“ …wenn der Grundgedanke demokratischer Wehrhaftigkeit auf der Terrorliste landet“

Kein letztes Wort – Maja T.s Rede zum Prozessende

Auf BASC veröffentlichte Erklärung zu Isolation, Hungerstreik und Solidarität

Liebe Mitmenschen, sehr geehrtes Gericht,

auch ich möchte noch ein paar Worte teilen, bevor dieser Strafprozess sein vorläufiges Ende findet. Nur etwas Grundsätzliches vorweg: Weder stellte ich je das Prinzip und die Rechtmäßigkeit eines Strafprozesses infrage, noch tat ich dies bei einem Staat, der ein Rechtsstaat aller ist. Nein, ich warnte schlicht davor, welche Ungerechtigkeiten und Gefahren dieser Prozess hier in Ungarn birgt. In Deutschland hätte ich nicht anders gehandelt. Eine Demokratie muss solchen Widerspruch gegen das Autoritäre und gegen die Unterdrückung zulassen. Jedes Urteil, das hier gesprochen wird, wird sich auch daran messen lassen müssen, ob und wie mein Sprechen und Auftreten bestraft wird.

In den letzten Monaten hat sich jedoch der Eindruck verfestigt, dass der ungarische Staat ebenjene Widersprüche nicht zulässt. Demonstrationen und Kundgebungen werden verboten, und die solidarische Begleitung dieses Prozesses wird erschwert. Es wird eine Drohkulisse aufgebaut, die Leuten Angst davor machen soll, hier als Terrorist*innen behandelt zu werden. Sind Protest und Solidarität, sei es von unseren eigenen Eltern oder von unbekannten Menschen, wirklich das, was unsere Gesellschaft gefährdet? Haben Sie Angst vor mir, Angst vor meinem Papa, wenn er zum Mikrofon greift, oder einer Freundin, die eine Parole ruft?!

25 Monate Untersuchungshaft liegen hinter mir. Nach den ersten sechs Monaten Haft in Deutschland wurde ich rechtswidrig hierher ausgeliefert. Ich bat das Bundesverfassungsgericht, diese Auslieferung zu verhindern, und dieses höchste Gericht Deutschlands entschied tatsächlich in einer Eilverfügung sowie in einer späteren endgültigen Entscheidung, dass der Auslieferungsbescheid rechtswidrig, verfassungswidrig war, da queere Menschen vom ungarischen Staat ausgegrenzt werden. Ja, wir wurden aus der Verfassung getilgt, unser Wort und unser Sprechen wird kriminalisiert, unser Sein soll unsichtbar werden. Auch ich, den binären Geschlechterzwängen entkommen, fand zu mir selbst als Maja. Doch die Eilverfügung des Bundesverfassungsgerichts kam zu spät. Das sächsische LKA entführte mich in einer nächtlichen Blitzaktion, flog mich aus Deutschland aus und verfrachtete mich Hals über Kopf in die Isolationshaft.

Langzeit-Einzelhaft mit weniger als 2 Stunden sinnvollem menschlichen Kontakt am Tag oder Isolationshaft gilt als weiße Folter. Seit 18 Monaten halte ich sie aus. Die Begründung dafür ist grotesk. Zuerst hieß es, alle anderen sollten vor mir geschützt werden, da ich brutal und gefährlich sei. Nach einem Jahr plötzlich gab man vor, mich vor dem Hass der anderen auf queere Menschen schützen zu wollen.

Die Isolation geht einher mit täglichen erniedrigenden Zwangsmaßnahmen und einer gesonderten Sicherheitsverfügung, deren Begründung bis heute Verschlusssache ist. Langzeit-Einzelhaft, Schlafentzug, Erniedrigung, Gewalt – all das sind Praktiken, um Geständnisse zu erzwingen. Sie sollen zermürben und Seelen zerstören, den Menschen seiner Würde berauben, ihn Hoffnung und Selbstachtung verlieren lassen. Stellen Sie einmal Ihre geliebte Zimmerpflanze in den Keller, dann begreifen Sie, was mit uns Gefangenen geschehen soll.

Ich kenne diesen Gerichtssaal hier nun seit einem Jahr. 16 Verhandlungstage saß ich gefesselt auf der Holzbank hinter mir und lauschte aufmerksam, wie in diesem Prozess über mein Leben verhandelt wird. Zu den Vorwürfen schwieg ich. Wenig mehr als zwei Wochen Verhandlungstage waren dies. Aber wenn ich in den Spiegel blicke, dann müssen es Jahre gewesen sein. Beim ersten Versuch, ein »letztes Wort« für dieses Verfahren zu finden, beschrieb ich mein heutiges »Ich« als eine »verwelkende Blume«. Denn auch ein Mensch braucht das Sonnenlicht, aber vor allem Nähe, Geborgenheit und Gemeinschaft zum Überleben. All das aber wird uns, den Eingekerkerten der Gesellschaft, vorenthalten.

