Griechischer Salon: ein Land im Griff der Konzerne!

Am 10. Dezember berichten Teilnehmer:innen der Reise vom Oktober 2025 über die politische Situation in Griechenland

10. Dezember 19.00 Uhr, Regenbogenfabrik, Berlin 10999, Lausitzer Straße 21a

Im Namen der Veranstalter:innen schreibt Hans Köbrich:

„Seit 2012 fahren wir, Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Gewerkschaften und unterschiedlichen politischen Zusammenhängen, jährlich nach Griechenland und organisieren hierzulande Gegenbesuche und Veranstaltungen.

Wir besuchen in Griechenland Betriebe, soziale Einrichtungen, Selbsthilfegruppen und Gewerkschaften, Gedenkstätten wie in Distomo und Lyngiades, verneigen uns vor den Opfern, denen die Mahnmale gewidmet sind, gemeinsam mit ihren Nachkommen, mit denen uns der Widerstand gegen Faschismus, Rassismus, Nationalismus und jegliche Art von Diskriminierung von Minderheiten innerhalb unserer Gesellschaften verbindet.

Wechselseitiger Austausch als kleines Zeichen internationaler Solidarität. Zeichen der Verbundenheit im Widerstand von unten gegen die zunehmenden Angriffe von oben, die zur Ausplünderung und Verelendung ganzer Völker führen. Zeichen im Bemühen um ein politisch vereinigtes, friedliches und soziales Europa seiner arbeitenden und arbeitslosen Bevölkerungen statt eines Europas unter dem Diktat des Kapitals.“

Im Anhang das Tagebuch der Reise.

Räumung Palästina-Kongress war rechtswidrig

Es ist eines von mehreren Urteilen, die das Vorgehen der Exekutive im Zusammenhang mit dem Palästina-Kongress als rechtswidrig erklärt. Das Urteil zeigt, dass die Gewaltenteilung mit einer unabhängigen Justiz in Deutschland noch funktioniert. Gleichzeitig aber schert sich die Staatsmacht immer weniger um die Einhaltung dieser Urteile und von Gesetz und Grundrechten. Konsequenzen hat es für die staatlichen Täter in der Regel keine. Polizei und Behörden, insbesondere in Berlin, ignorieren solche Urteile einfach. Großes Vorbild Bundeskanzler Merz, der jetzt erneut angekündigt hat, im Dezember den gesuchten Kriegsverbrecher Netanjahu zu treffen. Auch damit wird eine Grenze überschritten, die bislang kein deutscher Kanzler angerührt hat: Noch nie wurde ein Regierungschef besucht, gegen den der IStGH wegen Kriegsverbrechen einen Haftbefehl beantragt hat. Die internationale Rechtsordnung, zu der sich die BRD ausdrücklich und offiziell bekannt hat, wird voll wissentlich ignoriert.
Doch bei Staatsräson – ein Begriff jenseits jeglicher juristischer Legitimation – und Israel wird jede Moral und jeder juristische
Standard ausgehöhlt. Trump gibt dabei die Blaupause für Merz.

Hier die Erklärung der Klägerin „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost“
„Weder für Polizei, Politiker*innen, noch für uns überraschend. Unsere Klage war erfolgreich und die Auflösung sowie das Verbot Rechtswidrig. Dennoch: der Schaden wurde angerichtet und angesichts der aktuellen Lage blicken wir nicht besonders hoffnungsvoll in die Zukunft. Wohin man blickt prügelt die Polizei und Grundrechte werden mit Füẞen getreten.
Palastina

Unsere Klage gegen die Auflösung
und das Verbot des Palästina-Kongresses war erfolgreich.

Genau wie alle anderen Klagen in
diesem Zusammenhang, war unsere
Klage gegen die Auflösung und das
Verbot des Palästina-Kongresses erfolgreich. Das Berliner Verwaltungsgericht entschied, dass
die Polizei in dieser Angelegenheit
rechtswidrig gehandelt hat.

All dies war den Politiker*innen und der Polizei selbstverständlich bekannt, die das Gesetz bewusst brachen. Der zuständige Polizeibeamte sagte uns damals ausdrücklich, er habe den Strom abgestellt und den Kongress beendet wegen einer ,,Gefahrenprognose“ und seiner persönlichen Einschätzung. Dem Ganzen gingen zahlreiche Versuche voraus, den Kongress schon vorher zu verhindern. Mit Mafia-Methoden, wie etwa Drohungen gegen den Saalinhaber.

Interessant ist, dass derselbe
Polizeibeamte auẞerdem behauptete,
die Teilnehmer*innen – wir eingeschlossen – seien sehr aufgeladen und emotional gewesen. Im Gegenteil, selbst nach stundenlangen Schikanen durch die Polizei saẞen die Menschen noch ruhig da und genossen die Gesellschaft der anderen.

Der Polizist sagte, er habe den Kongress beendet, weil er nicht ,,die Schweiz sein könne“. Für ihn offenbar „,neutral“, nicht ein Staat, der während der Nazi-Diktatur Kapital aus jüdischem Eigentum geschlagen hat. Und weil er die Vorstellung eines ,,Mobs“ nicht ertragen konnte, der sich gegen das Existenzrecht Israels wende. Seine Emotionalität ist anscheinend in Ordnung, unsere nicht.

Das Ziel der Zerschlagung des Kongresses wurde erreicht; gleichzeitig führte das Ganze später zur Abhaltung zahlreicher Kongresse in Wien und anderen Orten und verschaffte unserer Arbeit gröẞere Resonanz durch die juristischen Verfahren, die nach dem Kongress folgten.“

Stopp Chat Control – Stopp Staatliche Totalüberwachung!

UPDATE: Chat Control kommt jetzt doch.

Durch die Hintertür. Ein typischer reaktionärer Trick. Die Verfahren, vor denen wir zuletzt gewarnt und gegen die wir protestiert haben, müssen die IT Dienstleister nicht mehr verpflichtend anwenden, dürfen sie aber jederzeit „freiwillig“ anwenden. Es liegt also in Zukunft im reinen Ermessen der Konzerne, wer und wie mit den beschriebenen Verfahren uns ausspioniert. Uns, die Betroffenen fragt keiner. Für uns gibt es keine Freiwilligkeit. Die sogenannte „Freiwilligkeit“ verschlimmbessert sogar Situation aller Nutzer, da für sie undurchsichtig bleibt, wie die einzelnen Anbieter jeweils verfahren.

Kommentar von Martin Sonneborn:

Die Chatkontrolle für 450 Millionen EU-Bürger – einige davon unbescholten – wurde heute (ohne Diskussion) vom Rat durchgewunken. Junge, Junge, wenn China sich das leisten würde…
PS: Mein eigener Antrag – Chatkontrolle für Frau vonderLeyen statt für uns Bürger – wird wohl im Dezember abgestimmt.

Um was geht es bei CHAT Control?

Der Messenger Dienst Signal hat angekündigt, den europäischen Markt zu verlassen, wenn Chat Control in der EU beschlossen wird und sich keine Wege ergeben, sich dieser „anlasslosen Massenüberwachung der privaten Kommunikation“ zu verweigern. Denn Chat Control macht Schutz der Privatsphäre und vertrauliche Kommunikation unmöglich.

„Wenn wir vor die Wahl gestellt würden, entweder die Integrität unserer Verschlüsselung und unsere Datenschutzgarantien zu untergraben oder Europa zu verlassen, würden wir leider die Entscheidung treffen, den Markt zu verlassen“, sagte Meredith Whittaker der Nachrichtenagentur dpa. [1]https://netzpolitik.org/2025/anlasslose-massenueberwachung-messenger-signal-wird-deutschland-verlassen-wenn-chatkontrolle-kommt/#netzpolitik-pw

Der EU-Rat (also die Mitgliedsstaaten) hat das Projekt 2024 nicht beschlossen, weil der Protest zu groß war – aber die Kommission versucht es jetzt wieder. Die Debatte lief im Hintergrund ständig weiter.

Eines ist klar: Kommt die Chatkontrolle, wird es keine verschlüsselte und sichere Kommunikation mehr geben. Am 14. Oktober wird in der EU zur Chatkontrolle erneut abgestimmt.

Die Ampel hatte sich durchgerungen, gegen das fast von allen Fachleuten und den meisten Demokratischen Verbänden abgelehnte Vorhaben zu stimmen. Aber die neue Bundesregierung hält sich bedeckt. Weder das Innenministerium noch das Justizministerium noch der „Digitalminister“ äußern sich dazu, wie die deutsche Position im EU-Rat sein wird. Was befürchten lässt, dass die digitale Totalüberwachung klamm und heimlich durchgewunken werden soll.

Datenschützer – auch die Bundesbeauftragte für Datenschutz – Netzpolitik.org, demokratische NGOs, Wissenschaftler, Journalistenverbände, Netzaktivisten, IT-Sicherheitsforscher schlagen Alarm. Etliche Bürgerinitiativen wie das Bürgerforum Bergstraße versuchen aufzuklären und zu mobilisieren. [2] … Continue reading

Was steckt hinter der Chatkontrolle?

Offiziell geht es um den „Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch“. Die EU-Kommission – konkret Kommissarin Ylva Johansson – hat 2022 einen Gesetzesvorschlag eingebracht, der Online-Dienste (wie WhatsApp, Signal, Telegram, Threema, E-Mail-Provider usw.) verpflichten würde:

  • alle Chats, Bilder und Videos automatisch zu durchsuchen,
  • nach bekanntem und unbekanntem Missbrauchsmaterial (CSAM) zu fahnden,
  • und verdächtige Inhalte an eine EU-Zentralstelle zu melden.

Das Ganze soll direkt auf den Geräten der Nutzer passieren („Client-Side-Scanning“) – also bevor die Nachrichten überhaupt verschlüsselt werden.

Wo liegt das Problem?

Totale Überwachung unter dem Deckmantel des Kinderschutzes

Klingt moralisch unangreifbar – wer will schon gegen Kinderschutz sein? – aber der Mechanismus ist brandgefährlich:

Um verhältnismäßig wenige Kriminelle zu erwischen, müssten alle Bürger überwacht werden.

Das ist das digitale Äquivalent zu:

„Wir öffnen jeden Brief, um sicherzugehen, dass keiner etwas Illegales schreibt.“

Damit fällt das Prinzip der vertraulichen Kommunikation – das Fundament einer demokratischen Gesellschaft.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wird ausgehöhlt

Signal, WhatsApp, Threema, ProtonMail usw. leben davon, dass nicht einmal die Anbieter selbst die Inhalte lesen können.
Wenn aber auf dem Gerät ein Scanner läuft, bevor verschlüsselt wird, ist das wie ein Trojaner im eigenen Wohnzimmer.
Technisch: Die Nachricht wird vor dem Senden gescannt, also ist Verschlüsselung faktisch nutzlos.

Fehlerquoten, Missbrauch, Zensur

Automatisierte Systeme können keine Kontextunterschiede verstehen.

  • Familienfotos, harmlose Nacktbilder, Satire, Aktivismus – alles kann fälschlich gemeldet werden.
  • Falsche Anschuldigungen können Leben ruinieren.
  • Die Technologie schafft ein Überwachungsinstrument, das für jede andere Art der Kontrolle (Meinung, Politik, Journalismus) zweckentfremdet werden kann.

Einmal etabliert = nicht mehr rückbaubar.

Der Dreh: Sie nennen es KINDERSCHUTZ – in Wahrheit sollst Du rundum überwacht werden können. Deine Privtsphäre, das war einmal! Deine von der Staatsräson abweichende Meinung schreibst Du am Besten nicht einmal mehr in Dein Handy – Big Brother watching you! Die Regierungsparteien verkaufen sich als Parteien der „Mitte“, die die „Demokratie“ per se verteidigen würden. Tatsächlich höhlen sie demokratische Kernelemente – still und heimlich – vollständig aus. Sie schaffen die Mittel zur Überwachung und Ausschaltung jeglicher demokratischer Opposition. Was führen sie angesichts des neuen deutschen Großmachtkurses – angeblich zur „wehrhaften Verteidigung unserer Freiheit und Demokratie“ – im Schilde, dass sie solche Instrumentarien vorbereiten?

Für einen „verbesserten Kinderschutz“ gibt es unzählige alternative Vorschläge.

Es gibt Versuche, noch in letzter Minute diesen Anschlag auf wichtige Grundrechte zu verhindern: Chatkontrolle stoppen – JETZT HANDELN !

Letzte Meldung: auch WhatsApp – sicher selbst kein Waisenkind in Sachen Demokratie und Transparenz – erklärt, dass es nicht mit demokratischem „Ethos“ verträglich sei, was diese Merz Regierung gerade an demokratischem Ungeist versucht uns durchzuschmuggeln. Hinter ihren Biedermanngesichtern setzen sie Fakten, die denen des Trumpismus kaum nachstehen.

Für weitere Infos siehe auch folgenden Beitrag

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