Activestills – Dokumentation von Leben, Tod und Widerstand in Palästina

Photography exhibition Activestills

13.Dezember/25 bis 14. Februar/26 Öffnungszeiten: Freitags16 – 20 Uhr, Samstags und Sonntags 14 – 20 Uhr

Villa Heike, Freienwalder Str. 17, 13055, Berlin

Eine Ausstellung und ein Begleitprogramm, die Dir Realität, Wahrheit, Empathie und Solidarität vermitteln. Unsere größtmögliche Empfehlung: komm vorbei!

Seit fast zwei Jahrzehnten dokumentiert das Kollektiv Activestills israelische Kolonialgewalt und palästinensischen Widerstand.

Die Ausstellung präsentiert eine visuelle Erzählung, die 20 Jahre umspannt – von den anhaltenden Angriffen auf Gaza über den gegenwärtigen Völkermord und die andauernde ethnische Säuberung in ganz Palästina bis hin zu alltäglichen Momenten der Widerstandsfähigkeit, der Würde und des politischen Kampfes.

Die Ausstellung, die zuletzt im Finnischen Fotomuseum gezeigt wurde, vereint eindrucksvolle Bilder, die dominante Mediennarrative in Frage stellen und palästinensische Erfahrungen, Erinnerungen und Handlungsfähigkeit in den Mittelpunkt stellen. Sie würdigt zudem die wachsende Zahl palästinensischer Journalisten, Fotografen und Medienschaffender, die seit Oktober 2023 getötet wurden, weil sie die Wahrheit vor Ort dokumentierten.

Begleitprogramm:

  • Samstag, 13. Dezember, 19:00 Uhr – Eröffnungspanel: Antikoloniale Kämpfe, Fotografie & visuelle Erzählungen. Moderation: Himmat Zoubi.
  • Sonntag, 14. Dez., 19:00 Uhr – Präsentation des Fotobuchs: Die Auslöschung Palästinas (2025) mit dem Autor und Activestills-Mitglied Ahmad Al-Bazz
  • Freitag, 16. Jan., 19:00 Uhr – Podiumsdiskussion: Dokumentation als Störung – Archivierung und dekoloniale Wissensproduktion
  • Freitag, 30. Jan., 19:00 Uhr – Filmvorführung: Lyd (2023) von Rami Younis und Sarah Ema Friedland
  • Samstag, 14. Feb., 18:30 Uhr – Finissage-Podiumsdiskussion: „Fürsorge vor Liebe“ – Gemeinschaftenübergreifende Perspektiven auf Solidarität und Widerstand

Weitere Informationen und Updates

Wenn der Faschismus kommt

Zwei historische Romane, die in den 1930er Jahren in Hamburg spielen und sehr aktuell wirken

VON CLAUDIA WANGERIN

Wie war es, als der deutsche Faschismus immer mächtiger wurde? Anja Kampmann und Heinz Jürgen Schneider bearbeiten diese Frage unabhängig voneinander in zwei historischen Romanen, die beide im Hamburg der 1930er Jahre spielen. Die beiden kennen sich nicht und erzählen ihre Geschichten in Schreibstilen, die kaum unterschiedlicher sein können. Aber sie könnten sich bei den Recherchen für ihre Romane fast in einem Archiv begegnet sein. Denn intensiv recherchiert haben beide über die faschistische Zeitenwende in Hamburg.

Heinz Jürgen Schneiders Roman »Rote Marine« ist schon im vergangenen Jahr erschienen und wurde wenig zur Kenntnis genommen. Der langjährige Menschenrechtsanwalt hat erst gegen Ende seiner juristischen Tätigkeit literarisch zu schreiben begonnen. Mehr Aufsehen hatte er als Rechtsanwalt erregt, als er 2011 eine Strafanzeige gegen Recep Tayyip Erdoğan, damals noch türkischer Premierminister, wegen Kriegsverbrechen stellte.

Anja Kampmanns Roman »Die Wut ist ein heller Stern« wurde gerade mit dem Hans-Fallada-Preis ausgezeichnet. Die Geschichte der Varieté-Artistin Hedda, die ihre Grundlagen im kommunistischen Arbeitersport gelernt hat und zwischen Glamour und Klassenbewusstsein hin- und hergerissen ist, fasziniert sowohl durch den lyrischen Erzählstil als auch durch die außergewöhnliche Perspektive der Hauptfigur.

