Die Ausstellung „Leere Schulbänke im Iran“ kommt nach Berlin

Wann: Am 29. August 14:00 – 20:00 Uhr

Wo: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str.4. 10405 Berlin

Im Januar 2026 erschütterten landesweite Proteste den Iran. Auf den Straßen des gesamten Landes wurden Demonstrierende von den Sicherheitskräften der Islamischen Republik getötet. Unter den Opfern befanden sich erschreckend viele Kinder und Jugendliche.

Die Lehrer*innengewerkschaften des Coordinating Council of Iranian Teachers` Trade Associations (CCITTA) spielten während dieser Proteste eine wichtige Rolle bei der Organisation des zivilgesellschaftlichen Widerstands. Sie organisierten unter anderem die Kampagne „Empty Desks“, um an die getöteten Schüler*innen zu erinnern. In diesem Rahmen wurden ihre Namen, Bilder und Lebensgeschichten gesammelt und dokumentiert, damit sie nicht aus dem kollektiven Gedächtnis verschwinden.

Während des Angriffskrieges der USA und Israels gegen den Iran führte die CCITTA eine ähnliche Kampagne unter dem Motto „Abandoned Backpacks“ durch. Dabei dokumentierte sie unter anderem die Namen von mehr als einhundert Schulkindern, die Ende Februar 2026 bei der Bombardierung einer Grundschule für Mädchen in Minab durch die USA ums Leben kamen. Zudem rief sie zu Gedenkaktionen für die Opfer auf.

Am 29. August wird dazu im Haus der Demokratie die Ausstellung „Leere Schulbänke“ des Solidaritätsnetzwerkes iranischer Lehrer*innen im Exil gezeigt. Die Ausstellung besteht aus einer mehrere Meter langen Dokumentationswand, auf der hunderte Schüler*innen zu sehen sind, deren Schicksale von der CCITTA dokumentiert wurden und die entweder während der Proteste im Januar oder während des Krieges ihr Leben verloren haben.

Im Rahmen der Ausstellung werden auch iranische Kolleg*innen über die derzeitige katastrophale Lage im Bildungsbereich, die aktuelle Situation von Lehrkräften und Schüler*innen sowie die Arbeit der iranischen Gewerkschaften während des Krieges im Iran berichten. Es spricht unter anderem Esmaeil Abdi. Er war früher Generalsekretär der Teheraner

Lehrer*innengewerkschaft (ITTA). Insgesamt verbrachte er zehn Jahre in Haft, unter anderem im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran.

Veranstalter*innen:

Solidaritätsnetzwerk iranischer Lehrer*innen im Exil

Komitee zur Unterstützung der politischen Gefangenen im Iran-Berlin e.V.

Iranische Aktivist*innen im Exil, Berlin

AG Internationales der GEW Berlin

Quelle: GEW Berlin , Berlin Education Workers

GEW Berlin ruft zur Beteiligung an Demonstration gegen Rheinmetall Fabrik im Wedding auf – Kolleg:innen schließt euch an!

Der Landesvorstand der GEW Berlin hat am Montag beschlossen die Mitglieder über die Aktionstage des Berliner Bündnisses gegen Waffenproduktion zu informieren und zur Beteiligung an der Demonstration am Samstag aufzurufen.

Das ist ein begrüßenswerter und konsequenter Schritt. Nicht zuletzt wegen der unmittelbaren Nähe der geplanten Waffenfabrik zur Humboldthain Grundschule ist es wichtig, dass wir uns hier entschieden einmischen. Es kann nicht sein, dass sich Schüler:innen und unsere Kolleg:innen gegen ihren Willen direkt neben einem potentiellen Kriegsziel wiederfinden. 

Einige Kolleg:innen waren geschockt, als sie davon erfuhren das zukünftig Panzermunition neben ihrer Schule produziert werden soll. Sie erzählten, dass erst vor einigen Monaten in der Nähe ihrer Schule eine Weltkriegsbombe entschärft werden musste. Sie wollen nicht in Nachbarschaft zu einer Waffenfabrik lehren.

Hinzu kommt, dass die Komponenten für Panzermunition, die ab Sommer von Rheinmetall in der ehemaligen Pierburg-Fabrik produziert werden sollen, an deutsche Partnerländer geliefert werden. Die Waffen, die dann im Wedding produziert werden, bedrohen also auch das Leben der Familien unserer Kolleg:innen und Schüler:innen:

„So setzt das israelische Militär die Panzermunition von Rheinmetall beim Genozid in Gaza ein. Da es sich um die Standard-Panzermunition der NATO-Staaten handelt, führt die Türkei damit Krieg gegen Kurdistan. Auch Saudi-Arabien nutzt seit über 10 Jahren Rüstungsgüter von Rheinmetall im Krieg gegen den Jemen.“ 

Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion

Antimilitarismus ist Gewerkschaftsgrundsatz: Kommt in den Block der Arbeiter:innen

Alle Kolleg:innen, die den Aufrüstungskurs der Bundesregierung ablehnen, sollten sich am 11. Juli unbedingt an der Demo beteiligen. Ob Gesundheitsarbeiterin, Tramfahrer, Bauarbeiterin oder Metaller. Kommt mit uns auf die Demo und macht sichtbar, dass die Gewerkschaftsbasis den Kriegskurs nicht mittragen wird.

Die DGB-Gewerkschaften müssen den „Elefanten im Raum“ endlich offensiv ansprechen und die Mentalität des Burgfriedens hinter sich lassen. Die Angriffe auf den Sozialstaat und auf gewerkschaftliche Errungenschaften sind alarmierend und müssen durch entschlossene Mobilisierungen und Kampfmaßnahmen beantwortet werden. Wer so tut als hätte der Rüstungswahn nichts mit den Kürzungen zu tun, lebt an der Realität vorbei.

Treffpunkt für Gewerkschafter:innen:

13:45 Uhr bis 14:00 Gesundbrunnen, siehe Plan , linke Seite vor dem Einhgang von DB und S-Bahn Gesundbrunnen, 50 m bis zum Kundgebungsplatz

Wie bei vielen Gewerkschaften hat auch die GEW Berlin eine lange Tradition antimilitaristischer Kämpfe. So streikten in den Achtzigerjahren beispw. Kolleg:innen gegen die Stationierung der Mittelstreckenraketen. 

Kurzinterview mit Barbara Majd Amin auf dem Bundesgewerkschaftstag (2025)

Buchempfehlung: Politischer Streik - Geschichte, Recht und Beispiele

Die AG Frieden in der GEW Berlin setzt sich schon lange für eine konsequente Friedensbildung ein und verzeichnet durch die aktuelle Aufrüstungspolitik momentan wieder vermehrt Zulauf aus den Kollegien.

Die Beschlusslage der GEW Berlin ist auch heute klar. Auf der Landesdelegiertenkonferenz im Sommer 2025 wurde die friedenspolitische Ausrichtung von den Delegierten noch einmal bekräftigt:


Kein Freifahrtschein für die Aufrüstung – Stattdessen Investitionen in die Bildung


[..]„Ein weiteres Aufrüsten wird die bestehenden Kriege und Konflikte nicht lösen, sondern noch verschärfen und gleichzeitig zu erheblichen Umweltschäden führen. Erforderlich sind diplomatische Schritte, um einen neuen Rüstungswettlauf zu verhindern und die bestehenden Kriege zu beenden.“ [..]

Beschluss der Landesdelegiertenversammlung Sommer 2025

GEW unterstützt Schulstreikbewegung

Als GEW Berlin unterstützen wir auch die Schulstreikbewegung gegen die Wehrpflicht und stehen klar gegen jede Form von Zwangsdienst. In diesem Zusammenhang kritisiert die GEW Berlin auch die jüngste Kooperationsvereinbarung der SenBJF mit der Bundeswehr, die den Zugang zu den Schulen für das Militär erleichtern soll. 

„Politische Bildung gehört in die Hände dafür ausgebildeter Lehrkräfte, nicht in die Hände von Jugendoffizier*innen. Sie sind Vertreter*innen der Institution Bundeswehr. Wenn sie im Schulkontext einbezogen werden, normalisiert das militärische Perspektiven auf internationale Konflikte“ 

Felicia Kompio (Vorsitzende GEW Berlin)

Beim Podium „Wir sterben nicht für eure Kriege – Gemeinsam gegen Wehrpflicht!“ am Freitag von 10:00-11:30 Uhr wird daher eine aktive Kollegin der AG Frieden u.a. mit Schüler:innen aus den Schulstreikkomitees zur Militarisierung des Bildungsbereichs und Möglichkeiten der Gegenwehr diskutieren. 

Wer sich gegen Kriegs- und Militärwerbung an unseren Schulen und Einrichtungen wehren möchte, dem ist dieses Podium sehr ans Herz zu legen.

Ebenso interessant für Gewerkschafter:innen wird das Podium „Kriegsrelevant: Arbeiten im Zeichen der Militarisierung(Freitag 19:00-20:30). Daran beteiligen sich Arbeiter:innen aus Gesundheit, Logistik, Produktion und Technologie/IT.

