hunderten prächtigen Herden
sind schon lange ins Trockene gebracht – Das eine Lamm der Armen auf Erden
friert in Regen und Winternacht.

Und doch bist Du nicht zufrieden
und doch bist Du noch nicht satt
Deine Fresssucht ist entschieden
größer, als es je Hunger hat.

Und doch musst Du noch mehr raffen
Und die Armen noch weiter ausbluten
Sie woll’n Leben, doch Du verkaufst Waffen
Du gehörst halt nicht zu den Guten.

Und Deine hunderten Herden
weiden auf des Lammes Gebeinen
so, daß Kinder zertrampelt werden
und die Mütter nur endlos weinen,

Und die Väter nur endlos hassen
Und das wird dann immer schlimmer
Und Du kannst das Rauben nicht lassen
Und Du wirst das nicht einsehen, nimmer!

Darum muss man es Dir nehmen
Und man muss Dich dann gut bewachen
Sonst würdest Du ganz ohne Schämen
Bis zum Untergang weitermachen

Deine hunderten riesigen Herden
die gebühren den Armen der Welt.
Das ist, wie es ist, Herr Kapitalist –
Und wird niemals vergeben werden.

PMJJ2024

Wir danken Peter für die Publikationsrechte

Ehrenfriedhof für die Gefallenen der Roten Armee in Klosterfelde und Grabschändung

Inhaltsverzeichnis

08. Mai 2024 – 79. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus

In ein kleine Ort “Klosterfelde” [1] fand am 8. Mai eine Gedenkveranstaltung am Ehrenfriedhof für die Gefallenen der Roten Armee statt.

Es waren ca. 30 Teilnehmer vor Ort und und Vertreter der Botschaft der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland. der auch Worte des Gedenkens an die Teilnehmer richtete.

Anlässlich des Kriegsendes sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, der Gefallenen der Roten Armee zu gedenken, die Deutschland und uns vom Hitlerfaschismus und Kriegsgeschehen befreit hat.


Eingeladen hat

Eingeladen zum Ehrenfried hat Das Ostdeutsche Kuratorium von Verbänden,

„Das Ostdeutsche Kuratorium von Verbänden e.V. (OKV) ist ein
Netzwerk von Initiativen und Vereinen, die sich der Überwindung von
Diskriminierungen, Defiziten und Benachteiligungen im Prozess der
Vereinigung Deutschlands verschrieben haben.
Der Kampf um gerechte Renten und Alterssicherung, die Verteidigung der
Eigentumsrechte der Ostdeutschen und soziale Gerechtigkeit im weitesten
Sinne sind das Tätigkeitsfeld der im OKV vereinigten Verbände und
Initiativen.
Es wendet sich gegen jede Art von Geschichtsfälschung.
Mit der Veröffentlichung des „Ostdeutschen Memorandums“ im Frühjahr 1993
begann die Vorgeschichte des OKV, das am 01. Juni 1994 als Verein beim
Registergericht eingetragen wurde.“

Thomas G. von OKV eröffnete mit einer Rede die Gedenkveranstaltung:

Hier sein Rede:

Liebe Genossen, liebe Freunde!
Heute, am 8. Mai jährt sich der Tag der Befreiung Deutschlands von Faschismus
zum 79. Mal – ein Grund zur Freude, viel mehr noch aber ein Grund, der Opfer zu
gedenken und Lehren aus Faschismus und Krieg zu ziehen.
Unser besonderer Dank gilt den Völkern der Sowjetunion. Den größten Anteil am
Sieg der Alliierten hatte die Rote Armee. Die Sowjetunion hat in diesem Krieg
27 Millionen Menschen verloren, ihre Bevölkerung erlitt unsägliches Leid, Dörfer
wurden niedergebrannt und das Land wurde verwüstet.
Wir gedenken hier am Ehrenfriedhof auch der 344 in Klosterfelde Gefallenen der
Roten Armee, die bereits am 21. April 1945 das Wandlitzer Gemeindegebiet von der
faschistischen Gewaltherrschaft befreiten.
Millionen Menschen waren Opfer des Naziregimes: 6 Millionen jüdische Menschen,
27 Millionen Bürgerinnen und Bürger der Sowjetunion, hunderttausende Menschen
in ganz Europa, die Widerstand gegen die Besetzung ihrer Heimatländer leisteten,
Gegner der Nazis aus allen politischen Lagern und viele weitere, die dem Terror und
dem Krieg des deutschen Faschismus zum Opfer fielen.
Nach der Befreiung waren sich die meisten Menschen Europas einig: Nie wieder
sollte es Faschismus und Krieg geben. Doch ihre Hoffnungen waren trügerisch, die
Voraussetzungen für eine Welt des Friedens und der Freiheit wurden, allen
Versuchen zum Trotz, nicht geschaffen. Heute herrscht wieder Krieg in vielen
Ländern der Erde.
Wer den Sieg über den Faschismus leugnet, wer ihn klein redet und verzerrt, der
macht den Platz frei für seine Rückkehr. Nicht nur symbolisch. Ganz konkret.
Umso schändlicher ist es, wenn heute wieder deutsche Panzer gen Russland rollen.
Der Faschismus ist zurück in Europa und anderen Teilen der Welt. Oder besser
gesagt, er hat seine Tarnung aufgegeben, seinen Schafspelz abgelegt, hat sich
demaskiert.
Es ist die schwerstwiegende und folgenreichste Verharmlosung des deutschen
Faschismus, der Massenmorde und Kriegspolitik, einen nationalen Sozialismus zu
nennen.
Tag für Tag wird im Westen und besonders auch in Deutschland daran gearbeitet,
Feindseligkeit gegen Russland, alles Russische aufzubauen, und mit äußerstem
Eifer wird die faschistische Gesinnung der Ukraine gleichzeitig verdeckt und
übernommen.
Wer heute an die Befreiung von Faschismus und Krieg erinnert, der Opfer gedenkt
und den Befreiern dankt, der muss die richtigen Lehren ziehen: Nie wieder
Faschismus und Krieg heißt:
Frieden und Freundschaft mit Russland, mit unserem Verstand und unser Herz
Es gibt keine Alternative zu Völkerverständigung, Verhandlungen und Abrüstung,
um die Welt friedlicher und sicherer zu machen.
Die Forderung „Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg“ ist heute so aktuell wie
vor 79 Jahren und verlangt aktuell von uns, dass wir uns für Frieden mit Russland
und Freundschaft mit den russischen Menschen einsetzen
Druschba – Freundschaft mit Russland!
Hoch die internationale Solidarität!

Anschließend sprach der Vertreter der russischen Botschaft und es wurden danach Blumen und Kränze niedergelegt.

Eine kleine Bildergalerie:

Grabschändung

Leider gibt es auch eine traurige Nachricht. Wie mir gegen 21.30 mitgeteilt wurde, gab es am Ehrenmal eine Grabschändung.

2 Unbekannte Täter entfernten gegen 21.00 Uhr die Schleife vom Kranz der russischen Botschaft und stahlen alle Georgsbänder von Kränzen und Gebinden.

Mein langjährige, politische Freundind Petra W. schrieb dazu: “ Was geht bloß in diesen Menschen vor, wo soll das noch enden?“

Vor der Schändung.

Foto: Ingo Müller

Nach der Schändung:

Foto: Jörg M.

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