Über 1000 Dozenten fordern Rücktritt der Bildungsministerin

Die Vorgeschichte

Am Tag des Grundgesetzes kam es zu einem propalästinensischen Protest an der Berliner Humboldt Universität. Die besetzenden Studentent:innen und Universitätsleitung hatten eine Übereinkunft zum Diskurs getroffen. Die wesentlichen Anliegen der Besetzer:innen: Protest gegen die israelische Besatzungspolitik, den Genozid in GAZA und die Unterstützung des Netanyahu Regimes durch die deutsche Regierung. Propagierung eines befreiten Palästina, in dem Jud:innen und Isreal:innen friedlich mit Palästinenser:innen und Muslim:innen gemeinsam zusammenleben.

Der ursprünglich laut aller Beteiligten „respektvolle Dialog“ musste aber jäh abgebrochen werden. Von politischer Seite wurde unter Missachtung der Hochschulautonmie eine Räumung durchgesetzt. Die Polizei ging – wie Videos zeigen – bei der Räumung nicht gerade zimperlich um – mit dem Inventar und mit den Menschen. Der anwesende Rechtsbeistand und ein Journalist der Berliner Zeitung wurden rechtswidrig verhaftet. Der Journalist wurde auf üble Weise körperlich misshandelt.

Am Folgetag setzte eine Hetzkampagne gegen die Studierenden, aber auch gegen Verantwortliche der Universitäten ein. Presse und Politik überhäuften die Besetzer:innen pauschal mit Antisemitismusvorwürfen. Als Beweis für den Antisemitismus mußte auch hier wieder die Parole „From the River to the Sea“ herhalten. Gerichte haben inzwischen festgestellt, dass es sich bei der Behauptung, dass diese Parole antisemitisch sei, um eine unhaltbare Unterstellung der Behörden handelt. Nicht die Studierenden und das zum Dialog bereite Unipersonal brechen das Gesetz, sondern Politik und Innenbehörden.

Viele Universitätsverantwortlichen wichen vor dem massiven Druck aus der Politik zurück. Die TU Präsidentin Rauch, die nicht hundert Prozent deckungsgleich auf Staatsräsonlinie liegt, muss eine wahre Hexenjagd über sich ergehen lassen. 100 mutige Dozent:innen wagten es aber, sich in einem offenen Brief für Dialog auszusprechen. Sie forderten die Unileitungen auf „von Polizeieinsätzen gegen ihre eigenen Studierenden ebenso wie von weiterer strafrechtlicher Verfolgung abzusehen“.

„Schock-Brief: Uni-Profs stellen sich hinter Judenhasser-Mob“, titelte die Bild-Zeitung dazu. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger erklärte Bild, das Schreiben mache sie „fassungslos“: Statt sich klar gegen Israel- und Judenhass zu stellen, würden die Uni-Besetzer:innen verharmlost. Gerade Lehrende müssten „auf dem Boden des Grundgesetzes stehen.“

In ihrem Ministerium selbst ließ sie repressive Maßnahmen gegen die Unterzeichner:innen des offenen Briefs prüfen. Dazu heisst es in einem erneuten Protest Brief: „Repressive Überprüfungen von Wissenschaftler:innen, die ihre kritische Haltung zu politischen Entscheidungen öffentlich machen, sind aus autoritären Regimen bekannt.“ Besonders die Erwägung zur Rücknahme von Förderbescheiden verletze die im Grundgesetz verbriefte Wissenschaftsfreiheit.

Wer Israel kritisiert, sich mit den Menschen in Gaza solidarisch zeigt und für das verbriefte Völkerrecht auch der Palästinenser:innen eintritt, soll wohl mundtot gemacht werden. Dafur wird auch vor mutmaßlichem Machtmissbrauch und Gesetzesbruch nicht zurückgescheut. Es hagelt Kritik aus der gesamten deutschen Wissenschaftsszene. Es bleibt nur die Konsequenz: Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger muss zurücktreten! Aber auch die Besetzer:innen gehören rehabilitiert!

Update 17.6.: das erste Bauernopfer in dem Fall. Die Staatssekretärin der Bildungsministerin muss gehen. Selbstverständlich  nicht einfach so, sie wird in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Mit üppigen Bezügen.

Der Brief

Wir veröffentlichen hier den von inzwischen über 1000 Professoren und Dozenten unterschriebenen offenen Brief mit der Forderung nach Rücktritt:

Offene Stellungnahme zum Vorgehen der Bundesbildungsministerin angesichts des offenen Briefes Berliner Hochschullehrer:innen

English Version below

Zum 75-jährigen Bestehen des Grundgesetzes erleben Wissenschaftler:innen in Deutschland einen bisher nicht dagewesenen Angriff auf ihre Grundrechte. Nachdem die Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger am 8.5.2024 zum „Statement von Lehrenden an Berliner Hochschulen“ in Sozialen Medien den Zeichner:innen vorgeworfen hatte, sie stünden nicht auf dem Boden des Grundgesetzes, ließ sie – wie die Panorama-Redaktion am 11. Juni 2024 bekannt machte – am 13.5. diesen Jahres dienst- und strafrechtliche Sanktionen gegen Beamt:innen und Angestellte der Länder sowie die Option des Widerrufs von Förderungen durch Mitarbeiter:innen im BMBF prüfen. 

Diese Handlungsweise macht sie aus folgenden Gründen als Ministerin für Bildung und Forschung untragbar: 

1) Die Prüfung dienstrechtlicher Sanktionen obliegt den Ländern als Dienstherren von Professor*innen. 

2) Das Strafrecht gehört nicht zum Zuständigkeitsbereich des Ministeriums. 

3) Die avisierte Rücknahme von Förderbescheiden widerspricht allen Prinzipien der grundgesetzlich garantierten Wissenschaftsfreiheit.

Der Entzug von Fördermitteln ad personam aufgrund von politischen Äußerungen der betreffenden Forscher:innen ist grundgesetzwidrig: Lehre und Forschung sind frei. Die interne Anordnung, eine derartige politische Sanktionierung dennoch zu prüfen, ist ein Zeichen verfassungsrechtlicher Unkenntnis und politischen Machtmissbrauchs; sie verdeutlicht einen zunehmenden Bruch zwischen Entscheidungstragenden im Bundesministerium für Bildung und Forschung und denjenigen, die das Wissenschaftssystem durch ihre Forschung und Lehre tragen. Das Vorgehen der Ministeriumsleitung riskiert allein durch seine einschüchternde Wirkung, das hart erkämpfte Abwehrrecht der Wissenschaftsfreiheit gegenüber politischen und staatlichen Einflussnahmen nachhaltig zu beschädigen. Die Freiheit der Wissenschaft schützt davor, dass der Staat über Wahrheiten autoritativ entscheidet, und ist damit Grundbedingung einer pluralen Gesellschaft.

Repressive Überprüfungen von Wissenschaftler:innen, die ihre kritische Haltung zu politischen Entscheidungen öffentlich machen, sind aus autoritären Regimen bekannt, die eine freie Diskussion auch an Universitäten systematisch behindern. Bereits der Anschein, die freie, gesellschaftliche Diskussion werde staatlich beschnitten, schadet unserer demokratischen Gesellschaft und dem Ansehen des Wissenschaftsstandorts Deutschland in der Welt. 

Es gehört zu den Prinzipien der Wissenschaftsförderung in Deutschland (inkl. der Projektförderung durch das BMBF selbst), dass bei der Begutachtung und Bewilligung von Projektanträgen allein nach wissenschaftlichen Kriterien vorgegangen wird. Ungeachtet der Befürwortung oder kritischen Distanz zum Vorgehen der Lehrenden an Berliner Hochschulen: Politisch eine Überprüfung der Empfänger:innen von Forschungsgeldern auch nur anzustoßen, verrät eine Auffassung von Wissenschaft und Wissenschaftsförderung, die mit der Leitung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung nicht vereinbar ist.

