FBI-Razzia bei früherem UN-Waffeninspektor Scott Ritter wegen prorussischer Gesinnung

Biden-Regierung versucht vor der Wahl, US-Bürger mit Nähe zur russischen Regierung mit dem ausländischen Agentengesetz (FARA) einzuschüchtern oder zu bekämpfen.

Von Florian Rötzer

“Die Biden-Regierung  erklärt den Krieg gegen den Journalismus. Die jüngsten FBI-Razzien Gegen den russisch-amerikanischen Politikwissenschaftler Dimitri Simes und mich, wollen den Dissenz über die Ukraine zerschlagen. Die US-Regierung und die Medien kooperieren, um das Narrativ über die Ukraine zu kontrollieren.“

Das schrieb Scott Ritter, ein ehemaliger US-Offizier des Marine Corps und jetzt Journalist und Autor, der als UN-Waffeninspektor von UNSCOM im Irak bekannt wurde, weil er den Lügen der amerikanischen und britischen Regierung entgegentrat, dass der Irak Massenvernichtungsmittel besitzt oder diese entwickelt, was die Bush-Regierung als Kriegsgrund präsentierte. Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg gegen den Irak 2003, an dem u.a. die Ukraine in der „Koalition der Willigen“ teilnahm, lieferte selbst den Beweis über den Betrug der Öffentlichkeit, was man heute Fake News nennen würde. Viele Medien, auch deutsche, hatten damals mitgespielt und den Fabrikationen der amerikanischen und britischen Regierung geglaubt. Ritter deckte auch auf, wie die CIA versuchte, die UN-Waffeninspektoren zu beeinflussen.

Ritter tat sich nicht nur als Kritiker der US-Regierungen hervor, sondern wurde auch wegen Sexualdelikten belangt. Er wandte sich Russland während der Zuspitzung des Konflikts mit den USA zu, gab Tass und anderen russische Medien zahlreiche Interviews, nahm an Veranstaltungen der russischen Regierung teil, schrieb für RT eine Kolumne und besuchte im Januar 2024 Russland und die „Volksrepubliken“. Er galt als Putin-Versteher und Russland-Propagandist. Sein Twitter-Account wurde gesperrt, was Elon Musk wieder aufhob.

Am 3. Juni ließ ihn die amerikanische Polizei nicht zum Internationalen Wirtschaftsforum St. Petersburg ausreisen und zog am Flughafen seinen Pass ein. Das war eine erste Schikane, der am 7. August eine Durchsuchung seines Hauses in Delmar, New York, und die Beschlagnahmung seiner Computer und anderer Materialien durch das FBI folgte. Auch wenn der Durchsuchungsbefehl nur für die elektronischen Geräte galt, wurde auch haufenweise anderes Material abgeschleppt. Vorgeworfen wird ihm, er sei ein „nicht registrierter Agent einer ausländischen Regierung“ in Verletzung des Foreign Agent and Registration Act (FARA). Übrigens das Vorbild für das russische und auch das georgische Gesetz über ausländische Agenten. Letzteres nutzt die EU, die ähnliches plant und bereits russische Medien verboten hat, um die georgische Regierung unter Druck zu setzen, weil sie damit die Meinungsfreiheit abwürgen wolle (Beeinflussungsoperationen oder hybrider Krieg auf westliche Art).

Mit FARA können Menschen belangt werden, die “auf Befehl oder Anordnung oder unter Führung oder Leitung eines ausländischen Auftraggebers („at the order, request, or under the direction or control, of a foreign principal“) handeln, wenn nachgewiesen wird, dass er mit politischen Handlungen für oder im Interesse eines solchen ausländischen Auftraggebers („in political activities for or in the interests of such foreign principal“) befasst ist. Wer gegen die Registrierungspflicht verstößt, muss mit einer Geldstrafe oder eine Gefängnisstrafe bis zu fünf Jahren rechnen.

