Systematische Zerstörung des Gesundheitssystems in Gaza – Israels Barbarei kennt wohl keine Haltelinie mehr!

Am 21.März, kurz nach Aufkündigung des Waffenstillstands durch Netanyahu, sprengte die israelische Armee das türkische Freundschaftskrankenhaus nördlich des Flüchtlingslagers Nuseirat (siehe Video).

Am Sonntag hat der palästinensische Zivilschutz den Kontakt zu einem seiner Rettungsteams verloren. Das Team war im Einsatz, um Sanitäter des Palästinensischen Roten Halbmonds (entspricht im Nahen Osten unserem Roten Kreuz) zu retten, die zuvor bei einem israelischen Angriff in der Gegend von Al-Baraksat westlich von Rafah ins Visier genommen worden waren.

Die israelische Besatzungsarmee sprengt das türkische Freundschaftskrankenhaus in Gaza!

In einer Erklärung teilte der Zivilschutz mit: „Der Kontakt zu unserem Team in Al-Baraksat ging verloren, als es versuchte, das Rettungsteam des Roten Halbmonds zu bergen, das Ziel eines israelischen Angriffs wurde.“ Über das Schicksal des Teams gibt es bisher keine Informationen.

Zuvor hatte der Palästinensische Rote Halbmond berichtet, dass israelische Besatzungstruppen mehrere Rettungsfahrzeuge in einem bombardierten Gebiet in Rafah umstellt hätten. Dabei seien mehrere Sanitäter verletzt worden.

Fast zeitgleich hat die israelische Besatzungsarmee die Chirurgie-Abteilung des Nasser-Krankenhauses in Khan Younis angegriffen. Dabei sollen nach aktuellem Stand mindestens 5 Menschen getötet worden sein, mehrere weitere Menschen, darunter medizinisches Personal, erlitten teils schwerste Verletzungen. Ein großer Teil der Abteilung wurde zerstört, was zu Panik führte und eine vollständige Evakuierung notwendig machte.

Medizinische Quellen meldeten, dass seit dem frühen Morgen 51 Menschen durch israelische Luftangriffe im Gazastreifen ermordet wurden. Wieviel Verletzte ohne ausreichende medizinische Hilfe im Kriegsgebiet herumirren, wissen wir nicht. Ist das die Hölle, die Trump angekündigt hat?

Die israelische Kriegsführung greift systematisch die Strukturen zur Gesundheitsvorsorgung der palästinensischen Bevölkerung an. So wurden die meisten Krankenhäuser zerstört, medizinisches Personal massakriert, Ärzte verschleppt oder sogar gefoltert. Das Kalkül: wenn die Gesundheitsversorgung zusammenbricht, haben die Menschen keine Überlebenschance mehr.

Die feinere, aber fast schon miesere Methode, die Zivilbevölkerung ins Siechtum zu treiben, sind die ständigen Blockaden gegen Medikamente und medizinische Hilfsmittel. Die Folgen sind u. a., dass durch israelische Kriegshandlungen verletzte Kleinkinder unter nicht beschreibbaren Qualen ohne Betäubungsmittel notoperiert werden müssen. Wer auch nur einen Funken Menschenrecht im Herzen trägt, muss einem Staat, der fortlaufend für solche Barbarei verantwortlich ist, die Unterstützung versagen.

Gesundheit für Palästina schreibt: „Die deutsche Regierung schmückt sich gerne damit humanitäre Hilfe für Gaza zu finanzieren. Das ist aber überhaupt nichts wert, wenn nicht auch politisch Druck auf Israel ausgeübt wird die Hilfslieferungen
durchzulassen. Das einzige an
„deutschen Ressourcen“, die Gaza
erreichen, sind unsere Waffen.“

Und was berichtet die Tagesschau? Anstatt die Betroffenen authentisch zu Wort kommen zu lassen, werden einfach die Aussagen der israelischen Armee durchgereicht. Israel habe Angriffe auf „Ziele der islamistischen Hamas ausgeweitet“ und „präzise Munition genutzt, um Zivilisten zu schonen“.

Die westliche Doppelmoral tut weh! Ich wurde kürzlich gefragt: „Unter welchen der so oft kritisierten Diktaturen findet aktuell eine derartige Barbarei in einem Ausmaß wie in Gaza statt?“ Ich konnte -soweit meine möglicherweise unzulänglichen Kenntnisse reichen und ich ungern Menschenrechtsverletzungen gegeneinander aufrechne – niemanden nennen.

Man hofft wohl , dass wir uns an die Barbarei gewöhnen. Machen wir einen Strich durch diese Rechnung. Werden wir nicht müde, weiter zu protestieren, über die Verbrechen in Gaza zu berichten und uns zu empören. Auch über Friedrich Merz, der Netanyahu unter Missachtung des Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs einladen will. Wer systematisch die medizinische Versorgung einer Bevölkerung zerstört, gehört konsequent aus der Weltgemeinschaft verbannt. Und zur Rechenschaft gezogen!

Siehe auch: Antipalästinensische Repression in deutschen Untermehmen-Zensur und Einschüchterung bei Zalando

Titelbild: Collage Peter Vlatten

Geschichte einer palästinensischen Stadt – Filmabend

LYD (2024)
A Sci-Fi Documentary ● directed by Rami Younis & Sarah Ema Friedland ● Executive Producer: Roger Waters ● 2024 ● 1 hr 18 min

Samstag, 22.3.2025 | 19:00 Uhr | Spore Initiative, Hermannstraẞe 86

Veranstalter:Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost

19:00 Originalfilm (mit eng. Untertiteln)
20:30 Diskussionsrunde (Englisch)

Die Veranstalter schreiben in Ihrer Einladung über Film und die Stadt Lyd:

„Die Geschichte einer Stadt, die einst Palästina mit der Welt verband – was sie einmal war, was sie heute ist und was sie hätte werden können.

Dieser Science-Fiction-Dokumentarfilm erzählt die vielfältigen Vergangenheiten, Gegenwarten und Zukünfte der Stadt Lyd in Palästina/Israel. Aus der Perspektive der Stadt selbst, mit der Stimme der palästinensischen Schauspielerin Maisa Abd Elhadi, wird der Zuschauer durch die Lebensspanne einer fünftausend Jahre alten Stadt und ihrer Bewohner geführt.

Lyd war einst ein blühendes palästinensisches Zentrum mit einer reichen Geschichte. Im Jahr 636 n. Chr. galt sie sogar als erste Hauptstadt Palästinas. Mit der Staatsgründung Israels 1948 wurde Lyd zu einer israelischen Stadt und in diesem Prozess wurden Hunderte palästinensische Einwohner von israelischen Streitkräften massakriert und die meisten der 50.000 palästinensischen Einwohner ins Exil geschickt. Heute hat die Stadt eine jüdisch-israelische Mehrheit und eine palästinensische Minderheit, sie ist unterfinanziert und durch Rassismus und Gewalt gespalten.
Für die Palästinenser ist Lyds Geschichte ein schmerzhafter und tragischer Ruin. Deshalb wagt der Film die Frage: Wie würde die Stadt aussehen, wenn es nie zur israelischen Besetzung Lyds gekommen wäre?“

Nach dem Film betrachtet ein Panel das soziale Gefüge sogenannter gemischter Städte in Palästina/Israel und stellt sich Fragen, wie Bevölkerungsregulierung und Biopolitik das Leben in diesen Städten prägen.

Die Filmvorführung ist wie immer kostenlos und wir sammeln Spenden für Clean Shelter @clean.shelter.ngo

Frauen in Konfliktgebieten – Webinar

Ein absolut spannendes und empfehlenswertes Event. Betroffene Frauen aus vielen Ländern – insbesondere aus dem globalen Süden- kommen in Kurzberichten authentisch zu Wort!

Mittwoch, 19. März 2025, 12:00 Uhr, Webinar, Zur Teilnahme anmelden
Lassen Sie uns am 19. März zusammenkommen, um zuzuhören, zu lernen und Maßnahmen zur Unterstützung der Frauen in Konfliktgebieten auf der ganzen Welt zu ergreifen.
unsere  Empfehlung zum Frauenkampftag dazu: "„Nieder mit dem Imperialistischen Feminismus“ – antirassistisch und internationalistisch" 

Am 19. März um 12 Uhr ET findet eine wichtige Veranstaltung statt, um den Stimmen von Frauen Gehör zu verschaffen, die von Konflikten in verschiedenen Teilen der Welt betroffen sind. Das Webinar „Frauen in Konfliktzonen“, gesponsert von World BEYOND War, Southern Anti-Racism Network, International Peace Bureau, Convention for Pan-Africanism and Progress (CPP) und CODEPINK, soll die tiefgreifenden Auswirkungen des Krieges auf Frauen und Kinder beleuchten und Maßnahmen zur Abschwächung dieser Auswirkungen diskutieren.

Sponsoren

An dem Webinar nehmen Redner aus einer Vielzahl von Ländern teil, darunter Weißrussland, Kamerun, die Demokratische Republik Kongo, Gaza, Libanon, Mosambik, Nigeria, Südkorea, Sudan und Syrien. Jeder Redner hat fünf Minuten Zeit, um seine Erfahrungen und Erkenntnisse zu den besonderen Herausforderungen zu teilen, denen Frauen und Kinder in ihren jeweiligen Regionen aufgrund anhaltender Konflikte gegenüberstehen. Diese Plattform dient nicht nur dazu, Geschichten zu teilen, sondern auch als Aufruf zu globaler Solidarität und Unterstützung bei der Beendigung der Gewalt und der Förderung des Friedens.

Rednerinnen und ihre Beiträge
Frauen aus verschiedenen Konfliktgebieten berichten aus erster Hand über die Kämpfe und die Widerstandskraft der Menschen, die mitten im Krieg leben. Ihre Aussagen werden die physischen, emotionalen und sozialen Belastungen hervorheben, die bewaffnete Konflikte für Frauen und Kinder bedeuten, die während solcher Krisen oft zu den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen gehören. Die Rednerinnen werden auch über Initiativen und Bemühungen sprechen, die in ihren Gemeinden unternommen werden, um Sicherheit, Heilung und langfristigen Frieden zu fördern.

Anerkennung afrikanischer Herkunft: UN-Dekade
Dieses Webinar findet während der zweiten UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft (2025–2034) statt, die sich auf „Anerkennung, Gerechtigkeit, Entwicklung“ konzentriert. Die Überrepräsentation afrikanischer Länder in der Liste der Konfliktzonen unterstreicht die dringende Notwendigkeit gezielter Bemühungen und Interventionen zur Bekämpfung der systemischen Probleme, die Gewalt und Instabilität in diesen Regionen aufrechterhalten. Das Webinar zielt darauf ab, auf diese Probleme aufmerksam zu machen und Unterstützung für afrikanische Frauen und Kinder zu mobilisieren, die die Hauptlast von Kriegen und Konflikten tragen.

AKtuell  zu den deutschen Kriegskrediten: "Verschuldungsorgie für „Kriegstüchtigkeit“ kann mit grün reaktionärem Sahnehäubchen durchgewunken werden"

Lautsprecher

WEISSRUSSLAND: Olga Karatch

KAMERUN: Cyrille Rolande Bechon

DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO (DRK): Raissa Kasongo und Yvette Mushigo

GAZA/PALÄSTINA: Hanan Awwad

LIBANON: Hala Kilani Hala und Shirine Jurdi

MOSAMBIK: Namatama Sakabilo

NIGERIA: Zullaihat Muhammad Ohiare

SÜDKOREA: Cho Young-mi

SUDAN: Reem AbbasSYRIEN: Oula Ahma

Unterstützende Organisationen

Die Organisatoren des Webinars „Frauen in Konfliktzonen“ laden Organisationen ein, diese wichtige Veranstaltung zu unterstützen und zu fördern. Unterstützende Organisationen werden gebeten, bis zum 15. März Fragen an die Redner einzureichen, um die Möglichkeit zu haben, direkt mit den Frauen in Kontakt zu treten, die ihre Geschichten erzählen werden. Diese gemeinsame Anstrengung soll ein tieferes Verständnis der globalen Auswirkungen von Konflikten auf Frauen und Kinder fördern und konkrete Schritte identifizieren, die unternommen werden können, um Gemeinschaften in Konfliktzonen zu unterstützen.

Unterstützen Sie uns hier 

 Organisationen: 

Das Webinar „Frauen in Konfliktzonen“ bietet eine wichtige Gelegenheit, direkt von den Betroffenen des Krieges zu hören und ihre Stimme auf internationaler Bühne zu Gehör zu bringen. Durch die Unterstützung und Teilnahme an dieser Veranstaltung können Organisationen und Einzelpersonen gleichermaßen zu einer breiteren Bewegung beitragen, die darauf abzielt, Gewalt zu beenden, Frieden zu fördern und sicherzustellen, dass die Rechte und das Wohlergehen von Frauen und Kindern in Konfliktzonen gewahrt werden.

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