„Kein Transport für Völkermord“: Christopher T. gewinnt Prozess gegen DHL in Leipzig

Ein kleiner Erfolg für die Arbeiterbewegung. Der ver.di Vertrauensmann Chrstopher hat den Prozess gegen seine Kündigung durch DHL gewonnen. Wir dokumentieren den Bericht von Elisabeth Koch über den Prozess von Christopher T. gegen DHL. Wir danken Etosmedia für die Publikationsrechte.

Siehe auch den Beitrag von Peter Nowak https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/73667-2/

„Kein Transport für Völkermord“: Christopher T. gewinnt Prozess gegen DHL in Leipzig

Die Verhandlung gegen DHL wegen der Entlassung des ver.di-Vertrauensmannes Christopher T. wirft viele Fragen nach dem Verhalten des Konzerns gegenüber seinen Mitarbeitenden und der Unterstützung des Genozids gegen die Palästinenserinnen auf. Auch wenn er in Deutschland nicht der Einzige ist, der aufgrund seines Engagements für Palästina seine Arbeitsstelle verloren hat, ist Christopher ein Beispiel dafür, wie weit Arbeitgeber gegen palästinasolidarische Arbeiterinnen und für ihre Profite zu gehen bereit sind. Am Ende gewinnt Christopher den Prozess.

Vor Gericht

Am 8. Juli kurz nach 8:00 Uhr schieben sich nach und nach etwa 50 Aktivist*innen durch die Sicherheitskontrolle des Leipziger Arbeitsgerichts. Sie sind gekommen, um Christopher T. zu unterstützen, der seinen Arbeitgeber DHL wegen einer seiner Meinung nach unrechtmäßigen Kündigung verklagt hatte. In den Wannen der Sicherheitskontrolle fanden sich neben den Taschen, Jacken und Rucksäcken von Christophers Unterstützer*innen auch diverse Kufiyas. Die Kündigung, so der generelle Tenor bei den Anwesenden, hatte politische Gründe. Christopher selbst sagt nach der Verhandlung gegenüber etos.media: „Hier soll im Nachhinein ein Kündigungsgrund gerechtfertigt werden.“

Die Sitzung vor dem Leipziger Arbeitsgericht war bereits der zweite Termin im Verfahren gegen DHL nach der zuvor gescheiterten Güteverhandlung. Christopher, der in der ihm zur Last gelegten Rede bei einer Demonstration gegen eine Unterstützung des Genozids in Palästina am DHL-Hub im August 2025 bereits erklärte, dass er stolz sei, bei DHL zu arbeiten, bleibt auch am Mittwoch dabei, dass er seine Arbeit wieder aufnehmen möchte. Der Anwalt der Gegenseite sieht das Vertrauensverhältnis zwischen Angestelltem und Arbeitgeber jedoch nachhaltig verletzt und hält daher die Aufrechterhaltung der Kündigung für gerechtfertigt. Die Richterin weist zu Beginn der Verhandlung darauf hin, dass noch die Möglichkeit eines Zwangsvergleichs besteht. Diesen lehnt Christopher ab. Christophers Prozessvertreterin, die er über die Vermittlung der Gewerkschaft ver.di bekommen hat, erklärt gegenüber etos.media trocken: „Wir gehen davon aus, dass es eh nach heute weitergeht.“

Während des Sitzungsauftakts tröpfeln nach und nach weitere Unterstützer*innen Christophers in den Raum. Als die Richterin ihren Unmut über die Unterbrechungen äußert, weist das Publikum darauf hin, dass es beim Gütetermin keine Taschenkontrollen gegeben habe und diese wohl für die Verzögerungen verantwortlich seien. Ein gewisser Antagonismus zwischen Publikum und Richterin ist auch im weiteren Verlauf der Verhandlung zu spüren, wenn die Vorsitzende bei Unmutsbekundungen über den Inhalt der Verteidigung der DHL darauf hinweist, dass das Zuhören gestattet sei, Kommentare jedoch nicht.