“Aggressive Bemühungen zur Bekämpfung der Einflussnahme des Kremls im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen”

Die Razzien bei Ritter (und bei Simes am 13. August) fand in den Medien kaum Beachtung, bis die New York Times darauf aufmerksam machte und dann auch andere folgten. Angeblich fürchtet die Biden-Regierung vor der Wahl Kritik an der Ukraine-Politik und beginnt nun, unliebsame öffentliche Personen, die andere Meinungen vertreten, einzuschüchtern: „Das Justizministerium hat eine breit angelegte strafrechtliche Untersuchung gegen Amerikaner eingeleitet, die mit dem russischen Staatsfernsehen zusammengearbeitet haben. Nach Angaben amerikanischer Beamter, die in die Untersuchung eingeweiht wurden, ist dies ein Zeichen für aggressive Bemühungen zur Bekämpfung der Einflussnahme des Kremls im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im November.“ RT soll sich nämlich mit russischen Geheimdiensten wieder einmischen und sich hinter Trump stellen.

Wieder also versuchen die Demokraten wie schon 2016 die Gefahr der russischen Beeinflussung der Wahl hochzufahren, wahrscheinlich auch aus dem Motiv, Kritik an der Ukraine-Politik, die vom Konkurrenten Donald Trump kommt, als russische Propaganda zu kennzeichnen. Simes war überdies Berater von Trump im Wahlkampf 2016. Noch wurden keine Anklagen gemacht, angeblich werden weitere Razzien gegen Amerikaner kommen, sagten die Informanten der NYT.

Zwar schreibt die Zeitung, dass das Vorgehen die in der Verfassung garantierte Meinungsfreiheit verletzen könnte, meint aber verharmlosend, dass die Regierung sich nicht gegen „normale Amerikaner“ richten würde, „die russische Staatsmedien schauen oder darüber online etwas posten“. Betroffen seien „Individuen, die absichtlich Desinformation von Moskau verbreiten“. Interessant an den Formulierungen ist, dass die normalen Bürger nicht absichtlich russische Desinformation verbreiten sollen und dass suggeriert wird, die verdächtigen Amerikaner würden nicht ihre Ansichten äußern, sondern Handlanger der russischen Regierung sein.

Scott Ritter sagte der NYT: „Der einzige Grund, warum ich glauben kann, dass sie das tun, ist, wenn es ein nationales Sicherheitsinteresse gibt, bei dem sie glauben, dass ich irgendwie aktiv mit Russland gegen die Interessen der Vereinigten Staaten konspiriere, dass ich mehr als nur ein Propagandist geworden bin, dass ich mehr wie eine Desinformationswaffe bin.“

Nach dem Gespräch, das Ritter mit zwei FBI-Agenten führte, die beispielsweise seine Email-Korrespondenz mit der russischen Botschaft ausgedruckt bei sich führten, geht es wohl darum, Ritter nachzuweisen, dass er für die russische Regierung arbeitet und entsprechende Befehle ausführt. Es ging beispielsweise darum, einen Text des russischen Botschafters über Russophobie zu verbreiten. Da Medien diesen nicht angenommen hatten, wollte Ritter dies versuchen bzw. darauf hinweisen, Darüber verständigten Sich die Botschaft und Ritter. Eine Formulierung war nach der Wiedergabe von Scott Ritter: „Sie haben eindeutig die Anweisungen der russischen Botschaft angenommen und befolgt.“ Das wäre möglicherweise ein Grund, ihn wegen einer Verletzung des Foreign Agent and Registration Act anzuklagen. Das scheint vorbereitet zu werden, offenbar wurden noch keine hinreichenden Beweise gefunden.

Die Biden-Regierung, die die Klage gegen Julian Assange nur mit der Bedingung zurückzog,  dass dieser sich der Veröffentlichung von militärischen Geheimnissen schuldig bekannte, womit er letztlich das Vorgehen der Regierung rechtfertigen sollte, versucht nun, amerikanische Bürger, die regierungskritische Meinungen verbreiten, zu verfolgen. Das Gesetz über die Registrierung ausländischer Agenten wird just zu dem Zweck der Säuberung des Meinungskorridors benutzt, den man Russland und neuerdings Georgien vorwirft. Wie bei Assange geht es auch wieder darum, wer unter die Kategorie des Journalismus fällt und wer nicht.