Sehr geehrte Staatsanwaltschaft, in meinem Fall hat es nicht geklappt. Ja, auch wenn ich heute zittere, von Unruhe und Albträumen heimgesucht werde, wenn ich nach tagelanger Einsamkeit von allen Emotionen verlassen werde, auch wenn es mir die Kehle zuschnürt zu sehen, wie viele andere Menschen unter diesen politischen Verfahren zu leiden haben – so ist mir doch ein freundliches Lächeln geblieben, genauso wie eine Moral, eine universelle Moral. Und stockt mir der Atem in der Zelle, dann blicke ich hoch zu dem Streifen Himmel, an dem ich im Herbst die Wildgänse sah, und halte fest an dem Glauben, dass die Solidarität der Gewalt widersteht.

Nach anderthalb Jahren Haft klagte ich mit meinem Hungerstreik all die Menschenrechtsverletzungen an, die wir Eingekerkerten erfahren. Ich ließ mein Leben am Abgrund balancieren, um jene, die die Verantwortung tragen, zum Handeln zu bewegen. Sicher war er auch Ausdruck von Verzweiflung. Sicher war die Zeit des Hungerns auch eine stille und wortlose Zeit. Vor allem aber war mein Hungerstreik ein Ausdruck von Hoffnung, einer zarten Hoffnung, so zart wie die kleine Blume, die ich mir in die Mauerritzen zwischen Fenster und Gitter pflanzte. Mein Hungerstreik war Ausdruck meines Wunsches, zu leben und zu gestalten. Er war ein Schrei nach Liebe, der tausendfach Widerhall fand, und er war eine Anklage gegen jene, die mir im Knast Beziehungen, Bildung und Arbeit verwehren.

Die kleine Blume blüht nicht mehr. Monate des Bangens und Wartens, ja ganze Jahreszeiten, sind verstrichen. Menschen, die ich liebe, starben. Die Trauer wartet, während ich gegen die Einsamkeit ankämpfe und hoffe, nach Hause zurückzukehren. Und ich werde zurückkommen als handelndes Subjekt. Sie werden mich nie zu einem verwaltbaren Objekt degradieren können. Denn jeden Tag erfahre ich die wärmende Solidarität vieler Menschen und finde unter ihnen Vorbilder, die mir Mut geben. Sie zeigen mir, wir haben sie, die eigene Wahl, so schmerzhaft sie auch sei. Und sie zeigen mir auch, dass ein gerechteres, friedvolleres Zusammensein möglich ist. Nein, ich bin nicht naiv. Ich sehe die Kraft dazu im Schimmern und Glänzen eurer Augen. Ich bin so dankbar für all eure Arme, die sich fest um mich schließen, wenn es finster und kalt wird.

Ja, ich verlange und ersehne Freiheit. Ich gestehe es mir zu, für meine Freiheit und die Freiheit aller zu kämpfen. Dafür brauche ich nicht die Macht, Leben ein- und auszusperren. Dafür muss ich nicht endgültig über andere Menschen urteilen. Das soll gerne die Staatsanwaltschaft tun.

Freiheit ist für mich etwas anderes. Sie blüht in dem Glauben, dass wir gemeinsam Gerechteres schaffen können als Gefängnisse, Lager und Abschiebezentren, dass wir Friedvolleres schaffen können als Handschellen, Waffen und Panzerdivisionen. Für mich bedeutet dies, zu suchen, was bleiben kann für jene, die nach uns kommen, zu bewahren, was an Freiheiten bereits errungen wurde, und aus jedem Zweifel ein neues Wagnis entstehen zu lassen. Und ich spreche aus Hoffnung, da es so viele Menschen gibt, die der Verachtung nicht gehorchen, die weder Recht noch Pflicht dazu verspüren.

Dieser Prozess, so wie die in München, Düsseldorf und Dresden, ist ein politischer Prozess. Hier behauptet der Staat, dass er bedroht werde, dass er das Opfer von Gewalt sei. Wir wissen alle, welches Urteil sich der Ministerpräsident dieses Landes wünscht. Die Staatsanwaltschaft bot mir 14 Jahre Haft gegen ein Geständnis an, und es drohen mir bis zu 24 Jahre Haft. Dieses Strafmaß soll ihre Erzählung der mörderischen Antifa, die auf Menschenjagd gehe, untermauern. Und ich weiß von den Sorgen, dass dieses Strafmaß dazu missbraucht werden soll, mich zur Abschreckung aller ein halbes (oder ganzes?) Leben aus der Gesellschaft zu verbannen.