Die schwarzen Kaimane, über denen sie auf einer Bühne des »Alkazar«, eines Theaters auf der Reeperbahn, schwebt, sind echt und müssen gefüttert werden – notfalls auch mal mit Ratten. »Der Keiler«, eine immer wieder bedrohlich auftauchende Figur, ist eine Metapher für die Gefahr, vor der Hedda weder ihre alten Freunde aus dem »Rotsport« noch ihren Geliebten schützen kann. Zum Glück aber ihren jüngeren Bruder, den die Nazis wegen seiner Behinderung für lebensunwert halten.

Hedda ist eine zähe und gleichzeitig sensible junge Frau, für die angepasste männliche Karrieristen allesamt »Friedrich« heißen. Die Frauen, deren Lebensziel es ist, an der Seite solcher Männer zu glänzen, nennt sie die »Ritas«. Als die Nazis in der Hansestadt die Macht übernehmen, passt sie sich zum Schein an. Wenn sie innerlich kocht oder vor Angst fast zusammenbricht, spricht sie auch mit innerer Erzählstimme von sich als »die Rita«. Als würde sie einen kontrollierenden Blick auf ihre erzwungene schauspielerische Leistung werfen.

Heddas wachsende Wut wird für sie zum Lebenselixier, während ihre Welt in Zeitlupe zusammenbricht, die Nazis das »Alkazar« übernehmen und ihr älterer Bruder Jaan als Harpunenschmied auf einem Walfänger anheuert – nicht weil er unbedingt für das Reich »die Fettlücke« schließen will, sondern um Geld für die Flucht seiner Geschwister zu verdienen. Denn gut bezahlt sind Heddas Auftritte im »Alkazar« von Anfang an nicht – obwohl sie nebenbei für Geld Sex mit einem reichen Ex-Kolonialverbrecher hat, kann sie sich nicht einmal die Miete für einen echten Rückzugsraum leisten. Die zarte junge Frau, mit der sie ein Zimmer teilt, muss sich sogar hauptberuflich prostituieren und erlebt dabei rohe Gewalt.

Jaan kann das Gemetzel an den Walen kaum mit ansehen, erkennt in ihnen fühlende Wesen und scheint darin auch einen Vorgeschmack auf das Blutbad des Zweiten Weltkriegs zu sehen. An dieser Stelle wechseln die Perspektiven zwischen Bruder und Schwester so schnell, dass Hedda fast telepathische Fähigkeiten zu entwickeln scheint. Naturzerstörung, Faschismus und Krieg: Alles fließt hier in einem albtraumhaften Blutmeer zusammen.

Dagegen bleibt Schneider in seiner Erzählweise in »Rote Marine« sparsam wie Hemingway. Wer beide Romane lesen möchte, sollte mit »Rote Marine« anfangen. Das wäre chronologisch korrekt, da dieser Roman bereits 1931 beginnt. Der Titel geht auf den Namen einer Teilorganisation des Roten Frontkämpferbundes der KPD zurück, deren Aktivisten und Funktionäre sich militant gegen das faschistische Bündnis von Mob und Elite wehrten.

Ohne das Menschliche zu vernachlässigen, bietet Schneider tiefe Einblicke in die Strukturen dieses frühen kommunistischen Widerstands, der beim offiziellen staatstragenden Gedenken gern unterschlagen oder aber mittels der »Hufeisentheorie« diffamiert wird. Schneider selbst spricht bei Lesungen von vier Hauptfiguren, die er paritätisch gewählt habe – allerdings hätten insgesamt fünf Personen das Zeug zur Hauptfigur. Drei Männer und zwei Frauen spielen eine wichtige Rolle.

Beide Frauen, Alma und Anni, sind mit Anfang 20 etwa im Alter von Anja Kampmanns Hedda. Sie tragen auf eigene Art die emanzipatorische Aufbruchstimmung der 1920er Jahre in sich, die ab 1933 brutal eliminiert wurde. Sie übernehmen konspirative Aufgaben für die KPD. Alma als anfangs noch privilegierte Kunststudentin, die damit nicht nur ihre bürgerliche Existenz aufs Spiel setzt, Anni als junge Parteiarbeiterin, die fast überdiszipliniert wirken würde, wüsste man nicht um den historischen Ernst der Lage.

Schneiders männliche Hauptfiguren sind älter, bereits Mitte 30, von der Erfahrung des Ersten Weltkriegs geprägt und nicht zuletzt deshalb Kommunisten geworden. Wesentlicher Teil ihrer Motivation ist ein »Nie wieder«, das anfangs noch keinen Faschismus an der Macht kennt, wohl aber das massenhafte Verheizen junger Männer als Kanonenfutter für die Interessen der herrschenden Klasse. Auch deshalb ist »Rote Marine« im Grunde ein hochaktueller Roman. Eine darin dokumentierte Hitler-Rede, die sonst selten zitiert wird, dürfte ebenfalls für Déjà-vus sorgen.

Heinz Jürgen Schneider: Rote Marine. Tredition,‎ 498 S., geb., 25 €.
Anja Kampmann: Die Wut ist ein heller Stern. Hanser, 496 S., geb., 28 €.

Erstveröffentlicht im nd v. 9.12. 2025
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1196070.literarischer-antifaschismus-wenn-der-faschismus-kommt.html?sstr=Wenn|der|Faschismus

Wir danken für das Publikationsrecht.

Der neue Transatlantikpakt

Newsletter von German Foreign Policy

Bild: Screenshot Middle East Eye. Bearbeitung JG

Neue Nationale Sicherheitsstrategie der USA zielt auf Neuformierung des transatlantischen Pakts auf offen rassistischer, womöglich faschistischer Basis. Kern ist weiter der gemeinsame Machtkampf gegen China – nun auch in Lateinamerika.

WASHINGTON/BRÜSSEL (Eigener Bericht) – Die neue Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten zielt auf eine Neuformierung des transatlantischen Bündnisses auf offen rassistischer, womöglich faschistischer Basis. Wie es in dem Papier heißt, das gegen Ende vergangener Woche veröffentlicht wurde, wünschten die USA zur Erreichung ihrer globalen Ziele auch künftig europäische Unterstützung. Allerdings müsse dies auf neuer Grundlage geschehen. Weil die Staaten der EU aufgrund ihrer Immigration von einer „zivilisatorischen Auslöschung“ bedroht seien, müsse Washington ihnen „helfen“, ihren „gegenwärtigen Kurs zu korrigieren“. Ausdrücklich gelobt werden „patriotische Parteien“; zu diesen gehört etwa die AfD, die die Trump-Administration offen unterstützt hat. Aus den Regierungsparteien in Berlin kommen gemischte Reaktionen. Im Kern des US-Strategiepapiers steht weiterhin der große Machtkampf gegen China. Diesen weitet die Trump-Administration nun explizit auf Lateinamerika aus. Die Fokussierung auf eine gestärkte wirtschaftliche und militärische US-Präsenz auf dem Subkontinent bezeichnet das US-Strategiepapier als „Trump-Zusatz“ zur Monroe-Doktrin, die Lateinamerika als alleinige US-Einflusssphäre in Anspruch nimmt.

Die Kontrolle der Inselketten

Die neue Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten fokussiert unverändert auf den großen Machtkampf der USA gegen die Volksrepublik China. Wie es in dem Dokument heißt, müsse Washington den Handel mit China „ausgeglichener“ gestalten und dafür sorgen, dass er sich auf „nicht sensible Faktoren“ beschränke, um jegliche Abhängigkeit von der Volksrepublik zu vermeiden.[1] Gleichzeitig werde man die US-Militärpräsenz in der Asien-Pazifik-Region weiter stärken. Ein Schwerpunkt ist demnach die sogenannte Erste Inselkette, die von Japan über Taiwan bis zu den Philippinen reicht; von den Ländern auf ihr verlangt Washington noch leichteren Zugang für seine Streitkräfte und eine dramatisch gesteigerte Aufrüstung. Speziellen Wert legen die USA auf die Kontrolle Taiwans – „zum Teil“, weil die Insel über unverzichtbare Kapazitäten in der Halbleiterproduktion verfüge, „vor allem“ aber, weil sie „direkten Zugang zur Zweiten Inselkette“ biete: Kontrollierte Beijing Taiwan, hätten die chinesischen Streitkräfte die Option, in den Pazifik mit Kurs etwa auf die US-Kolonie Guam auszubrechen, die auf der Zweiten Inselkette liegt. Zudem heißt es in dem US-Papier, eine weitere „Herausforderung“ bestehe darin, dass ein Rivale das Südchinesische Meer kontrollieren könne – China.

„Trump-Zusatz“ zur Monroe-Doktrin

Einen Einschnitt bringt die Nationale Sicherheitsstrategie für Lateinamerika. Dort ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten Chinas Wirtschaftseinfluss dramatisch gestiegen; das Land ist heute, nimmt man Mexiko aus, der größte Handelspartner des Subkontinents und hat dort massiv in bedeutende Infrastruktur – von Häfen bis zu 5G-Netzen – investiert. In der neuen US-Sicherheitsstrategie heißt es jetzt, Washington werde seine „Vorherrschaft“ in der Region wieder durchsetzen. Dazu müsse jede Form „feindlichen auswärtigen Eindringens“ gestoppt werden.[2] Insbesondere fokussiert das Dokument darauf, die Rohstoffe des Subkontinents – darunter immense Lithium-Ressourcen in Argentinien, Bolivien und Chile – unter Kontrolle zu bringen. Zudem werde eine stärkere Militärpräsenz in Betracht gezogen, heißt es. In der Karibik bauen die Vereinigten Staaten schon jetzt alte und neue Militärstützpunkte aus (german-foreign-policy.com berichtete [3]). Den Plan, Chinas bedeutende Wirtschaftspräsenz nach Möglichkeit wieder aus Lateinamerika zu verdrängen, bezeichnet das US-Dokument als „Trump-Zusatz“ („Trump Corollary“) zur Monroe-Doktrin. Die Doktrin, am 2. Dezember 1823 von US-Präsident James Monroe proklamiert, erklärte ganz Lateinamerika zur exklusiven Interessensphäre der Vereinigten Staaten.

Bedeutung verloren

Deutlich geringere Bedeutung misst die neue Nationale Sicherheitsstrategie dem Nahen und Mittleren Osten bei. Jahrzehntelang sei die Region der weltweit bedeutendste Energielieferant gewesen, heißt es in dem Papier. Das sei heute nicht mehr der Fall – dies insbesondere, weil die Vereinigten Staaten dank ihrer Fracking-Offensive zum Nettoexporteur von Energie geworden seien.[4] Man werde sich daher nur noch darum bemühen, gegnerischen Mächten dominierenden Einfluss im Nahen und Mittleren Osten zu verwehren. Für Afrika sieht die US-Strategie lediglich eine Rolle als Lieferant kritischer Rohstoffe vor.

„Zivilisatorische Auslöschung“

Eine offene Kampfansage enthält das US-Dokument gegenüber der EU. Der Anteil von deren heutigen 27 Mitgliedstaaten an der globalen Wirtschaftsleistung sei – berechnet nach Kaufkraftparität (purchase power parity, PPP) – von 25 Prozent im Jahr 1990 auf nur noch 14 Prozent im Jahr 2025 zurückgegangen, heißt es in der Nationalen Sicherheitsstrategie.[5] Der relative ökonomische Abstieg der EU werde freilich „von der realen und noch bedrohlicheren Aussicht auf eine zivilisatorische Auslöschung“ in den Schatten gestellt. Ursache dafür sei eine Migrationspolitik, „die den Kontinent umformt und Zwietracht sät“. Dabei verbinde sich das mit einer „Unterdrückung der politischen Opposition“ – damit gemeint sind Kräfte der äußersten Rechten – und mit einem „Verlust von nationalen Identitäten und Selbstvertrauen“. Setzten sich diese Trends fort, dann werde „der Kontinent in 20 Jahren oder sogar weniger nicht mehr wiederzuerkennen sein“. Es sei „mehr als plausibel“, dass bereits bald „bestimmte NATO-Mitglieder mehrheitlich nicht-europäisch“ seien. Es sei „eine offene Frage“, ob sie dann „ihre Stellung in der Welt“ und insbesondere „das Bündnis mit den Vereinigten Staaten“ noch weiter aufrechterhalten würden.

„Patriotische Parteien“

Dies freilich laufe wichtigen US-Interessen zuwider, heißt es weiter in dem Papier; Europa bleibe vor allem „strategisch und kulturell von entscheidender Bedeutung für die Vereinigten Staaten“.[6] So seien europäische Technologie und der transatlantische Handel eine wichtige Säule „des amerikanischen Wohlstands“; auch strategisch sei „europäische Hilfe“ für die USA unverändert von ganz erheblicher Bedeutung. „Wir können es uns nicht leisten, Europa abzuschreiben“, konstatiert die US-Sicherheitsstrategie. Also müsse es Washingtons Ziel sein, „Europa zu helfen, seinen gegenwärtigen Kurs zu korrigieren“. Europa müsse „europäisch bleiben“, „sein zivilisatorisches Selbstvertrauen wiedergewinnen“. Dazu gelte es „Widerstand gegen Europas gegenwärtigen Kurs innerhalb der europäischen Nationen zu kultivieren“. Deshalb werde man seine „politischen Verbündeten in Europa ermutigen“, den „individuellen Charakter“ der „europäischen Nationen“ wieder zu stärken. Freilich biete „der wachsende Einfluss patriotischer Parteien in Europa“ schon jetzt „Anlass für großen Optimismus“, fährt das Strategiepapier fort. Gemeint ist das Erstarken ultrarechter bis faschistischer Kräfte in ganz Europa, das von der Trump’schen Rechten systematisch gefördert wird (german-foreign-policy.com berichtete [7]).

„Anknüpfungspunkt für verstärkte Kooperation“

Die erkennbare Absicht, den transatlantischen Pakt auf offen rassistischer, möglicherweise faschistischer Basis in einem Bündnis zwischen der Trump-Administration und Kräften der äußersten Rechten in Europa neu zu formieren, stößt bei der AfD auf Beifall. So wird etwa der AfD-Europaabgeordnete Petr Bystron mit der Aussage zitiert: „Das ist eine direkte Anerkennung unserer Arbeit“.[8] Aus den Parlamentsfraktionen der Regierungsparteien in Berlin sind gemischte Stimmen zu hören. So fordert etwa der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Adis Ahmetovic, „ein geschlossenes, selbstbewusstes und stärkeres Europa“, um sich gegen die Forderung nach einem harten Rechtskurs auch in der Bundesrepublik zu behaupten.[9] Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter warnt ebenfalls, „Europa“ dürfe keinesfalls „zum Objekt US-amerikanischer Machtpolitik“ werden.[10] Offener gibt sich der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Jürgen Hardt (CDU). „Deutschland und Europa spielen in der Strategie des US-Präsidenten weiterhin eine zentrale Rolle als Partner“, lobt Hardt: „Somit ist die Strategie kein Abgesang, sondern kann vielmehr Anknüpfungspunkt für verstärkte Bemühungen um transatlantische Zusammenarbeit sein.“[11] Dies geschähe freilich nach dem Willen der Trump-Administration auf ultrarechter Basis, etwa in Kooperation mit der AfD.

[1], [2] National Security Strategy of the United States of America. November 2025.

[3] S. dazu Die Militarisierung der Karibik und Von Drohnen- zu Bootsmorden.

[4], [5], [6] National Security Strategy of the United States of America. November 2025.

[7] S. dazu „Vom Trump-Tornado lernen“ und „Kein Platz für Brandmauern“ (II).

[8] Sofia Dreisbach, Thomas Gutschker, Eckart Lohse, Friedrich Schmidt: Kalte Dusche für Europa. Frankfurter Allgemeine Zeitung 08.12.2025.

[9], [10] Caspar Schwietering: Nach Trumps Kampfansage an Europa: Deutsche Außenpolitiker fordern von der Bundesregierung Distanz zu den USA. tagesspiegel.de 07.12.205.

[11] Sofia Dreisbach, Thomas Gutschker, Eckart Lohse, Friedrich Schmidt: Kalte Dusche für Europa. Frankfurter Allgemeine Zeitung 08.12.2025.

Erstveröffentlicht auf GFP v. 8.12. 2025
https://www.german-foreign-policy.com/

Wir danken für das Publikationsrecht.

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