Artikel passend  zum Thema „Innere Zeitenwende“ oder Wie das liberale Establishment schon heute die Geschäfte der AFD betreibt!
Siehe auch "Schallende Ohrfeigen für die Behörden. Gericht kippt Verbot der Parole" From the River to the Sea, Palestine will be free "" 

English Version

Open statement on the actions of the Federal Minister of Education in response to the open letter from Berlin university lecturers.

On the 75th anniversary of the Basic Law, academics in Germany are experiencing an unprecedented attack on their fundamental rights. The Federal Minister of Education, Bettina Stark-Watzinger accused the authors of the „Statement by lecturers at Berlin universities“ on social media on 8 May 2024 of not standing on the grounds of the Basic Law. On 13 May, she proceeded to ask the Ministry to examine the possibility of sanctions under civil service law and criminal law against civil servants and employees of the federal states, including the option to revoke funding by the BMBF. This was made public by the Panorama editorial team on 11 June 2024.

This behaviour makes her position as Minister of Education and Research untenable for the following reasons: 

1) The examination of sanctions under employment law is the responsibility of the federal states as the employers of professors. 

 2) Criminal law does not fall within the remit of the Ministry. 

 3) The withdrawal of funding decisions on grounds of adverse public positioning by academics contradicts all principles of constitutionally guaranteed academic freedom.

 The withdrawal of funding ad personam on the basis of political statements made by researchers is contrary to the Basic Law: teaching and research are free. The internal order to examine such political sanctions is a sign of constitutional ignorance and political abuse of power; it illustrates an increasing rift between decision-makers in the Federal Ministry of Education and Research and those who support the academic system through their research and teaching. Through its intimidating effect alone, the Minister’s actions risk permanently damaging the hard-won right of academic freedom against political and state interference. Academic freedom protects against the state deciding authoritatively on truths and is therefore a basic condition of a pluralistic society.

Repressive reviews of academics who make public their critical stance on governmental decisions are familiar from authoritarian regimes that systematically hinder free discussion, including at universities. Even giving the impression that free social debate is being curtailed by the state damages our democratic society and the reputation of Germany as a centre of research in the world. 

It is one of the principles of science funding in Germany (including project funding by the BMBF itself) that project proposals are assessed and approved solely on the basis of scientific criteria. Regardless of one’s support for or critical distance from the approach taken by the lecturers at Berlin universities, to even politically initiate a review of the recipients of research funding betrays a view of science and science funding that is incompatible with directing the Federal Ministry of Education and Research.

Titelfoto Tania Bruguera

Wir stehen für Frieden und Gerechtigkeit — Erklärung von industriAll

Der Exekutivausschuss von IndustriALL Global Union bezog am 24.Mai 2024 zu Israels Krieg gegen das palästinensische Volk in einer Resolution klar und deutlich Stellung. Die Erklärung steht in Einklang mit den Positionen der Institutionen internationalen Rechts, der UN und den Entschliessungen der UN Vollversammlung. Sie entspricht aber auch der Grundhaltung und Beschlusslage zu „Krieg und Frieden“ und „Menschenrechten“ der großen deutschen Gewerkschaften. Fast zwei Drittel der deutschen Bevölkerung und wohl auch der gewerkschaftlichen Mitglieder lehnen Israels Vorgehen in Gaza ab. Wer die Kriegsfrage wegschweigt, nicht nur in Nahost, sondern auch innerhalb Europa, dem geht die Glaubwürdigkeit verloren. Wer die Kriegsfrage wegschweigt, der kann gegen die damit verbundenen Breitsalven auf die sozialen Interessen der Kolleg:innen keine klare Kante zeigen und treibt sie nach Rechts.

Wir halten angesichts des Blutbads und der nicht enden wollenden Gewalt insbesondere gegen die Zivilbevölkerung in GAZA eine breite öffentliche Diskussion dazu innerhalb der deutschen Gewerkschaftsbewegung für absolut dringend und unerlässlich.