Für Christopher sieht das Gericht es als erwiesen an, dass es sich bei seiner Rede nicht um Schmähkritik, sondern um eine Meinungsäußerung handelte, auch wenn der DHL-Anwalt dem widerspricht und darin eine Aufforderung zum Boykott des Unternehmens verstanden wissen möchte. Dieser angebliche DHL-Boykott, Christophers aktive Mitwirkung bei einem „Marsch zum Flughafen, der blockiert werden sollte“ und der Verrat von Betriebsgeheimnissen durch die Nennung von Rheinmetall als „Hauptkunden“ des DHL-Hubs Leipzig/Halle sind die Hauptargumente des Konzerns, die dessen Anwalt vorbringt. Allerdings stellt das Gericht neben der kurz zu Verwirrung führenden Frage nach Christophers Gehalt auch die Frage nach dem Verfahren der Entlassung. Christopher und seine Prozessvertreterin werfen DHL vor, dass das Personalgespräch zu seiner Rede weder ordnungsgemäß als Anhörung zur Aufklärung noch fristgerecht stattgefunden habe, sondern den Charakter eines konfrontativen Beendigungsgesprächs getragen habe. Beispielsweise seien, anstatt das Video von Christophers Rede abzuspielen, seine Worte bewusst verdreht worden, sodass er bei dem Termin in Rechtfertigungsdruck geraten sei. In den Akten sei die erste Betriebsratsanhörung zur Sache laut der Richterin kurioserweise auf den 7. Juli 2025 datiert, mehr als einen Monat vor Christophers Rede. Als niemand ein vermeintlich korrektes Datum nachreichen kann, bemerkt die Richterin lapidar: „Das ist jetzt nichts, woran es hier scheitern wird.“

Vorwürfe und Gegenrede

In der Verteidigung wirft der DHL-Anwalt Christopher weiterhin vor, sich in einem „gewerkschaftlichen Milieu“ zu bewegen, und sieht daher Wiederholungsgefahr für das Verraten sogenannter Betriebsgeheimnisse sowie für erneute Boykottaufrufe gegen das Unternehmen. Bei DHL verfahre man nach einem „Need-to-know“-Prinzip. Die Verladecrews wüssten also nur so viel, wie absolut nötig sei, und Christopher habe dieses Prinzip und den arbeitsvertraglich zugesicherten Datenschutz gegenüber Rheinmetall mit seiner Rede verletzt, als er „sinngemäß“ zum Boykott der DHL aufgerufen habe. Christophers Einlassung, dass er in Zukunft konkrete Kundennamen bei politischen Reden nicht mehr nennen würde, auch wenn sie wie im vorliegenden Fall auf der Webseite des Konzerns einsehbar wären, lässt DHL nicht gelten. Stattdessen behauptet der Anwalt, dass Christopher nicht zum ersten Mal zum Boykott aufgerufen habe, und zitiert Äußerungen von einer Betriebsversammlung.

Auf diese Enthüllung hin geht ein erneutes Raunen durch den Saal. Christopher und seine Prozessvertreterin bestehen darauf, dass dieses Zitat aus der Betriebsversammlung ins Protokoll aufgenommen wird, denn Christopher habe vor seiner Rede vom 23. August 2025 bereits seit Längerem nicht mehr auf Betriebsversammlungen gesprochen. Die von der Gegenseite zitierten Äußerungen seien im Rahmen eines Solidaritätsaufrufs mit vergangenen Tarifverhandlungen der ver.di im Hamburger Hafen getätigt worden, und Christopher sei davon ausgegangen, es handele sich bei Betriebsversammlungen um einen geschützten Raum. Welcher Art die Aufzeichnungen der Betriebsversammlungen sind und wie weit sie zurückreichen, wird im Sitzungssaal nicht thematisiert. Die Verhandlung wird mit Konfusion auf Seiten der DHL abgeschlossen, deren Anwalt angibt, einen von Christophers Prozessvertreterin geschickten Schriftsatz nicht vorliegen zu haben. Diese besteht jedoch darauf, die geforderten Dokumente bereits eine Woche vor der Verhandlung verschickt zu haben. Die Verhandlung wird ohne Urteil beendet. Dieses soll am Ende des Verhandlungstages ergehen.

Solidaritätskundgebung

Bei der abschließenden Kundgebung auf dem Wilhelm-Liebknecht-Platz ist sogar die öffentlich-rechtliche Presse anwesend; ein Bericht ist bislang aber noch nicht erschienen. Am Rand dieser Kundgebung ergibt sich noch die Gelegenheit, mit weiteren ehemaligen Kollegen von Christopher ins Gespräch zu kommen. Auch Adrian Mauson und Kai Paul sind im Rahmen der aktuellen Kündigungswelle beim Paketdienstleister entlassen worden. Während Paul von Problemen in der Kommunikation mit seinen Vorgesetzten berichtet und das Arbeitstempo sowie den Umgang mit seinen gesundheitlichen Problemen kritisiert, sieht Mauson seine Entlassung ebenfalls politisch motiviert. Er habe als Gewerkschafter häufiger auf Betriebsversammlungen gesprochen und zur letzten Bundestagswahl für die MLPD kandidiert. Bei ihm berufe sich das Unternehmen zwar auf formale Gesichtspunkte, um die Kündigung zu rechtfertigen, doch bis zur aktuellen Kündigungswelle seien diese Formalia nie in dieser Form durchgesetzt worden. Deshalb vermute er, dass sein politisches Engagement eine Rolle gespielt habe. Auf ein Urteil muss er jedoch noch warten, denn das Revisionsverfahren sei für den 26. November angesetzt.

Auf der Kundgebung hält Christopher noch eine kurze Rede, in der er sich für die erlebte Solidarität im Verlauf des letzten Jahres bedankt und sich weiterhin für Palästina einsetzt: „Ich wünsche mir, dass wir auch weiterhin die Stärke und den Mut haben, uns für Frieden in Gaza und Palästina einzusetzen.“ Es sei skandalös, dass DHL aus Aufnahmen von Betriebsversammlungen zitiert. Auch andere Redner*innen merken diesen Umstand bei der anschließenden Diskussion des Erlebten an. „Das Gericht soll im Namen des Volkes sprechen, aber als es Wortmeldungen gab, wurde dem Volk das Wort abgeschnitten“, so eine weitere Aktivistin; es gehe darum, „gewerkschaftliche Strukturen zu zerschlagen“. Ein anderer ver.di-Vertrauensmann weist darauf hin, dass der Arbeitgeberanwalt hier die Loyalitätspflicht des Arbeitsvertrages über die grundgesetzlich garantierte Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit (Art. 5 GG) stelle. Er sieht das als Zeichen der „Faschisierung des Staatsapparats“, verweist aber auf die Großproteste gegen den AfD-Parteitag und äußert antifaschistische Zuversicht: „Wir haben in Erfurt gesehen, was wir für eine Macht sind.“ Andere Redner*innen kritisieren, dass es bei der Verhandlung nicht um die Sache, also die Unterstützung des Völkermords, gegangen sei, sondern sich der Prozess auf Wortklaubereien und administrative Verfahrensangelegenheiten beschränkt habe. Andere Forderungen reichen von mehr Mitspracherecht in den Betrieben bis hin zum Ende der Privatverfügung über die Produktionsmittel. Man müsse endlich die „Machtfrage“ stellen und „das S-Wort in den Mund nehmen: Sozialismus.“

Christopher selbst hat nach der Verhandlung ein gutes Gefühl. Auf das Urteil, das sein Gefühl dann auch tatsächlich bestätigt, müssen er und seine Unterstützer*innen allerdings noch bis zum nächsten Morgen warten: Alle drei Kündigungen sind unwirksam. Trotzdem erwartet Christopher auf Nachfrage von etos.media, dass seine Prozessvertreterin recht behält und es ein Berufungsverfahren geben werde.

Teil der Repressionen gegen die Palästina-Bewegung

So wie sich das Verfahren gegen Christopher in eine Reihe von Prozessen gegen palästinasolidarische Arbeiter*innen und Beamte einreiht, reiht sich auch die Kundgebung auf dem Karl-Liebknecht-Platz in palästinasolidarische Aktionen ein; das Palästina Aktionsbündnis Leipzig (PAL) ruft zu weiteren Aktionen gegen Waffenlieferungen und -produktion auf. Beispielsweise beginnt in Sangerhausen noch in dieser Woche eine Kampagne gegen die dort geplante Ansiedlung des israelischen Waffenherstellers Elbit, zu der eingeladen wird. Auch eine neue Betriebszeitung legt PAL zur Feier des Erfolgs vor Gericht direkt am nächsten Tag auf. Während sich in anderen Ländern mittlerweile auch die Gewerkschaften für Palästina positionieren, hängt in Deutschland vieles noch an Initiativen wie PAL oder Gewerkschafter:innen for Gaza, die innerhalb der Gewerkschaften und Betriebe für Arbeiter*innenaktionen gegen Waffenlieferungen kämpfen. Und so hallt bei der Kundgebung Christophers Leitspruch von den Leipziger Fassaden und seinen Unterstützer*innen verstärkt durch die Straßen der sächsischen Großstadt bis zum Arbeitsgericht: „Kein Transport für Völkermord!“

 Bild: Elisabeth Koch

Quelle: https://etosmedia.de/gesellschaft/kein-transport-fuer-voelkermord-christopher-t-gewinnt-prozess-gegen-dhl-prozess-in-leipzig/

Erklärung linker Kommunisten Kubas zur drohenden Einführung des Kapitalismus

Gerne veröffentlichen wir die programmatische Erklärung der linken Kommunisten Kubas. Ihre scharfe Kritik der prokapitalistischen repressiven Politik der Regierung Diaz-Canel geht in die richtige Richtung.

Die Erwürgung Kubas durch den imperialistischen Boykott und die falsche Politik der kubanischen Kommunistischen Partei führten Kuba an den Rand des Abgrunds. Nur machtvolle internationale Solidarität und eine politische Revolution der kubanischen Arbeiter und Bauern können die Zukunft der kubanischen Revolution retten.

Erklärung linker Kommunisten Kubas zur drohenden Einführung des Kapitalismus in Kuba

Die kubanische Regierung unter Vorsitz von Díaz-Canel und Kontrolle von Raúl Castro – dessen Enkel Raúl Guillermo Rodríguez Castro durch Stellungnahmen in nationalen und internationalen Medien zunehmend an Bedeutung gewinnt – hat offen und ungestraft beschlossen, den Kapitalismus wiederherzustellen. Während alle ausländischen Medien dies klar bestätigen, behauptet die Propaganda der PCC, die neuen Maßnahmen dienten der Stärkung des Sozialismus. 

Lassen Sie uns die wichtigsten Maßnahmen kurz zusammenfassen: die Einführung des Privatbankwesens; die Genehmigung, beliebig viele Unternehmen zu besitzen; private Unternehmen können beliebig viele Mitarbeiter einstellen und diese nach eigenem Ermessen bezahlen; die vollständige Abschaffung des Außenhandelsmonopols; die Auslandsschulden werden durch den Verkauf nationaler Vermögenswerte beglichen; und die Bereiche, in denen der Privatsektor verboten ist, werden auf ein Minimum reduziert. Die Geschichte der Kubanischen Revolution muss aus den Schulen entfernt werden, damit die neuen Generationen nicht erkennen, dass die gegenwärtigen Machthaber die Revolution verraten haben.

Und fast schon lächerlich verkündet der Premierminister freudig, dass er die großen Fast-Food-Ketten einlädt, sich in Kuba anzusiedeln: Das hundertjährige Jubiläum des Oberbefehlshabers werde mit Colonel Sanders gefeiert. 

Raúl Rodríguez Castro behauptet, dieses Maßnahmenpaket diene der Förderung des Sozialismus, und seine Gegner seien Konservative. Ein Abgeordneter argumentiert, Sozialismus sei „für Arme und Reiche“. Diese Rhetorik erinnert an die sowjetischen Bürokraten, die, als die Restauration des Kapitalismus offensichtlich wurde, weiterhin logen und behaupteten, es handele sich um sozialistische Maßnahmen.

Dieses neue Sparpaket, das in Wirklichkeit nur die Ankündigung des Übergangs zum Kapitalismus darstellt, ebnet den Weg für die uneingeschränkte Bereicherung des Militärs und der technokratischen Führung. Sie werden die Überreste der Staatsbetriebe unter sich aufteilen, und wir werden den Aufstieg einer großen, regierungsfreundlichen Oligarchie erleben. 

Diese Maßnahmen sagen jedoch nichts über politische Freiheiten aus. Es geht darum, das chinesische Modell fortzuführen: dieselbe bürokratische Führung, die eine kapitalistische Wirtschaft lenkt. Die Repression wird weitergehen. Es ist unmöglich, den Kapitalismus wiederherzustellen, ohne die Arbeiterklasse zu unterdrücken. 

Unterdessen brechen in den Straßen Havannas jede Nacht Proteste aus. Es geht nicht nur um Not, sondern vor allem darum, dass sie keinerlei Verbindung zur Regierung haben. Als die kubanische Revolution siegte, verteidigten jene Arbeiter und Bauern, die zu den Waffen griffen, um einer möglichen Invasion der USA entgegenzutreten, die Errungenschaften, die sie durch Fidel Castros Führung erlangt hatten. Heute mögen diese Errungenschaften für die kubanische Jugend wie bloße politische Propaganda erscheinen, doch für den landlosen Bauern, den armen Arbeiter, den Analphabeten, denjenigen, der sich nie ein Universitätsstudium vorstellen konnte, denjenigen, der wusste, dass er nicht aus seinem Zuhause vertrieben werden würde – für sie alle bedeutete die Revolution die unmittelbare Verbesserung ihrer Lebensumstände, und sie zu verteidigen bedeutete, ihre Interessen zu verteidigen. Doch während die kubanische Gesellschaft heute zusehen muss, wie ihre Machthaber im Luxus leben, sich bereichern und – schon wieder – einseitige Maßnahmen ergreifen, von denen sie selbst bezweifeln, dass sie ihnen nützen werden, sieht sich die Bevölkerung mit einer Realität konfrontiert: Löhne reichen nicht einmal für die Woche, Stromausfälle dauern länger als einen Tag, Müllberge blockieren die Straßen, und vielerorts müssen sie notgedrungen mit Holz kochen. Es gibt fast keinen öffentlichen Nahverkehr mehr, Hunger und einen katastrophalen Mangel an Medikamenten und sogar an grundlegenden medizinischen Hilfsmitteln wie Stethoskopen. Und es gibt keinen Ausweg. Ihnen zu erzählen, dass alles die Schuld am Embargo sei, ist ein schlechter Witz. Während das Land immer tiefer in Dunkelheit versinkt, verkauft die Regierung Solaranlagen. Während Mütter nichts haben, um ihre Kinder zu ernähren, veröffentlicht das offizielle Medienportal Cubadebate Werbung für ein Molkereiunternehmen. Für diese kubanische Mehrheit gibt es keinen Grund, die kubanische Regierung zu verteidigen. Sie können sich kaum eine schlimmere Zukunft vorstellen – auch wenn es eine geben mag. 

Die Regierung von Díaz-Canel scheint im Ausland mehr Unterstützung zu genießen als in Kuba selbst. Sie wird sowohl von Reformern als auch von Stalinisten unterstützt – zwei Seiten der Konterrevolution. Ebenfalls aus dem Ausland versuchen Verwandte und Strohmänner kubanischer Bürokraten nicht nur die Kommunistische Partei Kubas und den Übergang zum Kapitalismus zu verteidigen, sondern auch freundlicher und weniger aggressiv zu wirken als früher. Sie wollen ihre repressive Vergangenheit auslöschen. 

Diejenigen, die die kubanische Regierung heute verteidigen, sind privilegierte Einzelpersonen, die sich eng an die Kommunistische Partei binden, um nicht von der Masse mitgerissen zu werden. Sie wollen, wie schon die Bourgeoisie vor ihnen, ihre Privilegien nicht verlieren. Sie, die sich bereits offen für den Übergang zum Kapitalismus aussprechen, werden nicht zögern, Kuba dem Imperialismus auszuliefern.

Nach einem Treffen zwischen Vertretern der USA und der ASEAN, bei dem es ausschließlich um Kuba ging, traf der vietnamesische Außenminister in Havanna ein. Hanoi gehörte zu den wenigen Ländern, die sich Donald Trumps militaristischer Plattform, dem „Friedensrat“, anschlossen. Ein Machtwechsel wird verhandelt. Alles ist möglich. Die kubanische Regierung ist lediglich am Machterhalt interessiert und nicht am Schutz der Arbeiterklasse, die sie angeblich vertritt.

Dieses Szenario des Übergangs zum chinesischen Modell, gekennzeichnet durch Massenproteste, wurde von den Kommunisten Kubas seit unserer Gründung vorhergesagt. Vor diesem Hintergrund halten wir an unserem politischen Programm fest und aktualisieren es:

1.  Unterstützung von Volksprotesten, um diese zu einer politischen Revolution zu führen, die die Arbeiterklasse an die Macht bringt.

2.  Beenden Sie die von Trump verursachte Blockade und alle US-Sanktionen gegen Kuba.

3.  Veröffentlichung der Verhandlungsinhalte mit den Vereinigten Staaten und anderen imperialistischen Mächten. Schluss mit der Geheimhaltung in der Außenpolitik unseres Landes, insbesondere bei Maßnahmen, die die Arbeiterklasse unmittelbar betreffen.

4.  Prozess gegen die repressiven Bürokraten, die durch ihre Misswirtschaft die kubanische Arbeiterklasse verraten, unterdrückt und betrogen haben.

5.  Wir rufen die internationalistischen marxistischen Organisationen dazu auf, sich mit der kubanischen Arbeiterklasse zu solidarisieren, sei es durch die Organisation von Solidaritätskampagnen oder durch die Forderung nach politischen Freiheiten, und gleichzeitig auf die Bildung einer geeinten antiimperialistischen Front hinzuarbeiten.

Quelle: https://www.comunistascuba.org/2026/06/nuestro-programa-ante-la-transicion.html

Verteidigt die kubanische Revolution! Brecht die Blockade!

Seit Januar boykottiert die Trump-Regierung alle Öllieferungen und auch den Warenhandel mit Kuba. Die Auswirkungen sind dramatisch: 11 Millionen Menschen ohne Kraftstoff und Elektrizität. Produktion kommt zum Erliegen, Nahrungsmittel können nicht gekühlt werden und Abfall kann nicht entsorgt werden. Das beste Gesundheitssystem und das beste Bildungssystem Lateinamerikas wird erdrosselt. Medikamente verderben und der Krankenhausbetrieb bricht zusammen. Ein sprunghafter Anstieg der Säuglingssterblichkeit ist die Folge. Das sind die sogenannten „westlichen Werte“!

Die aktuelle Energieblockade gegen Kuba ist ein Kriegsakt, der darauf abzielt, die vergesellschaftete Wirtschaft zu zerstören und so eine Konterrevolution zu provozieren.

Die Welt sieht dieser Erwürgung des kubanischen Volkes tatenlos zu oder unterstützt dieses Verbrechen wie die EU und die deutsche Regierung.

Der 25. Gewerkschaftstag der IG Metall hat 2023 die Aufhebung der US-Sanktionen gegen Kuba gefordert. In dem Antrag heisst es:

„Den US-Regierungen ging und geht es dabei nicht um die vielbeschworenen Menschenrechte, sondern um die Durchsetzung ihrer wirtschaftlichen und politischen Hegemonie in Mittel- und Lateinamerika. Im Kern geht es den dahinterstehenden US-Interessengruppen, Konzernen und in den USA etablierten kubafeindlichen Organisationen um die Wiederherstellung der alten Eigentumsverhältnisse in Kuba, wie sie vor der Kubanischen Revolution 1959 bestanden haben. Dies würde Armut, Elend und die Zerstörung der jetzt geltenden Lebensverhältnisse und selbstverständlichen sozialen Menschenrechte für die gesamte Bevölkerung Kubas bedeuten. Und Kuba wird von vielen Menschen in den Ländern Mittel- und Südamerikas als gesellschaftliche Alternative angesehen.“

Es ist die Pflicht aller fortschrittlichen Menschen und der internationalen Arbeiterbewegung diese Blockade zu brechen. Es ist ein Skandal, dass Hapag-Lloyd, eine Reederei im Besitz der Stadt Hamburg, sich weigert kubanische Häfen anzulaufen und dringend benötigte Teile nach Kuba zu liefern. Vielleicht sollten die Hafenarbeiter Rotterdams, Hamburgs und Genuas Hapag Lloyd zeigen, wie es ist boykottiert zu werden! Nicht nur Trump kann Häfen schließen, die Arbeiter haben auch diese Macht!

Selbstmord aus Angst vor dem Tod?

Unter dem massiven Druck des US-Imperialismus hat die Kommunistische Partei Kubas (PCC) eine Reihe von Wirtschaftsreformen angekündigt, die, sollten sie umgesetzt werden, die Errungenschaften der Kubanischen Revolution zunichtemachen könnten. Die „Investoren“, die auf die Insel kommen werden, sind nichts anderes als Hedgefonds-Geier und die 1959 vertriebenen „Miami- Gusanos“, die Kubas Industrie und Ressourcen an sich reißen und sich bereichern werden. Sie werden die verbliebenen Errungenschaften der Revolution in Bereichen wie Gesundheitswesen und Bildung zunichtemachen und dafür sorgen, dass die PCC auf die eine oder andere Weise entmachtet wird. Die Öffnung Kubas für die Imperialisten wird die Ungleichheit noch deutlich verschärfen und die Errungenschaften der Revolution von 1959 zunichtemachen. Das Problem liegt nicht in der Wirtschaftsplanung, sondern in bürokratischem Missmanagement und Korruption. Und echter Sozialismus braucht Arbeiterdemokratie, nicht die Unterdrückung abweichender sozialistischer Ansichten und die Repression legitimer Proteste.

Man soll sich keine Illusionen machen: das Ergebnis einer Konterrevolution in Kuba wäre nicht ein zweites Miami, sondern eine soziale Katastrophe wie Haiti. Ein Land in den Händen der Miami-Mafia, in dem die Todesschwadronen Jagd auf Linke und Gewerkschafter machen.

Hoch die internationale Solidarität!

Die internationale Arbeiterklasse kann die Blockade brechen!

Verteidigt Kuba gegen den US-Imperialismus!

Kommt zur Kundgebung am Sonntag, 28.06.2026, 14 Uhr, Pariser Platz, Berlin.

Aufrufer: https://cuba-si.org/start/aktion-todos-a-la-plaza

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