Erstveröffentlicht im Overton Magazin v. 25.8. 2024
https://overton-magazin.de/top-story/fbi-razzia-bei-frueherem-un-waffeninspektor-scott-ritter-wegen-prorussischer-gesinnung/

Wir danken für das Publikationsrecht.

Ukraine – Umfrage in Deutschland: Die Mehrheit ist für Verhandlungen!

28. August 2024 Von: Redaktion „GlobalBridge“

Bild: INSA-Umfrage von Emma und BSW

(Red.) Für einmal eine überraschende – und erfreuliche – Nachricht: Nicht alle Deutschen sind mit der antirussischen und kriegshetzerischen Politik ihrer Regierung einverstanden. Im Gegenteil: Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung hat in einer repräsentativen INSA-Umfrage ihre Meinung bestätigt, dass im Ukraine-Krieg verhandelt werden sollte und dass Waffenlieferungen nicht die Lösung sind. Die Umfrage wurde von Alice Schwarzer von «Emma» und vom «Bündnis Sahra Wagenknecht» BSW in Auftrag gegeben. (cm)

Zitat aus der Umfrage: Diese Zahlen sind neu. Warum? Weil bisher die Fragen dazu so detailliert nicht gestellt wurden. Tatsächlich ist eine überwältigende Mehrheit der deutschen Bevölkerung in Sachen Ukrainekrieg gegenteiliger Meinung als die Bundesregierung. Die repräsentative Umfrage wurde von dem Meinungsforschungsinstitut INSA („Sonntagsfrage“) ausgeführt. Auf die Frage „Sind Sie grundsätzlich für oder gegen Friedensverhandlungen mit Russland?“ antworteten 68 %: Ich bin dafür (Die Hälfte von ihnen ist „absolut“ für Friedensverhandlungen, die andere Hälfte „eher dafür“). In Ostdeutschland sind 76 % für Friedensverhandlungen, in Westdeutschland 66 %. Am stärksten für Verhandlungen sind die WählerInnen des BSW (87 %) und der AfD (82 %) – am wenigsten für Friedensverhandlungen sind die WählerInnen der Grünen (59 %) und der Linken (58 %). „Und wie würden Sie es bewerten, wenn die westlichen Länder Russland anbieten würden, im Gegenzug zu einem Waffenstillstand und der Aufnahme von Friedensgesprächen auf weitere Waffenlieferungen zu verzichten?“, lautet die Frage an alle, die grundsätzlich für Verhandlungen mit Russland sind (1.358 Befragte). Von ihnen fänden 65 % das „gut“ bis „sehr gut“. In Ostdeutschland plädierten sogar 79 % für einen Waffenstillstand, in Westdeutschland 62 %. Die Mehrheit der WählerInnen aller Parteien fände einen Waffenstillstand gut, auch die der SPD (58 %) und CDU/CSU (60 %). Nur die Grünen-WählerInnen sind nicht mehrheitlich dafür (42 %). Und – Überraschung – 74 % der FDP-WählerInnen sind für einen Stopp der Waffenlieferungen bei Verhandlungen. Schon gehört, Marie- Agnes Strack-Zimmermann?

UMFRAGE MEHRHEIT FÜR VERHANDLUNGEN!