Erklärung des Exekutivausschuss von IndustriALL Global Union zu Israels Krieg gegen das palästinensische Volk, Genf 24.Mai 2024

„Der Internationale Gerichtshof hat in dem von Südafrika angestrengten und von vielen anderen Ländern unterstützten Fall im Januar 2024 festgestellt, dass es „plausibel“ ist, dass Israel Taten begangen hat, die zu einem Völkermord in GAZA führen.

Der Internationale Strafgerichtshof versucht nun, Haftbefehle gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Yoav Gallant wegen Kriegsverbrechen und fortgesetzter Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie gegen Hamas-Führer wegen der Angriffe auf Israel vom 7. Oktober zu erlassen. Beide Taten sind zu verurteilen.

Der Exekutivausschuss von IndustriALL Global Union verurteilt Israels endlosen Krieg gegen das palästinensische Volk, den anhaltenden Völkermord in Gaza und die illegale Besetzung und ethnische Säuberung des Westjordanlandes vorbehaltlos. Wir stehen solidarisch an der Seite des palästinensischen Volkes. Israel hat über 35.000 Palästinenser getötet, darunter über 14.000 Kinder, über 77.000 wurden verletzt und über 2,3 Millionen – mehr als vier Fünftel der Bevölkerung Gazas – wurden vertrieben. Krankenhäuser, Schulen, Universitäten, Krankenwagen, medizinische und Nahrungsmittelkonvois, Wasserversorgungsanlagen und Straßen wurden alle gezielt von den israelischen Streitkräften angegriffen, was das Leben in Gaza dezimierte. Journalisten und ihre Familien wurden in Gaza und im Westjordanland getötet, bedroht, zensiert, verhaftet und angegriffen, um die Ausstrahlung von Informationen über israelische Verbrechen zu verhindern. Israel hat den Angriff auf Gaza fortgesetzt und die Gewalt und ethnische Säuberung gegen die Palästinenser im Westjordanland verstärkt.

Die jüngsten israelischen Angriffe auf Rafah, einen angeblichen „sicheren Ort“, an dem schätzungsweise 1,4 Millionen Palästinenser Zuflucht gesucht haben, sind verabscheuungswürdig und stellen eine klare Missachtung der Anweisungen der UNO und des Internationalen Gerichtshofs dar und verstoßen gegen das Völkerrecht. Als Gewerkschaften treten wir für das Selbstbestimmungsrecht aller Völker und Staaten ein. Unsere Bewegung ist die größte zivilgesellschaftliche Bewegung der Welt und wir können nicht zulassen, dass dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch unser Schweigen weitergeht; es wäre ein Schandfleck in der Geschichte unserer Bewegung, wenn wir das tun.

Wir begrüßen es, wenn sich Menschen, besonders die jungen, für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Der Vorstand von Industrial Global:

1) fordert daher einen sofortigen Waffenstillstand und fordert alle Regierungen auf, die Unterstützung der Kriegsanstrengungen Israels unverzüglich einzustellen;

2) fordert alle Mitgliedsorganisationen auf, ein Ende der illegalen Besetzung Palästinas durch Israel zu unterstützen und den Boykott, die Desinvestition und die Sanktionen gegen Israel zu unterstützen, wie es das Volk Palästinas fordert;

3) Fordert die Wiederaufnahme diplomatischer Verhandlungen, um die Ursachen dieser über 75 Jahre zurückreichenden humanitären Katastrophe anzugehen und eine gerechte und dauerhafte Lösung in der Region im Rahmen einer Zweistaatenlösung zu erreichen, ein Ziel, das nur mit friedlichen Mitteln im Einklang mit den UN-Resolutionen erreicht werden kann.

Im Geiste der Schlussfolgerungen der Resolution des IndustriALL-Exekutivausschusses vom 28.-29. November 2023 bekräftigen wir, dass wir als Gewerkschaften für Frieden, Gerechtigkeit, Freiheit, gleiche Rechte, Demokratie, Menschenwürde und die souveräne Gleichheit aller Völker und Staaten eintreten. Der Exekutivausschuss von IndustriALL Global Union fordert alle unsere Mitgliedsorganisationen auf, sich für ein Ende des Krieges, für die Rechte und die Sicherheit aller Menschen einzusetzen. Gleichzeitig müssen wir uns für die Versammlungsfreiheit einsetzen, um zu gewährleisten, dass die Menschen friedlich demonstrieren können. Wir müssen uns gegen die Polarisierung wehren, die durch Desinformation oder Unwissenheit angeheizt wird, und wir müssen uns gegen religiöse Intoleranz stellen, insbesondere gegen Kräfte des Antisemitismus, der antimuslimischen Bigotterie und aller Formen von Hassreden, die zu einem größeren Feuer führen können. Unsere Solidarität ist in dieser Zeit von entscheidender Bedeutung.

Wir müssen für das eintreten, was richtig ist, für Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Frieden.“ (eigene Übersetzung)

hier geht es zur englischen Originalfassung

siehe auch unseren Beitrag "Friedensbotschaft aus der GEW"

Titelfoto Collage Peter Vlatten

Neue Querfront

Kurzkommentar über die Kampagne gegen TU-Präsidentin Geraldine Rauch. Im Kern geht es aber darum, dass ein imperialer Brückenkopf im Nahen Osten um jeden Preis verteidigt werden soll. Sei es um den Preis, dass Palästinser:innen nicht die gleichen Rechte zuerkannt werden wie Israel:innen, sei es um den Preis, dass durch die Gleichsetzung von Judentum mit der zionistischen Politik Israels dem Antisemitismus Vorschub geleistet wird oder sei es um den Preis, dass die Gewaltspirale, die palaestinensisches und muslimisches ebenso wie jüdisches und isaelisches Leben bedroht, immer weiter eskaliert. ( Peter Vlatten)

Neue Querfront

Raul Zelik, ND 05.06.2024

Staatsräson reloaded: Diesmal geht es der Präsidentin der Technischen Universität Berlin an den Kragen. Das Vergehen der als progressiv geltenden Mathematikerin Geraldine Rauch besteht darin, bei X (ehemals Twitter) drei umstrittene Beiträge zum Gaza-Krieg gelikt zu haben. Der problematischste zeigt das Foto einer pro-palästinensischen Demonstration in der Türkei, auf dem Netanjahu als Puppe zu sehen ist. Auf seinem Hemd prangen, auf den ersten Blick kaum zu erkennen, zwei Hakenkreuze.

Auf diesem Niveau bewegt sich mittlerweile die Antisemitismus-Debatte in Deutschland: Diskutiert wird nicht darüber, ob eine Universitätsleitung genug dafür tut, um jüdische Studierende zu schützen und Rassismus zu bekämpfen. Nein, es geht darum, wer welche Spuren bei den Sozialen Medien hinterlassen hat.

 Völlig richtig: Darüber, ob sich jüdische – und muslimische, schwarze, queere … – Menschen sicher fühlen, muss viel mehr gesprochen werden. Aber darum geht es in der »Causa Rauch« überhaupt nicht. Was hier betrieben wird, ist ein politischer Angriff auf eine junge Universitätspräsidentin, die im Februar das rechte, genderfeindliche »Netzwerk Wissenschaftsfreiheit« kritisierte und deshalb von der AfD-affinen Schweizer »NZZ« zum Abschuss freigegeben worden ist.

Das ist die neue Querfront: rechte Kulturkämpfer, Springer-Konzern, CDU-Bürgermeister Kai Wegner, der Grüne Volker Beck … Ebenfalls ganz vorn dabei: Berlins Antisemitismusbeauftragter Samuel Salzborn, der früher mal als linker Journalist galt. Dieses Bündnis will postkoloniale, feministische, imperialismuskritische Positionen schleifen. Dem Kampf gegen Antisemitismus und extreme Rechte leisten Salzborn & Co. dabei einen Bärendienst. Aber das interessiert sie auch nicht.

Siehe auch Palästinasolidariät aktuell 
Solidaritätsdemo Berlin
U Bahnhof Schönhauser Allee
8.Juni 2024, 16 Uhr u8

Wir danken ND und Raul Zelik für die Publikationsrechte

Titelfoto Peter Vlatten

Diese Seite verwendet u. a. Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung