GAZA nicht vergessen! Bundesweite Solidaritätsdemos!

GAZA nicht vergessen. Gaza! Das Massenmorden und Leiden gehen weiter.

Demonstration „Stop Arming Israel! Keine Waffen für Israel“, Samstag 20. April 14 Uhr, Berlin Potsdamer Platz

Zur Situation im Nahen Osten

Während Waffenlieferungen und militärische Unterstützung unvermindert weitergehen:

  • Wirksame Humanitäre Hilfe für die Menschen kann aufgrund der israelischen Blockaden, der fortlaufenden Militäraktionen und Bedrohungen der Hilfsorganisationen immer noch nicht geleistet werden. Wir berichteten.
  • Die westlichen Hilfsgelder für die UN Hilfsorganisation UNRWA bleiben gesperrt. Mehr noch: Israel fordert nun sogar die vollständige Zerschlagung von UNRWA, obwohl diese Organisation nach Meinung der meisten unabhängigen Experten aufgrund Grösse und Erfahrung unverzichtbar ist, um ein Mindestmaß wirksamer Hilfe im GAZA gewährleisten zu können.

Letztes Wochenende eskalierte die Situation im Nahen Osten durch die militärische Antwort des Irans auf die Zerstörung ihrer Botschaft in Syrien durch Israel. Wir bercihteten.

unschöne Bilder in den gloabalen Medien über deutsche Staatsgewalt gegenüber Jüd:innen

Regierung und Hardliner in Israel sowie in den USA aus dem Umfeld von Trump fordern einen „vernichtenden Militärschlag“ gegen Iran. Die Mehrheit der Verantwortlichen des Westens, einschließlich Biden und Bundesregierung, befürchten dagegen einen unkontrollierbaren Flächenbrand.

Der „schäbige“ Deal, der sich laut Haaretz abzeichnet: Israel hält sich gegenüber Iran zurück. Dafür kann Israel in Rafah einmarschieren.

Die USA haben laut Al Jazeera die Verhandlungen über eine „Feuerpause“ durch Rückzug von Zusagen erneut ins Stocken gebracht. Die bestehende humanitäre Katastrophe in GAZA droht in eine „unendliche Spirale von Tod und Leid“ getrieben zu werden.

Aber auch im Westjordanland rückt Israel kein Stück von seiner verbrecherischen Besatzungspolitik ab. Im Gegenteil: Landraub, Repressalien, Erschiessungen und willkürliche Verhaftungen werden verstärkt fortgesetzt.

Die deutsche Cancel Culture und Kriminalisierung des Protestes gegen Verletzungen von Völker- und Menschenrecht hat letzte Woche mit dem Verbot des Palästinakongresses ihren vorläufigen besonderen Höhepunkt erreicht. Die Konferenz wurde mittels einer Kette willkürlicher staatlicher Maßnahmen drangsaliert und abgebrochen. Auch auf den anschliessenden Protesten kam es zu Szenen von unverhältnismäßigen polizeilichen Übergriffen.

Das Agieren der deutschen Behörden geriet zum Bumerang. Die Videobotschaften mit den Anklagen gegen Israel wegen Kriegsverbrechen und Genozid und die Unterstützung durch die Bundesregierung, die niemand hören sollte, umeilten den Erdball. Das repressive Vorgehen der Innenbehörden von Berlin und Bund war einer Demokratie „unwürdig“. Bürokratische Schikanen, vor allem aber auch die Absurditäten der bedingungslosen Unterstützung Israels als deutsche Staatsräson, die dazu benutzt wird, ausgerechnet Menschen- und Völkerechtsaktivisten des Antisemitismus zu bezichtigen, lösen weltweites Kopfschütteln aus. [1]Demo Gegen das Verbot des Palästina Kongresses [2]Erklärung Gegen das Verbot des Palästina Kongresses [3]Yanis Varoufakis. Hier seine Rede, die keiner hören soll

Laut aktueller Umfrage Politbarometer fordert eine klare Mehrheit der Deutschen ein Kriegsende in GAZA und mehr Druck auf Israel durch die Bundesregierung. All diese Menschen sind in ihrer Mehrheit ebenso wenig Antisemiten wie die Teilnehmer des verbotenen Palästinakongresses. Nur die Anhänger der AFD wollen an der „bedingungslosen Unterstützung“ für Israel festhalten. Political correctness gerät zum Tollhaus. Nach Lesart des Mainsteam wären wohl nun die AFD und ihre Anhänger die einzigen wahren Nicht-Antisemiten in Deutschland.