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA im August 2024 hat sensationelle Resultate in Sachen Krieg und Frieden ergeben:
68 % sind für Friedensverhandlungen
65 % sind für Waffenstillstand
48 % sind gegen eine Taurus-Lieferung
46 % beklagen mangelnde Diplomatie
45 % fürchten Krieg in Deutschland

UKRAINE-KRIEG

Gegen die Lieferung des Waffensystems Taurus durch Deutschland an die Ukraine sind 48 % aller Befragten (davon 28 % „absolut dagegen“ und20 % „eher dagegen“). Nur 38 % sind dafür. Interessant sind hier die Altersunterschiede: Je älter die Befragten, desto häufiger sind sie für die Lieferung des Taurus (50 % von ü70). Die unter 30-Jährigen sind zu 55 % dagegen (und nur zu 29 % dafür). Auch Ost/West unterscheidet sich wieder. 60 % der Ostdeutschen sind gegen die Taurus-Lieferung und 45 % der Westdeutschen. Nur 28 % der Ostdeutschen sind dafür, aber 41 % der Westdeutschen (12 bzw. 15 % haben keine Meinung). Auch hier sind die Grünen-WählerInnen überragend für die Taurus-Lieferung (74 %), gefolgt von der FDP (62 %) und der SPD (51 %) – also die Anhänger aller drei Regierungsparteien. In den meisten Punkten ist der Geschlechter-Unterschied gering, übersteigt nicht 6 %. Bei der Frage nach der Lieferung des Taurus klaffen die Meinungen von Frauen und Männern erstmals stärker auseinander: 51 % der Frauen (aber nur 44 % der Männer) sind gegen die Lieferung des Taurus-Systems, das tief nach Russland reichen würde und sowohl den Kreml wie auch die russischen Atomabwehr-Stützpunkte vernichten könnte. 47 % der Männer sind für die Tauruslieferung, aber nur 30 % der Frauen.

Auch bei der Frage nach der Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland, die ebenfalls tief nach Russland hinein reichen würden, unterscheiden die Antworten der Geschlechter sich eklatant. 51 % der Männer sind dafür, aber nur 39 % der Frauen. Allerdings haben 17 % der Befragten bei dieser Frage keine Antwort gegeben. Da ist der Aufklärungsbedarf also noch hoch.

Auf die Frage „Fürchten Sie eine Ausweitung des Ukrainekrieges auf Deutschland?“ antworteten je 45 % der Befragten mit Ja und 45 % mit Nein. Hier ist die Bevölkerung also gespalten. Interessant ist auch an dem Punkt der Unterschied der Geschlechter: 51 % der Frauen befürchten eine Ausweitung des Krieges auf Deutschland, aber nur 39 % der Männer (13 bzw. 7 % haben keine Meinung).

Ost/West unterscheidet sich ebenso bei der Frage. Im Osten fürchten 55 % die Ausweitung des Ukrainekrieges auf Deutschland, im Westen 43 %. Bei den WählerInnen von SPD und Grünen haben je 39 % diese Sorge, bei den WählerInnen des BSW 60 %.

Die Frage „Hat die deutsche Bundesregierung Ihrer Meinung nach im Russland-Ukraine-Krieg diplomatisch genug unternommen, um eine Kriegsgefahr für Deutschland abzuwenden?“, beantwortet eine überwältigende Mehrheit von 46 % mit „Nein“ (Ja 28 %). Noch kritischer sehen das die Ostdeutschen. Sie antworteten zu 56 % mit Nein (43 % der Westdeutschen). Besonders interessant sind hier die Angaben nach Parteien-Präferenz. Nur etwa die Hälfte der befragten SPD-, Grünen- und FDP-WählerInnen findet, dass die Ampel diplomatisch ausreichend aktiv war, um den Krieg zu verhindern bzw. zu beenden. Und nur einer von vier CDU/CSU-WählerInnen findet, dass der SPD-Kanzler und die grüne Außenministerin diplomatisch genug waren. Bei den AfD-WählerInnen sieht das gar nur jeder achte so. Der relativ hohe Prozentsatz von einem Viertel „Weiß nicht“ zeigt, dass es zu dieser Frage keine ausreichende Transparenz gibt.

Und nun zur Gretchenfrage im Verhältnis von Bevölkerung und Regierung: „Ist es für Sie wahlentscheidend bei einer Bundestagswahl, ob eine Partei Friedensverhandlungen im Russland-Ukraine- Krieg fordert?“ Ja! sagen 43 %. Nein! sagen ebenfalls 43 %. Da ist sie wieder, die Spaltung der Bevölkerung in Sachen Krieg in zwei Hälften.

Das Problem: Die Regierung vertritt bisher nur die eine Hälfte, bzw. eine Minderheit, die Pro-Kriegs-Fraktion. Die nächsten Bundestagswahlen sind am 28. September 2025. Werden die Regierungs- wie die Oppositions-Parteien ihre extrem einseitige Parteinahme bis dahin überdenken?

Noch stärker ist die Kluft bei Ost/West. 52 % der Ostdeutschen machen ihre Wahlentscheidung von der Haltung der Parteien zum Krieg abhängig (Westdeutsche: 41 %). Die nächsten Landtagswahlen in Ostdeutschland sind im September 2024.

INSA führte die repräsentative Umfrage im Auftrag von Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht durch. Zeitraum: 2. bis 5. August 2024. Basis: 2.002 Personen ab 18 Jahren.

Ende Zitat der Umfrage.

Die Frage bleibt offen, warum denn betreibt die deutsche Regierung eine Politik, die mit der Volksmeinung nicht im Einklang ist? Ist der Spruch von Außenministerin Annalena Baerbock «egal, was meine deutschen Wähler denken» einfach akzeptiert?

Zum Original der Umfrage.

Erstveröffentlicht auf GlobalBridge
https://globalbridge.ch/umfrage-in-deutschland-die-mehrheit-ist-fuer-verhandlungen/

Wir danken für das Publikationsrecht.

„Friedensstatue Ari gegen sexualisierte Gewalt muss bleiben“- Protest weitet sich aus!

Die Friedensstatue Ari in Berlin Moabit ist seit Jahren ein Symbol gegen sexualisierte Gewalt – vor allem in Kriegen gegen Frauen!

Nach Druck der japanischen Regierung auf deutsche Politiker, zuletzt Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner, soll diese Statue entfernt werden. Auch für das mit der Statue verbundene Lernprojekt gegen sexualisierte Gewalt wurden nun die öffentlichen Gelder gestrichen.

Neben linken Medien wie Pressenza , nd [1]https://www.pressenza.com/de/2024/08/die-friedensstatue-ari-ein-universelles-denkmal-ueber-die-ehrung-der-trostfrauen-hinaus/ [2] https://www.nd-aktuell.de/artikel/1184277.kolonialismus-friedensstatue-arbeit-mit-ari-gecancelt.html und uns, dem Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin [3]https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/sagt-nein-zu-jeglicher-sexualisierter-gewalt-in-kriegen/[4] https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/berlins-regierender-buergermeister-stellt-friedensstatue-gegen-sexualisierte-gewalt-gegen-frauen-in-kriegen-zur-disposition/ , haben nun auch RBB, TAZ und weitere Teile der Berliner Mainstreampresse das Thema aufgegriffen und breit über den Skandal berichtet. [5]https://taz.de/Japan-veraergert-ueber-Erinnerungspolitik/!6025170 [6]https://taz.de/Trostfrauen-Mahnmal-in-Berlin/!6025173 [7] … Continue reading

Es hat sich ein ständig wachsender langatmiger Protest formiert, getragen vom Koreaverband e. V., vielfältigen Frauen- und Friedensgruppen, politischen Aktivist:innen, Gewerkschafter:innen und Kiezbewohner:innen.

Highlights von der Gedenk- und Protestveranstaltung am 14. August 2024

Am 14.August versammelten sich über 250 Menschen vor der Statue in Berlin Moabit. Eine bunte Mischung. International und bodenständig. Sie trauern und sind wütend. Viele stehen nicht zum erstenmal hier, um gegen die „Ignoranz der politischen Verantwortlichen“ in diesem Land zu protestieren! Es geht um Frauenrechte. Es geht um die Benennung der Verantwortlichen für scheussliche Kriegverbrechen!

Zu Beginn legen Redner:innen eindrucksvoll Zeugnis ab über das Schiksal von 8 betroffenen Frauen.

