“ … Demokratie (kann) nicht von oben mit Raketen und Bomben, von selbsternannten Rettern oder durch ausländische Armeen erzwungen werden“.

Französische Gewerkschaften (CGT, FSU, Solidaires, SSTI) verurteilen den Angriffskrieg gegen Iran und solidarisieren sich mit der iranischen Bevölkerung gegen das islamische Regime


Wirft man einen Blick in die aktuellen Pressemitteilumgen des DGB findet man kein Wort zu dem von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran, der mittlerweile – so die Erklärung unserer französischen KollegInnen – mittlerweile die Region in Flammen und Blut versetzt hat und – so lässt sich hinzufügen – uns einen dritten Weltkrieg näherbringt. Der DGB-Vorstand, und nicht nur er, haben sich wohl mittlerweile einen freiwilligen Maulkorb umgehängt, wenn es um Fragen der deutschen Außenpolitik geht. Ein eigenes politisches Mandat im Interesse der Lohnabhängigen des Landes gegenüber den Kriegseskapaden der Herrschenden zu beanspruchen haben sie nicht im Sinn. Das ist wohl nur Sache der Regierung. So viel Opportunismus und Geschichtsvergessenheit ist zum Glück nicht gewerkschaftlicher Standard in Europa. Das zeigt die folgende Erklärung der fanzösischen Gewerkschaften: (Jochen Gester)

Der Allgemeine Gewerkschaftsbund (CGT), der Vereinigte Gewerkschaftsbund (FSU), das Solidaritätsbündnis der Gewerkschaften (Solidaires) und die Sozialistische Solidarität mit den Arbeitern im Iran (SSTI) veröffentlichten am 23.03.2026 eine gemeinsame Erklärung zum völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran. Darin rufen sie zur Solidarität mit der iranischen Bevölkerung gegen das islamische Regime auf. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, wurde eine öffentliche Versammlung unter dem Motto „Beendigung des Krieges im Iran und im Nahen Osten“ einberufen.

Gemeinsame Erklärung der französischen Gewerkschaften Seit dem 28. Februar ist der Iran Ziel von Angriffen, die zu einer steigenden Zahl ziviler Todesopfer und Verletzter geführt haben. In den ersten Tagen der Bombardierungen wurden in einer Schule über 150 Kinder getötet. Auch Wohngebiete, Krankenhäuser, Raffinerien, Fabriken und wichtige Infrastruktur wurden angegriffen. Die angeblichen „präzisen chirurgischen Angriffe“ aus rein politischen und/oder militärischen Gründen haben sich inzwischen als dreiste Lüge erwiesen.

Dieses Bombardement aus der Luft dient der Islamischen Republik Iran als Vorwand, um ihre Repression gegen die Bevölkerung zu verschärfen, die bereits im Januar mindestens 30.000 Tote und über 54.000 Verhaftungen zu beklagen hatte. Es wird befürchtet, dass eine neue Hinrichtungswelle bevorsteht. Erst kürzlich
wurden drei Teilnehmer der Januar-Proteste und ein weiterer Mann, der der Spionage für Israel beschuldigt wurde, öffentlich an einen Kran gehängt.
Wie erwartet, hat das iranische Regime auf die Angriffe der USA und Israels ähnlich reagiert.

Die Folge ist, dass die Region nun in Flammen und Blut steht; die israelische Regierung hat zudem einen neuen Krieg gegen den Libanon begonnen. Hinzu
kommt eine beispiellose Umweltverschmutzung mit langfristigen Folgen für Lebewesen, Luft und Wasser. Es wird Monate und Jahre dauern, die Schäden an Häusern und Infrastruktur zu beheben. Darüber hinaus zählen inzwischen sogar Atomanlagen zu den möglichen Zielen. Dieser Krieg hat verheerende soziale Folgen für die Zivilbevölkerung, die mit Versorgungsengpässen, galoppierender Inflation, Arbeitsplatzverlusten und sinkenden Löhnen zu kämpfen hat. Frauen sind von diesen Katastrophen besonders betroffen.