Dem zum Trotz veranlasste mich die Anklageschrift dazu, eine Prozesserklärung zu schreiben und darzulegen, wie der Antifaschismus die Grundlage meines Handelns und die Voraussetzung für meinen universellen Gerechtigkeitsanspruch sein will. Antifaschismus ist die notwendige Selbstverteidigung demokratischer Gesellschaften gegen das Totalitäre, das Autoritäre, gegen Vernichtung und Verachtung. Nicht nur in der Anklage, immer wieder wurde jedoch auch über den Prozess hinaus die emanzipatorische, antifaschistische Lehre, wie sie uns nach Krieg, Faschismus und Kolonialismus blieb, als Terror dargestellt.

In mir sehnt sich nichts nach Gewalt. Da ist kein Wunsch, zu verletzen oder zu töten, ja, mein Verstand sträubt sich dagegen. Ich will weder Tyrann*in noch Held*in sein. Im ersten Entwurf meines letzten Wortes schrieb ich, ich möchte ein Blumenkind bleiben, die menschlichen Gärten mit Zärtlichkeit durchstreifen, stets achtsam, neugierig und zugeneigt. Ich weiß, ich war und bin es, gebe mir jeden Tag das Versprechen, dies auch zu bleiben, vergesse nie den Wunsch, dies zusammen zu tun.

Ich denke jedoch, damit alleine begreife ich die politische Dimension dieser Prozesse nicht. Sie gehen weit über meine persönliche Erfahrung hinaus. Ich muss mich fragen, was es bedeutet, wenn friedliche Demonstrationen verboten werden, aber nicht die Demonstrationen der Faschisten, die uns mit Fäkalien bewerfen, wenn zensiert und diffamiert wird, wenn der Grundgedanke demokratischer Wehrhaftigkeit auf der Terrorliste landet, wenn wir alle damit zu Staatsfeind*innen erklärt werden, wenn Banken Solidaritätsorganisationen die Konten aufkündigen, wenn juristischer Beistand kriminalisiert wird, wenn die Menschenwürde nur einigen zusteht, wenn die Zivilgesellschaft von Staatsrepräsentant*innen zum Feindbild erklärt wird. Wir wissen nicht, wo das endet. Wir können nur versprechen, nie aufzuhören, das Leben zu schützen und zu verteidigen.

In meinem ersten Entwurf wollte ich über drei getrocknete Blumen schreiben, als Symbole der Liebe, der Freundschaft und der Vielfalt. Es sind drei kleine, zarte Blumen, die ich gepresst in einer grünen Karte erhielt und die ich in den letzten 25 Monaten immer wieder in den Händen hielt. Ich bin entschlossen, mir all dies zu bewahren und so viel, wie ich vermag, zurückzugeben. Dank euch begreife ich: Es lohnt zu bleiben, es lohnt zu hoffen, und ich fühle dort Sicherheit, wo ich an eurer Seite stehe, dort, wo es notwendig wird, dort, wo kein Zögern bleibt. Und ich weiß: Dort ist ein Ort, prachtvoll und lebhaft wie eine wilde Blumenwiese, da ist ein Ort jenseits der Verliese und weit weg von all der Gewalt, an dem du und ich Mensch sein dürfen unter Menschen.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit und danke, dass in diesen zwei Jahren, an diesen 16 Tagen, stets so viele von euch an meiner Seite waren, egal ob nah oder fern. Ich habe euch lieb, una promessa rimane ancora, ci farrenó vivi!

Die vom »nd« gespiegelte Erklärung von Maja T. wurde auf der Webseite der Soligruppe BASC veröffentlicht.

Entnommen aus dem nd v. 4.3. 2026
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1197370.budapest-komplex-kein-letztes-wort-n-maja-t-s-rede-zum-prozessende.html

Genozid in Gaza und Vertreibung der Palästinenser*innen aus dem Westjordanland – webinar Antikapitalistische Linke

Webinar mit Dr. Karin A. Gerster

Leiterin des Büros Ramallah der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Die im Oktober 2025 vereinbarte Waffenruhe für Gaza hat ihren Namen nicht verdient. Es kommt weiterhin fast täglich zu israelischen Angriffen und es gelangen weniger als die Hälfte der vereinbarten Hilfsgüter nach Gaza. Die Menschen leben nach wie vor unter katastrophalen Bedingungen. Das israelische Militär verschiebt die sogenannte gelbe Linie immer weiter in jenes Gebiet, in dem die Palästinenser*innen auf allerkleinstem Raum zusammengepfercht leben.

Israel setzt nicht nur den Genozid in Gaza fort, sondern zerstört Häuser und vertreibt Palästinenser*innen im Westjordanland. Die seit Januar 2025 andauernde israelische Operation „Eiserne Mauer” im Westjordanland richtet sich insbesondere gegen palästinensische Flüchtlingslager, die von der UNRWA betrieben werden und umfasst Militärangriffe, Gewalt durch Siedler und Hauszerstörungen. Laut UN-Berichten töteten israelische Streitkräfte zwischen Oktober 2023 und November 2025 über 1.000 Palästinenser im Westjordanland (darunter 223 Kinder) und vertrieben etwa 40.000 Menschen – die Hälfte davon allein aus dem Flüchtlingslager Jenin.

An Zoom-Meeting teilnehmen

https://us02web.zoom.us/j/81453082820…

Meeting-ID: 814 5308 2820

Kenncode: 26546

FOR PALESTINE: CALL-OUT

Monatliche Großdemonstration zur Solidarität mit den Palästinenser:innen

Samstag, 7. Februar, 14 Uhr Berlin Wedding, S+U Gesundbrunnen

Das Sterben in Gaza und die massive Unterdrückung in der Westbank gehen weiter. Die Täter hätten es gern, dass über ihre Verbrechen ein Mantel des Schweigens ausgebreitet wird. Machen wir einen Strich durch dieses Kalkül.

Die Palästina Demo findet zu unserem Bedauern parallel zur Großdemo „Free Iran – weder Schah noch Mullahs“ statt, die mit politischer Signalwirkung auf den Jahrestag des Sturzes der Schahdiktatur gelegt wurde. Auch die Palästinser:innen erinnern an diesem Samstag an die Ereignisse bei Rafah vor 2 Jahren.

Nichts desto trotz: wir werden nicht müde, dazu aufzurufen sich besser abzustimmnen, identitäre Grenzen zu überwinden und möglichst gemeinsam zu kämpfen. Völker vereinigt Euch gegen weltweiten Faschismus, Imperialismus und Krieg. Das würden wir gern auch auf Berlins Straßen sehen. Hier der Aufruf der Veranstalter:innen:

Ehrung palästinensischer Märtyrerinnen-

Rafah wird nicht vergessen werden Wirversammeln uns heute in Berlin, um die palästinensischen Märtyrerinnen zu ehren- jene, die von einem zionistischen kolonialen System ermordet wurden, das auf ethnischer Säuberung, Besatzung, Apartheid und Genozid aufgebaut ist. Fast genau zwei Jahre zuvor, im Februar 2024, führten die Besatzungskräfte des zionistischen Regimes zwei aufeinanderfolgende Massaker an der Zivilbevölkerung in Rafah durch. Wir stehen heute hier, um ihres Mordes zu gedenken. Sie wurden, genau wie Tausende andere, in der gezielten Kampagne des zionistischen Regimes zur Auslöschung des palästinensischen Volkes getötet- des indigenen Volkes des besetzten Landes.

Am 9. Februar 2024 führte die Luftwaffe der zionistischen Entität eine koordinierte Serie von Luftangriffen auf die Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen durch. Diese Angriffe wurden gleichzeitig an mehreren Orten in einer Stadt ausgeführt, die zu einer Todesfalle geworden war, nachdem Palästinenserinnen, die vor der Zerstörung des nördlichen Gazastreifens geflohen waren, gewaltsam dorthin vertrieben worden waren. Mehr als 25 Palästinenserinnen wurden bei diesen Angriffen ermordet, ganze Familien wurden in ihren Häusern ausgelöscht

Sechs Mitglieder der Familie Ghnam wurden in einem Haus getötet. Zwölf Mitglieder der Familie al-Zurabi wurden in einem anderen ermordet. Sieben Mitglieder der Familie al-Jarmi wurden gemeinsam getötet.

Dies waren Luftangriffe, die von Kampfjets gegen zivile Wohnhäuser ausgeführt wurden. Dies war eine Massentötung- ein Massaker- belegt durch das Ausmaẞ der zivilen Opfer und die Auslöschung ganzer Familien.

Nur drei Tage später, am 12. Februar 2024, eskalierte das Massaker. Innerhalb von etwa dreiẞig Minuten startete die zionistische Entität erneut mehrere Luftangriffe über ganz Rafah hinweg und zielte auf Wohngebäude, Moscheen, Straẞen und dicht besiedelte Viertel. Mehr als 100 Palästinenser*innen wurden während des Angriffs ermordet, 3 palästinensische Leben wurden pro Minute genommen.

Die Mehrheit der Ermordeten waren Frauen und Kinder. Die meisten Opfer waren Binnenvertriebene, Menschen, die frühere Bombardierungen kaum überlebt hatten, nur um getötet zu werden, während sie Zuflucht suchten. Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht. Moscheen wurden zerstört. Straẞen wurden zu Massengräbern. Sie wurden getötet wegen dessen, wer sie waren – das indigene Volk des besetzten Landes – und weil sie sich weigerten zu kapitulieren, ihre Würde, ihr Land, ihre Zukunft aufzugeben. Ihre Namen müssen erinnert werden, genau wie die Namen aller palästinensischen Märtyrerinnen

Es ist ein Genozid. Und bis heute hat das Töten nicht aufgehört.

Trotz Behauptungen eines Waffenstillstands hat der Genozid niemals geendet. Es sind nun über 120 Tage seit dem sogenannten Waffenstillstand vergangen, und die zionistische Entität hat ihn mehr als 1.300 Mal verletzt. Seit Oktober 2025 wurden mehr als 500 Palästinenserinnen in Gaza ermordet. Humanitäre Hilfe wird eingeschränkt. Wiederaufbau wird blockiert. Hunger wird durchgesetzt. Gaza bleibt unter Belagerung. Die Bedingungen für Leben werden systematisch zerstört.

Palästinenserinnen sterben und leiden weiterhin in provisorischen Unterkünften, die durch Regen und starke Winde zerstört werden. Die zionistische Entität hat Gaza in einen unbewohnbaren Ort verwandelt; die Blockade von Hilfe, Medizin und Wiederaufbaumaẞnahmen bedeutet für viele einen langsamen Tod. Wir weigern uns, die leeren Worte eines sogennanten „,Waffenstillstands“ zu akzeptieren, während Menschen weiterhin getötet werden – durch Bomben und durch gezielte Vernachlässigung. Ein Waffenstillstand ohne Freiheit ist eine Lüge. Ein Waffenstillstand unter Belagerung ist eine Waffe. Ein Waffenstillstand, deres dem Genozid erlaubt weiterzugehen, ist kein Waffenstillstand.

Und lasst uns nicht vergessen, dass Deutschland an diesem Genozid mitschuldig ist. Als politischer Unterstützer und Waffenlieferant der zionistischen Entität ermöglicht Deutschland Genozid im Ausland, während es palästinensische Existenz und Solidarität im eigenen Land kriminalisiert. Doch Palästinenserinnen weigern sich zu verschwinden. Trotz Massaker, Belagerung, Inhaftierung und Exil setzt das palästinensische Volk seinen Widerstand fort. Die Märtyrerinnen von Rafah sind nicht umsonst gefallen. Der Genozid geht weiter, aber auch unser Kampf geht weiter.

Wir sind heute auf der Straẞe, um die Märtyrer*innen zu ehren. Genozid, Besatzung und koloniale Auslöschung für die palästinensische Befreiung.
Wir erinnern heute auch an die Red Ribbon Campaign, einen globalen Aufruf, die Freiheit palästinensischer politischer Gefangener zu fordern und das System von Inhaftierung, Folter und Verschwindenlassen offenzulegen, das eingesetzt wird, um palästinensischen Widerstand zu unterdrücken. Das rote Band wird als Symbol der Solidarität mit Gefangenen getragen, der Weigerung der Kriminalisierung und des Bekenntnisses zum kollektiven Kampf- tragt es, teilt es und macht palästinensische Gefangene unmöglich auszulöschen.

Wir fordern:

  • Ein sofortiges und dauerhaftes Ende des Genozids in Gaza
  • Ein Ende aller Waffenstillstandsverletzungen und fortlaufenden Tötungen
  • ·Die Aufhebung der Belagerung und vollen humanitären Zugang
  • Die Zerschlagung des Apartheid-Systems und der militärischen Besatzung
  • ·Rechenschaftspflicht für alle Täterinnen kolonialer Gewalt ·
  • Ein Ende deutscher Waffenexporte und politischer Komplizenschaft
  • Das bedingungslose Rückkehrrecht für alle Palästinenserinnen

,Free Palestine“ ist kein Slogan. Es ist Loyalität gegenüber den Märtyrer*innen. Es ist die Verantwortung gegenüber den Lebenden. Es ist ein Bekenntnis zur Befreiung.
Wir werden nicht vergessen. Wir werden keinen Genozid unter einem anderen Namen akzeptieren. Wir werden nicht aufhören Widerstand zu leisten, bis Palästina frei ist.

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