Aber warum wird von ganz oben ein solch immenser politischer Druck erzeugt, damit diese konkreten Wahrheiten dieser Frauen über Kriegsverbrechen unter den Tisch gekehrt werden?

Spätestens die mit „mafiosen“ Methoden (TAZ, RBB, nd und wir berichteten[8] https://www.nd-aktuell.de/artikel/1184277.kolonialismus-friedensstatue-arbeit-mit-ari-gecancelt.html [9]https://taz.de/Japan-veraergert-ueber-Erinnerungspolitik/!6025170 [10]https://taz.de/Trostfrauen-Mahnmal-in-Berlin/!6025173 [11] … Continue reading ) durchgesetzte Streichung der Gelder für das begleitende Lernprojekt zeigt ganz deutlich, dass die formal juristischen Gründe zur Entfernung der Statue nur eine billige Ausrede sind.

Protest gegen die Streichung der Unterstützungsgelder am 5.9. 17 Uhr Neptunbrunnen! 

„Es geht um deutsche Aussenpolitik. Japan und Deutschland waren und sind Verbündete“, erklärten mehrere Redner:innen . Erinnert wurde an die gemeinsame braune Kumpanei und kolonialistische Vergangenheit, die nie ganz verschwunden war und in Zeiten zunehmender globaler Konflikte wieder auflebt. Vor einigen Wochen kreuzte eine deutsche Fregatte wieder im pazifischen Meer.

Kai Wegner flanierte kürzlich mit Vertretern des japanischen Großkapitals zwecks Ansiedlungsplänen von Mitsubishi in Tegel. „Die eigene weiße Weste, die von potenten Geschäftspartnern und die einer verbündeten Nation dürfen nicht beschmutzt werden.“

„Es geht in Zeiten der „Kriegstüchtigkeit“ eben darum, die Stimmen der Opfer, wenn sie die eigene Kriegspartei oder verbündete Nationen betreffen, zum Schweigen zu bringen. Die eigenen Verantwortlichen und Täter sollen nicht benannt werden. Das erinnert an Wegners Haltung im aktuellen Nahostkonflikt. Kriegsverbrechen begehen immer nur die anderen, nie die eigene Kriegspartei. Die muss geschützt werden, nicht die Opfer und Frauen.“

entscheidende Protestkundgebung  19.9.2024 16 Uhr vor dem Rathaus Bezirk Berlin! Mehr siehe weiter unten im Artikel hier!

ARI darf nicht verschwinden. Wir werden nicht nachlassen, um ARI zu kämpfen. So wie wir nicht nachlassen, zu mahnen, zu welchen verbrecherischen Konsequenzen jeder Kriegskurs letztlich führen wird. Die verantwortlichen Politiker in Berlin sind aufgefordert, sich nicht schützend vor Kriegsverbrecher und sexualisierte Gewalt zu stellen und die konkrete Aufklärung darüber zu behindern!

Der Protest schwillt an. Von allen Seiten der Gesellschaft kommt Unterstützung. Nicht zuletzt von den Gewerkschaften. Mehrere tausend Bürger:innen des Bezirks Mitte haben einen Antrag zum Erhalt der Statue unterschrieben und beim Bezirksamt eingereicht!

Auch ein Internationales Gewerkschaftsbündnis fordert den Erhalt der Friedensstatue

Schon lange unterstützen der Arbeitskreis Internationalismus IG Metall Berlin und das Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin den Kampf um ARI.

In den letzten Wochen erklärten sich nacheinander mehrere Berliner DGB Kreisverbände (Mitte, Ost, Tempelhof-Schöneberg) solidarisch. Nun fordert der DGB Berlin-Brandenburg gemeinsam mit der Föderation der Koreanischen Gewerkschaften (FKTU) und dem koreanischen Gewerkschaftsbund (KCTU) in einer Erklärung Kai Wegner mit unmissverständlichen Worten dazu auf, die Friedens-Statue ARI zu erhalten.

