Buchvorstellung: Die große Mobilisierung – Die Bundeswehr von der Wiederbewaffnung bis zur Kriegstüchtigkeit
Freitag 13.02.2026 | 19.00 Uhr | Kiezhaus Agnes Reinhold Afrikanische Str 74, 13351 Berlin
Mit Jakob Reimann und Daniel Frede (AK Antimilitarismus) Moderation: Hände weg vom Wedding
100 Mrd. Euro für die Modernisierung der Bundeswehr und Sicherung ihrer Einsatzbereitschaft, 400 Mrd. Euro für die Erweiterung und Ergänzung des 100-Mrd.-Euro-Aufrüstungspakets sowie zusätzlich 500 Mrd. Euro für die systematische Einbindung ziviler (Infra-) Strukturen in militärische Planungen. Der deutsche Staat setzt mit gigantischen Aufrüstungspaketen auf Krieg. Während Sozialausgaben gekürzt, Löhne gedrückt und die Regierung nach rechts rückt, erfährt die (Re-) Militarisierung Deutschlands unter dem Schlagwort der „Zeitenwende” eine Dynamik, wie man sie seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat.
Der vom Arbeitskreis Antimilitarismus herausgegebene Sammelband nimmt diese Entwicklung zum Anlass, 70 Jahre Bundeswehr kritisch aufzuarbeiten. Die Beiträge zeichnen die Geschichte der Wiederbewaffnung, den Aufbau einer Interventionsarmee und eine Traditionspflege nach, die bis heute an Wehrmacht und Eisernes Kreuz anschlussfähig bleibt. Analysiert werden Auslandseinsätze vom Balkan über Afghanistan bis in den Sahel, neue Großmachtambitionen im Rahmen von NATO-Strategien sowie die wachsende Gefahr eskalierender Großkriege – von der NATO-Ostflanke bis in den Indopazifik. Dabei wird der Mythos „humanitärer Einsätze“ hinterfragt und die ideologische Mobilisierung bis hinein in Schule, Gesundheitswesen und Zivilgesellschaft beleuchtet.
Neben der Analyse bestehender Verhältnisse stellt sich der Band klar gegen Kriegsvorbereitung, Militarismus und Aufrüstung. Antimilitaristische Positionen und praktische Interventionen werden als konkrete politische Aufgaben einer zeitgemäßen Linken verstanden.
Im Rahmen der Veranstaltung werden Jakob Reimann und Daniel Frede, die beide selbst Autoren des Bandes sind, zentrale Inhalte vorstellen und die aktuelle Entwicklung der deutschen Militär- und Sicherheitspolitik als Ausdruck imperialistischer Interessen und kapitalistischer Herrschaft diskutieren. Anschließend ist Raum für Fragen und gemeinsame Diskussion.
Protest gegen Diktatur und Unterwerfung am 7. Februar 2026 in Berlin.
No to Shah, No to Mullah
Unter dem Motto „No to Shah, No to Mullah“ versammelten sich zehntausende Protestierende aus ganz Europa am 7. Februar 2026 am Brandenburger Tor. Die Menschenmenge reichte vom Brandenburger Tor weit in die Straße des 17 Juni bis zum Sowjetischen Ehrenmal hinein. Die Demontrant:innen zeigten sich solidarisch mit den Menschen im Iran, die gegen das autoritäre Regime kämpfen. Nicht nur in Berlin, sondern auch auf der ganzen Welt ist das Entsetzen groß über die Härte und Brutalität, mit dem die Iranerinnen und Iraner durch das Mullah-Regime unterdrückt werden. Tausende Opfer haben die iranweiten Proteste gegen das Regime bereits gefordert, weitere zehntausende sind inhaftiert und sind Folter und Todesstrafe ausgesetzt. Darunter auch Ärzte, die Protestierende versorgen, Wissenschaftler:innen, Student:innen u.v.m.
Iran Demo der demokratischen Opposition am 7.Februar 2026 in Berlin, Impressionen
Seit Jahrzehnten kämpfen die Iraner:innen gegen die Diktatur zuerst des Shahs und jetzt der Mullahs, die sie unterdrücken und sie ihrer politischen und sozialen Rechte berauben. Sie kämpfen für ihr Recht auf ein Leben in Freiheit, Demokratie. und Selbstbestimmtheit ihres Landes. Die jüngste Protestwelle ist vor allem auch ein Kampf ums ökonomische und soziale Überleben der breiten arbeitenden Bevölkerung bis in die Mittelschichten hinein. Brandbeschleuniger sind die westlichen Sanktionen, deren Folgen das Regime weitmögllichst auf die Armen abzuwälzen versucht. Die Unterdrückung verstärkt den Ruf für freie Wahlen, Versammlungsfreiheit, Gleichberechtigung und Rechtsstaatlichkeit. Vieles, was für uns noch selbstverständlich scheint, wird im Iran unter Einsatz des eigenen Lebens erkämpft. Wohlwissend um die Risiken, protestieren die Iraner:innen weiter: gegen die Diktatur, egal von wem sie ausgeht.
Hauptbotschaft auf der Kundgebung war: keine Diktatur, weder die Mullahs noch der Schah, der von Trump Anhängern, aber jetzt auch von der offiziellen deutschen Politik aktuell auf der Sicherheitskonferenz in München als Alternative für einen Regime-Change aufgebaut wird. Und keine Einmischung von aussen.
Freiheit im Iran gibt es nur, wenn der Iran selbst frei und unabhängig ist. „Wir wollen das Mullahregime nicht, aber auch keine westlichen Bomben und Unterwerfung“, so zahlreiche Vertreter:innen der iranischen Frauenbewegung in Deutschland und ganz Europa. Unter den Teilnehmenden unübersehbar die Vertreter:innen der sozialrevolutionären Protestbewegung der Volksmudschahedin in dunkelgelben Schals, Westen und Mützen gekleidet, die sich von den großen oppositionellen Gruppen noch am wenigsten von imperialen Interessen des Auslands instrumentalisieren lassen wollen. Am Ende der Kundgebung kamen auch Redner des bürgerlich demokratichen Parteispektrums in Europa zu Wort. Über Rolle und Ausmaß taktischer Bündnisse mit bürgerlich demokratichen Kräften des Westens und deren mßbräuchliche Einflußnahme wird innerhalb der Bewegung heftig gestritten. Es ist Misstrauen angesagt angesichts der historischen Erfahrungen und des Agierens – nicht zuletzt aktuell der US und israelischen Geheimdienste – den Iran zu destabilisieren, jedoch nicht um ihn zu befreien, sondern gefügig zu machen. Von der Bühne hätten wir eine klare Absage gegen Trumps militärische Interventionspläne erwartet. Fehlanzeige. Die Flagge der Volksmudschahedin war neben der traditionellen Iran Flagge aber prägend und am häufigsten zu sehen.
„This is not just Protest, but a Revolution“
Der Wille der Iraner:innen ist klar: Sie wollen nicht nur den Sturz der Diktatur, sondern eine Zukunft erschaffen, die demokratisch, sozial und gerecht ist. Und das Regime kann ihnen den Anspruch auf eine solche Zukunft nicht nehmen. „This is not just Protest, but a Revolution“ tönte es bei der Kundgebung. Und eine Revolution braucht es, um den Wandel zu ermöglichen. Der Wandel ist nötig und unumgänglich. Ein „weiter so“ ist keine Alternative. Daher werden die Proteste weitergehen.
Und die Iraner:innen werden die Solidarität aller Demokratinnen und Demokraten weltweit brauchen, solange bis die Diktatur im Iran ihr Ende findet. Denn das Regime wird sich nicht von sich heraus ändern. Es muss in erster Linie durch den Druck von unten im Iran selbst beendet werden. Bis dahin zeigen wir uns zu hundert Prozent solidarisch mit den Menschen im Iran. Wir schauen nicht weg, teilen die Bilder aus dem Iran, wir gehen auf die Straße und machen öffentlich Druck. Die EU hat am 29. Januar 2026 die iranische Revolutionsgarde (IRGC) als Terrororganisation eingestuft. Dies wird als ein richtiger Schritt angesehen, gezielt international Druck auf die tragenden Säulen des Mullah Regimes auszuüben. Der internationale Rückhalt und die Solidarität schenkt den Menschen im Iran Hoffnung und Zuversicht und gibt ihnen Kraft, die Revolution bis zum Ende zu bringen. Daher müssen der Protest und die Unterstützung auch in Berlin, in Europa und auf der ganzen Welt weitergehen. Imperialistischem Missbrauch muss dabei energisch entgegengetreten werden. Jetzt erst recht! Bis Iran endlich frei ist – nach innen und außen!
Samstag, 14. Februar 2026, 13:00 Uhr Potsdamer Platz, Berlin
Veranstalter FRIKO Berlin
Bundesweiter Aktionstag anlässlich der NATO-Kriegskonferenz in München. Für die Verwirklichung der UN-Charta und das Selbstbestimmungsrecht der Völker! Gegen den Staatsterrorismus der USA!