Eine globale Ausweitung dieses Konflikts ist ebenfalls nicht auszuschließen. Es ist dringender denn je, dass die Konfliktparteien die Waffen niederlegen und andere Länder davon absehen, sich im Namen der Verteidigung ihrer wirtschaftlichen Interessen in diesen Krieg einzuschalten. Demokratie kann nur vom Volk selbst geschaffen werden

Im Iran wie anderswo kann Demokratie nicht von oben mit Raketen und Bomben, von selbsternannten Rettern oder durch ausländische Armeen erzwungen werden. Demokratie kann nur das Ergebnis eines sozialen und politischen Prozesses sein, der sich im Land selbst vollzieht. Voraussetzung dafür ist die sofortige Beendigung des Krieges und der Sturz eines Regimes, das von über 80 Prozent der Bevölkerung verabscheut wird. Die Islamische Republik Iran muss vom iranischen Volk gestürzt werden; von einem Volk, das seit Jahren für seine Befreiung kämpft. Es obliegt den Iranern selbst, über die Führung des gegenwärtigen Regimes zu urteilen.

Ausweitung der Solidarität
Wir unterstützen die Iranerinnen und Iraner, die sich für Folgendes einsetzen:

  • Die Freilassung aller politischen und andersdenkenden Gefangenen;
  • Ein sofortiges Ende der Hinrichtungen und die Abschaffung der Todesstrafe
    und der Folter;
  • Vereinigungs-, Streik- und Demonstrationsfreiheit;
  • Achtung und Ausbau demokratischer und sozialer Rechte, insbesondere der
    Rechte von Frauen, Arbeitnehmern, nationalen, religiösen und sexuellen
    Minderheiten sowie afghanischen Flüchtlingen;
  • Die Umsetzung internationaler Sanktionen gegen die Führung der Islamischen
    Republik und ihre Familien;
  • Die Aufhebung der wirtschaftlichen und politischen Sanktionen gegen die
    Bevölkerung.

    Wir unterstützen insbesondere Aktivistinnen und Aktivisten im Iran und im Exil, die
    die Stimmen des iranischen Volkes in seinem Kampf gegen die Islamische Republik
    verstärken. Sie kämpfen für soziale Gerechtigkeit, Gleichheit, Freiheit und das Recht
    auf Selbstbestimmung.

    Sie kämpfen für eine Zukunft, die von unten und vom Volk selbst gestaltet wird; eine
    Zukunft, die auf der Selbstorganisation der Menschen beruht.
    Wir teilen auch ihren Widerstand gegen die Monarchisten um Reza Pahlavi, die sich
    als Alternative zur Islamischen Republik darstellen.

    Die autoritäre und ultraliberale Agenda der Monarchisten steht in völligem
    Widerspruch zu den sozialen und demokratischen Forderungen von Jugendlichen,
    Frauen, Arbeitern sowie nationalen und sexuellen Minderheiten.
    Generalversammlung: Freitag, 10. April, 19:00 Uhr

    Paris, 23.03.2026

Quelle: Initiative MIR
Militarismus stoppen!
Interventionspolitik beenden!
Rechte der Gesellschaftsmehrheit durchsetzen!

E-Mail: ini.mir@t-online.de

„Rekommunalisierung jetzt!“

DAS GEHT UNS ALLE AN: Mieter:innen der Habersathstraße 40-48 unterstützen!

AUFRUF ZUR SOLI-DEMO FÜR DIE HABERSAATHSTRAßE 40-48 IN BERLIN MITTE

Entmietung mit Kälte, Gewalt und Zerstörung – mitten in Berlin, mitten im Winter.

KOMMT ZUR SOLI-DEMO

Soli-Demo
Samstag, 28.03.2026
13:00 Uhr
Treffpunkt: Vor dem Roten Rathaus

Siehe Demo-Route unten.

WORUM GEHT ES?

In der Habersaathstraße wird seit Jahren versucht, Menschen mit Drohungen und Gewalt aus ihren Wohnungen zu vertreiben. Seit vier Monaten leben die Mieter:innen ohne Heizung und Warmwasser. Leerstehende Wohnungen werden im Auftrag des Vermieters demoliert, Türen eingetreten, Sanitäranlagen zerstört. Schlägertrupps im Haus – Angst gehört für die Bewohner:innen zum Alltag.

Das ist brutale Entmietung. Es reicht!

DIE FAKTEN

  • Seit 4 Monaten: keine Heizung, kein Warmwasser
  • Seit Jahren: Schikanen, Zerstörung und Gewalt gegen Mieter:innen
  • 120 bezahlbare Wohnungen sollen abgerissen werden
  • 3 Kündigungswellen gegen die Mieter:innen – gerichtlich für ungültig erklärt
  • Beschlüsse der BVV-Mitte zum amtlichen Eingreifen liegen vor
  • Aber: Das Bezirksamt Mitte bleibt untätig

WARUM DAS UNS ALLE BETRIFFT

Was hier passiert, ist kein Einzelfall. Es ist Teil eines Systems, das bezahlbaren Wohnraum zerstört und Menschen verdrängt. Wenn wir das hinnehmen, wird es überall Schule machen.

Heute trifft es sie – morgen uns alle.

DIE GUTE NACHRICHT

Gemeinsam können wir das stoppen.

Öffentlicher Druck wirkt. Solidarität wirkt. Die Soli-Demo ist ein klares Signal gegen Verdrängung, gegen Abriss und für bezahlbaren Wohnraum in Berlin.

UNSERE FORDERUNGEN

KEIN ABRISS!
MIETER:INNEN SCHÜTZEN!
BEZAHLBARE WOHNUNGEN RETTEN!
REKOMMUNALISIERUNG JETZT!

Quelle: Berliner Mieterverein
https://www.berliner-mieterverein.de/aktuelles/kein-abriss-habersaathstrasse-40-48-rekommunalisierung-jetzt.htm

Linke Perspektiven in Israel

26. März 2026 18:30 Uhr

Geschäftsstelle Linke Neukölln
Wipperstr. 6

Bild: Luftangriff Israels auf den Libanon 2025. Amnesty International.

Eine Veranstaltung der Linken Neukölln mit Gil Shohat

Die Kriegspolitik Israels manifestiert sich aktuell in den zerstörerischen Angriffen gegen den Iran und den Libanon. Seit dem Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 hat das Vorgehen der israelischen Regierung und Armee zehntausenden Palästinenser*innen und Libanes*innen, vor allem Frauen und Kindern, das Leben gekostet und ganze Bevölkerungsgruppen schutz- und obdachlos gemacht. Zu Recht sprechen zahlreiche Menschenrechtsorganisationen und Genozid-Forscher*innen in diesem Zusammenhang von Völkermord an den Palästinenser*innen im Gazastreifen.

Ein gerechter Frieden in Israel und Palästina scheint heute in weite Ferne gerückt. Dennoch: Auch in Israel halten progressive jüdische und palästinensische Aktivist*innen weiter an genau dieser Perspektive fest. Allen Widerständen zum Trotz und gerade in Zeiten der Zerstörung und der Dehumanisierung streiten sie für jüdisch-palästinensische Solidarität, für ein gemeinsames Leben auf Augenhöhe und in Würde für alle Menschen zwischen Jordan und Mittelmeer.

Der Historiker Gil Shohat analysiert in seinem Vortrag die unterschiedlichen Strömungen und internen strategischen Dilemmata und massiven Herausforderungen linker Akteur*innen in Israel und bettet sie ein in die militarisierte und immer weiter nach rechts entwickelte gesellschaftliche und innenpolitische Situation im Land. Nach dem Vortrag wird es Raum für Fragen und Diskussion geben. Vorwissen ist nicht nötig.

Referent: Gil Shohat (Leiter des Israel-Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Tel Aviv)

Gil Shohat ist 1988 als Sohn israelischer Eltern in Bonn geboren und aufgewachsen. Er studierte Geschichte und Politikwissenschaft in München, Exeter und Berlin und arbeitete unter anderem zu antikolonialem Aktivismus im London der 1930er bis 1950er Jahre sowie zur marxistischen Geschichtsschreibung in Großbritannien. Weiterhin publiziert und spricht er regelmäßig zur gegenwärtigen deutschen Erinnerungskultur, zum Verhältnis von Antisemitismus und Rassismus sowie zu den Manifestationen der Situation in Israel und Palästina in Deutschland.

Moderation: Hermann Nehls (Sprecher der Linken Neukölln)

Quelle: Bezirksverband der Partei DIE LINKE Neukölln
Termine Die Linke in Neukölln

Diese Seite verwendet u. a. Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung