„Wir sind so frei“ – Dokumentarfilm über die Folgen des G20-Gipfels in Hamburg

Über die Politik der Feinschaft und was wir dagegen tun: In einer Langzeitbeobachtung dokumentieren die Filmemacher Christian Lehmann-Feddersen & Alf Schreiber die gesellschaftlich-politischen Nachwehen des G20-Gipfels in Hamburg.

Während Aktivist*innen dem juristischen Nachspiel ausgesetzt sind, formieren sich im Schatten des Gipfels das kapitalistische System und der Widerstand neu.

Der G20 Gipfel im Juli 2017 in Hamburg war für die kapitalismuskritischen Bewegungen Europas Anlass des gemeinsamen Protests gegen diese Machtdemonstration der weltbeherrschenden Kräfte über alle politischen Differenzen hinweg.

Der Film begleitet in einer Langzeitbeobachtung Teilnehmer und Teilnehmerinnen der damaligen Proteste. Er zeigt wie sie Opfer ungebremster Polizeigewalt wurden, zeitweiliger inhaftiert wurden und bis heute andauernder Strafverfolgung ausgesetzt werden. Dennoch kämpfen sie weiter gegen Grundrechtseinschränkungen und für eine freie Gesellschaft.

Neben G20 formieren sich in den endlosen Krisen aber auch neue Bewegungen. So organisieren sich migrantische Beschäftigte, um die Grundrechte, das Recht auf Streik, für gerechte Bezahlung und menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Geflüchtete Frauen organisieren sich in feministischen Zusammenschlüssen wie „NiNa Women in Action“ und „Women in Exile”.

Auf der anderen Seite formiert sich aber auch das kapitalistische System neu, was im Film am Beispiel des globalen Finanzdienstleisters Black Rock deutlich gemacht wird.

In der Zusammenschau aller Ebenen des Films entsteht ein umfassendes Bild davon, wie die Kräfte der privaten Aneignung von Reichtum und Macht unsere Lebens- und Arbeitsverhältnisse bestimmen.

In seinem vielschichtigen Panorama zeigt Wir sind so frei aber auch das grosse Potential für die Überwindung dieses Zustandes bei allen, die in unterschiedlicher Weise von wachsender Armut, Lohnraub, Sozialabbau, Aufrüstung und den Folgen von Kriegswirtschaft betroffen sind. pm

Wir sind so frei
Deutschland
2024 – 97 min.
Regie: Christian Lehmann-Feddersen & Alf Schreiber
Produktion: No Doubt Media (Hamburg)

Aus: Untergrundblättle
https://www.untergrund-blättle.ch/kultur/film/wir-sind-so-frei-dokumentarfilm-ueber-die-folgen-des-g20-gipfels-in-hamburg-008509.html

Wir danken für das Publikationsrecht.

Grenzen der Staatsräson?

Podiumsdiskussion medico international am 12. Juli 2024 in Berlin

Geschichte, deutsche Erinnerungspolitik und der Krieg gegen Gaza

Das derzeitige Töten und Sterben in Gaza nach dem Überfall der Hamas und anderer Gruppierungen auf Israel am 7. Oktober hat weltweit zu Protesten geführt. In keinem Konflikt sind in einem so kurzen Zeitraum so viele Kinder, Jugendliche, Journalist:innen und UN-Mitarbeiter:innen getötet worden. In keiner Krisenregion der Welt hat der Hunger sich mit so einer atemberaubenden Geschwindigkeit ausgebreitet wie im abgeriegelten Gazastreifen, obwohl es ein Leichtes wäre, humanitäre Hilfe über Land in die Enklave zu bringen, wenn Tel Aviv dies zuließe. Unterdessen zeigen Meinungsumfragen in den USA und Deutschland, dass eine Mehrheit der Bevölkerung gegen diesen Krieg ist, während die Bundesrepublik neben den USA zur wichtigsten Unterstützerin Israels geworden ist (lt. SIPRI auch militärisch). Die Art der Kriegsführung stellt die deutsche Staatsräson, auf die sich Politiker:innen hierzulande weiterhin berufen, jedoch auf eine harte Probe. Die diversen Verfahren vor internationalen und deutschen Gerichten zeigen auch, dass es gewichtige Gründe dafür gibt, die Bedeutung der vagen Staatsräson-Formel auszuloten. Medico International lädt aus diesem Anlass ein zur Podiumsdiskussion.

Podiumsdiskussion mit:

  • Daniel Marwecki, Politologe
  • Charlotte Wiedemann, Publizistin

Moderation: Riad Othman, medico international

Datum: Freitag, 12.07.2024
Uhrzeit: 19 Uhr
Ort: Spore Haus, Hermannstraße 86, 12051 Berlin

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahme ist kostenlos.

Mehr Informationen über unsere Projekte und Möglichkeiten zur Unterstützung der Arbeit unserer Partner:innen finden Sie auch in unserem Spendenaufruf: Nothilfe für Gaza.

We Are Here. Young Gaza on Stage – Hofkino

We are here. Young Gaza on Stage/Gaza hat viele Gesichter
Hofkino und Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin

Montag 8.Juli 2024, 20:45 Uhr

„Wir zeigen den Film (Originalton) «We Are Here – Young Gaza on Stage» vor dem Hintergrund des verheerenden Krieges in Gaza. Gerade jetzt wollen wir das Leben der Menschen in Gaza zeigen, um «Gaza» ein Gesicht zu geben oder in diesem speziellen Fall die vielen Gesichter der Schauspieler, ihre Geschichten und ihre Sehnsucht nach einem Leben in Frieden, Sicherheit und Würde.

Der Film aus dem Jahr 2016 begleitet eine Gruppe junger Schauspielerinnen des Ashtar-Theaters in Gaza, die ihr Stück «The Gaza Monologues» über die Kriegserfahrungen von Teenagern erstmals in Ramallah im Westjordanland aufführen werden. Das Stück wurde bereits von vielen anderen Gruppen in der ganzen Welt aufgeführt, unter anderem im UN-Hauptquartier in New York. Nur die Schauspielerinnen aus Gaza konnten ihr eigenes Stück bisher nie woanders zeigen, weil sie den Gazastreifen nicht verlassen durften. Die Einladung nach Ramallah stellt eine neue Chance dar.

Im Anschluss an den Film, der in Zusammenarbeit mit dem Palästina-Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung entstanden ist, wird es ein Filmgespräch zwischen Duha Almusaddar (RLS-Büro Palästina und Jordanien in Ramallah) und Katja Herrmann (Leiterin Referat Westasien der Rosa-Luxemburg-Stiftung) geben.

Sprache: Englisch | Eintritt kostenlos |
Mehr Information: https://www.newdocs.de/we-are-here-young-gaza-on-stage/

Foto: www.newdocs.de

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