Deshalb: Nicht Nachlassen. Nicht Weggucken. Nicht Schweigen. Weiter Aufklären. Weiter Protestieren!

Demonstration „Stop Arming Israel! Keine Waffen für Israel“, Samstag 20. April 14 Uhr, Berlin Potsdamer Platz

Filme zu Israel – Palästina: „H2: The Occupation Lab“

Jüdische Stimme Filmabend #2:
חברון: מעבדת השליטה • H2: The Occupation Lab, von Idit Avrahami & Noam Sheizaf


Samstag, den 20.4.24 | Filmvorführungen um 17:00 Uhr, 19:00 Uhr | @Spore Initiative

Wie eine ein Kilometer lange Straße in Hebron den gesamten israelisch-palästinensischen Konflikt anheizt: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Film-trailer: https://www.metfilmsales.com/h2-the-occupation-lab

Nach der zweiten Filmvorführung folgt eine Fragerunde mit Noam Sheizaf, einem der Regisseure des Films.

Untertitel auf Englisch


Die Jüdische Stimme präsentiert eine Reihe von Dokumentar- und Spielfilmen aus Palästina und Israel – Filme, die einzigartige und wichtige Perspektiven auf den aktuellen Genozid und die ethnische Säuberung zeigen, deren Zeugen wir tagtäglich sind.

Durch diese unterschiedlichen Einblicke in die Realität der Besatzung und der andauernden Nakba, sowie durch moderierte Podiumsdiskussionen nach jedem Film, möchten wir zu Diskussionen und Begegnungen anregen, die die Teilnehmenden aufklären und informieren.

Die Filmvorführungen finden monatlich statt, der Eintritt ist frei, Spenden sind jedoch willkommen und werden vollständig für den Erwerb der Rechte für die Vorführung zukünftiger Filme dieser Reihe verwendet.

Wer sind die Abu Sittas?

Die polizeiliche Auflösung des Internationalen Palästinakongresses in Berlin war das Ergebnis mehrfacher massiver Rechtsbrüche durch die deutsche Polizei und die sie offensichtlich zu diesem Einsatz drängenden Verantwortlichen in der Politik. Das Rechtsanwält:innenteam des Kongresses hat dies auf eine sehr gründliche Weise dokumentiert. Wir haben diese Stellungnahme hier auch publiziert. Die meisten Medien haben davon wenig Kenntnis genommen, und auch große Teile der Linken haben es vorgezogen angesichts des massiv vorgetragenen Diskurses zur sog. deutschen Staatsräson den Kopf einzuziehen. Es war klar, dass dieser Kongress unerwünscht war und nach Vorwänden gesucht werden musste, um sein Stattfinden zu torpedieren und der Öffentlichkeit zu verkaufen.

Bei dieser Geschichte erhielten zwei Mitglieder der palästinensischen Familie Abu Sitta eine Art Kronzeugenrolle zugeschoben. Es geht zum einen um den heute 86jährigen Forscher Salman Abu Sitta, der die Nakba, die Vertreibung der Palästinenser:innen noch als 10-jähriger erlebte und dessen Familie in Palästina über Vermögen und Grundbesitz verfügte. Er verlor all dies und sah seine Heimat nie wieder. Die Nahost-Journalistin Karin Leukefeld konnte am 17. Mai 2023 ein längeres Gespräch für das schweizerische Portal Globalbridge mit ihm führen. Hier ist auch ein Offener Brief abgedruckt, den Sitta an die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, verfassst hatte. In beidem kann man sich ein Bild von der Person machen, um die es hier ging.