Programm: Wedding ohne Waffen [WOW]
Hier der gemeinsame Aufruf aktiver Gewerkschafter:innen von IG Metall, GEW, IG Bau , Verdi, EVG zu den Aktionstagen

Friedensbildung statt Eskalationsspirale

Zur immer wieder aufkommenden Behauptung, Pazifismus passe nicht mehr in die heutige Zeit und mit antimilitaristischen Positionen mache man es sich zu einfach, fand Gökhan Akgün bei einer Veranstaltung zur Militarisierung des Bildungswesens im Februar die richtigen Worte:

»Friedensbildung heißt nicht, die Realität zu verdrängen. Friedensbildung heißt, Konflikte zu verstehen, Ursachen zu analysieren, Perspektiven zu wechseln – und Alternativen zu entwickeln.« 

Gökhan Akgün (Vorsitzender GEW Berlin)

Auch uns ist es als aktive Gewerkschafter:innen wichtig zu betonen, dass sich der Protest selbstverständlich nicht gegen die Kolleg:innen in der Produktion richtet, die aktuell leider keine  Mitsprache darüber besitzen, was unter welchen Bedingungen produziert wird. Wir kritisieren den ungebremsten Rüstungskurs der Regierung und die damit verbundenen sozialen Kahlschlag. 

Mit unseren Steuergeldern werden die Dividenden von Rheinmetall in Rekordhöhen getrieben, während parallel dazu gewerkschaftliche Errungenschaften offen angegriffen werden und bei Bildung, Kultur und Sozialem massiv gekürzt wird.

„So wurden 2025 ganze 3 Milliarden Euro im Haushalt gestrichen. Für 2026/2027 plant der Berliner Senat ca. 280 Millionen Euro weniger für den Bereich „Schule, Jugend und Familie“ und 110 Millionen Euro weniger für Kultur ein. Durch die Kürzungen fallen viele Arbeitsplätze weg.“ 

Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion

Mehr zum Thema:

Friedenspolitische Beschlüsse der DGB Gewerkschaften

Aufruf aktiver Gewerkschafter:innen von IG Metall, GEW, IG Bau , Verdi, EVG zu den Aktionstagen


Kurzbericht: Sozialproteste in Berlin am 27.
Juni 2026

Titelbild: Peter Vlatten, Gewerkschafter:innen am 12. Oktober 2025 beim Protest in Wedding

Unterschriftenkampagne gegen Aufrüstung und Wehrpflicht an BVV Mitte

„Mein Bezirk für den Frieden“ ist eine lokale Friedensinitiative aus Berlin-Wedding, die sich für einen sozial gerechten und friedensorientierten Stadtteil einsetzt.

„Wir organisieren Widerstand im Stadtteil gegen Aufrüstung, Militarisierung und Sozialabbau, da sich unsere sozialen Lebensbedingungen dadurch massiv verschlechtern. Gesellschaftliche Ressourcen, die in militärische Strukturen umgeleitet werden, sind für uns nutzlos. Sie werden verschwendet und berauben uns zahlreicher Möglichkeiten, unser Zusammenleben zu verbessern. Wir verweigern uns der militärischen Logik und ihrer Erzählung von Sicherheit. Der Aufrüstung setzen wir solidarische Perspektiven entgegen. Sicherheit entsteht nicht durch Kriegsvorbereitung, sondern durch soziale Gerechtigkeit, eine gute Gesundheitsversorgung, bezahlbaren Wohnraum, Bildung, Kultur und internationale Solidarität. Wir stehen auf der Seite der Mehrheit der Menschen, die keinen Krieg wollen“

Hannah von der Friedensinitative: „Mein Bezirk für den Frieden“

Den vollständigen Forderungskatalog mit allen Forderungen an den Bezirk findet ihr hier: Forderungskatalog

Unterstützung für die Initiative!

Unterschriftenaktion gegen Aufrüstung und Wehrpflicht. Für die Stärkung von Bildung, Kultur und sozialer Sicherheit in unserem Bezirk

An: Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Wedding, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie

Wir, die Unterzeichnenden, fordern die BVV Mitte und die zuständigen Behörden auf, eine konsequent friedensorientierte Politik auf Bezirksebene umzusetzen, die soziale
Gerechtigkeit stärkt, Aufrüstung und Krieg entschlossen ablehnt und lokale
Friedensinitiativen sichtbar und wirksam unterstützt. Frieden beginnt hier!
Unser Bezirk soll ein Ort sein, der klar zum Frieden steht, jede Kriegsvorbereitung ablehnt und gleichzeitig Bildung, Kultur und soziale Gerechtigkeit konsequent stärkt – in Schulen, Jugendzentren, auf der Straße und in unseren Kiezen.

Wer in Mitte gemeldet ist, kann den Aufruf zeichnen!

Alle Informationen zur Initiative, den konkreten Forderungen und zum Aufruf unter:

www.unverwertbar.org/mein-bezirk-fuer-den-frieden

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