Wir fordern Israel auf, den Krankenhausdirektor Dr. Hussam Abu Safiya und andere verschleppte Mitarbeiter des medizinischen Personals des Krankenhauses Kamal Adwan sofort freizulassen!

Kurz vor dem Jahreswechsel war es soweit. Israel hat die letzte noch verbliebene Infrastruktur zur medizinischen Versorgung im Norden Gazas vernichtet. Das Krankenhaus Kamal Adwan arbeitet nicht mehr. Die Gebäude sind leer und zum Teil ausgebrannt. Patienten und medizinisches Personal vertrieben, verschleppt, verletzt, misshandelt. Die isralische Armee hat ganze Arbeit geleistet. Der internationale Hilferuf des zuständigen Krankenhausdirektors hatte keine praktischen Konsequenzen mehr.

Am Freitag vor Silvester hatten israelische Besatzungssoldaten das Kamal Adwan Krankenhaus nach Stunden der Belagerung gestürmt. Berichten zufolge wurden Schüsse abgegeben und fand Artilleriebeschuss aus der Umgebung statt, die Einrichtungen wurden in Brand gesetzt und sowohl Patienten als auch medizinisches Personal misshandelt. Viele Anwesende wurden festgenommen oder gezwungen, bei extrem kalten Temperaturen ihre Kleidung abzulegen, stundenlang auszuharren und das Krankenhaus -unter der Androhung bombardiert zu werden – gewaltsam zu verlassen . Dr. Hussam Abu Safiya wurde mit Schlagstöcken geschlagen, bevor er von den israelischen Besatzungstruppen entführt wurde.

Amnesty International forderte, dass Israel alle willkürlich festgehaltenen Palästinenser, insbesondere Gesundheitsarbeiter, umgehend freilassen müsse.

Die Organisation wies darauf hin, dass aus Sicht der internationalen Gemeinschaft dringender Handlungsbedarf besteht, die israelische Völkermordpolitik in Gaza zu beenden.

Deutschland gehört neben den USA zu den ganz wenigen Ausnahmen, die die von Israel begangene Barbarei nicht nur nicht verurteilen, sondern im Gegenteil decken und politisch, militärisch und finanziell unterstützen. Während im Gazastreifen 6 Säuglinge vor dem Hintergrund der ethnischen Säuberungspolitik Israels qualvoll erfrieren, sehen sich Menschen, die hierzulande gegen diese Vorgänge protestieren, Diffamierungen, Schickanen und existentiellen Bedrohungen ausgesetzt. In Berlin geht die Polizei mit unverhältnismäßiger Gewalt gegen sie vor.

Unsere Leserin I. S. Kommeniert:

Was wirklich nicht zu ertragen ist, ist die Erkenntnis, dass die Regierung Netanjahu die gleiche Kriegsführung der verbrannten Erde anwendet wie die Wehrmacht, nebst Administrativhaft in Lagern. Von mir wird verlangt mich solidarisch zu zeigen, weil Staatsraison.

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, unterstützte den Aufruf von Amnesty International und erklärte: „Der Direktor des Kamal Adwan Krankenhauses, Hussam Abu Safiya, befindet sich an einem unbekannten Ort und wir fordern seine Freilassung.“

Inzwischen berichten Zeugen, dass Dr. Hussam Abu Safiya und andere Gesundheitsarbeiter in dem berüchtigten Sde Teiman Gefängnis festgehalten werden sollen. Sde Teiman ist bekannt für seine Brutalität und Folterungen [1] https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/folter-inside-israels-haftlager-100.html, mit denen u. a. Persönlichkeiten gebrochen und Geständnisse im Sinne der isralischen Politik erzwungen werden. [2]https://edition.cnn.com/2024/12/29/middleeast/kamal-adwan-hospital-director-detained-hnk-intl/index.html „Man muss schon sein Hirn ausschalten, Geständnisse zu glauben, wenn sie an einem Ort erfolgen, wo systematisch gefoltert wird.“

Das Vorgehen Israels gegen Hilfsorganisationen, insbesondere gegen medizinisches Personal und den gesamten Gesundheitssektor, ist eine weitere Grenzüberschreitung und reisst die letzten von der Menschheit errichteten humanitären Mauern ein.

In einer Petition dazu heisst es: „das Gebot, medizinisches Personal zu schützen, und im Einklang mit internationalen Resolutionen und Verträgen, die den Schutz von Zivilisten und humanitärem Personal zum Ziel haben, insbesondere den Resolutionen des Sicherheitsrats zum Schutz von Anbietern humanitärer Hilfe und jenen zum Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten, insbesondere der Resolution Nr. 2288 des Sicherheitsrats, den Genfer Konventionen von 1949 und ihren Zusatzprotokollen von 1977 und 2005, sowie dem Völkergewohnheitsrecht zum Schutz von Verwundeten und Kranken und den Verpflichtungen des humanitären Völkerrechts, medizinisches Personal und humanitäre Helfer zu respektieren und zu schützen, “ das alles wird mit Füßen getreten .

Der Geschäftsführer von „Ärzte ohne Grenzen“ berichtete kürzlich in einem Interview des Deutschlandfunks [3] … Continue reading , dass in etwas mehr als einem Jahr allein in Gaza durch die israelische Armee deutlich mehr Mediziner zu Tode gekommen sind als in den beiden Jahren 21 und 22 zusammengenommen in allen übrigen Konflikten dieser Welt.

Weltweit gibt es einen Aufschrei!

Immer mehr Menschen protestieren und fordern die Einhaltung dieser Gebote sowie die unverzügliche Freilassung von Hussam Abu Safiya!

Vor allem Arzte, Sanitäter, Pflege- und auch sonstiges Personal aus den Gesundheitsbereichen entrüsten sich weltweit!

Ihre Forderungen

Freilassung aller Gesundheitsarbeiter und sonstigen willkürlichen politischen Gefangenen aus den Gefängnissen und Lagern von Israel ! Umfassender Schutz des medizinischen Personals und seiner Einrichtungen. Sie sind oft die letzte Hoffnung für die Menschen in Krisen und Kriegsgebieten. Stoppt die Menschenrechtsverletzungen durch Israel!

Wir solidarisieren uns mit dieser Bewegung. Wir fordern alle auf, sich dem Protest anzuschliessen! Macht die Menschenrechtsverletzungen und die Angriffe auf die Standards humanitärer Hilfeleistungen überall bekannt! Schafft Publizität. Damit der Aufschrei unüberhörbar wird.

Titelfoto: Presseerklärung WHO, Fotos gesundheit4palestine, @upp.uniespourlapalestine, healthworkers4palestine.be

Terminhinweis zum Thema

Beispielhaft für die Wut und Empörung über die Geschehnisse ist der folgende Kommentar von Olivia Adverso:

Völlig egal ob FASCHISTEN oder KRIEGSVERBRECHER wenn es in die geopolitischen Interessen passt und die Karriere fördert, wird jede Art von Humanismus über „Bord“ geworfen. Die Unterstützung für den VÖLKERMORD/ die Strafexpedition im Kolonialstil in Palästina, zeigt die Einstellung der Politiker Innen und Aussen zum Völkerrecht! Unsere Regierung spricht sich für ein Verbot der Afd aus ( richtig) aber hofiert alle FASCHISTEN weltweit, wenn es um die eigene Karriere geht! Ich glaube nicht mehr an die Aktionen der Sender, die grossmäulig um Spenden bitten : wir helfen Kindern – in der Ukraine – aber in Palästina ist jedes KRIEGSVERBRECHEN an KINDERN „Selbstverteidigung“! Vielleicht sind die gesammelten Spenden auch für weitere Waffen in diesem sinnlosen Krieg!!!!!! Es ist nur eine Frage der Zeit, wenn wir die Westlichen Werte in Taiwan, mit Flächenbombardements ‚verteidigen“ müssen! Dann wird es heißen „Helft den Kindern in Taiwan, aber lasst sie im Jemen verhungern! Es gibt keinen Ausdruck für diese menschenverachtende Politik!!!! Es ist nicht mehr nur Doppelmoral sondern bereits Schitzophrenie!

Nahost – Syrien, Gaza, Rojava Update 17.Dezember

Wir berichteten „Gibt es Syrien denn noch?“

Inzwischen schreitet die Entwicklung voran.

Die Angriffe auf die kurdischen Regionen im Norden und Osten Syriens gehen weiter. Auch die militärische und politische Liäson Deutschlands mit Israel und der Türkei.

In In Berlin gab es eine aufsehenerregende Protestaktion! Verteidigt Rojava!

Aktivist*innen haben am Montagmittag das Brandenburger Tor besetzt, der Protest richtet sich gegen die Angriffe der Türkei auf #Rojava. Mindestens vier Menschen befanden sich mehrere Stunden auf dem Dach des Brandenburger Tors. Sie haben ein Banner entrollt, auf dem „Rojava verteidigen!“ steht.

Ihre Forderungen:

  • Anerkennung der Selbstverwaltung DAANES (Demokratischen Selbstverwaltung in Nordostsyrien)
  • Stopp der Waffenlieferungen an die Türkei
Supportet u. a. Rojava hier:   "Wir sammeln 1 Million Euro für Solarpanels in Rojava! Für eine demokratische und ökologische Alternative im Nahen Osten." 
Upgrade 19.12. 
Syrien​-Aktivisten besetzten das ZDF​-Hauptstadtstudio, um über die Anerkennung Rojavas durch öffentlich-rechtliche Medien zu diskutieren. Sie forderten kritischere Berichte zu SNA-Milizen und Kriegsverbrechen an Minderheiten und Frauen. [1]https://www.tagesspiegel.de/berlin/polizeieinsatz-in-berlin-mitte-syrien-aktivisten-besetzen-zdf-hauptstadtstudio-12895831.html

Und innerhalb „Rest“ – Syrien?

Kimberly Dixon vermerkt:

„Alle Richterinnen wurden bereits ihres Amtes enthoben. Ja, die Freiheit für die syrische Bevölkerung nimmt an Fahrt auf. Ganz besonders für Frauen. Na Frau Plärrbock? Sind sie nun zufrieden? Das Land wurde den Wölfen zum Frass vorgeworfen…“

„Die israelische Armee griff in der Nacht zum Montag syrische Militärstandorte in der Küstenregion Tartus an. Die heftigen Detonationen nach den Bombardierungen lösten Signale von Erdbebensensoren aus, so mehrere Kriegsbeobachtungsgruppen in der Region. Dabei wurden Werte bis zu einer Stärke von 3,1 auf der Richterskala gemessen.

Beobachter sprechen von den schwersten Angriffen in der syrischen Küstenregion seit Beginn der Angriffe im Jahr 2012. Die Sprengkraft erreiche die Größenordnung taktischer Atombomben.

„Israelische Kampfflugzeuge griffen eine Reihe von Zielen an, darunter Luftabwehranlagen und Depots für Boden-Boden-Raketen.“

Die Explosionen waren so massiv, dass sie von seismischen Sensoren mit einer Stärke von bis zu 3,1 auf der Richterskala aufgezeichnet wurden. Laut einem Artikel der Times of Israel wurden die Erdbewegungen am späten Sonntagabend auch von der seismologischen Abteilung des Geografischen Dienstes Israels registriert, „deren Epizentrum etwa 28 Kilometer vor der Küste der Stadt Banias lag.“

Wettlauf um Syrien

German Foreign Policy berichtet:

Auswärtiges Amt führt in Damaskus erste Gespräche mit HTS-Anführer Al Sharaa. EU-Außenminister fordern Schließung russischer Militärbasen. Al Sharaa lehnt baldige Wahlen ab, will gewisse „Sitten“ in Syrien respektiert sehen.

Wie Entwicklungsministerin Svenja Schulze mitteilt, habe Deutschland in den vergangenen Jahren stets Mittel für das von HTS kontrollierte syrische Gouvernement Idlib bereitgestellt und verfüge deswegen über beste Kontakte: „Wir kennen viele Akteure, auf die es jetzt ankommt“. …. Mehr

Zum letzten Abschnitt, der nichts anderes besagt als dass man zum Umfeld der „islamistischen Terroristen“ seit Jahren den besten Kontakt unterhält, kann man wohl nur noch sagen: „Aha“!

P. Jüriens bringt die Frage des Selbstbestimungsrechts der Syrer:innen auf den Punkt:

Natürlich: Niemand weint Assads Regierung allzuviele Tränen nach.

  • Aber ansonsten kann ich beim besten Willen nicht erkennen, daß die aktuellen Entwicklungen irgendetwas anderes als blanker Kolonialismus und permanentes Wettscheißen auf das Völkerrecht sind.
  • Und in allen anderen „wertebasiert“ handelnden Ländern der ersten Welt fühlt sich von Erdogan über Jens Spahn über Alice Weidel bis hin zu Christian Lindner offenbar jedes prinzipienlose, antihumanistische Stück Scheiße zeitgleich befleissigt, die syrischen Flüchtlinge am Liebsten gestern schon dorthin zurückzuschicken.
  • Und natürlich: Gaspipelines durch Syrien zu planen.

GAZA nicht vergessen!

Die Ereignisse in Syrien dürfen nicht dazu führen, daß das Unheil in Gaza aus dem Blickfeld gerät. Hier ein Tagesbericht:

Die aktuellen Berichte zum 437. Kriegstag zeichnen ein erschütterndes Bild systematischer Aggressivität und humanitärer Krise.


In den letzten 24 Stunden verübten israelische Streitkräfte fünf Massaker gegen palästinensische Familien. 46 Todesopfer wurden in Krankenhäuser eingeliefert, 135 weitere verletzt. Die Gesamtzahl der statistisch erfassten Opfer seit Beginn der israelischen Aggression am 7. Oktober 2023 ist auf 44.976 Todesopfer und 106.759 Verletzte angestiegen.

Die fortwährenden Angriffe konzentrieren sich insbesondere auf den Norden des Gazastreifens sowie auf das Flüchtlingslager Nusseirat im Zentrum des Gebiets.

Plan der Generäle

Die Durchsetzung der ethnischen Säuberung in GAZA durch Israel wird konkret.

In einem aktuellen Bericht der israelischen Zeitung Yedioth Ahronoth wird aufgedeckt, dass die israelische Besatzungsarmee im Rahmen ihrer anhaltenden Offensive gegen den Norden des Gazastreifens schrittweise einen sogenannten „Plan der Generäle“ umsetzt. Dieser Plan hat das Ziel, die Bevölkerung des Gazastreifens zu vertreiben und die Rückkehr der Vertriebenen in ihre Heimatstadt Jabalia zu verhindern.

Der Bericht, verfasst von dem Militäranalysten Yoav Zitun, beschreibt, dass gemäß diesem Plan das nördliche Drittel des Gazastreifens zerschnitten bleiben soll.

Kinderweihnachten in GAZA – der Tod klopft an!

Eine neue Studie zeigt die enormen psychischen Auswirkungen des Krieges auf Kinder und junge Menschen im Gazastreifen. 44 Prozent der Toten waren Kinder, und die Überlebenden leiden unter starken Symptomen der Traumatisierung.

Für die Studie wurden Eltern und Betreuer von 504 Kindern aus Familien befragt, in denen mindestens ein Kind behindert, verletzt oder unbegleitet ist, also von seinen Eltern getrennt ist. Die Stichprobe wurde zwischen dem südlichen und dem nördlichen Gazastreifen aufgeteilt und durch weitere ausführliche Interviews ergänzt.

Morgen 19.Dezember Veranstaltung  "Gesundheit unter Beschuss – Gesundheitskrise in Gaza"

Quellen: zu Rojawa riseup4rojava/ defendkurdistandeutschland, zu Syrien u. a. middleeastmatters, zu GAZA „Freunde Palästinas“, Freitag, GFP…

References

References
1 https://www.tagesspiegel.de/berlin/polizeieinsatz-in-berlin-mitte-syrien-aktivisten-besetzen-zdf-hauptstadtstudio-12895831.html

Syrien – Berichterstattung German Foreign Policy

Foreign German Policy beleuchtet in mehreren Beiträgen die Entwicklung in Syrien. Empfehlenswert für jeden, der die Zusammenhänge genauer erfassen will. (Peter Vlatten)

Wettlauf um Syrien IV

Auswärtiges Amt führt in Damaskus erste Gespräche mit HTS-Anführer Al Sharaa. EU-Außenminister fordern Schließung russischer Militärbasen. Al Sharaa lehnt baldige Wahlen ab, will gewisse „Sitten“ in Syrien respektiert sehen.

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Umwälzungen in Syrien I

Die Sanktionen Deutschlands und der EU haben zum Sturz von Bashar al Assad und zum Siegeszug der Jihadistenmiliz Hayat Tahrir al Sham (HTS) beigetragen, die ihren Weg zur Macht in Damaskus damit auch Europa verdankt.

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Siehe auch "Wo ist denn Syrien nur geblieben? - Kommentare und Fragen von links" 
Umwälzungen in Syrien II

Scholz erklärt sich zur Kooperation mit „den neuen Machthabern“ in Syrien bereit. In Idlib, wo diese bislang herrschten, haben Frauen kein Wahl- und Christen kein Bürgerrecht, Folter und Verschwindenlassen sind verbreitet.

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Umwälzungen in Syrien III

Berlin dringt auf starke deutsche Rolle in Syrien. Baerbock schlägt „Gruppe der Freunde Syriens“ unter Beteiligung des Westens und unter Ausschluss Russlands und Irans vor. Mit den Jihadisten von HTS soll kooperiert werden.

Mehr hier

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