In dem gemeinsamen Schreiben – einer beispielhaft gelebten internationalen Arbeiter:innen Solidarität – heisst es unter anderem:

„ARI“ ist nicht nur ein Symbol für historische Gerechtigkeit, sondern auch ein starkes Zeichen der weltweiten Solidarität für Frieden und Menschenrechte. Deshalb rufen alle Arbeiter in Südkorea und Deutschland erneut dazu auf“ Ari“ zu Bewahren.

Ob religiöse und ideologische Unterschiede, Konflikte um Ressourcen und Lieferketten oder militärische Auseinandersetzungen um Territorien – die Konflikte und Spannungen, die sich auf der ganzen Welt abspielen, zeigen keinerlei Anzeichen eines Endes. Wie die Geschichte gezeigt hat, bringen alle Konflikte zwangsläufig Leid und Opfer mit sich, wobei Frauen, Kinder und ältere Menschen unverhältnismäßig stark betroffen sind.Deshalb fordern wir eindringlich den Erhalt der Friedensstatue „ARI“.

„ARI“ steht als Symbol für alle Opfer sexueller Gewalt, insbesondere für diejenigen, die während Kriegszeiten leiden mussten.

Hier der vollständige Text der Erklärung !

Die entscheidende Protestkundgebung findet 19.9.2024 16 Uhr vor dem Rathaus Bezirk Berlin Mitte statt

In der nächsten Versammlung der Bezirksverordneten am 19.09.2024 wird über den Antrag der Bewohner entschieden. Zu diesem Anlass wird es wieder eine Kundgebung vor dem Rathaus Mitte (Karl-Marx-Alle 31, ab 16 Uhr) geben, um weiter laut und stark den Erhalt von Ari zu fordern. Der Korea Verband e.V. schreibt „Wir hoffen auf 1.000 Demonstrierende. Bitte bringt eure Freund*innen, Nachbar*innen und Familie mit! 

Bitte vormerken! An diesem Tag geht es um die „Wurst„.

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vorher

Kundgebung Do. 5 September

Und

So. 8.9.2024 14 bis 20 Uhr

Veranstaltung „Wir brauchen ein echtes Denkmal“… „Was braucht es, damit ein Denkmal echt ist ?

Am Sonntag, den 08.09.2024, feiern wir ab 14:00 Uhr im Sinema Transtopia den Abschluss unseres „Starke Denkmäler, starke Communitys gegen Rassismus!“ Projektes,senjo – The Main Battleground of the Comfort Women Issue“.

Wir werden unsere Projektergebnisse vorstellen, es wird eine Podiumsdiskussion geben und anschließend wird der Film „Shusenjo – The Main Battleground of the Comfort Women Issue“ von Miki Dezaki gezeigt.

„Wir brauchen ein echtes Denkmal.“ – Diese Worte wählte die Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Mitte, Stefanie Remlinger, um zu begründen, warum die Friedensstatue „Ari“ in Berlin-Moabit Ende September entfernt werden soll. Doch die Statue ist das Ergebnis von jahrzehntelangem Engagement, und ihre Präsenz bewegt täglich Menschen in Berlin und weit darüber hinaus. Was braucht es, damit ein Denkmal „echt“ ist? Hier mehr

https://koreaverband.de/termin/kein-echtes-denkmal/

Ihr könnt Euch über diesen Link  anmelden. Für das Filmscreening müsst ihr außerdem ein Ticket bei Sinema Transtopia erwerben.

Was passiert, wenn die Statue trotz aller Proteste wie in anderen Städten demnächst abgeräumt wird?

Da könnten die Träume einiger Politiker:innen , dass dann „endlich Ruhe einkehrt“, nachhaltig platzen. Der Protest wird dann darum gehen, dass „ARI zurückkommt“ und „Wegner geht“. In Berlin darf kein Platz sein in verantwortlichen Positionen für Frauenfeinde, Anbeter:innen kolonialer Traditionen sowie Leugner:innen von sexualisierter Gewalt. Wer Kriegsverbrechen nicht konkret beim Namen nennen will, verharmlost Täter und Taten!


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