Die Ordnungsbehörden begründeten ihr Tun – also den Abbruch des Kongresses und die Stromsperrung – mit der Behauptung, es sei zu erwarten gewesen, dass Salman Abu Sitta den Terror der Hamas am 7. Oktober rechtfertigen werde. Es war aber mittlerweile allen Beteiligten klar, dass Abu Sitta persönlich gar nicht an diesem Kongress teilnehmen würde, da er zur unerwünschten Person erklärt worden war und nicht einreisen durfte. Es wäre also um eine per Video verbreitete Grußbotschaft des Palästinensers gegangen.

Auf eine solche konnte sich das Verbot des Kongresses nie stützen, weil das Versammlungsrecht für das Verhindern eines Rechtsbruchs durch eine bestimmte Person die pysische Anwesenheit der Person voraussetzt. Ein Abspielen dieses Videos wäre also in jedem Fall kein ausreichender Grund für Verbote aller Art. Doch auch der politische Vorwurf der Terrorunterstützung selber ist wenig fundiert.

In der Begründung des Innenministeriums heißt es, er habe geschrieben, wäre er jünger gewesen, hätte er wahrscheinlich an der Hamas-Attacke vom 7. Oktober teilgenommen. Zum Inhalt dieses Blogs schrieb die Washington Post: „The furor related to a January blog post in which Salman Abu Sitta wrote that he “could have been one of those who broke through the fence” if he were younger and still lived “in the concentration camp called the Gaza Strip.” Der Autor dieser Zeilen sagt eigentlich hier nicht mehr, als dass er auch einer der Palästinenser hätte sein können, die nach Öffnung des Zaunes durch die Hamas der Besatzungsmacht einen unerlaubten Besuch abgestattet hätte. Daraus ergibt sich überhaupt nicht, dass er sich auch an ihrer Mordorgie hätte beteiligen wollen. Justiziabel ist dies in jedem Fall nicht.

Die zweite Person aus der Familie ist Ghassan Abu Sittah, der Neffe von Salman. Über ihn schreibt Pauline Jäckels im nd: „Eigentlich sollte Ghassan Abu-Sittah am Wochenende beim umstrittenen Palästina-Kongress in Berlin über die katastrophale Lage in Gazas Krankenhäusern sprechen. Das tat der palästinensisch-britische Spezialist für rekonstruktive Chirurgie in den vergangenen Monaten fast ununterbrochen – etwa als Hauptprotagonist in Berichten von BBC, der »Washington Post« oder des »Spiegel«. Denn Abu-Sittah war nach dem 7. Oktober letzten Jahres 43 Tage lang in Gaza, um Verwundete zu behandeln. Dafür wird er international als Held gefeiert. Als er am Freitag am Berliner Flughafen ankam, wurde er von der Polizei festgehalten – er dürfe nicht ins Land einreisen und solle ein Ticket zurück nach Großbritannien buchen.“

Auch gegen ihn wurde der Vorwurf erhoben, er unterstütze den Hamaas-Terror. Laut der britischen Zeitung »The Jewish Chronicle« soll er vor drei Jahren bei der Beerdigung des Mitgründers der Palästinensischen Befreiungsfront (PFLP) Maher Al-Yamani gesagt haben: »Trotz seiner Abwesenheit macht er dem Feind immer noch Angst.« Der bewaffnete Flügel der PFLP war an den Massakern vom 7. Oktober beteiligt. Diese Beerdigungsrede dürfte eher den persönlichen Respekt vor einem Menschen ausdrücken, der sein Leben dafür eingesetzt hatte, dass es eine Zukunft in Palästina gibt, in dem die Rechte der Palästinenser:innen respektiert werden. Ghassan Abu Sittah jedenfalls hat erklärt, er sei weder Mitglied der PFLP und unterstütze weder palästinensischen Terror noch die Attacke der Hamas am 7. Oktober 2013. Auch hier bleibt an juristisch tragfähigen Vorwürfen nichts im Sieb. Die dem Rechtstaat verpflichtete Ordnungsmacht steht jedenfalls blamiert da. Ob dies auch für die Justiz zutrifft, wird sich zeigen.

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